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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-12-07"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 333</biblScope>
          <date when="1916-12-07">1916-12-07</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Bukarest und Plösti genommen.</p>
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          <p>Die Zahl Der gefangenen Rumänen steigt. — Bei Bukarest bedeutende Weizenvorräte erbeutet. — Was geht in Athen vor? — Das Zivildienstgesetz vom Kaiser vollzogen. ! Gestern Abend traf folgende Meldung ein: | i WTB. Berlin, 6. Dezember. (Amtlich!.) I ; Bukarest ist genommen. I Heute früh! wurde dieselbe ergänzt wie | folgt: i WTB. Berlin, 6. Dezember. Amtlicher Abendbericht : Bukarest und Ploesti sind genommen. Telegramm Sr. M. des Kaisers an Ihre I M. die Kaiserin. ! I WTB. Berlin, 6. Dez. Amtlich. S M, \ der Kaiser hat an I. M. die Kaiserin folgendes I Telegramm gerichtet: I An I. M .die Kaiserin und Königin, i Berlin. — Bukarest ist genommen. Welch Herr- | licher, durch Gottes Gnade erreichter Erfolg I auf der Bahn zu vollem Siege! In raschen f Schlägen haben unsere unvergleichlichen Trup- jj pen Seite an Seite mit unseren tapferen Ber- jj bündeten den Feind geschlagen, wo er sich } stellte, bewährte Führung wies ihnen den Weg. Gott helfe weiter! Wilhelm. ' I Im Westen kam es nur zu stärkeren Artil- I leriekcimpfen an der Sornimv. | Am Osten entfalteten die Russen eine leb- | hafte Artilleriebeschießnng unserer Front an 1 der Narajowka. ] In den Waldkarpathen erneuerten dieRnssen und Rumänen ihre Entlastungsoffensive) Ein starker russischer Druck im Trotosultale wurde in der zweiten Linie abgÄviehrt. Am Tartarenpüß und an der Lndowa, wo die Rus­ sen viermal stürmten, konnten sie nichts errei­ chen, dagegen erhöhte sich dort unsere Gesangenenzahl und Beute. Am Oitazpaß wurde ein russischer Stützpunkt im Handstreich der Unsern in Becken von Kezdivaharhely genom­ men. In Rumänien entwickeln sich die Ope­ rationen glanzend. Nun ist auch die Haupt­ stadt Bukarest in unserer Hand. Der umfas­ sende Vormarsch unserer Truppen am unteren Ärgesul und an der Donau hatte die Haupt­ stadt unhaltbar gemacht und schon nach kurzem Kampfe mit den äußeren Forts, ber^n Halten wohl nur den Abtransport des Kriegsmaterials sichern sollte, ist Bukarest, von dem Feinde aufgegeben worden. Die siegreiche 9. Armee hat durchs ihr Vorrücken die Rumänen genötigt, Sinaja zu räumen. Am Argesul wurde das rechte Ufer vom Feinde völlig gesäubert und der Vormarsch auf Bukarest fortgesetzt. An der Donau stemmen sich imjmter: noch russische Truppen unserem Vormarsch! «entgegen, aber vergeblich. Die im Westen RmMäniens abge­ schnittenen rumänischen Kräfte sind nun ein­ gekreist, ihr Schicksal ist damit Besiegelt. Gestern wurden über 1600 von ihnen gefangen. Außer­ dem^ mächten die Unsern neuerbings 4500 Ru­ mänen zu Gefangenen. An der Wahn nordwest­ lich von Bukarest fielen den Unstern bedeutende Weizenvorräte in die Hände, bice durch. Zeichen als von den Engländern gekauftt gekannzeichnet waren. Die Ironie des Schicksals fügt es also, daß England selbst uns Brotgetreide liefert, um seinen eigenen hesin&gt;tückisch«en Aushungerungsplan zuschanden zu machen. Nach dem amtlichen Abendbericht unserer Heeresleitung ist auch! Ploesti, das Zentrum der rumänischen Petroleumquellen von unse­ ren Truppen in Besitz genommen. In Mazedonien blieben biie Bulgaren Bei neuen Angriffen der Serben Sieger. In Athen scheint nach dem explosiven Aus­ bruch des Unwillens der Bevölkerung und des tönig§treuen Heeres über die Bedrängung Griechenlands durch die Entente die Ruhe noch immer nicht eingekehrt zu sein. Die neuesten Meldungen lassen sogar eine Verschärfung der Lage vermuten. Die englische und französische Presse weiß zu melden, daß König Konstan­ tin das griechische Heer im Stillen mobilisiere. Ob dies aus Wahrheit beruht oder nur dem Zwecke dienen soll, die besonders von französi­ scher Seite geforderte Abdankung des Königs zu erzwingen, kann nicht kontrolliert werden. Jedenfalls verfehlen unsere Erfolge in Rumä­ nien, welche die Politik König Konstantins als richtig erweisen, ihren Eindruck aus das griech.Bolk nicht das derDrangsalierung durch die Entente längst müde, fidj. jetzt um 'seinen König schart. Wie sich die Ereignisse noch entwickeln werden, läßt sich nicht voraussagen. Doch ist als sicher anzunehmen, daß das Wut­ geheul der Ententepresse nur Einschüchterung des griechischen Volkes bezweckt, zur Ausfüh­ rung all der angedrohten Schritte fehlt ja sowohl dem Admiral Fournet, als auch Sarfcotl die Macht. Das einzige, was sie tun könnten, wäre die Vernichtung unersetzlicher Kulturwerte durch eine rücksichtslose Beschie­ ßung Athens. Damit aber würde sich die Entente selbst den Stab brechen bei allen Kul­ turvölkern.</p>
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          <p>Sette 2. auf betn Ostufer des Flusses der Weg verlegt ist, hat gestern 26 Offiziere, 1600 Statut als Gefangene und 4 Geschütze eingebüßt. Außer dieser Zahl sind am 5. Dezember über 4400 Rumäne« gefangen genotttinien worden. An der Bahn nordwestlich von Bukarest fielen bedeutende Weizenvorrüte in unsere Hand, die von der englischen Regierung ange­ kauft, durch Schilder als solche gekennzeichnet waren. An der Dobrudschafront herrcht Ruhe. Mazedonische Front. In den Gefechten bei Gradesnica östlich der Ger na blieben bulgarische Regimenter Sie­ ger über die Serben, die anfangs in einem Teil der Stellung eingedrungen waren. Weiter südlich sind neue Kampfe im Gange. Ter 1. Generalquartiermeister: Ludendorff.</p>
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          <p>Der österr. - ung. Bericht. WTB. Wien, 6. Dezember. Mittags. SüBitltd} wird gemeldet: , Oestlicher Kriegsschauplatz j Heeresfront des Geucralieldmarschalls i von iOZorfcttfett. Die Donauarmee hat westlich der Argesul-^ Mündung 'russische Angriffe abgeschlagen und südwestlich von Bukarest die Ortschaften am rechten Fluhufer gesäubert. Die siegreich vor­ dringenden österreichisch-ungarischen und deut­ schen Kräfte des Generals von Falkenhayn nä­ hern sich der von Bukarest über Ploesti nach Eampina führenden Bahn. Oesterreichisch ungarische Truppen haben, aus nördlicher Rich­ tung vorstoßend, den Feind bei Sinaja gewor­ fen und besetzten den Ort. Die Kampfgruppe des Obersten Sziva erreichte die in der west­ lichen Walachei abgeschnittenen rumänischen Truppen vor sich hertreibend den unteren Alt. Hier tarn es zu neuen Kämpfen, bei denen wir 26 Offiziere, 1600 Mann, 4 Geschütze und 3 Maschinengewehre einbrachten. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Joseph. Im Bayka-Tale und nordwestlich von Soosmezö würden den Rumänen wichtige Stütz­ punkte entrissen, wobei sie 150 Mann, 2 Ma­ schinengewehre und verschiedenes Kriegsmate­ rial einbüßten. Nordwestlich von Sulta drückte uns ein russischer Angriff in die 1 Kilometer westlich gelegene zweite Linie zurück. Im Ludowagebiet und nordwestlich des Tartarenpasses scheiterten alle russischen Angriffe. Am 3. Vs. bewarf ein k. u. k, Flugzeuggeschwa­ der das Barackenlager Cinugi mit Bomben. Es erzielte, ohne selbst Schaden zu leiden, mehrere Treffer. Heeresfront d«s Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz, und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Cer stellvertretende $5es des Generalstal'eS. ». H o e f e r. Feldmarsch alleutnant. Ereignisse zur See. In der Nacht zum 5. ds. hat eines unserer Seeflugzeuggeschwader die militärischen Ob­ jekte von Monfalkone mit schweren Bomben erfolgreich belegt. Trotz heftigen Abwehr­ feuers sind alle Seeflugzeuge unversehrt ein­ gerückt. Flvttenkommando.</p>
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          <p>Der bulgarische Bericht. Sofia, r 4. Dezember. Amtlicher Heeres­ bericht: Mazedonische Front: Der Feind er- öffnete ein sehr heftiges Artillertefeuer ge­ gen die Höhen nordwestlich von Bitolia. Im Cernabvgen schwache Tätigkeit der feindlichen Artillerie. Oestlich der Cer na sehr heftiges Artilleriefeuer. An der Front zu beiden Sei­ ten des Wardar schwaches Geschützfeuer. Mn der Belasica-Front Ruhe. Am Struma zeit­ weiliges Mctilleriefenxr und Patrouillenge fechte. Rumänische Front: In der Wala­ chei dauert der Vormarsch an. Der Feind versuchte unseren rechten Flügel anzugreifen, wurde aber zurückgeworfen. An der Donau zwischen Tutrakan und Cernawoda Artillerieund Jnfanteriefeuer. In der Dobrudscha 8krRllerietätigkeit an der ganzen Front. Nach dem völligen Scheitern der feindlichen Angrif­ fe, die in den letzten 3 Tagest gegen unseren linken Flügel zwischen Satiskoej und der Do­ nau gerichtet wurden, zog sich der Gegner heute endgiltig in seine alten Stellungen zu­ rück. Unsere vorgeschobenen Abteilungen be­ setzten Satiskoej. Die feindlichen Verluste sind sehr schwer. Allein vor der Höhe 234 zählten wir 600 feindliche Leichen. Wir nahmen 80 Soldaten gefangen und erbeuteten 3 Maschi­ nengewehre. An der Front am Schwarzen Meer beschaffen 2 Kriegsschiffe Eonstantza. Menschen fielen der Beschießung nicht zum Opfer. •&lt; Sofia, 5. Dezember. Amtlicher Heeres­ bericht: j Mazedonische Front: In der Ge­ igend von Bitolia Gefechte zwischen Patrouil­ len. Im Cernabogen Ruhe. Oestlich von der Ger na lebhaftes Artilleriefeuer. Fm Moglenicatale schwache feindliche Angriffe Bei Bahovo und Monte, die scheiterten. Zu beiden Seiten des Wardar schwaches Artilleriefeuer. Am Fußp der Belasica Planina Ruhe. 'An, der Struma Gefechte zwischen Patrouillen und schwache Mrtillerietätigkeit. Rumänische Front: In der Wala­ chei haben die Verbündeten Truppen die rumä­ nischen Truppen am Arges geschlagen. Längs der Donau und bei Tutrakan Infanterie- und Maschinengewehr jener. Bei Cernavoda Mrtilletitefeuer. In der Dobrudscha Artilleriefeuer mit Unterbrechung und Gefechte zwischen Pa­ trouillen. Der Feind verschanzt sich und zieht Drahtnetze.</p>
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          <p>Der türkische Bericht. I Konstantinopel, '4. Dez. Das tür­ kische Hauptquartier teilt mit: Nördlich der Donau nahmen "unsere Trup­ pen erfolgreich an bet '.großen Schlacht am Arges teil und erbeuteten elf Geschütze mit Be­ spannung. Kein bemerkenswertes Ereignis aus den übrigen Fronten. Der Bizegeneraltssimus. Kaiser Karl i indeutschen Hauptquartier. WTB. Wien, 5. Dez. Kaiser Karl begab sich heute in den Standort der deutschen Ober­ sten Heeresleitung, wo im Beisein des Feld­ marschalls Baron Conrad eine Besprechung mit Kaiser Wilhelm stattfand, der auch Generulfeldmarschall von Hindenburg beiwohnte. Auf der Fahrt zu mGroßen Hauptquartier wurde Kaiser Karl in allen Orten jubelnd begrüßt. Dtackcnsens Geburtstag. Berlin, 6. Dez. Generalfeldmarsch all von Mackensen feiert heute Mm dritten Male feinen Geburtstag im Felde. Er ist am 6. Dez. 1849 geboren. Im ersten Kriegsjahr 1914 Tonnte er seinen Geburtstag auf seinem Sie­ geszug gegen die russische Dampfwalze zwi­ schen Warthe und Weichsel begehen. Er krönte feinen Geburtstag am 6. Dezember 1914 Mt einem Befehl zum Angriff und als der Nach­ mittag des Kampftages herangekommen war. konnte er telegraphieren: Lodz liegt auf mei­ nem Geburtstagstisch. Ein Jahr später war Mackensens Hauptquartier im eroberten Ser­ bien und heute befindet sich der Generalfeld­ marschall vor den Wällen von Bukarest. (Z.) 0 Die Kriegsziele. Berlin, 6. Dez. Wir entnehmen der »Boff. 31g.": Fürst Otto zu Salm Horstmar veröffentlicht in der Goslarschen Zeitung einen Artikel über die Kriegsziele, worin er sagt: Es gibt für uns nur noch die Wahl zu siegen oder unterzugehen; wenn wir unsere Feinde nicht zwingen können, zu unseren Gunsten auf altes deutsches Land zu verzichten, das man seit relativ kurzer Zeit mit dem Namen Bel­ gien bezeichnet und wenn wir nicht pn min­ desten die französischen Erzgebiete und franzö­ sisch Flandern in unsere Hand bekommen, dann ist Deutschlands Untergang besiegelt. Dann heißt es weiter: Bon höchstem Werte würde es ferner für uns sein, wenn es uns gelinge« würde, auch, Rußland so weit niederzuringen, daß es uns neben einem nötigen Kolonialland auch solche Grenzen gewähren müßte, die mili­ tärisch leicht zu halten und gegen späteres erneutes Andringen der Moskowiter erfolgreich zu verteidigen sind. Dieses Land kann uns am besten in Gestalt der ältesten deutschen Kolo­ nien, die auch den dringenden Wunsch haben, wieder mit ihrem alten Mutterland vereinigt zu werden, gegeben werden. Möchte es gelin­ gen, außer Kurland auch noch Livland und Esthland zu befreien. (Z.) Das "Recht" auf Konftantinopel. Aus einer Unterredung mit dem türki­ schen Militärattache Oberst Schükri Betz teilt die Voss. Ztg .mit: Schükri Betz erklärter Die Rede Trepows ist Wohl die glänzendsteRechtfertigung der türkischen Politik, welche ein Zu­ sammengehen mit den Mittelmächten bis zum letzten Blutstropfen befürwortet. Auf der ei­ nen Seite erklärte Trevow, daß Rußland seit tausend Jahren zum freien Ausgang nach dem Meere zum freien Ausgang nach dem Süden strebe, ja er wagt die abenteuerliche Behonptung von einem Recht Rußlands auf die Meer­ engen und auf Konstantinopel. An demselben Abend scheute er vor dem Widerspruch nicht zurück, seinen Hörern weiß zu machen, die Verbündeten Rußlands Wtten alles mögliche getan, die Türkei von einer Teilnahme an den sinnlosen Feindseligkeiten zurückzuhalten, in dem Man der Türkei für ihre Neutralität ihre Unabhängigkeit garantierte und ihr außerdem gewisse Vorteile in Anssicht gestellt habe. Wie verträgt sich das Recht auf Konstantinopel mit der Unverletzlichkeit des türkischen Gebietes? Auf die Frage, bb die Türkei aus diese BrüsFierung seitens Trepow eine besondere Antwort geben werde, erklärte Schükri Betz: Mit dem Schwerte, nicht mit Worten." Wir bilden unser Heer planmäßig und zielsicher nach dem deut­ schen Muster um. Das ist der sicherste Schutz gegen Rußlands angebliches Recht auf dieMeerengen und auf Konstantinopel. ! Wilson soll vermitteln. WTB. New York, 5Dez. Das Parla­ mentsmitglied Trevelian richtete an Wilson einen offenen Brief, in dem er eine Vermitt­ lung verlangt .weil alle Völker kriegsmüde seien. Amerika solle die neutrale Konferenz zur Mstbahuung eines Friedens' unterstützen und womöglich den ersten Schritt.dazu tun.</p>
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          <p>tritt ins Kabinett bewegen sonn, ist der Ein­ fluß AsguiHs beseitigt. (Z.) Aufstand in Algier? Genf, 6. Dez. Die französische Regier­ ung hat dem Generalgouverneur von Algier die Diktatur übertragen. (Z.)</p>
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          <p>Gegen Rußland. Gärung im Kaukasus. SaEucr Meldungen des "Rjetsch" zufolge steigt die Gärung im Kaukasus und äußert sich insbesonders in einer besorgniserregen­ den Häufung der Raubüberfälle in ben Gou­ vernements Tiflis, Jelisawetpol und Kutais. Der Gouvernementsvorsteher fordert die Be­ völkerung auf, zur Ergreifung der Banditen beizutragen und setzt hohe Kopfgelder aus. Die Kompetenz der Zivilbehörden wurde aufgeho­ ben und an ihre Stelle die Militärbehörden gesetzt. IS)</p>
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          <p>Gegen Rumänien. gezogen, hat somit für längere Zeit Hr Ende gefunden. Me politischen und wirtschaftlichen Folge« des Sieges iu Rumänien. In Londoner Kreisen hofft man nach einem Telegramm der "National-Tidende" aus London nicht mehr, daß Bukarest noch zu retten sei. Man verleugnet sich auch nicht, daß die bisherigen Erfolge der Deutschen nicht allein eine moralische Bedeutung haben. Man zwchfle nicht, daß, die reiche Beute, die den Deutschen in den großen Herden von Vieh und Schafen, die ihnen in der Walachei in b t e Hände gefallen ist und die in ihren Besitz ge­ brachten reichen rumänischen Oelquellen für die Mittelmächte von größter Wichtigkeit sind. Von mehreren Seiten wird daher angedeutet, daß die 'Entwicklung der Lage in Rumänien sicher sowohl im englischen, wie fort französi­ schen Ministerium Verwirrung hervorrufen muß. (3i Die Dobvudscha-Lffensive der Russe«. Sofia, 6. Dez. Ueber die russische Ent­ lastungsoffensive in der Dobrudscha ist den letz­ ten Meldungen zu entnehmen ,daß die Rus­ sen am 2. Dezember aftrt linken bulgarischen Flügel nahe der Donau, besonders gegen die Höhe 234 verzweifelte, aber vergebliche Anftrengungen unternahmen, um durchzubrechen. Nach'Gefangenenaussagen haben die Ruffen in diesen Kämpfen an Toten und Verwundeten mindestens eine ganze Division verloren. Die neunte und zehnte sibirische Division sind au­ ßerdem vollständig zerrüttet und zu neuer Tä­ tigkeit vorläufig unfähig. Die Offensive der Russen,die sich in ihre alten Stellung zurück-</p>
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          <p>Am Balkan. Aus Athen. Rotterdam, 6. Dez. !Stile Gesandten der Entente in Athen befindem sich an Bord des Flaggschiffes "Bukarest", wo ' Beratung stattfindet. Neue Truppen der Alliierten wur­ den gelandet, die mehrere Postten in der Stadt und im Piräus errichteten und) befestigten. Die Athener Blätter prahlen mit: dem Sieg der Griechen über die Alliierten. 'Die Venizelisien wenden plötzlich um u. behaupiten, daß sie auf der Seite des Königs stehen. Wie föniggtreuen Blätter bereiten das Publikunm auf öie Mög­ lichkeit eines Krieges mit beer Entente vor. Dail hTelegraph! meldet, Idah König Kon­ stantin in aller Sttlle mobil &gt; mache. General Dusmanis übernehme die Leitumg des General­ stabes; seine Ernennung sei j schon drei Tage früher erfolgt, aber geheimgehalten worden. Meutepeiandrolhuug serbischer Truppe«. Sofia, 6. Dez. Hierherr überführte Ge­ fangene von der Salonikifrontt sagen aus: Die Serben weigerten sich wegen stiefmütterlicher Behandlung wiederholt, an tone Front zu ge­ hen. Bei Kajmakcalan wuride der serbische Oberst Stanjewitsch von den: Franzosen mit der Ermordung bedroht, fallls er es wagen würde, den besvhlenen Angriffs zu unterlassen. Dieser Vorgang erläutert tteMich die freund­ lichen Beziehungen unter den Ententettuppen.</p>
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          <p>Der Krieg mit Italien. Wüste Kundgebungen i« Rom. Nachträglich wird bekannt, daß in Rom beim Eintteffen der Nachricht von dem Tode Kaiser Franz Josephs wüste Sttatzenkundgebungen ausbrachen und "Nieder mit dem Papste" gebrüllt wurde.</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Weihnacht^- Waffen sti 1 l stand? Im englischen Unterthans hat am Mon­ tag ein Abgeordneter ‘beantragt, dem Oberbe­ fehlshaber der britischen Arrmee in Frankreich nahezulegen, während der Weihnachtsfeiertage einen Waffenstillstand abzusschließen, um die Toten, welche auf dem Geläinde zwischen den englischen und deutschen Laufgräben liegen, begraben zu können. Die Regierung antwortete, daß sie nicht die Absicht habe, in dieser Richtung Schritte zu tun; wenn der Oberbefehlshaber aber eS für nötig erachte, so' stehe es ihm natürlich frei, eine solche Maßnahme zu treffen. Die britischen Verluste Int November. Die britischen Verluste im November be­ trugen dem "Daily Telegraphi" zufolge in dev Armee 2312 Offiziere (497 gefallen) und 72 479 Mann (10 633 gefallen), in der Marine 214 Offiziere (62 tot) und 398 Mann (59 tot). Die Verlustliste vom 30. November bis ein­ schließlich 2. Dezember enthält die Nammen von 161 Offizieren (27 gefallen) und 2435 Mann. Tie schweren Verluste der Kanadier. , Wie "Daily Mail" meldet, wird Kanada keine neuen Formationen in den Krieg schicken, sondern nur die Ergänzung der an der Front stehenden Regimenter sichern. Es soll den in Übergroßer Zahl vorhandenen kanadischen HÄHeren Offizieren Gelegenheit gegeben werden, entweder in niedrigen Chargen an bet Front zu dienen, oder in itjre Zivilbeschäftigungen zurückzugehen. Diese Maßnahme weist aus bis besonders großen Verluste der kanadischen Re­ gimenter hin, betoeift aber auch, daß von dev jallgentemen Wehrdienstpslicht in Kanada nicht mehr die Rede ist. (Z.) Eine Apmee zur Verteidigung Englands. Das englische Oberthaus hat am letzten! Donnerstag ein neues Freiwilligengesetz ange­ nommen, wonach ungefähr DO 000 Mann frei­ willige Truppen ausgebildet werden sollen, denen besondere Vorteile eingeräumt werden. Eine Altersgrenze wird nicht festgesetzt. Ledige Wh militärische Tauglichkeit wird verlangt. Die Einübung dieser Truppen soll in derWelse erfolgen, daß die einzelnen Freiwilligen mög­ lichst in der Nähe ihres Wohnortes ausge­ bildet werden. Sie erhalten zwei Pfund pro Mann und Lord Derby erklärte, daß die Freiie/ttligen, die an die Front gegiert würden, nicht an dieFront gehen ,sie sollen eineArMee zur Verteidigung der Insel selbst bilden. Das dunkle London. Infolge der Dunkelheit in den Straßen Londons sind die Unfälle bettächtlich gestie­ gen, sodaß eine Konferenz der städtischen Be­ hörden sich mit dieser Frage befaßte. Im Jahve 1914 betrug die Gesamtzahl der Sttaßenunsälle in London 20 186 und der mit tödlichem Ver­ laus 537, dagegen wurden im 'Jahve 1915 nicht weniger als 666 Personen getötet und in den ersten 9 Monaten dieses Jahres 509, während die Gesamtzahl der Unfälle in bett ersten 9 Monaten 1916 auf 34 575 gestiegen ist. ' (Z)</p>
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          <p>nen! Das war vorbei. Für sie gab es kein Glück mehr. "Dort, wo du nicht bist — dort ist das Glück!" Wo sie hinttat, da brachte sie Verwirrung, Unfrieden, Konflikte und Käm­ pfe, und sie selbst litt am schwersten darunter. Sie fragte jetzt nicht danach, ob ihre Liebe Sünde war. weil sie noch an den Anderen gesetzlich gebunden war. Nur noch eine kurze Frist und sie war frei von ihm, wie sie stich innerlich längst fühlte. J Aber — was nütze ihr die Freiheit? Brachte sie ihr das Glück oder nur neue Kämpfe, neue Leiden? Würde er ihr vergeben, daß sie ihn monatelang getäuscht hatte, würde er ihr die Beweggründe verstehen und gelten lasten? Und wenn er es täte — würde er eine geschiedene Frau zu seiner Gattin machen wollen? Wie viele bange Zweifel auf einmal! Die Liebe überwindet alles und — er liebte sie. Sie dachte an seinen Blick, an seinen Handkuß und an seine Worte, und damit kam wieder das Berauschende über sie. Nun war es ihr klar, warum er ihr den Gang zur Doöhere untersagt, warum er ihr gerade heute von seiner Frau — es war das erste Mal — i gesprochen hatte. Er wollte nicht, daß sie sich fürchtete und, zugrunde ging an dem Fluch von Bernegg. Ja, mein Gott, was krampfte ihr da plötzlich das Herz : zusammen, rote mit eisernen Klammern, was legte sich atemraubcnd auf ihre Brust? Fürchtete sich denn? ! Hatte sie nicht über den Aberglauben gespottet ihn verlacht? Ihre Züge wurden plötzlich starr, und wie entgeistert starrten ihre Augen nach der Kaminecke aus der ihr am ersten Tage ihrer Ankunft auf Bernegg die rote Frau erschiene» war. War das eine Vor­ bedeutung gewesen und war sie ihr beute im Garten­ pavillon von neuem erschienen, um sie zu warnen? — Ein Schauer packte sie und gleich darauf lachte sie gequält auf. Nichts regte sich in der Ecke, und es waren Phantasie- und Truggebilde gewesen. Wie harte sie ihnen auch nur einen Augenblick nachhängen können! Hatte die Einsamkeit und die alte Umgebung des Schlosses sie so beeinflußt und verändert? Torheit! Sie fürchtete sich nicht und sie wollte leben — leben und glücklich sein. "Eine starke Liebe vermag den Much zu lösen." Ihr war es plötzlich, als klänge die zittrige Stimme der alten Dofhexe an ihr Ohr. Was hatte sie damit gemeint? Nachts zur Gespensterruine zu gehen und nach dem Schatz zu graben? Sie lachte 'wieder, obgleich ein Schauer sie durchrieselte. Nein, nein, das galt nur als Probe, und sie war auch ohne dieie Probe stark genug, dem Aberglauben zu trotzen. Viel schwerwiegendere Hindernisse standen zwischen ihm und ihr: das Gehsimnis ihrer Ehe. Sollte sie es ihm schon vor der Entscheidung enthüllen? ' (Fortsetzung folgt.; Mit einem Schmerzensschrei brach sie auf dem nächsten Stuhl zusamjm»m und vergeud ihr Gesicht in beide Hände. Ein trockenes, wehes Schluchzen erschütterte sie. Das war ess— das war es also! Es faßte sie mit elementarer Gewalt und rüttelte sie ausldis in die Grundfesten ihrer Seele: Nur ein Gefühl, nur eine Erkenntnis, darin sich alle vorangegangenen auflösten, und das sie jetzt überflutete, wie cm Rausch — ein schwindelndes Glücksgefühk: Er liebt dich — dich und nicht die Andere — dich allein! Sie vergaß, was sie bisher In ihrem jun­ gen Leben erlebt und erlitten hatte, sie ver­ gaß, daß sie gebunden war. Ihre Liebe durch­ brach alle Schranken, jede Fiber ihres Seins drängte zudem Manne, den sie mit der ganzen Kraft ihrer Persönlichkeit liebte und dem anzu­ gehören sie das berauschendste Glück dünkte. Da schwand jedes Bedenken, da gab es kein Hindernis und keine Schatten. Und sie gab sich diesem Glücksrausch hin, voll und skrupellos, sie empfand "nichts als Seligkeit. Aber der Rausch verflog, wie er über sie gekommen war: sie erwachte und sah, daß die Wirklich­ keit sie rauh und höhnisch angrinste. Da kam eine grenzenlose schale Siüchternbeit über sie. Wie hatte sie au cg nur einige Minuten lang an ein Glück denken und darauf hoffen kön­</p>
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          <p>Kriegsbriefe aus dem Osten. und drangen im blutigen Bajonettkampf bis an seine Gräben vor. Sodann legten aber die Russen den größten Nachdruck sichtlich auf ihre Angriffe ln den verschneiten Waldkarpathen und die südlich anschließende siebenbürgische Ostfront. Hier ist ein Generalangriff zu er­ kennen. Vom Jablonica-Paß bis zu den Hö­ hen östlich des Beckens vom Kezdtvafarhelh greifen russische Sturmkolonnen erbittert an. Südlich schließen sich am 30. November rumä­ nische Kräfte der Angriffsbewegung an. Ihr Nordflügel ist dabei weiter südlich verschoben, sodaß die Russen ihnen hier ein Frontstück abgenommen haben. Wieder sind die heißum­ strittenen Gipfel aus den Kämpfen im Spät­ sommer und Herbst, der fast 2000 Meter hohe Smorac, die Baba-Ludowa (1586 Meter), die Gara Rucada, die Bergstellung östlich von Dorna-Watra, Brennpunkte. In den schwe­ ren Kämpfen auf der eisigen Höhe, in dem Latschengebiet des Smotrec zeichneten sich da­ bei besonders dre Marburger Jäger aus, die ihrerseits zum Gegenangriff vorgingen und Beute und Gefangene zurückbrachten. Die sich heftig erneuernden Anstürme der Russen bra­ chen dann auch am 1. und 2. Dezember, am 5. Tage der russisch-rumänischen Karpathenoffensive, zusammen. Trotz der schweren Hin­ dernisse, die Winter und die Höhen entgegen­ gestellt hatten, waren unsere rückwärtigen 'Ver­ bindungen auch im Hochgebirge inzwischen überall ausgebaut worden, so daß genügend Munition in die beherrschenden Höhenstellun­ gen — teilweise mit rechtzeitig vorbereiteten Seilbahnen — gebracht werden konnte. Unter für die Russen anfangs günstigen Umständen Mit ungeheurem Einsatz von Men­ schenmaterial und wichtiger Munition fft die russische Sommer- und Spätherbstöffensive schließlich blutig zusammengefallen. Diese neuen Entlastungsversuche stehen von Anfang an unter den ungünstigsten Vorzeichen. Exz. Ludendorff hat sich geäußert, daß die Kriegs­ lage im gegenwärtigen Augenblicke so günstig scki, wie seit langem nicht. Das dürfte auch das entscheidende Urteil über die russischen Ent-lastungsvorstöße mitumfassen. (Kb.) Rolf Brandt, Kriegsverichterstatler Berlin, den 4. Dezember 1916. Mnberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.') Russische Entlastungsstöße an der Ostfront. Telegramm unsres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. Ostfront, 3. Dezember 1916, Mt großer Kraft setzte im Somjmier die Brufssilowsche Offensive ein, um Italien zu entlasten, das tu* dem drohenden Einmarsch der Verbündeten in die Oberitalienische Ebene stand. Heute ist der neueste Bundesgenosse von der Katastrophe bedroht, und Rußland, das inzwischen Sommer und Herbst lang die unerhörtesten Blutopfer gebracht hat, soll wie­ der entlasten, entweder seine Kräfte in das rumänische Chaos hineinwerfen oder wieder den Blutzoll vor der Hindenburgmauer im Osten zahlen. Kaum wird die russische Heeres­ leitung vor schwereren Entschlüssen gestanden haben, kaum wird das Bewußtsein der Nutz­ losigkeit von Massenopfern russischen Blutes so deutlich geworden sein. Ter Schrei der l $crbti.nbeten, die Forderungen Englands wer­ den dringender, Rußland greist an mit der Annehmenden Ueberzeugung innerhalb seiner Armeen, da ßdie angegriffene Front doch nicht zu erschüttern ist. An der Riga-Front fallen dreitausend Schuß bei einem stärkeren jßa= trouillenunternehmen, das glatt abgewiesen wird. Am 1. Dezember folgen Vorstöße in der Ebene nördlich Smorgon, im "Subnlpfgebiet südlich Pinsk. Sie werden sofort und verlust­ reich erstickt. Je mehr nach Süden zu, desto heftiger versuchen die Russen einzusetzen. rere russische Angriffe wurden am 30. Nov. gegen die Front der Zlota-Lipa gerichtet. Ge­ treu ihrer Taktik stießen osmantsche Abteilun­ gen d em restlos zurückgeschlagenen Feinde nach</p>
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          <p>Tages-Übersicht. Ter Reichstagsausschuß für das Hilfsdiensigesetz. Der neue 15gliedrige Ausschuß des Reichstages für den vaterländischen Hilfs­ dienst tritt voraussichtlich vom 15. Dezember ab zu seiner ersten, auf mehrere Tage berech­ neten Sitzung zusammen, übn 1 über die Grund­ lagen der neuen Organisation zu beraten. Staatliche Verbürgung zweiter Hypothe­ ken. Dem preußischen Landtage ist ein Gesetz­ entwurf zugegangen über die staatliche VerS bürgung zweiter Hypotheken. Darnach wird in Paragraph 1 der Finanzminister ermächtigt, zwecks Förderung der Herstellung besonderer Kleinwohnungen die Bürgschaft für zweite Hy­ potheken namens des Staates zu übernehmen. Die Hypotheken müssen von anderer Seite an gemeinnützige Bauvereinigungen unter Aus­ schluß der Kündbarkeit auf die Dauer von Mindestens 10 Jahren gewährt sein. Selbst den Antrag auf Entmündigung ge­ stellt. Der "Bayerische Kurier" berichtet: Die Prinzessin Luise von Coburg, deren Ansprüche auf die Niederfüllbacher Stiftung bekanntlich von der derzeitigen Vermögensverwaltung der Stiftung abschlägig beschieden wurden, hat wie uns aus sicherer Quelle verbürgt wird, den Antrag auf Entmündigung ihrer Person ge­ stellt, um durch das Eingreifen ihrer Ver­ wandten gerechtfertigte Forderungen ihrer Gläubiger befriedigen zu. können und dadurch endgültig von der sie seit Jahren bedrückenden Abhängigkeit von ihrer näheren Umgebung frei zu werden. Schwere sinanzielle Verluste, die u. a. anläßlich ihres letzten Aufenthaltes in München drohten und die durch die Machen­ schaften ihres früheren Sekretärs Mattachich veranlaßt waren, bürsten diesen schwerwiegen­ den Enschluß leichter gemacht haben. Rücktritt des ungarischen .Handelsmini­ sters? Wie der Wiener Abend von einer un­ garischen Diplomaten nahestehenden Seite er­ fährt, werden die Führer der Opposition an Äisza das Verlangen richten/daß der .Han­ delsminister wegen der gegen ihn im Zusam­ menhang Mit dchnj Eisenbahnunglück von Herczeghalom erhobenen Vorwürfe zurücktreten möge. Begnadigungsgesuch des tschechischen Avg. Kramarsch. Der wegen Hochverrat zum Tode verurteilte tschechische Abg. Dr .Kramarfchj, des­ sen Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Todes­ urteil vor einigen Tagen verworfen worden ist, hat ein Gnadengesuch an den Kaiser gerich­ tet. Der vergängliche amerikanische Reichtum. Das Budapester "Journal" meldet aus Newyork: Der gefallene amerikanische Präsident­ schaftskandidat Hughes erklärte in einer seiner letzten Reden: Jetzt sind wir reich, weil Europa arm ist. Wir sind reich, weil drüben 25 Millionen Mann der Bürger zu den Armeen übergegangen sind und aus den Produzenten wurden Konsumenten. Warten wir, bis man drüben wieder produzieren wird, dann wird es mit uns aus sein. Zählet die Goldstücke heute, weil ihr sie nicht immer fehlen werdet. Die Schiffe, die das Gold hierher geführt ha­ ben, werden es wieder zurückführen. Von eurem Reichtum wird nur die Erinnerung zu­ rückbleiben. C8-)</p>
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          <p>zu erregen Und bat zum Schluß uw eine "fleine Gabe", die Ihm in den meisten Fällen auch gewährt wurde. Nun hat ihn das Schicksal ereilt; er sitzt hier hinter Schloß und Riegel. Vilshase«, 6. Dez. (Das Eiserne Kreuz I.Klasschwurde verliehen dem Reichsrat Grafen Kaspar von Prehsing-Schloß-Moos, Rittmeister eines bayerischen Chevauxlegers-Rgts. Niederbayerische Nachrichten. Landau, 5. Dez. (Verhafteter Schwindler.) Mit einem zeitgemäßen Trick suchte sich in hie­ siger und auch anderer Gegend ein Schwindler seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er kaufte sich eine Militäruniform, gab sich — obwohl er noch nie im Heere stand — als Kriegsteilneh­ mer aus, suchte durch seine Erzählungen von den vielen Schlachten, die er mitmachte und von den Verwundungen, die er erlitt, Mitleid Niederbayerische Helden. Als die Engländer am 9. Mai 1916 bei R. einen Munitionszug in Brand schossen, eil­ ten die Fahrer der Leichten Munittonskolonne der 1. Abteilung 7. Feld-Artillerie-Rgts. Mich. Fleischmann, Pferdewärter aus Kirchheim B. U. Laufen, und Konrad Hummel, Zahntechniker von Tegernsee, mit bare Kanonier Josef AmMerseder von Rotten bürg, Ha,ner zu Arnstorf, B. A.-"EggenfoIben, freiwillig aus etner nopten Ortschaft herber "rodkuppelten, obwohl ringsum irchchr noch Geschosse einschlugen ,von dem unversehrten Ende des Zuges nacheinander 12 beladene Wagen ao, und sie in Sichescheid zubringen. Während sie eben den letzten Wagen einige Meter weiterschoben, gingen auf dem nächsten Fahrzeuge die Granaten bereits unter donnerndem Gekrache in die Luft und machten jede weitere Bemüh­ ung unmöglich. Fleischmann, Rujmßnjel und Ammerseder erhielten die Silberne Medaille.</p>
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          <p>Dienstesnachrichten. Schuldienst. Die Volksschullehrer-, Mes­ ner- und Organistenstelle in Ascha, K. Distrikts­ schulinspektion Mjitterfels 2 in Wetzelsberg, kommt ab 1. Januar 1917 zufolge Versetzung des seitherigen Inhabers zur ErlEdigung. End­ termin für Bewerbungen 31. Dezember 1916. Der seitherige Inhaber der erledigten Schul­ stelle hat die Gemeindeschreiberei geführt. Aen­ derungen i,m Diensteinkomwjen vorbehalten.</p>
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          <p>Letzte Posten. Das Hilfsvienstgesetz angenommen. Berlin, 7. Dez. S. M. der Kaiser hat 5. Dez. das vom Bundesrat und born# Reichstag angenommene Gesetz über den vaterMndischen Hilfsdienst Allerhöchst vollzogen.Das Gesetz wird in einer heute erscheinenden Num­ mer des Reichsgesetzblattes erscheinen. versenkt. Der englische Dampfer "Palacine" (3286 Tonnen) wurde versenkt. Der russische Dampfer "Pallas" (1202Tonnen) soll versenkt worden sein. v Ein französischer Torpedojäger gesunken. Wie Pariser Blätter berichten, sank bei schwerem Nebel nächst Dieppe infolge eines Zusammenstoßes Mt einem englischenTransportdampfer der ftanzösische Torpedojäger "Jatagan", dessen Hauptaufgbe die Verfolgung (deutscher Unterseeboote war. ' Ter Berl. Lok.-Anz. Berner Et hiezu: Der "Jatagan "ist bereits der fünfte Torpedobootszerstörer, den die Franzosen in diesem Kriege durch einen Unfall verlieren. Dies wirft ein eigentümliches Licht aus die Fähigkeiten der Bemannung. 300000 Mann rumänische Verluste. Berlin, 6. Dez. Die Nachrichten Rumänien lauten nach wie vor günstig. Die Verluste der Rumänen an Gefangenen seit Beginn des Krieges dürften mit 100 000 Mann gleich einem Sechstel der rumänischen Arwiee, nicht zu hoch gegriffen sein. Rechnet man 'die blutigen Verluste und die Versprengten hinzu, so kommt inan auf eine Verlustziffer von 300 0000 Mann. Die Heranziehung von 60 000 Mann der Bukarester Bevölkerung zu Schwerarbeiten deutete nicht darauf hin, daß die Festung kampflos geräumt werden würde. Jedenfalls hat die rumänische Heeresleitung -es vorgezogen, die Stadt aufzugeben, um so eventuell noch einen Teil der schweren Ge­ schütze zu retten und sie dem Feldheer zu er­ halten. (Z.) König Konstantins Sieg. Bern, 7. Dez. Die ftanzösischenStaats­ angehörigen haben auf Anraten der ftanzösi­ schen Konsuln Griechenland verlassen. In der Provinz nehmen die Anmeldungen von kö­ nigstreuen Freiwilligen rasch zu. Die griechi­ sche Armee wächst dadurch ständig. 'Wie der Information aus Rom berichtet wird, ist der Abtransport des 3. und 4. griechischen Korps gus Thessalien nach Südgriechenland eingestellt worden. C3-) Bern, 7. Dez. Eine Depesche des Petit Journal stellt fest, daß die Alliierten die Kon­ trolle über Griechenland tatsächlich verloren haben. (Z.) BllWerougMseu. Tie Stuttgarter Lebensverficherungsbauk a. G. (Alte Stuttgarters zur Krage der Versicherung von Kriegs verlebten und anderen erhöhten Risiken. Tie Lebensversicherung ist heute so er­ starkt, daß sie mehr als bisher dem volkswirt­ schaftlichen Interesse dienstbar gemacht werden kann und muß. Die bisherigen Grundsätze und Einrichtungen der großen deutschen Le-</p>
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          <p>Bekanntmachung. Betreff: Erhebungen Ser Vorräte an Dörrzwetschge» und Dörrpflaume». Auf Grund des § 11 der Ministerial-Bekauntmachuriz vom 30. Juni 1916 und be&amp; § 5 der Ministertal-Bekanntmachuug vom 22. Januar 1916 werden Erzeuger und Händler, welche HörrzmetsAeu nnb Dönpflaurnen iss Gewahrsam habe«, aufgefordert bis längstens 11. Dezember e. der Städt. Lebensmittelstelle schriftlich mitzuteilen, rote groß ihre Vorräte in den angeführten Produkten find. Wer diesen Anordnungen zuwiderhandelt oder wiffentlich eine unvollständige oder unrichtige Auskunft erteilt, wird gemäß § 16 Ziffer 3 der MintsterialBekanntmachung vom 30. Juni 1916 mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 15 000 Mk. bestraft. Landshut, den 5. Dezember 1916. Stadtmagistrat Landshut. Marschall. 2560 Schwarz.</p>
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          <p>Der Krieg zur See. .Versenkt. Lloyds meldet: Die Dampfer "Hitterog" und ,Erich Eindose der griechische Dampfer "Demetrius Jnglessias", das französische Segel­ boot "Therese "und der norwegische Dampfer "Skjoldulf" wurden versenkt. Kapitän und Be­ satzung sind gelandet. Von der Besatzung des schon früher als versenkt gemeldeten Dampfers "NagatuMäru" wurden durch Geschützfeuer fünf Personen ge­ tötet, fünf verwundet. Lloyds meldet: Die englische Goelette"Mtzspckh "mürbe versenkt. Die Bemannung wurde gerettet.</p>
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          <p>Als die Engländer am 9. Mai 1916 bei R. einen Munitionszug in Brand schossen, eil­ ten die Fahrer der Leichten Munittonskolonne der 1. Abteilung 7. Feld-Artillerie-Rgts. Mich. Uisse'fowla^d^ü^te^ichtel"den Behörde» | Fleischmann, Pferdewärter aus Kirchheim B. Sächverständigen-Gutachten liefern und mitRat 1 Konrad Hummel, Zahntechniker und Auskunft zur Seite stehen. Die Dienst- &gt;' Tegernsee, mit bare Kanonier Josef räume des Kriegswucheramtes befinden sich ich AmMerseder von Rotten bürg, Ha,ner 2. Stockwerk des Polizeigebäudes in München, £ Ar nsto rs, B. A.-"EggenfoIben, frerwrlEttstraße 2. Die Fernsprechnumwern sind die ■ ous etner nopten Ortschaft herber "rodkupder Polizeidire'ktion (20231 und 22 331), bie $ p.elten, obwohl ringsum irchchr noch Geschosse Telegrammadresse lautet »Kriegswucheramt | einschlugen ,von dem unversehrten Ende des München" i Zuges nacheinander 12 beladene Wagen ao, ueralkomwando hat die Schließung eines Ge- ebcn öen le8ten etnige yjtetcr toettcr MeriW Mchrichtn. Las Bayer. Kriegswucheramt begann ge­ stern fdine Tätigkeit. Es hat die Aufgabe, Me Bekämpfung des Kriegswuchers jeglicher Artim ganzen Staatsgebiet einheitlich zu lei­ ten und möglichst wirksam zu gestalten. (£§' wird den Kriegswucher auf jede Weise verfolgen und in wichtigen Fällen die Ermittlungen selbst übernehmen; zu diesem Zwecke kann es seine Beamten und Sachverständigen auch nach aus­ wärts entsenden, wo "sie im Benehmen tttüt den zustäandigen Polizeibehörden und Staats­ anwälten für die Aufklärung des Sachver­ halts sorgen sollen. Das Amt wird von den Behörden über alle einschlägigen Vorkomm Bayerische Nachrichten. sellschastshpimes in München genannt "Klause" verfügt, in dem die Unterhaltungen erst gegen Mitternacht begannen und bis pt Morgen dauerten . Berbared bayerischer Gewerbevcrein« hat am 3. Dezember in Nürnberg eine zahlreich beschickte Sitzung seines Landesausschusses ab» Mhalten. Verbandsschristsührer Münch hielt «inen Bortrag über Handwerk und Gewerbe beim Uebergang zur Friedenswirtschaft und Direktor Töpfer (München) behandelte die Le­ bensversicherung als Kreditunterlage für zwei­ stellige Hypotheken. Es wurde folgender Be­ schluß gefaßt: "1. Beibehaltung schonender Kriegs notgesetze zur Schonung bedrängterHandWerker und Gewerbetreibender; 2. rechtzeitige Beschaffung von Betriebskapital durch die Mit­ hilfe der staatlichen Landesgewerbekasse, der Berufsgenossenschaften, der Landesversicher­ ungsanstalten, Weiterbestehen von Reichs- und gemeindlichen Darlehenskassen; 3. Steigerung der Leistungsfähigkeit des gewerblichen Mt« telstandes mittels Selbsthilfe dur* die Genos­ senschaften; 4. Reichs-, Staats- und GemeindefeeEükben sollen jetzt schon die Vergebung von öffentlichen Arbeiten so vorbereiten, daß ‘sie, sobald die Kapital- und Rvhstvffbefchafsung es erlauben, sofort erfolgen kann, und zwar freihändig in möglichst vielen Losen und unter Berücksichtigung der durch den Krieg geschädig­ ten Handwerker und Gewerbetreibenden; 5. Fortbildung der Handwerker durch die Gewerbeförderungsstätten unter Berücksichtigung der während des Krieges entstandenen neuen Arbeitsmethoden, Ausbau des Berusssortbil« dungs- und Fachschulwesens für die männliche und weibliche Jugend." Beschlossen wurde auch, daß der Verband bei den maßgebenden Behör­ den wegen Ueberlassung von Pferden, Wagen und Geschirren auch an gewerbliche Vereini­ gungen nach dem Krieg vorstellig werden soll. Den Behörden soll eine Anzahl von Wünschen wegen Vergebung von Lieferungen und Ar­ beiten übermittelt werden. Seltene Jagdbeute. Vizewachtmeister A. Steger, der seinen Urlaub im Elternhaus zu Burggrub bei Heiligenstadt verbringt, erlegte aus einer Treibjagd einen vollständig weißen Rehbock; die Augen sind hellrot. Dieses sel*ene Tier wird präpariert und der reichen Jagdsammlung auf Schloß Greifenstein ein­ verleibt. i i ' 1</p>
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          <p>Mliehlich 2. Januar ein. Wie bereits bekannt gemacht, ndjtoren die Postanstalten in der Zeit born 10. Mt 25. Tezejmber auch keine PrivatPakete nach dem Felde an. —* Des morgigen Feiertages Mariä Empfängnis wegen erscheint die nächste Num­ mer unseres Blattes am SÄntstag. Stadt und Land. Stadt und Land in Krieg und ©rieben", lautete das Thema, über das in der letzten Versammlung des niederbaherischen Kreisverbandes landwirtschaftlicher Genossen­ schaften der Generalsekretär des Landesverban­ des, Herr Oekonomierat Hohenegg-München sprach. Er betonte, daß auch bor dem Krieg be­ reits ein Gegensatz zwischen Stadt und Land geherrscht habe. Gegenseitiges Hündereichen zwischen Städter und Bauer gehörte zu den seltenen Erscheinungen, wenn nicht Geschäfte oder verwandtschaftliche Beziehungen ein menschliches NWerrücken mit sich brachten. Der Landwirt aber beurteilte im großen und gan­ zen den Städter als einen Menschen, der viel und gut ißt und wenig arbeitet. Geistiges Ar­ beiten und kaufmännisches Denken und Han­ deln, selbst wenn es einwandfrei war, selbst die gewiß nicht beneidenswerte Tätigkeit im staatlichen oder Kommunaldienst bewertete der Bauer nicht besonders hoch,. Er beurteilte eher den Städter als ebenbürtig, der mit seiner Hände Arbeft sein Brot verdiente. Das Urteil über die Städter bildet sich der Bauer in der Regel von den wenigen, die an Sonn- und Feiertagen den städtischen Staub von sich schüt­ teln und am Lande den Bauernstand nicht besonders achtende Gäste sind.- 'Oder er erin­ nert sich an die, welche ihn bei Erledigung seiner Stadtgeschäfte angeschnauzt haben, als ob er noch der Söldling des Mittelalters wäre. Der Städter war auch nicht viel milder in seinem Urteil über den Bauern, auch wenn er selbst 'rnjjtn Lande stamMe. Wie verletzend wirkte nur der so Häufig gebrauchte Ausdruck "Das ist halt ein Gscherter". Wenn er so etwas höre, sehe er sich immer die beiden an, welcher der Gschertere sei. Es müsse auch den Bauern­ stand und alle die daraus hervorgegangen sind, kränken und verletzen, wenn in bekannten WitzBlättern jahraus, jahrein der Bauer als die lächerlichste Figur erscheint. Wenn sich! der Städter auf Grund seines Bildungsgrades als etwas besseres dünft als der Bauer, so hat er nicht ganz unrecht, denn es ist leider Tatsache, daß häufig die Bauern selbst ihren Stand nicht Jo hoch einschätzen, als er es verdient. Das sieht man auch am aUerbesten bei der Berufswahl seiner Kinder. Der Sohn muß etwas besseres werden als der Vater, damit sagt aber der Bauer schon, daß der andere Stand besser ist. Das Töchterlein darf keine» Berufskollegen heiraten, es muß ein Beamter sein, wenn auch nur aus niederer Rangstufe. Die mangelnde Erkenntnis der Berufsschwierig­ keiten, das gegenseitige Unterschätzen des an­ dern bildet eine Kluft, die sich aufgetan hat zwischen Stadt und Land nicht zum Vorteil der beiden Stände: Produzenten und Konsu­ menten. Dann kam der Krieg, der ofme Unterschied von Stadt und Land zu den Waffen tief, der den "Burgfrieden" brachte. In den Schüt­ zengräben kam auch der Ausgleich, leider aber nicht in gleicher Weise in der Heimat. Der Krieg hat mit unverkennbarer Deutlichkeit ge­ zeigt, wie sehr wir auf die Landwirtschaft ange­ wiesen sind, wie notwendig es mar. die hei­ mische Erzeugung durch die ZoUschranken zu schützen. Auch das Land hat Einblick erhalten in. die Verhältnisse unserer aufblühenden In­ dustrie, die Millionen Werte in unser Land brachte und dem jährlichen Zuwachs von etwa 800 000 Köpfen Unterkommen bot, die beson­ ders im Kriege erstaunliches geleistet hat und der man einen großen Teil der Erfolge auf den Kriegsschauplätzen M danken bat. Trotz dieser Erkenntnis haben sich Stadt und Land nicht geeinigt, die Gegensätze haben sich sogar eher mehr verschärft als in Jriedenszeiten. Nicht nur jene Kreise, welche je­ derzeit geneigt waren, ein hartes Urteil über die Bauern zu fällen, sondern sogar berufene Vertreter der städtischen Verwaltungen konn­ ten es sich nicht versagen, Vorwürfe der schwer- stenArt gegen die Landwirtschaft zu erheben. Dte Hauptursache für diese bedauerliche und leider zunehmende Spannung zwischen Stadt und Land liegt unzweifelhaft in der Lebensmittelversorgung, die besonders den Städ­ tern zumteil empfindliche Einschränkungen auf­ erlegt. Diese neigten der Ansicht zu, daß ein Zurückhalten der Waren durch die Sanbteute die Einschränkung des täglichen Verbranchsauantums notwendig mache. Der Redner gab sodann ein eingehendes Bild der Entstehungs­ ursache dieser Meinung, die irrig war, da sie aus unrichtigen Meinungen ihre Schlüsse zog. Es habe aUerdings auch Leute gegeben, die Mt ihren Vorräten zurückhielten und bessere Preise abwarteten, allein hierzu habe sie wieder die Höchstpreispolitik erzogen. Gegen einen all­ gemeinen Vorwurf des Zurückhaltens aber müsse sich die Landwirtschaft verwahren. -(Schluß folgt!)</p>
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          <p>Versicherungswesen. Die Stuttgarter Lebensverficherungsbauk a. G. (Alte Stuttgarters zur Krage der Versicherung von Kriegs verlebten und anderen erhöhten Risiken. Tie Lebensversicherung ist heute so er­ starkt, daß sie mehr als bisher dem volkswirt­ schaftlichen Interesse dienstbar gemacht werden kann und muß. Die bisherigen Grundsätze und Einrichtungen der großen deutschen Le- bensversicherungsgesellschasten schließen zumeist die Aufnahme von Personen mft körperlichen oder gesundheitlichen Mängeln aus oder übernehmen deren Berficherungsschutz wenigstens nur Hinter großen Erschwerungen. Dazu aber wollen sich die meisten derartigen Perso­ nen, die sich in der Regel völsig gesund fühlen oder deren Gesundheitszustand nur vorüber­ gehend'die Aufnahmefähigkeit ausschließt, nicht verstehen. Ihr Streben geht noch einer Ver­ sicherung zu möglichst normalen Bedingungen. Die Notwendigkeit, auch solche Personen in den Kreis der versicherbaren Leben Mt einzube­ ziehen, Hat sich neuerdings durch das Heer per heimkehrenden Kriegsverletzten noch ver­ stärkt; gerade diesen den Schutz der Lebensver­ sicherung zu verweigern, die dessen meist bedür­ fen, würde, künftig als Mitzstand empfunden werden. Diesen neuen Bedürfnissen unserer Zeit kann und will sich die Stuttgarter Lebens Versicherungsbank a. G. (Alte Stuttgarter) nichck entziehen. Sie hat sich infolgedesien dazu ent­ schlossen ,in Zukunft auch solche Personen zu versichern, bei denen in trgenb einer Beziehung keine ganz normalen Verhältnisse vorliegen, die also ein erhöhtes Msiko bieten; wirklich franle Personen zu versichern, also einen im voraus sicheren Schaden zu übernehmen, kann und wird natürlich niemand verlangen. Die Alte Stuttgarter sicht davon ab, eine besondere Abteilung für Abgelehnte oder für erhöhte Ri­ siken zu schaffen, wie dies eine Anzahl von Lebensdersicherungsgesellschaften Mt ganz ge­ ringem Erfolg versucht hat, sie Bietet vielmehr den erhöhten Risiken in Uebereinstimmung M± dem eigenen Streben dieser Personengruppe eine Lebensversicherungspolice, die sich in nichts von einer normalen Police der Allen Stuttgarter unterscheidet. Für die Uebernahme des echöhten Risikos echebt sie lediglich eine» jährlichen oder einmaligen Prämienzuschlag, dessen Höhe dem einzelnen Falle genau ange­ paßt ist. Die Police gewährt also vollberech­ tigte Mitgliedschaft der Bank, gleiche Dividen­ denberechtigung wie den übrigen Bankmitgliedern, Fälligkeit der ungekürzten versicherten. Summe ohne jede Wartezeit boint ersten Tage ab, kurz alle die bekannten günstigen Beding­ ungen der Wen Stuttgarter. Dividendenaus­ sichten und Sicherheit der Bank können durch diese Erweiterung des Versicherungskreises nie beeinflußt werden, da die Bank einen Rück­ versicherungsvertrag mit der Münchener Rückversicherungsgesellschaft, einer der größtenRückversichernngsgesellschasten der Well, getroffen hat. Die Stuttgarter Lebensversicherungsbank a. G. (Alte Stuttgarter) zählt zu den größten deutschen Lebensversicherungsunternehmen.Ihr Versicherungsstand betrug Ende 1915 leinsechstel Milliarde Mark, 'ihv Vermögen 474 Millio­ nen Mark und ihre Ueberschüsse — in 1915 über 17 Millionen Mark — kommen voll den Versicherten zugute.</p>
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