Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-12-21. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 346, 1916-12-21. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Staats- ' Ministeriums des Innern wird folgendes verfügt: In der Woche vom 25. Dezember 1916 bis 1. Januar 1917 können auf 7io AeischllMkenanteil entnommen werden: 30 Gramm Mnskelfleisch mit eiugewachseuen Knoche« m Rivdvieh. Schafe«, Schweine« lSchlachtvieh) oder 25 Gramm Schlachtviehfleisch oh«e Knochen. Schinde«, Dauer-warst. Zange. SpeL. Rohfell oder 55 Gramm Wildbret. Frischwurst. Eingeweide. (Bries. Herz,. Niere«. Leber. Milz). München, den 20. Dezember 1916. Dr. Atting er. 2659 ────────── Neue Kämpfe in der Dobrudscha. ────────── Abermaliger Kabinettswechsel in Österreich. — Das französische Linienschiff Suffren durch eines unserer U-Boote versenkt. — Griechenland protestiert. ────────── Im Westen kam es nur zu wechselnd stär­ keren Artilleriekämpfen. I In den Waldkarpathen scheiterten ruffische Angriffe an der Goldenen Bistritz. Aus Rumänien wird nichts Neues ge­ meldet. Der letzte Halt der rumänischenTruppen liegt jetzt in der Moldau und dort erwarten russische Blätter denn auch eine Entsthjeidungs« schlacht, und zwar unter Führung des sranzösischen Generals Berthelot, der aber nach ande­ ren Mitteilungen der Sache überdrüssig sein und in Paris UM Enthebung von seinem Kom­ mando gebeten haben soll. Indessen ist es leicht möglich, daß die Rumänen auch! hier von den Russen im Sticht gelassen werden. In Pariser Blättern macht man sich ernstlichje Sorge ,weshalb die Russen sich !so wenig aktiv Verhalten. In der Tat kann man diese Sorge todrfMjen, denn die Russen haben ihre lieben Verbündeten bisher noch immer imf Stiche ge­ lassen. Sie sahen ruhig zu, wie Crajova in die Hände der Gegner siel, sie haben Bukarest und Ploesti, Sinaja und Campolung geopfert, ohne den Rumänen ernstlich zu Hilfe zu kom­ men und es hat auch! weiter nicht den Anschein, daß die Russen größere Kräfte opfern werden, um den Rest rumänischen Landes zu retten. Es offenbart sich hier das alte Sprichwort: Wer allzuviel will: kommt zu nichts. "Einer ver­ läßt sich eben immer aus den andern, und bei diesem Mangel an Zusammenarbeit muß einer zugrunde 'gehen. i In der Dobrudscha stellten sich die Ruffen im nördlichsten Teile nochmals zum! Kampfe, der wohl zumeist den weiteren Rückzug der Truppen decken und im Nordwestzipfel mich dem Schutze von Braila dienen soll. Dieser Kamps, der den Russen in der ungünstigsten strategischen Stellung, mit der Donau im RükSEcn, aufgezwungen wurde, dürste mehr ein Verzweiflungskampf der letzten russischen Kräf­ te aus diesem Kampfgebiete fein. Der tatsächliche Verlauf der Dinge in Grie­ chenland scheint in einen immer schärferen Ge­ gensatz zu den von der Entente gejflissentlsich verbreiteten Nachrichten zu treten. Insonder­ heit erscheint die Behauptung, daß König Kon­ stantin das letzte Ultimatum der Entente wi­ derspruchslos angenommen habe, in fnvmer zweffelhaftevem Lichte. Daß König Konstan­ tin md)fc als je entschlossen ist, seine und seines Landes Würde und Selbständigkeit zu wahren und mit allen einheimischen Unruhestiftern trotz der Unterstützung, deren sie sich von sei­ ten der Entente erfreuen, kräftig aufzuräu­ men, zeigt bete Haftbefehl, den er tmun endlich gegen den Hochverräter VenizeloS eierlassen hat. Auch die Meldung, daß die Gesanddten Frank­ reichs, Englands und Italiens es vorgezogen haben, sich> an Bord der schützendden Schjifse zu begeben, anstatt weiter auf derrm brenzlich gewordenen Boden von Athen auuszuharren, spricht für alles andere eher, als dafür, daß König Konstantin sich neuerdings idem Enten­ tejoch gefügt hat. Heute wird nockch gemeldet, daß die griechische Regierung geggen die Be­ setzung der Inseln durch Venizelisteten und Ententetruppen protestiert und die RMckgabe der Inseln fordert. Die griechische Regierung schlägt also anscheinend einen sthälirseren Ton an, der auch in einer anderen Melwung bereits ein Echo findet, die besagt, daß Warrail^den Rückzug auf eine kürzere Linie I vorbereitet, da er sich mit der griechischen Armnee im> Rükken nicht mehr sicher fühlt. In Oesterreich-Ungarn ist das ^Ministerium Spitzmüller nach kaum 8 Tagen LLebensdauer wieder abgetreten und hat einem ^Ministerium Clammartin Platz gewacht. Dse ELrbschast des Grasen Stürgkh scheint keine allzuu leichte zu sein. Vor einiger Zeit meldete das < französische Marineministerium den Verlust de«es französi­ schen Linienschiffes "Susfren", daas mit der ganzen Besatzung verloren gegangenen ist. Nun­ mehr gibt unsere Admiralität beiekannt, daß eines unserer U-Boote dieses Großßkampfschifs durch Torpedoschuß vernichtet hat. . ────────── Walachei dauert der Vormarsch der Verbündeten Truppen an; sie überschritten den CalmatzuilAluh. Sofia, 20. Dezember. Amtlicher Be­ richt vom 19. Dezember: Mazedonische Front: Vom PrespaSee bis zur Struma schwaches feindliches Äritilleriefeuer. Längs der Struma gegenseitige Artillerietätigkeit und PatrouMengefechte. Front des Aegüischen Meeres:Ein feindliches Schiff gab 23 Schüsse auf das Küsten­ gebiet östlich von Kavala ab. Rumänische Front: In der Dobrudscha dauert der Vormarsch an. In 9$a6uöug'fj' wurden unsere Truppen von der Bevölkerung warm empfangen. In der östlichen Walachei entwickeln sich die Operationen plangemäß,. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 18. Dez. Das tür­ kische Hauptquartier teilt mit: Persische Front: Für uns günstige Pa­ trouillen- und Erkundungsgefechte. An de nanderen Fronten nichts von Be­ deutung. In der Dobrudscha setzen unsere Truppen zusammen tmlit denen der Verbündeten die ener­ gische Verfolgung des Feindes fort. Der Vizegeneralissimus. ────────── Ein Wort Moltkes über Hindenburg. Berlin, 30. Dez. Der schwedische Le­ gationsrat Frederik Rappe, der in den Jahren 1888 bis 1890 Attache bei der schwedischen Gesandtschaft in Berlin war, hat einem Mit­ arbeiter des "Svenska Dagbladet" folgende Er­ innerungen an Hindenburg aus der damaligen Zeit erzählt: Bei einer Festlichkeit traf der Attache mit dem alten Feldmlarschall Grafen Moltke zusammen und da der alte Herr gerade sehr guter Laune war,'fragte er rhu, wer der Generalstabsoffizier sei, der ihm durch seine riesenhafte Figur ausgefallen war. Das sei der Major von Hindenburg und Beneckendorf, erklärte der Feldmarschall, er hält Vorlesungen über Strategie an der Kriegsakademie. Moltke fügte hinzu, daß er ein außerordentlich präch­ tiger und vielversprechender Offizier fe^ und ganz sicher eine gute Zukunft Hätte,' solange er (Moltke) noch lebe. Wie es allerdings nach feinem Tode werden würde, könne er nächst voraussagen. Aus die Frage nach der Bedeu­ tung dieser Bemerkung erwiderte der Feld­ marschall: Ja, Hindenburg hat so kolossal Selbstvertrauen, daß er seinen Willen durchs aus nicht unter den eines anderen beugen will, und nur das tut, was er selbst will. Ich Wir meinen Teil habe herausgefunden, daß alles, was Hindenburg in die Hand nimmt, ausge­ zeichnet verläuft und infolgedessen lasse ich ihm seinen Willen. Ob aber mein Nachfolger dieselbe Rücksicht nehmen wird, ist ja nicht sicher. (Z.) Oberleutnant Grompton und Steuermann Godau freigelassen. Der Berl. Lok.-Anz. schreibt: Oberleut­ nant Grompton und Steuermann Gadau, die beiden einzigen Ueberlebenden von U 41, das von einem englischen Handelsdampfer durch heimtüchischen Angriff unter amerikanischer Flagge versenkt worden war, sind jetzt frei­ gelassen worden. Nachdem es der systemati­ schen niederträchtlichen englischen Behandlung' nicht gelungen war, diese beiden höchst unbe­ quemen Zeugen hinwegsterben zu lassen, wurde Grompton, der vom Lagerarzt der 1. und 2. Schweizer Aerztekommission zuM Austausch bestimmt worden war, von den englischen Be­ hörden zurückgehalten. Erst die Veröffentlich­ ung des Tatbestandes auf Grund eidesstattlicher Versicherung eines Mitgefangenen Gromptons hat dessen Freilassung erzweckt. Spionage in Holland. I Haag, 20. Dez. Wegen Spionage wur­ den 30 Personen in Holland verhaftet, darun­ ter ein englischer Major, ein Kapitän, ein jLeutnant, zwei Lotsen, 21 Belgier und 4 Frauen. Der erste Verdacht wurde dadurch chweckt, daß Signale, die aus einem Hotel beim Hafenbaubollwerk ijt Vlissingen abge­ geben worden waren, von der Polizei zehn Minuten hindurch beobachtet wurden. Man drang ein und die Polizei verhaftete sechs Personen. Die anderen Verhaftungen sind auf Schriftstücke zurückzuführen, die man in einer Aktentasche in der Straßenbahn gefunden hatte. ────────── Zum Friedensangebot des Vierbundes. Las Konzert der Ablehnung. Unter der obigen Ueberschrist schreibt die Beftl. Ztg.: Vierfache, fünffache Antwort ist auf das deutsche Friedensangebot schon erfolgt,, doch trotzdem ist die endgültige Antwort noch nicht ertönt, nur Solostimmen, die jetzt zuwl Akkord einer offiziellen gemeinsamen Antwort des Vierverbandes zusammengebunden werden sollen. Die Stimmung aber ist heute schon erkennbar. Zunächst blies das Clairon Grey, aber falsch. Briand nannte das Angebot kurz­ weg einen Vergistungsversuch, lehnte schon ab, ehe er noch den genauen Wortlaut der deutschen Note kannte. Dann kam der Herr Sonnino und sein Occarino blies, zunächst heiser. We­ niger empfindlich stampfte der Kosak los: Ver­ nichtung des Feindes. Die neutrale Welt hielt sich entsetzt die Ohren zu. Da auf den fürtdrlufien Leichenfeldern endlich! einer mit der Palme winkt, hielt man einen ChnisMüs, wie ihn Trepow äußerte für unmöglich. Aber nun hatte auch die Maultrommel Sonninos Luft be­ kommen. Er blies darauf: Ich sehe keine Friedensmöglichkeiten. So wandte sich der Blick der Welt nach England. Nun hat auch der englische Dudelsack gestöhnt. Erst in samt­ weichen Wessen Lloyd Georges, daß er e$ nicht verantworten könne, daß der Krieg leichtfertig verlängert werde. Dann aber gleich der schreck­ liche Diskant, das deutsche Friedensangebot ist eine Schlinge mit dem Seile daran, uin> die Alliierten zu erwürgen. Aber wir werden Köpfe nicht hineinstecken. Ohne Gutmachnng des Schadens .den natürlich Deutschland ange­ richtet hat, gibt es keinen Frieden. Unsere Feldgrauen, die nach jahrelangem Dulden auf den blutigen Schlachtfeldern erwartungsvoll die hochherzige Aktion ihres Vaterlandes be­ grüßten, werden kein Ohr für die überflüssige Schönheit der Regie dieser Ablehnung haben. Sie werden nur den einmütigen Willen Unserer Feinde erkennen — der einzige, der sie bislang zusammenbindet — auf unsere Vernichtung weiter zu spekulieren. Diese Spekulation, die sich hinter Bergen von Feindesleichen versteckt, wird die Kraft ihrer Empörung steigern. U-Boote heraus. Die Köln. Ztg. schreibt unter der Ueber­ schrist "Ter Frieden in der Feuerprobe" Wenn aus der gegnerischen Presse immer wieder der Tadel ertöne, daß wir in unserem Angebot unsere Kriegsziele nicht genannt haben, so sei dieser Tadel ein hohes 32ot> der Weisheit un­ serer Staatsmänner, die sich im Gegensatze zu Asquith und den Genossen nicht dazu her­ geben, die Lust mit Zerschmetterungsfanfaren zu erschüttern. Der deutsche Reichskanzler hat das Prinzip des Rechts und der Freiheit aller großen und kleinen Nationen, auch der Freiheit der Meere aus sein Programm geschrieben. Die Regierungen des Vierbundes sind davon über­ zeugt, mit ihrem Angebot die Herstellung eines dauerhaften Friedens zu geben. Bei der Ab­ lehnung des Friedensangebotes heißt es "UBoote heraus". Kein Amerikaner soll uns da­ ran hindern, uns den Frieden zu erzwingen, über den die Feinde mit uns nicht verhandeln wollen. Eine holländische Stimme zum' deutschen Friedensangebot. N. Rotterdamsche Courant erklärt: Kann man Bethmann-Hollweg noch zumuten, noch weiter zu gehen; daß er das deutsche Problem entfalte, bevor er sicher ist, daß auch die Al­ liierten ihre Karten aufdecken, ist nach gewöhn­ lichem Menschenbegriff unmöglich!. Aber viel­ leicht versucht es nun eine neutrale" Macht, die deutschen Bedingungen in Empfang zu neh­ men und sie gegen einen eventuellen Vorschlag von der Gegenseite einzutauschen, daHDeutschland sicher ist, daß es tatsächlich! eine Gegen­ forderung erhalten wird. Das wäre Wohl noch die beste Möglichkeit, die wir uns im Intern esse der Neutralen vorstellen könnten. i 1 ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Las Scheitern der Sommeoffenstve ein Sieg der Teutschen. j "Politiken" (Kopenhagen) schreibt: Die Sommeschlacht ist beendet. Vielleichjt flaimmt sie an der einen oder anderen Stelle noch ein­ mal auf,- aber die große Aktion ist aufgegeben in gleicher Weise, wie die Deutschen ihren An­ griff auf Verdun aufoe&en mußten. Das Scheitern der Sommeoffensive ümß natürlich als ein Sieg der deutschen Verteidigung be­ trachtet werden, ebenso wie die gescheiterte Offensive ans Verdun ein Sieg der französi­ schen Verteidigung war. Ein abgeschlagener Angriff ist fast immer eine Niederlage für den Angreifer, besonders wenn so große Kräfte eingesetzt wurden, wie es die Verbandsmächte an der Somme taten, und wenn so bedeutende Verluste, nicht ant 'wenigsten auf seiten der Engländer, eintraten. Natürlich ''haben auch die deutschen Verteidiger große Verlust ge­ habt, aber der Verlust der Angreifer war trotz der überlegenen Artillerie viel größer. Es gelang nie, die deutschen Maschinengewehre ganz zu vernichten und ein Angriff gegen einen Feind, der seine Maschinengewehre mit einer Kaltblütigkeit und Routine wie die Deut-' scheu gebraucht, ist stets sehr kostspielig. Selbst wenn man die deutschen Berechnungen über die Verluste der Verbandsmächte an der Som­ me reduziert, haben sie doch sicher die meisten der im Winter und Frühjahr 1916 ausgebilde­ ten Reserven dabei aufgebraucht. Wenn die Verluste der Engländer wahrscheinlich am größ­ ten waren, so liegt das zweifellos an dem englischen Osfizierkorps, das erst während des Krieges neu geschaffen werden mußte. Man kann von ihm nicht die gleichen Führereiger» schäften verlangen, wie von den deutschen und französischen Offizieren und Unteroffizieren. Eine logische Folge des Scheiterns der Sommeofsensive ist die Entfernung Joffres von der obersten Heeresleitung. Ein endgültiges Urteil über Jofsre kann man jetzt noch nicht fällen. Auf alle Fäljle ist er der Sieger an der Marne. Aber diesem Sieg folgten keine weiteren Erfolge. An der Aisne siegte Joffre nicht. Er ließ die deutschen Schützengräben i einnehmen, die sie noch halten. Er kam zu spät bei der 'Verlängerung der Nord'front bis zum Meere, zu spät, um Antwerpen zu ent-, ; setzen. Seine wiederholten Durchbrnchsoer I suche in der Champagne, in der Gegend von Arras, im Woevre und zuletzt an der Somme sind alle gescheitert. Mit dieser Taktik lassen sich die Deutschen augenscheinlich nicht aus Frankreich hinauswerfen. Es ist deshalb ver­ ständlich, daß'ein neuer Mann möglichst mit neuen Methoden kommt. Die Zeit muß zeigen, ob General Nivelle der Mann ist. ────────── hervor. Dazwischen tief Roditschew: "Das "ist allgemein bekannt." ────────── Gegen Rumänien. Bar -er Eutschei-uuMchlqHft i» -er r Mol-au. Me russische Zeitung Novosty drahtet aus Jassy, daß, die neue Entscheidungsschlacht in der Moldau bevorstehe. Starke russische Ver­ stärkungen sind in der südlichen Moldau ange» 1 kommen. General Jliesku wurde seines Po­ stens als Untergeneralstabschef der ntmäni»; scheu Armee enthoben, und als Generalstabschef der russisch-rumäichschjen Armee zeichnet bor läufig der französische General Bertheloch!. Räumung -er gesamten nör-lichen Tv-rn-scha. Corriere della Sera meldet aus Peters­ burg: Die gesamte nördliche Dobrudscha wird gesäumt. Der Hauptteil der russisch-rumä­ nischen Streitkräste hat sich schon hinter die Donau auf beßarabisches Gebiet zurückgezogen, wo in starken Verteidigungsstellen demFeinde Widerstand geleistet wird. Nachhuten bleiben in Fühlung mit dem vorrückenden Feinde, des­ sen Kavallerieabteilungen sich dem Donaudelta und der Mündung des Flusses nähern. Zurückziehung -er russischen Truppen? Aus Stockholm wird gemeldet: Die russi­ schen Militärkreise künden bereits unumwun­ den an, daß, die Ereignisse in Rumänien die Zurückziehung der gesamten russischen Truppen zur Folge haben würden. "Rußki Invalid", das Organ der russischen Armeekresse, behan­ delt, in einem längeren Artikel die Notwen­ digkeit, die russischen Truppen so schnell als möglich zurückzugehen. Im Frühjahr dage­ gen, wenn die russische Offensive beginnen wer­ de, würden die Verbündeten Rumänien mit ihren Truppen überschwemmen und die Heere der Mittelmächte aus dem Lande treiben. ────────── Am Balkan. Griechenland protestiert. Nach einer Meldung des Corriere della Sera aus Athen übergab die Regierung dem russischen und italienischen Gesandten, welche in Athen weilen, einen Protest gegen die Be­ setzung der Inseln und gab eine Abschrift auch an die französische und englische Gesandtschaft ab, deren Chefs nach dem Piräus einschifft sind. Die Note bemerkt, daß die Inseln Shra, Naxos, Paros, Tinos und Kaos gewaltsam unter Mitwirkung venizeltstischerRevolutionäre besetzt wurden, obwohl das Volk anhänglich an die Dynastie und das Mutterland sei. Die Note fordert schließlich Rückgabe der Inseln an die königlichen Behörden. Rückzug Sarrails? Laut Schweizer Blättern meldet das ser­ bische Blatt Slavianskt Jug, dieser Tage habe General Sarrail einen längeren Meinungsaus­ tausch mit dem sranzöftschen Oberkomwando und der ftanzösischen Regierung gehabt, dem eine in Monastir abgehaltene Konferenz der Armeekomwändanten der Orientarnree voraus­ ging. General Sarrail habe in Uebereinstim­ mung mit beim! französischen Oberkommando beschlossen, sich jetzt vor allem in Thessalien volle Rückzugsdeckung zu verschaffen, auch wenn dadurch eine gewisse Frontverkürzung nötig werde. Dies deutet auf einen Rückzug der Sarrailschen Armee hin, weil Sarrail sich an­ scheinend mit Griechenland im Rücken Nichjt mehr gesichert fühlt. ────────── Der Krieg mit Italien. tei, die neben der Freiheit Europas und der Einheit Italiens auch das Mazzinische Ideal des Nationalitätenprinzips verficht, an Wer unüberwindbaren Abneigung gegen jede Lö­ sung, die diese Prinzipien verletzt, fest; sie will freilich jetzt in der Stunde der Gefahp nicht die Eintracht der Geister und die Wider-/ standskraft der Waffen schwächen, sondern wird auch weiterhin dem nationalen Unternehmen ihre Unterstützung widmen. Sie fordert aber die Verantwortlichen Männer Italiens auf, sich mehr um eine energische Kriegführung zu Kirnt* ment als um die vorzeitige Ordnung des zu­ künftigen Landbesitzes. ; Tex Winter an -er Sü-ftont. Das Berliner "Tageblatt" meldet unterm 19. Dezember aus dem Kriegspressequartiert Der gewaltige Sturm, der in der Schweiz wütete, hat auch auf die italienische Front übergegriffen und 'rechtfertigt diesmal Cadornas Wetterklage. Im Tiroler und Kärntner Hochgebirge brachte der Föhn Lawinen ins Rollen, drückte Unterstände ein, verwehte Drahtverhaue, unterbrach Telephonleitungen u. fegte ganze, mühsam angelegte, Wegstrecken weg. Im Küstenlande schwemmten Regengüffe Erde in die Gräben, die knietief verschlammt sind, die österreichisch-ungarischen Soldaten ha­ ben unablässig M tun, sich der gefährlichen und beschwerlichen Gegnerschaft des Winters zu erwehren. Die Italiener haben die gleiche Mühe und haben darüber ihre Angriffsab­ sichten vorderhand ausgeben müssen, doch sagen italienische Gefangene und Ueberläufer über­ einstimmend aus, daß ihre Heeresleitung alle Vorbereitungen getroffen habe, um die zu Be­ ginn des vorigen Monats erlahmte ' JsonzoOsfensive wieder aufzunehmen. Tie italienischen Republikaner gegen Rußlands Kriegsziele! "Popolo d'Jtalia" teilt folgenden Beschluß des Vorstandes dev republikanischen Partei mit, der bei einer Zusammenkunft in Rom« am 12. Dezember gefaßt wurde: Angesichts der letzten Erklärungen der russischen und italieni­ schen Regierungen über die Dardanellen, die Autonomie Polens unter dem Zepter des ZaI ren und über den Anspruch Italiens auf das I Ostuser der Adria hält die republikanische Par- ────────── Bedeutung. Nach Urteil von landwirtschaft­ lichen Sachverständigen wäre es möglich!, daß wir 1918 fast doppelt so viele Lebensmittel im Lande erzeugen als jetzt. Hätte die Re­ gierung die Angelegenheit schon 1914 in die Hand genommen, so würden wir bereits jetzt doppelt so viel Lebensmittel produzieren als wir es gegenwärtig tun. Die Regierung hatte die U-Bovt-Gefahr vor Augen und wußte, daß nur die' Aushungerung uns daran hindern kann, den Sieg zu gewinnen, und doch ist sie untätig geblieben. Durch die Unentschlossen­ heit der früheren Regierung wurden die Leute entmutigt, und sie begannen sich zu fragen: "Die Regierung ist offenbar außerstande, den Krieg zu gewinnen, wie wäre es mit Frieden?" Hoffentlich machen sich! die Deutschen und die Neutralen die Tatsache klar, daß eine der Hauptujrsachen, die zu dem Sturz des alten Ministeriums geführt haben, die Furcht vor einem vorzeitigen Frieden gewesen ist. frei­ lich hat die neue Regierung böse Schwierigkei­ ten von ihrer Vorgängerin geerbt. Es nützt nichts, die Tatsache zu verschleiern, daß wir einen großen Mangel an Lebensmitteln, steigende Preise und noch stärkere Beschränkun­ gen der persönlichen Freiheit als zuvor haben werden. Die neue Regierung muß von jeder­ mann gro&e Opfer fordern, Herr Verzicht nicht nur auf Bequemlichkeiten, sondern auch auf Dinge, die an sich, notwendig wären. Dämmernde Erkenntnis in England. Austin Harrison, der bekannte Heraus­ geber der "English Review", gibt int "Sunday Picwrial" folgendes Stimmungsbild: "Als die Sommefchlacht anhub, war in England die Meinung allgemein verbreitet, daß nun die harte Ruh geknackt sei. Wie nun die nächsten Monate verstrichen und mehr Gräben in un­ sere Hand fielen, da stürzten wir uns sogar mit voller Kraft wieder in unsere alten Lebensgewvhuheiten. indem wir im sehr verdun­ kelten London eine Orgie siegestrunkenen Ent­ zückens zu feiern begannen. Niemals hatten bte englischen Theaterdirektoren so volle Häu­ ser, niemals machten unsere Juweliere und Pelzhändler so gute Geschäfte. Ter ChampagUer floß in Strömen. Wir alle waren von der Idee besessen, die abgeschnittenen Deutschen wären schon halb verhungert, jedes ihrer UBoote wäre von unseren Netzen ausgefischt wor­ den und Rumänien wäre dabei, den Teutschen den Gnadenstoß ("knock-out", s. Lloyd George!) zu versetzen. Der Mann dagegen, der wußte' wie es wirklich stand, wurde ein Narr oder Pessimist genannt, wenn er den Versuch wagte, das blinde Fieber der Menge zu mäßigen. Die englische Oeffentlichkeit lernt heute wie junge Katzen die Augen öffnen. Es stellt sich heraus, daß Brot in Berlin billiger ist, als in London. England sieht sich vor der Tatsache, daß "Ersatzmittel" für das englische Leben zu einem immer bedrohlicher austreten- den Wirtschastszwang werden. ^Das englische Volk sieht die Nahrungsmittel zu .immer un­ erschwinglicheren Preisen hinaufklettern. Es läßt sich sagen, daß die Sommeschlacht vorbei ist, und es kann doch auf einer Karte gewöhn­ lichen Maßstabes nicht einmal eine Beule in der deutsche nLinie entdeckt werden. Es sieht die visionären Äeisterarmeen unserer "Kriegssach­ verständigen" in Rumänien ausmarschieren. Mit einem ZusamjMenzucken wurden wir plötz­ lich w«h und machen uns nun klar, daß wir von Visionen gelebt haben, daß alles, was man uns erzählte, Schwindel war, und daß sich große Veränderungen wie in den obersten Marineokmmandostellen, so auch in der Re­ gierung als notwendig erweisen. Was bedeutet das alles? Einfach das, daß der Blinde den Blinden gestört hat unb daß die im Dunkeln tappende öffentliche Mei­ nung langsam sich. M fragen beginnt, warum sie wie ein hysterisches Schulmädchen behandelt wird, und daß sie nach Mitteln sucht, diesen Zustand 'zu ändern. Jeder Engländer hat das Recht, nun end­ lich die Wahrheit über den Krieg zu hören, so daß er selbst sehen und beurteilen kann, was für ein langer und verzweifelter Kampf noch vor uns liegt, wenn, wie es die überwiegende militärische Ansicht in England zu sein schieint, der Krieg nur durch völlige Ausreibung zu einem Ende gebracht werden kann. Bislang hat man uns in einem Dämimerzustand gehal­ ten. Wir hören nichts über die sehr interessan­ te Lage in Irland, Australien, Kanada oder den Bereinigten Staaten. Noch zur jetzigen Stund« schreiben englische Zeitungen bei der Betrachtung der rumänischen Lage ihre Mär­ chen darüber, daß unsere wunderbare englische Strategie die Deutschen heimlicherweise in eine Mederlage hineinleite. Sind wsir farben­ blind? Warum diese Leichtfertigkeit, während Rumänien sich für uns verblutet, tote Serbien und Belgien sich bereits verblutet haben? Zum großen Teil wird dieser äußerst dumme Opti­ mismus und die Unwissenheit der Presse durch, die Verschweigungspolttik unserer Regierung hervor gerufen. Man sagt uns so gut tote gar nichts. Alle Kriegsnachrichiten entarten in das übliche tägliche SregesgeMrei. Die Wahrheit ist, daß während dieses größten Dramas der Weltgeschichte das englischje Volk wie ein Maul­ wurf im Dunkln herumtastet." ────────── mit unnützen Gedanken quälen." Theodor aber hatte den Kopf geschüttelt. "Nein, Herr Professor — keine Ausflüchte — reinen Wein." Da durfte der Arzt nicht länger zaudern. "Herr von Born — Ihr Leiden ist — un­ heilbar. aber — Sie können sehr alt dabei werden." "Sehr alt," hatte Theodor wiederholt und dem Professor die Rechte entgegengestreckt. "Ich — danke Ihnen." Nach diesem Gespräch war eine zufriedene säst heitere (Stimmung über ihn gekommen. Rose — er brauchte noch mdjit von ihr zu gehen. Jetzt, wie sie so vor ihm saß in ihrer' Jugendschöne und Jugendkrdst, die selbst der Leidenszug nicht aus ihren Zügen getilgt hat­ te, da kam es ihm zum Bewußtsein, daß es ein Verbrechen war, dieses herrliche Geschiöps an sich zu fesseln. "Rose!" sagte er plötzlich mitten im Lesen, ergriff ihre Hand und zog sie leidenschaftlich an seine Lippen: "Wirst du mir ein Andenken ohne Groll bewahren, wenn — ich nicht mehr bin?" Sie erschrak und wurde noch um einen Schein bleicher. "Was redest du, Theodor? Du wirst ge­ sund werden." "Ja, ja — ich werde gesund werden," bestätigte er mit heiserer, trockener Stimme, "das heißt — ich kann noch sehr lange leben. — Würdest du bei mir ausharren — auch wenn das Ende in weiter Ferne läge?" Ein Schwindel faßte sie, aber sie zwang ihn gewaltsam nieder. "Natürlich! — ich bleibe bei dir, bis — ans Ende." — Theodor hatte das kurze Zögern wohl be­ merkt und die Qual herausgehört, mit der sie die Worte hervorgepreßt hatte. Er biß die Zähne zusammen, ittn! den furchtbaren Schmerz in sich zu 'unterdrücken. Im nächsten Augenblick war er ganz ruhig und gefaßt. , "Rose — eine Bitte —" "Welche?" "Küsse mich einmal — wie du Mich geküßt hast, als wir verlobt waren und in der ersten Zeit unserer Ehe noch — nur einmal noch." Die letzten Worte erstarben auf seinen Lippen in einem Hauch. (Fortsetzung folgt.) Eines Abends saß Rose neben dem Krankenstuhl ihres Gatten am Fenster und las ihm vor. Die letzten Strahlen der untergehenden Oktobersonne fielen herein und woben einen Glorienschein um ihr Haupt. Theodor ließ keinen Blick von ihr. Voll Ent­ zücken ruhten leine Augen auf ihren schönen, noch immer bleichen Zügen und auf ihrer schlanken Gestalt. "Königin — wie bist du meine Königin!" dachte er und eine verzehrende Leidenschaft packte ihn. Sie jetzt in seine Arme reißen dürfen, sie festhalten und nicht wieder loslassen — nie wieder —“ Ein Stöhnen brach aus seiner Brust hervor. Rose hielt im Lesen inne und blickte zu ihm hin: "Fehlt dir etwas?" "Nein mein Kind — lies weiter." Und Rose las. Er hörte nicht daraus, was sie las, er lauschte nur ihrer weichen melodischen Stimme. Da ging es wie ein schneidendes Messer durch sein Herz. Gestern hatte er mit seinem Arzt, dem Inhaber der Klinik, eine ernste Unterredung gehabt. Rose war auf seinen Wunsch ein Stündchen ins Freie gegangen, um sich zu erholen. "Herr Professor — ich frage Sie auf Ihr Gewissen: Werde ich noch einmal ganz gesund werden?" Der Professor war erschrocken gewesen, hatte gezögert und dann allerhand Umschweife gemacht. "Natürlich werde er gesund werden, er solle sich nicht ────────── Der Krieg zur See. "Bujffmt" torpediert. r WTB. Berlin, den 20. Dez. (Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote versenkte am 26. November etwa 50 Seemeeilen nordwestlich von Lissabon ein feindliches Sinienschjiff durchTorpedoschuß. Es handelt sich um das vom fran­ zösischen Marineministerium dm 8. Dezember? als mit der gesamten Besatzung verloren ge­ meldete französische Linenschiff "Suffren". Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Versenkt. Dev schwedische Schooner "Mord" ist von einem deutschen Unterseeboot versenkt wor­ den. Die Besatzung wurde von dem Dampfer "Capri" an Land gebracht. Der spanische Dam­ pfer "Ason" (2084 Tonnen) ist versenkt wor­ den. Lloyds meldet: Die dänische. Bark "Jagen" und der norwegische Dampfer "Sjournes" sol­ len versenkt worden sein. 1 { ────────── Ueber die Wirkung der Biehihandelsverbände auf die Fleischpreise tolrb der "Deutsch. Tagesztg." aus Oppeln geschrieben, daß, sich -bis zur Errichtung des Schlesisjchjen Viehhan­ delsverbandes im Februar 1916 in Oberschlefiett die Rrndfletslhpreise zwischen 1 Mark und 1.20 Mark für das Pfund bewegten, während däs Schlachtvieh! damals je nach Beschissenheit des Viehs und einschließlich aller Spesen 55 bis 85 Mark für 100 Pfund Lebendgewicht kostete. Gegenwärtig aber werden für 1 Pfd. Mindslchsch 1.80 bis 2.40 Mark und für 100 Pfund Lebendgewicht einschließlich aller Spesen 77 bis 122.50 Mark bezahlt. Hieraus ergibt sich, eine bedeutende Verschlechterung der Span­ nung zwischen Vicht- und Fleischpreisen seit Wirksamkeit des Viehhandelsverbandes, und zwar zum Schaden der Verbraucher. Während ncimlich diese Spannung Anfang dieses Jahres durchschnittkich! für 1 Pfd. 30 Pfennige betrug, ist sie seit Errichtung des Viehhandels'verbandes auf 1.10 Mark, d. i. um 80 Pfgl, gestiegen: Ebenso muß der Verbraucher das Fleisch um rund 100 Prozent teurer bezahlen, während Die Vichpreise nur um 30 Prozent gestiegen sind. , . Ein schönes und wertvolles Weihnachts­ geschenk hat der Dichter Ernst Zahn unseren Soldaten im Felde gespendet, indem er eine ganze Auflage seines großen Romans "Lukas! Hochstraßers Haus" deutschen und schweizer­ ischen Truppen Mr Verfügung stellte. Isiie Verteilung wird durch denGesamtausschuß zur Verteilung von Lesestoff im Felde und in den jLazairetten erfolgen. Es wäre zu wünschen, daß das hochherzige Beispiel des gefeierten deutsch-schweizerischien Dichters recht viele Nach­ ahmer fände. Wiens Ehrengeschenk. In der gestrigen Wemeinderatssitzung in Wien wurde nach einem Referat des Bürgermeisters beschlossen, anläß­ lich der Thronbesteigung des Kaisers Karl den Betrag von 200 000 Kronen den Wiener Ge­ werbetreibenden und deren Witwen, die durch Den Krieg in Not geraten sind, zu verteilen. Einen neuen, eigenartigen SchlachtWsiskh'p hat der Hauptkonstrukteur der italienischen Marine Ferreti entworfen und vor einiger Zeit einem Jngenieurkongreß in San Franzisko unterbreitet. Nach einer Mitteilung im Bei­ blatt zum "Prometheus" läßt der Entwurf die Uebergangsstuse zum komMIenden Tauchschlachtschiss erkennen, das da sein wird, sobald man imstande ist, geriigend starke Diselmojtoren zu bauen. ────────── Bayerische Nachrichten. Zur Einberufung des Landtages teilen die Blätter mit, daß sein Zusammentritt voraus­ sichtlich am letzten Dienstag int Januar (26.) erfolgen wird. Eine weitere Biereinschränkung für Mün­ chen. Den Münchener Wirten wurde von den Brauereien mitgeteilt, daß sie ab 25. Dezem­ ber nur mehr 25 Prozent des Bierumsatzes in der Friedenszeit, das ist also 25 Liter für 100 Liter, zugewiesen erhalten. ? Ein Eierliandel. Eine Bauersfrau aus Mutterstadt begab sich mit einem Korb voll Eiern nach Ludwigshasen a. Rh., um die kost­ bare Ware "vergoldet" zu schalten. Ein Kauf­ mann fauste auch sofort die Eier, ließ sie sich in eine große Schüssel zählen, trug sie fort, kam zurück und gab ihr 18 Plsg. (den Höchst­ preis) für das Stück. Auf ihire Einwendung, daß das Stück keine 18, sondern 50 Pfennig hoste, erhielt die brave Frau den Bescheid, nach, dem Stadthaus zu gchen. Blaß vor Schreck wankte sie zur Tür hinaus; um eine Erfahrung reicher, fuhr sie wieder heim. ────────── Allerlei. Ein tollwutvardächtiger Hund wurde in Neuses getütet. Bon einem ausgebrochenen Bären schwer verletzt. Im Landauer (Pfalz) Tiergarten ent­ kam ein Bär aus seinem Zwinger und stützte sich ans den 18jährigen Emmer. Er zog ihms die Kopfhaut mit seiner Tatze ab und biß ihm die linke Hand ab. Aus seine Hilferufe! eilten ein Feldwebel und zwei Soldaten aus der nahen Fortkaserne herbei und schossen den Bären zusammen. Zwischen den Puffsejrn totgedrückt wurde im Guß- und Armaturenwerk in Kaiserslau­ tern der 16jährige Fabrikarbeiter MaulScheibling. De!r Weiße Tod. 'Nach, den "Innsbrucker Nachrichten" wurden bei einem Law inenunglück in dem tirolischen Dorfe Bernuer 10 Personen und 74 Stück Viech getötet, in der Ortschaft! Walten ebenfalls zwei Menschen durch eine Lawine verschüttet. In Vernuer, einem klei­ nen Dövfchen mit 39 Häusern im Passaiertal, wurde eine Häusergruppe von einer Lawine verschüttet, wobei zwei Wohnhäuser und zwiei Oekonomiegebäude vernichtet, Kirche und schu­ le beschädigt wurden. Fünf Menschen wurden als Leichen geborgen, fünf andere werden noch vermißt und dürften nicht mehr lebend ge» borgen werden können. Nur ein Knecht wurde nach 40 Stunden lebend und utiverletzt gebor­ gen. An Bich gingen 74 Stück zugrunde. Bei dem Lawinenunglück in Walten am 'Jau­ sen wurden zwei Häuser und ein Stadel in die Tiefe gerissen, ein 19 jähriges Mädchen und ein 5 jähriges Kind verschüttet. ────────── Niederbayerische Nachrichten. * Hachelstuhl, 20. Dez. (Gänsediebstahl.) Ge­ stern nachts drangen Diebe nach Erbrechen der Türe in die Stallung der hiesigen Gastwirt­ schaft und stahlen dort 10 Gänse. Teggendors, 20. Dez. (Hüynermord) Wenn bei der kommenden Legesaison die Eier noch rarer werden, als es jetzt schon der Fall ist, so trägt hieran nicht zum wenigsten der Mas­ senmord der Hühner bei, wie er zur Zeih betrieben wird. Am vergangenen Dienstag mieteten, wie der Donaubote meldet, sich 3 besser gekleidete Herren bei einem hiesigen Lohnkuitscher ein Fuhrwerk um nach dem L. al­ lin ger Winkel zu fahren. Schon in Breiten-, berg ließen sie halten und begaben sich in die dortigen Häuser, um nach Hühnern zu fra­ gen. Ihre Bemühungen blieben hier ohne Erfolg. Besser, ja flott ging das Geschäft in Schausling. Anscheinend hat ein dort auf Uxlaub befindlicher Soldat von der Ankunft der drei Herren gewußt, denn auf seineVeranlassung brachten die Leute eine grötzereAnzahl Hühner, welche sofort geschlachtet wurden und mitgenomjmjen wurden. Die Herren be­ zahlten für ein gewöhnliches Landhuhn durch­ schnittlich 5 Mark. Es mag schon sein, daß die Leute wegen Futtermangels die Hühner gerne los geworden sind, andernfalls müßte man sagen sie hätten bei dem derzeitigen hohen Eierpreis eine grenzenlose Dummheit begangen. ────────── enbund morgen Freitag nachmittags 4 Uhr im Saale des Ursulinenklosters. —* Der Christbaumdiebstahl ist auch Heuer wieder im Schwung. Die Diebe welche nicht immer den ärimieren Klassen an­ gehören, plündern die Wälder der Umgebung, ein Vorgehen, das auf das schärfste zu verurtelien ist, umsomehr, als genügend Bäuche am Markte vorhanden sind, und- die Preise im gro­ ßen und ganzen gegen die Vorjähire nicht er­ höht sind. Um wenige Pfennige kann sich! jeder der einen Christbaum will, einen solchen kaufen und er braucht sich nMt in Gefahr begeben, wegen Diebstahls angezeigt zu werden. Wer dennoch! den unredlichen Erwerb vorzieht, und sich, am Weihnachtsseste an einem gestvhk lenen Baum erfreuen will, der hat sich die Folgen für dieses Dun selbst zuzuschreiben. —* In der Marienanstalt finden auch Heuer Weihnachtsspiele statt, ebenso im Kin­ derhort und im städt. Waisenhause. —* Die Zeitungen zu Weihnachten und Neujahr. Das Kriegsministerium gibt bekannt: In Uebereinstimmung mit den An- 1 Ordnungen für das übrige Reich! wird der Zeitungsbetrieb in Bayern für die kommenden Feiertage geregelt wie folgt: Dom Sonntag, den 24. Dezember 1916 vormittags 8 Uhv bezw. Sonntag, den 31. Dezember 1916 vor­ mittags 8 Uhr bis zum 26. Dezember abends 10 Uhr bezw. 1. Januar 1917 Nachts 12 Uhr ist im technischen Betriebe der Zeitungen voll­ ständige Arbeitsruhe einzuhalten. Gestattet ist (für 24., 25., 26., 31. Dezember und 1. Ja­ nuar 1917) die Vervielfältigung der amtlichen durch WTB. und TU. verbreiteten Kriegsdepe­ schen — aber ausschließlich! dieser — und ihre Veröffentlichung durch Anschlag an den Telegrammtaseln der Zeitungen. Die Zustell­ ung und der Straßenverkauf der Zeitungen ist an den genannten Tagen nach Maßgäbe der ortspolizeilichen Bestimmungen gestattet. —* Der Historische Vereinvo n N iederbahern Welt am 15. ds. eine Ausschuß sitzung, in der an erster Stelle über einen römischen Grabstein mit leider verstümmelter Jnschxist zu berichten war, der auf einem Seitenaltar der Eininger Kirche bei Erweiter­ ungsbauten zutage getreten war, vom Histori­ schen Verein erworben und nach Landshut ins Museum verbracht wurde. Ueber die Schön­ heit des Steines geht sein Gewicht, da er 8—10 Zentner wiegt. Der neue Lehrer und Kastellwart Herr Beutelrock in Eining wurde wieder mit der Obhut der in einem römischen Badegebäude dortselbst verwahrten Römersun­ de betraut. Hervorragende Geschenke lieferte der Vereinskassier Herr Rentier Kaufmann, bestehend in einem großen, schönen Atlas von fast "100 Einzelkarten und etlichen Wappen vom Jähre 1795, einer Riesenkarte von Euro­ pa von 1809, einem Leidensbuche Christi mit sehr guten Kupfern von 1715, weiter einem vortrefflich gedruckten bayerischen Kriminal­ kodex von 1751. Ein Frl. Blöchl hatte eine Anzahl Stiche mit Darstellungen von Freu­ denhain verehrt, Herr Justizrat Costa eine gute Ausgabe des Landrechtes von 1616, der Prot. Stadtpsarrer Herr Seidel mehrere Jahr­ gänge von Landshuter Wochenblättern. Dem von Pfarrkirchen her ausgesprochenen Wun­ sche, Zunftbriefe, die vor mehreren Jahrzehn­ ten an den Verein waren eingeliefert worden, wieder zurückzugeben, konnte nicht stattgegeben werden. Dem Hingange des Universitätspro­ fessors Dr. Joh. Ranke widmete der 1. Ver­ einsvorstand, Sei Exzellenz v. Pracher, im Anschluß an einen Nachruf des Generalkonser­ vators Dr. Hager Worte ehrender Anerken­ nung und ein stilles Memento mit denAnwesenden; Ranke war hervorragender Prähistvriker gewesen. Bezüglich der diesjährigen Vereins­ schrift, des 52. Bandes der Verhandlungen, konnte konstatiert werden, wie besonders die Abhandlung über den Zehentstreit des Pfar­ rers Pierling von Seebach mit dem Klosten Niederaltaich mit Heller Freude aufgenommen wurde. Zur Familiengeschichte der Wochinger, die den Band einleitet, konnte mitgeteilt wer­ den, daß der Verfasser derselben, Oberstleut­ nant Gg. Wochinger, der im Felde steht, durch den Krieg außer näher oder ferner Verwandten ' leider auch seinen einzigen Sohn verloren habe. | —* Konzert. Am 1. Weihuachtsfeiertag I (Montag den 25. Dezember) findet im Leiderersaale ein Streichkonzert vom Musikkjdrps des Ers.-k9ataillons aus Frejsing statt. Der Reinertrag wird der Kriegsfürsorge überwie­ sen. Nachdem der Eintrittspreis auf nur 50 Psfg. festgesetzt ist, darf ein zahlreicher Be­ such erhofft werden. Beginn nachmittags 4 Uhr. i —* Der Winter beginnt morgen nach dem Kalender. Um 4 Uhr 58 Minuten vormittags, erreicht die Sonne in ihrem scheinbaren Jahreslause den südlichsten Punkt ihrer Bahn. Wir werden morgen den kürzesten Tag und die längste Nacht haben. Es ist eine der am häufigsten wiederkehrenden Erscheinungen, daß bald nach der Wintersonnenwende die Wit­ terung winterlichen Charakter annimmt, selbst in den mildesten Wintern. Gewöhnlich stellt sich strengerer Frost in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ein, wogegen das Weih-> nachtsfest selbst fast stets mild und regnerisch zu verlaufen pflegt. In den Jahren um das Sonnenfleckenmaximum, in denen wir uns ge­ genwärtig wieder befinden, sind die Sommer gewöhnlich kühl, die Winter mild, entspre­ chend der größeren Regenhäusigkeit, die wäh­ rend dieser Periode herrscht. So spricht auch diesmal die größte Wahrscheinlichkeit dafür, daß dev kommende Winter mild und regnerisch verlausen wird, wenn gleich es gelegentlich auch einmal eine Ausnahme von dieser Regel gibt. Doch sieht es bisher nicht so aus, als ob der Winter 1916—17 «ine solche Ausnahme werden sollte. Denn strenge Winter beginnen nur höchst selten spät; fast immer kündigen sie sich schon durch einen kalten Herbst an, wie es auch im Winter 1908—09, dem letzten kaltenWinter. den wir hatten, der Fall war. Immer­ hin, vergehen auch die milden Winter säst nje ohne die eine oder andere Periode sehr strengt Kälte; aber der harte Frost ist dann nie von Dauer und weicht gewöhnlich schön nach weni­ gen Tagen wieder umso mildereMi Tauwetter. In dieser Art dürste sich denn auch vermutlich der diesjährige Winter gestalte«. ! j[ i j ────────── Letzte Posten. Abermaliger Kabincttswechsel in Oester­ reich. Wien, 21. Dez. In Berücksichtigung der politischen Gesamtlage legte der Geheime Rat Dr. von Spitzmüller den ihm erteilten Auf­ trag zur Bildung des Kabinetts in die Hände des Kaisers zurück. Wie wir erfahren, un-> tchbreitete hierauf der mit der Kabinetts-! bildung bettwute Ackerbauminister Graf ClamMarttnitz dem Kaiser bereits Anträge hinsicht­ lich der Zusammensetzung des neuen Ministe­ riums. — Wie verlautet, ist das neue Kabi­ nett folgendermaßen zusamMiengefetzt: Präsi­ dium und Leitung des Ackerbauministeriums' Graf Clam-Martinitz, Ministerium des "In­ nern Frhr. von Handel, Handelsministerium Dr. Urban, Arbeitsministertum Frhr. Trnka, Kultus- und Unterrichtsministerium Führ. Hussarek, Minister für Galizien Dr. Bobrzinskh, Landesverteidigung Frhr. Georgi, Finanzmi­ nisterium Dr. Spitzmüller, Justizministerium Frhr. Schenk, Eisenbahnministerium Frhr.Forster, Minister ohne Portefeuille Dr. Baernreither. , 1 ; j Bukarest nicht das letzte Mel. Berlin, 20. Dez. Auf die vom Prä-j sidenten und den Beamten der Kgl. Eisen-! bahndirektton Danzig an den Generalfeldmar­ schall von Mackensen gesandte Glückwunschdepesche ist folgende Antwort eingegangen: Ihnen und allen Beteiligten aufrichtigen Dank für soeben erhaltene wertvolle Glückwünsche. Bu­ karest war ein Ziel, aber nicht das letzte. Gott helfe weiter wie bisher. Mackensen. Wetten gegen den Friede«. Berlin, 21. Dez. Für den Friedens-^ schluß Ende Juni schloß laut Berl. Lok.-Anz. Llohds-jVersicherungsgesellschaft mit 20 Pro­ zent ab. Dagegen wurden für eine Friedens­ konferenz keine Wetten entgegengenommen. Ti« rumänischen Verlust«. Berlin, 21. Dez. Die Verluste der ruä mänischen Feldarmee beziffern sich, wie ver­ schiedene Blätter melden, auf 280 803 Mann, darunter 7930 Offiziere. ; Ans Griechenland. Reuter meldet aus Athen: Griechenland hat eine Note an die Regierungen der Entente gedichtet, in welcher es die Lage schildert, die entstanden sei, seitdem es den Bedingungen des Ultimatums der Alliierten zugestimmt hat. Die Note hebt die Schwierigkeiten hervor, die sich aus den Ereignissen auf den Inseln, aus dem Zögern der Alliierten ,ihre Sühneforderungen bekanntzugeben und aus der Fortsetzung der Blockade ergaben . Die griechische Regierung gibt zu verstehen, daß sie vielleicht gezwun-i gen sein werde, die Truppenverfchiebungen nach dem Süden in der Erwartung der Lösung der gegenwärtigen Lage einzustellen. Bckrjagung der Ententeorgane aus Janina. Athener Meldungen zufolge haben die Be­ wohner von Janina die Ententeorgane verjagt. Angesichts der drohenden Haltung der Einwoh­ ner sahen sich diese genötigt, in ihre Kon­ sulate zu flüchten, wo "sie eingeschlossen wur­ den. Gleichzeitig wurden die Denizelisten ver­ haftet und mit den Ententeorganen nach dem Nordepirus abgeschoben. Der Bürgermeister und der Postdirektor, die Venizelisten sind, wurden abgesetzt. (Z.) Versenkt. Dex Mattn meldet aus La Rochelle: Ein deutsches Unterseeboot versenkte die Segler "Presper "und "Leon". Acht Mann der Besatz­ ung toiitoben an Bord des Unterseebootes ge­ nommen. Sie wohnten der Versenkung zweier Dampfer bei und wurden schließlich durch! den Dampfer "Camelia" nach Rochelle gebracht. — Echo de Paris meldet aus Marseille: Der Dampjfer "Lotus" hatte "300 Gerettete der ver­ senkten Dampfer "Magellan" und "Sinst" an Bord. ' 1 j ────────── Bekanntmachung. Bet der in heutiger öffentlicher Sitzung stattgefundenen XVI. Verlosung bet Landshnter Staötanlehens-Obligatioue» wurden folgende Nummern gezogen:, I. Vom 3'/r°/»ige« Anlehen -es Jahres 1895. Lit. A 6 Stück Nr. 36, 82, 232, 566, 636, 78tz. "87 " Nr. 1. 4, 131, 163, 243, 335, 728. " C 6 " Nr. 161, 203, 228, 374, 404, 424. " D 5 " Nr. 77, 117, 173, 243, 353. " E 4 " Nr. 53, 114, 143, 461. II. Vom 3'/-°/,igen Anlehen -es Jahres 1897. Lit A 2 Stück Nr. 24, 98. " B 2 " Nr. 99, 169. * Q. 4. Nt 31,. 74. 218, 270. " D 5 " Nr. 91/184 190, 417, 491. j £ 10 " Nr. 141, 168, 234, 235, 264, 358, 385, 403, 418, 471 in. Bom 4°,°igen Anlehen des Jahres 1901. Ut. A 1 Stück Nt: 210. " B 3 * Nr. 49, 208, 273. "CI " Nr. 5, " D 2 " Nr. 44, 158. " E 2 " Nr. 118, 151. IV. Bon 3 1 /*%löe« Anlehen des Jahres 1905. Lit. A 2 Stück Nr. 21, 34. " B 2 " Nr. 96, 134. " C 2 " Nr. 125, 174. " D 2 " Nr. 73, 219. " E 3 " Nr. 71, 122, 274. Restante« ans der XV. Verlosung. Vom Anlehen 1895 Lit. C Nr. 214. Restante» aus früheren Verlosungen. Vom Anlehen 1897 Lit. E Nr. 85. " , 1901 " B Nr. 122. Die Heimzahlung dieser sämtlichen Wertpapiere erfolgt am 1. Avril 1917 und zwar: L bei der Stadthauptkaffe Landshut, 2. " " Kgl. Hauptbank in Nürnberg «nö deren sämtlichen Filiale», 3. " " daher. Hypotheken und Wechselbank in München und deren Filiale Landshut, 4. " " daher. Bereinsbank in München «nö deren Filialen Landshut, Regensbnrg «nö Würzbnrg. Mit dem vorgenannten Zeitpunkt hört die fernere Verzinsung der ver­ losten Obligationen auf und wird der sogenannte DepofitalzinS nicht berechnet. Land Sh nt, 16. Dezember 1916. Marschall. 2654 Schwarz. ────────── Bekanntmachung. Betreff: Ersparnis von Brennstoffen und Beleuchtungsmittel». Der Stadtmagistrat Landshut erläßt im Hinblick auf § 3 der Bundesralsbekanntmachung vom 11. dr. bezeichneten Betreffs und Ziffer 1 der hiezu ergangene» Vollzngsanweisung vom 14. ds. mit sofortiger Wirksamkeit folgende Anordnung: 1. Gast-, Speise- und Schau Kmtrtschaften, Kaffrhäuser, öffentliche Uergnügungsanstatten aller Art, ferner Vereins- und Gefrllfchaftsräume, in denen Speisen und Getränke verabreicht werden, find spätestens um 11V, Uhr abends fit schließen. 2. Veranstaltungen in Theatern und Uichtspielhausern, ebenso Schaustellungen und Darbietungen aller Art lelnschlichltch rein musikalischer und wiffenschaftlicher Vorträge) in anderen Räumen oder Vergnügungsstätten sind längstens NM 11 Uhr abends einzustellen. 3. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mk. oder mit Haft oder mit Gefängnis bis zu 3 Monaten bestraft. Lands hui, den 20. Dezember 1916. Marschall. 2658 Schwarz.