Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-12-04. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 330, 1916-12-04. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich in HerczegHalan in Ungarn ereignet. Der Wiener Schnellzug fuhr dem Grazer in die Flanke, wodurch! 15 Wagen überfahren wurden. Bisher wurden über 189 Verwundete und nahiezu 70 Tote gezählt. An der Bergung beteiligte sich auch ein deutscher Lazarettzug, der am Bwhnhvs Budapest Ferencvares stand. Der Wiener Schnellzug fuhr mit einer Geschwindigkeit von !90 Kilometer in der Stunde, um seine große Verspätung einzuholen. Die Lokomotive, der Gepäckwagen und der erste Personenwagen des Gjrazer Zuges erreichte noch rechtzeitig das rechte Gleis, der zweite Personenwagen wurde von der Lokomotive des Wiener Schnellzuges entzweigeschnitten. Die Lokomotivführer der beiden verunglückten Züge sind unversehrt da­ vongekommen. Die erste Hilfe leisteten deut­ sche Soldaten, die bei Magnesiumbeleuchtung die Wagen aus der Erde ausgruben und viele Verwundete bargen. Der deutsche Spitalzug brachte 80 Schwerverletzte nach Budapest. Un­ ter den Toten befinden sich viele russische und serbische Kriegsgefangene. Der zweite Ver­ wundetentransport wurde gleichfalls durch ei­ nen deutschen Militärspitalzug nach Budapest gebracht; er führte auch die Leiche des Ziviladlatus Ludwig Thälloczhs mit sich. Sap­ peure, deutsche Jäger und serbische Gefangene sind mit der Wegschaffung der Verwundeten und Toten beschäftigt. ────────── Die Rumänen neuerdings geschlagen. Zn 2 Tage« rund 10 000 Rumänen gefangen. — Die Rusftsch-rnmänische Entlaftungsoffenfive in Sen Karpathen ohne Erfolg. — Ein französischer Transportdampfer versenkt. Stratzenkämpfe in Athen. -- Lloyd George demissioniert Vom Westen werden nur ArtillerieWmPfe gemeldet. Im Osten wurden russische Angriffe bei ©morgen und Pinsk abgewiesen. In den Karpathen dauert die russisch-rrlmänische Entlastungsoffensiv e an. Die An­ griffe richteten sich besonders gegen die deut­ schen Truppen in den Waldkarpathen. Die Feinde hatten sich überall blutige Köpfe geholt und mutzten über 1500 Gefangene in den Hän­ den der Unsern lassen, die an einzelnen Punk­ ten dem zurückgehenden Gegner sofort nachstietzen. 1 ^ ' In Rumänien dauert die Schlacht am Argesul an. Südlich von Pitesti ist die 1. rumä­ nische rAmee nach hartem Kajmpfe durchbrochen und geschlagen. Das baher. Ref.-Jn,s.-Rgtt. Nr. 18 stieß bis zu einem Divisionsstabsquartier durch. Zwei Bataillone des westpr. Res.Jnf.-Rgts. 21 mit Artillerie unter Führung des verwundeten Majors von Richter des meumärkischen Feldartillerieregiments 54 stützen bis Gaefti vor. An beiden Tagen wurden über 9000 Rumänen gefangen, 64 Geschütze, zahlreiche Fahrzeuge und sehr viel Material erbeutet. An der Donaufront wurden jetzt russische Truppen in den Kampf geworfen, j doch werden auch diese dem Ueberflügelungs- i marsch der Unsern im Süden von Bukarest nicht aufzuhalten vermögen. Ein Armeebefehl wurde bei den gefange­ nen Statsoffizieren der Rumänen gefunden. Er forderte die nun geschlagene erste Armee auf auszuhalten und bis zum Tode gegen die grausamen Barbaren zu kämpfen. UM aber mehr Nachdruck M geben, wurde zugleich die Todesstrafe für jeden Feigling angedroht.Trotzdem ist die Armee jetzt geschlagen. Mit Wor­ ten kämpft Man eben vergebens gegen deutsche, Tapferkeit an. Unaufhaltsam drängen unsere Truppen dem fliehenden Feinde nach und der Hauptteil der Walachei ist bereits in unserem Besitze. Es ist daher kein Wunder, wenn ange­ sichts dieser Sachlage der Jammer unseren Gegnern jetzt einige interessante Geständnisse entlockt. Während sie früher immer behaup­ teten, der von uns besetzte Teil der Walachei sei von allen Vorräten geräumt, wendet sich jetzt der Petersburger amtliche "Rutzki In­ valid" gegen die leichtsinnigen rus­ sischen PressesttmMungen über den deutschen Feldzug gegen Rumänien. Der deuffche Feld zug sei keine Racheaktion, sondern ein großes strategisches ökonomisches Manöver. Rumänien, das den drittgrötzten Weizenexport der Welt habe, übertrifft sogar Argentinien und Ka­ nada an Viehreichtum. Douffchland könne sei­ nen Bedarf an Fleisch, Wolle und Pferden in voller Höhe ^ausfüllen. Auch der Reich­ tum an Petroleum und Metallen koUchnv den Deutschen seht gelegen. Rumäniens Untergang sei darum ein grotzes Unglück für die Alli­ ierten, weil dadurch die Widerstandskraft der Zentralmächte in ungeahnter Weise gestärkt j würde. Die strategische Wichtigkeit sei nicht ye» \ ringer als die eben angeführte ökonomische. I Der Pesti Naplo besagt, datz in der Walachei autzerordentlich große Getreidevorräte erbeu­ tet wurden. | , I In der Dobrudscha wurden russische Angriffe abgewiesen. Zeitweise gingen sogar türkische und bulgarische Truppen zum Gegenstoß über. r In Mazedonien griff der Feind wieder vergeblich bei Monastir und Gruniste an. An der italienischen Front herrscht wie­ der lebhaftere Artillerietätigkeit. In Griechenland herrscht anscheinend eine • erbitterte Gärung gegen die Entente und es kam bereits zu bewaffneten ZusampOnstötzett zwischen griechischen und Ententetruppen.Schvn erhoben sich auch im Ententelager StimMen, die Admiral Fournet beschuldigen, mit sei­ ner Forderung den Widerstand Griechenlands herausgefordert zu haben. Der Meldung, datz König Konstantin in dem Verkauf von 6 Bat­ terien Geschütze an die Entente eingewilligt habe, ist wenig Glauben beizumessen. : Unsere Unterseeboote haben neben zahl­ reichen anderen Schiffen auch den französi­ schen Truppentransportdampfer Karnak im Mittelmeer versenkt. Datz die französischePresse aus ihm einen Paffagierdampfer Machen will und scheinheilig meldet, alle Fahrgäste seien gerettet ,ist nicht besonders verwunder­ lich, haben doch die Engländer die Britanic, die auf eine Mfne gelaufen war, als Hospi­ talschiff erklärt, als welches es auch die Abzeichen trug, während jetzt allmählich bekannt wird, datz das Schiff zu Truppentransporten gedient hatte. Datz natürlich ein deuffches Unterseeboot das "Hospitalschiff" versenkt ha­ ben soll, ist bei der Wahrheitsliebe unserer Gegner nicht weiter verwunderlich und vor al­ lem dadurch erklärlich, datz sie unbedingt einen Vorwand schaffen müssen, um Freund Jona- than zu" Hilfe' zu rufen, der schon einmal als Lebensretter erschienen war. England droht nämlich eine schwere Katastrophe. Es ist heuer auf den Bezug des australischen Wei­ zens angewiesen und es gilt, diesen nach Eng­ land zu bringen. Wie soll dies aber bei der gegenwärtigen eifrigen Tätigkeit unserer Un­ terseeboote geschehen? Es richteten sich daher die Blicke der Engländer hilfeflohend nach Ame­ rika, damit von dort ein scharfer Wind die verdammten deutschen Unterseeooote voMMeere in die Hemathäfen verscheucht. Die amerika­ nische Gefahr hat aber inzwischen sehr viel von ihrer "Furchtbarkeit" verloren, die ohne­ dies auch früher nicht überall gleich ernst anaese!hen wurde. Jedenfalls beginnen unter die­ sem Gesichtswinkel die über den Ozean kom­ menden Friedensvermittlungsbotschaften, in de­ ren 'Gefolge, auch Drohungen nicht fehlen, eine interessante Seite zu bekommen und zu ern­ stem Nachdenken anzuregen. Diesmal dürfte Wilson seinen Zweck, England Hilfe zu brin­ gen Hcht erreichen, denn der Krieg hat uns inzwischen den Glauben an Treue und Red­ lichkeit so gründlich genommen, vor atWrnf ge­ gen alle amerikanischen Manöver, datz seinem Liebeswerben der geeignete Resonanzboden bei uns fehlt. Wir haben erkannt, datz er stets dann auf dem Plan erschienen ist, wenn der englischen Schwester Verderben drohte, wenn es galt, den gegen England gezückten deutschen Arm aufzuhalten. Wir wissen aber auch, datz England unser grimmigster Feind, datz nur ■ englische Hartnäckigkeit heute noch unsereFeinde zusammenhält. TaUsit ist uns das Ziel ge­ geben, um den Frieden näher zu kommen, England wehrlos zu machen. Wünscht Wil­ son daher den Frieden, gut, so mag er uns das Vergeltungswerk gegen England restlos zu Ende führen lassen ,dann kommt der Friede, allerdings ist dann seine Friedensvermittlung auch nicht mehr notwendig. ────────── AtalieniWer Kriegsschauplatz.. Der ArttlleriekaMps am Südsiügel der kü­ stenländischen Front hielt Dag und Nacht an. Südöstlicher Kriegsschauplad. Nichts Neue». Der stellvertretende Chef des GeneralstabeSi b. Hoefer, Feldmarschalleutnant. 9er bulgarische Bericht. Sofia, 1. Dez. Geueralstabsbericht vom 30. November: Mazedonische Front: In der Ge­ gend von Bitolia und im Cernabogen schwa­ ches Artilleriefeuer und Patrouillentätigkeit. Im allgemeinen verlief der'Tag ruhig. In der Umgegend von Gruniste schlugen wir durch einen Gegenangriff einen feindlichen Angriff ab. In dev Gegend von Moglenica und im Wardartal« schwaches Artilleriefeuer. An der Front der Belaste« Planina Patrvuillengesechte und schwache Mvtillerietätigkeit. An der Struma Artilleriefeuer. Rumänische Front: In der Walachei dauert unser Vormarsch auf der Straße Giurgiu—Bukarest an. Unsere Truppen brachten dem Feinde in Bajonettkampfe eine blutige Niederlage bei. Der Gegner erlitt schwere Verluste. Wir erbeuteten zwei Geschütze von 21 Zentimeter. An der Donau zwischen TUtrakän und Cedcuawoda Jnfanteriefeuer. Bei Tutväkan Artilleriefeuer. — In der Dobrudscha schwache Artillerietätigkeit und Gefechte zwi­ schen Posten. Sofia, 2. Dez. Amtlicher Generalstabsbechcht vom 1. ds.: Mazedonische Front: In der Ge­ gend von Monastir wiesen wir schwäche Angrfiffe gegen das Dorf Tarnowa und dieHöhe 1248 Kemlich leicht zurück. Im Cernabogen wurde die Höhe 1050 und der Gipfel östlich vom Dorfe Paralovo «von der Artillerie heftig beschoffen. In der Mvglenica-Gegend und bei­ derseits des Wardar Artillerietätigkeit. An der Belasicafront Ruhe. An der Struma Artillerieseuer. An der ägäischen Meeresküste näherten sich sechs von der Insel Dhasos kom­ mende Barken der Mündung des Mestaflusses. Wir Vertrieben sie durch Gewehrseuer. Rumänische Front: In der Walachei dauert der Vormarsch siegreich und ohne Un­ terbrechung fort. Am 24. November über­ schritten unsere Divisionen rasch die Donau bei Zimuicea und drängten stürmisch gegen Bukarest vor. Ueberall brachen sie in er­ bitterten Kämpfen den verzweifelten Wider­ stand des Feindes und fügten ihm schwere Ver­ luste M. Am 27. November besetzten sie nach schwerem Kanchse Giurgiu, am 30. November Überschritten sie die Linie Comana—Branistari —Singureni, ungefähr 20 Kilometer vomFort- gürte! von Bukarest gelegen. Wir überwan­ den den verzweifelten Widerstand des Fein­ des und erbeuteten zwei schwere Geschütze, 14 Feldgeschütze, 7 kleine Kanonen und 5 Maschi­ nengewehre. Ferner nahmen wir vier OMfiziere und 200 Soldaten gefangen. Auf dem Schlachtfelde ließ der Gegner zahlreiche Tote und Verwundete zurück. In der Dobrudscha griff das 4. si­ birische Korps, bestehend aus der 2. und 10. Jnjsanterie-Divffion, mit ungefähr 15 Batte­ rien, nach, längerer Artillerievorbereitung, die von *9 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags dauerte, unseren linken Flügel zwischen dem Dorfe Satiskoej und der Donau an. Ter An­ griff wurde auch> von Batterien vom linken Donauuser her unterstützt. Gegen halb 5 Uhr nachmittags näherte sich die feindliche Infan­ terie unter dem Schutze des Nebels unseren Stellungen. Es entspann sich «in äußerst er­ bitterter Kampf. Zwei Panzerautomvbile nä­ herten sich, mitten im stärksten Kampsgewühl unseren Schützengräben. Unsere tapferen und ruhmreichen Regimenter der Division "Preslav" unternahmen einen mutigen stürmischen Gegenangriff nnd schlugen den Angreifer über­ all blutig Mrück und erbeuteten Panzerantomobile, in denen vier Maschinengewehre ge­ funden und 2 Offiziere und 25 Mann gefangen wurden. Der Feind zog sich in seine ursprüng­ lichen Stellungen Mrück. An der Donau Infanterie- und Artil­ leriefeuer. ────────── Ludendorff über die Kriegslage. In der Generalversammlung des Bundes dev Landwirte des Königreiches Sachsen be­ richtete der Reichstagsabgeordnete Dr. Wildgchrbe eine Aeußerung Ludendorffs, daß die Kriegslage im gegenwärtigen Augenblick so günstig sei wie lange nicht. Die belgischen Kulis in England. Ein Schweizer Sozialdemokrat schreibt in der Zürcher Tagespost über die Zustände der belgischen Flüchtlinge in England. Die nach England gekommenen belgischen Flüchtlinge müßten unter den schmählichsten Bedingungen in den englischen Kriegsmaterial- und Mu­ nitionswerkstätten arbeiten. Wer sich weigere dort zu arbeiten habe die Bestrafung mit Zuchthaus zu gewärtigen. Die Zustände erin­ nerten lebhaft daran, wie England seine Far­ bigen in den Plantagen auf Ceylon und In­ dien behandelte. Der Artikelschreiber schließt, es sei an der Zeit nach, dem vielen was über die Zustande in Belgien jetzt geschrieben werde, sich auch einmal mit den Lebensbedingungen dev gefürchteten Belgier in England zu be­ fassen. ────────── Gegen Rumänien. Teutsche Verwaltung in Runiäure«. ! WTB. Berlin, 2. Dez. Nachdem große Teile Rumäniens in die Hand der Mittelmächte gefallen sind, ist von diesen eine Verwaltung des eroberten Gebietes eingerichtet worden. An der Spitze der Militärverwaltung in Rumänien steht der General Tuelff von Tschepa und Wchdenbach, der bei Beginn des Krieges Führer des 9. rheinischen Korps war. Ihm unter­ stehen verschiedene Abteilungen, in denen neben Deutschen auch Vertreter der anderen Mittel« mächte sind. Die Ausnützung des Landes ge­ schieht nach genau vorher festgelegtenGrundsätzen, die einerseits den Bedürfnissen Ru­ mäniens, anderseits den Bedürfniffen der von England widerrechtlich abgeschloffenen Mittel­ mächte Rechnung tragen. 1 Aus Rumänien. Reuter meldet: Aus Jassy wird telegra­ phiert, daß engergische Maßnahinen getroffen worden seien, um alles Getreide und Oel in dem Teile Rumäniens M zerstören, der un­ mittelbar in Gefahr ist, in die Hände des Fchndes zu fallen. Ein russischer General Über vcn ver­ nichtende« Schlag. Der rumänische General Gardescu schreibt! im Adeverul, bat die Mittelmä yte iw« Be­ griffe seien, zum vernichtenden Schlag gegen Rumänien auszuholen. , Es sei sinnlos, wenn man sich in Ententekreisen der Ansicht hingebe, Rumänien sei imstande, dem furchtbaren Druck des Feindes aus die Dauer zu widerstehen. T«as Kgl. Palais in Bukarest von Flieger­ bomben getroffen. In Lugano traf mit starker Verspätung ein Telegramm aus Bukarest ein, demzufolge bei den letzten Luftangriffen aus die Stadt das Kgl. Schloß getroffen wurde. Das Tele­ gramm weist zahlreiche Zensurlücken auf, aus dem verstümmelten Zuhält kann aber geschlos­ sen werden, daß die Stimmung in der Stadt eine äußerst trübe ist. (Z.) Tie Getpeivebeute in der Walachef. Pesti Naplo erklärt, daß die in der klei­ nen Walachei erbeuteten Getreidevorräte außerjordentlich bedeutend seien. Daran könne auch die Erklärung der Ententeblätter nichts änderU in der besagt wird, daß die Getreidevorträte noch, vor dem herangekommenen Feinde in Sicherheit gebracht wurden. Bei den BahUVerhältnissen und den Heeresmaßnähmen sei es ganz ausgeschlossen gewesen, die bedeutenden Getreidevorväte wegzuschaffen. Ueberdies sei die neue Maisernte erst jetzt in die Speicher gebrächt worden. ! ────────── — die junge Frau konnte meiner Ansicht nach gab nicht anders handeln." "Wie?" fragte die Baronin entsetzt — "du stellst dich auf die Seite einer solchen Person — du —" "Höre nur erst!" beschwichtigte er. "Die Frau hat nämlich die Scheidungsklage gegen den Gatten angeüengt, weil er sie schmählich hintergegagen und ihr die Treue gebrochen hat. Auch hat er wegen Krankieit den Dienst quittieren müssen — kurz — die Ehe soll eine tiefunglückliche gewesen sein. Er aber will sie nicht freigeben, sondern sie mit Gewalt festhalten. Da ist sie vor ihm geflohen und hält sich irgendwo verborgen. Er stellt ihr nach und läßt kein Mittel unversucht, ihren Schlupfwinkel zu entdecken." "Udo — das ist sie — das ist sie." schrie die Baronin, die sich nicht mehr länger beherrschen konnte unbedacht, sprang aus und stellte sich vor den ganz verblüfften Bruder hin. In ihren Augen funkelte es. "Habe ich es nicht gewußt, daß diese Person eine Vergangenheit hat?" "Aber Silvia — um Himmelswillen! Was meinst du eigentlich? Ich sprach dir von einer ganz Fremden." ' (Fortsetzung folgt.) "Ahi!" machte er überrascht, "woher weißt du das?" Sie klopfte ihm auf die Schulter: "Ich sah es dir an. Brüderchen. Etwas Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis mußt du mir schon lassen." "Natürlich, und alle Achtung vor deinem Scharfsinn. Sie kam mir tm ersten Augenblick Allerdings bekannt vor — eine flüchtige Aehnlichkeit • s "So? . Mit wem denn?" Sie goß ihm das Glas wieder voll und ertznunterte thu zum Trinken. Er trank es ,in einem Zuge leer. "Das wird dich wenig Interessieren," gab er zur Antwort. "Tie Frau ist dir gänzlich frjemd und hat mit der Dernegger Gesellschaf­ terin absolut nichts zu tun." "Gleichviel — sie muß doch irgend einen Eindruck bei dir hinterlassen haben — ich meine die — Andere." "Einen ganz flüchtigen nur. Ich traf sie vor jJohren m einer Gesellschaft — sie war jung verheiratet und ihr Mann war Haupt­ mann irgendwo in der Provinz. — Waren, glaube ich, nach Spandau kommandiert für kurze Zeit. Nachher gingen sie in thjre Gar­ nison zurück, und ich hörte nichts wieder von ihnen." "Wie war den der Name — ersinnst duZdichD fragte die Baronin mit so gut gespielter Gleichgültig­ keit, daß dem Bruder auch nicht eine Ahnung von ihrem brennenden Interesse kam. "Van Born," erwiderte er. "Der Name wäre mir im Laute der Jahre sicher entfallen, wenn man ihn in letzter Zeit nicht so oft in Berlin — das heißt in den zuständigen Kreisen — genannt hätte." "@o? Aus welchem Grunde denn?" Die Baronin kämpfte ihre vor Erregung bebenden Finger nervös ineinander. "Ach —" meinte er leichthin, "eine kleine Skandal­ geschichte, wie sie auch in den besten Kreisen vorkommt," "Die mußt du mir erzählen," drängte sie fieber­ haft. Er lachte. "Ja so leid ihr Frauen — sobald es sich um 1 dergleichen handelt, seid ihr sofort Feuer und Flamme. — Es ist nichts weiter geschehen, als daß die junge Frau ihrem Gatten — durchgebrannt ist. "Was du nicht sagst." Der Baronin schwindelte eg vor den Augen und sekundenlang schloß sie sie. Dann sah sie wieder ans. — "Und — das nennst du: weiter nichts? Höre mal, das ist denn doch ein etwas starkes Stück — das ist ja —" "Na, so schlimm, wie du es dir denkst, ist es doch nicht, Schwesterchen," fiel er ein, "im Gegenteil ────────── Am Balkan. ' deutsche und das österreichische Konsulat, wo | Schildwachen die Archive bewatchtten. Mne tScitcgimg -cs Konfliktes? .* Athen, 1. Dez. Reuter meldet: Nach Informationen von diplomatischer Seite soll der König zugestimmt haben, 6 Batterien Gebirgsgefchütze an Fournet zu verkaufen.Four­ net soll seinerseits zugestimmt haben, sofort alle Truppen bis auf eine 300 Mann starke Wache in Zappeion zurückzuziehen. Das Ab­ kommen soll den anderen Ententeregierungen vorgelegt worden sein. lD«sv heilige Synov gegen Vemzelos. Ter heilige Synod ist zu einer außeror­ dentlichen Sitzung Zusammengetreten, uM zur venizeliH schon Bewegung Stellung zu nehimen. Es wurde Beschluß gefaßt, denjenigen Bischöfen der revolutionären Bezirke, die sich der venizelistischen Bewegung nicht angeschlos­ sen haben, die Sympathien des heiligen nods auszudrücken, was der Verdammung der venizelistischen Bewegung gleichkommt .Diesem Beschlusse sind mit Ausnahme des Bischofs von P'hokis alle Bischöfe übergetreten. Tic griechische Gegenwehr. Der Athener Korrespondent der Evening News meldet, daß französische Matrosen und Mischische Truppen am 1. Dezember mittags begannen, aufeinander zu schießen. Die Daily Mail meldet dem Reuterschen Bureau zufolge aus Athen vom 30. Nov.: Das Feuer begann in der Nähe der Endstation der Piräuseisenbahn zwischen französischen Matrosen und griechischen Truppen. JnAthtzn herrscht eine Panik. Tie Menschen drängen sich durch die Straßen. Die Läden werden geschlos­ sen. Zwein französische Kreuzer fuh'yen in den Hasen von Phaleron ein. Athen, 2. Dez. Reuter meldet:Im Laufe des Tages kam es zu aufreizenden Szenen. Die griechischen Truppen versuchten, die Alli­ ierten an dem Passieren gewisser Punkte zu verhindern. Es kam zu Zusammenstößen, wo­ bei au® Schüsse sielen und die den ganzen Nachmittag fortdauerten. Der griechische Mi­ nisterpräsident und der französische Gesandte Guillemin besuchten den König. — Von amt­ licher Seiete wurde erklärt, daß auf einen Vorschlag des Admirals Fournet ein Waffen­ stillstand beschlossen werden soll. Trotzdem hörte man Kanonendonner. Es heißt, daß die Fjranzosen den Hügel hinter dem Palais be­ schossen haben. Es herrscht große Panik. Die "Daily News" meldet: Tie griechische Regierung hat um Mitternacht eine Bekannt­ machung erlassen, in der sie die Bevölkerung ersucht, ruhig zu bleiben. Eine halbe Stunde später hat eine Menge, darunter sich viele Leute in Uniform befanden, die Bureaux der venizelistischen Zeitung "Ethiniki" gestürmt. .Es wurden 30 bis 40 Schüsse abgefeuert. Daily Telegraph! erfährt noch vom Mitt­ woch aus Athen, daß man 'die Absicht ver­ folge, mit der ganzen Armee und dem Kriegs­ material nach, dem Innern des Landes zu mar­ schieren, um dort den Lauf der Ereignisse iabzuwarten. In Athen sollen dann nur die iMannschaften der der Entente ausgelieferten Flotte sowie die Gendarmerie und Polizei zurückbleiben. Die letzten Nächte seien fort­ während Gewahre und Munition aus AchLn weggeschafft worden. Reuter meldet aus Wien: Der Sekretär der britischen Gesandtschaft Bridgeman wurde von Soldaten verhaftet und nach der Pvlizeistation gebracht. Er wurde sofort wieder freigelassen. Tic Reservisten treffen Vcrtcidlgungsinaßnahutc». Ein Telegramm des Secolo aus Athen berichtet: Die Reservisten befestigten die Hö­ henzüge um das Stadion. Ein englischer Of­ fizier besetzte mit einer Truppenabteilung das ────────── Test Arievensantrag der italienische« Sozialisten. ! I Der italienische Ministerpräsident Bvselli wird nach Beginn der Kammersitzung über die Kriegserklärung pn Deutschland Mitteilungen machen. Dem sozialistischen Friedensantrag schloß sich, eine Gruppe monarchistischer Deputierter an. Ter Antrag trägt 50 Unterschriften. Der Krieg mit Italien. ────────── Der Krieg mit England. Ein englischer Ernährungsdiktator. Aus einer Zuschrift des Leiters des über­ seeischen Transportes im englischen KriegsMinisterium an die Times heißt es, es könne kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß in einigen Monaten dem ganzen Volke die Augen geöffnet werden, für die unabweisbare Not­ wendigkeit eine allgemeine Rationierung sämt­ licher Lebensmittel einzuführen. Die Einfuhr aller irgendwie entbehrlichen Produkte müsse im Interesse der Munitionstransporte auf­ hören, um Schiffsraum für die Kriegs transpoüte zu gewinnen. Die englischen Schiffe werden immer noch in viel zu großem UMlfionge für Transporte von Fleisch Mehl und anderen Nahrungsmitteln verwendet und ini folgedessen seien nicht genügend Schiffe für Kriegstransporte vorhanden, die dringend not­ wendig sind, können nicht eingeführt werden, da die Bevölkerung auf viele Liebhabereien in der Ernährungsfragen picht verzichten wolle. Es fd kein Geheimnis mehy, wenn Man erkläre, daß demnächst ein Ernährungsdiktator einge­ setzt werde. Die Bevölkerung müsse aus vieles freiwillig verzichten. 'So würden immer noch zuviel Getreide für Schnaps- und Bierher­ stellung verbraucht, ebenso fei es mit Mehl, Merü und Butter. Auch aus den 5 Uhrtee müsse verzichtet werden und das alles, um die Schiffstransporte zu entlasten und sie für Kriegszwecke freizumachen. ────────── Der Luftkrieg. Die Lpftzr ver Zeppc!iirangyiffe in Eng­ land. Die N. Zürcher Ztg. meldet aus LonI don: Der letzte Zeppelinangriff war der 41., 8 der aus der britischen Insel ausgeführt wurde. I Vom 12. Januar 1915 bis 23. September 1916 I verursachten die Zeppeline in England 1282 I Opfer, darunter 374 Tote und 908 VerwunI bete. Der Angriff, der die meisten Opfer ver­ ursachte, war der am 31. Januar 1916 mit 307 Toten und 117 Verwundeten. ────────── kdeutschen Unterseeboot versenkt. Die Besatzung ist gerettet. Der Dampfer «Eshiolm« -1348 Tonnen) »aus Kolpenhagen kund einer aus Bergen sowie der hollsiindische Dampser ,,Kediri« (3781 Tonnen) wurden versenkt. Reuter meldetx Nach einem Berichte aus Las Palmas kam dort der xPostdampfer»Rindjam« an. zEr beriichtet daß« sum« 2 Uhr Mittags« der niederlsändische Frachtdamvifer ,,Kodiri« von der Bemannung Verlassen worden war, Mithrend ein deutsches Unterseeboot liämsgsseits des Schiffes lag. Ein kleineres Unterseeboot kam an den ,,Rindjam« heran, worauf die deutschen Offiziere die, Papiere untersuchten und dem IPosstdamvfer erlaubten, di-e Fahrt fortzusetzen. Es wird gemeldet, daß« die gesamte Bemanw sung des ,,Kodiri« gelandet wurde. Das letzte. was man von dem Schiff sah, war, daß« es von dem Unterseeboot Geschossen wurde und Jsicls in sinkendem Zustand befand. « Clhsreistianim Z. Dez. Einem Telegm den: Gesandtschaft in London zufolge ist der nosrwegpsche Damvfer »Akud« (1102 Tonnen) am 30. November von einein Unterseeboot versenkt worden. Die Niannschaft wurde in 4Penzance gelandet. f « Lloyds Bureau meldet aus» Falmouthu Der hollkäsndxissche Damvfier ,,Lena«, in Fahrt von Newyork nach; Rotterdam landete gestern die Besatzung des englischen Damspfers »Briardeitme« (2701 Tonnen) der vorgestern nachnrittag versenkt worden war. Lloyds Bureau tneldet: Der japanische Damvser »Nagatu Narrn-« wurde versenkt. Die englischen Fischerfahrzeuge ,,Elg« und »Tae« wurden versenkt. Die Mannschsasten wurde-n geland-et. « Ritzaus Vureau meldet: Der Damvfer «Douglas« (1177 Tonnen) aus Landskrona wsurde ams 1. Dezember 120 Seelmieilen von Oindesnaes von einem deutschen U-Boot versenkt. Die Besatzung von 17 Mann wurde in sshcren Booten bis in die Npäshe der jütländischesu Kiixste geschwind, wo doncsche Fischer sie »auf-nahmen kund landeten Weit dem« Dasnspfer waren Ammoniak, Walzmiasschinen und Kohlenteer von Grimsby nach« Skien in Norwegen unterwegs. Die Fischer sahen, wie das U-Boot einen holliiindischen Dreimaster anhticlt Bald darauf hörte man Kanonenschsiisse Das Schiff! wurde vernnitljischk versenkt. s , « Lloyds meidet: Dsie französische Goelette St. Josehht soll versenkt worden sein. Die Befatzung wmrde gerettet· lDie franz Brigpmtine Indiana wurde am 1. versenkt. Sieben Mann» der Vesatzung wurden in Barry gelandet « Ferner wurde die Schalmipve ,,Coneord« »aus Brixshasnr avr «30. November« versenkt. Vier äJieann der Besatzung wturden in Barry gelan. i. . Die Britafnic ein Trnvvcntranslaort » sinnst-seit. Rotterdam, 2. Dez Nach aus« London eingetrosfenen Meldungen hatte der gesunkene englische Datnpfer ,,Britanic« zwischen svier- sbis sünfshundert Miann Trupven san Bord, die weder zur Schiffssbesatzung nochzium Roten Kreuz gehört-en. Außerdem« befanden sich sijjber 100 Osfizsiere darunter einige Flieger und auchs Efiir Niudros bestimmte Ladung an Bord . « Gesunden. z » Einer Lloydsmeldung zufolge sind der norwegische Damvfer ,,Njaal« (1118 Tonnen) und der franzöisische Schooner ,,St. Anabert« gesunken. s i i s s «« « III! 1 -« s ────────── Tages-Uebersicht. Das Krkiegsernsäshlrungsamt macht iui Resichsatizeiger bekannt, daß« der Uebernahstnæ kpsxcejis für Ausvtutzgerste 200 Mark für die Tonne nicht iibersteigen darf. Eine Bekanntnnachung der Krisegsgesellschaft für Swuerkcaut simi Reichszanzeiger verbietet bis auf weiteres den Absatz, von Sauerkraut durch den Herste11ev-. ..k.; «. warten bewährt haben, dann isst es wohl nicht Die ReischsGeoftrngcscllschafkt m. b: Hi. Abiefilung B-ayern teilt kuns szui der in der Nr, 606 der M. NO. N. unter: Grotppe »LebensniittekoerssorgungC sowie zu; der in der Nr. 330 derZtg. mit d)er Ueberschrift ,,Geirs"tenvreise« enthaltenen Bekkanntmachung der Reichsckserstengesellsichaft Bserlin mit, daß die Bewirtschaftung der bayerspsund Psä«lz.Gersste »der Abteilung Bayern obliiegt Es haben daher« in Bayern rechts und linwks des Rheins lediglich« die von der RseichsxGetrstengesellsrhaft m. b. H: Abteilung Bayern in. Ntünchen herausgegebenen Bekanntmachungetn und Verfügungen Giltigkeit » · . Geioard siir die deutschcni Witwen nnd Waffen. Daily Telegravhi melldet aus Newhorl·k: Der amerikanische Botsochafter Gerard hat vor seiner Rückkehr nach Detutschland einen Asussqus erlassen, in dem er cGaben für die deutschen ·Ksrztseger»-Witwen und -Waisen erbittet. (Z.) . » Dsw slndnungssrierliphkbeitetn in Ungarn. Es vermutet, daß« König Karl aun S. Dezember zu zwecittägigem Aufenthalte in. Budapest eintrisft Am 15. Dezember komismit der König snojit der Königin und dem goanzen Hofstaat nach Budapesn Vom Justsizmiinisterkium und dem Mnisteittsium des Innern wird seit Dagen xfsiebersljafft an den Vokrberreitttngen zur Kriönung gearbeitet. (Z.) Die tpolnischen Legjonen hiielten am Freitag unter sstziirmischem Jubel dcer Bevölkerung ihren Einzug in Was-schau, wso sie vor dem Generalgouverneur einen Parcademarsch abhielten . . llk. Wen die Kanonen niicht mehsr dröhxnesn. Wie wird es sein, wen-m die Kanonen nicht »Ur-ehr- dröhsnenc2 Diese Fragge stellt Friede Naumann in der. neuen Nuimuner der Hilfe. Wir geben aus der Reihe seimer Antworten auf diese Frage hier diejenigcen wieder, dze sßtchi ausd ie Fsatrrtiliem und tAlrlbeitsvershiiilts nisse nach dem Kriege beziehen:- ,,Wir werden gegenseitig« mit einander Geducld haben müssen, die heimkehtrsenden Streiter und die Dahesitngsebliebenem Es muß« uns »deutli«ch. sein, daß· weder Ehegatten noch. sonstige Angehörige lange Zeit in völlig verschiedener Lebenslage sich aushalten können, ohne diaßz davon Folgen Ibemerskbar sind. Wenn ldie Frau zwei Jahre dkie Wirtschastallein hcat füjhren müssen, ist sie nixchst mehr-»so gewcohsnt zu fragen wie vorher. Wenn Kinder znrei Jahre weiter« gewachsen sind, ohne daß« oder Vater dabei war, so sind sie nicht mehr diieselben geblieben .A«ucl) hat sich« in Hasusshjtalh Tagesordnung, Wsi-rstschaftsrfiijhir1ung, Ktundschaft vieles anders gestaltet. Kommt nun Ider Mann nach. Hause so wvirsd er mit Güte Umfangen, aber in gewissem Sinne ist er. nlicht sofort nötig, weil es· so lange ohne ihn hat gehen müssen. Das aber ist nur tdie eine Sache der( Seite, denn gleichzeitig ihcaben die Phänner da draußen in langen Tag-en rund Iisäcchten sich» ausgedacht, nicht nmlrwie sssihön die Heinikehtr sein soll, sondern auch, woie sie von« seht an ihir Leben angreifen wolleen. Gerade die ibesten kehren voraussischtlich mrit Ruder-angsExplpiiiien beim und sind gewö3"hnt, daßkalles Kmiilitoäsisch zugeht Da sie viel gehorchen mußten, sangen sjie leicht an zu: kommandieren — — Vosrsssicht ist beiderseits-s nötig, damit: der Fsoiede iiberall froh und friedlich; beginne. Und so kann man vom allen Familien- und Æbeitervethältnissem reden. Gerade die Wrbeitsiyerbiältnisse können nach demKriege zunächst schwierig sein, wenn lunterneihstner u. Arbeiter als Kameraden hseimskkehsrem den Usebelrgang vom Feldlager zur. Fabrik nicht sofort finden. Es muß· idberaill nach diesem Kriege ein stsärberer sozialer Göeist wehen, und Soldaten mit der Mlitsärausszeichnung wollen mit Recht als Bürger geacchtet sein, aber Ondnung muß« auch« sein, und zwar eine andere Art als beim Niilitär umd die Gleichmäßigkeit und Regelmäßigkeits der Jndurstie, Nimmt Iman nun hinzu, da ßiin verschiedenen Arbeitszweigen der volle Arbeeitsbetrieb vielleicht erst mehrere Monate nachh Friedensfchluß, einsetzen kann, daß« vielfach inzzwischen Frauen ««- mkd Jugendrdche sich in Arbeits-zweiten über Ek- ganz riiberiflüssig schon jetzt alle Beteiligten: izu bitten, sieh» auf eine. getostsse EingewsöhvungK zeit vonzubereiten s « ────────── Deutscher Reichstag. Hlilfsdienstgesctz «· ’ I« wurde am Samstag vom Reichstag in dritter Lesung mit 235 gegen 1-9 Stimmen bei 8 Stimstnenthaltungen angenommen. ’Jn der Debatte otptponierten nur die Redner der sozd. Arbeitsgsp Staatssekretär Dr. Helfferitis ,der einen bonservsativen Antrag aufs Bildung besonderer Ersatzkonrmisssixonen fkiir Gewerbe und Landwirtschaft, mufgrisf", wiurde deshalb scharf angegriffen, ebenso später, als er— einen szd. Antrag, den Paragraph 14, der sit-r die industriellen Betriebe der Heeres-. tu. Nöarineverwaltung besondere Vorschriften zur Wahrung des Vereins- und Versammlungsrechtes der Mrbseiter verlangt, auch auf die Arbeiter der staatlichen Eisenbashsnverwaltung ausziudehsnem siir unmöglipch erklärte. Gerade durch diese scharfe Stellungnahme erreichte er, daß« der Aintrag nur msit 39 gegen 138 Stimk men abgelehnt wurde. Unter lebshdftesn Veisallshundgebungen wies zum Schlusse Präsi« dent Kidmkpf nochmals auf die tiesesinschnek s dende Bedeutung der eben verabschiedeten Vorlage für die Errichtung des gemeinsamen Zieles, nämlich siir die Erkämvsung des Friedens rund die mngehtinderte Entioicklung der deutschen »Volkslkraft hin. Hielsserisch sprach den Dank der verbiindeten Vegierungen aus und diesem Dank fchlsvsßfskch auch noschl General Gröner an, der darauf Ihtinwiesz daß, der Geist der Väter, dkie heute vor 46 Jahren an der Loire die Einheit des Vaterlandes schmieden halfen, sich« aukth heute noch im Volke und im Reichstag lebendig gezeigt habe. Dann vertsagte sich das« Haus auf unbestimmte Zeit. Wie der Präsident ncsitteilte, hat die Regierung diesmal von einer Vertagung durch« kaiserliche Botschaft abgesehen, mit Rsiicksischt daraus, daß· die allgem-eine vohitische Lage und insbesonders die E«nt1oicklung der Dinge in Rnumiijnien die Festsetzung eines« bestimmten Termins nicht zweckmäßig esrschesinen ließe, da immerhin schon vorher sich der Zusammentritt des Hauses notwendig erweisen könne. s s H; s ! ! " THE s So schloß« dsie Sitzung in der das große Werk vollendet wurde, mit einem besonders erfreulichem Amsklang » « « «« Der Dank des Kaisers. WTB Berlin, Z. Dez. (Amtlichs.) Der Kaiser richtete an den Reichskanzler das nachstehende Telegramim »Ihr-a Meldung von der im Reichstage erfolgten Anncishime des Gesetzenttvurfes Liiber den vaterlpiindiischen Hilfsdisenst erfüllt Mich mit große-r Freude tund Befriedigung. Mein warmster Dank gebührt» der von vaterbändischem Geist· getragenen gemeinsamen Arbeit der Rcsiichsregierung rund des Reichsstages . Das deutsche Volk bezeugt damit von neuem, daß,es fest entschlossen ist, siir die siegreiche Durchführung der Verteidigung seines Landes und seiner «Macht jedes Opfer an Blut, Gut und Arbeit darzubringen. Ein von solchem einlhlesitlichen Willen sbeseeltes Volk wird mit Gottes gnädig-en Beistand seinen durch Intelligenz, Arbesitsamkeit und sittliche Krast errungenen Platz» unter den Kulturvölkern der Erde gegen jedermann behaupten tund kann nicht besiegt werden. Gott loihsne alle Qpferfreudigkeit und lasse das gerechte Werk gelingen« s ────────── Der Beirat für das Ernährungswesen be­ grüßte in seiner letzten Sitzung die Ansätze zu freiwilliger Sammlung und Ablieferung von Milch, Butter und Schmalz. Eine plan­ mäßige Versorgung lönne aber nur von einer wenn auch! begrenzten Ablieferungspflicht er­ hofft werden. Me Anregung einer gewissen Fettablieserung bei Hausschlachtungen gegen Bezahlung wurde einmütig gutgeheißen. Höchstpreise für Ganse hat das Bezirks­ amt Stadtamhof erlassen u. zwar dürfen für das Pfund gemästeter Gänse od. Schlach Hühner gerupft und aufgebrochen nicht mvhr als 2,20 War? genommen werden. Der bayer. Krankenkasscnverband hält am Montag den 11. Dezember c. in München für die Verbandkassen eine Besprechung in Sachen des Anschlusses an den Bayer. Gersorgungs-Verband und der hierdurch bedingten Aender­ ungen der Dienstordnung ab. ────────── Niederbayerische Nachrichten. Psennigbach, 1. Dez. (Mehr Glück als Verstand.) Der 11jährige Gütlerssohn Karl Zwislsberger, dessen Vater den Heldentod er­ litten, legte eine scharfgeladene Patrone auf die Eisenbahnschienen und schlug mit einer! Hacke darauf. Ein Glück war es noch, daß dem Leichtsinnigen bloß ein Finger' weggerissen wurde. Da möchte man wieder fragen, Wie in so vielen Fällen, auf welche Weise Kin­ der in den Besitz solch gefährlicher Gegenstände kommen. ────────── —* Das Wetter des gestrigen Sonntag gemahnte wenig an das Herannahen des kalen­ dermäßigen Winterbeginnes. Schon am 1 Vor­ mittag herrschte eine milde Temperatur, die Mittagsstunden aber brachten uns sogar hellen Sonnenschein, der milde Wärme über unsere Fluren ergoß und zu Spaziergängen in der Umgebung förmlich einlud. i 1 Lokales. Landehut, 4. Dezember —* Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde Herrn Oberleutnant Josephe Pausinger im 20. Inf-Rgt., Sohn des Herrn Oekonvmierats Paul Pausinger hier, der ebenfalls als Hauptmann im Heeresdienste steht, ver­ liehen. —Das- Eiserne Kreuz 1. Klasse erhielt Herr Oberleutnant Reinhold Jakob der Res. des 16. Jnf.-Rgts. —* Auf den) Felde der Ehre fiel der Jäger Herr Franz Schön'hvfer, früher Arbei­ ter der LandshUter Biskuit- und Keksfabrik. —* Todesfall. Gestern starb hier nach längerem schweren Leiden Herr Finanzrechnungskommisskr a. D. Fritz Michael Messner, früher an der K. Regierung Mer tätig. Me Gattin mit 2 Kindern steht trauernd an der Bahre des geliebten Gatten und Vaters. : —* Verwundete kamen am SaMftag vor­ mittags in geringerer Zahl mit einetaf fahr­ planmäßigen Zuge hier an. Sie wurden mit der Trambahn zur Stadt befördert und in das Reservelazerett verbracht. —* Die reichsgesetzliche Unterstütz­ ung von Familien in den Heeresdienst einge­ tretener Mannschaften für die Monate Nvvomber 1916 bis einschließlich April 1917 wird aus monatlich 20 Mark fir die Ehefrauen (bisher 15 Mk.) und auf monatlich 10 Mark an sonstige Berechtigte (bisher 7,50 Mk.) fest­ gelegt. Für die Monate -November und Dezem­ ber 1916, werden die die bisherigen Beträge von 2mal 5 Mark bezw. 2mal 2,50 Mk. in einer Summe zufamMen Mit der zwekkenHalbmonatrate im Dezember 1916 ausgezählt. Des weiteren wird durch die Verordnung bestimmt daß mit Wirkung vom,1. Dezember 1916 die Familien der aus dem Heeresdienst entlasse­ nen Mannschaften, soweit sie KriegersamilienunterstüHUngen beziehen nach! eine halbe 'Mo­ natrate nach dem Tage der Entlassung als außerordentliche Unterstützung erhalten. —* Weihnachtsspende für die Krie­ ger im Felde. Im Nachgange zu unserer Notiz vom 1. Dezember wird noch nachgebracht, >dah auch in anderen SamMelstellen als' derRathäuszentrale größere Beträge und Waren für die niederbaherischen Truppen im allgemei­ nen, dann mit der speziellen Bestimmung für die Garnisonstruppen und die gefangenen 16er eingegangen sind und daß insgesamt für ersteren Zweck an die Kreissammelstelle 5000 Mark in bar und Waren im Werte von 1109,10 Mark abgeliefert wurden, so daß für die Spe­ zialzwecke (Garnisonstruppen und gefangene 16er) 718 Mark reserviert bleiben. —* Etwa 50 kriegsunbrauchbare Pferde werden am nächsten Donnerstag mit­ tags 12 Uhr am kleinen Exerzierplatz in Passau vom landw. Kreisausschuß für Meder­ bayern zur Versteigerung gebracht. —* Zur Nutz- und Zuchtviehver­ teilung macht die B. Fleischversorgungsstelle wiederholt darauf aufmerksam, daß auch der Verkauf von Nutz- und Zuchtvieh, soweit für ihn Höchstpreise festgesetzt sind, nur nach Gewicht erfolgen darf mit Abzug von 5 Prozent vom Lebendgewicht. —* Großen Widerstand leistete der seit einigen Tagen von der hiesigen Ersatzeska­ dron abgängige Reiter Vaitl in einer hiesigen Wirtschaft der zu seiner Festnahme ausgesand­ ten Militärpatrouille. Als polizeiliche Hilfe herbeigeholt wurde, sperrte die in dem Gast­ haus bedienstetete Geliebte des Voitl diesen in einen 'Koffer, aus dem nach gewaltsamer Oefhung die Festnahme erfolgte., Voitl setzte auch dem Schutzmann heftigen Widerstand entgegen. Er brachte dem Beamten Mit einem Dolchmesser Schnittwunden an der Hand bei, wurde aber schließlich überwältigt und in militärischen Ge­ wahrsam gebracht. ! —* Für Dörrzwetschgen und Dörrpslaumen sind als Höchstpreise für Erzeu­ ger 85 Mark, beim Verkauf durch den Groß ger 85 Mark, beim Verkauf durch den Groß­ händler an den Kleinhändler 100 Mark für den Zentner festgesetzt. —* Ter eiserne Sonntag. Die vier ^Sonntage vor Weihnachten haben in der Ge­ schäftswelt wegen des zu erspurtenden besseren Geschäftsganges vor den Festtagen ihre beson­ dere Bezeichnung: der eiserne, der kupferne, der silberne und der goldene Sonntag, Am gestrigen eisernen Sonntag war allerdings we­ nig von dem erwünschten und erhofftenMehrBetrieb zu verspüren. Zu den oben angeführ­ ten Bezeichnungen ist noch anWfügen, daß der Krieg auch in ihre Reihenfolge eine Aen­ derung brachte dadurch, daß heute das eiserne Geld höheren Wert aufzuweisen hat, als das kupferne, das seinerseits auch in nächster Zeit von einem anderen, dem AluMiniNmigeld abge­ löst werden soll. ; ! ────────── Stimmen aus dem Publikum. Di» Redaktion übernimmt für Einsendungen unter dies« Rubrik dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.) HändenbwrUstraße. DM Verfasser des Eingesandt in Nr. 327 legt Wärt auf die Richtigstellung, daß es im Originale seines Artikels nicht "Verbindungsgäßchen" sondern "Verbindüngssträßchen" hieß und der Gebrauch ersteren Wortes einem Satz­ fehler Mr Last fällt. : 1 ────────── Letzte Posten. Tie Schlacht am Ajrgesul gewonnen. WTB. Berlin, 3. Dez. (Mntlich.) Die Schlacht am Argesul nordwestlich von Bukarest ist von der 9. Armee gewonnen. > S. M. der Kaiser haben Allerhöchst aus diesem Anlaß in Preußen und Elsaß-Loth­ ringen am 4. Dezember 1916 Kirchengeläute angeordnet. " ; > Ter Sieger in Rumänien. ' Benin, rt. «ez. uever dle herrlichen Siege unserer Truppen in Rumänien schreibt die Tgl- Rdsch.: Der Uebergang über die Ge­ birge, die Eroberung der Walachei, der Donauübergang, die Siege in der Dobmdscha, der Vormarsch bis Bukarest und nun als Krönung der Sieg am Argefnl, den heute die Glocken ganz Preußens verkünden werden. Es ist eine Kette von Ruhmestaten, M deren Vollbringung sich, Feldherrngeist und stür­ mende Tapferkeit zu einem wunderbarenKaMpfe vereint haben. Rumänien liegt am Bo­ den und so soll es der ganzen Gesellschaft ergehen. Ueber Meuterei im rumänischen Heere i schreibt das Berl. Tgbl.: Das 9. rumänische Kavallerieregiment hat den Gckhtorsam beitznsAh­ marsch, verweigert. Den Mr > Erstickung dev Meutereien entsandten Soldaten bot das Re­ giment einen förmlichen Kämpf. Schließlich war es gezwungen, der Uebermacht M weichen. Es zerstreute sich nach allen Windrichtungen. 3 Infanterie-Regimenter verweigerten den Ge­ horsam als sie zur Karpathenftont abgehen sollten. In den meisten Fällen wird die Unzuftiedenheit der Soldaten von den Offizie­ ren unterstützt. Die Offiziere sind der Ansicht, daß König Ferdinand und Bratianu das Land zugrunde gerichtet haben. Lloyd Georges demissioniert. Reuter meldet: Die Sonntag-Abendblätter melden: Lloyd Georges überreichte Asquith seine Demission. Sie ist aber noch nicht angenommen. Asquilh, der London gestern verlassen hätte, kehrte heute früh! zurück. Er hätte Besprechungen mit Lloyd Georges und verschiedenen anderen Ministern und erwägt jetzt Maßnähmen, um den Bedenken zu be­ gegnen, die den Entschluß Lloyd Georges her­ beiführen. 'Man hvfft noch, daß sich irgend ein Modus vivendi wird zustande bringen las­ sen. Carson und Bonar Law sprachen morgens im unionistischen Komitee. Ihre gleichzeitige Anwesenheit in dieser Sitzung wird für höchst bedeutsa mgehalten. Man erwartet ,daß Asguith sich morgen im Parlament äußert. Ter griechische Gesandte in Paris de­ missionierte. ! i ! Reuter meldet aus Paris: Im' Hinblick auf die Ereignisse in Athen, reichte Romarws seiner Regierung seine Demission yls griechi­ scher Gesandter in Paris ein. Der griechische Gesandtschaftsrat Kaklamanos demissionierte ebenfalls. [ Prinz Georg kam vormittags in die Ge­ sandtschaft und sprach lange mit Romanos. ! ────────── Inserate.