Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-12-29. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 352, 1916-12-29. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Einzelne Mschnitte der flandrischen Front und des Sommebogens lagen zeitweilig unter starkem Feuer. , Die Tätigkeit der Luftstreitkräfte war sehr rege. Der Gegner verlor im Lustkampf und durch Abwehrfeuer 8 Flugzeuge'. Oestlicher Kriegsschauplatz«. 8ro«t des Ge«eralfelvmarschallS Priuz Lcopolv bim «aber». An mehreren Stellen der Front wies un­ sere Grabenbesatzung Vorstöße russischer Strchfabteilungen ab. Seeresfrout des Generalobersten Erzherzog Joseph,. An der Ludowa in den Waldkarpachen bertrieben deutsche Jäger starke Pattouillen der Russen im Handgranatenkampfe. ' , Im Mestecanesttabschnitt mehrfach lebhaf­ tes Geschützfeuer. r In den Bergen am Ottos- Und Putnatale hat sich die Kampftätigkeit erhöht. , «alkaWkriegSschan platz, n Heeresstvoat des GeUeralfeldmarschallS ■ 'i von, pfUtomm Der 27. Dezember brachte der 9. Armee i)& Generals der Infanterie von Falkenhahn den vollen Sieg ( , in der Schlacht bei Mmnicul-Sarat über d^e Der öfters.-äug. Bericht. WTB. Wien, 28. Dezember. Mittags. Lwtsich wird gemeldet: , , Oestlicher Kriegsschauplatz. | Heeresgruppe des Geueralfeldmarschatts von Mackensen. ! 1 Die verbündeten Streftkräfte des Ge­ nerals von Faltenhahn haben den Russen bei Rimnicul-Sarat eine schwere Niederlage be­ reitet. Ter Feind versuchte gestern noch ein­ mal, südwestlich und südöstlich der Stadt stanbzuhalten, und unternahm mehrere Massenstöße,, »tot sich Luft zu schassen. Seine inten wurden an mehreren Stellen durchbrochen. TerFeind! wich, die Verfolgung drang über MmniculSarat hinaus , Auch, auf den Höhen nord­ westlich! der eroberten Stadt gingen die Ruf- * ®efn vor dem Drucke der österrptztngar. Trup­ pen zurück. Es wurden gestern 3000, seit Be­ ginn der Schlacht über 10000 Gefangene einge­ bracht. i \ Heervssnmt des Generalobersten Erzherzog Joseph: Bei Soos-Mecö und im Gebrige südöstlich ist der Kampf im stärkeren Anwachsen. Unsere Flieger schossen in diesem Grenz­ raum zwei feindliche Farman ab und zwängen zwei andere Kampfflieger zur Notlandung. Auf unseren Stellungen im MestecanestsMschnitt lag russisches Geschützfeuer. Heeresfrvnt des GeneralfeldmarschaM Prinz Leopold von Bayer»: [ Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. und ; Süd östlicher Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Bedeutung. Der fteitoertretenbe Chef des Generulstabes: v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. Ser bulgarische Bericht. Sofia, 27. Dez. Amtlicher Generalstabs­ bericht: Mazedonische Front: An einigen Wschnitten der Front schwaches Artillerie-i feuer. Im Wardartale und in der Ebene von Seres wirkungslose Tätigkeit der feind­ lichen Artillerie Rumänische Front: In der Do­ brudscha beschossen feindliche Monitore die ,i Städte Jsaccea, Tulcea und Mahmudia. Dite | 4. Division (Preslaw) hat nach äußerst hart\ näckigem und erbittertem Kampfe den HöhenI kämm von Tailor erobert und in Verfolgung | des sich zurückziehenden Feindes den Ausgang aus den Wäldern südlich von Lukawitza geßovn-nen. Im Verlause der letzten Kämpfe hat diese tapfere Division 1250 russische Gefangene gemacht und vier MaschinengÄvhre sowie itoec? 2500 Gewähre erbeutet. , ; ; zur Verteidigung Rumäniens herangeführten Russen. Der am 26. Dezember geworfene Feind suchte durch Gegenstoß starker Massen den ver­ lorenen Boden zurückzugewinnen. Die An­ griffe scheiterten. Preußische und bayerische Infanteriedivi­ sionen stteßen dem zurückflutenden Feinde nach, übrerannten seine in der Nacht neu angelegten Stellungen und drangen über Mmnicul-Sarat hinaus vor. Gleichzeitig durchbrachen weiter südöstlich deutsche und österreichisch-ungarische Truppen die stark verschanzten Linien der Russen, wehr­ ten auch hier heftige, gegen die Flanken ge­ führte Gegenangriffe, ab und kamen kämpfend in nordöstlicher Richtung vorwärts. Wieder erlitt der Gegner bei seiner Nie­ derlage schwere blutige Verluste. ’ An Gefangenen wurden gestern '3000 Mann, än Beute 22 Maschinengewehre eingebracht. Die Zahl der von der 9. Armee in den Kämpfen bei Mmnicul-Sarat gemachten Ge­ fangenen beträgt im ganzen 10220 Russe«. Bei der Donauarmee fanden gestern nur Teilöämpse statt. In der Dobrudscha gelang es bulgarischen und osmanischen Truppen, die Russen aus be­ festigten Höhenstellungen östlich von Macin zu Wersen. Mazedonische Front. Nordöstlich, des Doiransees griffen nach starker Feuervorbereitung mehtere englische Kompagnien die bulgarischen Vorposten ver­ geblich an. $er 1. Generalquarttermeisterir Bttbcttborf f. * - [ i T WTB. Berlin, 28. Dezember. Amtlicher Wendbericht: An der Westfront nur auf dem linken Maasufer gesteigerte Gefechtstätigkeit. ' Im Osten keine besonderen Ereignisse. In Verfolgung der Russen chat die neunte Armee Boden gewonnen. Aus Mazedonien nichts Neues. ────────── Der Sieg bei Rimnicul-Sarat. ────────── Ueber 10000 Russen gefangen. — Im Westen 8 feindliche Flugzeuge vernichtet. — Fortschritte in der Dobrudscha. — Die Friedensfrage. ────────── i Im Westen kam es nur zu Feuerkälmhsen. Im Luftkampf und durch Abwehrfeuer ver­ loren die Feinde gestern wiederum 8 Flug­ zeuge. ' ! Im Osten wurden Vorstöße russischer Streisabteilungen abgewiesen. In den Waldkarpathen hüt sich imOitozund Putnatale die Kampstätigkeit ethöht. ' In Rumänien sind unsere Truppen bereits über Rimnicul - Sarat hinaus vorgestoßen. Preußische und bayerische Divisionen erkämpf­ ten hier Schulter an Schulter den Sieg. Die Gesangenenzahl stieg bereits aus weit über 10 000 Mann. In der Dobrudscha warfen bulgarische und türkische Truppen die Russen aus Befestigten’ Hühenstellungen bei Macin. ────────── Ei« Wort des Reichskanzlers. Berlin, 28. Dez. Stuf eine Vertrauenskundgebung, die eine große Zahl von ange­ sehenen Vertretern verschiedenster Berufsstände aus der Heidelberger Bürgerschaft an den Reichskanzler gerichtet hat, antwortete letzte­ rer, er entnehme mit Dank von neuem' die Ge­ wißheit, daß seine Führung der Reichsgeschäftedie mit ruhiger Zuversicht den bisher einge­ schlagenen Weg verfolge und sich bemühe, alle Kräfte des deutschen Volkes für die siegrei­ che Beendigung unseres Verteidigungskrieges zusammenzufassen, auf Verständnis und Untere stützung im Lande zählen 'könne. Je riäher die Entscheidung.rücke, 'Die Deutschlands Da­ seinsrecht und ffrine Entwicklungsfreiheit für immer sicherstellen hnjüsse, desto fester solle un­ sere Einigkeit feto/' , ────────── Die Friedensbewegung. Vieles Kopfzerbrechen macht der Entente die Antwort auf das Friedensangebot des Vier­ bundes. Noch am 19. Dezember sagte Herr Briand sein stolzes "morgen", so daß die Ant­ wort der Entente am 20. Dezember zu er­ warten gewiesen wäre. Wer sie kam nicht. Nun kam auch noch die Note Wilsons und der Schweiz und die übrigen Neutralen scheinen von dem Beispiel ermuntert, gleichfalls auf dem Plane erscheinen zu wollen. Die Entente steckt jetzt in einem bösen Dilemma, umsomehr, als Deutschland und seine Verbündeten durch die rasche Antwort an Wilson und die Schweiz erneut bekundeten, daß es bei ihüen keines Ueberlegens bedarf, daß sie btt eit sind ,der Welt den Frieden zu geben. Der gewaltige Aerger über diese für den Bissverband ziem­ lich, verfahrene Situation spiegelt sich in den hastigen Preßangriffen gegen Wilson wider. . Die e nglischt Presse beklagt sich mit der ihr so trefflich stehenden Scheinheiligkeit, daß der Präsident der Union keinen Unterschied zwi­ schen dem unschuldsvoUen Vierverband und dem sündenreichen Vierbund gemacht habe. Und im gleichen Tone schreibt die "Agence Havas": "Wir vermissen den Unterschied zwischen den Ueberwältigern und den Verteidigern, zwi­ schen den Schändern des Völkerrechts und den Kämpfern für Recht und Sitte." Aber das Toben der feindlichen Zeitungen wird nicht viel ausrichten. Die Entente muß wohl oder übel mit Wilsons Wunsch rechnen. Daran vermag auch die schier allmächtige North-; elisse-Presse nichts >zu ändern. Wenn England an Wilson eine Absage erteilt, dann wird für alle Welt klar, daß nur die grenzenlose briti­ sche Selbstsucht an der Fortsetzung des Krieges ein Interesse hat. Eben weil man dies auch in "London selbst einsieht, wettern alle Blätter gegen Wilson, der durch seine Note dazu bei­ getragen hat, den Briten die Larve der Welt­ beglückung vom Gesicht zu reißen. Teutschlands Antwort an die Schweiz. Berlin, 27. Dez. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes übergab heute dem schweizerischen Gesandten in Beantwortung des Schreibens vom 22. ds. Mts. folgende Note: Die kaiserliche Regierung hat davon Kenntnis genommen, daß der schweizerische Bundesrat im Verfolg einer schon geraume Zeit zurück­ liegenden Fühlungnahme mit be'ml Herrn Präsi­ denten der Vereinigten Staaten von Amerika bereit ist, auch seinerseits für eine Annäher­ ung der im Kampfe stehenden Völker und für die Erreichung eines dauernden Friedens tätig zu sein. Der Geist wahrer Menschlichkeit, von dem der Schritt des schweizerischen Bundes­ rates getragen ist, wird von der kaiserlichen Regierung nach seinem vollen Werte gewür­ digt und geschätzt. Die kaiserliche Regierung hat den Herrn Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika davon unterrichtet, daß ihr ein unmittelbarer Gedankenaustausch als das geeignetste Mittel erscheint, um zu dem ge­ wünschten Ergebnis zu gelangen. Geleitet von den Erwägungen, aus denen Deutschland am 12. Dezember zu Friedensverhandlungen die Hand bot, darf die kaiserliche Regierung e^nen alsbaldigen Zusammentritt von Delegierten sämtlicher 'kriegführenden Staaten an einem neutralen Orte vorschlagen. In Uebereinstim­ mung mit deimi Herrn Präsidenten der Ver­ einigten Staaten von Amerika ist die kaiser­ liche Regierung der Ansicht, daß das große Werk der Verhütung künftiger Kriege erst nach Beendigung des gegenwärtigen Völkerringens in Angriff genommen werden kann. Sie wird, sobald dieser Zeitpunkt gekommen ist, wtit Freuden bereit sein, an dieser erhabenen Auf­ gabe mitzuarbeiteck. Wenn die Schweiz, biej treu 'ben edlen Ueberlieferungen "des Landes, bei der Linderung der Leiden des jetzigen Krieges sich unvergängliche Verdienste erwor­ ben hat, auch ihrerseits zu der Sicherung des Weltfriedens beitragen will, so wird dies dem deutschen Volke und der deutschen Regierung hoch willkommen sein. Tie Antwort Bulgariens. Sofia, 27. Dezember. Der bulgarische Gesandte in Bern, Radew, ist beauftragt Wor­ den, heute dem Schweizerischen Bundesrat die Antwort der bulgarischen Regierung aus die Note der Schweizerischen Regierung betreffend den Frieden zu überreichen. Die Antwort ist identisch mit jener der anderen Mächte des Vierbundes. Was die Antwort aus die ameri­ kanische Note betrifft, fb ist deren UeberreichUng verzögert, weil der Vertreter der Vereinigten Staaten in Sofia aus technischen Gründen diese Note der bulgarischen Regierung bisher noch, nicht mitgeteilt hat. J Ein spanischer Friedensschritt. Aus Zürich wird berichtet: Der Madrider Jmparcial kündigt in einer längeren Whandüung zur Friedens frage einen Vermittlungs­ schritt des Königs bort Spanien bei den Mäch­ ten als unmittelbar bevorstehend an. Eine Friedensnote des Papstes geht analog der 28(11= sonschen Friedensnote, sowie derjenigen der Schweiz an alle kriegführenden Staaten noch vor Neujahr ab. Friedenssehufuchlt der Poilus. Wie aus Aeußerungen französischer Sol­ daten hervorgeht, die ihren Weihnachtsurlaub bet ihren Familien in der Schweiz verlebten, hat die deutsche Friedensnote in der franzö­ sischen Armee einen außerordentlich! tiefen Ein­ druck gemacht. Tie Soldaten äußerten fast durchweg ihre Sehnsucht nach dem Frieden Zünd gaben zu erkennen, daß sie die Hoffnung ihrer Regierung auf einen vernichtenden Sieg über Deutschland ebenso wenig teilen wie den unbedingten Anspruch auf Zurückgabe ElsatzLothringens. — Sie haben nur einen Wunsch: Frieden! (Z.) Ein russischer Tagesbefehl. Basel, 28. Dez. Die Petersburger Tele­ graphenagentur meldet: General Tußki, der Oberkommandierende der Nordsront, hat zu den Friedensvorschlägen folgenden Tagesbefehl erlassen :Bereits hat sich ganz Rußland ein­ stimmig gegen die Vorschläge des Feindes aus­ gesprochen, in vollkommenen Einverständnis mit unseren tapferen Verbündeten und mit denk Herzenswünsche eines jeden von uns Kriegs­ leuten. Der Friede, den unsere Gegner vor­ schlagen ,ist eine neue List. Hüten wir uns und Kämpfen wir mutig und selbstvergessen weiter, getreu dem Willen unseres erhabenen Führers, bis ptn entscheidenden Siege, ohne den ein dauernder Friede nicht möglich! ist. Dieser Kampf ist unsere heiligste Pflicht gegen das Vaterland. (Z.) Rußland — "Uit Grunde negativ". Pariser Blätter berichten aus Petersburgck Der russische Minister des Aeuhern, Pokrowskh habe einem Pressevertreter erklärt, die russi­ sche Regierung wisse den guten Willen und die mneschensreundlichje Gesinnung des Präsidenten Wilson zu schätzen, ihre Stellungnahme sei aber der russischen Presse säst analog, nämlich! im Grunde negativ. Die verbündeten Regierungen würden mit aller Deutlichkeit antworten und bestätigen, daß sie den Krieg weiter zu führen entschlossen seien bis Mr Befreiung der be­ setzten Länder und bis zur Herstellung eines Zustandes, durch Dem die Existenz der Keinen Völler gesichert und ein neuer Weltkonflikt un­ möglich sei. (Z.) ^Ainch Brasilien soll teilnehmen. Wie der "Frankfurter Zeitung" aus Zürsichi gemeldet wird, haben die Vereinigten Staaten Brasilien eingeladen, an der Aktion zugunsten des Friedens teilzunchwen. Neuorientierung Amerikas. Wie die Basier Rationalztg. aus Washing­ ton meldet, verlautet in dortigen Kreisen, daß die Note des .Präsidenten Wilson möglicher­ weise einen Umschwung in der Politik der Vereinigten Staaten herbeiführen werde, indem diese ihre traditionelle Politik der Isolierung ausgeben werden. Die AblehUung der Note Wilsons durch die Presse der Entente ""habe in den amerikanischen Regierungskreifen keinen Eindruck gemachte. Die Entente und Japan. Petersburg, 27. Dez. Die Hauptblätter des Zarenreiches machen die Ententeregier­ ungen scharf, Japan etwaige SonderpWne to der Friedensfrage zu vereiteln. Japan, so befürchten die Blätter der Entente, werde in der Friedensfrage eigene Wege gehen. (Z.) ' Amerikas Furcht vor Japan. Wie der N. Rotterdamsche Courant aus London meldet, fordern die Amerikaner das LRecht, daß Amerika aus einer eventuellen Friedenskonferenz vertreten sein müsse, um seine eigenen Interessen zu wahren, da Ame­ rika mit Rücksicht aus die Vertretung Japans befürchten müsse, daß 'Japan von dem Frie­ densschluß Vorteile erzielen könnte und ame­ rikanische Interessen dadurch bedroht würden. — Mit dieser Strömung in Amerika müsse man rechnen. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Die Vandalen von Reims. Genf, 28. Dez. L'oeuvre" schreibt unter dem Titel: "Die Vandalen von Reims" u. a.: Es handelt sich diesmal — leider — nicht (um Boches. Es handelt sich in diesem Falle um ein«« skandalösen Diebstahl von Kirchenfen­ stern der Kathedrale. Schuldig an diesem Dieb­ stahl sind einige Einwohner von Reims, aber auch viele Besucher der Kathedrale nahmen da­ ran teil. Die Besucher wollen ein Keines An­ denken haben und es finden sich immerLeute, die ihnen ein Keines Stück eines Kirchenfen­ sters verkaufen. Die Andenkenhiandler begnü­ gen sich über nicht damit, Die Scherben der zerschossenen Fenster zu verkaufen. GanzvRot­ ten von Burschen werfen die intaft gebliebenen Fenster der Kirche ein, um die Scherben zuverch kaufen. Reims liegt nicht so weit von Paris entfernt, daß der Unterstaatsse'kretcir der schö­ nen Künste sie nicht unter seinen Schutz nchwen könnte, um diesem Treiben ein Ende zu setzen. Tie kindische Methode der Alliierte». Rotterdam, 27. Dez. Der "Nreuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus Paris: Im "Petit Parisien" beKagt Tardieu Dje ge­ genwärtige Methode des Zusammenwirkens der Alliierten, die er als Kubisch bezeichnet. Er ,tritt für den Vorschlag Hennessys ein, einen Generalstab der Alliierten einzusetzen. Kohleninangel und Menschenersatz. Zürich, 28. Dezember. Die Information bringt den Notschrei eines Säuglingsarztes, der behauptet, daß durch den Kohlenmangel der ganze französische Nachwuchs bedroht sei. Eine bedeutende Fabrik der Normandie, die vor dem Kriege monatlich 10 000 Liter sterili­ sierte Milch herstellte und seither die Produk­ tion auf 6000 Liter auftecht erhalten konnte, muhte wegen Kohlenmangels schließen, In ge­ meinnützigen Anstalten, Guette de Lais ge­ nannt, die täglich 350 Säuglinge mit M^W versorgten, habe dies eingestellt werden müssen. Eine dritte in Versailles kann ihve 300 Säug­ linge nur noch wenige Tage versorgen. Lin­ dere Anstalten werden bald folgen müssen. ────────── Gegen Rumänien. Tie Tckgend der Mot. K o p e n h a g e it, 28. Dez. In einem halb­ amtlichen Petersburger Telegramm heißt es Über die Auffassung russischer Militär kreise bezüglich des russisch-rumänischen Rückzuges: Die russisch-rumänischen Truppen ziehen sich nordwärts zurück. Das Hauptheer vermeidet peinlich einen vorzeitigen Zusammenstoß, Mt dem Feinde, da der Plan des russisch-rumäni­ schen Oberkommandos darin besteht, die Streit­ kräfte intakt zu erhalten, damit bte Operationen Unter günstigen Bedingungen wieder aufge­ nommen werden können. Tie russisch-ruMKniMie Niederlage in der Tvbrudscha. Die Pariser Presse sieht sich, zu sehr ern­ sten Erörterungen über die Folgen der ru­ mänisch-russischen Niederlage in der Dobrudscha veranlaßt. Der Temps und der Mattn sprechen die Besorgnis aus, daß, die frei gewor­ denen Kräfte der Mittelmächte nicht nur gegen die russisch-rumänWe Serethfront eingesetzt werden, sondern auch! zur weiteren Verstärikung der Deutschen und Bulgaren in Mazedo­ nien Verwendung finden könnten. Ter Mattn findet dies um so bedenklicher, als die Hee­ resleitung von Saloniki gegenwärtig nur auf französischen Zuzug angewiesen sei. (Z.) Ter rumänische Minister des Mentzern zurückgetreten. Stgence Havas meldet aus Jassy: DerMinister des Aeußern, Polumbaro,hat aus Ge­ sundheitsrücksichten demissioniert. Ministerprä­ sident Brattanu vertritt ihu interimistisch. Täte Jones kn geht ins Ausland. Take Jonesku hat nach dem Berl. Tgbl. alle Beziehungen zu der rumänischen Regie­ rung abgebrochen und erklärt, er gehle in das Ausland, wo er der Sache Rumäniens besser dienen könne. Tie Petrolcnmquellen in Rumänien. Bon einem Freunde der Boss. Ztg. wird nach, persönlicher Inaugenscheinnahme ausRumänien u. a.berichtet: Die Petroleumquellen sind fast durchwegs intakt. Nur fehlt der elek­ tische Strom zur Arbeit. Schon aber sind überall an den Straßen die Aufräumungsar­ beiten im Gange. Da die eisernen, einbetonier­ ten Masten nicht zu stürzen waren, können die Wiederherstellungsarbeiten nicht lange dauern. Schließlich! find aber in Rumänien so große Petcoleumvorväte gesunden worden, daß, wir unbesorgt dem Winter entgegengehen können. Irgend ein Oelmangel kann nicht eintreten. Un­ ser empfindlicher Mangel an Schmieröl ist schon jetzt vollauf behoben. Entströmt doch hier überall infolge der Verstopfung, der Bohirtürinq schon bei der geringsten Bohrung Del genug, um in 14 Tagen die ganze Welt mitlSchWieröl zu versorgen. Wenn die neutralen Gesellschaf­ ten die Förderung selbst wieder aufnehmen wol­ len, müssen sie trotz aller schwarzen Listen ihren Maschinenbedars in Deutschland decken. ────────── Wurde überhaupt nicht gedacht. 'So fand die Begegnung der beiden Herrscherfamilien, die mit so viel Glanz und Begeisterung ins Werk gesetzt worden wpr, einen dunklen und frosti­ gen Abschluß. König Ferdinand aber hat die Lehre von Konstantza nicht verstanden. Darum stehen heute deutsche, bulgarische und türkische Trup­ pen in Bukarest, und die russische Flotte be­ schießt Konstantza, den Stolz Rumäniens. Und in Petersburg lächelt man schadenfroh! über die dummen Ruimiänen, die sich nun doch für den weißen Zaren verbluten, ohne daß es Ruß­ land irgend ein Opfer gekostet hat, außer reich­ lichen "Strömen von Sympathie" in die Taschsen der einstigen Machthaber von Bukarest. ────────── mit sanfter Hand unseren Bund gelöst und dich- ihm gegeben. Toch> ich bin der Vor­ sehung dankbar, daß es mir erspart bliebe daß es mir vergönnt war, dich zu behalten. Nun aber ist mein hfeißer Wunsch, daß auch du des höchsten Glückes teilhaftig wirst, das den Menschen erfüllen kann. Ich fürchte nicht, daß deine Liebe irre gehen wird, und doch warne iichj dich. Leidenschaft ist nicht Liebe; wo sie dir entgegentritt, da fliehe sie. Liebe ist tiefftes Verstehen, Ließe erfaßt den ganzen Menschen, Seele und Leib, die Leiden­ schaft nur die Sinne. Du würdest tief unglück­ lich, kämst du zu spät zu der Erkenntnis!.' mit unheiliger Liebe geliebt zu werden. Bleibst du einsam, so möge die Kunst dir Lebensinhalt und Trösterin sein. Treibt es dich mächtig, ihre Schönheit in andere Herzen M ergießen, so folge dieser Stimme. Längst .ward es mir zur Gewißheit, daß du eine der Anserwählten bist, in denen der musische Gott die hellbrennende Fackel entzündet hat, und ihre Flammen wögen vielen leuchten. Fühlst du aber nicht jenen allgewaltigen Zug und Drang, der den echten Virtuosen in die Welt treibt, so laß dich nicht in die dornenvolle Laufbahn drängen, sondern errichte der Musik einen Altar in deinem Hause. Wenn höchste Freude oder tieffter Schmerz dich erfüllt, wenn wie Menschen dich verletzen, wenn du voller Unruhe und Pein bist, flüchte zu ihr. Sie trägt deine frohe Seele aufwärts, sie legt Bal­ sam auf dein wundes Herz. Daß Rüdinghausen nicht mehr deine Hei-. mat sein kann, da es Majorat ist, beklage ich ities um deinetwillen und derer willen, deren guter Engel du allezeit warst, doch du wirst sie auch in der Ferne nicht vergessen und das Berliner Haus, in dem wir so oft und gerne geweilt, wird dir ein liebes Heim sein. Zu­ friedenheit und Glück aber sind nicht von un­ serer Umgebung abhckstgig, sie entspringen dem Urgründe unseres Wesens. Darum ist mir um ,dich nicht bange. Laß, was an mir sterblich! ist, an jener ,Stelle im Park begraben, an der ich, häufig ,tnit dir gesessen, unter der Eiche, die ich! vor allen Bäumen geliebt. Dereinst soll sich neben itoeiner Gruft ein 'Denkmal erheben, eine Pieta, die deine Gestalt und Züge trägt, mein Weib. Bringe mir dieses letzte Opfer, wenn dein Herz still geworden ist. So weilt dein Abbild neben meinen irdischen Resten, wie ich Weiß, daß deine Gedanken meine unsterbliche Seele suchen werden. Leb' wohl, meine Wera! Gottes reichster Segen über dich ! Hartmut Rüdtng." Bortsetzung folgt.) Zusriedenhfeit, Freude und Dank darin, Dank ach! mehr als mir gebührte. Nun muß ich dich! allein in der Welt zu­ rücklassen, doch ich weiß, du wirst auch ohne mich! nicht irre geben, nicht zagen. Tu bfft rein, treu und stark. Bleibe es, mein Kind! Richt Kampf, nicht Leid wird dir vielleicht «rspart bleiben, doch der Kamps stählt die Kraft, und Schmerzen wirken wie reinigende Gewitter, nach denen man den Sonnenschein doppelt froh« genießt. Ich, wünschte innig, daß du dein Herz einst einem Manne schenken mögest, der dieses' Schatzes würdig ist. Ich habe dir nicht ver­ hehlt, mit welcher Liebe ich meine Manuela,' die Gefährtin meiner Jugend geliebt, mit einer anderen Liebe, als ich sie dir geben konnte, mein Kind, und daß ich sie nie dergeffen. Du hast mit mir an tfjreW und un­ seres Söhnchens rosenübersichjüttetem Grabe ge­ standen im fernen San Remo und sahst unfeine Tränen. Auch du wirst lieben! Trotz deines selbständigen Denkens ist ein Anlehuungsbedürfnis in dir, wie in jedem echten Weibe/ und der Natur läßt sich nicht spotten. Wäre frühfer ein Mann in deinen Lebens­ kreis getreten, dem deine Seele sich zuneigte Und der dein Empfinden erwiderte, ich hätte ────────── Der Luftkrieg. Erfolgreiche Luftkinnpfr. ' Berlin, 27. Dezember. Am 26. Dez' schossen unsere Flieger neun feindliche Flug­ zeuge ab, hiervon sind sechs hinter unseren Linien abgestürzt oder zur Landung gezwun­ gen worden, ein weiteres liegt zertrümmert etwa 50 Meter vor unserer vordersten Linie. Der Absturz und die Zertrümmerung der rest­ lichen zwei hinter den feindlichen Linien konn­ te einwandfrei durch Beobachtung auch von der Erde ans festgestellt werden. Eine ganze Reihe weiterer Abschüsse ist noch! gemeldet. Sie sind in dieser Aufstellung noch wicht berück­ sichtigt, weil nähere Einzelheiten noch! aus­ stehen. Wir verloren zwei Flugzeuge, eines im Luftkampf, eines durch Absturz. Tie Haupts kamp'ftätigkeit der Flieger spielte sich in der Sommegegend ab. Die Leistung der deutschen Flieger ist Irnttfo bemerkenswerter, als die Wit­ terung durchaus ungünstig war. An der gan­ zen Westfront herrschte Regen und Schweege­ stöber. ────────── Der Krieg zur See. Ter heimliche Passagier. National Tidende meldet aus Malmö: Au­ ßerhalb Binga wurde ein schrvsdischer Dampfer, Unterwegs nach England, von einem deutschen Unterseeboot angehalten, dessen Kommandant von dem Kapitän des Dampfers die Ausliefer-pug eines an Bord befindlichen englischen Offi­ ziers forderte. Obwohl der Kapitän erklärte^ nicht zu wissen, daß sich auf dem Schiff ein englischer Offizier befinde, ergab die darauf vorgenommene Untersuchung daß sich ein sol­ cher unter den Reisenden befand. Ter Eng­ länder mußte sich auf das Unterseeboot bege­ ben, worauf der Dampfer seine Fahrt fortsetzen durste. Ein italienischer Truppentransport gc1 funke»? Die Wiener "Zeit" berichtet aus Lugano: Die italienische Presse stellt fest, daß sich die Todesanzeigen italienischer Marineoffiziere in der letzten Zeit auffallend vermehrten. Man bringt in Pressekreisen diesen Umstand mit deut möglichen Untergang eines großen Transportes in der Adria in Zusammenhang. Bewaffnung der französische» Handels­ schiffe. Laut Berl. Ook.-Anz. wird aus Borde­ aux gemeldet, daß 20 französische Schiffe Be­ waffnung gegen die Unterseeboote erhalten sol­ len. ────────── Tages-Uebersicht. Die KrönnngSfeier in Budapest. Die Berl. Morgenpost meldet aus Budapest: Der Em­ pfang, den die ungarische Reichshauptstadt und Residenzstadt dem König Karl und der Königin Zita am Mittwoch bereitet hat, wär ein wür­ diger Auftakt der Krönungsfeier. Der Hoszug Mm um 2 Uhr nachmittags an. Gleichzeitig ertönten von der Zitadelle des Blockberges 24 Salutschüsse. Nach! kurzem Empfang auf dem Bahnhöfe fuhr das Königspaar mit demi kleinen Kronprinzen Erzherzog Otto nach der Hofburg. Die Fahrt glich einem Triumphzug. Die Straßen, durch die der Zug sich bewegte,; waren mit Menschen 'dicht umsäumt, die das Königspaar begeistert begrüßten. Auf der gan­ zen Fahrt begleitete das Herrscherpaar der unbeschreiblichie Jubel der Bevölkerung. Um halb 3 Uhr bewegte sich der Zug über die Ketten­ brücke nach, Ofen. In der Burg wurde das Königspaar auf der Treppe vom Hofmarschall in Ungarn, Grafen Szeczen und dem Burgkapitän van Roth sowie den höheren Hof­ beamten empfangen. Knapp vor 3 Uhr war die Auffahrt beendet. König Karl und Königin Zita zogen sich dann samt Gefolge unter dem Salintdonner der omf dem Blockberg stehenden Batterien in ihre Gemächer zurück. — Eine aus> zahlreichen Mitgliedern des Abgeordenetenhauses und des Magnatenhauses bestehende Ab­ ordnung begab sich unter Führung des Kar­ dinals Fürstprimas Csernoch zum König, iüiV ihw namens des Reichstages das KrönunU> diplom zu überreichen, in dem der König durch seine Unterschrift die Verfassung getreu be­ obachten zu wollen erklärt. Ter Kardinal hielt eine Ansprache, in der er bat, das Krönungs­ diplom zu unterfertigen und zu gestatten, daß auch die Königin gekrönt werde. Der König er­ klärte, er werde seinen Entschluß bezüglich des Krönungsdiploms morgen kundgeben und gab seine Zustimmung zur Krönung der Königin. Die Abordnung begab sich hierauf zur Königen, die erklärte, daß sie mit Freuden die Bitte des Reichstages erfülle, sich nach altem Brauch' und Herkommen als Königin krönen zu lassen. T«s Luxemburgische Ministerium hat um seine Entlassung nachgesucht. Man erwartet die Neubildung des Kabinetts unter der Aus­ scheidung des Generaldirektors Weiter. ────────── Bayerische Nachrichten. Bayer» im Bundesrat. Durch Allerhöchste Entschließung S. M. des Königs vom 21. ds. sind der neu ernannte Staatswinister des In­ nern Exz. von Brettreich jund der neu ernannte K. Kriegsminister Generalleutnant von Hellingrath! an Stelle ihrer zurückgetretenen Amtsvorgänger zu Bevöllmächtigten Bayerns zum Bundesrat ernannt worden. Ungarische Kröuungsseier. Aus Anlaß der ungarischen Krönungsseier findet in München morgen Samstag den 30. ds. in der Ludwigs­ pfarrkirche ein Festgottesdienst statt. Am Abend wird im Restaurant Preysing-Palais e^n Festbankett veranstaltet. Weibliche Sjchjalterbeamte. Seit einigen Tagen sind an Nürnberger Postämtern nun auch im Postanweisungs-Schjalterdienst weib­ liche Aushilfskräfte beschäftigt, nachdem sie in den letzten Monaten nur an Postschaltern mit weniger Verantwortung Verwendung gefunden hatten. Die Anstellung weiterer solcher Beam­ tinnen an Geldschaltern wird im Januar er­ folgen. Wählenthaltung proklamierten für die be­ vorstehende Landtagsersatzwahl in Ingolstadt die christlichen Arbeiter. Das Zentrum, das im Besitz des zweimännigen Wahlkreises ist, stellte dort als Nachfolger des verstorbenen Dr. v. Orterer den Bürgermeister von Ingol­ stadt, Hofrat Krvher, als Kandidaten auf, ob­ wohl die christlichen Arbeiter nach dem Durch­ sall ihres Kandidaten in Amberg auf den näch­ sten zweimännigen Wahlkreis vertröstet worden waren. Bei der Nominierung Krohers soll Mdem die Aeußerung gefallen sein, als Nach­ folger Dr. v. Orterers könne man doch keinen Wagenschieber wählen. Darob nun gerechte Entrüstung in den christlichen Arbeiterkreisem die zu dem Beschlusse des Wahlstreikes führte. ────────── •auf seine Kosten zu kommen glaubte, wurde noch in später Abendstunde durch! die Bahn­ verwaltung in Neustadt a. H. in der Güter­ halle versteigert. Der hochwillkommene Weih­ nachtsbraten fand Mm Preis von etwa 2 Mark das Pfund flotten Absatz. Kampf mit Zigeuner«. Bei Landau i. Pf. hatte sich in einem Gehölz eine Zigeunerbande, bestehend aus zwei Männern, vierWeibern und fünf Kindern, niedergelassen. Sie bettelten und stahlen in der Umgebung. Die Gendarmerie wollte daraufhin einschreiten, u. verlangte die Papiere. Die Bande wurde be­ drohlich und als die Gendarmerie zu 'ihren Schußwaffen griff, um sich die Angreifer vom Leibe M halten, suchte einer der Zigeuner dem Gendarmen das Gewehr zu entreißen. Im weiteren Verlause des Kampfes Mb der Gendarmeriewachtmeister einen Schutz ab und traf einen der Zigeuner tödlich. Die übrigen Mitglieder der Bande wurden daraufhin fest­ genommen. Erdrutsche in der Schweiz. Immer neue Nachrichten treffen aus allen Landesteilen ein, besonders aus der Westschweiz, über ErdrUhsche und Ueberschwemmungen. Die Bahnlinie Bern —Schwarzenburg ist eine Strecke weit unter­ brochen, in Champerh ist die Lage noch imitier gefährlich. In einem Hotel liegt der Schlamins bis zum zweiten Stock. BMn Ausgang des Simplontunnels ritz eine Lawine mehrere Hüt­ ten weg . Der Murtensee stieg an einem Tage Um 86 Zentimeter. Das untere Brogetal ist ein einziger See. Bei Romon stürzte e^ne Mauer auf 30 Meter ein. Die Stratze Romont—Bouloz ist auf eine grotze Länge ver­ schüttet. Tie Samte ist ebenfalls über die User getreten und hüt den Schutzdamm weg­ geschwemmt. , ────────── Niederbayerische Nachrichten. * Geisenhausen, 27. Dez. (Ein halbes Schwein gestohlen.) "In der Nacht zum 23. Dez. wurde mittels Einbruch aus der Knechte­ kammer des Bauern Benno Heipneier in Ober­ schwimmbach bei Holzhausen die Hülste eines geschlachteten Schweines im Gewichte von mehr als 80 Pfund gestohlen. Der Dieb konnte noch nicht ermittelt werden. Teggendors, 27. Dez. (Tie leidige Un­ sitte) des Anschietzens der Christnacht hat auch heuer wieder ein junges Menschenleben als Opfer gefordert. Der 14 Jahre alte Pächters­ sohn Karl Baumgärtler in Kleibmühle gab am hl. Abend im Freien aus einem! scharf!gela-. denen Revolver einige Schüsse ab und kam dann in die Wohnstube des Müllers Zacher, in der das kleine Kind Ludwig Zacher auf dem Tische saß. Kaum hatte Baumgürtler, der noch die Schußwaffe in der Hand hielt, sich geäutzert: "Das ist aber schön, wenn es so kracht," entlud sich der Revolver durch eine unglück­ liche Manipulation und traf das Kind ober­ halb des Auges in die Stirne, so datz es üach wenigen Minuten eine Leiche war. ────────── Dienstesnachrichten. Bahnvienst. Ernannt in etatsmätziger Ei­ genschaft ab 1. Dezember 1916 wurden: zum Weichensteller der Gehilfe Konrad Himsel in Passau Hbf., zum Wagenwärtergchilsen der Ge­ hilfe Joseph Hirschberger in Landshut, zum Stationsdiener im Nebenbahndienst der Gehilfe Lorenz Kestel in Karpfham, zum Bahnwärter der Gehilfe Anton Engelbrecht in Altheim. Versetzt wurde in etatsmätziger Weise aus An,suchen: der teichjn. Oberassistent MatthiasLangmantel von Bm. 1 Regensburg zur Bris. Zwiesel. [ : ' ; i [ ────────── Einladung zum Abonnement für das 1. Vierteljahr 1917. Wir ersuchen hierdurch alle unsere Abonnenten bis zum 1. Januar 1917 das Abonnement auf unser Blatt er­ neuern zu wollen. Neubestellungen können jetzt schon gemacht werden und werden jederzeit auswärts von der Post, in der Stadt von unseren Zeitungs­ trägerinnen und in unserer Expedition angenommen. Wie seither, so werden wir auch in der Folge über alle Vorgänge auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen unsere Leser schnell und gewissenhaft unterrichten. Auch den Ereignissen der engeren Heimat wenden wir sorgfältigste Aufmerksamkeit zu. Wir dürfen deshalb erwarten, daß unsere geschätzten Abon­ nenten uns das bisher geschenkte Wohl­ wollen bewahren und durch Zuführung von neuen Abonnenten unseren Leser­ kreis erweitern helfen. Als unbedingte Notwendigkeit ge­ hört in jeden Hausstand eine gute Tageszeitung, um stets unterrichtet zu sein über die Vorgänge und Er­ eignisse der Gegenwart. In nächster Zeit werden wir aller Voraussicht nach wichtige Begebenheiten erleben, ob im Fortgang des Krieges oder in der Anbahnung des Friedens, und es wird doppelt notwendig sein, eiueZeitung zu halten, die für Alt und Jung Jntressantes bietet. Unser "Kurier für Niederbayern" darf als vorzügliches Familienblatt empfohlen werden; der allgemeine Beifall, welchen die Leitung unseres Blattes gefunden hat, führt uns stets neue Leser zu. Durch die Post be­ zöge« ist der Vierteljahrespreis Mk. 1.80 (Zustellgebühr 43 Psg), in nuferer Expedition oder Filiale abgeholt 1.50 Mk , durch die Zeituugs-TrSgeri« ins Hans gebracht Mk. 1.80. ────────── Landgericht Landshut. Verurteilt wurden: # der Taglöhner Joses Wiedemann von Piehl wegen Betrugs im Rückfall zu 2 Jahren Ge­ fängnis; t der Maschinenschlosser Ludwig Bachzauner von Berg o. L. wegen Diebstahls im Rückfall zu 4 Monaten 15 Tagen Gefängnis; der Viehhändler Joses Geier von Dingolfing wegen Urkundenfälschung zu 14 Tagen Ge­ fängnis und 400 Mark Geldstrafe; der Hauptlehrer Gottlieb Arnold von Landshut wegen Ueberschreitung des Züchjtigungsrechtes zu 30 Mark Geldstrafe. Verworfen Wurde die Berufung der Händ­ lerin Philomena BräUhauser von Riedlingen wegen Betrugs und jene des Maurers Joses Brandt in Achdorf wegen Uebertretung des Vogelschutzgesetzes. Haus in Bezug auf Markeneinklebung und Entwertung in den Quittungskarten vorge­ nommen wird. Arbeitgeber und Versicherte werden in ihrem Interesse und zur Vermeidung von Strafen gut tun, die Quittungskarten alsbald in Ordnung zu bringen. —* Aenderung der Beitrüge zur Invalidenversicherung. Mit dem 31. Dezember 1916 verlieren die bisherigen Bei­ tragsmarken zur Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung ihre Gültigkeit. Ab 1. Jan­ il 917 werden als Wochenbeiträge erhoben: in Lohnklasse I rot 18 Psg. (bisher 16 Psg.>, in Lohnklasse II blau 26 Psg. (bisher 24lPsg.), in Lohnklasse III grün 34 Psg. (bisher 32 Psg.), in Lohnklasse IV rotbraun 42 Psg. (bisher 40 Psg.), in Lohnklasse V gelb 50 Psg. (bisher-48 Psg.). Die bisherigen Beitragsmarken dürfen nach« dem 31. Dezember 1916 nur miehr ver­ wendet werden, wenn es sich! um die Nachent­ richtung von Beiträgen für die Zeit vor dem 1. Januar 1917 handelt. Werden für Zeiten nach dem 31. Januar 1917 bisherige Beitrags­ marken verwendet, so ist ihre Verwendung un­ gültig. Es muh daher gewärtigt Werden, daß diese Marken bei einer Nachprüfung durch neue ersetzt werden müssen, ohne daß, eine Anrech­ nung des alten Markenwertes stattfindet. Die bisherigen Marken können vom 27. Dezember 1916 ab bis zum 31. Dezember 1918, also während 2 Jahren bei allen Postanstalten un­ ter Aufzahlung von 2 Psg. für das Stück in neue Marken umgetauscht werden. Weitere Muskünste erteilt das städt. Versicherungsamt, wo auch die entsprechenden Bestimmungen er# ' hvlt werden können. • —* Das Jahr 1917. Nur noch wenige Tage trennen uns von dem Beginn des neuen Jahres, das mit einem Montag beginnt und mit einem Montag schließt. Von den 60 Sonnund Feiertagen fallen je 7 in die Monate April und Dezember, 6 in den Monat Mai und je 5 in die Monate Januar, Juli, September Und November, während fidj, der Februar/ März, Juni, August und Oktober mit nur je 4 Sonntagen begnügen müssen. Die meisten Werktage, nämlich, 27, weisen der Marz, August Und Oktober auf und die wenigsten, 23, der .April. Das Osterfest fällt auf den 8. Zlpril, auf den 27. Mai das Pfingstfest und auf den 7. Juni Fronleichnam^ ────────── Stimmen aus dem Publikum. Die Redaktion übernimmt für Einsendungen unter btefr. Rubrik dem Publikum gegenüber keine Verantworlung.) Gänsepreise. Vor kurzem noch wurde hier anscheinend stillschweigend für geschlachtete Gänse ,ein Richtpreis von 2,20 Mark für das Pfund an­ genommen, da bei behördliches Einschreiten dieser Preis zugrunde gelegt wurde. Nun er-! schien der neue Höchstpreis der Bayer. Fleifchversorgungsstelle mit 2,80 Mark. Zugleich hieß es in der Verordnung, daß niedrigere Höchst­ preise in einzelnen Gemeinden hiervon nicht berührt würden. Trotzdem Wird nun auch hier der neue Höchstpreis zur Anwendung gebracht. In München brachte der neue Höchstpreis den Bewohnern gegen früher billige Weihnachts­ gänse. Bei uns ist dies umgekehrt. Wir ha­ ben eine fast 20prozentige Preiserhöhung. — Mußte dies sein? Oder hätte nicht die gjeft* fetzung eines Höchstpreises mit vielleicht 2,50 Mark, wenn der Preis einmal erhöht werden mußte,a uch genügt? Landshut ist doch nicht München! ' - —a— ────────── Letzte Posten. Grubenunglück. Beuten (Oberschlesien), 29. Dez. In der Gottessegengrube in Antonienhütte ereig­ nete sich gestern ein Grubenbrand. Zur Zeit des Unfalles waren gegen 120 Mann an der Unfallstelle beschäftigt. Durch Einatmen gif­ tiger Gase Wurden 12 Mann getötet. Eduard Strauß gestorben. Wien, 29. Dez. Hier ist der Hofball­ musikdirektor Eduard Strauß im 81. Lebens­ jahre gestorben. i Russische Schiffsverluste in der Ostsee. i Aus Kopenhagen wird der Frkfr. Ztg. gemeldet: Ein von Helsingfors soeben zuge-' reister Kapitän berichtet, daß der finnischeDampser "Ohana", der ein zeitweilig auf den Aalandsinseln stationiertes russisches Küstenar­ tillerieregiment nach Helsingfors zurückbvftwgen sollte, aus eine russische Mine stieß und wenigen Mnuten versank. Die gesamten an Bord Anwesenden mit Ausnahme von 50Mann gingen unter, ebenso über tausend Pferde und bedeutendes Artilleriematerial. Der Postdampser, der zwischen Ab» und Maria Hamm ver­ kehrt, stieß ebenfalls auf eine Mine und sank. Auch hier ist die Zahl der Ertrunkenen bedeu­ tend. Wilson erklärt. Rotterdam, 28. Dez. Der Londoner Korrespondent des Manchester Guardian mel- ' bet, daß in London eine zweite erlüutenbe ame­ rikanische Note eingetroffen sei. Der Correspondent erfährt aus diplomatischen Krei­ sen, daß ihr Wortlaut nicht derart fei, um die Haltung der Entente zu ändern. Die En­ tente werde mit der Antwort nicht zögern. Eng­ land dürfte die feinige am Sonntag abends absenden . Der Korrespondent fügt hinzu, man erfahre, daß Englands Antwort, obgleich die Türe für Verhandlungen dadurch nicht ge­ schlossen werde, im allgemeinen eine Wiederhvlung der Rede Lloyd Georges fein werde. Kohlenmangel in England. Verschiedene Blätter teilen mit, daß vom 1. Januar ab 225 englische und 95 schottische Bahnhöfe geschlossen werden, um Einsparun­ gen M machen. ────────── Literarisches. Gartenlaube-Kalender 1917. (Verlag von Ernst Keils Nachfolger, August Scherl G. m. b. H., Leipzig. Geb. 1 Mk.) Soeben erschien der 32. Jahrgang des beliebten Volksbuches, der dritte in der schweren Kriegszeit, aus der er wieder mancherlei Ernstes und Heiteres erzählt. Eine Reche interessanter illustrierter Artikel erzählt vom Leben unserer Söhne in Waffen. Aus dem übrigen Inhalt sind besonders hervorzuheben die vier farbigen Kunstbeilagen. So bietet der Gartenlaube-Kalender für 1917 bei billigem Preis wiederum eine reiche Fülle wertvollen Unterhaltv.ngsstoffes. Die Feldzeitungen finden mehr und mehr über den engeren Kreis ihres Heeresteils hinaus, für den sie zunächst bestimmt sind, auch eifrige Leser in der Heimat. In Sammlerkreisen hat man außer­ dem ihren Wert als eigenartige Zeitdokumente erkannt. Unter ihnen ist der "Champagne-Kamerad," die Feldzeitung der 3. Armee, längst eine der bekanntesten. Mit der eben erschienenen NumPer 51 hat der Champagne-Kamerad," der bei der Post zum viertel­ jährlichen Bezugspreis von Mk. 1,95 abonniert werden kann, seinen Umfang von 12 auf 16 Seiten erweitert und dem bisherigen Beiblatt "Zeit-schau" ein neues Beiblatt "Im Unterstand" hinzugefügt. ────────── Kronprinz-Lichtspiele. Heute zum letzteuumle. 1 MÜHeryrmöKtmä Hein gewöhnliche «riegsschauspiel! 269 v Spanueud ttnb fesseln* für Jedermann. Eigene Musik von Franz Lehar. S£ 12,000 Mitwirkeudel S ────────── 170. Frau Kommerzienrat Weih. 171. Herr Ignaz Weinmahr's Relikten (Seilerei). 172. " Erlmaier, Kaufmann mit Familie. 174. " Rudolf Gagg, Dentist. 174. " Nikolaus Gareis, K. Obergeometer und Frau. 176. " Josef Frischeisen Stadtpfarrer und K. Distriktsschulinspektor. 177. " Eugen Hausfelder, städt. Gasmeister mit Familie. 178. " Anton Dörfler mit Familie 179. " Vinzenz Hofmann, Bäckermeister m. Frau. 180. " und Frau Karl Geistbeck. 181. " Apotheker Pröls und Familie. 182. " Gymnasial-Professor Nieberle und Familie. 183. " Baurat Beck und Frau. 184. " Grundner, Rentier mit Frau. 185. " Fabrikbesitzer Wilhelm Straub mit Familie. 186. Frau Anna Straub Rentnerin und Frl. Möchte. 187. Herr Kommerzienrat W . Kissenberth! und Familie. 188. " Joses Paur, Kaufmann mit Famsilie. 189. Frau Kirchenrat von Jan und Tochter. 190. Herr G. M. Schmidt Jushizrat und Kt Notar mit Familie. 191. " Karl Kleinmair, Goldschmied mit Frau. 192. " Anton Aigner, entertet. Pfarrer. 193. " Hosrat Dr. Wein. Krankenhausoberarzt. 194. " Hermann Fahrmbacher, Hoflieferant mit Familie. 195. " Amtsrichter Muggenthaler mit Frau 196. " Registrator Pausinger mit Familie. 197. " Paul Weih mit Familie. 198. " Studienrat Dr. Reichenberger mit Frau. 199. " Kaufmann Vinzenz Picha mit Fams. 200. " Josef Bruckmeier, Privatier mit Fr» 201. Frl. Käthi Grüner mit Schwester. 202. Herr Karl Hiemann, Schlossermeister mit Familie. 203. " Kommerzienrat Koller Mit Familie. 204. " MÜhlendirktor Mehr mit Familie. 205. " Georg Emslander, Kaufmann mit Familie. 206. " Kaufmann Anton Rösch und Fam. 207. Frau Maria Dallmahr, Kanfmannswittoe mit Familie. 208. Familie Geyer, Dampftvaschanstalt. 209. Herr Ludwig Kellner, Braueir^ibefitzer mit Frau und Tochter. 210. Frau Babette Kellner, Rentiere und Josef Kellner, Diplomingenieur. 211. " Ursula Wolf, Brauereibesitzerin. 212. Herr Brauereibesitzer Hans Wolf. 213. " Magistratssekretär Hans Schwarz m. Familie. 214. " Direktionsrat Schmid und Frau. ────────── Oeffentliche Aufforderung. Die Veranlagung zur Befitzsteuer nach dem Reichsgesetze vom 3. Juli 1913 und zur aiitzerordentlichen Kriegsabgabe nach dem Reichsgesetze vom 21. Juni 1916. I. Zur Abgabe einer BefitzsteuererklSrung find alle Personen mit i einem steuerbaren Vermögen von zwauzigtausenS Mark und darüber verpflichtet, wenn sie früher nicht zum Wehrbeilrage veranlagt worden find, sowie alle Personen, deren Vermögen sich seit der Veranlagung zum Wehrbeitrag oder'gegenüber dem für eine künftige Viranlagung zur Befitzsteuer als maß­ gebend festgestellten VermögenSfland um mehr als zehntausend Mark er­ höht hat. Außer den zur Abgabe einer BefitzsteuererklSrung Verpflichteten haben alle Einzelpersonen, deren Vermögen fich seit dem 1. Januar 1914 bis zum 31. Dezember 1916 um mehr als dreitausend Mark auf mindestens elftausend Mark erhöht hat, zum Zwecke der Veranlagung der außerordentlichen Kriegsabgabe eine Stenererklürnng abzugeben. Letztere Steuererklärung ist mit der BefitzsteuererklSrung zu verbinden. Die SteuererklSrungspflicht trifft veranlaßten Fall« den Vertreter des Steuer- und' Abgabepflichtigen. Die Vorstände, persönlich haftenden Gesellschafter, Repräsentanten, Geschäfts« führer oder Liquidatoren der Pflichtige» Gesellschaften, bei ausländischen Gesellschaften die Vorsteher der inländische» Ntederlaffungen sowie die Vertreter der vom Bundesrate für pflichtig erklärte» juristische» Persoue» sind verpflichtet, eine Kriegssteuererklörung einzureichen, welche die für die Fest« stellung des abgabepflichtigen Mehrgewinn« erforderlichen Angaben zu enthalten hat. Die Steuererklärungen find unter der Versicherung abzugeben, daß die Au« gaben nach bestem Wtffen und Gewiffen gemacht sind. II. Der Erklärungspflicht wird genügt durch Ausfüllung eiues 8rkläruugsborbrucks und Einsendung der Erklärung an das Rentamt oder an die Gemeindebehörde oder dadurch, daß die Erklärung zu Protokoll des Rentamts oder bet Gemeindebehörde abgegeben wird. Vordrucke für die Erklärung stehen bei de» K. Rentämtern und bei den Gemeindebehörden unentgeltlich zur Verfügung. III. Der Erklärungspflicht der Einzelpersonen muß bis zum 31. Januar 1917 einschließlich genügt sein. Eine die beiden ersten KriegSgeschäftSjahre umfaffende Steuererklärung zum Zwecke der vorläufigen Festsetzung der Kriegrabgabe der pflichtigen Gesellschaften und für pflichtig erklärten juristischen Personen ist bks zum 31. Januar 1917 abzugeben. Die wettere Steuererklärung zum Zwecke der entgültkgeu Festsetzung der Kriegsabgabe ist binnen sechs Monaten nach Ablauf des letzte» Krieg»geschäftsjahres abzugeben. Die bis zum 31. Januar 1917 abzugebende Kriegs, steuererklärung hat sich auf die Ergebniffe aller KriegSgeschäftSjahre zu erstrecken, wenn sie bis dahin bereit» festgestellt find. Soweit die Geschäftsberichte und Jahresabfchlüffe nebst den Gewinn« und Verlustrechnungen der in Betracht kommenden Friedensgefchäftsjahre umb bet Sriegsgeschäflsjahre sowie die daraus bezügliche» Brschlüffe der Gener-alverfammlungen nicht bereits gemäß § 2 der Ausführungsbesttmmungeu zum Gesetz über vorbereitende Maßnahmen zur Besteuerung der KriegSgewinne vom 24. Dyember 1915 dem Rentamt eivgerreicht wurden, find sie der Kriegssteuererklärung beizufügen. Die Steuerpflichtigen und die Vertreter der pflichtigen Gesellschaften und für pflichtig erklärten juristischen Personen können zur Abgabe der Steuererklärung mit Geldstrafe» bis zu 500 Mark angehalten werden. Ist der Steuerpflicht nicht rechtzeitig genügt worden, so kann dem Steuer­ pflichtigen und der pflichtigen Gesellschaft sowie der für pflichtig erklärten juri­ stischen Person ein Zuschlag von 5 bis 10 vom Hundert der rechtskräftig festgestellten Befitzsteuer und Kriegsabgabe auferlegt werde», es sei denn, daß Umstände dargetan werden, welche die Versäumnis entschuldbar machen. IV. Auch den Personen, die ein Vermögen vo» mehr als 10 000 Mk. besitzen, nach Vorstehendem aber nicht erklörungspflichtig sind, wird empföhle», eine Steuerklärung abzugeben. » Zpv