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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-03-15"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 58</biblScope>
          <date when="1916-03-15">1916-03-15</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Tages-Uebersicht. Teutsche Auszeichnungen für bulgarische Politiker. Ter neue deutsche Gesandte Graf Oberndorf brachte bei seiner Ankunft $iefop rationen für sämtliche Minister, soweit sie bis­ her noch nicht ausgezeichnet worden waren, mit. Kammerpräsident Tr. Momschilow er­ hielt den Kronenorden 1. Klasse. Pressedirek­ tor Herbst wurde mit dem Stern zum Kronenforden ausgezeichnet.</p>
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          <p>Der verschärfte U-Bootkrieg wird fortgeführt. Erfolge unserer Flieger im Weste«. — Eine fünfte italienische Offensive. — Avvrnch der diplomatischen Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Portugal. — Kundgebung für die Mittelmüchte in Rew-Aorl. — Dir Kümpfe in Ostafrika. denen dieses Land der Helden, der Märtypejr die schwere Arbeit der Leitung, eine erschsrekkende Mission für das gemeinsame Wohl und fürchterliche Verantwortung auferlegt hat — — seid Ihr all dessen würdig? Mptzmannoch lauter schreien, um Euch zu zeigen, daß um Euch her die Erde erzittert, daß die Gefahr größer wird, sich ständig nähert, wMrend Jhr&gt; auf Euren Bänken glückselig schnarcht. Wie kann man Euch wecken, Ihr lebenden Toten. Hört gut zu, prägt dies Euren Dickschädeln ein: Auf unsrer Front war der Anfang — auf unsrer Front wird auch das Ende sein! Teck Schlüssel des Weltreichs, die Stadt, welche der Barbar begehrt gegen alle Hoffnungen, trotz Eures Optimismus, trotz aller unüberwind­ lichen Schwierigkeiten — es ist nicht Bagdad, nicht Saloniki, nicht Kairo, nicht Erzerum — es ist Paris! Ja, Paris ist es, Ihr lacht aber sehst Euch vor, in Babylon lachte man auch, man trank hinter den dicken Mauern, ohne sich um die Perser zu kümmern! Aber; Chrus lenkte den Lauf des Euphrat ab, und das Lachen verstummte. Wenn Frankreich un­ terliegt, triumphiert Deutschland. Dies ist sein Ziel, es wäre das Ende des Krieges. Deutsch­ lands umnebeltes Gehirn ist von dieser Idee besessen!" — Ob das Gehirn Deutschlands so umnebelt ist, wie Costadau meint, Wird der Verlauf der weiteren Ereignisse wähl zeigen. Im Luftkampf haben unsre Fliegerleut­ nants Jmmelmann und Boelcke nunmehr ihr 10. und 11. feindliches Flugzeug außer Ge­ fecht gesetzt. Au-erdem wurde bei Cambrah ein englischer Doppeldecker abgeschossen. Ter verschärfte U-Bootsljrieg ist in tick­ te nt Gange. Das ist der Grundton einer amt­ lichen Teutschen Erklärung, die wohl füjr je­ den, der in den letzten Tagen die Nachrichten Verfolgs, hat, sich erübrigt. Die Franzosen haben von den Russen etwas gelernt. Das Wüten gegen die feindliche Zivilbevölkerung konnten sie, ach, nur in einem so kleinen Zipfelchen Elsaß praktische betätigen, daß es eigentlich nur beim Versuchje geblieben ist. Von den Russen weiß man längst, daß sie ihre Sturmtruppen durch Maschinengewehre an den Feind treiben, die sie im Rücken be­ drohen. Diese "Kulturtat" Ihaben nun auch Frankreichs militärische Befehlshaber der Nach­ ahmung wert gefunden. Ein im Rabenwalde gefundener Armeebefehl des Generals Bazelaires kanzelt die Truppen gb, daß sie ihre Pflicht, nicht, getan hätten und sagt zum Schlüs­ se: Artillerie und Maschinengewehre Werden auf jede weichende Truppe feuern. Mpn sieht die "Kulturnation" Frankreich hat von dem selbst in Frankreich nicht als kulturell' gleich­ stehend erachteten Bundesgenossen etwas ge­ lernt. An der italienischen Front entwickeln sich neue große Kämpfe. Anscheinend wollen die Italiener zur Entlastung der Franzosen wieder, einen allgemeinen Angriff wagen. Ihr An­ sturm gilt der Jsonzofront, an der sie eine Reihe von Anstürmen unternahmen, bei San Martina sogar siebenmal hintereinander. Sie wurden aber überall blutig abgewiesen. Nun hat auch Oesterreich die diplomati­ schen Beziehungen abgebrochen. Ob eine Kriegs­ erklärung folgen wird, läßt sich noch picht sagen. Vielleicht bleibt der Zustand zwischen Oesterreich und Portugal ähnlich wie befc zwi­ schen Italien und Deutschland. In Ostaafrika hat jetzt ein heftiger Kampf begonnen. Ter von den Engländern engagierte Burengeneral Smuts hat mit stärken Kräf­ ten den Angriff begonnen, doch spielen sich diese Kämpfe bisher noch auf dem ti/on un­ seren Truppen besetzten Teile von BririschOstafrika ab. Bericht -es -ettsche« HWtWMiers. WTB. Berlin, 14. März.' Mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher KrieManM. Im allgemeinen keine Veränderung der Lage. Ein kleineres Gefecht bei Wieltje, nord­ östlich von Ipern, endete mit Zurückwerfung, der Engländer. Je ein englisches Flugzeug wurde östlich von Arras und westlich Bapaume von Leut­ nant Jmmelmann abgeschossen. Tie Insassen sind tot. Leutnant Boelke brachte zwei feindliche Flugzeuge hinter der französischen Linie über der Feste Marre und bei Malaneourt (nord­ westlich von Verdun) zum Absturz; das letztere wurde von unserer Artillerie zerstört. Damit haben beide Offiziere ihr 10. und 11. feindliches Flugzeug außer Gefecht gesetzt. Aus dem Westen lagen auch gestern keine Berichte über neue Kampfhandlungen vor. In der Stimmung Frankreichs ist trotzdem ein Umschwung eingetreten und gerade dieses Still­ stehen aller Kämpfe scheint ein Gefühl der Nervosität erzeugt zu haben. Während früher alle unsere Erfolge von der französischen Presse als belanglos hingestellt worden Waren, äußern sich jetzt Stimmen der Besorgnis. So sagt Se­ nator Verenger in der "Aktion", daß die Rück­ zugsstrategen, die den Wert von Verdun herab­ setzen, weder eine Karte lesen können, poch die Geschichte kennen. Verdun decke die Stra­ ßen Chaumont—Dijon—Lyon— und Vitrh— Chalons—Paris. Sein Fall würde die fran­ zösischen Stellungen in Lothringen uNd im Elsaß gefährden. Aus der Geschichte ergebe sich, daß das Schicksal Verduns seit Jahrhun­ derten das Schicksal Frankreichs wär. Nicht aus ökonomischen und politischen Erwägungen, nicht um die Neutralen zu verblüffen oder für seine Kriegsanleihe Stimmung zu machen, opfere Deutschland dort seine besten Trup­ pen, und ebensowenig verteidige Frankreich dort einige wertlose Kilometer. Ter Fall Ver­ duns würde den Teutschen den Weg nach Bur­ gund und Lyon öffnen, Saint-Etienne uub Crensot, die Arsenale Frankreichs, gefährden. Unter der Ueberschrist "An die, welche sagen, "alles steht gut!" gibt der Deputierte Roux Costadau im Rappel einer trüben Stimmung Ausdruck, indem er sagt: "Hier auf unficer Front wird die große entscheidende Schlacht geschlagen! Ihr aber, die Ihr Frankreichs Ne­ giert, Ihr, die Ihr bestimmt habt, daß man alle Herdfeuer, alle Fackeln und alles Licht verlöscht, Ihr, die Ihr, ohne Tyrannen zu sein, doch die Tyrannen spielen, der Herde Ruhe befehlen und den Wolf bekämpfen wollt, indem Ihr die Flöte am Bach spielt! Ihr, die Ihr das Volk verhindert habt, seine Ohren an die rauhe Wahrheit zu gewöhnen, Ihr, die Ihr unsre Demokratie zu epischen Schlach­ ten führt, wie der Schlächter sein Vieh zup Schlachtbank, Ihr, die Ihr glaubt, daß Frank­ reich siegen, kann mit einer dreifachen Lü­ genbinde über den Augen, mit einer Maske vor dem Gesicht und Ketten an den Füßen, mit einer Sklavenseele! Ihr, die Ihr Minister seid in einer Republik von Kameraden, unfähig zu zu sehen und unfähig, die Dummheit zu stra­ fen! Und Ihr, Parlamentarier, blökende Ham­ mel gezeichnet und numeriert, die Ihr keine schlimmeren, Feinde habt, als.Euch selbst! Ihr,</p>
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          <p>Ferner wurde ein englischer Doppeldecker nach Luftkampf westlich! von Cambreh zur Landung gezwungen. Tie Insassen Md ge­ fangen genommen. 1 1</p>
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          <p>Oestlicher Kriegsschauplatz. ' , • i und , * Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. S« öste«.-W. Heeresbericht. !WTB. Wien, 14. März, mittags. — Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz, und Südöstlicher Kriegsschauplay: Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Jsonzofront beginnen sich große Kämpfe zu entwickeln. Seit gestern greifen die Italiener mit starken Kräften an. Sie wurden überall abgewiesen. Am Tolmeiner Brückenkopf beschränkte sich die Tätigkeit des Feindes auf ein sehr leb­ haftes Feuer. Im Abschnitt von Plava scheiterten seine Versuche, unsre Hindernisse zu zerstören. Am Görzer Brückenkopf wurden zwei An­ griffe auf die Podgora-Stellung, einer auf die Brückenschanze von Luciico zurückgeschla­ gen. ' Ter Nordteil der Hochfläche von Doberdo wurde von starken Kräften zu wiederholten Walen angegriffen. Bei St. Martino schlug das Szegedet Infanterie-Regiment Nr. 46 sieben Stürme blutig ab. ► Der stellvertretende Chef des Generalstabes! v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. Tie deutsche Erklärung für das amerikanische Volk. Haag, 14. Marz. Tie Washingtoner Ver­ treter sind sichtlich erregt über die Wirkung, die die deutsche Erklärung vom 10. März aus das amerikanische Volk ausübt. Sie fordern eine eingehende englische Antwort. (Z.) Kundgebung für die Mittelmächte in Newhork. Newhork, 14. März. (Durch Funk­ spruch vom Vertreter des WTB.) Gestern abend erfolgte die Eröffnung des großen Basars zum Besten der Notleidenden des Krieges in Deutschland und den ihm verbündeten Ländern im Madison Square Garden in Gegenwart der 'Vertreter Deutschlands,Oesterreichj-Ungarns Bulgariens und der Türkei, sowie des Staates und der Stadt Newhork. Sie führte zu einer höchst bemerkenswerten Kundgebung für die Mittelmächte. Ter öffiziellen Eröffnung wohn­ ten ungefähr 25 000 Personen bei, während weitere Tausende draußen warteten. Man hofft von dem Basar, zu dem auch die Gattin Wilsons ein Spitzentaschentuch! mit dem Wunsche des Gelingens für den Basar gestiftet hat, einen Ertrag von 750 000 Dollar gleich 3 Millionen Mark.</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Me Schlecht bei Verdun. Tie französische Militärkritik ist der Mei­ nung, daß jeder der Gegner zur Weitelrführung des Kampfes frische Truppen einsetzen wird. Das Ergebnis aus dem Ringen der Kräfte, durch die die Entscheidung herbeigeführt wird, wird nur allmählich sichtbar werden können. Ueber den Verlust der Hochebene von Vaux sagt die Presse: Tie dahinter liegenden Schluchz­ ten und Wälder werden der Verteidigung neue Stützpunkte abgeben. Tie Beherrschung der Vaug-SteUung gestattet jedoch dem Feinde, den bei Touaumont noch kämpfenden französischen Truppen 'in den Rücken zu fallen. Russische Methoden hinter der französische» Front. WTB. Berlin, 14. März. Unsre Trup­ pen fanden im Rabenwalde folgenden französischen Befehl: "Zweite Armee, Gruppe Bazelaire. Generalstab. 3. Bureau. Nr. 1601/3. Gefechtsstand am 7. März 16. General de Bazelaire, Kommandeur des Abschnittes "Linkes Maasufer", an die Unter­ abschnittskommandeure Ost und West. Befehl: Forges leistete nicht den Widerstand, den man erwarten mutzte. Bis eine weitere Auf­ klärung erfolgt, entnehme ich daraus, daßdch Kommandeur dieses Abschnittes seine Pflicht nicht getan hat. Er wird infolgedessen vor ein Kriegsgericht gestellt. Es muß bis zu den äußersten Grenzen Widerstand geleisteit werden. Wir dürfen in diesem Augenblick nur von dem einzigen Beschluß beseelt sein: Ten Feind entweder siegreich aufzuhalten oder zu sterben! Artillerie und Maschinengewehr wer­ den ans jede weichende Truppe feuern, gez. de Bazelaire, 52. Brigade. 8. 3. 1916." Ter französische Kriegsminister über die Kämpfe bei Berdun. &gt; Ter "Franff. Ztg." wird aus Paris un­ term 13. ds. gemeldet: Tie heute vom fran­ zösischen Kriegsministerium zur Belehrung des neutralen Auslandes verbreitete Tagesnote lautet wie folgt: Tie letzte Woche, die einen bewegten Charakter zeigte, hat nun ein ruhi­ geres Ende genommen. Das schon Samstag konstatierte Abflauen der Operationen vor Ver­ dun dauerte best ganzen Sonntag weiter an und es erfolgten während dieses Tages wieder hüben noch drüben irgendwelche Infanterieaktionen, sondern es fand auf beiden Seiteü bloß Artillerietätigkeit statt. Infolgedessen re­ kapitulierte der Generalstab des Kaisers in Er­ wartung besserer Zeiten die Anzahl der in der Maasgegend gemachten Gefangenen, wie er es stets zu tun pflegt, wenn er der deutschen Bevölkerung keine solideren Erfolge mitzutei­ len hat. Dieses kleine Schauspiel erinnert an die Figuranten der Provinztheater, die man mehrere Male hinter einander auf der Bühne erscheinen läßt, um den Anschieln einer großen Anzahl zu erwecken. Auf alle Fälle bedeutet dieses Abflauen das Ende des dritten Aktes der großen Schlacht, und es beweist die Anstrengungen, die es dem Feinde kostet, einerseits die furchtbaren Lücken auszufüllen, die unsere Artillerie in seine Reihen geriffen hat, andererseits sich mit Munition zu ver­ sorgen nach dem ungeheuren Verbrauch dieser Tage, der seine Vorräte außerordentlich Vers mindern mußte. Während es ihm aber nicht schwer fallen wird, die Mnnitionsvorväte zu ergänzen, wird es unmöglich sein, die dezi­ mierten Mannschaftsbestände wieder auf die Füße zu stellen. Sonst stehen die Teutschen in ihrer ungeheuren Anstrengung gegen Ver­ dun vor der Erschöpfung. (Tie "Franks. Ztg." bemerkt hierzu nur: Abwarten!) (Z.) Tie militärpolitische Stimmung in Paris. Tie wenig mit den Grundzügen der Pari­ ser Militärkonferenz vertrauten Briandistischen Parteigruppenchefs verhalten sich der Presse gegenüber zurückhaltend, namentlich! ob dieVerbündeten unabhängig von den allgemeinen' Bundespslichjten gewisse Sonderkonventionen zur einwandfreien Fesfftellung künftiger Eiw zelleistungen abgeschilossen hätten. Gegen diese angeblich! von Haig namens England dringend gewünschten, die Land- und Seestreitkräfte be­ treffenden Feststellungen wurden von franzö­ sischer parlamentarischer Seite — Kammerpar­ tei Ferrh — bisher der Einwand erhoben, daß für die' ziffernmäßigen französischen Zukunstsverpflichtungen jene Verbindlichkeiten fallen, wegen deren Nichterfüllung Gallieni in Widerstreit mit der bei dem letzten Kamimervotum starken Minderheit geriet. Es wäre auch zwecklos für Frankreich, für das der Eiwsatz aller Kräfte eine Lebensfrage bedeutet noch! Sonderzusagen zu verlangen, die angesichts der schnellen Veränderung der Kriegslage ein toter Buchstabe bleiben würden. &lt;Z.)</p>
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          <p>das änderte sich rasche als das Auftreten des 'Vierverbandes aggressiv wurde. Wirklich kühn ist die Behauptung, die Griechen seien durch» die Fürsorge der Verbündeten verproviantiert worden. Was die Besetzung von Saloniki an­ betrifft, so mutz die Behauptung zurückgewiesen werden, Griechenland habe hierzu seine Einwilligung gegeben. (S-)</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Sic Lage bei Kut cl Amara. Taswir i Efkiat meldet, daß seit dem letzten Kriege der Türken bei Felahie die Lage der bei Kut el Amara eingeschlossenen Englänf der eine noch schlimmere geworden sei. (Z.) Teutsche Industrie in der Türkei. Köln, 14. März. Tie "Köln. Ztg." mel­ det aus Sofia: Aus Konstantinopel wird be­ richtet, datz die türkischen Mangan-Erdminen auf Grund einer 'Vereinbarung durch ein deut­ sches Syndikat ausgebeutet werden. Tie Re­ gierung erließ vor acht Tagen entsprechende Weisungen an die Konzessionsinhaber. (Z.)</p>
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          <p>Der Krieg mit Portugal. Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwi­ schen Oesterreich, und Portugal. Wien, 14. Mich. (Wiener k. k. Tel.Korr.-Bur.) Infolge des Eintrittes des Kriegs­ zustandes zwischen dem Deutschen Reich und Portugal wurde der österr.-ungar. Gesandte in Lissabon angewiesen, von der Regierung der Republik Portugal seine Pässe zu ver­ langen und mit dem Personal der Gesandt­ schaft tÄx© Land, zu verlassen. Dem hiesigen portugiesischen Geschäftsträger werden gleich­ falls die Pässe zugestellt werden.</p>
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          <p>Der Krieg zur See. Versenkt. Haag, 144. März. "Daily News" mel­ det: Das englische Fischereifahrzeug "Iris" stieß in der Nordsee auf eine Mine und sank. Genf, 14/März. "Pent Parisien" mel­ det aus Marseille, datz im dortigen Hafen der Postdampfer "Tue MAumale" mit 33 Mann von der Besatzung des englischen Dampfers ,Zelbridge", der von einem feindlichen Unter­ seeboot versenkt wurde, eintraf. Der Kapitän der "Helbridge" versicherte, daß gleichzeitig der italienische Zweimaster "Elisa" von einem Un­ terseeboot versenkt worden ist. Athen, 14. März. Griechische Blätter melden: Eine Folge der intensiverm Tätigkeit der deutschen Unterseeboote und des Ent­ schlusses, ausgerüstete Handelsschiffe zu tor­ pedieren,' ist die Versenkung des der Gesell­ schaft "Beförderung zur See" gehörigen fran­ zösischen Dampfers "Memphis" sowie des eng­ lischen Dampfschiffes "Denke". Tie "Möve". Berlin, 14. März. Die "Tägl. Rund­ schau" meldet aus dem Haag: Während die "Times" vor einiger Zeit meldeten, datz die "Möve" etwa 5000 Tonnen verdränge, wird dem Blatt jetzt von einem Matrosen, der zur Besatzung des von der "Möve" versenden Dam­ pfers "Flamingo" gehörte, mitgeteilt, datz die "Möve" ein Schiff von 8000 Tonne» sei. Man habe mit Erstaunen bemerkt, daß nahezu sämt­ liche Mtglieder der 300 Köpfe starken Be­ mannung der "Möve" englisch sprachen; viele von ihnen waren Kapitäne, Steuerleute und Ingenieure auf deutschen Schiffen gewesen, die früher mit England Handel getrieben hatten. Tie Schnelligkeit der "Möve" schätzt der Ma­ trose auf ungefähr 17 Knoten. Nach jeder Begegnung mit englischen Schiffen wurde die "Möve" von der Wasserlinie bis zu den Mast­ spitzen neu angestrichen und auch anderen Ver­ änderungen unterworfen. Tie deutsche Be­ satzung war sehr hilfsbereit; als sie bemepkten, daß, das Rettungsboot des Dampfers "Fla­ mingo" umschlug, taten sie alles, um die Er­ trinkenden zu retten. , (Z.) Ter verschärfte U-Bootskrieg in vollem Gange WTB. Berlin, 14. März. (Amtlich.) In weiteren Kreisen der Bevölkerung wird immer wieder das Gerücht verbreitet, datz der verschärfte U-Bootskrieg, wie er in der be­ kannten Denkschrift der Reichsregierung an'Me neutralen Mächte angekündigt wurde, nicht durchgeführt oder aufgeschoben werden würde. Tiese Ausstreuungen sind vollständig unwahr. Niemals und bei keiner verantwortlichen Stelle ist eine Verzögerung oder ein Unterlassen die­ ses U-Bootskrieges in Betracht gekommen. Er ist in vollem Gange.</p>
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          <p>Aus den Kolonien. Tie Kämpfe in Ostafrika. London, 14. März. (Reuter.) Ein Te­ legramm des General Smuts vom 12 ds. be­ sagt: "Tie Unternehmung, die am Morgen des 11. März gegen die deutsche Stellung beiden Kitovebergen westlich von Tavite begann, führte zu einem hartnäckigen Kampf, der bis Mitter­ nacht hin und her schwankte. Im Verlaufe! des Gefechtes wurden Teile der Stellungen einige Male genommen und vom Feinde wie­ der zurückgewonnen. Schließlich! würde vor Mit­ ternacht ein Bajonettangriff gemacht. Auf bei­ den Seiten sicherte man sich, den Besitz dessen, was man bis zum Eintreffen von Verstärkun­ gen halten konnte. Am nächsten Morgen sah! man, daß die Deutschen und die eingeborenen Truppen in südwestlicher Richtung abzogen. In der Zwischenzeit säuberte eine berittene Brigade die Vorberge nordöstlich des Kili­ mandscharo von feindlichen Streitkräften, die jüngst durch einen raschen britischen Vorstotz abgeschnitten worden sind. Ter Rückzug nach Westen wird durch die im Gange befindlichen Bewegung abgesperrt. Gleichzeitig erschien eine britische Abteilung von Longido her int Rücken der deutschen Hauptstellung. Ter Feind zieht sich däher südwärts nach, der Usambarabahn zurück. Tie Verfolgung wird fortgesetzt/' (Nach dieser Schilderung haben sich die Känchfe noch außerhalb des deutschen Gebietes abge­ spielt. D. Red.) ' " i</p>
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          <p>Blieb also nur Oesterreich-Ungarns Wideir-' stand. Für dessen Ueberwindung hielt man einen neuen Balkanbund geeignet, nad)bem der erste so vorteilhaft zur Schwächung der Tür­ kei gedient hatte. Aber neben Oesterreich er­ hob sich als treuer Genosse das Teutsche Reich, und deshalb führt der Weg nach Konstanti­ nopel für Rußland nicht mehr über Wien, sondern über Berlin. Nur durch die Niedepläge Teutschlands war das Ziel zu erreichen. Diese brachte aber Rußland nicht nur auch seinem zweiten Ziel näher, sondern stellte noch weitere, wesentliche Vorteile in sichere Aus­ sicht: Tie unbestrittene Herrschaft übest die Ostsee, den auch im Winter offen zu halten­ den Hafen von Tanzig und reiches Siedlungs­ land für die landhungrigen russischen Bau­ ern. Wie man in den legten Jahren schon begonnen hatte, die Ostseeprovinzen mit ech­ ten Großrussen zu kolonisieren und dadustch den altangesessenen deutschen Grundbesitzern und den eingeborenen Letten zu entreißen, so hatte man die Russisizierung der östlichen preußischen Provinzen in möglichster Aus­ dehnung in Aussicht, und die Kriegslust der eingezogenen russischen Bauern wurde am mei­ sten durch die Aussicht auf Estwerbung statt­ lichen Grundbesitzes angeregt. Haben sie doch in ihrem naiven Glauben bei ihrem Einfall in Ostpreußen nichts eiligeres zu tun gehabt, als ihre Namen in den besetzten Ortschaften an die Gehöfte anzuschreiben, deren Besitz sie sich dadurch! zu sichern glaubten. Tie Verhältnisse der deutsch-russischen Grenze waren auch dem Angriff außerordent­ lich günstig, da die preußischen Provinzen öst­ lich der Weichsel 270 Kilometer weit mit einem Landstreifen vorspringen, dev an der schmäl­ sten Stelle kaum 130 Kilometer breit ist, und dem außer der baltischen Seenkette kein nen­ nenswertes Beiwiegungshindernis für die Ver­ teidigung des Grenzgebietes zugute kommt. Anderseits ist Berlin von der polnischen Grenze nur 280 Kilometer entfernt. Im Osten und Süden von russischem Gebiet umfaßt, sind die Ostprovinzen also einer Ueberschwemmung mit feindlichen Truppen in hohem Maße ausge­ setzt, wozu gerade Rußland mit seiner über­ wältigenden Menschenzahl und seinen Reiter­ massen am ehesten die Mittel besaß. Ties mutzte sein erstes Kriegsziel sein und ward auch tatsächlich angestrebt. Aber was würde erreicht? Obgleich die russische Heepesleitung von langer Hand her den Krieg vorbereitet, die Friedensstärke ihrest Truppe nkörß, er beinahe auf völlige Kriegsstärke erhöht und ungeheure Massen von Kriegsbedürfnissen im Grenzge­ biet angehäuft hatte, obgleich anderseits die deutsche Heeresleitung nicht in der Lage war, bedeutendere Truppenmassen für den Osten zup Verfügung zu stellen, haben die Russen doch nur einen verhältnismäßig schmalen Streifen von Ostpreußen zu besetzen und — zu verwüsten "Wozu die überflüssige Entrüstung, Herr Tuerot?! Sie lassen mich! ja doch nicht hink auswerfen. Dafür bin ich! Ihnen zu toter tj* voll und gefährlich. Und ich weiß auch,: Sie schreiben das, was ich will, schließlich doch! Sie denken gar nicht im Ernst daran, mich als Erpresser bloßzustellen." "Tas werden wir ja sehen." "Wenn Sie es täten, würden Sie allein der Verlierende dabei sein. Tann ist die Ver­ heimlichung des zweiten Testaments unmöglich geworden." 'Georges Tuerot nahm die Feder und schrieb, was der Erpress^: ihm diktierte. Taf bei wußte er genau, daß er in diesem Angers blick die größte Torheit seines Lebens beging. Nun war er unfrei im wahrsten Sinne des Wortes. Er hatte sich, zum Sklaven eines andern, eines Schurken, gemacht. Durch diese von ihm ausgestellte Urkunde wurde ja jede beliebige Abschrift durch ihn selber als echt bestätigt. Brauer konnte also immer und im­ mer wieder mit Erpressungen an ihn he,vaw treten. Aber konnte er überhaupt etwas anderes tun, als Brauer die verlangten Zeilen auszufstellen? Noch, lange, nachdem der Krankenpfleger vermocht, und erlitten, als Hindenburg einige Verstärkungen erhielt, die empfindlichsten Nie­ derlagen. Sie mußten trotz wiederholter An­ strengungen darauf verzichten, dies Kriegsziel zu erreichen und damit ist ihnen jede Aussicht auf diesem Wege ihr Friedensziel zu gewinnen, entgangen. Tenn nun die Kehrseite. Die russische Grenze ward durch eine Wette von Befesti­ gungen begleitet, die dank den örtlichen Ver­ hältnissen, d.'h. den stellenweis wirklich un­ überwindlichen Annäherungsschwierigkeiten an die Narew-BobvqNjemen-Linie nicht nur eine vorzügliche Basis für den Angriff, sondern auch eine außerordentlich günstige Stellung für die Verteidigung des Landes bot. Unsre Truppen haben es erfahren, wie stapk diese Stellung war. Aber sie haben sie üEretfaünben, nicht nur durchbrochen, sondern vollständig überwältigt, und sie sind, dem Plane Hindenburgs folgend, der in seiner Großzügigkeit un­ erreicht dasteht, durch Kurland vorgedrungen bis zur Düna, haben die größte der russischen Ostseeprovinzen befreit vom russischen Joch, und damit ein Kriegsziel erreicht, das in seinem Verhältnis zum Friedensziel genau das Spie­ gelbild des russischen Planes darstellt. Und dies entspricht den Friedenszielen, die unser Meichskanzler int Reichstag aufgestellt hat, als er am 9. Dezember 1915 sagte: "Weder int Osten noch int Westen dürfen unsere Feinde von heute über Einfallstore verfügen, büttijl die sie uns von morgen ab aufs neue und schärfer als bisher bedrohen." (Unabhängige Nationalkorrespondenz.)</p>
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          <p>Blieb also nur Oesterreich-Ungarns Wideir-' stand. Für dessen Ueberwindung hielt man einen neuen Balkanbund geeignet, nad)bem der erste so vorteilhaft zur Schwächung der Tür­ kei gedient hatte. Aber neben Oesterreich er­ hob sich als treuer Genosse das Teutsche Reich, und deshalb führt der Weg nach Konstanti­ nopel für Rußland nicht mehr über Wien, sondern über Berlin. Nur durch die Niedepläge Teutschlands war das Ziel zu erreichen. Diese brachte aber Rußland nicht nur auch seinem zweiten Ziel näher, sondern stellte noch weitere, wesentliche Vorteile in sichere Aus­ sicht: Tie unbestrittene Herrschaft übest die Ostsee, den auch im Winter offen zu halten­ den Hafen von Tanzig und reiches Siedlungs­ land für die landhungrigen russischen Bau­ ern. Wie man in den legten Jahren schon begonnen hatte, die Ostseeprovinzen mit ech­ ten Großrussen zu kolonisieren und dadustch den altangesessenen deutschen Grundbesitzern und den eingeborenen Letten zu entreißen, so hatte man die Russisizierung der östlichen preußischen Provinzen in möglichster Aus­ dehnung in Aussicht, und die Kriegslust der eingezogenen russischen Bauern wurde am mei­ sten durch die Aussicht auf Estwerbung statt­ lichen Grundbesitzes angeregt. Haben sie doch in ihrem naiven Glauben bei ihrem Einfall in Ostpreußen nichts eiligeres zu tun gehabt, als ihre Namen in den besetzten Ortschaften an die Gehöfte anzuschreiben, deren Besitz sie sich dadurch! zu sichern glaubten. Tie Verhältnisse der deutsch-russischen Grenze waren auch dem Angriff außerordent­ lich günstig, da die preußischen Provinzen öst­ lich der Weichsel 270 Kilometer weit mit einem Landstreifen vorspringen, dev an der schmäl­ sten Stelle kaum 130 Kilometer breit ist, und dem außer der baltischen Seenkette kein nen­ nenswertes Beiwiegungshindernis für die Ver­ teidigung des Grenzgebietes zugute kommt. Anderseits ist Berlin von der polnischen Grenze nur 280 Kilometer entfernt. Im Osten und Süden von russischem Gebiet umfaßt, sind die Ostprovinzen also einer Ueberschwemmung mit feindlichen Truppen in hohem Maße ausge­ setzt, wozu gerade Rußland mit seiner über­ wältigenden Menschenzahl und seinen Reiter­ massen am ehesten die Mittel besaß. Ties mutzte sein erstes Kriegsziel sein und ward auch tatsächlich angestrebt. Aber was würde erreicht? Obgleich die russische Heepesleitung von langer Hand her den Krieg vorbereitet, die Friedensstärke ihrest Truppe nkörß, er beinahe auf völlige Kriegsstärke erhöht und ungeheure Massen von Kriegsbedürfnissen im Grenzge­ biet angehäuft hatte, obgleich anderseits die deutsche Heeresleitung nicht in der Lage war, bedeutendere Truppenmassen für den Osten zup Verfügung zu stellen, haben die Russen doch nur einen verhältnismäßig schmalen Streifen von Ostpreußen zu besetzen und — zu verwüsten "Wozu die überflüssige Entrüstung, Herr Tuerot?! Sie lassen mich! ja doch nicht hink auswerfen. Dafür bin ich! Ihnen zu toter tj* voll und gefährlich. Und ich weiß auch,: Sie schreiben das, was ich will, schließlich doch! Sie denken gar nicht im Ernst daran, mich als Erpresser bloßzustellen." "Tas werden wir ja sehen." "Wenn Sie es täten, würden Sie allein der Verlierende dabei sein. Tann ist die Ver­ heimlichung des zweiten Testaments unmöglich geworden." 'Georges Tuerot nahm die Feder und schrieb, was der Erpress^: ihm diktierte. Taf bei wußte er genau, daß er in diesem Angers blick die größte Torheit seines Lebens beging. Nun war er unfrei im wahrsten Sinne des Wortes. Er hatte sich, zum Sklaven eines andern, eines Schurken, gemacht. Durch diese von ihm ausgestellte Urkunde wurde ja jede beliebige Abschrift durch ihn selber als echt bestätigt. Brauer konnte also immer und im­ mer wieder mit Erpressungen an ihn he,vaw treten. Aber konnte er überhaupt etwas anderes tun, als Brauer die verlangten Zeilen auszufstellen? Noch, lange, nachdem der Krankenpfleger gegangen war, saß Georges Tuerot grübelnd an seinem Schreibtisch. Er hatte vergessen, daß er seinen neuen Pflichten hatte nachkommen und drüben in den Eisenwerken nach dem Rechten sehen toiose len. Zum erstenmale, so schien es ihm, sah er sein Leben und sich selbst in erschreckender Deutlichkeit vor sich. Was war nun aus ihm geworden? Und warum das alles?! Es war kein Selbstbetrug, totenn er sich sagte, daß es letzten Endes um Liselottes tofl$= len geschehen sei. Er hatte ihre Achtung wie­ dergewinnen wollen; da er aber selber nicht die Kraft dafür besaß, hatte er sich, des Dieb­ stahls und der Unterschlagung schuldig gemacht. Zu gut war es ihm zeitlebens gegangen; und er selber war zu träge, zu wenig wihlensstark gewesen, um selber etwas aus sich zu machen. Er war der gerade Gegensatz zu seinem Stiefbruder Herbert Ehlev, dem Starken, dem Ganzen, der das, was er gewollt, immer durch, eigne Kraft erreicht hatte. In dem nicht ein­ gestandenen Gefühl feiner eignen Schwäche hatte er deshalb Herbert immer gehaßt, und jetzt haßte er ihn mehr denn je. Und nun ? Was sollte nun werden? Ein müdes spöttisches Lächeln huschte über sein hübsches Gesicht. Nein. Tazu besaß er nicht die nötige Wil­ lenskraft. Und wenn er dennoch! vermocht hätte, wider seine Natur anzukämpfen, jetzt war es zu spät. Zuviel War geschehen. Er war zum Verbrecher gebiethen. Ah! Er wußte, toäs er zu tun hatte! Wenn er nicht immer tiefer und tiefer sinken wollte, mußte er ein gewaltsames Ende machen. Sich, aus dem Leben drücken. Er redete sich, ein, daß das eine Feigl heit sei. In Wirklichkeit aber hing er viel zu sehr am Leben, als daß er den letzten verzweifelten Schritt gewagt hätte. Nein. Für ihn blieb nichts weiter übrig, als den Weg, den er eingeschlagen hatte, wei­ terzugehen. Wieder spielte das spöttische, fast verächt­ liche Lächeln um seine Lippen. Tie Achtung seiner Frau wollte er sich erkämpfen, wo er doch seine eigne Selbstach' tung unwiederbringlich, verloren hatte. , Noch, an demselben Abend begann Georges Tuerot in dem Laboratorium zu arbeiten, ^ganz ähnlich wie sein Bruder Herbert es zu­ vor getan hatte. , (Forts, folgt.) ,</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Landtagsabgeordneter Karl Kohl, Rechts­ anwalt und Gemeindebevollmächtigter in Mün­ chen, zurzeit Leutnant der Landwehr-Jnfawterie, erhielt bett Militär-Verdienstorden 4, Klasse mit Schwertern.</p>
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          <p>Beugung verringern, dafür aber die derzeit so notwendige vermehrte Produktion unmensch­ lichen und tierischen Nahrungsmitteln in Hopfengärten zu betreiben. Wenn nun auch dementsprechend alte, wenig ertragreiche Hopfengärten oder solche mit schlechter Quali^ätsproduktion oder solche, die in zu großes Ausdehnung im Vergleich zu den übrigen Kul­ turflächen vorhanden sind, unbedingt zu roden, sind, so wäre es doch in Anbetracht des sehr großen, bei der Neuanlage von Gärten sowie bei der Beschaffung von Stangen, Gerüsten, Darren, Lagerhäusern usw. aufgeimendeten Ka­ pitals verfehlt, in der Beseitigung der Gärten zu weit zu gehen und bedeutende Werte zu verschleudern. Man belasse also die guten Gärten, verwende aber nur einen Teil der­ selben zur Hopfengewinnung, im übrigen Teil aber decke man die Hopfenstöcke, wie gewöhn­ lich, ans und schneide sie, jedoch etwas später wie sonst, damit die Pflanzen weniger stark treiben und ein entsprechender Raum sowie genügend Licht und Luft für die neuzubauen­ den Kartoffeln, Rüben, Gemüse usw. vorhan­ den ist. Tie am Boden laufenden Reben werden ringförmig zusammengelegt, wlobei die «Enden der Triebe stets nach oben gerichtet sein müssen. Können die Reben an 1—2 Meter langen Stöcken emporgeleitet werden, so wäre dies für die Hopsenpflanzen selbst, besonders aber für den Zwischensruchtbau nur pon Vor­ teil. Frühkartoffeln werden die Hopfenstöcke etwas Weniger beengen als späte. Bei star­ kem Trieb kann den Hopfenstöcken etwas Laub für Fütterungszwecke genommen werden, zu weit darf man jedoch hier nicht gehen, damit der Stock für die kommenden Jahre kräftig genug bleibt. Im Spätherbst dürfen die Hopfenreben erst dann abgeschnitten werden, wenn die Blätter und Reben gelb geworden sind und sich der Wurzelstock gekräftigt hat. Eine Ernte an Dolden ist bei dieser Kultur­ maßnahme nicht zu erwarten, es handelt sich! hier nur um die Erhaltung der Pflanzen für spätere Jahre. 2—3 SteMt genügen zum Auf­ ringeln. Eine Düngung soll, wenn nur immer tunlich, gegeben werden.</p>
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          <p>Dienstesnachrichten. Schuldienst. Tie Volksschullehrer-, Mes­ ner- und Organistenstelle in Kirchdorf b.O., K. Tistriktsschulinspektwn Osterhofen inRamsdorf, kommt ab 1. Mai ds. Jrs. zur ErledigungEndtermin für Bewerbungen 31. Mürz 1916.</p>
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          <p>für uns eingesetzt huben, ist auch die daher. Kriegsinvalide m= Fürs arge gewidmet. Jedech, der dies Hilfswerk fördern Will, ist willkommen. Es ist herzlich gebeten, diesem Ruf für eine wirklich vaterländische Tat Beachtung zu schenk ken. Wer bereit ist, helfend beizutragen, möge auf der Zahlkarte, die dem Werbebrief bei­ liegt, einen gütigen Beitrag vermerken. Bis zur Mindestspende von 1 Mark werden alle auf diese Weise an die K. Fflialbank München gerichteten Spenden mit einer sicher willkonimenen gediegenen Erinnerungsgabe bedankt, die den Spendern kosten- und portofrei zu­ gesandt wird. Wer als besonderer Menschethfveund sich für die Bayer. K'riegsinvalidenFürsorge interessiert und vielleicht mit betn Werbebrief übersehen wprden sein sollte, kann den Werbebrief und nach Einsendung einer Spende auch die Erinnerungsgabe erhallen durch Vermittlung der Landessammelstelle bdr Bayer. Kriegsinvalideitz-Fürsvrge (im Hause des K. Staatsministeriums des Innern). Solche Anfragen richte man an die Adresse: Bayer, Kriegsinvalidenk-Fürsorge München I, Schließ­ fach 39. —* "Der Erbförster" nach Otto Lud­ wigs Drama ist unter der Regie, von Dr. Hans Oberländer verfilmt worden und wird zurjzeit in den Kronprinz-Lichtspielen dahier zur Vor­ führung gebracht. Dieser von der Romantik des Jägerlebens durchpulste Film behandelt den Streit zweier starrköpfiger Männer, die in ihrem Haß nicht nur Haus und Hof, son­ dern auch das Liebesglück ihrer Kinder aufs Spiel setzen. Die spannende, ein wenig wild­ bewegte Handlung des Dramas ist durch den Film noch gesteigert 'worden und übt in die­ sem Rahmen ihre erprobte Wirkung noch mehr aus, die durch eine durchwegs gute Darstel­ lung und einige prachtvolle Gebirgsszenen noch erhöht wird. Auch das übrige reiht sich wür­ dig den genannten Darbietungen an. — * Die Amtlichen Bekanntmach­ ungen des Stadtmagi st rats Landshut liegen der heutigen Stadtauflage bei.</p>
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          <p>Letzte Posten. Portugal beginnt den Krieg. Sd. Haag, 15. März, Das Reuterbüro meldet aus Washington: Tie portugiesische Ge­ sandtschaft teilte der Regierung mit, daß Por­ tugal den Krieg begonnen habe auf Grund der Verpflichtungen des Vertrages von 1873. Französische Flieger abgestürzt. Sd. Bern, 15. März. Dem "Temps" zufolge ereigneten sich am 12. März zwei schwere Fliegerunfälle. lieber dem Flugfeld von Ermenoville stürzte ein Zweidecker ab. Tie In­ sassen, Militärflieger, sind tot. Bei Etampes stürzte ein anderer Militärflieger ebenfalls tödlich ab. Ein Freund Frenchs wegen Spionage verhaftet. ^Amsterdam, 15. März. Die englische Presse widmet dem Prozeß gegen den Ad­ vokaten Gordon Moore große Aufmelvksamkeit. Moore, ein guter Freund des Generals French, wurde von diesem in das Hauptquar­ tier berufen, wo er das englische Jntendanturwesen organisieren sollte. Mo vre wurde dann wegen Spionage verhaftet. Effav Toptani und Balona. Bern, 15. März. Essad Toptani erklärte einem iMitarbeiter der italienischen "Tribuna" daß die Verteidigung Valonas leicht sei, daß es aber an sich gefährlich werden könnte, sich von der Uneinnehmbarkeit Valonas Illusionen hinzugeben, oder' die italienischen Truppen­ kontingente zu verringern. Reue Einberufungen in Griechenland. Genf, 15. März. Um den Mannschaften­ stand auszufüllen, der durch Entlassung äl­ terer Jahrgänge entstand, bchies die griechi­ sche Regierung drei neue Jahresklassen sowie die ungedienten der Jahresklasse 1899 un­ ter die Fahnen. Ein Kampf im Schwarzen Meere. Bukarest, 15. März. Tie Blätter melden aus Sulina:Von der Schlangeninsel wird mit­ geteilt, daß von dort aus vier Stunden lang Kanonendonner vernommen wurde, der aus nördlicher Richtung kam. Man glaubt, daß es zu einem Zusammenstoß zwischen der rus­ sischen und türkischen Flotte gekommen ist. Zerstörung einer offenen St«wt durch die eng­ lische Flotte. Athen, 15. März. Englische Kriegsschiffe bombardierten den fast ausschl. von Griechen bewohnten Ort Vurla bei Smyrna. Dev Ort wurde so gut (rotte vollständig zerstört, eine große Anzahl Griechen, größtenteils Frauen und Kinder, durch das Bombardement getötet. Ein Teil der zerstörten Trümmer ging überz dies noch in Flammen auf. Tie obdachlose Be­ völkerung wurde nach Mhtilene gebracht. Tie griechische Regierung hat, wie halbamtlich ver­ lautet, scharfen Protest erhoben. Amerika und Mexiko. Sd. Haag, 15. März. Ter "Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Wie die "Times" aus Washington berichten, gewinnt die Ueberzeugung Ausdruck, daß die Vereinig­ ten Staaten mit ihrer Strafexpedition gegen Villa in einen umfangreichen Krieg mit Me­ xiko verwickelt werden können und daß ihnen wohl die Aufgabe zufallen könne, dieses Land pazisizieren zu müssen.</p>
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          <p>Vermischtes. In der Hölle von Verdun. Alle französischen Verwundeten, die von den Pariser Berichterstattern nach den Einzel­ heiten der Kämpfe um Verdun begierig aus­ gefragt werden, stimmen in dem Urteil übckvein, daß, diese Kämpfe an der Maas 'das Furcht­ barste darstellen, was immer die kühnste Phan­ tasie an Grauenhaftem ersinnen könne. "Ter einfache Mann kennzeichnet das, was er er­ lebt, schlicht als "furchtbar", der anbete,, bei* sich gebildeter auszudrücken weiß, spricht von "Dantes Hölle". Alle aber denken mit Grauen an 'die Gefahren, denen sie entgangen sind, an die Schmerzen der von Granatsplitters zerfetzten Wunden, an den bohrenden Stachel der Erschöpfung, die Leiden des Hungers und des Durstes und an die lähmende Pein zurück, int Schlamm und Schnee vergraben, den Eisen­ hagel aushalten zu müssen. Ein Jnfanteriehanptmann gab mit folgendem Bericht einen eindrucksvollen Abriß erlebter Psychologie: "Während der Kämpfe an der Maas," so sagte er, "bin ich das Schwindelgefühl nicht los geworden. Ter Kanonendonner und das be­ ständige Zittern aller Tinge, die mich umgaben, hatten meine Sinne völlig verwirrt und be­ täubt. Mir war es, als wenn ich mit schwindel­ erregender Schnelligkeit in einem unerbittlichen "Todesringe" herumgedreht würde. Das un­ unterbrochene entsetzliche Krachen, das kein Ende nahm, zerriß, mir die Nervenstränge und gab mir die Vorstellung, als wenn ich, wie eine aus den Angeln gehobene Tür beständig herumgeschlendert würde. Das Gehirn ver­ blödet unter dem Eisensturm der Geschütze vollständig. Ich erinnere mich, daß ich wäh­ rend des Angriffs auf Touaumont eine ganze Stunde lang ununterbrochen den Kehrreim dev "Kleinen Tongchinesin" vor mich, hingeträllert habe, unbeschadet meiner den Ernst berbüfti= genden Eigenschaft als Professor der Philo­ sophie, dessen Spezialität obendrein noch die Beschäftigung mit der Metaphysik darstellt. Aber dieser Kehrjreim ließ mich nicht rnefjV los. Meine Lippen summten ihn ganz me­ chanisch!, während ich das Feuer leitete. Was aber vor allem den Geist während einest: Kampf­ handlung beschäftigt und fesselt, das ist die gespannt aufhorchende Erwartung der Be­ fehle. Ich kenne Kameraden, von denen diese gespannte Aufmerksamkeit wahre Heldengrötze verlangt, und denen dabei die geringste gei­ stige Anstrengung Schmerz verursacht. Ein kleines Beispiel mag dieses Erwartungsfieber kennzeichnen: Wir hatten uns tin einem kleinen Gehölz bet Vaux eingenistet, als der deutsche Angriff begann. Ein besseres Versteck, wie die Erdfurche, hinter der jwir hockten, hätten ttüti uns nicht wählen können. Tie Scheinwerfer' konnten uns nicht entdecken, und das furcht­ bare Feuer der deutschen Geschütze hatte un­ seren Graben wie durch ein Wunder verschont. Gegen 2 Uhr morgens schwieg das deutsche Feuer. Meine Leute sprachen nicht und ver­ mieden auch jede Bewegung, die ihre Gegen­ wart hätte verraten können. Ein solche« Zwang vollständiger Ruhe entnervt den Menschen über die Maßen, und auch ich fühlte, daß meine Nerven nicht mehr lange widerstehen können. Mit Angst und Unruhe harrte ich des Augen­ blicks, in dem auch meine Leute dem Druck erliegen und die Spannung in einem Geheul explodieren würde. In der Nacht tanzten un­ heimlich hier und da grüne und violette Lichiter. Rechts und links krachten explodierende Granaten; dann plötzliche Stille. Ein ge­ heimnisvolles Leben erfüllte die Nacht, ein Leben, das keiner verstand und von dessen Ge­ räuschen und Leuchterscheinungen man sich keine Rechenschaft abzulegen vermochte. Meine Leute begannen, um sich zur Ruhe zu zwin­ gen, die Zähne zusammenzubeißen. Dieses unendliche Geheimnis, das sich in den Falten der Nacht verbarg, untergrub zusehends ihrse Nerven. Einige schlossen die Augen, andere bissen sich, buchstäblich gesprochen, die Hände blutig. Ich sah auch welche, die sich umarm­ ten und küßten. Wie arg sie unter dem Zwange, nicht reden zu dürfen, litten, konnte ich am besten an meiner eigenen Angst er­ messen. Ich fühlte, daß dieser Zustand nicht mehr latpw dauern könnte, und plötzlich, be­ vor ich noch einen Befehl geben konnte, spran­ gen meine Leute wie Wahnsinnige aus dem Graben, um sich heulend wie wilde Tiere mit betn Bajonett hinaus und dem deutschen Ma­ schinengewehrfeuer direkt in den Rachen zu werfen. In wahnsinniger Erregung brüllte ich: Halt! Halt! und es war ein wahres Wun­ der zu nennen, daß die der Vernunft beraubten Leute noch im letzten Augenblick stehen blie­ ben und in den Graben zurückkrochen. Nach dieser explosiven Lösung der Spannung waren sie ruhiger geworden und befähigt, dem be­ klommenen Schweigen der Nacht erneuten Wi­ derstand entgegenzusetzen."</p>
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