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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-12-05"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 331</biblScope>
          <date when="1916-12-05">1916-12-05</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Anrie« für Sriederdztzern.neugierig durch die rasselnden Fenster ge­ zwängt hätte. &gt; S Von der Bernbärdiner Kirche, die auf Einer kleinen Anhöhe über der Stadt liegt, fiat man einen schönen Blick auf die Stadt, die ferneren Höhen, das tiefverschneite Land. Die eine ausgebrannte Häuserreihe am Markt bedeckt der Schnee, der über alle Brandmale nnd Wunden ein gleichmäßiges helles Glitzern legt. Tie Kirchen ragen empor, stattlicheSteingebände geben ein freundliches Stadtbild. Brze­ zanh — so sagt ein Führer — soll "wegen seiner schönen Gegend^ seiner Geschichts- und Künstdenkmäler eine der sehenswürdigsten Prottinzstädte Galiziens fein." Es fehlten mir ausreichende Vergletchsmöglichleiten zu ande­ ren galizischen Provtnzstädten, aber, nach dem, was ich- hier sah, wird das Urteil Wohl richtig sein. Selbst jetzt, unter der tötenden Wirkung der nahen Front, hat die Stadt einen saube­ ren nnd fast behaglichen Anschein behalten. Immerhin, es können nur die Reste eines frü­ heren Eindruckes sein. Die Schloßkrpelle neben dem alten Kastell, das eins der reichsten nnd stärksten in Polen gewesen sein soll, hat nicht gelitten. Die bedeutenden Marmorgrabmäler der alten Rit­ ter aus der Familie Sientawski sehen unbe­ rührt mit bebn schönen, lebendigen Ausdruck, den ihnen Johann Pfister in Brzezanh (also doch wohl wieder ein deutscher Beittag zur Entwicklung polnischer Kunst) gegeben hat, in die Pfeilerkühle der stellen Kapelle. Es ist ihnen in betn Wirrsal dieses Krieges sogar besser gegangen, als in vergangenen Zetten, da die Kapelle, die wirklich werttolle Reli­ quien der Kunst in Polen enthält, den Juden als Branntweinmagazin verpachtet wär; änch als Militärmagazin hat die Schloßkapelle wäh­ rend des Krimkrieges gedient. Aus 'betn Ringplatz steht ein SobsteskiDenkmal, das eben nicht besonders ausfällt. Durch die Straßen gehen die Bewohner mit einer Rühe, als ob die Front hundert Meilen weiter läge. Man gewöhnt sich, vielleicht auch richtiger, man sttwpst ab. Außerdcknl, wer bann sich das Flüchten erlauben, wenn der Geldbeutel schmal ist. Draußen ist Man auf Mildtätigkeit angewiesen, vielleicht hier im­ mer noch En seinen vier Wänden. Der Tod? Nicht nur die Soldaten lernen, mit ihm aus Grußsnß zu sichen. In der kleinen Konditorei, richtigen Kontxitorei ant Markt, sitzt alles zusamimen: ein türkischer Oberleutnant, ein österreichischer Mttmeister, ein sehr junger deutscher Leutnant, drei Gefreite von der Artillerie, eist alter Herr ln Zivil, der leise auf polnisch vor sich An spricht. Ans der Teke stehen Kuchen und Brötchen, es gibt Tee und ziemlich neue Zei­ tungen. Ter eine Gefreite drückt sich, behagliche in seinen Stuhl zurück, nippt von dem heißen te Straßen und Bürgersteig. Man fluchte in titelen deutschen Dialekten durcheinander, Ko­ lonnen führen dazwischen, Taschenlaternen such­ ten einem mit grelleink Schein in das Gesicht. "Saunest! Sauwirtschaft! Saustraße! Saudunkelheit!" Hier tonnte einem ordentlich ban­ ge werden, was für eine Ausdrucksverschwieüdung mit dem schönen Schweinefleisch getrie­ ben wurde. Im "Hotel" saß der Bataillons­ stab und die Äompagnieväter. Das Bataillon war in den letzten Kümpfen bei Folw. Krasnolesie beteiligt gewesen. Man sah es den Gesich­ tern an, daß die letzte Zeit nicht leicht war. Sie freuten sich Wer das "Hotel". Ich bin überzeugt, daß die^ Verpflegung, die sie sich sonst selbst besorgten, besser war, als die Fleisch­ kugeln, die in dem langen, nicht eben freund­ lichen Zimmer "serviert" wurden, auch der österreichische Wein würde leicht durchs einen recht billigen Mosel geschlagen worden sein. Aber es war eben ein Hotel., Es gab eine richtige Wirtin. Man war in der Stadt, be­ kam Zimjmier und hatte einmal für kurze Zeit Ruhe. Ein Bekannter, der eben Vize gewor­ den war, erzählte von dem Sturm auf die Höhe 497 bei Krasnolesie und vom letzten Tag, da die letzten 120 Meter der Höhe genommen wurden. "Ich stand beim Maschinengewehrstand, nördlich der Sturmstjelle, um Meldung weiter zu geben. Die schweren Minenwbrser fingen an. Wir — das heißt wir Infanteristen natürlich — waren ja mit der Wirkung der Minenwerfer nicht immer zufrieden, man ver­ langt berannnich stets "mehr" von der anderen Fakultät — aber diesmal ging es großartig. Die Division hatte zusammengekarrt, was nur irgend möglich war. Zuerst sah man nur Erde und Balken Hochfliegen, dann folgten mensch­ liche Körper. Flach wurden sie ein Paar Me­ ter emporgehoben, die Arme waren zur Seite gestreckt, und dann flogen sie wie nasse Tü­ cher in horizontaler Lage wieder herunter und zusammen. Hinter betml Grabenstück hämmerte unsere schwere Artillerie wie mit Teufelshäntmern. Ter Sturüt hat dann fast,nichts ge­ kostet. Munition! Immer wieder Munition. Tann kam die arme, gute, brave Infanterie — nämlich wir — auch vor." "Nachher trommelten die Russen. Ja, jetzt ist Rühe dort — und hier."^ Der Bataillonsführer pachtete inzwischen das Kino für morgen Nachmittag, für sein Bataillon. "Wir wollen eben alle Genüsse von Brzezanh. . ." Durch die dunklen, leeren Straßen fegte der Wind und Shnee. Trotzdem, als ich mein Wntmer ilmi zweiten Stock eines seht ordetttIkbchen Steinhauses gefunden hatte, kam ich mir auch, wie in einer Großstadt vor, zumal in dem Panje-Häuschen, Weinens letzten Quartier in dem so freundlichen Marttnovo, zuletzt der Öfen abgebrannt war und der Wind sich recht Tee, sieht auf die Straße, wo ein halbes Dut­ zend junge Mädchen vorübergehen. Seine Hal­ tung wird anders als vorher. Er klopft die Zigarette, bevor er sie anraucht, leicht gegen den Handrücken. Er ist, glaube ich, in einer Welt, die über zwei Jahve versunken ist. Mt gleichem Blick über Tischchen und Fenster und Marktplatz kann man draußen die fernen verschneiten Berge fassen, die Ber­ ge, ans denen die Russen sitzen. (Kb.) Rolf Brandt, Kriegsberichterftatttc</p>
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          <p>Der Kampf um Bukarest. Die raffifche Entlastungsoffcnjive erlahmt. — Adermals 8000 Rumänen gefangen; schwere blutige Verluste der Rumäueu; graste Beute. ' Im Westen kam es nur zu Sprengungen und PatrouillenunternchUrungen. Im Osten unternahmen die Russen An­ griffe am Dryswiaths-ee und an der BhstrjcaSolotwinska, die für sie verlustreich scheiter­ ten. ' - ' In den Karpathen liehen die russischen Anstürme 'nach den letzten Fehlschlagen nach, dagegen griffen sie weiter an der siebenbürgischen Ostfront an. Die erhoffte Entlastung werden sie den Rumänen allerdings nicht brin­ gen. ' ' I In Rumänien ist die Schlacht am Arges gewonnen, die Vereinigung unserer Truppen von den Waldbergen der rumänischen Nordsront bis zur Donau vollzogen und dadurch eine Verkürzung der 'Front um säst.400 Kilo­ meter erzielt. Vor Bukarest setzen die Feinde unserem Vormarsch noch verzweifelten Wider­ stand entgegen, doch, scheint eine Havasmeldung, die Bukarest plötzlich- zur offenen Stadt erklärt, daraufhin sch liehen zu lassen, dah .die Stadt Nicht verteidigt werden soll. Es dürste also der jetzige letzte Widerstand nur dazu dienen, die Räumung der Stadt zu ermöglichen. Doch könnte es sich auch nur um eine Finte han­ deln, um den Völkern der Entente die den militärischen Stellen als unvermeidlich gel­ tende Preisgabe Bukarests mundgerecht zu ma­ chen. Jedenfalls dürsten die nächsten Tage bereits die Entscheidung bringen. ! In Mazedonien haben die Serben eine Höhe am Dfhtfer der Cerna genommen. Un­ sere Stellung wurde an jenem Frontteil etwas zurückverlegt. 1 In Athen handelte es sich anscheinend tatsächlich um eine Erhebung des mihhandelten Volkes gegen seine Bedrücker. Fournet hat mit seiner letzten Forderung tatsächlich deut Fasse den Boden ausgeschlagen. Inzwischen scheint eine Einigung erzielt worden zu fein. Doch muhten sich die Ententetruppen aus der Stadt zurückziehen. Als wichtigstes 'Ereignis ist die Rückkehr des Generals Dusmanis aus den Posten eines Generalstabschess zu verzeich­ nen, von oem er aus Verlangen der Entente hätte zurücktreten müssen. "Es ist dies "der un­ trüglichste Beweis der schärferen "Tonart, die in Achen gegen die Entente angeschlagen wird. Ueber Ruhlands Kriegsziele sprach der neue russische Ministerpräsident Trepow in der Duma. Vor allem betonte er, dah Rußland kei­ nen Sonderfrieden ohne seine Alliierten schlie­ ßen werde. Tann kam er aus die inneren Schwierigkeiten, deren Gröhe er nicht leug­ nen konnte, die er aber zu bewältigen ver­ sprach. Das ist allerdings vor Hm schon oft versprochen worden. Ferner entfaltete er ein Programm für die Arbeit aller Verwaltungs­ zweige, betonte die Notwendigkeit, das Kö­ nigreich Polen zurückzuerobern und im- An­ schlüsse an Rußland zu vergrößern. Daß er zum Schlüsse Ruhlands Recht aus die Meer­ engen und aus Konstantinopel erklärte, ist der-. stündlich, etwas schönes muhte er der Duma doch sagen und wenn es auch nur ein Lust­ schloß ist, das er ihr vorgaukelt. i</p>
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          <p>Heeressrout des G*ucralseldmarschall« Prmze« Leopold vo» Bayern. Stellenweise Kampfhandlungen unterge­ ordneter Bedeutung. Italienischer Kriegsschauplatz. Das Geschützfeuer im Karstabschnitte dau­ ert fort. Auch die Minenkämpfe haben wieder begonnen. , 1 ' | ' Ein italienisches Flugzeuggeschwader warf aus Dutovje, Großrepen und Sesana ohneWirkung Bomben ab. Unsere Flieger griffen den Feind an und zwangen bei Mavhinje einen CaProni mit vier Insassen zur Landung. In diesem Luftkampfe zeichneten sich Linienschiffs­ leutnant Banfield und Oberleutnant Brunowski aus. Südöstlicher Kriegsschanpla». Nichts Neues. Oer stellvertretende Chef des Generalstabe«? t&gt;. fcoef er, Feldmarfchalleutnant. Ereignisse zur See. Am 3. Dezember abends hüt eines un­ serer Seeflugzeuggeschwader die feindlichen Stellungen bei Doberdo sehr erfolgreich mit Bomben belegt und kehrte trotz heftigster Be­ schießung unversehrt zurück. Flottenkommando. Der bulgarische Bericht. Sofia, 3. Dez. Generalstabsbericht vom 2. Dezember: Mazedonische Front: Nordwestlich von Bitolja schlugen wir einen feindlichen An­ griff durch Feuer ab. In der Umgebung von Gvu niste wurden mehrere Angriffe, die der Feind nach heftiger Artillerievorbereitung und Mnenwerfertätigkeit unternahm, abgewiesen. Fn der Gegend der Moglena und an beiden Wardarufern sowie auf der Belasicafront zeit­ weilig Artilleriefeuer. An der Struma schwa­ che Artillerietätigkeit. Wir zerstreuten durch Artilleriefeuer zwei feindliche Eskadrons bet Osman-Kamila Stop. An der Front des ägä ischen Meeres wurden zwei feindliche Wasser­ flugzeuge, die von der Insel Dhasos her gegen Portolagow flogen, durch Artillerie- und Maschinengewchrfeuer empfangen. Gleichzeitig j flogen ihnen zwei deutsche Wasserflugzeuge enr- jj gegen. Die beiden feindlichen Wasserflugzeuge wurden abgeschossen. Das eine fiel zur Erde, das andere ins Meer. Wir machten vier In­ sassen, einen von ihnen verletzt, zu Gefangenen. Rumänische Front: In der Walachei dauert unser Vormarsch gegen Bukarest fort. Vorrückende Divisionen bestanden, nachdem sie auf das linke Ufer des Neojlow übergesetzt waren, einen heftigen Kampf mit dem Gegner, warfen ihn zurück und fügten ihm schwere Ver­ luste zu. Wir machten 370 Gefangene und er­ beuteten 21 Kanonen. Wir nähern uns dem I Unterlauf des Arges. An der Donau zwischen I Tutrakan und Eernavoda Jnfanteriefeuer. Bei I Popina Tutrakan Artilleriefeuer. I In der Dobrudscha griffen die Russen I im Laufe des Tages viermal unseren linken Flügel zwischen Satiskoje und der Donau an, wurden aber überall zurückgeschlagen. Wir machten 30 Soldaten des russischen InfanterieRegiments Nr. 37 zu Gefangenen und erbeu­ teten 7 Maschinengewehre. Gegen zwei Uhr nachmittags näherten sich zwei Panzerauto­ mobile unseren Stellungen, wurden aber durch Artilleriefeuer verjagt. In der Nacht pnt 2. Dezember um 2 Uhr gingen die Russen imftt I außerordentlicher Erbitterung gegen unsere I Gräben vor, sie wurden aber von unseren un­ erschütterlichen Regimentern blutig zurückge­ worfen. Der Gegner erlitt schwere Verluste. i * Sofia, 3. Dezember. Amtlicher Heeres­ bericht: Mazedonische Front: Unsere Steplungen nordwestlich von Bitolia wurden heftig beschossen. Wir wiesen durch Gegenangriff einen Sturmangriff gegen die Höhe 1248 zu­ rück. Auf den übrigen Abschnitten der Front schwache Artillerietätigkeit. Rumänische Front: In der Wala­ chei dauert der Vormarsch fort. Wir mächten 200 Gefangene und erbeuteten eine Kanone. An der Donau Jnfanteriefeuer. Zwischen Eernavoda und Olttna Artilleriefeuer. In der Dobrudscha setzten heute die Russen ihre verMeiselten Angriffe gegen den linken "Flügel unserer 'Stellungen fort. Nach heftiger Ar­ tillerie-, 'Maschinengewehr- und Jnfänteriesfeuer-Vorbereituug, die den ganzen Tag hin­ durch bis 6 Uhr nachmittags dauerte, unter­ nahmen die Russen den 7. der innerhalb der letzten zwei Tage angesetzten Angriffe. Schwere Artillerie auf dem linken Donaunfer wirkte beim ^Angreifer mit. Der Gegner konnte sich unseren Schützengräben auf 300 Schritt nähern, wobei er besonders südlich von Satisteoes außerordentlich heftig angriff, wo er in ziemlich dichten Kolonnen vorging. Nichtsdeftoiveniger wurde der Angriff auf der gan­ zen Front von unseren unerschütterlichen Re­ gimentern blutig abgewiesen, von denen das tapfere 19. Regiment (Schumen) sich . am meisten auszeichnete. An den Angriffen naht­ men drei Panzerautomobile teil, von denen zwei durch unser Artilleriefeuer zerstört wur­ den, das dritte wurde Vertrieben. Wir nahimen 132 Soldaten gefangen, die dem 10., 39. und 40. sibirischen Infanterie-Regiment und dem 242. russischen Infanterie-Regiment angehö­ ren. Die türkischen Truppen erbeuteten ein Panzerautomobil, auf welchem sie zwei eng­ lische Offiziere und sechs Soldaten gefangen­ nähmen. In tMifdje Bericht. Konstantinopel, 2. Dez. Das tür­ kische Hauptquartier meldet: Kaukasusfront: Auf dem rechten Flü­ gel führten wir bei einer Erkundung 'einen erfolgreichen Angriff durch. Wir trieben rus­ sische Abteilungen zurück. Kein Ereignis von Bedeutung von den übrigen Teilen der Front. Galizische Front: Unsere Truppen wiesen am 30. November iiml Abschnitt an der Zlota-Lipa mehrere heftige russische Angriffe ab, verfolgten den Feind bis in seine ursprüng­ lichen Stellungen und brachten Gefangene zu­ rück. Dobrudschafront: An der Front un­ serer Truppen heftiges Artilleriefeuer und Scharmützel. s Donaufront: Unsere nördlich vom Fluß in der Richtung auf Bukarest vorgehen­ den Truppen setzten ihven Vormarsch fort und Wiesen mehrere heftige Angriffe des Feindes erfolgreich ab. J Der stellt». Generalissimus. * Konstantinopel, 3. Dez. Das tür­ kische Hauptquartier teilt mit: Im nördlichen Persien nördlich Sakis führten wir einen glücklichen Ueberraschungsangjriff aus und wiesen erfolgreich einen rus­ sischen Gegenangriff ab. Außerdem zogen wir itn den Ort Sarlik, 100 Kilometer südöstlich von Hamadan, ein. Kaukasusfront: Durch einen vom Zentrum unserer Front ausgeführten Uebersall rückten wir bis in den Rücken der feindlichen Stellung vor. Gleichzeitig wiesen wir vom Gegner unternommene Versuche gegen unseren linken Flügel glänzend ab. Dobrudschafront: Unsere Truppen nahmen am 2. ds. ein feindliches Panzer­ automobil Mit den es bedienenden englischen zwei Offizieren und 36 Soldaten gefangen. Außerdem erbeuteten sie ein Geschütz und naht­ men 250 Mann gefangen. Nördlich der Do­ nau rückten unsere vor Bukarest stehendenTruppen unter kleinen Scharmützeln vor. Auf den anderen Fronten kein wichtiges Ereignis. Der Vizegeneralissimus. Dvnauarmee 35 Geschütze, bei Tsitu 13 Loko­ motiven mit vielckms rollenden Material ttt un­ sere Hand. Die Operationen gehen planmäßig Wetter. Neue Kämpfe stehen bevor! In der Dobrudscha keine größeren Kampf­ handlungen. Mazedonische Aro»t. Ohine Einfluß auf die Entscheidung su­ chende Schlacht in Rumänien bleibt der Verlust einer auf dem westlichen Ufer der Cerna ge­ legenen Höhe, die gestern von den Serben genommen wurde und bie damit verbundene Verlegung eines Teiles unserer dortigen Stel­ lung. Ter 1. Generalquartiermeister: Ludendorff. * WTB. Berlin, 4. Dezember. Amtlicher Abendbericht: Früh! scheiterte englischer Vorstoß,, östlich von Le Sars; sonst im SomiMegebiet nichts Wesentliches. 1 Kampf südlich und östlich von Bukarest in für uns günstigem Fortschreiten. Der östm.-W. Bericht. WTB. Wien, 4. Dez. mittags. — Amtlich wird verlautbart: Qeftlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Gencralfeldmarschalls von Mackensen. Die Schlacht am Arges hat zu einem Sieg von entscheidender Bedeutung geführt. Der Vorstoß der Donauarmee an dem unteren Arges war für den von den Rumänen und ihren Bundesgenossen mit großen Hoffnungen begleitenden Gegenstoß nicht zu bannen. Die feindliche Angriffsgruppe wurde nordöstlich von Dagranesci aufgefangen und durch umfassen­ des Vorgehen über den Neajlow zurückgewor­ fen. In diesen Kämpfen nahmen an der Seite deutscher, bulgarischer und ottomanischerTruPpen auch österr.-ungar. Grenzjäger und Bat­ terien teil. Gleichzeitig erzwang sich westlich vonBukarest eine Armeegruppe den Uebergang Über den Argesfluß. Sie drang gestern bisTitu vor und empfing hier TrümMbr der rumä­ nischen 1. Airmee, die tags zuvor von den österr.-ungar. und deutschen Truppen des Ge­ neralleutnants Krafft von Delmensingen süd­ östlich von Pitesti geschlagen worden sind. Starke rumänische Abteilungen wurden vernichtet. Weiter nördlich nahmen die Verbündeten Trigovist in Besitz. Die seinerzeit in der kleinen Walachei abgeschnittenen rumänischen Truppenteile wer­ den in fortdauerndem Kesseltreiben allmählich aufgerieben. Die Donau ist geöffnet. Ueber die außerordentlich reiche Beute las­ sen sich noch keine annähernd zutreffenden An­ gaben machen. Sie wächst stündlich. Front des General-Obersten Erz­ herzog Joseph. Während so in der walachischen Ebene der jüngste Bundesgenosse unserer Gegner ent­ scheidend geschlagen wurde, mühten sich die Russen vergebens ab, gegen die tapferen österr.Ujzgar. und deutschen Truppen der Generäle von Arz und'von Küveß einen auch auf Ru­ mänien rückwirkenden Erfolg zu erringen. Wenn auch die Entlastungsversnche gewiß noch nicht abgeschlossen sind, so zeigte gestern doch das Nachlassen der russischen Angriffe in den Karpathen, dcG der erschöpfte, stark herge­ nommene Feind .dringend einer Kampfpause bedürfe . Nur beiderseits des obersten Tratustales setzten die Russen ihre Angriffe in unverminderter Heftigkeit fort. Sie stürmten stellenwesie bis zu zehnmal, wurden aber, von unwesentlichen Schwankungen abgesehen, über­ all zurückgeschlagen. Im Süden des Abschnit­ tes entrissen wir dem Gegner eine kürzlich an ihn verlorene Höhe.</p>
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          <p>der hiesige amerikanische Vertreter sein kann, machte in einem Jnterdiev folgende bemer­ kenswerte Aeußerung: Meiner Ansicht nach sind die beiden kriegführenden Parteien noch nicht geneigt Friedensverhandlungen durch die Bermitteülng Wilsons anzunehmen. TrotzdeNt Ka­ den beide Teile von dem Krieg genug und die Verhandlungen dürften beginnen, oihine daß die Kämpfe eingestellt oder ein Waffenstillstand abgeschlossen würden. Von den neutralenStaaten wird keiner meh«r in den Krieg eingrei­ fen, von Amerika MM Mindesten kann dies Mt größter Bestimmtheit behauptet werden.Ebenso weiß ich von Japan bestimmt, daß es keine Truppen nach Europa senden wird. (Z.)</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Erhöhung der Äriegsauflage für Bel­ gien. Wie die Köln. Volksztg. meldet, wurde in Abänderung des Befehls vom 8. Oktober 1915 und gemäß Artikel 49 der Haager Landkriegs­ ordnung der belgischen Bevölkerung bis aus weiteres eine Kriegsauflage von 50 Millionen Francs monatlich als Beisteuer M den Kosten des Heeresunterhaltes und der Verwaltungs­ ausgaben im besetzten Gebiet auferlegt. Die neun belgischen Proiünzen haben dieseSumme auf dem Wege der Anleihe M beschaffen. Die erste Zahlung hat spätestens am 10. Dezem­ ber, dann monatlich am gleichen Tage zu er­ folgen. Die bisherige Kriegsauslage betrug monatlich! 40 Millionen Francs. (Z.)</p>
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          <p>Gegen Rumänien. schütze. Flüchtlinge berichten, daß alle Rück­ zugsstraßen von deutschen Fllegern ununter­ brochen mit Bomben und Maschinengewehrfeuer belegt werden, so daß die Verwirrung grenzen­ los ist. (Z.) Gesunkene Hoffnungen. Genf, 4. Dez. Die letzten Hoffnungen der Pariser Presse auf russischen Beistand für die rumänische Hauptstadt sind geschwunden.Der Temps und Petit Parisien find der Ansicht, daß weder der Verlust Bukarests noch die schwere Einbuße, die Rumänen durch die unver­ meidliche Preisgabe seiner reichen Getreideund Petroleumvorräte erleiden wird, heute so sehr in Betracht kommen als die Frage: Kann der Kern der rumänischen Streitkräste sich der Umklammerung der Heere der Zentralmächte noch entzieyenr Oberstleutnant Rousset rechnet bereits mit einem Rückzug As hinter den Serethi. Paris Midi erhält folgende Bukarester Depesche vom Freitag: Bukarest ist in großer Gefahr. Die. Schlacht um den Besitz der Stadt tobt in diesem Augenblick. Man hört in der Stadt deutlich den düsteren Donuer der Ge-</p>
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          <p>das Pantheon als Ziel genommen hätten. UW Mitternacht hörte das Feuer auf. 1 Athen, 2. Dez. Reuter meldet: Die eng­ lisch-französischen Füsiliere und Seeleute, 600 an der Zähl, muhten unter dem Schutz einet starken griechischen Abteilung Mt ihrer ganze« Ausrüstung das Pantheon verlassen, und wur­ den nach dem Piräus gebracht. Vorher waren alle Vorsichtsmaßregeln getroffen worden, uni Kundgebungen gegen die Entente zu verhüten. Einer Abteilung italienischer Füsiliere und Seesoldaten, die sich gestern in die Archäolo­ gische Schule- geflüchtet Hutten, wurde auf Ver­ mittlung des italienischen- Gesandten gestaltet, unbeLÄstigt unter griechischer Bedeckung abzu­ ziehen. , , / 1 Am Balkan. Tie Lage i« Griechenland. Der Athener Korrespondent der Evening News meldet unterm 1. Dezember: Soeben wur­ de die britische Gesandtschaft angegriffen. Cs ging ein französischer Solltat vorbei, den eine griechische Matrosenpatrouille anhalten wollte. Einige Mitglieder des englischen Nachrichten­ dienstes eilten auf die Straße und befreiter» den Soldaten. Daraus begannen die griechi­ schen Matrosen auf die Engländer zu schießen und das Publikum hüls Mt. Das Gesandtschaftspersvnal Vertrieb die Angreifer. Ein Be­ amter der Gesandtschaft wurde tötlich ver­ wundet. Agence Havas meldet aus Athen: Die Landung französischer, englischer und italieni­ scher Seeleute erfolgte in der Nacht im Piräus. Französische Truppen wurden gleichzeitig aus­ geschifft. Alles verlief ohne Zwischensall.Aber bald darauf entstanden an verschiedenenStellen Zusammenstöße. AM Pnyx schossen Grie­ chen auf englische Seeleute. Auch auf die ita­ lienischen Seeleute Wurden in der Ruffus-Kaserne Gewehtschüsse abgegeben. Auf das Pan­ theon ,wo sich französische Seeleute befanden, wurden von einem Flügel, die Griechen besetzt hielten, zwei Kanonenschüsse Abgegeben. Meh­ rere Soldaten wurden verletzt. Das Pantheon antwortete nicht und die Landtruppen der Al­ liierten hielten sich außerhalb der Stadt. In den Straßen herrscht Aufregung. Die Läden werden geschlossen. — Die Sage wird immer ernster. Um 2 Uhr nachmittags begaben sich die Gesandten GuilleMn, Temidoff und Elliot, die sich, in der französischen Gesandt­ schaft befanden, nach dem Pantheon, wo sich Mmriral Fournet aufhielt. Gewehrschüsse wur­ den an verschiedenen Stellen abgegeben. Ma­ schinengewehrfeuer begann, das mehrereOpser forderte. Athen bietet den Anblick einer be­ lagerten Stadt. Reservisten-Banden, teils in Uniform, teils in Zivil, ziehen durch die Stra­ ßen und schießen auf Häuser der Venizelisten sowie auf die an die Gesandtschaften von Frank­ reich und England angrenzenden Häuser und auf die Eccle de Athenes. — Eine neue Ver­ sammlung der Gesandten der Alliierten, an der auch der italienische Gesandte teilnahm, fand in der französischen Gesandtschaft statt. Inzwi­ schen dauert der Lärm der gegenseitigen Be­ schießung an. Das Geschwader schoß einige Granaten ab. um das Feuer der griechischen Geschütze zum Schweigen M bringen, die sich</p>
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          <p>Der Krieg zur See. Versenkt. Lloyds meldet: Der englische Dampfer "Burcobex" und der norwegische Dampfer "Skjoldul" sind versenkt worden. Der engli­ sche Dampfer "Jstrar" soll versenkt worderi sein. ' i</p>
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          <p>Er suchte sich soviel wie möglich ihrer Gesellschatt zu entziehen, nnd wenn es nicht angängig war, io blieb er wortkarg und mißgestimmt. Zum Singen und Zusammenspiel forderte er sie überhaupt nicht mehr auf, und wenn seine Tante ihn bat, sein Cello zu holen, so schützte er dringende Arbeit vor. Rose fühlte sich durch dieses Verhalten aufs Tiefste gekränkt, umsomehr, als sie vergeblich nach dem eigentlichen Grund suchte. Es waren und blieben nur Vermutungen, dir sie hegte. .... Anfangs hatte sie noch immer die Furcht gequält, daß sie den Baron Görtz wiedersehen, und daß er sie doch noch erkennen würde. Zwar besann sie sich nicht, ihm in Berlin irgendwo einmal begegnet zu sein, deshalb war es jedoch nicht ausgeschloffen, daß er sie kannte. Es wurde ja genug in Berlin über sie gesprochen zur Zeit. Zum Glück für sie war sie bei seinem Besuch aus Bernegg gerade auf einem Spaziergang mit der Gräfin gewesen und hatte ihn nicht gesehen, und mehrere Tage daraus hörte sie, daß er abgereist sei. Das machte sie wieder ruhiger und sicherer. Es wäre ihr doch fatal gewesen, wenn er sie konfrontiert hätte. Nach diesem Vorfall hatte sie es ernstlich in Erwägung gezogen, die Gräfin nun doch ins Vertrauen zu ziehen oder wenigstens einige Andeutungen zu machen, aber der Mut dazu fehlte ihr. Die kurze Zeit, die ihr noch blieb, wollte sie auskosten und sich nicht trüben. (F. s.) Seelenstimmung, die sie in der letzten Zeit öfter befiel, und sie um so mehr bedrückte, als sie ihr leinen rechten Namen zu geben wußte. Ein Gemisch von Mutlosigkeit und Hoffnung, ein Hadern mit ihrem Geschick, eine heiße Sehnsucht nach Freiheit und' nach der Heimat und doch ein Gebundensein, ein Ntchtfortkönnen — das war es, was sie quälte. Nur kurze Zeit noch und der Termin in ihrem Scheidungsprozeß entschied über ihr ferneres Leben. Dann war sie endlich frei und konnte nach Berlin zurückkehren. Wie heiß hatte sie diesen Zeitpunkt ersehnt, und nun zitterte sie vor der Entscheidung und hatte sie weit hinausschieben mögen, denn sie war gleichbedeutend mit ihrem Abschied von Bernegg. Wie die Würfel auch fallen mochten — ihres Bleibens war hier'nicht länger. Wohl glaubte sie, daß die alte gütige Gräfin vorurteilsfrei genug sein würde, um ihr Schweigen zu verstehen und es ih» zu vergeben. Die würde es ihr auch nachfühlen, was sie erduldet hatte und sie mit doppelter Liebe an ihrMerz ziehen. Aber der Graf das war der Punkt, wo Roses Gedanken immer wieder stockten, wo ihre Zuversicht sie verließ. Der pzürde es ihr nicht vergeben, daß sie hier eine&gt;Zalsche Rolle gespielt, sich einen falschen Namen beigelegt und ihn somit getäuscht hatte. Ä @tn schmerzliches Stöhnen kam aus ihrer Brust. Sie -dachte an den letzten Abend auf dem Wolkenstein, wo Gras Harald sie mit dem Bruder der Baronin Gemmingen int Park überrascht und sie so seltsam angesehen hatte. Was mochte er damals von ihr gedacht habend Die Schamröte stieg ihr in die Wangen. Wenn er ahnte, daß sie wie auf der Folter gestanden und jeven Augenblick erwartet hatte, der fremde Offizier, der in Berliner Kreisen so vertraut schien und sie durchaus kennen wollte, würde ihr Inkognito lüften und ihr geradezu ins Gesicht rufen: du bist die und die — gib dir keine Mühe, mich zu täuschen. Wie sie vor dieser Möglichkeit gezittert hatte! Seit jenem Tage war eine Entfremdung zwischen ihr und Graf Harald eingetreten. Sie gab' sich über die Ursache allerhand Mutmaßungen hin und grübelte darüber nach. Hielt er sie für eine Kokette, die sich mit einem fremden Manne im Park ein Rendezvous gegeben hatte oder hatte er eine Ahnung von ihrem Geheimnis, hatte sein Freund, der Baron Görtz, ihm seinen Argwohn mitgeteilt, oder gar dessen Schwester. Die grünlich schimmernden Katzenaugen der Baronin tauchten vor ihr auf. Sie wußte, hier gab es kein Erbarmen für sie. Aber es konnte doch nicht feilt — tröstete sie sich wieder. Dann müßte schon etwas geschehen sein, dann würde der Graf seiner Tante Mitteilung davon gemacht und sie müßte zum min­ desten eine Veränderung in deren Wesen ihr gegenüber bemerkt haben. Gräfin Bernegg war aber nach wie vor gütig und freundlich, ja oft schien es Rose, als ob sie ihre Zärtlichkeit noch verdoppele. Nur der Graf selbst hatte eine kühle Zurückhaltung angenommen.</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Die Krönung in Budapest. Das Journal meldet: Die Krönung König Karls wird am 30. Dezember stattfinden. Tie Abreise des amerikanischen Botschaf­ ters Gerard. Mus Washington wird berichtet, daß Botschraster Gerard am Dienstag nach! Deutschland abreist. Gin deutscher Heldenfriedhlof wurde in Banvo Brdo südwestlich von Belgrad einge­ weiht. Der Friedhof umfaßt 600 Heldengräber. Fettar Konkurs. (Erneuere della Sera'melbet ans Padua, daß der Großkaufmnn Pela den Konkurs angemeldet hat. Die Passiven ttsagen Leinhalb Mllioneu Lire .Mehrere Kre­ ditanstalten sind beteiligt.</p>
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          <p>Dieser Kuhhälter zu versiegeln oder in amt­ liche Verwahrung zu nehmen sind. Auf Zu­ widerhandlungen gegen diese Vorschriften, Leren Wortlaut in der "Bayer. Staatszeitung" Nr. 280 veröffentlicht wird, stehen strenge 5 Strafen. j Ilt. Tie liberale Fraktion für die Ein- Prüfung des Landtages. Die liberale Frak­ tion hat in mehreren Sitzungen, in welchen Aber die schwebenden Tagesfragen, insbeson­ dere über den Vollzug des vaterländischen Hilfsdienstes beraten wurde, beschlossen: es sei | an die Staatsregierung das Ersuchen zu stel­ len, den Landtag zu einer kürzen Besprech- &gt; tung baldigst, wenn möglich noch in diesem j Jahre, einzuberufen. Die Sitzungen sind bei­ nahe von sämtlichen FraMonsmitgliedern be- \ sacht worden und die Beschlüsse einstimmig j Angenommen worden. Glückliches: Gewinner. Bei der Veran- j fftaltung des Soldatentages in München gewann ; ein Arbeiter, der sich dieser Tage verheiraten ! will, eine auf 1000 Mark geschätzte Schlafzim- ‘= mereinrichtung. Hiezu stiftete Ihm der In­ haber eines Basars im Rosental, Mayer, noch freiwillig eine vollständige Waschgarnitur und Hoflieferant Rosenthal, München, die notwen- j Ligen Betten. Der Mann hat wirklich! Glück. "</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Niederbayerische Helden. -i Um die Besatzung der Einöde La C. auf­ zuheben und das Haus zu sprengen, gingen am 18. Aptzil 1916 von zwei Seiten her je 20 Mann des Ersatz-Jnfanterie-Rgts. Nr. 3 tuntet Führung eines Offiziers gegen das Ge­ bäude los. Aus eigenen Wunsch waren bei dem einen Trupp vom Brigade-Ersatz-Batchllon Nr. 12 Vizeseldwebel der Res. und Oft Wzierßaspirant, Ludw. Schmidt der 1. Komp., Brjauereipraktikant in Bayreuth, und Infan­ terist Jos. Goß der 4. Komp, aus Sperklgckub, ein Wagner von Li es sing, B. A. Pilshv sen, eingetreten, die sich beide schon vielfach aus freiwillig unternommenen Schleichgängen durch Umsicht und Kaltblütig­ keit bewährt hatten. Als Führer des Drahtschechntrupps leitete Schmidt die Beseitigung des Hindernisses mit solchem Geschick, daß die Abteilung vom Gegner unbemerkt hinter das Haus gelangte. Vorausspringend ließ er, um den von der Einöde zur französischen Hauptstellung führenden Unterirdischen Gang zu sper­ ren, durch zwei Mann einen ihm von früher her bekannten Luftschacht mit Handgranaten bewer/sen, während er sich selbst dem Hause Anwandte, wo eben der Sturmtrupp ankam, und einen das Feuer ausnehmenden feindlichen Posten mit bettt 1 Revolver verscheuchte. Auch bei dem alsbald enbrannten Handgranatenkampf zeichnete sich Schmidt durschj besonderen Mut und bolle Unerschrockenheit aus, indem er die Leute immer wieder pnt Ausharren anspornte, obwohl seine Abteilung bereits viele Verwun­ dete zählte und er selbst am ganzen Körper Verletzungen durch Handgramrtsplitter trug. In diesem schlimmen Znstanoe unterzog er sich. überdies mit Hilfe eines Kameraden der Zurückschaffung eines schwer verwundeten Of­ fiziers und trug sodann aus seinem Rücken einen bewußtlos zusammengebrochenen Mann eine gute Strecke zurück, bis seine Kräfte ver­ sagten und er die Last andern Leuten überge­ ben mußte. Als einer der letzten traf Schmidt wieder in der eigenen Stellung ein. Infan­ terist Goß war mit den vordersten Leuten des Sturmtrupps über das ftanzösischeHindernis gegen La C. vorgedrungen, hatte jedoch im Verlaufe des Handgranatenkampfes eine schlimme Verletzung erlitten. Als er beim Zurückkriechen durch den Drahtverhau auf ei­ nen schwer verwundeten Unteroffizier traf,der sich vergeblich weiterzuschleppen sulchte, ver­ schaffte er ihm mit Unterstützung eines zwei­ ten, ebenfalls verletzten Kameraden jede mög­ liche Erleichterung und lud ihn schließlich! auf den Rücken, um seine Bürde unter feindlichem Infanterie- und Maschinengewehrfeuer nach dem vor unserem Drahtverhau gelegenen Ver­ bandplatz zu verbringen. Da dieser jedoch .inzwischen zurückverlegt war, nahm Goß trotz äußerster Erschöpfung den Unteroffizier wieder auf und schlchipte ihn gegen die eigeneStellung hin, bis seine Kraft gänzlich zusammen­ brach. Schmidt und Goß erhielten die Silberne Medaille; das Eiserne Kreuz besaßen beide schon länger. Schmidt auch das Militär-Verdienstkreuz. ' i</p>
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          <p>Dienstesnachrichten. Verwaltung. Vom ist Januar 1917 an wird in etätsm. Weise pW Bezirksamjtmiann in Kelheim der Bezirksamttmiann a. d.St.iMStaatsministeriuM des Innern^ Ludwig Osthelder er­ nannt/ Mn das K. Bezirksamt Qchsenfurt wurde der Bezirksamtsassessor Johann Adam Spatz in Grafenau auf sein Ansuchen in glei­ cher Diensteseigenschaft versetzt. Zum Bezirksamtsasfefsor in Grafenau wurde der Akzefsist der K. Regierung von Schwaben und Neuburg, Kammer des Innern, Karl Heinle, zurzeit ich Heeresdienste, ernannt. Staatseisenbahuverwaltung. Versetzt in emtsm. Weise auf Ansuchen: Eisenbahnsekrvtär Ludwig Kirschenheuter von Treuchtlingen nach Simbach a. I.; in etatsm. Weise befördert: Schaffner Joh. Schneider von 'SchweinsurtHbf. in Plattling; zum Lokomotivführer: Führerheizer Josef Schramm von Rottenburg (LaaBed) in LandshUt, Gg. Kaiser in Simbach a. I., Anton Bauer von Vohenstrauß in Plattling.</p>
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          <p>n Stiegt Euere goldenen Mette» der GoldMnisjftellk! Tragi dnsSr eiserne!</p>
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          <p>Lokales. Landshul, 5. Dezember .—* Das Eiser ne Kreuz wurde dem l Unteroffizier im 16. JA-Rgt. Herrn Jos. Schönberger hier verliehen. Der Ausgezeich­ nete trägt bereits das Misitärverdienftkreuz mit Krone und Schwertern. * Das Eifer ne Kreuz wurde dem Soldaten im 26. Jnf.-Rat. Herrn Martin Mjittermeier, früher BräugIhilfe der BrauereiKoller hier verliehen. , •*—* Das Eifer ne Kreuz wurde dem Soldaten Herrn Franz Xaver Zagler, des Jä­ gerregiments Nr. 3, Sohn der Frau Therese | Wolf, Privatiere, hier und dem Ersatzreservist $ im Res.-Jnf.-Rgt. Nr. 1 Herrn Franz X. MüHI ler, Sohn des Herrn Gashilfsheizers Josef | Müller hier verliehen. Des letzteren Bruder, | der Infanterist im 20. Jnf.-Rgt., Herr Jos. | Müller erhielt das MiÄtärverdienstkreuz 3. I Kl. mit Schwertern. Der jüngere Bruder^ der I Infanterist int 19. Jns.-Rgt. Georg Müller | starb den Heidenrod für das Vaterland. ] —* Das König Ludwigkreuz wurde f der Schwester M. Marmenia (Maria Vorder1 meier) der Armen Franziskanerinnen hier ver­ liehen. —* Die Schlacht am Arges ist ge* | Wonnen. Diese kurze, aber iühaltreiche MelI düng kam bereW gestern ftüh. zu uns und der ; Heeresbericht am Nachmittag erweiterte die; selbe und ließ den vollen Erfolg unserer und ] der verbündeten Truppen gegen den rumäniI scheu Treuebrecher ersehen. Das Feldherrnl geschick der Führer und die sieghafte Tapfer! Seit unserer Truppen hat den Feind zerschmetI jtert und die rumänische Armee bon Stellung I zu Stellung zurückgejagt und die Unsern stehen i vor den Toren von Bukarest. Vor allem fällt I die fast 400 Kilometer betragende Verkürzung | unserer Front in die Wagschale, die uns viele ; fteigewordene Truppen zu anderer Verwen; düng verfügbar macht und deren Druck die l Feinde wohl bald zu spüren bekommen werf den. Nach drei Monaten Krieg hat das von ' Hetzern irregeführte Rumänien fast die Hälfte i t seines Landbestandes verloren. Riesige Ver- j lüfte an Mannschaften, Geschützen Und sonsti­ gem Kriegsmaterial vervollständigen die Nie­ derlage Rumäniens» das von seinen Verbün­ deten int Stiche gelassen, der treulosen Politik seiner Machthaber den Blutzoll bringt. Wir aber bringen unseren.tapferen Streitern an der Front den heißen Dank der Heimat für ihre vorbildlichen Leistungen dar. —* Im Fahnenschmücke prangen seit gestern Mittag die Straßen unserer Stadt aus Anlaß der gewonnenen Schlacht am Arges. Abends trug das Geläute der Glocken unserer Pfarrkirchen die Kunde von dem neuesten Er­ folge unserer Waffen weit hinaus in die Um­ gebung unserer Stadt, l —* Die Beerdigung des hier verstorbe­ nen Herrn Regierungs- und Kreismedizinalrgtes Dr. Neidhardt gestaltete sich gestern zu einer imposanten Trauerkundgebung. Es hat­ ten sich Herr Regierungspräsident Exzellenz von Pracher mit den Herren Beamten der K. Regierung, Beamte aller anderen staatlichen Behörden, die Herren Offiziere des hiesigen Standortes, den beiden stöbt. Kollegien, Herren Amtsärzte und Apotheker aus dem Kreise, die Aerzte unserer Stadt und viele andere Leid­ tragende in großer Zähl eingesunden, um der Leiche des Verblichenen das letzte Geleite zu geben. Herr Geistl. Rat Dr. Eirainer sprach! erhebende Trostesworte und gab eine einge­ hende Schilderung des Lebenslaufes des Ent­ schlafenen. Herr Regierungspräsident Erz. v. Pracher gab dem Danke der K. Regierung für die vorbildlichen Leistungen des Verstorbenen Ausdruck und legte eine prächtige Kranzspende. am offenen Grabe nieder. Ebenso die Herren Reg.-Rat Weckler für die Landesversicherungs­ anstalt von Niederbayern, Reg.-Rat 'Auer für die Landwirtschl. Berufsgenoffenschast vonNiederbahern, Hofrat Dr. Zeitler-Straubing für die Aerztekammer von Niederbayern, Bezirksarzt Dr. Schütz-Straubing für den Medizinal­ beamtenverein und die Amtsärzte tim 1 Kreise, prakt. Arzt Dr. Wein für den ärztlichen Bezirksverein LandshUt, Apotheker Egger-Passau für die Apothekerkammer in Niederbayern, alle unter herzlichen Abschiedsworten und eingehender Würdigung der Verdienste des Verstorbe­ nen. Auch zahlreiche andere Kranz- und Blu­ menspenden zierten das offene Grab und gaben der Liebe und Verehrung Ausdruck, deren sich der Verblichene bei allen, mit denen er in Berührung kam, zu erfreuen hatte. : * —* Ein freihändiger Pserdeankauf findet am Donnerstag vormittags 10 Uhr in Rottenburg statt. Es werden auch dreieinhaibjährige Pferde angekauft, die be­ reits einmal zurückgestellt worden waren. —* Liberaler Verein Landshut u. 11. Heute Dienstag abends findet im Vereinszimmer Restaurant "Sterngarten" eine Zusam­ menkunft statt. —* Der Absatz von Sauerkraut ist den Herstellern bis auf weiteres verboten, da vorerst der Heeresbedarf gedeckt werden muß. Diese Maßregel trifft aber nicht für das be­ reits im Groß- und Kleinhandel befindliche Kraut zu, das auch weiterhin verkauft wer­ den darf. i i —* Der heilige Nikolaus, der auch heute abend in verschiedenen Gegenden unseres Vaterlandes umgeht, um die guten und flei­ ßigen Kinder zu belohnen und zu belobigen, die schlechten und faulen aber zu bestrafen, gilt als der eigentlichste Patron der Kinder, weil er nach, dem Tode seines Vaters mit Hilfe der reichen Mittel, die ihm zu Gebote standen, sich, unablässig als Helfer der Armen und Be­ drängten, insbesondere aber der verwaistenKinder erwies. Noch heute ist in dem katholischen Westen und Süden unseres Vaterlandes der Nikolaustag ein Kinderfesttag, und am Vor­ abende des Festes harren die Kinder freudig der Gaben, die St. Nikolaus ihnen bringt, mit Bangen viele auch der Rute, die ihnen schon lange angedrvht.</p>
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          <p>MN letzten Sonntag abends fand eine überaus freundliche Aufnahme. Auch die Logen wiesen einen guten Besuch auf, wodurch jedenfalls die Vorliebe des hiesigen Publikums für die sogenannten Kantmerspielabende bewiesen ist. Sfrett Sulzer zeigte, was ein umsichtiger,, begabter Regisseur selbst mit wenig vorhandenen Mitteln in szenischer Ausgestaltung zu leisten vermag. Auch die Darstellung verdiente wie­ der volle Anerkennung. Schnitzlers realistische jKrankenkomödie "Die letzten Masken" gab in erster Linie den Herren FraNk (Rademacher) und Büttner (Jackwerth) reichlich Gelegenheit, Mr bereits in dem "Gläubiger" rühmend er­ wähntes Charakterisierungstalent leuchten zu lassen. Rach diesen beiden trefflichen Dar­ bietungen hatten freilich die Vertreter der klei­ neren Rollen, die Herren Hausmann (Weihgast) Md Wolf (Dr. Hahnschläger) einen schweren Standpunkt, doch waren auch sie, wie Frl. Norden als Wärterin bemüht sich dem Milieu anzupassen. Auch der zweite Einakter Ste­ fan Zweigs amüsantes deutsches Rokoko spiel "Der verwandelte Komödiant" fand spiel- und sprechgewandte Vertreter seiner hübschen Verse kn ihrem damals zuins guten Ton gehörigen Mischmasch von deutsch und französisch!. Ein Kabinettstückchen feiner Darstellung mit viel­ sagendem Blick- und Gebärdenspiele war Frl. Nordens abenteuerlustige Favoritin. DenKomödianten — ein Prüfstein für den jugendli­ chen Helden — gab vortrefflich, ohne ein Patos zu übertreiben, Herr Büttner. Hrn. Wolfs "tapferer" Chevalier und Herrn Francks de­ spotischer Fürst vervollständigten das gelun­ gene Zusammenspiel. Jedenfalls hüt das zweite Gastspiel dieses Ensembles die Schar seiner Freunde und Anhänger beträchtlich vergrößert. " Hg'.-</p>
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          <p>Letzte Posten. Ti« Stimmung in Frankreich. Der Lok.-Anz. meldet aus Zürich: Dem Vertreter des Schweizer Presse Telegraph! wur­ de von einem aus Frankreich ankommenden Reisenden erzählt, daß in Frankreich in immer weitere Volkskreise das Gefühl dringt: Frarrh reich kämpfe nur noch für England. Die Stim­ mung im französischen Volke würde nur irnfti künstlichen Mitteln aufrecht erhalten. Die Un­ zufriedenheit in bäuerlichen Kreisen %itb die Regierung vor neue Probleme stellen. Nach einem Telegramm der HuMfanite aus Madrid sind in der Gegend von ValenciaUeberfchwemmungen eingetreten, die sich auf ein Ge­ biet von 200 Quadrat-Kilometer erstrekken. Der Schaden wird auf mehrere Mil­ lionen geschätzt. Tie Orangenernte soll fast vollkommen vernichtet sein. Ein Hilfszug traf aus Aicira, das mehrere Tage ohne Verbin­ dung und ohne Licht geblieben war, ein. Un­ ter der Bevölkerung war bereits eine Hun­ gersnot ausgebrochen. i Ter Zar für die sofortige Annexion Ga­ liziens und der Bukowina. Stockholm, 4. Dez.' Das russischeBlatt Kolokol erfährt aus verläsffger *Quelle, daß der Zar für die sofortige Einverleibung der okkupierten Gebiete Galiziens und der Buko­ wina in das russische Reich fei. Tfe Ini­ tiative gehe nicht von militärischen, sondern von Hofkreisen aus. Nowoje Wremja" begrüßt den Plan herzlich, zumal Rußland durch die Proklamation eines selbständigen Polens eine Prestigeeinbuße erlitten habe. Mit Bestürzung nehme man in Rußland wahr, daß die Polen­ frage einen großen Zwiespalt in der öffent­ lichen Meinung Rußlands hervorgerufen habe. General Sacharow tritt zurück. Berlin, 5. Dez. Verschiedene Blätter lassen sich melden: General Sacharow über­ reichte dem Zaren ein Schreiben, nach welchem er von seinem Posten als Oberbefehlshaber der russifch-dumänischen Truppen zurücktritt, dg die von ihm geforderte Artillerieverstärkung weder von Rumänien noch von Rußland gewiährt worden sei. T^tnuPpose Aufgabe von Bukarest? Genf, 4. Dez. Nach einer von der rumä­ nischen Gesandtschaft ausgehenden Havas-Note sei Bukarest als offene Stadt anzusehen. Demnach würde nunmehr den Vertretern der Bukcrrester Bürgerschaft die Aufgabe zufallen, über das Schicksal der Stadt zu verhandeln, deren Garnison nach dem verunglückten Aus­ fall in südwestlicher Richtung nichts "Ernstes mehr gegen die Einkreisung zu beabsichtigen scheint. In diesem Sinne lauten die ergänzen­ den Privatmeldungen der ftanzösischen Presse. Generäl Dusmanis wieder griechischer Generalstabschef. ! Athen, 3. Dez. Eskuris, der ehemalige Bürgermeister von Achen nnd Führer der Re­ servisten, nahm an Stelle von Benakis feine Stellung wieder ein. General Dusmanis und Oberst Metaxas nahmen gleichfalls ihre Stel­ lungen an bet Spitze des Generalstabes wieder ein. ’ i ' Tie Entente fordert Genugtuung. Paris, 4. Dez. Die Regierungen der Alliierten ergreifen gemeinschaftliche Maßre­ geln, um Genugtuung für den am 1. Dezeinb6er in Athen begangenen Anschlag zu erlan­ gen. 1 Griechenland tritt 6 Batterien ad. Der Daily Telegraph erfährt aus Achen: Die königstreue Presse veröffentlichte heute früh eine Regierungserklärung, in der es heißt, daß Admiral Fournet zugestimjmit habe, die Auslieferung von 6 Batterien Feldkanonen an­ zunehmen und daß er seine anfänglichen For­ derungen bezüglich der übrigen Waffen fallen gelassen habe , Es wird gemeldet, daß die griechischen Reservisten mobilisiert werden. Englands Ohnmacht gegen die Untersee­ boote. I Kopenhagen, 4. Dez. Politiken mel­ det aus London: Auf einer großen Versamm­ lung der City-Kaufleute besprach Lord Veresford die zunehmende Gefahr der deutschen Un­ terseeboote für England. Es verlautet, daß wöchentlich 30 000 Tonnen englische Schiffs­ ladungen versenkt werden. Dies sei die Ur­ sache der großen Steigerung der Lebensmittellpreise. Die Admirsalität bekämpfte die Un­ terseeboote falsch. Das Unterseebootsnest Zeebrügge müsse durch unablässige heftige Luft­ angriffe zerstört werden. Es müßten unbedingt Aenderungen in der englischen Marineleitung geschehen, aber wenn nicht auch gleichzeitig Veränderungen in der Regierung einträten, würde die Verwirrung in der Verwaltung weiterbestehen und selbst die größten Leistun­ gen der Flotte blieben vergeblich. Teutsche U-Boote bei Island. ’ KoPen Hagen, 4. Dez. Aus Reykjavik, der Haupfftadt Islands, wird unter dem 31. Oktober gemeldet, daß sich deutsche Untersee­ boote in der Nähe von Island aufhalten, um den Verkehr zwischen Island und England lahm zu legen. Sie versenkten 15 Seemeilen vom Beru-Fjord an der Westküste Islands den englischen Fischdampfer "Nelly Bruee" aus Grimsby. Ter englische Fischdampfer "Ran" wurde auf dem Weg nach England angehalten und gegen die schriftliche Verpflichtung frei­ gelassen, während des Krieges nicht mit Nah­ rungsmitteln nach England zu fahiren. (Z.) Versenkt. Lloyds meldet: Der britische Dampfer "King Bleddhn" (4387 Tonnen) wurde versenkt. Der holländische Dampfer "Kediri", der vor einiger Zeit auf der Reise nach Marseille versenkt wurde, hatte eine Zuckerladung für Frankreich an Bord.</p>
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          <p>Handel und Verkehr. Tas Kunstatelier Halpaus hat eine äußerst originelle, zeitgemäße Schaufensterdekoration herausgebracht. Auf einem Holzimitations sockel befindet sich eine große ZigarettenAtrappe, auf welcher ein hohlgepreßter Halb­ globus aufmontiert ist. Auf diesem Globus be­ findet sich in farbenprächtiger Wiedergabe der­ jenige Teil Europas, auf welchem derzeit die verschiedenen Kämpfe des Weltkrieges sich ab­ wickeln. °Mit dem dem Globus beigepackten Markiermaterial, Nadeln und Schnüren, ist es jederzeit möglihc, auf dem Globus den Stand der verschiedenen Kriegsftonten zu markieren. Mit diesem Globus, welcher an Md für sich ein Schmuckstück für jedes Schaufenster ist, wird der Zweck Perfolgt, dem Publikum eine Ueber« sicht über die jeweilige Kriegslage zu geben'. — Fast in allen Städten sind zumeist trt den Zeitungsredakttonen Karten ausgestellt, auf welchen die jeweiligen Kriegsftonten markiert sind. Meistens sind jedoch diese Karten nach der Richtung hin einseitig, daß sie immer nur jeweilig eine der drei Hauptfronten darstel­ len. Der Halpans-Globus bietet dagegen den Vorteil der einheitlichen Uebersicht, da aus betn* selben,, wie vorerwähnt, sämtliche Kriegsfronten! sichtbar sind. Durch einheitliche Kolorierung der Mittelmächtegruppe, der Ententegruppe u. der neutralen Staaten wird in noch weit erhöht- , terem Maße ein klarer Ueberblick geschaffen. Wie uns die Direktion der Firma HalpausCigaretten-Mktiengesellschaft, Breslau, mit­ teilt, gibt sie diesen Globus an Interessenten! kostenlos ab, insofern sich dieselben verpflich­ ten, den Globus mindestens drei Monate in ihrem Schaufenster auszustellen, worauf bet Globus in den Besitz des Bestellers übergeht.</p>
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          <p>Literarisches. TtaS freie Wort. Frankfurter Halbmonats­ schrift für Fortschritt auf allen Gebieten degeistigen Lebens. Herausgegeben von Max Henning. 15. Jahrgang. Heft 19/20. Frank­ furt a. M. Neuer Frankfurter Berlag G. ttf. b. H. Preis vierteljährlich 2 Mark. Der Ber­ lag gibt auf Wunsch Probehefte gratts ab. Der "Baumeister", Monatshefte für Architek­ tur und Baupraxts, (Verlagsbuchbehandlung Georg D. W. Callwey). Das Heft ist zum Präse von Mark 3.— durch alle Buchhandlungen zu beziehen.</p>
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          <p>Fahrzeit ler elewlschr» Sttibmlih». Ab Dreifaltigkeitsplatz r</p>
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          <p>Inserate.</p>
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