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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-12-20"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 345</biblScope>
          <date when="1916-12-20">1916-12-20</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>gen über die Teilnahme des Papstes an den Friedensbestrebungen sind sehr verschieden. Es liege eben noch keine offizielleAeußerung bor und die vorhandenen Meldungen sind aus sehr zweifelhafter »Quelle. Jedenfalls sind die Hoffnungen aus einen baldigen Frieden sehr gering, denn, wenn die Ententeminister sich jetzt auch anscheinend zu der Auffassung durchs gerungen haben, daß eine glatte Ablehnung des Friedensangebotes sie ungeheuer "schwer dvr ihren Völkern belasten würde, so sind doch die aufgehetzten Völker der Entente noch Nicht in der Lage, die Situation aus denKriegs-, schauplätzen wirklich vorurteilsfrei zu betrachiten. Damit aber haben die Diplomaten noch jimmer das Heft in der Hand und ihr Wille ist aus Deutschlands Vernichtung gerichtet. Es ist daher kaum anzunehmen, daß, sie heute schon einsehen, daß ihnen hierzu die Macht fehlt. Es dürfte somit eine ErWirung der Entente zur Friedensnote erfolgen, die zwar das Angebot des Vierbundes nicht direkt ab­ lehnt, aber noch, viel weiter von einer Annah­ me entfernt ist. Lloyd George spricht. ' London, 18. Dez. (Unterhaus.) Die Rede Lloyd Georges wurde im Unterhaus mit allergrößtem Interesse erwartet. Das Haus war gedrängt voll. Der Premierminister wur­ de, als er sich erhob, mit lautem Beifall em­ pfangen. Er sagte: "Unsere Antwort auf die deutschen Vorschläge wird, im Falle Einvernehlmens mit unseren Verbündeten, gegeben. Jeder, der den Krieg leichtfertig verlängern woll-, ie, würde die Schuld für dieses Verbrechen aus seine Echte laden. Aber Jeder, der den Kampf aufgäbe, ohne daß das Ziel erreicht Märe, würde persönlich die Schuld dafür über* nehmen. Die Annahme der Vorschläge des deutschen Reichskanzlers würde bedeuten, daß wir unsere Köpfe in eine Schlinge stecken wür­ den. Ohne Genugtuung (wörtlich Retaration) ist ein Friede unmöglich. I Sonnino über den Frieden. Der italienische Minister Sonninb Welt in der Kammer folgende Rede: "Es sind keine bestimmten Vorschläge vor­ handen, außer dem allgemeinen Vorschläge, die Friedensverhandlungen zu eröffnen. Wenn darüber hinaus Vorschläge gemacht worden wä­ ren, dann würden wir erwägen, was dementstechend zu tun wäre. Es wäre nicht prak­ tisch und auch nicht ernsthaft, heute darüber Er­ örterungen zu pflegen. Uebrigens wird kein Verbündeter eine Bedingung in Erwägung! zie!hen können, die ihm in einer für ihn allein bestimmten Form angeboten worden wäre. Im öffentlichen Interesse und aus Grund der den verbündeten Regierungen schuldigen Rücksich­ ten kann ich. Ihnen nichts mitteilen, was sich! auf den Inhalt der Antwort bezieht, die wir auf diesen Schritt der vier feindlichenMächite erteilen werden. Die Antwort wird veröf­ fentlicht, sobald darüber ein Einvernehmen ge­ troffen worden ist. Wir alle wünschen sehnsüchtig, den Frie­ den und zwar einen dauerhaften Frieden, aber wir se!hen als einen dauerhaften Frieden eine festgelegte Regelung an, deren Dauer _ nicht von der Festigkeit der Ketten abhängt, die ge­ schmiedet sein könnten, ufrt sie einem oder dem anderen Volke anzulegen,sondern von et» nein gerechten Gleichgewicht zwischen denStaaten, von der Achtung des Grundsatzes der Nationalitäten. vom Völkerrecht und den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Zivili­ sation. Wir streben in keiner Weift nach, irgend einer internationalen Regelung der Untersuch­ ung oder Vorherrschaft oder einer Regelung, die eine Vernichtung von Völkern oder Na­ tionen bedingt. Angesichts eines ernsthaften Vorschlages für bestimmte Grundlagen, von Verhandlungen, die den oben dargelegten For­ derungen der Gerechtigkeit und Zivilisation Genüge tun könnten, würde sich niemand von vornherein weigern, darüber zu verhandeln. Aber b is jetzt zeigt auch nichts im entferntesten, daß diese Bedingungen int gegenwärtigenFalle sich verwirklichen; es sind sogar sehr viele Dinge vorhanden, die aus ein Gegenteil hintnetfen. Der Papst und das deutsche Friedensan­ gebot. Amsterdam, 19. Dez. Dail hNews will von angeblich, verlässiger Quelle aus Rom wissen, der Papst sei entschlossen weder zu intervenieren noch die Annahme des Friedens­ angebotes der Mittelmächte zu befürworten, weil er fürchte, eine etwaige Ablehnung durch die Entente würde seiner Einmischung zuge­ schrieben werden.</p>
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          <p>Kronprinz-Lichtspiele Lichtspielhaus I. Ranges. Botel Kronprinz. 0 Spielplan vom 20. bis 22. Dezember t i Mittwoch, Donnerstag uud Freitag. ▼ DDO ▼ Die Versuchung. Amerika«tsches Schauspiel 1« 1 Akt. Hub bnd) ber Sitte ®«tfe(|fie(! Ei« spannendes Gesellschaftsdrama in 4 Akte«. Ei« heiteres Spiel t« 2 Akte« 2x3 = 3 fftftftt Valencia! Schöne Ausnahmen aus der alten Hauptstadt des früheren Königreichs Valencia, der drittgrößten Stadt Spaniens. Kinematographischer Wochenbericht m. Anfn. vom Kriegsschauplatz. Hänschens Traum! ettt Kinderspiel in 1 Akt« 2652</p>
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          <p>Vorrücken gegen die untere Donau.</p>
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          <p>Die Kämpfe vor Verdun. — Ein englischer Transportdampfer versenkt. — Lloyd George spricht.</p>
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          <p>! Im Westen wurden bei Reims französische Angriffe abgeschlagen. In den Kümpfen tot Verdun blieb die Heißumstrittene Chambre ttesserme, nachdem sie zweimal den Besitzer ge­ wechselt hatte, in den Händen der Franzosen. An allen anderen Stellen wurden sie abge­ wiesen. Im Osten kam es nur zu Arttlleriekäimipsen. In den Waldkarpathen flaute die Entlast­ ungsoffensive der Russen ab. Nur an der Valeputnastraße griff ein russisches Bataillon vergeblich an. In Rumänien rücken die Unsern im Ver­ ein mit den verbündeten Truppen unter ste­ tem Kämpfen Mt den rumänischen Nachhu­ ten weiter nach Nordosten gegen die Serethlinie vor, an der die Russen vermutlich grö­ ßere Kräfte bereit gestellt haben, da hier ihre eigene Interessensphäre beginnt. In der Dobrudscha hat der Feind sluchtarttg den Rückzug nach Norden angetreten. Er hat nicht einmal versucht, in den von ihm vorbereiteten und ausgebauten StellungenWlderstand zuleisten, sondern hat kampflos zwei dieser Stellungen bereits hinter sich gelassen. Die Russen geben anscheinend die Dobrudscha preis und suchen von den dort stehendenTrup» Pen zu retten, was zu retten ist. Ein britischer Pserdettansportdampfer mit .8885' Tonnen wurde von einem unserer U-Boote im Mittelmeere versenkt. Die britische Admiralität beeilt sich- selbst, dies der Mitwelt zu verkünden, denn mit dem Dampfer sind, tote sie, mit einem Auge nach Amjerika schie­ bend, meldet, 17 amerikanische Maultiertreiber gerötet worden. Das Schielen nach Westen hilft aber nichts, denn auch Herr Wilson wird sich, nicht berett finden lassen, Rajchje für d§e 17 Amerikaner zu fordern, die auf einem eng­ lische» Kriegsschiff fuhren.</p>
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          <p>Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. WTB. Berlin, 19. Dezember. Mittags!. Mrötzes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplah. Krönt des 8e«eralfeldmarschalls Kronprixz Rnpprecht von Bayer». - Aus beide Sommeufern wurde das Ge­ schütz- und Minenwerserfeuer vorübergehend lebhckfter. . , ; Nordwestlich und nördlich von Reims sind französische Abteilungen, die nach starker Feu­ ervorbereitung gegen unsere Grästen vorgin­ gen, zurückgettieben worden. äfirott* des deutschen Kronprinzen. Am Nachmittag steigerte sich muf dew Ostuser der Maas der Feuerkampf. Die Franzo­ sen griffen den Vossewald an. Die wvr unserer Stellung liegende Chambrettesserm« blieb nach Nahkamps in Hrer Hand. An allen anderen Stellen deir Angriffsfront wurden sie abgewiesen. Oestlicher Kriegsschansplatz. Krönt des Generalfeldmarschalls Pfinz Leopold »o» Batzer«. Südlich des Naroczsees und südlich der Bahn Tarnopol—Zloezow nahm zeitweilig die Artillerietätigkeit zu. Krönt des General-Obersten^ Erz- * Herzog Joseph. Am Gutin Tomnatek in den Waldkarpajthen wurden russische Pattouillem, an der Valeputnastraße Angriffe eines ruffstschen Ba­ taillons abgeschlagen. «alkankriegsschanplatz. Soeresfront des GeneralfeldmmrschaHs mm Mackensen. Bei TeiMmPsen wurden in den beiden letzten Tagen über 1000 Russen und Rumänen gefangen eingebracht und viele Fahrzeuge, meist mit Verpflegung beladen, erbeutet. In der nördlichen Dobrndstßa hat der Feind seinen Rückzug über zwei ausgebaute Stellungen hinaus nordwestlich for tgesetzt. Die Armee drängt gegen die untere Donau vor. Mazedonische Front. An der (Struma Patrouillenumternehmungen, die für die bulgarischen und) ottomanischen Truppen günstig ausgingen. Ter 1. Generalquarti&lt;ermeifter: Ludendorff. * f WTB. Berlin, 19. Dezember:. Amtlicher Abendbericht: Von keiner Front sind besondere Ereignisse gemeldet. l Ner Sstm.-W. Bericht. WTB. Wien, 19. Dezember.. Mittags. Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplaitzu Heeresgruppe des Generalfeldmiarschalls . &gt; von Mackensen. ■ Zn der Ostwalachei ist die Lagze im allge­ meinen .unverändert. In den beeiden letzten Tagen wurden etwa 1000 Gefangene einge--, bxacht und diele Fuhrwerke erbeutet. ' ,f Front des General-Obersten Erz­ herzog Joseph!. Im Mestecaneszi-Abschnitt brachen zwei nach.starker Arttllerievorbereitung einsetzende feindliche Jnfantexieangrisfe in unserem Abwehrseuer zusammen. ' Heeresfront des GeneralfeldmarschaM Prinzen Leopold von Bayern. Stellenweise nahm die feindliche Artillerietätigkeit zu. s Italienischer Kriegsschanpkatz. und «SdSstlicher Kriegsschanplayr Keine Ereignisse von Bedeutung. Der stellvertretende Chef des «eneralstaö»»» v. H o e f e r, Feldmarschallsntnami.&gt;■-/: Itt türkische Bericht. Konstantinopel, 18. Dez. Verspätet eingettosfener Bericht vom 15. Dez.: An der Tigris front beschießt der Feind wirkungslos unsere Stellung bei Fellahie. Ein feindliches Flugzeug, das zwischen den In­ seln Jmbros und Tenedos hindurchflog, wurde unter das Feuer der feindlichen Zerstörer ge­ nommen und abgeschossen. Kein wichtiges Ereignis auf den anderen Fronten. i ■ I , &gt; f | { | Der stellv. Oberbefehlshaber.</p>
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          <p>"Wir sind gerüstet." ! Berlin, 19. Dez. Die "Berl. Volksztg." meldet aus Stuttgart: Der Württembergische Ministerpräsident Dr. Freiherr von Weizsäcke kam bei der Eröffnung des Württembergischen Landtages mich auf das deutsche FriedensEgebot zu sprechen; er führte U- a. aus: Wenn unsere Feinde den Friedensweg, den wir ihnen gezeigt haben, nicht betreten ,so Musen sie vor Gott und der Welt eine unermeßliche Verantwortung auf sich. Sollte der Krteg fortdauern, so werden unsere tapferen Truppen uns erst recht einen ehrenvollen und dauern­ den Frieden erkämpfen. Daß wir uns nichjt aushungern lassen, haben wir ebenfalls be­ wiesen. Mit erhobener Stimme führte derMinisterpräsident ans: Wir sind für das Jahr 1917 nach jeder Richtung'hin gerüstet. — Die Rede erweckte starken Beifall. (Z.) j Giftiger Kommentar. 1 London, 18. Dez. Das Reutersche Büro erfährt, daß dem Grafen Tarnowsli nur infolge der Vorstellung der amerikanischen Regierung sicheres Geleit gewährt wird. Das Gesuch wür­ de abgelehnt worden sein, wenn es lediglich von der österreichisch-ungarischen Regierung durch Vermittlung der amerikanischen Regier­ ung ausgesprochen worden wäre. (Es bedarf keiner Versicherung, daß England schon so bulldoggenartig verbissen ist, daß es nicht mehr erkennt, wenn es einen schweren Rfißtzriss zu eigenem Nachteil gemacht hat.) Mehlmangel in Schwede«. Die Berlingske Tidende meldet ausStvckholm: Wegen Mehlmangels beschloß die Re­ gierung, der Lebensmittelkomwission für den Einkauf von Getreide und Mehl 5 Millionen Kronen zur Verfügung zu stellen.</p>
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          <p>Das Königreich Polen. Die Bevölkerung i« Polen. Lublin, 19. Dez. Das Gouvernement teilt mit, daß die am 15. November veranstal­ tete Zählung der anwesenden Zivilbevölkerung im österr.-iungar. Okkupationsgebiet die Ge­ samtzahl von 3 495 476 Personen ergab, davon sind 1656 400 männliche und 1839 076 weib­ liche Einwohner. Die durchWnittliche Bevöl­ kerungsdichte beträgt 81 für den »Quadratkilo­ meter.</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Die englische Hilft füh Frankreich. ' Gens, 18. Dez. Nach Lyoner Blättern reichte der Abg. Abel Ferry, einer der Führer der Kammeropposition eine Interpellation e^n, in der er die Teilnahme der englischen Truppen an den Kämpfen in Frankreich als ungenügend bezeichnet. Ferry sagt in der Begründung seiner Interpellation: Aus die Frage des Hee­ resausschusses über die Mitarbeit uriftrer Ver­ bündeten erhielten wir von der Regierung keine Auskunft. Die geringe Verstärkung der Truppen durch unsere Verbündeten auf der französischen Front, die uns in Aussicht ge­ stellt ist, kann nicht zusriedenstellen. Die Schwäche liegt darin, daß bet den großen Frie­ densverträgen die Nation nicht nach den ge­ leisteten Diensten beurteilt wird, sondern nach ihrer zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Stärke. (Z.) Das französische Ministerium und die i Kammer. Bern, 19. Dez. Bei einer Zusammen­ stellung der verschiedenen ftanzösischen Pretzstimmen zur parlamentarischen Lage Frank­ reichs urteilt das Echo de Paris: Die Minister­ krise ist nicht beendet. Die Kammer zeigt sich durchaus abgeneigt, dem Ministerium jeneVollmachten zu bewilligen, die unerläßlich sind, für die rasche Aktion, die man von der Re­ gierung verlangt. Der Senat aber wird am Dienstag Briand eine schwere Stunde berei­ ten. 1 1 i ! ! • 1 I I 1 Tie französischen Sozialisten für den Frieden. Einen ähnlichen Beschluß wie die So­ zialisten des Seinedepartements faßten in einer Versammlung in Nimies die Sozialisten des Departements Gard gegen eine von zwei Ab­ geordneten vertretene These der Mehrheits­ richtung. Es wurde eine Resolution angenom­ men, die die Regierung zur genauen Bekannt­ gabe ihrer Kriegsziele ausfordert und sich für die Wiederherstellung der internationalen Be­ ziehungen ausspricht. j r</p>
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          <p>Gegen Rußland. Ein Stimmungsbild ans Rußland. Kopenhagen, 18. Dez. "Politiken" veröffentlicht eine Unterredung mit einem däni­ schen Geschäftsmann, der von einer Reife aus Rußland zurückgekehrt und über die Lage in Rußland u. a. sagte: Schwindeleien und Be­ stechungen blühen dort mehr als je. Die Re­ ligiosität hät sich weiter ausgebreitet, die Mo­ ral dagegen nimmt ab. Für ein Schlafwagenbillett von Petersburg nach Moskau, das frü­ her 28 Rubel kostete, mußte ich ungetreuen Be­ amten BO Rubel bezahlen. Für eine Fahrkarte von Petersburg nach Kopenhagen, die früher 128 Rubel kostete, werden heute 225 Rubel gefordert. Auch im Geschäftsleben stoße man Überall auf Unehrlichkeit. Ohne Bestechungen könne man überhaupt keine Geschäfte machen. Gleichzeitig blühe das Vergnügungsleben, be­ sonders an Geheimstütten. Es fei außer Zwei­ fel, daß der Umstand, daß 75 Prozent der männlichen Bevölkerung in den Schützengräben stehen, in allen Kreisen einen "demoralisieren­ den Einfluß ausübe. Man glaubt unbedingt an den Sieg, da man sich einredet, "daß die Deutschen nur in der Offensive stark feien. Man brauche die Deutschen nicht zurückzuwer­ fen, wenn man sie nur am Vorrücken verhin­ dere, so bedeute dies schon beu Sieg für den Zaren. (Z.)</p>
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          <p>rumänischen Restgebietes, der unter allen Um­ ständen festzuhalten gewesen wäre, da er die einzige Verbindung mit der Moldau darstellt. Rumänien wies mehrere ausgesprochene Bar­ rieren auf, um den Feind aufzuhalten. Die Jalomitzalinie war längst stark ausgebäut und hätt« ein Hindernis für Wochen bilden können. Die rumänischen Truppen fluten gegenwärtig Wriick, befinden sich aber tatsächlich! in einer schwierigen Lage. Die infolge der Frontver­ kürzung eingetretene Dichtigkeit der Linien er­ höht diese Schwierigkeit noch. 'Man müsse sich xrnstlich darauf vorbereiten, daß, aus der Lage auf dem rumänischen Kriegsschauplatz auch! un­ serer Armee bedeutende Schwierigkeiten ent­ stehen können. Deir Rückzug -er Russen auf Braila. Stockholm, 18. Dez. "Evenimentul" in Jassh meldet zur Schlacht an der Jalomitza, daß die Rumänen diese neue Verteidigungs­ linie wegen der Ueberlegenheit der deutschen Artillerie ausgeben mutzten, die tatsächlich kein Sandkorn auf der anderen Seite lasse. Ueberdies sei die Stätrke der feindlichen Armee in ständigem Wachsen begriffen. Die deutsche und bulgarische Kavallerie bleibt den weichenden Rumänen auf den Fersen. (Z.) Die flüchtenden Städter in Rumänien. Die "Times" meldet aus Jassh: In JaM und in den anderen Moldaustädten kommen unaufhörliche Flüchtlinge aus der Walachei an. Die Bevölkerung von Barlad ist auf das Drei-? fache gestiegen. Galatz und Braila sind überfüllt. Die Flüchtlinge sind hauptsächlich, Städ­ ter. Die Bauern bleiben auf dem Lande und legen gegenüber den eindringenden Feinden grotze Gleichgültigkeit an den Tag.</p>
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          <p>Am Balkan. AUs Griechenland. Nach einer Meldung des Sofioter "Mir" haben die Bevollmächtigten der Entente bei der Ueberreichung des letzten Ultimatums von neuem Verhandlungen mit der griechischen Re­ gierung begonnen. Bis zu ihrem Abschluß, bleibt der im Ultimatum angegebene Antworttermin in der Schwebe. — Nach dem "Dnevnik" kommen aus bdml Epirus fast täglich Meldun­ gen über Zusammenstöße zwischen italienischen und königlich- griechischen Truppen. Die Bevöl­ kerung begegnet den Italienern sehr feindlich. (Z.) Der Corriere della Sera meldet ausAthen: Nach dort eingetroffenen noch nicht bestätigten Nachrichten sollen venizelistische Truppen die Inseln Tante und Kephalonia besetzt haben. Die Nachricht mache in Athen grotzen Eindruck, da man vermutet, patz die Besetzung nach- Ver- einbarung zwischen Venizelos und» den eng­ lischen und französischen Behörden erfolgt sei. Haftbefehl gegen BenizelE Reuter meldet aus Athen: D)ie Regier­ ung des Königs Konstantin fertigte eeinen Haft­ befehl gegen Venizelos wegen Hochverrats aus.</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Sieben Geschäftsleute im »reuen ernglischc« Kabinett. Das Reuterbüro meldet: Dass Kabinett werde nur aus den fünf Mitgliedern r desKriegsrates bestehen.' Die anderen Ministster würden sich ausschließlich! ihren Mintsterieen widmen. Grotzes Gewicht werde darauf geleggt, datz sie­ ben bekannte Geschäftsleute dem BMnisterium angehören. Lord Rhvndea ist ein ^Kohlenmag­ nat aus Wales, der dem Munitionsnministeriuml grotze Dienste leistete. Er hat zu IBeginn des Krieges in den Bereinigten Staatten und in Kanada die Munitionslieserung eeingerichtet. Sir Albert Stanley, Direktor derr Londoner Un!tch:grundbahnen, erwarb sich crnif dem Ge­ biete des Transports Verdienste. (Ssine der in­ teressantesten Ueberraschungen des neuen Ka­ binetts ist Schisfahirtskontrolleur Maelah, ein bekannter Glasgower Reeder und» Fachmann aus dem Gebiete der Frachtfragen..</p>
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          <p>Der Krieg zur See. Versenkt. Londo n, 19. Dez. Die Admiralität mel­ det amtlich: Der leere, nach Westeen fahrende britische Pserde-Transportdampfer: "Russian" (8825 Tonnen) wurde am 4. ds. vom einem Un­ terseeboot int Mittelmeer versenkt.. 11 Mann der Besatzung und 17 amerikanisch»e Maultier­ treiber wurden getötet. Die Niederländische Presseagentur meldet, datz der Regierungsdampser "Piet" in der Ban­ kastratze gesunken ist. Rach! einer Llodhsmeldung wutrde der por­ tugiesische Dampfer "Cascais" versernkt. Auf eine Mine gelaufent. Kopenhagen, 19. Dez. Diie Londoner Llohdsmeldung, datz der Dampfer "Michail OnLtschukow" von der dänisch-ruMschhen Dampfschisfahfctslinie von einem Unterfseeboot ver­ senkt worden sei, wird durch ein Telegramm des Kapitäns an die Reederei widerlegt. Der Kapitän berichtet, datz der Dampffer auf eine Mine gelaufen sei. Die gesamtes Besatzung wurde gerettet. 'Die Stelle, an !der sich das Unglück ereignete, ist hier nicht bekannt. Der Dampfer war mit Mais von Rasorio nach Dänemark unterwegs. &gt; Ein Schiff, dessen Jdentttät bisher unbe­ kannt ist, Wetz am 13. Dezember in der Adria auf eine Mijne und versank mit Mann und Maus. Es er trauten dabei der Generalleut­ nant Oreste Bandini, der Cheskommandeur des italienischen Heeres in Albanien, und zahlreiche Seeleute. (Z.)</p>
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          <p>trofidibe Mitwirkung bei der Lösung der Er­ nährungsstagen und eine Beschlußfassung über den im Zufamimenhang mit der Ernälsrung stehenden Ausgleich mit Ungarn, die Anbah^ nung einer Wirtschaftsgemeinschaft mit Deutsschiländ und eine zielbewußte Bekämpfung des Kriegswuchers. Der Generalstreik in ganz Spanien hat gestern eingesetzt. Er soll eine Kundgebung sein gegen die Lauheit der Regierung gegen» übex der ungehteusren-Deuerung.' Heute 6i=V ginnt die Dauersitzung der Cortes zur Durch­ drückn ng des Etats.</p>
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          <p>kräfte — er rang mit mir — entriß, mltr die Waffe — es ist mir innerlich etwas zerrissen — ich weiß nicht genau — oder meine alte Krankheit — Rose — wer war der Andere?" "Graf Bernegg." Rose wunderte sich selbst, mit welcher Ruhe sie das sagte. "Graf Bernegg?" Mit einem Ruck setzte sich Theodor von Born in die Höhe und seine Augen funkelten. Gleich darauf sank er kraft­ los zurück. I f i | ’ [ | "Also doch — hätte ich das gewußt — ich - ich -" Er kam nicht weiter, denn ein Blutstrom sickerte von neuem aus seinem Mund. Er schwieg und schloß die Augen. Rose sah unbeweglich in ihrer anstren­ genden Stellung, knieend und seinen Kopf stüt­ zend. Wenn doch nur erst Hilfe Harne! Endlich hörte sie Pserdegetrappel. Ein Wagen rollte heran. Der Bernegger Wagen. Sie zitterte. ; t Der Wagen hielt. Christian und ein anderer Diener stiegen aus und kamen nähet. Ueber Roses Herz legte es sich wie ein Eis­ panzer. Sie hatte gehofft und gefürchtet, er würde noch einmal mitkommen — er war nicht dabei. Der gute alte Christian sah sie mitleidig an. "Der arme Bruder, der seine Schwester hatte besuchen wollen und nun von einem Unfall heimgesucht war!" Menschen, an öenen er eine einfache Pflicht erfüllen mußte. "Ich werde nach Bernegg eilen und einen Wagen bestellen. Ihr — Ihr Gatte kann hier nicht länger liegen bleiben — warten Sie darauf — Christian wird instruiert werden. Sagen Sie ihm — es braucht nicht unter die Leute zu kommen. — Ich! — empfehle mich." Er lüftete den Hut und ging, ohne sich noch einmal umzusehen. Sitz sah ihvr nach, betäubt, sie hörte feine sich entfernenden Schritte — da — tönte ein schwacher Laut an ihr Ohr. "Rose!" Sie wandte sich, halb mechanisch, und ging Kn ihrem Gatten zurück, der aus seiner Ohn­ macht nun wieder erwacht toter. "Rose, wo bleibst du?" Er versuchte sich aufzurichiten, aber er sank ermattet zurück. Da kniete sie vor ihm nieder, schob Men Arm unter seinen Kopf und stützte HU. "Rose — verlaß mich nicht — vergib!" Es schnürte M etwas an der Kehle, als' müßte sie ersticken. i "Ich — verlasse dich nichst." "Dank — tausend Dank — und — und •— das war zu viel — die Anstrengung die Aufregung — der andere hatte Riesen­ Rose nickte nur schweigend und sah zu, wie die beiden Diener ihren Mann behutsam aufhoben und zum Wagen trugen und folgte ihnen. Ihr Geist war verwirrt, sie wutzte kaum, was sie tat, und es war ihr, als wäre sie eine leblose Maschine, die einmal in Gang versetzt, nun weiter gehen mutzte ohne Aufenthalt. Als sie schon im Wrgen satz und Christian den Schlag zuwarf, fragte er respektvoll, wohin sie zu fahren wünsche. "Zur Bahnstation." gab sie zur Antwort. Dann sprang Christian auf den Bock und langsam rollte der Wagen davon. Noch einmal steckte Rose den Kops zum Fenster hinaus. Dann wandte sie sich ihrem stöhnenden Gatten zu und in ihrer Seele wurde es Nacht. * * * In einer Privatklinik in Mannheim — ein weiterer Transport war bei Theodors Zustand un­ möglich gewesen — hatte man den Schwerkranken untergebracht. Es war derselbe Ort, wohin Rose einst vor dem geflohen war, an dessen Krankenlager sie jetzt satz. Sie sah fast ebenso bleich und elend aus, wie der Kranke, der jetzt seiner Genesung ent­ gegenschlief. Ihre einst so klaren, munteren Augen blickten trübe und tiefe Schatten lagen darunter — der Mund, der früher so gern gelacht hatte, war herbe geschlossen. (Fortsetzung folgt.)</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Zum Ritter des Militär-Max-JosephÄ-Dr-, dens wurde der Leutnant b. Res. Oudwig Frisch Kompagnieführer im 3. baher. Jnf.-Rgt., der am 21. März 1916 gefallen ist, ernannt. Zum Regierungspräsidenten von Unterfranken wurde edr Ministerialdirektor -m Staatsminjjsterium des Innern Julius von Heule ernannt. '' 2ep neue Minister des Innern warnt vor ,Preistreibereien. Minister Dr. von Brettreich Hat folgende Bekanntmachung ergehen lassen: Erfahrungsgemäß besteht vor den Weihnachts­ feiertagen die Neigung, die Preise für Lebens­ rnittel in den Geschäften und auf den offenen Märkten in die Höhe zu treiben, insbesondere soweit die Preise nicht behördlich festgesetzt sind. Solche Preistreibereien sind durchaus ungerechtfertigt, 'Sie verstoßen gegen die be­ stehenden Kriegsvorschriften. Ich warne daher die Verkäufer und die Käufer vor PreisÄberforberungen und Preisüberbietungen. — 1$)aS gleiche gilt von unberechtigter Zurückhaltung toon Waren auf den Märkten uüd in den Laden­ geschäften. Die Distrikts- und die OrtspoliMibehörden, in München die K.Polizeidirek-tion, weise ich an, den Geschäftsverkehr streng zu überwachen und gegen Preistreibereien und (Zurückhaltung von Waren mit rücksichtsloser Strenge einzuschreiten. Gegen Verläufer und Käufer, welche sich folchje zu Schulden kom­ men kaffen, ist in allen Fällen mit Strass anzeige vorzugehen ;bie Warenvorräte bort Verkäufern, die sich strafbar machen, sind zu beschlagnahmen. Soweit die Voraussetzungen der Bundesratsverordnung vom 23. Septem­ ber 1915 über die Fernhaltung unzuverlässiger Personen gegeben sind, ist außerdem das Ver­ fahren wegen Untersagung des Handels ein­ zuleiten und möglichster Beschleunigung nachs drücklichst durchzuführen. Umfang des Bostscheckverkehrs in Bayern int Monat November 1916. Bei den Post­ scheckämtern Ludwigshasen a. Rh., München und Nürnberg betrug die Zahl der Postscheck­ kunden Ende November 1916 15 937 gegen 15 569 Ende Oktober 1916, mithin um 368 mehr. Der Gesamtumsatz an Gut-- und Last­ schriften betrug im Monat November 1916 553068 260 Mark. Hiervon wurden bargeld­ los beglichen 267 238 660 Mark. Das durch­ schnittliche Guthaben der Poststheckkunden im Monat November 1916 betrug 35 053 350 Mk. Im internationalen Postüberweisungs'oerkehr wurden int Monat November nach dem Aus­ lande 294 430 Mark vom Auslande 504 451 Mark überwiesen. Di« Geschäftslage der bayerische« EtWWtm* lasse«. Die Ergebnisse des Geschäftsjahres 1915, tote sie in den Verwaltungsberichten der bayerischen Krankenkassen niedergelegt find, lassen übereinstimmend erkennen, daß die Kas­ senverwaltungen den Gesichtspunft des Durch­ haltens, und dort, wo die Verhältnisse etwas günstiger liegen, sogar der Vorwärtsentwick-lung an die 'Spitze der inneren Verwaltungs­ arbeit gestellt haben. Man weih, daß die Lage der Mehrzahl d er Krankenkassen vor Ausbruch des Krieges infolge der erst verhältnismäßig kurze Zeit vorher ins Leben'getretenen Neugestalturtg des ganzen Krankenversicherungs­ wesens, insbesondere mit der Ueberleitung der bei uns im größeren Umfange vorhanden ge­ wesenen Gemeindekrankenkassen ^me allzu glänzende sein konnte. Um so erfreulicher war es, daß schon die GeschästsabWlüsse des Jahres 1914 den Beweis erbrachten, daß 'bie vom Ansang an getragenen Befürchtungen sich nicht verwirklichten, die Kassen vielmehr durchweg in der Lage blieben, den an sie gestellten An­ forderungen zu genügen. Fäßt man das Ge­ samtbild, das die bayerischen Krankenkassen im Berichtsjahre 1915 bieten, ins Auge, so kann es nicht zwetselhaft erscheinen, daß die Kassen ihren Ausgaben auch in der Zukunft gerecht werden und vor allem die Versorgung der Versicherten vollauf gewährleisten können, selbst wenn man noch mit einer längeren Kriegsdauer zu rechnen hat. llk. Dar Verband liberaler Arbeiter-Ver­ eine in Bayern hat duvch seinen Vorsitzenden dem Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg zu seinem 60. Geburtstag die besten Glückwünsche übermitteln lassen und zugleich den Dank aus­ gesprochen für das der deutschen Arbeitersichast entgegengebrachte Verständnis. Es traf hier­ aus, datiert den 8. Dezember, folgendes Dank­ schreiben ein: Dem Vorsitzenden des liberalen Arbeiterverbandes in Bayern, Herrn Hans Stützer, Hochwvhlgeboren, Augsburg. Berlin, 2. Dezember 1916. Sehr geehrter Herr Stü­ tzer! Für die mir freundlichst übersandten Glückwünsche des liberalen Arbetterverbandes, über die ich mich aufrichtig gefreut habe, bitte ich Sie, den Mitgliedern des Verbandes meinen herzlichsten Dank zu übermitteln. Das Ver­ trauen der deutschen Arbeiterschaft, dem Sie so warmen Ausdruck verliehen, betrachte ich als eines der wertvollsten Unterpfänder für die Zuversicht, daß unser deutsches Volk in dem ihm auferlegten Kampfe nicht untergehen kann. In vorzüglicher Hoch ach,tu ng Bethmann-Holl­ weg. Die Malzschiebungen in Bayern «nb Thü­ ringen. Me Untersuchung gegen den wegen umfangreicher Malzschiebungen verhafteten Ge­ treideagenten Schar aus'Frankfurt, der viele tausende Zentner Malz von Bayern nach Mit­ tel- und Norddeutschland verschoben und zu un­ geheuren Preisen an Brauereien verkauftkhat, nimmt einen ungeahnt großen Umifang an. Es sind bis jetzt in Thüringen und in Bayern über hundert Personen behaftet und derKreis der Mitschuldigen ist dabei immer noch nicht abgeschlossen. Mein aus Bamberg sind mehr als hundert Waggons Malz nach Norddeutsch­ land verbotswidrig ausgeführt worden. Welche hohe Gewinne dabei erzielt wurden, beweist B. die Tatsache, daß ein Waggon Malz von 200 Rentnern mit 22 000 Mark fakturiert war, während der Gerstenlhöchstpreis nur 340 Mark für die Tonne, also für eine Wagen­ ladung 3400 Mark betragen durste. Ein Teil der Beschuldigten hat sich auch noch anderer Straftaten schuldig gemacht, indem er Zinnkrüge, Zinnteller, Ztnndeckel und andere Zinngegenstände auftaufte und unter falscher De­ klaration nach der Schweiz ausführte. Die Untersuchung hierüber ist noch nicht abgeschlos­ sen. Di« EinKIHPnng der Knndenlisie für Fleisch- und Wurstwaren in München hat der Magistrat in seiner Drenstagsitzung einstim­ mig beschlossen.. Angewiesene Klage. Das LandgerichtMünchen (Zivilkammer) hat die Klage der Frau Wilhelmine Wölfling, der geschiedenen Frau des früheren Erzherzogs Leopold Ferdinand von Oesterreich, jetzigen Privatmannes Leo­ pold Wölfling, aus Bezahlung eines monat-r lichen Unterhaltungsbeitrages von 1000 Mark abgewiesen.</p>
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          <p>verkaufte, wurden nach einer Mitteilung für 3500, nach einer anderen sogar für 4500 Mk. Silbergeld aufgestapelt gefunden. Ju lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt wurden der Gefreite Joses Horn des 14. Ins.* Rgts., Sattler aus Waal und der Infanterist !Peter Eichinger, von der 2. Garnisonskvmp. des 14. Jnf.-Rgts., Schweizer aus Karlsfuld, die wegen Mordes an dem Landwirt undVieh* handler Franz Kreuzer von Obergermaringen zum Tode verurteilt worden waren. i Ein Guterzng stieß, in Krefeld auf einen anderen Güterzug . Der Zugführer wurde ge­ tötet, zwei Bedienstete verletzt. Tie "beaufsichtigte" Seemuschel. Die "SX Tagesztg." schreibt: Die Seemuschel war srü!her in Berlin in der Bolksernähtrung noch iwenig bekannt; jetzt int Kriege sind auf einmal weitere Kreise auf sie aufmerksam geworden iunb haben gelernt, sie zu essen, zumal sie zu verhältnismäßig billigem Preise angeboten wurde. An besttmmten Stellen in Berlin ver­ kaufte man fünf Pfund zu 45 bis 50 Pfennige, also rund für 10 Pfg. das Pfund, natürlich Uoch in der Schale. Daß die Berliner nun auf den Geschmack gekommen waren, konnte natürlich nicht verborgen bleiben; aber zu ihrer Freude lasen die Käufer dann, daß der Seemuschelfang "beaufsichtigt" werden würde. Allein das konnte doch nicht vor der gefürchte­ ten Schraube bewahren. Die beaufsichtigten Seemuscheln schienen nun den Weg nach! Berlin Nicht mehr gut zu finden. Wo man sie aber sah&gt;, da kostete ein Pfund beinahe so viel, wie sene '5' Dfund zusammen. Da war es «nt dem "Volksnahrungsmittel" nun schon faul. Aber die Fabrikanten nehmen dem Verbraucher so gerne allerlei Arbeitsmühen ab — gegen schwe­ res Geld natürlich. Zum Beispiel, man ent* schalte die Seemuscheln. Wenn's der Fabri­ kant tut, ist das aber eine sehr teure Sache, wie man aus Erfahrung weiß. Aber auch das "Sttecken" macht Mühe. Also, auch das be­ sorgen die Fabrikanten. Tie entschalten See­ muscheln komwien in "Gelee" und das Ganze ‘in Büchsen. Das Ergebnis ist natürlich nicht Seemuscheln mit Gelee, sondern Gelee Mit See» muscheln. Für diese Ware bezahlt man 1.80 bis 2 Mark das Pfund. Wieviel dabei teuf die wirklichen Seemuscheln kommt, mag man sel­ ber einmal ausprobieren. So versorgen die menschenfreundlichen Fabrikanten das Volk mit "haltbarer" Ernährung. Bei wievielen ande­ ren Stoffen wird dasselbe Verfahren ange­ wandt! Ein Trost ist, daß die Seemuschel we­ nigstens beim Fange "beaufsichtigt" wird. Die Käufer werden dann von anderen gefangen!</p>
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          <p>Lokales. —* Die Leitu ngen der daher. Kreis­ ackerbauschulen führen fortan die Be­ zeichnung "Direktorat" und die Vorstände die­ ser Schulen die Bezeichnung "Direktor". —* Frauen als Gerichtsschreiber. Der Reichsanzeiger veröffentlicht eine Verord-' nung des Bundesrates über die Verwendung weiblicher Hilfskräfte im GerichtsWreiberdienst. Darnach kann die einstweilige Wahrnehmung von Amtsgeschäften der Gerichtschreiber Frauen . übertragen werden. Die Verordnu ng tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Iber ; Reichskanzler bestimmt den Zeitpunkt des I Außerkrafttretens. I —* Erwischter Hamster. In Regens­ burg wurde vorgestern nachmittags aus dem dortigen Personenbahnhof ein Hamster abge­ faßt, der 2 Zentner Schmalz und einen Reisekorb mit Geflügel gefüllt von Landshut nach - Düsseldorf verbringen wollte. 1 I —* Gefunden wurde angebliche die von * einer Lehrersftau der Umgebung, wie gemel­ det, verlorene Handtasche mit 55—60 Mark i Bargeld von einer Taglöhnerstochter. DieTochter behauptet das Geld ihrer Mutter gegeben 1 zu haben, was diese aber entschieden bestreik tet. Die Angelegenheit mutz daher erst noch: geklärt werden. Kinder die Waisenfürsorge als Ergänzung zur staatlichen Rente zu übernahmen. Bitte, gib einer armen Krtogerwaise, vinem hilfsbedürfttgen Kinde Deine Patenschaft zum Christkind, bitte! —* Der Be rwaltungsbericht der Landes versichern ngsastalt Nieder» Bayern für 1915, der zunächst der nun 25jährigen Wirksamkeit des Invaliden- und Altersoeritcherungsgefetzes gedenkt, verzeichnet, daß die in dem ersten Jahre des Bestehens auf rund 176 000 geschätzte Zahl der Versicher­ ten mit nur rund 126 000 zu berechnen sein wird, und durchs den Krieg sich noch vermindern kann. Seit Jahren verliert der Kreis durch Abwanderung Verdienst* und Arbeitsuchender, in den letzten 10 Jahven überschritt der Wegzug! durchschnittl. um 30 000 den Zugang. Verein­ nahmt wurden an Beiträgen im Jahre 1891' rund 734000 Mark, 1915 rund 1 395 000 M. Schon im ersten Jahre konnten 2040 Alters­ rentenansprüche anerkannt werden, am 1. Ja­ nuar 1916 liefen 13539 Invaliden-, 906 Kran­ ken-, 357 -Alters-, 141 Witwen* , 8 Wstwenkranken- und 1006 Waisenrenten, zusammen 15 352 Renten. In den bisherigen 25 Jahren wur­ den aus Anstaltsmitteln an Renten 15 426 841 Mark, für Beittagserstattungen, Witwengelder und Waisenaussteuern 674 380 Mark, zusam­ men 16101221 Mark an die Versicherten be­ zahlt. Mit dem Reichszuschutz von 13 018 573 Mark und aus den Leistungen von 681000 .Mk. aus den Gemeinvermögen sämtlicher Versicher­ ungsanstalten in den 25 Jahren des Bestehens rund 35,93 Millionen Mark Renten und ^ein­ malige Leistungen, während die Kosten des Heilverfahrens in dieser Zeit rund 1 Million Mark erreichten. 12 Lungensürsorgestellen sind. errichtet, in 38 Orten besteht Landkrankenpfle­ ge, für Jnvalidenpsiege wurden schon mehr als 400 000 Mark auf Wohnungsfürsorge zum Wohnnngsneubau ausgeliehen. Das Reinver­ mögen der Anstalt betrüg Ende 1915 mehi^irls 12 Millionen Mark. Aus Kriegsanleihen wur­ den bis jetzt 4 Millionen .Mark gezeichnet. —*Bei derWeihnachtsfeier derLiedertasel am Sonntag wurden an 392 verwundete Krieger und 12 verwundete Offiziere, die an der Feier teilnähmen, ca. 1200 Liebesgaben verteilt. Der Erttag der Veranstaltung wird auch für kriegswohltätige Zwecke ein nettes Sümmchen ergeben. Zu den Darbietungen der Feier ist noch nachzuttagen, daß die Begleitung der Lieder, die Herr Hofopernsänger Geßner bortrug, wie des Chores "Die tausendjährige Linde", Frl. Ziske mit Bravour Mr Durch­ führung brachte. Zu dem "vermißten Blumlensttauh" wird uns mitgeteilt, daß diese Unter­ lassung aus Vereinbarung beruhe, die dahin­ geht, daß die Kosten eines Blumenstraußes kriegswohltätigen Zwecken zugeführt werden, was die Liedertafel bereits mehrmals getan hat. Damit hat auch dieser Punkt eine Auf­ klärung gesunden, mit der man einverstanden sein kann. , —* Im Kinderhort veranstaltete der Wallsahrtsftauenverein eine Weihnachtsfeier für die dort weilenden Verwundeten. EinProlog eröffnete die Feier, dem . ein Weihnachts­ spiel ,fitton Elsch* folgte. Die Kinder des Horts erfreuten durch mehrere Gesänge, Frl. Bücherl durch Klaviervorttäge und die Frls. Bücherl und Schrengauer durch! ein Duett. Hr. Militärkurat Weber hielt eine Ansprache, 'in der er dem Danke des Vaterlandes an die Krie-' ger beredten Ausdruck gab. Ein Weihnachtsfpiel schloß die Feier, deren oiffiziellerTeik in das Lied "Deutschland, Deutschland über alles" ausklang. Hieraus fand die Bescher­ ung der Verwundeten unter dem brennenden Christbaume statt, die ihnen, wie Herr Mlitärkurat Weber betont hatte, von sorgender Hand bereitet, die Weihnachtsfeier im Eltern­ hause oder Familienkreise ersetzen möge. Die Feier nahm einen harmonisch schönen Perlauf. LaudShut, 20 Dez-mber. —* Das Eiserne Kreuz wurde dem Kandsturmmann Herrn Fritz Ebensperger, Fuhrmann der hiesigen Transportgesellschaft, verliehen. ' —* Der Militär Verdienstorden 4. Ml. mit Schwertern am Bande für Kriegsver­ dienst wurde Herrn Kooperator Anton Stauner von hier, zuletzt in Moosthann, der seit 1. Oktober 1914 als Feldgeistlicher im Heeres­ dienste steht, verliehen. C —"Patente ihres Dienstgrates wur­ den verlichen vom 29. Oktober 1912 den Leut­ nanten Wattev Leuze und 2-udw. Frhtrn. von Gohrn des 2. Schweren Reiter-Rgts. und vom 130. Oktober 1912 den Leutnanten Heinrich Schneider des 16. Jnf.-Rgts. u»d Wilhelm Ritter von Poschinger des 2. Schweren Reiter-, Rgts. I ; i ' —* Zu Leutnants in d. Res.der Jnfnaterie wurden befördert die Vizefeldwebel Karl Althammer, Kaspar Bauer, Joses Feisel, Hans Gareis, Richard Gluck und Friedr. Resch, sämtliche im 16. Jnf.-Rgt. —* Das Abzeichen des vaterländi­ schen Hilfsdienstes. Wie aus Berlin ge­ meldet wird, wird das Abzeichen der im vaNerländischenHilssdienstBeschäftigten eineArmbinde sein in den Farben des betreffenden Bundesstaates, in dem der Hilfsdienst ausge­ übt wird. ; ; , —* Besitzwechsel. Durch Kauf hat Herr Brunner hier das Moosburgers,che Anwesen in Luderdorf bei Gottfrieding um den Preis von 27 000 Mark erworben. —* Ein edler Wohltäter hat für hiesi­ ge Arme für die Weihnachtswoche 300 Zentner Koks gestiftet, die in diesen Tagen von der städt. Gassabrik aus ihrem Koksamsall verteilt wurden. —* Kriegspatenschaft a ls Weih­ nachtsgeschenk. An prangenden Toren u. schlichten Türen haben des Erbarmens und der Liebe Engel gebeten für Krregerwaifen ihnen an Stelle des in der Schlacht gefal­ lenen Vaters eine Pattn, einen Paten zur Seite zu stellen. Die Bitte fand Gehör und Gewährung; aber seit die Semdboten der Kriegspatenschast ihven Weg beschnitten haben, ist die Zahl der Kriegerwaisen — Knaben und Mädchen — wieder gewachsen uni» Wächst noch immer. JUtzner noch werden Väiter invalid, Familien und Kinder kriegsbesckhädigt und hilfsbedürftig. Noch unter dem Weihnachts­ baum des Vorjahres schmiegten sich die Kleinen an den Vater, — Heuer fehlt «er, er starb den Heldentod! Wie traurig ist bare Weihnach­ ten Mr die Mutter, die zufolge Kriegsnot den Kindern keine gute Ausbildung, Keine Freude bieten kann. Herzlich ersuchen wir vaterlän­ disch gesinnte Herren und grauen für diese</p>
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          <p>ßianptmamr Beanchmnp, der seinerzeit den Flug über München ausführte itttb dann in Italien landete, von einem deutschen Flie-, ger über Dvuaumont durch einen Schutz geWet. i 1 ( [ i ‘ 1 ' Speisung der Armen am Kronungstagc. Mm Krönungstage wird in 'Budapest an 100 000 Arme ein warmes Mkttagsessen aus­ geteilt. 1 1 | ! : r i , ' I , I Ans England. Die Bewegung zugunsten der Beantwor­ tung der Friedensnote der Mittelmächte nimmt in England zu. ; [ , ! Uiejc ruffische Bolkswjille. Stockholm, 19. Dez. Die Bekanntgabe des deutschen Friedensangebotes in der rus­ sischen Presse wurde in der Arbeiterbevöl-/ kerung sowie in Bürgerlichen Kreisen freudig begtützt. Die schroffe Absage in der Duma und die Stilübung des progressistsschen Blocks, die bereits am Abend in der Wetscherna Wremja veröffentlicht wurde, löste grotze Erbit-tchning aus. Dieser Abend zählt mit zu den aufgeregtesten der Kriegsgeschichte. In ver­ schiedenen Kaffees bestiegen Leute die Tischs und hielten Ansprachen, die in die Ruse ausklangen "Jagt die Duma auseinander ,die uns keinen Frieden gönnt! Die Kriegshetzer dür­ fen nicht langer schimpfen!" Als sijchi am näch­ sten Morgen die Duma zur. Beratung der Le­ bensmittelfragen versammeln sollte, chatte sich eine grotze Menschenmenge vor dem Dumagebände eingesunden, um die Dumamitglieder am Eintritt zu verhindern. Der Blockredner Schidlowski wurde mit Stöcken bedroht. Rufe wurden laut :Gebt uns 'Frieden -gebt uns Brot! Nieder die Kriegshetze^! Niederträchtige Duma! Nieder mit den von England Be­ stochenen!" Die Erbitterung der Volksmenge war deshalb so grotz, weil gerade zu dieser Sitzung die pazifistischen Abgeordneten der äußersten Linken nicht Mgelassen worden wa­ ren. Viele aus der Volksmenge riefen: "Laßt Tschaidse reden!" Das Volk soll auch zu Worte kommen!" Den Dumjaabgeordneten gelang es nur mit größter Mühe, meist durch Hintertüren in den Saal zu kommen. Der LärM dauerte bis 5 Uhr. Grotze Bedeutung wird der Tat­ sache beigemessen, daß die Polizei nichts zur Verhinderung dieses Skandals tat. Dagegen sollen zahlreiche Gehvimpoliziste nund Ochra-naleute unter der Volksmenge gesehen worden sein, denen man die Aufgabe zuschreibt, die Volksstimmung auszukundschasten. Der Refe­ rent des Polizeidepartements im Ministerium! des Innern wurde noch am gleichen Abende zur Berichterstattung ins Hauptquartier des Zaren berufen. Man rechnet in Petersburg mit gro­ ßer Bestimmtheit, daß eine neue entscheidende Wendung im Kräftemessen zwischen Regier­ ung und Reichsduma bevorstehlt. (Z.) ~ Abreise der Ententegesandten von Athen. Die Gesandten Frankreichs, Englands und Italiens verließen Athen und begaben sich an Bord der vor dem Piräus ankernden ver­ bündeten Schiffe. Der russische ©ejcmbte, der leidend ist, blieb in Athen. (Z.) Erppäsident Taft zum Frieden. Der Berl. Lok. Anz. meldet aus dem Haag: Wie die Times aus Newhork melden, hüt der ehemalige Präsident Taft sich dahin geäußert, daß der Friede nach feiner Ansicht noch in weiter Ferne läge. Die größtenSchwierigkeiten auf dem Wege zum Frieden seien die augenblicklichen deutschen Forderungen, die, vne er glaube, von der Entente nscht würden in Eiwchgung gezogen werden. [</p>
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          <p>Literarisches. "Wir ließen eine Mine springen" besagt die typische Wendung in den Heeresberichten, was aber für Mühen, Gefahren und Schwierigkeiten zu überwinden find, bevor eine Mine hergestellt und eingerichtet ist. und was für Kampfe sich um die entstehenden Trichter entspinnen, davon hat nur der eine richtige Vorstellung, der selbst eine solche Minen­ herstellung und Trichtersprengung miterlebt hat. In den vorliegenden neuesten Heften 100 bis 102 von Bongs illustrierter Kriegsgeschichte "Der Krieg 1914/17 in Wort und Bild" (Deutsches Verlagshaus Bong &amp; Co., Berlin W 57, wöchentlich ein Heft zum Preise von 30 Pfg.) schildert ein Teilnehmer überaus anschaulich diese gefahrvollen Kämpfe und schließt den Artikel mit den Worten: Alle diese Trichter­ kämpfe sind gewaltige Schauspiele von düsterster Tragik und erhabener Wucht des Menschenwillens und Duldenkönnens. Das Glück ist immer da. Heitere Geschichten von Otto Ernst. Das neueste Ullsteinbuch. Preis 1 M Seinen Ruf als Dichter und Vorleser hat Otto Ernst nicht zuwenigst seinen Humoresken zu verdanken. Neun der besten von ihnen sind in dem neuesten Band der llllsteinbücher vereinigt. Flluftrterte Kriegs-Chronik des Da. hei« hat vor ähnlichen Untertrchimungen einen großen Vorzug: sie folgt den Ereignissen ge­ radezu aus dem Fuße. Für jeden Tag findet der Leser in knappem Chronikstil die EreigNisse der verschiedenen Kriegsschauplätze kurz verbucht. Dem Besitzer dieses Werkes ist es also später einmal leicht, durch' Nachblättern jede einzelne Waffentat des großen Krieges festzustellen. (Verlag von Velhagen und Klasing in Bielefeld und Leipzig. Preis des Heftes 60 Pfg.) Tas freie Wort. Frankfurter Halbmonats. Wrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Herausgegebeü von Wax Henning. 15. Jahrgang. Heft 19/20. Frank­ furt ca. M. Neuer Frankfurter Verlag G. ttt. b. H. Preis vierteljährlich 2 Mark. Ter Ver­ lag gibt auf Wunsch! Probehefte gratis ab. "Wachtfeuer" (Architektur-Verlag "Der Zirkel" G. m. b. H.. Berlin, Wilhelmstr. 48, Preis 20 Pfg ) ist dar neueste 115. Heft erschienen Die häusliche Krankenpstege und das Verhalten bei ansteckenden Krankheiten von Hofrat Dr. K. Doll-Karlsruhe. 114 Seiten, 21 Abbildungen. Max Hesse's Verlag. Berlin W 15. Preis vornehm gebunden 1,50 Mk. Ein nützliches Buch, dem weiteste Verbreitung zu wünschen ist. Brehms Tierleben. Allgemeine Kunde des Tierreichs. 13. Bände. Mit etwa 2000 Ab­ bildungen im Text und auf mehr als 500 Tafeln in Farbendruck, Kupferätzung und Holzschnitt sowie 13 Karten. Vierte, vollständig neubearbeitete Auflage herausgegeben von Prof. Dr. Otto zur Strassen. Band XIII: Die Säugetiere. Neubear­ beitet von Max Hilzmeier und Ludwig Heck. Vierter Teil. Mit 204 Abbildungen nach Photographien auf 26 Doppeltafeln, 86 Abbildungen im Text, 23 farbigen und 4 scharzen Tafeln sowie 4 Kartenbeilagen. In Halbleder gebunden 12 Mark. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. Die Nutzkaninchenzucht, eine Quelle wirklich nahrhaften und wohlschmeckenden Fleisches für Jedermann. Auf Grund mehr als 20jähriger praktischer Erfahrungen herausgegeben von Fr i e d r i ch Nagel. 5. Auflage. 8.—10. Tausend. Preis 25 Pfg. "Die Plastik", illustrierte Zeitschrift für die gesamte Bildhauerei und Btldnerel und ihre Be­ ziehungen zu Architektur und Kunstgewerbe. Herausgegeben von »'lex. Heilmeyer, Bildhauer und Kunst, schriststeller, München. Monatlich ein Heft mit acht Kunstdrucktafeln und einem Bogen Text. Preis vierteljährlich 3 Mark. Einzelnes Heft 1.20 Mark. Verlag von Georg D. W. Callwey, München. Hundesport uud Jagd. Amtliche Zeit­ liche Zeitschrift des Teutschen Reichsverbandes für Polizei- und Schutzhunde, E. V. mit 26 Unterabteilungen und anderer Verbände. Er­ scheint wöchentliche einmal im Verlage Gundlach-Bielefeld. Preis vierteljährlich 2.25 Mk.</p>
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          <p>Fahrzeit der elektrischen Straßenbahn. Ab Dreisaltigkeitsplatz r Vorm. Nachm. Abend» Die vom Dreifalügkettsplatz kommende» Wagen durchfahren die nachbenannte» Hallestelle»: Theaterstraße (Luitpoldbr.) 1,0 Minute» später. Rosengafse (Neustadt) 8,0 " " Zweibrückenstraße 3,5 " " Bismarckplatz 5,0 " Johannisstraße (Schlachth.) 6,5 _ " Mittl Seligenthalerstraß, 7,5 " " Hauptzollamt 8,5 Ueberführg. (Güterbhf.) 8,5 " ” Die vom Bahnhof kommenden Wagen durch» fahren die nachbenanuten Hattestelle«: Ueberführg. (Güterbhf.) 0,5 Minuten spät,». Hauptzollamt 1,5 " " Weiche Seligenthalerstraß« 2,5 " " Johamiisstraße (Schlachth.) 3,5 " " Bismarckplatz 5,0 " " Zweibrückenstraß« 6,5 " , Rosengaffe (Neustadt) 8,0 " , j Theaterstraße (Luitpoldbr.) 8.0 . .</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Aufruf Zugen-förforge-Berband ffir Stadtbezirk Landshvt. Hofrat Marschall Oberbürgermeister. im Damen ungfflcWicber Wegemairen. In reichem Umfang hat die staatliche, kirchliche, kommunale und private Hilfsarbeit zur Unterstützung der Hinterbliebenen gefallener Krieger eingesetzt und nach Kräften wird für die Linderung augeublickitcher Not gesorgt. In wie vielen Fällen mag aber nicht der letzte Gedanke de» zu Tode Getroffenen der Sorge um die Zukunft seiner unglücklichen Kinder gegolten haben! Hier Hilfe zu bringen, gebietet die Dankesschuld, welche wir alle gegenüber den Vätern haben, die ihr Leben betn Vaterland» und unserem Wohlergehen opferten. Fehlt e» dem Kinde beim Eintritt in da» praktische Leben, auch so mit Beginn der Lehrjahre, an einem besonderen Kapital, so werden sie nur zu oft in die breite Schicht der ungelernten Arbeiter gestoßen, deren besonders viele im Kamps um» Dasein unterliegen. Diese Kinder vor dem Verfinken zu bewahren und ihnen den Weg in» Leben zu ermöglichen, soll eine unserer obersten Pflichten sein. Auf dem Wege der MgMtiMrWrung läßt sich hier mit geringen Mitteln viel erreichen. Diese Versicherung er­ möglicht die Sicherstellung eine» ausreichenden Betrage» für berufliche Ausbildung auch dann, wenn der Versorger vorzeitig mit Tod abgeht. In diesem Fall find nämlich für die Versicherung keine Beiträge mehr zu entrichten, das versicherte Kapital wird am festgesetzten Zeitpunkt aber gleichwohl unverkürzt zur Auszahlung gebracht. Gewiß werden an unsere Opferfreudigkeit durch andere Kriegsfürsorgezwecke schon hohe Anforderungen gestellt. Der wahrhaft edle Zweck der Kriegspatenschaft mit Ausbildungs-Kapitals-Versicherung erlaubt uns aber, hiermit einen öffentlichen Aufruf um Zuwendung von Mitteln an alle.jene zu erlaffen, welche in der Lage und daher auch berufen find den Hinterbliebenen gefallener Krlegsheldey zu helfen. Die bisher in den anderen Zweigen der Krtegsfürforge gemachten Erfahrungen berechtigen zu bet sicheren Annahme, daß dieser Aufruf freudigen Widerhall finden wird. (Einzahlungen der Beiträge werden erbeten Zahlkarte Postscheckkonto München 6492.) Der Jugendfürsorgeverband Landshut Stadt und Land wird die Kinder, insbesondere nach einzelnen Bezirken bestimmen. Nähere Auskunft hierüber erteilt neben den Unterzeichneten: Fräulein Marie Schilling, Regierungsrats-Tochter und FürsorgePflegerin, die sich auch im Dienste der Werbetätigkeit gestellt hat. Wir bitten alle Vaterlandsfreunde um gütige Unterstützung der sozial wichtigen Aufgabe. ZugevdfSrsokge-BerSavd für Llmdshut—Landbezirk kgl. Regierungsrat Heim.</p>
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          <p>Pferdeversteigerung. Der Landw. Kreisansfchutz von Niederbaher» versteigert öffentlich an den Meistbietenden am Freitag, de» 22. Dezember 1916 vormittags 11 Uhr in Landshnt ans dem Biehmarktplatz etwa 70 kriOunMWare Pferde (darunter cirka 25 Ahlen). 1. Steigerungsberechttgt sind Landwirte und Gewerbetreibende aus dem Regierungsbezirke Ntederbayern, die durch ein gemetndeamtltches Zeugnis neuesten Datums nachweisen, daß sie für ihren Bettieb dringend eines oder mehrerer Pferde bedürfe«. (Zeugnis mitbringen!) 2. Personen, die sich gewerbsmäßig mit Pferde« oder Vtehhandel besoffen, oder Handel mit Pferden im Nebenberuf oder den Weiterverkauf ihrer Pferde betreiben, dürfen an der Versteigerung nicht teilnehmen. Hierunter sind auch jene Personen zu verstehen, die sich in einer der bezeichneten Arten schon vor Krtegsbeginn betätigt haben. 3. Die Pferde werden ohne jede Haftung der Heeresverwaltung oder des Landw. Kretsausfchuffes, für Krankheiten, Gewährsfehler und andere Fehler, Alter und Geschlecht abgegeben. 4. Die erworbenen Pferde sind mindestens ein Jahr lang (vom Tage der Erwerbung an gerechnet) im eigenen Betriebe des Erwerbers zu verwenden. Eine Veräußerung der Pferde binnen Jahresfrist ohne Genehmigung des zuständigen Generalkommandos ist verboten. Im Falle der Zuwiderhandlung gegen dtefeSVerbot hat d r Besitzer de» Pferdes außer einer Geldstrafe von mindesten» 200 Mark auch den allenfalsigen Mehrerlös an die Heeresverwaltung abzu­ liefern. 5. Wird ein Verkauf oder Tausch genehmigt, so darf der geforderte Preis den Stelgerungspreis zuzüglich der nachweislich erwachsenen Kosten nicht über­ schreiten. 6. Die Pferde sind von den Erwerbern sofort bar zu bezahlen und ab­ zuführen. * 7. Die Erwerber sind verpflichtet, die Pferde sofort beim zuständigen $$, Bezirksamt oder unmittelbaren Sladtmagtstrat anzumelden; bet Seuchenverdacht ist der Ortspollzetbehörde sofort Anzeige zu erstatten. Lands Hut, den 16. Dezember 1916. 2632 zandw. Krrisausschrrß von Ntederbayern.</p>
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