Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-12-22. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 347, 1916-12-22. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Der Kaiser verlieh! dem Kronprinzen von Bayern das Eichenlab zum Orden Pour le merite mit folgenden Handschreiben: "Un­ ter Eurer Kgl. Hoheit hervorragender Füh­ rung in ernster Lage sind die französisch-eng­ lischen Angriffe zum Stehen gebrachst wor­ den. Der Durchbruchs ist gescheitert, dieSchlacht an der Somme für uns gewonnen; nur dadurch wurden die vernichtenden Schläge in Rumä­ nien ermöglicht. Es ist Mein Wunschs, Meiner dankbaren Anerkennung hiesür dadurch> Aus­ druck zu verleihen, daß Ich Eurer Kgl. Hoheit das Eichenlaub ptn Orden Pour le merite ver­ leihe. " - i 5er rumänische Rückzug ein aufregendes Rennen. Genf, 21. Dez. Der Militärfachkritiker des Journal schreibt: Es ist sragstchs, ob die Rumänen am Sereth früher eintreffen können als Fallenhayn. Wenn die Rumänen den Fluß früher erreichen, sind sie gerettet, erweist sich! der linke deutsche Flügel rascher, dann braucht nur Fallenhahn sich ein wenig nachs rechts wenden, um den Rückzug des Feindes vollkom­ men abzuschneiden. Der Marsch! der rumä­ nischen Armee gleichst einem aufregenden Ren­ nen. (Z.) , Carriere della Sera schreibt in ahulichtem Sinne: Die Lage der Rumänen wäre verzwei­ felt, wenn es den Deutschen gelänge, die Mol­ dauer Front zu durchstoßen. Die Russen ha­ ben bereits das Oberkommando über alle ru­ mänischen Stteitkräste ÜbernomUtsen. Die ru­ mänischen Truppen sind nochj nicht am Sereth! angekommen. Me Lage ist äußerst kritisch. t 5er englische Nationalhilfsdicnsti. Die englische Presse bringt Einzelheiten über die Regelung der Zwangsarbeit aller Männer zwischen 17 und 60 Jahren, die jetzt von der 'Regierung eingeführt und bekannt­ lich, unter der Leitung ' Chamberleins steht. Darnach sollen alle entbehrlichen Geschäfte ge­ schlossen werden. Tabak- und Mostrichjfabriken dürfen ihre Erzeugnisse nicht mehr in Blechdosen verpacken, damit die freiwerdenden Arbeiter der Stahlfabrikation freigemacht wer­ den. Die Behörden haben das Recht, die Ar­ beiter nach! Belieben zu veschäftigen und bei Privatleuten einMquartieren. Daily News' er­ klärt, dies sei die Antwort auf die Be-schwÄden der Arbeiter gegen die Anstellung der Neger. f Kvhlennot in England. ' Rach der Times wurden infolge des ge­ ringen KoMnvorrates gewisse Industrien, wie Brauereien und Brennereien eine sehr be­ schränkte Menge Kohlen zugewiesen. Versenkt. Lloyds meldet: Me beiden dänischen Dam­ pfer "Chäfsie Maersk" (1307 Tonnen) und"Gerda" (775 Tonnen) wurden versenkt. > In den Grund gebohrt. i j M ar f e i He, 21. Dezember. Der Panzer "Ernest Renan" stteh nachts mit einem ita­ lienischen Dampfer, auf dem sich! Urlauber der Alliierten befanden, zusammen und schnitt ihn in zwei Stücke. 15 Mann kamen um, 115 Fahrgäste wurden in einem italienischen Hafen gelandet. "Ernest Renan" kehrte nach Tou­ lon zurück. Präsident Wilson ptt Frieden. ‘ Berlin, 22. Dez. Amerikanische Zeitun­ gen und das Londoner Pressebüro veröffentli-s chen eine Note, die Präsident Wilson den Krieg­ führenden telegraphierte, um sie zur Bekannte gäbe der Bedingungen zu veranlassen, die den endgiltigen Abmachungen über den Frieden vorangehen müssen und an denen die neutra­ len Staaten verantwortlich teilzunehmen be­ reit seien. ' Der Präsident betonte, sein Schritt sei nicht durch das Friedensangebot der Mittel­ mächte hervorgerufen. Er Mage keinen Frie­ den vor, er biete nicht einmal seine Vermitt­ lung an, sondern er wolle durch den Austausch der Ansichten den Weg für eine Konferenz frei machen. Washington, 21. Dez. Meldung des Washingtoner Büros: Staatssekretär Lansing erklärte, Wilsons Note basiere nicht ans den materiellen Interessen Amerikas, sondern da­ rauf, daß Amerikas Rechte durch! die beider­ seitig Kriegführenden immer mehr in Mit­ leidenschaft gezogen würden. Amerika tteibe näher an den Rand des Krieges und müsse des­ halb die Absichten der Kriegführenden erfah­ ren, um seine zukünftige Haltung darnach ein­ zurichten. Weder das deutsche An gebor, noch die Rede von Lloyd George sei damit berück­ sichtigt. Lansing erklärte weiter, Amerikas Neutralitätspolitik sei unverändert geblieben. ────────── Auszeichnung des Kronprinzen Rupprecht. ────────── Viermaliger russischer Ansturm in den Karpathen gescheitert. — Nachhutkämpfe in der Dobrudscha. — Vorstoß deutscher Seestreitkräfte. ────────── Im Westen wurden nördlich von Arras englische Abteilungen durch Gegenstoß wieder aus unseren Grüben geworfen. Bei Biller Carbonnel "vollführten Gardegrenadiere und ostpreußische Musketiere einen gelungenen'Vorstoß in die feindlichen Grüben. Das günstige Wetter brachte zahlreiche LuffWmpfe, in denen die Feinde an der Som­ me 6 Flugzeuge verloren. Au der Aisne kam es nur zu Patrouillengefechten, an der Maas und Somme nur zu GeschützWmhfen. Im Osten scheiterten russische Angriffe bei Goduchske und am Dirhßwjatisee, ebenso die Wiedereroberungsversuche der Russen bei He­ lenin am Stochod. In den Waldkarpathen wurde ein vier­ maliger Ansturm der Russen bei Mestecanesci abgeschlagen, weiter nördlich russische Postenstellungen erobert. r In Rumänien setzen sich die Feinde am Gebirge, an der rumänisch- siebenbürgischjen Grenze anscheinend nochmals zur Wehr, denn gestern wurde von dorther starkes Artilleriefeuer gemeldet. In der Dobrudscha dürste es sich bei den vorgestern gemeldeten neuen Kümpfen nur ums Rachhutgesechte gehandelt haben. Gestern wird bereits berichtet, daß die Nachhuten des Fein­ des aus "einigen 'Stellungen bereits geworfen sind. In Mazedonien griffen Russen im Cernabogen an, wurden aber von deutschen Jägern abgewiesen. ────────── Persische Front: 25 Kilometer nördlich Hamadan schlugen wir durch unser Feuer eine feindliche Kavallerieschwadro n zurück. Tigrisfront: Südlich von Felahie brachten wir eine feindliche Feldbatterie zum Schweigen, die unsere Stellungen, ohne irgend einen Er­ folg erzielen zu können, beschossen hatte. An den anderen Fronten kein Ereignis bon Bedeutung. Der stellv. Generalissimus. ────────── Botschafter Gepard Gast des deutschen Botschafters in Kopenhagen. Kopenhagen, 20. Dez. Botschafter Gerard, der am Dienstag mit Gemahlin auf dem dänischen Amerikadampfer "Frederik" aus Newyork hier eingetroffen ist, nahm Mittwoch früh> an der Frühstückstafel des deutschen Ge­ sandten Grasen Borckdvrff-Bantzen teil. Don­ nerstag vormittags wird der Botschafter mit Gemahlin nach Berlin Weiterreisen. Zu der Frühstückstafel war auch der hiesige amerikani­ sche Gesandte geladen. (Z.) ────────── Zum Friedensangebot des Vierbundes. Tie Antwort der Entente. Berlin, 22. Dezember. Nach der "Boff. Zeitung" wird die Note der Entente auf das Friedensangebot der Mittelmächte am Samtztag überreicht werden. Tie Antwortnote der Entente. Nach einer Haager Meldung der N. Zür­ cher Ztg. wird die Antwortnote der Entente am Samstag gegeben werden. Der Korrespondent der Boss. Ztg. meldet aus Amsterdam: Wie ich aus London erfahre, hat die englische Regierung am 19. Dezember den Kabinetten der Verbündeten den Entwurf der den Zentralmächten zu erteilenden Ant­ wort übermittelt . Die Verbündeten werden ersucht, ihre Erklärungen bis zum 22. De­ zember abzugeben. Zürich, 21. Dez. Wie verlautet, wird die gemeinschaftliche Antwortnote der Entente auf das Friedensangebot der Mittelmächte den Hin­ weis darauf enthalten, daß die Entente dem Frieden nicht abgeneigt sei, wohl aber Njcht verhandle ,ohne daß, Deutschland mit festen Vorschlägen komme. Die Note wird auch einen besonderen Abschnitt über die Frage der Ver­ antwortlichkeit bei den einzelnen kriegführen­ den Mächten enthalten. (Z.) Tie Engländer erwarten eine weitere Note Teutschlands. Rott er dam, 21. Dez. Das Londoner Blatt "Star" erwartet eine weitere Note der Zentralmächte. Der Premierminister hat Deutschlands Anerbieten nicht ganz verworfen. Er bittet vielmehr um weitere Einzelheiten. "Wir zweifeln nicht", erklärt das Blatt wei­ ter, "daß der deutsche Reichskanzler das Un­ recht,dasDeutjMand nach denWorten desReichskanzlers beging, als es die Neutralität Bel­ giens brach/ gutzumachen gewillt ist. Das deut­ sche Volk muß sich aber von dem Ungeheuer des Militarismus befreien, bevor es in die Gemein­ schaft der Völker zurückkehren kann. Unter den von Asquith bezeichneten Bedingungen steht ihm die Türe zum Frieden weit offen. Wol­ len die Deutschen jenen Bedingungen entspre­ chen, so mögen sie es sagen." (Z.) Tie französische Minderheit gegen die Fortsetzung des Krieges. Die Berner Tagwacht meldet aus Paris: Die Minderheit der sozialistischen Kammerfrak­ tion ist mit einem Rundschreiben an die Par­ teigenossen von ganz Frankreich herangegan­ gen, in dem sie in scharfer Weise gegen die Mehrheit der Partei, gegen die Minister und gegen die Humanttee, sowie gegen die Fort­ führung des Krieges Stellung nimmt, Unter­ schrieben von 31 Abgeordneten — darunter Brizon, Lehges und Rassiu-dugens, sowie von der Minderheit des Parteivorstandes — zählt das Rundschreiben verMedene Punkte auf, in denen die Minderheit mit der Mehrheit nicht einverstanden ist: Verantwortung der Regie­ rung, nationale Verseuchung der Arbeiter und der Partei, Beteiligung am Ministerium— In dem Abschnitte betreffend anektionistischer Kriegsziele in Frankreich heißt es :Und was wird Frankreich an zu vergießendem Bürt im Jähre 1917 noch übrig bleiben? Es wird weih­ geblutet sein. Es i stschon nahe daran. Wenn die Opfer unserer hauptsächlichsten Verbündeten den nnsrigen entsprechen ,jener Million von Toten, die unser Land bereits zählt, so müh­ ten sie im Verhältnisse zu ihrer Bevölkerungszahl betragen: Rußland 4 700 000 Tote, Eng­ land leinhalb Millionen Tote, Italien 900 000 Tote. Alle aber, England, Italien und Ruß­ land, sind weit davon entfernt, die gleichen Opfer aufgebracht, die gleichen Verluste erlitten zu haben, wie Frankreich. Wer liebt Frankreich mehr, die, die es bis zum letzten Tropfen Blut opfern, oder die, die sich. bemühien, so gut es geht, Frankreich vor dem Untergang zu retten? Ter italienische Bokkswillsn. Die offiziellen Sozialisten haben einen Beschluß angenommen ,in beim sie die Erwar­ tung aussprechen, daß alle Kraft und Vernunft für ein rasches Ende des Krieges aufgeboten werden müsse ,wie es alle Böller wünschen. Gleichzeitig beschließt die Partei vor außer­ parlamentarischen Intriguen auf der Hut zu sein. onarchie, die überdies, wo es ihr fehle, vortrefflich von Deutschland unterstützt würde, auch kriegsindustriell ganz bedeutend unterlegen. Nicht zuletzt verfüge die österreichische Heeresleitung auch über eine bedeutend größere Kriegsprayjs wie die italienische. (Z.) ────────── Die Türkei im Kriege. Ueberführung erbeuteter türkischer Geschütze. Konstantinopel, 21. Dez. Die türki- scheu Geschütze, die durch die Rumänen in den Kätopfen von Plevna während des türkisch-russischen Krieges von 1877 erbeutet und nach! Bukarest gebracht wurden, werden nunmehr nach Konstantinopel überführt wer­ den. Sie sollen auf dem Bahazidplatz bor dem Kriegsminister iutol aufgestellt werden. C8) ────────── Der Krieg mit England. Großer Rückgang des Schiffsverkehrs mit England. Berlin, 21. Dezember. Aus dem Bericht des englischen Handelsamtes über die Schiss­ fahrtsverhältnisse ergibt sich, wie die "Times" in ihrem Handelsteil am 8. Dezetober schreibt, daß sämtliche Schisse, die im letzten November die Häsen anliefen, zusammen den Tonnenge­ halt von 2 555 503 Tonnen hatten, das ist gegen November 1915 ein Rückgang von 385 625 und gegenüber November 1914 von 432 065 Tonnen. Für die ersten elf Monate dieses Jahres zusammen bettng der Tonnen­ gehalt der eingelaufenen Schliffe 27 845 617, das bedeutet eine Abnahtoe von Z 252 711 Ton­ nen gegenüber dem Vorjahre, und nicht weni­ ger als 12 226 529 Tonnen gegenüber den ersten elf Monaten von 1914. Es wird ferner daraus hingewiesen, daß infolge des Schiffs-i mangels die Rsisernte von Birma nur zu einem geringen Teil nach England gebracht werden kann. (Z.) ' T«er englische Kohlenmangel. Die englische Regierung hat der amerika­ nischen Regierung ein Memorandum überreicht des Inhalts, daß in Zukunft Bunkerkohle, also auch für Amerika nur in sehr reduziertem Umfange abgegeben werden könne, denn die Kohlenvorräte und das Menschenmaterial seien erheblich herabgemindert, sodaß selbst die Koh­ lenversorgung für Frankreich auf erhebliche Schwierigkeiten stoße. Der Mangel an Ton­ nage sei an allem schuld. Die englische Regie1 rung bittet, keinen bösen Willen darin M sehen, wenn unter dem Zwange der Not eine Herab­ minderung des Quantums an Bunkerkohle er­ folgen müsse. (Z.) ────────── ein peinlicher Zwischenfall. Zum erstenmal wurde von den Engländern ein weiblicher beut*' scher Fahrgast zurückgehalten, weil in dem Ge­ päck der Dame Herrenkleider gefunden wurden. Obwohl der Kapitän und die Offiziere desSchifses erklärten, daß, der Gemahl der Dame bei der Ausreise des Dampfers in Newyork zu­ rückgeblieben sei, wurde die deutsche Dame in Kirkwall zurückgehalten. (Z.) Bannware führte, wurde er nachts wieder frei­ gegeben und setzte feine Reise fort. Ter Chef des Admtralstabs der Marine. Versenkt. > Das norwegische Konsulat in Bordeaux meldet: Der Dampfer "Primst" von Bergen wurde am Sonntag versenkt und die Besatzung in Bordeaux gelandet. Petit Parisien meldet aus Marseille: D^e Besatzungen des versenkten italienischen Dam­ pfers "Ginstiza" (1116 Tonnen) und des griechischien Dampfers "Fofa" sind hier gelandet. Das gleiche Blatt meldet aus Brest: Der englische Dampfer "Flinston" (6000 Tonnen) wurde versenkt. Der Kapitän und der Maschinestchjes wurden gefangen, der Rest der Be­ satzung gelandet. Der japanische Dampfer "Takimariä" (3208 Tonnen) wurde in den gleichen Gewässern ver­ senkt, desgleichen die Goelette "Hirondelle" und die Brigg "Eugene Gaston" (184 Tonnen.). Der Mattn meldet aus Bordeaux: Die Dreimaster "JmMaculee Conception" '(264 Tonnen) und "St. Vues" (325 Tonnen) wurden versenkt. Zum Unfall von U-Teutschland im Hafen von Rew-London. Washington, 21. Dez. Die amtliche Untersuchungskommission, wellchje die Schuld an dem Unsalle bei der Ausfahrt der "Deutsch­ land" aus dem Hafen von New-London feststel­ len sollte, veröffentlicht folgenden Bericht: Wir freuen uns feststellen zu können, daß die "Deutschland" sorgsam und richtig von Kapitän König gesteuert wurde, als sich der Zusammen­ stoß mit dem Schlepper "Scott" ereignete, und daß Kapitän König alles tat, was in seiner Macht lag, um das Unglück abzuwenden, und ebenso alle notwendigen Anstrengungen machete ,um die Mannschaft des Schleppers zu ret­ ten. Offenkundig schoben sich! aber die beiden Schiffe so schnell zusammen, daß der' Schlep­ per sofort sank. Die Ursache des Unglücks war ein falsches Glockensignal, das Kapitän Gurney vom Schlepper "Scott" gegeben hatte. Englischer Postraub. ' Kopenhagen, 20. Dez. Wieder sind beträchtliche Mengen dänischer Post, darunter solche von einem Teil Dänemarks nach einem 1 anderen bestimmt, von den Engländern be­ schlagnahmt worden. Von einem dänischen Dampfer, der von Rehkawik nach Kopenhagen unterwegs War und von dem Dampfer "Maldur", der auf derReise von Thorshavn nach Kopenhagen unterwegs sich befand, wurde die Post in Kirkwall, wohin die beiden Schiffe zur Untersuchung gebracht worden waren, entfernt. Auf dem Dampfer "Fredertk", der ftd}, zu gleicher Zeit in Kirk­ wall zur Untersuchung befand, ereignete sich ────────── Aus den Kolonien. Tie Käulpse in Ostafrika. London, 20. Dez. (Amtlich.) General Smuts meldet aus Ostasrika, daß, die Kämpfe in der Nachbarschaft von Kibata fortdauern. Starke feindliche Angriffe wurden am 15. Dez. abgeschlagen. In der Najchtt vom 15. auf 16. Dezember wurden einige schwache deutsche Ab­ teilungen, die sich in unserer vorgeschobenen Stellung festgesetzt hatten, endgültig daraus Vertrieben. Am 16. Dezember wurde ein wich­ tiger Höhenrücken nordöstlich Kibata erobert und gehalten. Unsere Flugzeuge machten er­ folgreiche Bombenüberfälle und verursachten ansehnliche Verluste. Auch die australisch«-: Ernte gefährdet. Eine Reutermeldung aus Melbourne vom 4. Dezember in den Financial News vom 5. ds. enthält die Befürchtung, daß infolge von Re­ gengüssen und Hagelwettern, wie sie noch nie dagewesen sind, die Weizenernte in Victoria und Neusüdwales leiden wird. Auch hat der gleichen Quelle zufolge die "NÄv Saland Loan and Merecantile Agency" aus Melbourne eine Kabelmeldung erhalten, die von neuen allgemeinen RegenjÄllen in Vic­ toria und Neusüdwales und von strichweisen Unwettern in Queensland spricht. ────────── Tages-Uebersicht. Hindert bürg wurde zum Ehrendoktor der Tierärztlichen Hochschule in Hannover er­ nannt. Tie Lebensmittelversorgung der Mittel­ mächte. Der ungarische "Lebensmitteldiktator" Baron Kuertny erklärte Pressevertretern, daß aus Grund gepflogener Verhandlungen das Zusammenwirken der Verbündeten auch für die Lebensmittelversorgung gesichert sei. Am 1. Januar trifft der Geheime Oberregierungs­ rat Fischer aus Berlin in Budapest ein, um die ungarischen Ernährungsverhältnisse zu stu­ dieren. ; i i Ium Kabinettswechsel in Oesterreich. Der Berliner Lokal-Anzeiger schreibt: Die Zugehöörigkeit des neuen Ministerpräsidenten zu einer der bedeutendsten, einflußreichsten Par­ teigruppe in Böhmen läßt darauf schließen, daß auch gewisse Fragen des seit tangerer 1 Zeit gesuchten Ausgleiches der Nationalitäten in Böhmen entschlossen angegriffen werden sol­ len. Wenn die bis vor kurzem noch unbedingt tschechenfreundlichp Haltung des Grafen ClamMartinie etwa die Befürchtung erwecken könn­ te, daß diese Lösung in einem der deutschen Sache nicht sehv günstigen Sinne gereicht werden möchte, so steht dem die Tatsache der Ernen­ nung zweier Minister entgegen, die seit jeher die deutschen Interessen in Böhmen vertreten haben. Außer Dr. Urban, dem Führer der deutsch-fortschrittlichen Partei, ist auch Dr. Baernreither ins Kabinett berufen worden, ein Vertreter des immer gut deutschen und vor gllem bündnistreu gesinnten verfassungstreuen Großgrundbesitzes in Böhmen. Seine Betrau­ ung mit einem Ministerium ohne Portefeuille deutet darauf hin, daß ihm im Kabinett beson­ ders wichtige Aufgaben Mgedacht werden. Dies kann nur mit der Lösung der nationalen Streit­ frage in Böhmen in Zusammenhang stehen. m Tie ostpreußischeu Landwirte «nd die west­ deutschen Städte. Im landwirtschastlichen Zentralverein Königsberg erklärte Oberpräsi­ dent von Berg, den großen Städten im Westen müsse, das könne nicht genug betont werden, alles von der Landwirtschaft geliefert werden. Es habe ihn gefreut, daß die ostpreußische Landwirtschaft bisher freiwillig soviel geleistet habe. Diese Freiwilligkeit dürfe aber kein Strohseuer sein, denn die kommenden Winter­ monate und das komMende Frühjahr würden die kritischste Zeit sein, die Mir bisher erlebt haben. Er vertraue daraus, daß die ostpreu­ ßische Landwirtschaft voll ihve Pflicht tun werde. (Z.) Tas Alkohvkverbot in Schweden. National Tidende melden aus Christtania: Es wird als ziemlich sicher angesehen, daß das am Mittwoch» in Kraft getretene zeitweilige Alkoholverbot ein Vorläufer zur Einführung der Kontrolle des Mkohvlverbrauches jeder einzelnen Per­ son ist. Die Regierungspresse und der Präsi­ dent der Alkohvlkommission haben sich bereits in diesem Sinne ausgesprochen. (Z.) Die Bereinigten Staaten für einen Krieg unvorbereitet. Dse Frksr. Ztg. meldet aus Newhork: General Scott unterbreitete demKongreßansschuß Belege zum Beweis, daß die Ver­ einigten Staaten für einen internationalen Konflikt vollständig unvorbereitet seien. Er sieht eine schwere Gefahr in dem englisch-japa­ nischen Bündnis und verlangt ein Heer von drei Millionen Mann auf der Grundlage all­ gemeiner militärischer Ausbildung. ────────── Allerlei. 35—40 Jahren und ein Knabe von 12-r-l4 Jahren mit durchschnittener Kehle tot aufge­ funden. In der Nähe lag ein großes Messer. Vom Täter fehlt bislang jede Spur. Grohseuer. In der Papierfabrik Königsmühle bei Merseburg brach gestern früh« kurz vor 5 Uhr Großfeuer aus, das die Holzbear­ beitungsräume völlig einäscherte. Hierbei wurden über 400 Kubikmeter Holz/ wertvolle Maschinen und die anderen Holzbearbeitungs­ einrichtungen vernichtet. Der Schaden beträgt mehrere 100 000 Mark. 91 Enkelkinder. Dieser Tage starb die 76 Jahre alte Bauerswitwe Magidalene Feuer­ singer in Kufstein. Jhve 9 Töähter, die alle verheiratet sind, haben zusammen 91 Enkel­ kinder, die sämtlich am Leben sind. Ein schwerer Nnglückssall ereignete sich in der Mühle in Legan. Der Sohn des Müllers wurde vom Wasserrads ersaßt umd am Kopfe so schwer verletzt, daß er gesternt Abend ge­ storben ist. Schweres Unglück in eineun Steinbruch. Ein schweres Unglück, das zwei Menschenleben gefordert hat, hat fid), int Steimbruch in Al­ bersweiler (Pfalz) beim Sprengern der Felsen ereignet. Beim Füllen der Züindlöcher mit Pulver erfolgte plötzlich aus iimch nichlt auf­ geklärter Ursache eine Explosion. Der Arbei­ ter Schwall erlitt so schwere Berlletzungen, daß er bald nach, dem Unfall verstarb. Der Schieß­ meister Miesel erlag seinen Verletzungen auf dem Transport ins Landauer .Krankenhaus. Mord. Gestern früh *7 Uhr wurden in der Nähe von Köln 2 Leichen, eiin Mann von ────────── Niederbayerische Nachrichten. Landau, 21. Dez. (Eine dankbare Gemein­ de.) Die Gemeinde Oberpöring hatte für ihren Brückenbau eine staatliche Beihilfe von 5000 Mark erhalten. Um sich hierfür auch der All­ gemeinheit gegenüber dankbar zu erweisen, brachte die kleine und arme Gemeinde an Kar­ toffeln über das Doppelte der Auflage zur Ablieferung. Auch in den anderen Nahrungs­ mitteln wird alles Entbehrliche eifrig abge­ geben. Gewiß ein schönes' Zeichen von Gemeinstnn. i ; ’ ! Straubing, 21. Dez. (Die feierliche In­ stallation) des Herrn Bürgermeisters Mailly fand am Mittwoch vormittags tat Rathans­ sitzungssaale durch Herrn K. Regierungsrat Dr. Schnitze statt. I Toggendorf, 21. Dez. (Die Schiffsbaufir­ ma Hitzler) welche hier eine größere Werft! errichtet und zu diesem Zwecke das Bootshaus? des Rudervereins gekauft hät, steht betn Ver­ nehmen nach mit weiteren Hausbesitzern in Kaussunterhandlungen, um den Bauplatz aus­ dehnen zu können. Es wird also cm der Do­ nau recht lebendig werden, wenn einmal die umfangreiche Werft in Betrieb genomiüen wer­ den kann. ! , ’ , 4 . ────────── Lokales. LandShut, 22. Dezember. —* Das König Ludwigkreuz °wurde den Mitgliedern der hiesigen Freiw. Sanitäts­ kolonne, Herren Bankvertreter Altenbeck, Kvlonnendiener Gräninger und Professor Friedr. Hvfmann verliehen. —* Landwirts ch. Produzenten, webche Sommersaatgetreide oder Saatkartoffeln abzugeben haben oder benötigen, müssen dies unter genauer Angabe der Sorten und des *Quantum bis 31. Jan. 1917 bei der Lebens­ mittelstelle Landshut schriftlich anmelden. —* Bon umstürzenden Granaten wurde in einem hiesigen Betriebe gestern b e r Hilfsarbeiter Josef Wagner erheblich verletzt. Der Verunglückte wurde durch die Freiw. Sani­ tätskolonne in das städt. Krankenhaus ver­ bracht. * ' ( i —* Der Viktualienmarkt war heute nur schwach befahren. Den Hauptbestandteil bildete Obst, das stark begehrt und gekauft wurde An lebendem und totem Geflügel war nicht viel vorhanden. Gänse wurden nach! Ge­ wicht verkauft, was Verkäufern wie Käufern noch! ungewohnt war. Kaninchen wären ca. 20, teils schöne Exemplare am Markte. Drei Körbe Eier, die zum Verkaufe gebracht wur­ den, waren schnell ihres Inhaltes entledigt. —* Brennessel. In der vergangenen Woche kamen die von der Nesselsamlmblstelle Landshlut gesammelten Brennessel zur Ablie­ ferung. Es waren rund 20 Zentner getrock­ neter und entblätterter Brennesselstengel, bi® aus einer Menge von rund 120 Zentnern grü­ ner Brennesseln gewonnen werden konnten. Der unter der Leitung des Vorstandes der K. Landw. Winterschule in Landshut unter* ter nommene erste Versuch dieser Art in LandsHat hat die schiätzenswerten Erfahrungen be­ züglich! der Gewinnung, Trocknung und Aus­ beute gezeitigt. — Im kommenden Jahre soll die Sammlung in den Sommermonaten (die jetzt abgelieferten Nesseln wurden erst im Ok­ tober eingebracht) im Großen vorgenommen werden und dürste dann mit einem bedeuten­ den Erträgnis zu rechnen sein, da die vor­ handenen Nesselbestände wegen der vorgerück­ ten Zeit und wegen der ungünstigen Witterung des heurigen Herbstes nur zum lleinsten Teil gewonnen werden konnten. Allen, die sich um die SamMlung verdient gemacht haben, namentlich, den überaus rührigen Wehrkraft­ jungen, gebührt bester Dank. —* Weihnachtspostdienst. An den in die Weihnachtszeit und Neujahrszeit fal­ lenden Sonntagen (24. und 31. Dezember)werden die Schalterstunden bei dem Postamte Landshut und der Zweigpoststelle am Bahn; hos in nachstehender Weise verlängert: am 24. Dezember von 10—3 Uhr für den Paket-, postdienst und am 31. Dezember von 10—3 Uhr für den Briefpostschalterdienst. Am 1. Januar 1917 (Neujahrstag) tritt eine Verlängerung der Schalterdienststunden nicht ein. —* Eine Weihnachtsfeier für d ie Verwundeten fand gestern nachmittags mit Prolog und Gesängen im Garnisonslazarett statt. Herr Militärkurat Weber hielt eine An­ sprache an die Krieger, worauf die Bescherung erfolgte. —* Die Weihnachtsbescherung für die Verwundeten im Kolonnenhause wird mor­ gen Samstag abends halb 5 Uhr abgehalten. —* Der Verein für Fraueninterest s e n hat auch, heuer wieder eine größere Summe zur Verfügung gestellt, die dazu dienen soll, zwölf bedürfttgen Familien, die keine Kriegsunterstützung erhalten, eine Weihnachtsfreude zu machen. Die jungen Mädjchjen der Jugendgruppe haben es' übernommen, Kolonialwaren. Mehl und dergl. einzukaufen, die sie in den nächsten Tagen den betteffenden Familien ins Haus bringen werden. Bei den derzeitigen hohen Preisen aller Lebensmittel wird ein sol­ ches Geschjenk jedensalls hochwillkommen sein. —* Landshuter Stadttheater. An den beiden Weihnachtsfeiertagen, Montag den 25. Dezember und Dienstag den 26. Dezember) finden im Landshuter Stadttheater zwei Gasb spiele des Münchner Gastspieltheaters unter Leitung von Hans Foerster und Dr. Gustav Quedenfeldt statt. Am 25. Dezember nachjm!. halb 4 Uhr und abends um halb 8 Uhr'wird der dreiattige Schwank "Die Welt ohne Män­ ner" von Horst und Engel zur Aufführung ge­ bracht. Dieses Stück hat erst'kürzlich wieder im Münchner Volksiheater mit der berührten Schauspielerin Haust Nieste als Gast einen durchschlagenden Heiterkeitserfolg erzielt. Das Ttück zeichnet sich besonders durchj tolleSchwanksituationen aus, die ihm einen ungeheuren Lacherfolg sichern. In flotter Darstellung und vorzüglicher Besetzung wird es auch hier seine Wirkung nicht verfehlen und dem Publikum einige Stunden ungetrübtester Heiterkeit be­ reiten. Am zweiten Weihnachtsfeiertag, Diens­ tag den 26. Dezember, kommt nachmittags und abends die Operette "Die Fledermaus" zur Aufführung. 'Diese Königin aller Operetten die auch heute noch in ihrer Wirkung uner­ reicht dasteht. Zur MtwirLnng ist ein erst­ klassiges Personal zusammengestellt, das betn) unvergänglichen Werke einen vollen Erfolg sichert. Das Orchester wird vom Kapellmeister Müller-Herneck dirigiert. Es spielt sowohl in der Nachmittags- wie Abendvorstellung. Die Nachmittagspreise sind an beiden Tagen er­ mäßigt, allles weitere ist aus den Anzeigen er­ sichtlich. Der Vorverkauf findet bei Herrn Mühldorfer, Altstadt, statt, sowie an der Ta­ ges- und Abendkasse. ────────── Inserate. ────────── Betreff: Saatgut. Landwirtschaftliche Produzenten in der Stadt Landshut, welche Sommers itßtfletm&eSMMoW benötigen, wollen ihren Bedarf unter genauer Angabe der Sorten und des Quantums der Stabt. Lebensmittelstelle schriftlich anzeige«. Die Anzeigen muffen bis spätestens 31. Januar 1917 erfolgt sein. I > Produzenten, die Saatgetreide'und Saatkartoffeln abgeben können, wollen die der Stadt. Lebensmittelstelle unter genauer Angabe der Sorten und des Quantums bis spätestens 31. Januar 1917 mitteilen. Landshut, den 21. Dezember 1916. Marschall. £667 Schwarz. Bekanntmachung. ────────── aus dem ihr Name, von.ihres Gatten Hand geschrieben, stand. "Herr Professor!" rief sie, von banger AhUung ergriffen, "was ist — sagen Sie mir alles — ich Bin auf das Schlimmste gefaßt." Eine Weile zögerte der alte Herr noch, dann nahm er wie zur Beruhigung wieder Roses Hand in die feine: "Mut, gnädige Frau — Ihr Gatte hat sich auf efine u ns und dem Wärter noch ganz unbegreifliche Weise aus dem Medizinschrank im Operattonszimmjer eine Morphiumflasche geholt und sie — aus einen Zug geteert. — Wir fanden die leere Flasche heute Morgen vor seinem Bett — das hat feinen Tod zur Folge gehabt." , Rose schrie nicht auf, sie stand da tote erstarrt, ohne das Furchtbare Merst fassen und begreifen zu können. Warum hatte er das getan? Da kam ihr jäh die Erinnerung an den gestrigen Abend, an seine Reden — an die Bitte um ihren Kuß — sollte er — sollte er sich? Jetzt kam ein Stöhnen aus ihrer Brust, und tote gebrochen sank sie auf einen Stuhl und vergrub Hr Gesicht in beide Hände. Der Professor ttat an ihre Seite und strich sanft über ihr Haar. "Sie werden es verwinden, gnädige Frau — Sie sind ja noch so jung und vergessen Sie nicht, daß Ihr Gatte unheilbar krank war." Damit ging er und ließ sie allein. Es dauerte lange, ehe Rose sich einiger-/ maßen beruhigt hatte. Noch imitier hielt sie den imeröffneten Brief in ihrer Hand. Hier neben dem ZimUchr, wo der tote Gatte lag' vermochte sie ihn nicht zu erbrechen. Das ging über ihre Kraft. So erhob sie sich und ging hinüber tn ihr Zimmer, das ant 1 andern Ende des Korridors lag und schloß sich dort ein. Daraus öffnete sie den Brief. "Geliebtes Weib! Was ich Dir auch im Leben Böses zuge­ fügt haben mag, verzeih' dem Toten, der frei­ willig von Dir scheidet, um Dich noch einmal zum Glück M führen. Das soll meine Sühne sein. Gestern sagte mir der Arzt auf mein dringendes Verlangen, daß meine Krankheit unheilbar fei, obwohl ich dabei alt werden könnte. Ta hat mich ein Schauder gepackt. Ich sollet das elende Leben nutzlos weiter­ schleppen und Tein junges, blühendes und ge­ sundes an mich ketten, daß es an meiner Sette zugrunde ginge? Nein, Rose, dazu ist fein Egoismus stark genug. Vielleicht wärest Du jetzt durch eine erneute 'Scheidungsklage frei von mir geworden, aber ohne Dich leben, hat feinen Zweck für mich, und Du würdest auch bei mir haben ausharren wollen. Darum mache ich schnell ein Ende. Ich nehme eine schöne Erinnerung an die letzten Wochen, Tage und Stunden, die Du mir mit Glanz, Lust und Freude erfüllt hast, mit hinüber. Habe Dank, heißen Dank für das Opfer, das Tu mir gebracht hast und — werde glücklich. Mein geliebtes Weib — lebe wohl." Heiße, befreiende Tränen waren es, die jetzt über Roses Wangen liefen. Um ihvetwillen war er gegangen — er hatte sie ge­ liebt, wenn auch zu spät. Rückhaltlos gab sie sich, ihrem Schmerz hin. Sie durfte und konnte ihm jetzt nachtrauern mit ehrlichem!Her­ zen, und d as Bewußtsein, ihm die letzten Tage verschönt zu haben, gab ihr einen schönen Trost. Wie die Lösung aus allen ihren inne­ ren Konflikten war es ihr. Nur eins fühlte sie in allem Schmerz und Wirrwarr schon jetzt heraus, daß auch des Gatten Tod ihv niemals das verlorene Glück zurückgeben konnte. j ' (Fortsetzung folgt.) ────────── Bayerische Nachrichten. Kriegs»Stiftungen. Kronprinz Rupprecht von Bayern hät zur Linderung der Notlage des gegenwärtigen Krieges zwecks Errichtung von Stiftungen 1. 80 000 Mark dem Kriegs­ ministerium, 2. 15 000 Mark dellns 2. InfanterieRegiment, 3. 2500 Mark dem Jnsanterie-Leibregiment und 4. 2500 Mark dem 1. Feldartille­ rie-Regiment überwiesen. Die Zinsen dieser Stiftungen sind zur Gewährung von Unter* stützungen an hilfsbedürftige Hinterbliebene (Witwen und Kinder, auch uneheliche) von ge­ fallenen oder verstorbenen Kriegsteilnehmern bestimmt. Ferner hat der Kommandeur des Alpenkorps, Generalleutnant Krafst von Telmensingen in Vertretung der Angehörigen des Korps aus beim Korps angefallenen Mitteln den Betrag von 70000 Mark zur Errichtung einer Stiftung zur Unterstützung an würdige und bedürftige Unteroffiziere und Mannschaf­ ten im Falle unverschuldeter Notlage aus­ nahmsweise auch an Offiziere und Beamte (ein­ schließlich .Stellvertreter) des Alpenkorps be­ stimmt. Letztere Stiftung erhält den Emen "Edelweiß-Kameraden-Stistung". Die staatli­ che Genehmigung Mr Entstehung der genann­ ten Stiftungen wurde erteilt unter Allerhöch­ ster Anerkennung des bewiesenen^Gemeinsinues. Bayerische WirtMstssragen. Aus eine Anfrage des Reichstagsabgeordneten Dr. Tren­ del ist eine Antwort des Reichskanzlers erfolgt, in den es heißt :"Die Futtermittel werden von der Reichs futtermittelstelle nach bestimm­ ten Schlüsseln gleichmäßig auf alle Bundesstaa­ ten verteilt. Dem Reichskanzler ist nichlt be­ kannt, daß von den Verteilungsschlüsseln zum Nachteile des Königsreichjs Bayern abgewichen Morden ist, noch, daß die ausgestellten Schlüssel eine genügende anteilsmäßige Versorgung des Königreichs Bayern nicht gewährleisten." In dev Antwort auf eine weitere Anfrage Dr. Trendels heißt es: Dem Herrn Reichskanzler sind die näheren Berufsstellungen der Mit­ arbeiter des Reichskommissärs sürUebergangswivtschaft bekannt. Die Auswahl der Mit­ arbeiter ist den besonderen Aufgaben des Reichskommissärs angepaßt. Die hauptsächliche Aufgabe ist die kaufmännisch-technische Durch­ führung der Rohstoffbeschaffung während der Uebergangszeit. Eine andere Anfrage dessel­ ben Abgeordneten wird dahin beantwortet, dem Reichskanzler sei nWt bekannt, daß durch die Maßnahmen des Reiches ein von dem bayeri­ schen Eruährungsbeirat ausgearbeiteter Plan für die Versorgung Bayerns mit Gemüse und Obst zerstört worden sei. Die Reichsstelle habe Höchstpreise für Gemüse und Obst nicht festge­ setzt. Die letzte Anfrage Dr. Trendels wird wie folgt beantwortet: Es'trifft nicht zu, daß die Reichssuttermittelstelle oder die Bezugsver­ einigung deutscher Landwirte den gesamten An­ fall der Naßhefe der Münchener Brauereien der Münchener HefeverwerMngsgesellschäft nt. 6. H. zugewiesen haben. Die Bezugsvereinig­ ung hat vielmehr nur über die Hälfte des ge­ samten Bottichhefeanfalles der größeren Brau­ ereien verfügt, und sie den beiden in Bayern bestehenden Nährhefebetrieben, nämlich der Nähvheseverwertungsgesellschaft München-Ost und der Nährhefefabrik Tutzing überwiesen.Die Beschränkung der Lieferung auf diese Betriebe mußte erfolgen, weil sich in Bayern zurzeit der Zuweisung anders Betriebe mit der Her­ stellung von Nährhefe nicht befaßten. Wel­ cher Konfession die GeselWjafter der Mün­ chener Heseverwertungsgesellsichäft sind, ist hier nicht bekannt, auich? für die zutreffenden Ent­ scheidungen unerheblW. Tie Münchener Allgemeine Zeitung tritt mit dem 1. Januar 1917 in ihven 120. Jahr­ gang. dieser Gelegenheit gibt sie eine G^denknuDmer heraus, die eine große Anzahl von Beiträgen von Staatsmännern und welt­ berühmten Forschern sowie hvchangesehenen Männern auf dem Gebiete der Verwaltung, Kunst und Literatur enthält. Tie Handelskammer in Nürnberg beschloß in ihrer vorgestern nachmittags stattgehabten Vollsitzung, an die K. B. Staatsregierung das Ersuchen zu richten, die Inangriffnahme des großen Schiffahrtsweges Rhein—Main — Do­ nau mit allen Mitteln zu fördern und für dessen Herstellung in einem Zug,e zu wirken. Dieser Beschluß soll durch Entsendung einer Abordnung nach! München unterstützt werden und auch dem Großen Generalstcab in Berlin * zur Kenntnis gebracht werden, ferner beschloß ; die Handelskammer, an die Behörden die ring­ liche Vorstellung zu richten, in Zukunft die Höchstpreise für Lebensrnittel so rechtzeitig fest­ zusetzen, daß sie wirksam werden,, bevor die Waren aus den Händen des Erzeugers in den freien Verkehr gelangen. Endlich) beschloß die Handelskammer, bei der Staatsregierung da­ hin vorstellig zu werden, daß die Lebensmittel­ stellen bei den staatlichen Berkehrsanstalten, da sie eine schwere Bedrohung des Handels darstellen, baldigst wieder ausgehwben werden. 2000 Gänse und 4000 Hühner wurden in München auf Veranlassung des Kriegswuchjeramtes beschlagnahmt. Das Geflügel war in den stzädt. Kühlhallen zumteil Bereits seit Juni hr. Jrs. eingelagert. Außerdemr wurde das Lager der Bayer. Gänsezentrale Fritz Thiem in Schwandorf mit 1000 Stück Gämsen beschlag­ nahmt. ' i' 1 ; Lotterie. Genehmigt wurde, daß von der 5. Geldlotterie, des Jnvalidendank, Zweigstelle für Württemberg, zugunsten invoilid geworde­ ner württembergischer Kriegsteilnehmer, bei der 100000 Lose zu 1 Mark ausgegeben wer­ den, 22000 abzustempelnde Lose im Königreich Bayern abgesetzt werden. ────────── den, lieh sich beit dorther für den bedrohten Unten Flügel keine erkleckliche Unterstützung erivarten, doch! Mett Dvblers entschiedenes und kaltblütiges Auftreten den durch Verluste ge­ schwächten Zug fest zusammen und veranlaßte die zum Teile aus jüngstem Nachersatze beste­ hende und das erstemal ins Gefecht gekom­ mene Mannschaft zu mutigem! Ausharren, so daß nicht nur die eigene Kompagnie, sondern auch die anschließenden Truppenteile, für die bei der eigenartigen Gestaltung der Gesechtslinie südlich F. ein französischer Durchbruch! verhängnisvoll werden konnte, ihre Stellung zu behaupten vermochten. Wegen Tapferkeit zum Bizeseldwebel befördert und mit dem Ei­ sernen Kreuz schon länger ausgezeichnet, er­ hielt Dobler nun auch die Silberne Medaille. ────────── Bekanntmachung. Das stelln. Generalkommando macht Mf'M insbesondere durch öffentlichen Anschlag zur Kenntnis gebrachte Bekanntmachung der drei stelloerttetendeu Generalkommandos am 15. ds. betreffend die Lltfermg m Kohle». Koks a»b Briketts aufmerksam. Der Kommandierende General: gez. b. 6, Taun. 2669