Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-12-19. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 344, 1916-12-19. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Der Kapitän des Dampfers "Agemeumon" meldet, daß er einen Petroleumdampser passierte, der inBrand war. — Lloyd meldet, daß die englische Bark ,Holt Hill" (2398 Tonnen) gesunken ist. — Das Segelschiff "Konrad" (194 Tonnen) wurde versenkt. — Der britische Dampfer "Tanfield" ist nicht, wie fälschlich! berichtet, versenkt wor­ den. sondern hat wohlbehalten den Hafen er­ reicht. ────────── > Im Westen tarn es nur M geringer &&=■ sechtstätigkeit im Sonärie- und Maasgebiet. 1 Im Osten scheiterten mehrere russische Mel­ der eroberungsversuche bei Luch und russische Pvrstöhe bei Augustowka. In den Waldkarpathen tobt der Kampf im Uztale noch weiter. Bei Mestecanesti kam es zu Artiller,ieMmPfen. ] In fftumänien zieht sich der Feind gegen Blraffia zurück. Unsere Flieger griffen den Feind atff fernen 'Rückzngslinien mit Erfolg an. ' r i / , , Die Derfolgung in der Dobrudscha hüt jetzt unsere Truppen bereits über die Linie Babadagh—PeeinMga näch Norden geführt. Durch diesen schnellen Bormarsttzj wird Braila, aus das sich! die Russen und Rumänen aus der Walachei zurückziehen, von Osten hvr bedroht. In Mazedonien gab es nur Ar Aller iefener im Cernabogen. ────────── Die Heeresberichte. Da deutsche Bericht. WTB. Berlin, den 18. Dezember. — (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz«. Keine wesentlichen Ereigniffe; auch im Somme- und Maasgebiet mir geringe Gesechtstätigkeit. Oestlicher Kriegsschauplatz. Kraut des Geueralfeldmarfchalls Primz Leopold vou Bayer». Nordwestlich von Luck verursachten Grup­ pen die von uns am 16. Dezember bei Bol. Porst gewonnenen Stellungen zurückzuerobern. Ihr auch nachts wiederholter Angriff wurde abj. gewiesen. Ebenso schchtetten russische BorjWße bei Augustowka — südlich bon Zborow — in unserem Abwehrfeuer. Front des General-Oberste« Erz« ' herzog Joseph. Im Wschnitt von Mestecanesti östlich der Goldenen Bistritz war der Artilleriekampf hef­ tig- Im Uztale örtliche Kämpfe mit wechseln­ dem Erfolg. !. «alkankriegsschanplatz. T, cheeresfront des Geueralfeldmarfchalls von Mackensen. Die Lage hat sich, nicht geändert. Auf Braila zurückgehende feindliche Kolonnen wur­ den durch Unsere Fliegergeschwader mit be­ obachteter Wirkung angegriffen. Mazedonische Front. I Zeitweilig lebhafteres Feuer ihn CernaBogen. Der 1. Generalanartierrmeistev: Ludendorff. * WTB. Berlin, 18. Dezember. Amtlicher Wendbericht: An der West- und Ostfront nichsts Wesent­ liches. In der Walachei kleinere, für ums günstige Kämpfe. 1 i In der nördlichen Dobrudscha isst die Linie Babadaglh—Pecineaga Überschritten.. D« Sstm.-Mtz. Bericht. WTB. Wien, 18. Dezember. Mittags. Amtlich wird gemeldet: Oestlicher KriegsschanplaW. Heeresgruppe des Generalfeldmairschatts von Mackensen. Die Lage ist unverändert. Heeresfront des Generalobemfte« Erzherzog Joseph. Beiderseits des Uztales griffen die Russen unsere Stellungen nach, heftiger Arrtillerievorbereitnng an. Die Kämpfe sind noch ncht ab­ geschlossen. Heeresfront d»s Generalfeldmairschalls Prinzen Leopold vo» Bayer«. Russische Vorstöße gegen unser« Feldwach­ linie Bei Augustowka blieben erfolglos. Eben­ so scheiterten schwächere feindliche Vlügriffe ge­ gen unsere neuen Stellungen, bei Wol. Porsk. Ftaltenitzcher KriegSschanpllatz. und «iidSstlhcher KriegSschanppatz. Keine besonderen Ereignisse. Der stellvertretende Chef des Ge.neraistabe« > v. H o e f e r, Feldmarsch alleucknanr. Der Ngllkischk Bericht. Sofia, 17. Dezember. Amtlicher Heeres­ bericht: Mazedonische Front: Arnf der gan­ ze nFront schwaches seindlches Arttilleriefener und an manchen Stellen PatrouiMengefechte. Rumänische Front: In wer Dobrud­ scha wird der Vormarsch fortgesetztt. Die ver­ bündeten deutschen, bulgarischen unib türkischen Truppen erreichten die Linie Goliovitza-See— Testamel—Doeran—Doknzacea. — .In der öst­ lichen Walachei rücken unsere Divisionen gegen den Unterlauf des Calmatuiul-Flursses vor. ────────── chenschrift "Station" sagt, daß die Bevölkerung offenbar das Programm eines zu schließenden Friedens nicht überdacht habe. Die Selbsttäu­ schung, daß eine der beiden Parteien schließ lich in der Lage sein könnte, der anderen ihre Bedingungen zu diktieren, entspringe eilte Beinen Journalisten und unverantwortlichen Staatsmännern, Klubsesselstrategen Usw. Das Wölk denke anders. (Z.) Verhandlungen Mischen de« Entente­ mächte«. Basel, 18. Dez. Der Mattn schreibt: DerMeinungsaustausch über das deutscheFriedensangebot, das bereits seit einigen Tagen zwischen den Ententemächten stattfindet, wird zur Aufstellung eines genauen Textes führen. Dieser Text wird sich von zwei Grundsätzen leiten lassen: 1. Mit dem Feinde sich nicht in Verhandlungen über vage Gegenstände und schlecht umgrenzte Gebiete einzulassen. 2. Der int Kriege befindlichen Völkern mit Bestknvntheit darzulegen, aus welchen Gründen der deut­ sche Vorschlag gemacht worden ist. Tie französische Kammer und der Senat znUtz deutschen Friedensangebot. Genf, 17. Dez. Dem "Mattn" zufolge hat die Opposition der französischen Kammer in dieser und int Senat einen DringlichkeAÄantrag eingebracht, der die Regierung aufl-i fordert, keine Entscheidung über das Friedens­ angebot des Feindes zu treffen, bevor nicht die Kammer und der Senat versafsungsgenUß Stellung-zu den feindlichen Angeboten genonte men hätten. (Z.) Ter Friedcnsstrom in Frankreich. Genf, 17. Dez. Das beträchtliche Sitte wachsen der von Clemenoeau geführten parla­ mentarischen Vereinigung "Mtton nationale" wird durch den Beitritt zahlreicher westfranzösischer Volksvertreter erklärt, auf deren Wähllerschast die von Briand entworfenen Dekrete namentlich das beabsichtigte Verbot des Jnlandhandels mit irgendwelchen alkoholhaltigen Getränken große Unstimmigkeit ausübten. • Sonnino gegen Briand? ' Gens, 17. Dez. Die heute nach Paris gedrahtete, offenbar von Sonnino gutgeheißene Tribuna-Note beweist die Richtigkeit der Auf­ fassung, daß Italien das durchwegs ablehnende hundertmalige Rein Briands sich keineswegs zur eigenen Richtlinie zu nehmen gedenke, son­ dern leidenschaftslos jeden Disknssionsvorschlag annehmen werde. (Z.) ! Tie italienische Friedenspropaganda. "Corriere della Sera" behauptet, daß sich die neutralistische Propaganda im ganzen Lan­ de wesentlich verstärke. Aus der ganzen Tä­ tigkeit der Neutralisten ergebe sich deren Be­ streben, die beiden Hauptstützen des Krieges, Sonnino und Bisfolatt zu stürzen. Durch eine Entfernung dieser 'beiden erhoffen sich die Neutralisten, dem deutschen Friedensange­ bot die Türe zu öffnen. "Popvlo d'Jtatta" schreibt, man dürfe nicht vergessen, daß 300 Abgeordnete zu Giolittt stehen. Das Echo der gesamten italienischen Presse geht darauf hin­ aus, daß Italien gegenwärtig eine schwere Gß Wissenskrise durchmache, eine Krise, dfe 'aber alle anderen Verbündeten ebenfalls durchmachen müssen. (Z.) Verhinderte Friedensdemonstrationen in Italien. Die italienische Polizei verhinderte Frie­ densdemonstrationen in Rom, Mailand und Bologna. In Mailand ist es angebliche zu Zusammenstößen zwischen den Demonstranten und der Polizei gekommen. Stimmungsumschlag in Italien. "Corriere della Sera" erklärt, die Rote der Mittelmächte sei eine Wohl überlegte, denn 1. sichere sie ihnen die Wohlmeinung der Reiten traten und 2.sei sie die erste diplomatische Berührung beider kriegführender Parteien, Be­ dingungen herbeizusühven, bei denen ein Vor­ teil auf der Seite der Mittelmächte liege. Tie neuen Staatsmänner, die in den Regierungen der Alliierten sind, werden sich an ihr erpro­ ben können. "Corriere della Sera" meint, daß sowohl eine Ablehnung wie eine Annah­ me der Note i|re Schattenseite habe. Das Blatt warnt aber am Schlüsse seiner Ausfützruttgen, das Land vor Vergiftung und erklärt die Beantwortung der Note sei eine überaus schwierige technische diplomatische Aufgabe. i Zur Rede Pokrowskis. ! Berlin, 17. Dez. Die "B. Z." schreibt: Unwürdig im höchsten Grade ist die Unter­ stellung sowohl des Herrn Pokrowski als auch der Duma, das deuttche Friedensangebot sei ein Zeichen der Schwächte. Damit hintergehen der Minister und die Duma bloß ihre eigenen Landsleute. Das Schwert der Mittelmächte ist so scharf wie am ersten Tage. Wer es nicht glaubt, braucht nur nach Rumänien zu blicken. lAns Kraftbewuhtsein heraus ist das Friedens­ angebot gestellt und jeder wird das zu fühlen bekommen, der die Mittelmächte zu neuen Schlägen herausfordert. Der Kaiser, Hindeniburg und der Reichskanzler haben auch bereits darauf ihre Antwort im Voraus erteilt: "Standhalten und Schlagen." (Z.) Ter Dumabeschluß nicht die Meinung des Landes? Stockholm, 17. Detz. Es unterliegt Fete item Zweifel, daß die russische Regierung und die Reichsduma das Land vor eine vollendete Tatsache stellen wollten, ehe die Unstimmig­ keiten zwischen einzelnen Dumaparteien in der Friedensfrage zum Durchbruch gelangt wären. Beide Flügel der Oktobristen waren in dieser Frage nicht einig. Die Arbeiterpartei und die Sozialisten konnten an der vorgestrigen Dntuasitzung nicht teilnehmen, da deren Frak­ tionsmitglieder gegen Trepows erstes Auftre­ ten in der Plenarsitzung demonsttiert hatten und für eine Reihe von Sitzungen aus der Durna ausgeschlossen sind. Die äußerste Rechte, in der eine wichtige Spaltung vorging, hatte ebenfalls für Sonntag eine Fraktionssitzung anberaumt, in der auch die Friedenssrage dis­ kutiert werden sollte. Es untersiegt somit keinem Zweifel, daß, wenn die russische Regier­ ung. sind der Block mit ihrer Stellungnahme noch einige Tage gewartet hätten, die Duma­ sitzung und der Dumabeschluß ganz anders aus­ gefallen wären. Fürstprimas Czernoch über vie FriedenÄbestrebuugen des Papstes. Im "Estt Ujsag" äußerte sich Fürstprimas Czevnoch über die Anteilnahme des Papstes für die Friedensbewegung, nachdem er selbst das Friedensangebot lebhaft gebilligt hatte, folgendermaßen: "Ich bin überzeugt davon, daß der Heilige Vater das Friedensangebot der Zentralmächte mit Freude begrüßen wird, tote dies schon aus den Aeußerungen des Wiener Nuntius zu entnehmen ist. Der Papst hat seit Beginn seiner Regierung stets im Interesse der Wiederherstellung des Friedens gearbeitet. Das Friedensangebot der Zenttalmächte ist die erste handgreifliche Tatsache, die den Papst in seinen Bestrebungen in Bezug auf die Wie­ derherstellung des Friedens toirffam untere stützen kann. Was immer auch dje Entente^ presse schreiben wird, die Tatsache ist nicht wegzuleugnen, daß auch dort, in Frankreich und Italien, im Volke große Friedenssehnsucht ist- C3.) Tos Friedensangebot in Amerika. Washington, 17. Dez. Ein scharfer Zwiespalt in der Beurteilung der Friedensinote an den Vierverband wird heute offen» kundig, als die abschwächenden Aeußerungen der Presse des Vierverbandes bekannt wurden. Die Botschasterkreise des Vierverbandes geben deutlich zu verstehen, daß der Friedensvorschlag achtungsvolle Erwägung finden und keiner voreiligen Beurteilung begegnen wird. Ter Einfluß dieser Gesinnungsänderung spiegelt sich jetzt auch in den amtlichen Kreisen Washingtons wieder. l§s gilt als sehr wahr­ scheinlich, daß Wilson die gegenwärtige Ge­ legenheit wahrnehmen wird, den Wunsch des Landes nach baldigem Frieden bekannt zu ge­ ben. Aber die Worte, in die er den Wunsch kleiden wird, werden wesentlich von der Aus!sicht auf Annahme des Vorschlages abhängen. Selbst die Newhork Times sagen, das. Aner­ bieten könne nicht in der Weise von der Hand gewiesen werden, wie dies einige Londoner zmd Pariser Blätter täten, die es mit einem einzigartigen Mangel an Einsicht als einen schlimmen Winkelzug von der Hand weisen. Die Alliierten würden sich dadurch mögliichjevweise i n das Unrecht setzen. (Z .) ────────── Gegen Rußland. Nikolajewitsch wieder im Kaukasus. Großfürst Nikolajewitsch, der Oberbefehlsihaber an der Kaukasusfront, ist von einer "dienstlichen Reise außerhalb des Kaukasus" wieder nach Tiflis zurückgekehrt. Er hat an einem wichtigen Familienrat in Kjlew teil­ genommen, in beim! unter dem Vorsitz des Za­ ren wichtige Angelegenheiten eingehend er­ örtert wurden. (Z.) 1 Ein neuer Ministerwechsel in Rußland. Bern, 18. Dez. Hier erhält sich, wie das Berner Jntelligenzblatt meldet, hartnäckig das Gerücht, daß in Rußland ein neuer MinisterWechsel bevorstehe und zwar sollen neue Män­ ner an die Spitze der Regierung treten, die von dem gleichen Geiste inspiriert sind, wie Lloyd George und Briand. Im russischen Krei­ sen des Auslandes hält man es nicht für un­ wahr scheinsich, daß das Ministerium Trepow durch ein Kabinett Miljukow abgelöst werde, nachdem nunmehr bekannt ist, daß Trepow in der Duma keine günstige Aufnahme gefunden hat. '•!■'. , ■ Unruhen und Zusammenstöße in Kinnland. ; Aus Haparanda wird von einem blutigen Zusammenstoß zwischen Finnländern und russi­ schem Militär bei Kemi gemeldet. Die rusiische' Geheimpolizei erhielt die Nachricht von einer dort geplanten großen Versammlung gegen die Fortsetzung des Krieges und entsandte ein grö­ ßeres Polizei und Militäraufgebot, um die acht Versammlungsredner zu verhaften. Es ent­ spann sich ein blutiger Kampf, wobei es Tote und Verwundete gab. Das 'Militär wurde in die Flucht gejagt. Aus Uleborg wurde ein großes Aufgebot von Infanterie und Kosaken nach Kemi beordert. (Z.) ────────── Gegen Rumänien. Sie rumänischen Oelqnellen int Betrieb. Berlin, 18. Dez. Die Befürchtungen über den Zustand der rumänischen Oelyuellen sind glücklicherweise nicht in vosiem Umfange eingetroffen. Wenn auch ein Teil der tech'fnischen Anlagen zerstört ist, darf doch damit ge­ rechnet werden ,daß der Bohr- und Raffineviebetpieb sofort, wenn auch in beschränk­ terem Umfange aufgenommen werden kann. Die Hauptschwierigkeiten bestehen, wie auch sonst in Rumänien, in dem Abtransport der Vorräte, die mit der Förderung nicht gleichen Schiritt halten samt. Man hofft aber auch hier, mit der Zeit eine fortschreitende Besserung zu er­ zielen. Die einheimische Bevölkerung erzeigt sich, durchaus arbeitswillig. Ter russische Gesandte in Rmmämien abberufen. Bern, 16. Dez. Die PetersburgerrRjetsch meldet: Der bisherige russische Gesatndte .in Bukarest, Kammerherr und wirklicher StaatÄrat Poklewski-Kosell ist in dienstlicherr Ange­ legenheit nach Petersburg abkommandiiert wor­ den. 'Der russische Hofminister gibt eiinen Be­ fehl des Zaren bekannt, wonach zumn außer­ ordentlichen Gesandten und bevvllmaächtigten Minister am rumänischen Hose der (General­ leutnant der Gardekavallerie Mossolow » ernannt worden ist. Mossolow war bisher CChef der Kanzlei des kaiserlichen Hofministeriuums und der Apanagen. An seine Stelle ist Hvofmeister Fürst Gagarin berufen worden. Mvssoolow gjilt als sehr guter Kenner des Balkans. 1 Die AÄberusung von Poklewssi-Rosell komnmt nicht unerwartet, da selbst in der "Nowoje SWremja" seine Tätigkeit in Bukarest wiederhvölt scharf kritisiert wurde. ────────── Der Krieg mit England. Krasse Maßregeln oder Neuwahllen tu England. London, 17. Dez. "Reynolds; Newspa­ per" schreibt: In gut unterrichtetem Kreisen glaubt man, daß Lloyd George sich ganz dem Stiege widmen und dem Unterhause rohneZweiisel sehr krasse Maßregeln votschlag^en werde. Sollte er dabei aus Widerstand stohern, so seien Neuwahlen zu erwarten. Die Alnhänger Lloyd Georges machten kein Geheirmnis, daß es möglicherweise in nächster Zeit zu Neu­ wahlen kommen werde. ────────── zwei Teilen angefertigt. Ter 'Rock und die dazugehörige Schleppe werden in Budapest in der Werkstätte des Landes-Hausindustrie Vereins, die Taille in der Werkstätte des PreßP burger Hausindustrie-Vereins angefertigt. Das Krönungskleid wird aus schwerer TuchesseiSeid« hergestellt, und über Und über mit schwe­ rer Goldstickerei bedeckt. Die Motive der StiLkersjen sind ungarisch, mit Blättern und Blu­ men im sogenannten Preßburger Stil ge­ schmückt. Das ganze Kleid ist in dem Stil eines alten ungarischen Festkleides für Frau­ en 'gehälten, das sich im Besitze der Fürsten-, samilie Esterhazy befindet. ────────── lang starrte sie hin, verständnislos, überrascht I und mit einemMale kam ihr jäh die Erinnere \ ung. Einen Schreckensruf ausstoßend, sprang | sie auf, eilte auf die leblose Gestalt zu und | kniete vor ihr nieder. ' I "Ist er tot — ist er tot?" schrie sie entI setzt, wie flehend. | "Nein — er ist nicht tot," antwortete I Graf Harald, der ihr gefolgt war und nun | neben ihr stand. "Es ist nur eine tiefe Ohns I macht nach dem starken Blutverlust. Der Mann | ist ohne Zweifel se!hr krank, und ich will soI fort nach Bernegg und einen Wagen holen, der ihn nach der nächsten Stadt ins Hospital transportiert,, das ist 'Pflicht, auch einem Schurken gegenüber. Armes Kind — wie muß dich sein Uebersall erschreckt und geängstigt I haben! Es war nur gut, daß ich noch recht| zeitig deine Hilferufe vernahm. Aber tote $ kamst du zu so früher Morgenstunde hierher? I — Nun, das erklärst du mir später — wir ! müssen uns- jetzt beeilen. Kannst du dich, eni> I schließen, so lange hier bei dem Fremden zu I bleiben, bis ich mit dem Wagen komme? Du I brauchst dich nicht zu 'fürchten, er kann dir I nichts anhaben." J : 1 (Fortsetzung folgt.) Diese Brutalität gab ihr mit einem Schla­ ge ähre Energie zurück und sie, die vor Auf­ regung, Schreck und Angst schon ihre Kräfte hatte schwinden fühlen, richtete sich jetzt stolz auf und befreite sich mit einem kräftigen Ruck bott seiner Hand. "Es gibt keine Gemeinschaft mehr zwischen mir und dir." "Ah!" Er brach in ein wüstes Gelächter ans. "Weißt du nicht, daß ich die Macht habe, dich zu zwingen — du? Sei froh, daß ich dich überhaupt ntidfji zurücknehme — na# dem du die Liebschaft mit dem! Grafen Bernegg hattest —" "Theodor!" fuhr sie auf, "ich verbiete bte — 1 ■ ' Er lachte dröhnend dazwischen. "Spiele Mafi nicht noch die Stolze, Reine, damit ist's vorbei, sage ich dir. — Du erinnerst dich wohl noch, was ich dir bei unserer letzten Zusammewknrrft in Berlin sagte: Solltest du dein Herz je einem anderen Manne zuwenden — unbar miherzig würde ich euch alle beide — nieder­ schießen. Sei ruhig — ich verzichte groß­ mütig darauf — mir liegt mehr daran, dich lebend zu besitzen. Und nun komm — sträube dich nicht Länger —" < Er ergriff sie am Arm, zog sie an sich und 'wollte sie küssen. Da kam ein markerschütternder Schrei von ihren Lippen. Sie stemmte sich t^ta! entgegen— sie fühlte ihre Kräfte erlahmen. »Hilfe — Hilfe!" schrie sie gellend auf. Schon begannen ihr die Sinne zu schwin­ den, schon legte sich ein blutiger Nebel vor ihre Augen, da vernahm sie eilende Schritte — sah einen Mann aus dem Walde stürzen — sie fühlte, daß Theodor sie mit einer Hand losließ, sah!, daß er in seine Rocktasche griff und etwas Blitzendes hervorzog. — Im näch­ sten Augenblick ein Knall — Pulverdamps — und dann sah und hörte sie nichts mehr. Eine tiefe Ohnmacht hielt sie umfangen. Als sie daraus erwachse, fand sie sich am Boden liegen, und nun blickte sie verstört um sich. Ihr Blick traf auf ein Gesicht, dasfich angstvoll forschend über sie beugte, ein liebes, bekanntes Gesicht. "Harald!" flüsterte sie. "Rose, Liebling - - Gott sei Tank — daß dir nichts geschahen ist." ~ Er nahm ihre Hand und zog sie an seine Lippen. Rose richtete sich mit seiner 'Hilfe ein wenig empor. Was war eigentlich mit ihr geschehen, und wo befand sie sich? Ta traf ihr Blick eine in einiger Entfer­ nung am Boden lietzende Gestalt. Sekunden- ────────── Niederbayerische Nachrichten. Pfarrkirchen, 16. Dez. (Scharfer Schuß auf einen Eisenbahnzug.! Auf einen BahUzug, der von hier nach Neumarkt a. Rott fuhr, wurde ein scharfer Schuß abgefeuert, wodurch! mehrere Fensterscheiben eines glücklicherweise unbesetzten Abteils des Personenwagens zer­ trümmert wurden. Teggrndorf, 17. Dez. (Finsinger Tage!.) Ans einem Felde zwischen Buchberg und Fin­ sing bei Metten, wo schon seit nahezu 100 Jahren der weithin bekannte Finsinger Tegel gewonnen wird, hat der Gütler Gegensurtner von Buchberg ein neues mächtiges Lager dieser sonst selten vorkommenden Erdart auf­ gedeckte Dieser feine Weiße Ton wird we­ gen seiner hohen Feuerbeständigkeit zum Aus­ kleiden der Schmelzöfen und zur Gußstahlfabrikation verwendet. Bor dem Krieg wurde er durch eine Stettiner Firma waggonweise zur Metallschmelzung nach Amerika verfrachtet. Krinning, 16. Tenz. (Ein Frechling.) Die Landjugend wird leider immer frecher. Ein lljah-riger Dienstbube, der wegen Zigaretten­ rauchens zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, kam dieser Tage in die Gerne kndekanzlei mit dem Ansuchen: "I möcht Fleijchjmjarken, weil i ins Einsperrn geh!." ────────── Der Vormarsch auf Braila. ────────── Vergebliche russische Angriffe bei Luck und Augustowka. — Oertliche Kämpfe im Ilztale. Die rumänischen Petroleumquellen im Betrieb. ────────── Eine Ehrung Volkes. f Berlin, 17. Dez. S. M. der Kaiser und König haben zu genehmigen geruht, daß die Jagdstaffel, »die von dem am 26. Oktober un­ besiegt gefallenen Hanptmann Bölke zuletzt geüHrt wurde, die Bezeichnung "Jagdstaffel Böl­ ke" erhält. gez. v. Stein. England unterstützt seine Bundesgenossen. Nach einer Radiomeldung drahtete Lloyd George an die russische, italienische und belgi­ sche Regierung, die britische Regierung gebe den Verbündeten die Versicherung, sie fei fest entschlossen, ihnen ihre unerschütterlichie Un­ terstützung zu geben und die Anstrengungen fortzusetzen, bis die vitalen Ziele und Ideale für die die Alliierten kämpften, erreicht seien. Sie französischen Blätter bringen die Rede Pokrowskis und sagen, Rußland befinde sich mit seinem unerschütterlichen Entschluß in völ­ ligem Einvernehmen tritt seinen Verbündeten. m . ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Ziffern der Kriegsopfer. Berlin, 18. Dez. Ein französischer Funkspxuch aus Lyon vom 12. ds. bringt un­ wahre Zahlen über die Verluste der beiden " Negner an der Somme, denen von vösiig zuverlässiger militärischer Seite folgende Zah­ len entgegengestellt werden: Der Gesamtverlust der Franzosen und Engländer seit Beginn des Krieges beträgt: Franzosen 3,8 Millionen Mann und Engländer 1,3 Millionen Mann, zusammen 5,1 Millionen Mann. In dieser aus sicherer Grundlage beruhenden Zahl sind die Verluste der braunen und schwarzen Franzosen und Engländer nicht einbegriffen. Der französisch-englische Gesamtverlust tn der Sommeschlacht belauft sich nach vorsichtiger Schätzung auf mindestens 800 000 Mann. Unsere Verluste bleiben erheblich unter einer halben Million zurück, wobei zu be­ denken ist, daß etwa 76 Prozent unserer Ver­ wundeten dank der vortrefflichen ärztlichen Pflege des hohen Standes der ärztlichen Wis­ senschaft in Deutschland in verhältnismäßig kurzer Zeit wieder zur Front abrücken. . (Z.) .Tor politische Borstoß bei Berdun. Genf, 17. Dez. Die Vermutung, daß ds sich bei betn französischen Vorstoß bei Ver­ dun um eine Unternehmung mit mehr politi­ schem als militärischem Ziel handelt, dazu be­ stimmt, die "Stellung der Friedensfreunde zu schwächen, wird durch folgenden Havaskommentar bestätigt: Die Armee von Verdun antwor­ tet wie eS sich, gehört, durch die Stimme der Geschütze, auf den verdächtigen Friedensvor­ schlag Deutschlands. Frankreich gibt durch die­ sen Erfolg den Beweis seiner Lebenskraft, seiner Energie und seiner Hilfsquellen, in einem Augenblick, wo der Gegner es auffordert, die Waffen niederzulegen. — An dem Angriff nahmen nach 70stündiger Artillerievorberei­ tung 5 Divisionen teil. (Z.> Portugiesische Truppen an der Westfront. Laut "Temps" soll tn nächster Zeit ein portugiesisches Expeditionskorps, bestehend aus zwei Divisionen an der französischen Front eintreffen. Als Kommandanten werden ge­ nannt Tamagnini de Abrero und Almeida Deca, früherer Gouverneur von Angola. Das immer noch unzureichende Kriegs­ material der Franzose«. Senator Humbert kündigt int "Journal" •eine .Interpellation wegen der immer noch unzureichenden Kriegsmaterialbestände in Frankreich an. Dieser Mangel, der nicht nur in Frankvesih allein, sondern bei allen Ver­ bündeten herrsche, habe zur Einstellung der Brussilowschen Offensive, zu betn schleppenden Tempo der Saloniki-Expedition, zur Preis­ gabe Rumäniens und zur Ergebnislosigkeit der Somme-Offensive geführt. T3-) Tie Stellung Briands unhaltbar. Der Lyoner "Republicaine" meldet aus Paris: In der letzten Kammersitzung erschien Briand sichtlich erkraükt. Er erklärte, er wosie nicht mÄhr im Dunkel verweilen, denn er wün­ sche, daß alles sich im Sonnensijcht abspiele, damit das Volk wisse, welchen Angriffen er ausgesetzt sei. 250 Abgeordnete feien mit Miß­ trauen gegen die jetzige Regierung erfüflt. Rach Anficht hier weilender französischer Po­ litiker beweist dies, daß die Stellung Briands unhaltbar ist. (S-) : Beseitigung der politischen Zensur in Frankreich. Dem "Matin" zufolge hat die französische Regierung beschlossen, die politische Zensur zu beseitigen. (Z ) > ────────── Herabsetzung der Nahrungsrationeen im italienischen Heer. j . Von der italienischen Grenze vwird ge­ meldet: Unter den in der italienischen t Kammer eingebrachten Interpellationen erreggte dieje­ nige des Abg. Bersi großes Aussehens, die die Anfrage enthält, warum General Caddorna die Kaffee-, Brot- und Weinrationen der Soldaten herabgesetzt lhabe. Diese Maßnahme^, so sagt die Interpellation weiter, hätte nichtt erfolgen dürfen, sondern man hätte, um der ^Knappheit dieser Lebensmittel im Heere abzuhhelfen, zu einer zwangsweisen Einschränkung dess Privat­ verbrauches greifen sollen. (Z.) Der Krieg mit Italien. ────────── Bayerische Nachrichten. Grubenunglück in Penzberg. Am Samstag morgens ereignete sich bei der Einfahrt der 'Morgenschicht in die Grube in Penzberg e*ne heftige Schlagwetterexplosion, wobei 35Bergleute zumteil schwer verletzt wurden. Die Ex­ plosion entstand dadurch, daß mehrere Leute mir offener Lampe einfuhren. 17 Kisten "Obstkonserven" gab der Metz­ germeister Friedr. Jmmierhäuser aus Ludwigs­ hasen aus dem Bahnhöfe Heidingsfeld nach Frankfurt a. M. ohne Genehmigung des Kommunalverbandes Würzburg aus. Tie Kisten wurden geöffnet und die "Obstkonserven" hat­ ten sich in 2356 Pfund Dauerwurst verwandelt, die Jmmerhäuser durch einen Lebenslmjittel^ agenten hatte auskaufen lassen. Tie Würste wurden beschlagnahmt und in Würzburg um 2650 Mark verkauft, welcher Betrag eingezosgen wurde. Außerdem erhielt Jmmhrhäuser einen Strafbefehl auf 14 Tage Gefängnis, Auf seinen Einspruch hin erhielt er 300 Mar? Geldstrafe. Die 2650 Mark aber bleiben ein­ gezogen. ────────── Niederbayerische Helden. Nach Erstürmung des Panzerwerkes Th', sollte am 23. Juni 1916 die 11. Komp. 10. Jnlf.-Rgts. neben andern Truppenteilen auf einem anschließenden Höhenrücken die rechte Flanke der Gefechtsfront sichern, hatte jedoch in ihrer wie ein Keil gegen die französische Linie vorgetriebenen Stellung am gleichen u. folgenden Tage durch mörderisches Feuer jichcher zu leiden, weshalb man sie pm Teil nach links zog, um sich in den Trümmern eines Jnsfanteriewerkes und den nächsten GranatlÜlöchern einzunisten. Als aber am Morgen des 25. nach gauenvollem Trommelfeuer eine' breite französische Schützenlinie von beiläufiger Stär­ ke eines Bataillons in der rechten Flanke vor­ ging, hinter unserer eigenen Stellung einStück des Höhenrandes besetzte und dadurch bie Ver­ bindung der Kompagnie mit betof Zwischen­ werke wie mit den anschließenden Kampfgrup­ pen abschnitt, boten V.izefeldwebal der Res. u. Offizjeraspirant 'Josef Simeth"' arls Kirchberg, B. A.. Vfishofen, Hilfslehrer zu Straubing, und Unteroffizier Friedrich Walter, ein Hafner von Weißrnburg i. B., alles auf, um die in ihrer Widerstandskraft merkllich erschütterte Mannschaft zusammenzuhalten und zum Ausharren in dieser äußerst schwier iLage zu bewegen. Da «tttf den kurz nachher einitoefjenben Befehl zum Losbrechen die Deute nur vereinzelt vorgingen, an ihrer Spitze Ge­ freiter Josef Müder von' Schafhill, B. A. Beiingries, Dienstknecht aus Oberhaunstadt, u. ,3Infanterist Ludwig Schwaiger, Schneider zu Haunwöhr, B. A. Ingolstadt, riß Simeth! in Erkenntnis der bedenklichen Lage mit raschem Entschlüsse durch Isein eigenes heldenmütiges Vorbild die gesamte Besatzung des zerschossfenen Werkes und der nebenan befindlichen Granattrichter Mit sich fort, überrannte den intf yUnchen Augenblick anstürmenden Gegner, brach nach kurzem, aber erbittertem Nahkampfe in den für Wiederherstellung der Verbindung höchst bedeutungsvollen Abschnitt ein undmachfte einen Haufen Angreifer, darunter mehrere Offiziere zu'Gefangenen. So wurde durch den wuchtig gelführten Gegenstoß Simeths die erst jüngst mit Mutigen Opfern den Franzosen ent­ rissene, überaus wichtige Stellung behauptet. Nicht zufrieden damit, ließ Simeth vielen Schwerverwundeten durch Sorge für Verband und Wegführung seine Hilfe stngedeihen, wie er auch seinem Kompagnieführer, als ein fran­ zösischer Korporal auf thue anschlug, recht­ zeitig 'beisprang und den Gegner niederschmet­ terte. Unteroffizier Walter überschüttete beim iWurme auf das Jnfanteriewerk bei Th. mit seinem Halbzuge den dichtbesetzten Graben, wo­ raus ihm noch heftiges Gewehrfeuer entgetgenschlug, mit einem solches Hagel vonHandgranaten, daß die Besatzung eiligst die Waf­ fen streckte. AIs bei der Abführung ein fran­ zösischer Offizier zu entfliehen versuchte und duxch fein Beispiel die übrigen Gegangenen zum Widerstände anreizte, brachte sieWalter mit vorgehaltenem Bajonett rasch wieder zur Vernunft. Gefreiter Binder säuberte mit sei­ ner Gruppe einen hartnäckig verteidigten, trotz des vorherigen Trommelfeuers noch wenig be­ schädigten Graben rückwärts des Werkes DH. und führte sodann seine Leute in die angewie­ sene Stellung zurück, indem er ein die Flanke bestreichendes Maschinengewehr solange mit Handgranaten belegte, bis die Mannschaft über das freie Feld weg die Deckung erreichte. Da bei dem nachherigen französischen Angriffe von der B.-Schlucht her das ganze Gelände zwischen dem Panzerwerk Th. und 1)er Stellung der Kompagnie unter feindlichem Geschützseuer und Maschinengewehrfeuer lag, forderte Vizefeld!webel Simeth! durch Leuchtpatronen die eigene Artillerie zum Sperrfeuer auf, und als sich der Vorrat an diesem Verständigungsmittel unzureichend erwies, holte Schwaiger aus freien Stücken mitten durch den Geschoßhagel vom Regimentsstabe iM Werke Dh>. weiteren Bedarf so rasch herbei, daß das nunmehrSchlaA aus Schlag einsehende Sperrfeuer im Vereine mit dem Feuer der KoMtpagnie den französi­ schen Angxiff noch im Keime ersticken konnte. Dex schon viel bewährte, bereits mit dem Ei­ sernen Kreuze und dem Militärverdienstkrenz ausgezeichnete Vizefeldwebel Simeth! und Ge­ freiter Binder erhielten für ihre hervorrpt genden Leistungen die Goldene, Unteroffizier Walter, ebenfalls Inhaber des Eisernen Kreu­ zes, und Infanterist Schwaiger die Silberne Medaille. ────────── Hatte. war. tote uns mitgeteilt würde , an seine frühere Arbeitsstelle in Oberköllnbach gegan­ gen, um nachzufragen, ob er dort nicht wieder Beschäftigung finden könne. Dia dies nicht der Fall war, wurde er im Einbernehmen mit dem Gefangenenlager durch einen Wach­ mann abgeholt uned ins Lager zurückbeför-' ’ödrt. —* Das Anwesen Leukstratze 11, bisher im 'Besitze der Frau Privatiere Magdalena Kohlbeck in Gündlkofen ging um den Preis bon 11000 Mark in den Besitz des Herrn Fi­ schermeisters Ignaz Sellmeier über. —* Zur Goldsammlung ist ein neuer kunstvoll ausgestalteter Anschlag erschienen, der die Worte trügt: "Gold gab ich zur Wehr, Eisen nahm ich, zur Ehr". Möge der Anschlag seinen Zweck, der Goldsammlung ttnbter neuen Zuspruch zu bringen, erfüllen. —* Seinen Wochenlohn verloren (28 Mark) hat ein hiesiger Hausmeister am Samstag. Obwohl auf dem Lohnkouvert die Firma aufgedruckt ist. hat sich ein Finder bis setzt nicht gemeldet. —* Verloren hat gestern eine Lehrers­ frau der Umgebung ihre schwarzgehückelteHand-' lasche mit 55—60 Mark Inhalt. Außerdem verlor eine hiesigeTaglöhnerssrau ihre schwar­ te Tuchtasche mit einer auf 10 Mark lautenden Postanweisung. In beiden Fällen wurde das verlorene Geld und Geldwert nicht zur Ablie­ ferung gebracht. 1 —* Ein Hufbeschlagkurs von 4 Mo-' netten Dauer soll bei genügender Beteiligung anfangs Januar 1917 an der K. Hufbeschlag­ schule hier beginnen. Bewerbungen sind an den Vorstand der Schule M richten mit dem Nachweis einer Beschäftigung als Geselle im Hufbeschlag während eines Zeitraumes von 2einhalb Jahren oder als Beschlagschmied wäh­ rend der Militärdienstzeit. —* WeiHU achtsfeiern finden noch am Mittwoch im Garnisonslazarett, am Donners­ tag in der Kinderbewahvanstalt l. d. I., am Freitag im Exerzierhüus und am Sajmstag im Solanush'aus statt. —* Eine Weihnachtsfe ier veranstal­ tete am Sonntag nachmittags im' dicht besetzten Rathausprunksaale die Landshuter Liederta­ fel zu Ehren der hier weilenden verwundeten Krieger. Die Aktivitas des Vereins, der Da­ mengesangverein und als SolokrZste Frau Fanny Lehuer-Landshut (Sopran) und Franz Geßner-München (Baryton) brachten unter der Leitung des Herrn Ghvrmeisters Hans Lehlner ein stimmungsvolles Programw zum Vor­ trage. Die Liedertafel eröffnete den Reigen mit zwei Münnerchören, von denen der viel­ gestaltige Hegarsche Chor "In den Alpen" be­ sonders hervorgehoben zu werden verdient, da er einen Prüfstein für Säuger und Drigenten b ildet und den besten Beweis der vortreff­ lichen Schulung des Gesangskörpers und der zielsicheren Leitung erbrachte. Herr Hofopern­ sänger Geßner, der den musikliebenden Bewohlnern unserer Stadt nicht mehr fremd ist. er­ freute mit drei Liedern, denen er als Dank für den reichen Beifall noch ein viertes beigab. Ter Damengesangverein brachte hieraus die "Totenfeier" und "Wiegenlied in der heiligen Nacht" von Markus Koch tzu abgeglichenem Vor­ trag. Der Komponist, der selbst am Flügel saß und eine anschmiegende, meisterhafte Beglei­ tung schuf, konnte von den begeisterten Zrchörern stürmischen Applaus ernten. Beide Lieder geben Zeugnis, daß der Komponist nicht nur den Lehren der' Harmonie folgend, sondern , aus dem Herzen schuf. Vor allem ist es die entzückende Tonsärbung des Weihnachtszauber atmenden Wiegenliedes, das die Hörer mit Recht begeisterte. Vor Beginn der Pause hielt der Vorstand der Tafel, Herr k. Regierungsrat Dr. Hundemer eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß wir uns anschicken, das 3. Weihs­ nachten im Kriege zu feiern, das zwar durch die Friedensbotschaft unseres Kaisers erhellt ist. aber noch kein Ende des Krieges ersehen läßt, da es den Anschein hat, als ob Haß und Neid die Oberhand behalten sollten. Er dankte sodann allen Kriegern, die für unser Vaterland ihr Blut vergossen haben. Ihnen gilt vor allem der Dank des Vaterlandes. Das Lied "Deutschland. Deutschland über alles", das ste!hend von allen Teilnehmern gesungen wurde, hüllte durch den Raum. Hierauf wur­ den die anwesenden Verwundeten durch weißgekleidete Mädchen mit Weihnachtsgaben be­ schenkt. Den zweiten Teil des Programms eröffneten die beiden Soloträger. Der klang, vollen sympathischen Stimme und warmblüti­ gen Vortragskunst des Baritonistem Herrn Hofiopernsünger Gehner gesellte sich ider wohllau­ tende, frische und herzerquickende Sopran der Frau Fanny Lehner hinzu. Der' hingebende, i sinngemäß gesteigerte Ausdruck, die warme und ' bewußte Tongebung läßt, an früheren Leistun' gen gemessen, die vorzügliche Schulte ahnen, aus > der die Sängerin hervorgegangen!. Frei und ' leicht ist der Ton, sinnig und inmig der Vor­ trag und der brausende Beifall, den Sängerin ; und Sänger ernten konnten, reich verdient. Was wir vermißten, war der sonst: für Sänger­ innen übliche Blumenstrauß, der schon oft für weniger künstlerische Leistungen gegeben wur­ de. Nach zwei Liedern für gemischten Chor kam als Schluß Podbertskys 'Chorwerk "Die tausendjährige Linde" für Solis und Männer­ chöre zum Vortrage, das vor allem durch seinen . Inhalt, der Szenen aus Deutschlands Vergan­ genheit nach, Karl Stielers Dichtung "Unter der Linde" bringt, reges Interesse bietet. Auch t hier konnten beide Solisten ihre Kunst er­ proben und sie haben die Probe voll bestanden. Die Liedertafel und der ihr eng verbundene Damengesangverein können wieder auf eine wohlgelungene Veranstaltung zurückblicken, die t vor allem Kunde davon gibt, daß auch in j dieser ernsten Zeit in ihnen die Pflege des Ge­ sanges in guten Händen ruht. — Im Waisen Haussaal veranstaltete gestern abends der Frauenwallsahrtsverein den verwundeten Kriegern des städt. Krankenhauses eine sinnige Weihnachtsfeier. Ein Begrüß» ungsprolog leitete die Feier ein.. Hieraus ge­ langte das Singspiel "Donauflutten" zur Auf­ führung, zu dem Herr Malernneister Wein-! giert eine stilvolle Bühuenszenerrie schuf. Aus den Fluten, auf denen ihre Kinder in KähUen schaukelten, sprach Mutter Donau. Die zahl­ reichen Zwischenchjöre leitete Harr Chvrdirektor Graßl. Hierauf folgte ein reizendes Kinder­ duett, dem sich, das zweite Singspiel "Der Kin­ der Weihnachtssest" würdig anreihte. Sodann ergriff Herr Geistl. Rat Dr. Eirainer das Wort und wies auf die Bedeutung dies Festes hin. Seine Rede schloß mit dem Wunsche, daß den Völkern bald der Friede zuteil werden möge. Einer der Verwundeten dankte in kernigen Worten den Veranstaltern der Feier, vor allem Frau Baumeister Wagner, der Worstandsdame des Vereins, ferner Herrn Dr. Amann für die treffliche ärztliche Behandlung und der Oberin, wie den Schwestern des Krankenhauses für die liebevolle Aufnahme und Behandlung,Zum Schlüsse wurden an die Verwundeten die ih­ nen zugedachten Weihnachtsspenden verteilt. ────────── 44. Sitzung des Stadtmagistrats Landshut vom 16. Dezember 1916. Vorsitzender: Herr RechtSrcat Ambros. Die Beschlüsse der letzüen Sitzung des Kollegiums der Gemeindebeoollmiiächtigten wur­ den zur Kenntnis genommen. Eine Reklamelaterme will Herr Lettner am Hause Neustadt 494 anbringen. Wird genehmigt. Eine Beleuchtung kann aber nach der neuen Lichtverordnung nicht erfolgen, weshalb auch, die Installierung, einer Beleuchtungsguelle unterbleibt. I Die Wixtschastskonzession zum l pachtweise:! Betriebe der Gasttwirtschast zum Ainmillerkeller wird der Gastwirtswitwe Frau Anna Münsterer erteilt. Staatsgebühr 30 Mk.» Beschlußgebühr 15 Mk. r ────────── Landgericht Landshut. (Sitzung vom Freitag, den 15. Dezember.) ; Verurteilt wurden: t Die Dienstmagd Maria Triebswetter dorr KÄheim wegen Diebstahls im Rückfall zu U Monaten Gefängnis. Der Viehihändler Michael Häuserer von Freising wegen Vergehens gegen die Bundes­ ratsverordnung in Bezug auf den Verkehr mit Melh! zu 200 Mark Geldstrafe oder 20 Tagen Gefängnis. Vom Schöffengericht war er freigesprochen. Verworfen wurde die Berufung des Bau­ ers Josef Kurz von Neumarkt a. Rvtt wegen Preistreiberei in Bezug auf die Milchpreise. Uvteil 100 Mark Geldstrafe oder 20 Tage Ge­ fängnis. ────────── Fehler, daß sie nur mit Anwendung der schärfsten Mittel zum Antritt ihres neuen Berufes zu bewegen find, sondern sie scheinen auch, wie man aus vielfachen Beschwerden der Militärbehörde entnehmen kann, beim Exerzieren nicht gerade hervorragende soldatische Talente zu entwickeln. So erzählt der Daily Chronicle von einem alten lnnggedienten Unterosfizier, den die Rekruten durch ihre Ungeschicklichkeit und das nicht gerade hohe Maß ihres guten Willens zur Verzweiflung brachten. Er versuchte es auf sanfte Weise, er brüllte und fluchte, aber — ob die Rekruten nun nicht wollten oder nicht konnten — es schien ganz unmöglich, ihnen die Geheimnisse des soldatischen Drills beizubringen. Schließlich, als der ermattete Unteroffizier sich keine Hilfe mehr wußte, sammelte er seine Mannschaften um sich und verkündete, daß er ihnen eine kleine Geschichte erzählen wolle: .Als ich noch ein kleiner Junge war," sagte er, «hatte ich eine Schachtel mit Holzsoldaten. Eines Tages aber verlor ich sie, und da sie trotz allen Suchens unauffindbar blieben, weinte ich bitterlich. Meine Eltern aber trösteten mich, indem sie mir versicherten, daß ich die hölzernen Soldaten ganz bestimmt eines Tages wiederfinden werde. Und nun ist das Wunder Wahrheit geworden — hier stehe ich nach 40 Jahren wirklich vor den wiederge­ fundenen verdammten Holzsoldaten!" Die Verlegenheit der französischen Parfüm-Jndusirie. Zu dem andauernden Geschrei, daß die französische .Preffe zugunsten der Unabhängigkeit der Industrie Frankreichs von deutschen Erzeugnissen unterhält, stehen die Tatsachen, die sich in Frankreichs Kriegswirtschaft andauernd mehren in sehr fühlbarem und krassem Widerspruch. So ist wieder eine französische Industrie durch die Unterbinduug deutscher Einfuhr in, arge Verlegenheit geraten, nämlich die Parfüm-Industrie, die stets sozusagen als eine ncktionale Erscheinung betrachtet wurde. Auch bei uns war es Mode, nur die sog. "Pariser Parfüms" für gut zu halten, trotzdem viele derselben in Deutschland hergestellt, nach Frankreich geschickt und dann von Frankreich versteuert wieder als "echt französische Produkte" nach Deutschland eingeführt worden waren. Zumindest waren, wie die Umschau bemerkt, die geschmackvollen Glasverpackungen fast stets deutschen Ursprunges. Und so ist es auch der Mangel an diesen Verpackun­ gen, der die französische Parfüm-Industrie gegenwärtg in so arge Verlegenheit gebracht hat. Jetzt zeigt sich vollends, in welch außerordentlich hohem Maße der französische Glasmarkt von der Einfuhr aus Deutschland und Böhmen abhängig war. Trotz vieler Bemühungen seit Kriegsbeginn und trotz der Behaup­ tungen der französischen Preße, daß dies auch gelungen sei, spricht der Glasmangel in der Parfüm-Industrie sehr deutlich für das Gegenteil. Darum wird wohl bald das französische Parfüm in Holzgefäßen oder gar in alten Medizinflascheu verkauft werden müssen. ────────── Letzte Posten. befürchtet, daß er im wahren Sinne auch der französischen und englischen Regierung spricht, wenn er als Ziel das ihnen allen am Herzen liege, die Vernichtung-des Feindes bezeichnet. Rach einer Andeutung der Northeliffe-'Sonntagsblätter wird Lloyd George am Dienstag ' einfach bis auf die militärische Und vhirtschäft-! liche Vernichtung DeutMands'hinauslaufen­ den Bedingungen der Entente grob skizzieren und Deutschland dann sagen, es könne Frie­ den hüben, sobald es bereit fei, sich Huen zu unterwerfen. ; : ' Tas deutsche Friedensangebot in Japan. > H Madrid, 18. Dez. Aus Portugal kommen' bedrohliche Meldungen . Anläßlich der Absen­ dung von Truppen nach Frankreich sei ein Auf­ stand ausgebrochen. Spanische Züge wurden an der Grenze aufgehalten. Das Gerücht läuft um, ein Mnister und der englische Bot­ schafter wären angegriffen und verletzt wor­ den, der erstere soll sogar getötet worden sein. Die Bewaffnung der Handelsschiffe. H aa g, 18. Dez. Die Yorkfhire Post h!ört aus Washington bezüglich des britischen Vor­ schlages, alle Handelsschiffe so WneN als möglich auch für den Angriff zu bewaffnen, die amerikanische Regierung würde solche Schiffe wahrsch^rnlW nicht ausschließen, über auch nicht protestieren, wenn das deutschjeMarineamt mit beritf Befehl antworten würde, sol­ che Schiffe als Kriegsschjiffe zu behandeln. Wei­ ter wird berichtet, die Nachricht dom Auftau­ chen eines bewaffneten deuffchen SWffes im Atlanischen Ozean habe die amerikanischenSeeversicherer sofort Meiner Verdoppelung der Prämie auf 5 Prozent bestimmt. Versenkt. Der englische Schooner "Constance" ist durch ein Unterseeboot versenkt worden, die Mannschaft ist gerettet. > Gesunken. Der dänische Dampfer "Michael Onischpkoff" ist gesunken. (2118 Tonnen). Italien ptt Frieden. Berlin, 19. Dez. Zur Friedensbesprech­ ung in Italien wird von verschiedenen Blättern festgestellt, daß, kein Redner im Parlament sich für unbedingte Ablehnung des'Deutschen Friedensangebotes aussprach. Die heute von Sonnino abzugebende Erklärung wird allge­ mein mit Spannung erwartet. Geschäftstätigkeit im Vatikan. Der Secolo läßt sich, aus Rvm melden: Aus' dem Vatikan dringen keine Nachrichten an die Oeffen'tlichkeit und man erfahre nichts über das Friedensangebot Deutschlands. Mer es wird eine große Bewegung gemeldet. Dev Pätzst und sein Sekretär würden von hohen Persönlichkeiten Und Kardinälen besucht, da­ runter von Kardinal Scapinelli, dem Exnun­ tius von Wien Und von den Erzbischöfen von Weftminster und München. Auch die Gesand­ ten von England, Belgien und Spanien hätten dem Papste Besuche abgestattet. A« Pokrowskys Tumarede . Haag, 18. Denz. Die Rede Pokrowskys in der Duma macht hier in ihrer offiziellen russischen Fässung womöglich einen noch schlech­ teren Eindruck als in der Reutermeldung. Man ────────── Literarisches. K*iegsziele und Friedensziele von G. Frobenins, Oberstleutnant a. D. (Verlag Karl Curtms Berlin W 35 Doifflingerstr. 20, Preis 1 Mk. In diesem Buche erläutert der Verfasser die Kriegsziele aller unserer Gegner in eingehender Weise um schließlich die dritte Kriegs- und Friedensziele in markannten Umrissen anzudeuten. Er kommt zu dem Schluffe daß unser wichtigstes Kriegsziel die Nieder­ ringens Englands ist. Gesetz über eine» Warenumsatzstempel vom Ü6. Juni 1916, mit Einleitung. Erläuter­ ungen, den Ausführungsbeftimmungen des Bundes­ rates, einem Anhang und Sachregister. Herausge­ geben von Dr. Heinrich Rheinstrom. München. C.H. Reck. Preis 2.20 M. mit Nachtrag. Der auf dem steucrrechtlichem Gebiete rühmlichst bekannte Verfasser hat in der kleinen roten Beck'schen Sammlung etne Ausgabe gebracht, die auf die Bedürfnisse der Praxis besondere Rücksicht nimmt. Die Erläuterungen des teilweise recht komplizierten Gesetzes sind in der Form knapp, inhaltlich erschöpfend, die Beispiele gut gewählt. Bayerische Jahrbuch ist mit seinen iur München und Nürnberg-Fürlh bestimmten Sonder­ ausgaben, dem Münchener Jahrbuch und dem Nürnberg-Fürther Jahrbuch auch im dritten Kriegsjahr für 1917 pünktlich erschienen. Zum 30. Male tritt damit das beliebte Auskunfts- und Nachschlagebuch an die Oeffentlichkeit, das sich in ganz Bayern, in den Schreib­ stuben der Behörden und Geschäfte wie im Hause des Privatmannes eingebürgert hat. In seinem äußerst reichhaltigen Inhalt trägt der vorliegende Jahrgang wie seine Vorgänger den Forderungen der gegenwärtigen Zeitlage in ausgiebigem Maße Rechnung^ Alle wichtigen Neuerungen auf dem Gebiete des staatsbürgerlichenLebens habenBerückfichtigung gefunden. Trotz des Krieges hat das Buch seinen seitherigen Umfang behalten, während sein Inhalt weiter aus­ gestattet worden ist. Der Preis des Werkes, das in allen Buchhandlungen und Schreibwarengeschäften sowie beim Verlag Carl Gerber in München erhältlich tst, beträgt Mk. 2.— in Halbleinen gebunden undMk. 2.50 in Ganzleinen gebunden; seine mäßige Erhöhung, die eine Folge des Krieges mit seiner gewaltigen Steigerung der Papierpreise ist. war in diesem Jahre nicht mehr zu umgehen, wenn keine starke Kürzung des Werkes hätte eintreten sollen. Angesichts der Fülle und des Wertes seines Inhalts ist aber das Buch auch bei seinem jetzigen Preise ohne Zweifel als überaus preiswert zu bezeichnen. Kriegs- und Friedenskalender für de» deutschen Feldsoldaten, Bürger und Landmann auf das Jahr 1»17. Heraus­ gegeben von A n t o n F e n d r i ch. Mit farbigem Vollbild und Zeichnungen von Fritz Bergen und Willy Planck. Preis 50 Pfg. Stuttgart, Franckh'sche Verlagshandlung. Velhagen 8t Klafings Monatshefte bieten in ihrem Dezemberhefte wieder einen überaus abwechselungsreichen und anziehenden Lesestoff.. Graf Julius Andrasih läßt in der unga­ rischen Zeitschrift "Das Junge Europa" Herausgeber Dr. Elemer Halmay Berlin W 30 Neue Winterfeldlstrasse 47. Einzelheit 1 Mark), die seit einiger Zeit in deutscher Sprache herausgegeben wird, einen Aufsatz ericheinen: DerEinfluß der inneren Politik Ungarns auf die auswärtige Politik der Monarchie. In dieser höchst beachtenswerten Kundgebung wird u. a. dargetan, welchen Anteil die ungarische Politik an den Entwick­ lungen genommen hat, die zur Gründung des Deutschen Reiches führten. Auch der übrige Inhalt des starken Heftes bietet viele lesenswerte Aufsätze bekannter Politiker der verbündeten Reiche. Winter im Baherifchen Hochland 1916/17 Der vom Fremdenverkehrsverein München (Hauptbahnhof) seit Jahren ausgegebene Wegweiser durch die Winterplätze des Bayerischen Hochlands ist pünktlich auch für den Winter 1916/17 erschienen und ist kostenlos (gegeu 10 Pfg. Portoersatz) sowohl vom Münchener Fremdenverkehrs­ verein als auch durch alle deutschen Verkehrsbüros zu beziehen. "Das Land." Zeitschrift für die sozialen und volkstümlichen Angelegenheiten der Landbevölkerung. Organ für die gesamte ländliche Wohlfahrtspflege. Herausgegeben von Prof. H. S o h n r e y. Vierteljährlip M. 1. 50. (Verlag Trowisch u. Sofe Berlin SW 48. Wilhelmstrasfe 29, Der feldgraue Weihnachtsmann. Eine Liebesgabe für unsere Truppen. Der Verlag des Deutschen Offizierblattes ist dazu geschritten, eigens fürunsereFeldgrauendie überaus gelungene ReihefeldgrauerWeihnachtspostkarten "Der feldgraue Weihnachtsmann" schaffen zu lassen. In einer Reihe von 6 in feinstem Mehrfarbendruck ausgeführten Karten gibt der Künstler hier überaus nette Weihnachtsszenen. Die Karten sind in jeder Buch- und Schreibwarenhandlung zu haben, evtl, auch vom Verlage des Deutschen Offizierblattes, Oldenburg i. Gr. Zeppeline über England von *** Eine lebensvolle und von der ersten bis zur letzten Zeile unvergleichlich spannende Schilderung der Talen unserer Luftflotte. Das neueste Ullstein-Krieqsbuch Preis 1 Mark. "Neue Jüdische Monatshefte" Seit 1. Oktober ds. Js. erscheint unter Mitwirkung von Geh. Reg. Rat Professor Dr. Hermann Cohen, Alexander Eliasberg, Dr. Adolf Friedemann, Geh. Justizrat Dr. @. Fuchs, Dr. Franz Oppenheimer. Eine neue jüdisch-politische Halbmonatsschrift "Neue Jüdische Monatshefte". Die Zeitschrift wird versuchen der jüdischen und der breiten nichijüdischen Oeffent­ lichkeit Mitteleuropas sachverständiges und objektives Materials über alle jüdischen Probleme in Ost und West zu vermitteln.