Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-04-12. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 100, 1916-04-12. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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April 1916 ────────── Erweiterung unserer Erfolge vor Verdun. ────────── Ein englischer Angriff bei St. Eloi gescheitert. — Französische Gegenangriffe zwischen Haucourt und Bethincourt sowie am Pfefferrücken zusammengebrochen. — Weitere 918 Franzosen gefangen. - Ein deutsch-rumänisches Handelsabkommen. — Der Schiffsverkehr im Aermelkanal gesperrt. — Asquith zur Rede Bethmann-Hollwegs. — Schwere Nieder­ lage der Engländer in Mesopotamien. — Reiche Beute unserer Unterseeboote. Im Westen haben die Franzosen, wie tiMjjt anders M erwarten wirr, heftige Gegenan­ griffe aus die von uns genommene Stellung bei Haucourt und Bethincourt gemacht/ aber erfolglos. Im Gegenteil konnten die Unsern die vorgestern angegebene Gefangenenzahl auf 36 Offiziere, 1231 Mann erhöhen und 9 wei­ tere Maschinengewehre erbeuten. Auch östlich, anstoßend wurden von den Unfern weitere Er­ folge erzielt und noch! einige Blockhäuser süd­ lich! des Rabenwaldes ausgeräumt und hier­ bei ebenfalls 222 Franzosen gefangen. Bon Chattancourt her hatten die Franzosen einen weiteren Gegenstoß unternommen, der aber durchs unser Flankenfeuer von dem Ostufer der Maas her vereitelt wurde. Ebenso mißglückte ihr Versuch!, die ihnen am Pfefferrücken ab­ genommene Stellung zurückzugewinnen. Süd­ westlich! von Touaumont aber mußten sie so­ gar weitere Verteidigungsanlagen den Unsern überlassen. Bei St. Eloi wurde ein englischer Handgranatenangriff abgeschlagen. Ter Tag verlief also wieder durchwegs erfolgreich für unsre Truppen. Bei Apern wurden zwei feindliche Flug­ zeuge durch! unsre Abwehrgeschütze herunter­ geholt. An der italienischen Front beschossen die Italiener die Orte hinter der österr.-ungar. Front. Tie Türken haben den Engländern tit Mesopotamien bei Felahie in einer sechsstün­ digen Schlacht eine blutige Niederlage bereitet. Tie Engländer verloren über 3000 Tote. Zwischen Teutschland und Rumänien wür­ de ein Handelsabkommen zur Erleichterung des Warenaustausches geschaffen. In der englischen Kommandostelle am Irak ist in aller Stille ein Wechsel einge­ treten. Ter Entsatzgeneral Aylmer wurde durch General Gorringer ersetzt. Erfolg hatte er aber bis jetzt auch noch keinen. Zugleich kommt auch! die Nachricht, daß der franzö­ sische Oberbefehlshaber in Saloniki, General Sarrail, durch General Simon ersetzt werden soll. Dem Mangel an Erfolgen soll jetzt an? scheinend ein Personenwechsel abhelfen. Tier U-Bootskrieg trägt immer reichere Früchte. Während im Januar -mir 20 000 To. feindliche Schiffe versenkt wurden, waren es im Februar 40 000 To., im März sogar 100 000 To., dazu noch zwei Hilfskreuzer von 18 000 To. Seit dem 1. April sind neuerdings bereits 80 000 To. feindlicher Schiffe auf den Grund des Meeres versenkt worden. ────────── sierten Staaten sicherstelle. Auf das Schick­ sal Belgiens, Serbiens und Montenegros ein­ gehend, meinte er, daß die Verbündeten nicht nur Schützer von Vertragsrechten, sondern auch von unabhängigen Staaten (Holland Griechenland usw.!) und der freien Entwicklung schwä­ cherer Länder seien. Zum U-Bootskrieg meinte er, daß die Alliierten innerhalb des Völker­ rechts (Aushungerung und Knebelung der Neutraten!) stehen, dagegen das deutschte Vorgehen rigoros sei. Zum Schluffe meinte er: "Wir (die Engländer) und die Verbündeten kämpfen Seite an Seite für die große Sache mit wür­ digen Mitteln mit reinen Händen und reinem GÄvissen." Das Reden wär ja noch! nie die schwächste Seite der englischen Staatsmänner. Immerhin ist zu konstatieren, daß die frühe!ren Phrasen von der Vernichtung des Geg­ ners und dergleichen bedeutend zahmer ge­ worden sind. Tie 20 Kriegsmonate scheinen auch die englischen Staatsmänner bereits et­ was gelehrt zu haben. Hollands Getreidezufuhr. Rotterdam, 11. April. Die HollandAmerika-Linie teilte ihrem Personal mit, daß die holländische Legierung, um die Getreidezufuhr zu sichern, Getreideprämien zur Ver­ fügung stelle, die für das Personal der 'Ge­ treide fahrenden Schiffe bestimmt sind. Eingeständnis. Lo ndon, 11. April. Tie "Nation" sagt in der Erörterung der Reise des Premiermini­ sters Asquith nach Italien: Wir hoffen, daß die Reise Erfolg gehabt hat auch! in den Punk­ ten, die Briand wahrscheinlich zum größten Teile mißglückt sind, nämlich!, die größte Kraft für einen endgültigen militärisch!en Vorstoß zu erzielen. , Hier wird zum erstenmal, wenn auch, in vorsichtiger Form, von englischer Seite zuge­ geben, daß die Reise Briands nach, Italien ihren Zweck verfehlte. . (Z.) ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Bombe bekanntlich« ein Loch in das Gewölbe der Untergrundbahn geschlagen. Ter "Mattn" teilt nunmehr mit, daß die Verwaltung der Bahn beschlossen hat, dieses Loch im Gewölbe stehen zu lassen und zu einem Lustschach ein­ zurichten. Neue deutsch!« Offensive im Westen? Von der italienischen Grenze, 11. April, wird gemeldet: Wie dem "Corriere della Se­ ra" aus Paris berichtet wird, erwartet man innerhalb kurzer Frist eine neue deutsche Of­ fensive im Norden und eine große Schlacht an der User. Im Abschjnitte zwischen Ypern und der Nordsee sei auf deutscher Seite zahl­ reiche Artillerie konzentriert worden und ge­ waltige Verstärkungen von Truppen seien in belgischen Städten hinter der Front angekom­ men. Tie Sanitätsmannschäften seien in der jüngsten Zeit verdreffacht worden. Deshalb hätte die holländische Regierung an der bel­ gisch-holländischen Grenze große Truppenmas­ sen zusammengezogen, da es nicht ausgeschlos­ sen sei, daß der Kampf an der User mit einem deutschen Rückzüge endigen werde. (!) Es sei zwar möglich!, daß diese Nachrichten auf bloßen Anzeichen beruhen, aber es scheine doch außer allem Zweifel zu stehen, daß die Teutschen einen Angriff auf einem Terrain planen, das günstiger als das vor Verdun sei. Es seien aber aus Seite der Verbündeten alle Maßnahitnett getroffen worden, um die nötigen Ver­ stärkungen an die zumefft bedrohten Punkte sofort absenden zu können, weshalb man einer neuen Offensive ohne Besorgnis entgegensehe,. (3-) Täs Leben in Lille. Im Pariser Journal wird mit bemer­ kenswerter Offenheit ein Auszug aus demJournal des rususier du Nord wiedergegeben, worin eine Silier Einwohnerin Angaben über die gegenwärtigen Verhältnisse in Lille unter deut­ scher Herrschaft macht. Sie warnt davor, den überall umherlaufenden wildens Gerüchten Glauben zu schenken. In gewissen Lebensmit­ teln herrsche allerdings eine gewisse Knapp­ heit, aber die Bevölkerung leide keinen Hun­ ger. (Z.) 3«m Andenken. Bei der letzten Beschießung der Festung Paris durch« Zeppeline hat die Explosion einer ────────── Vom östlichen Kriegsschauplatz. Nikolai und seine Gegner. Basel, 11. April. Tie Schweizer Blätter melden aus Petersburg: In der russischen Ar­ mee ist die Meinung vorherrschend, daß man in absehbarer Zeit wieder den Großfürsten Nikolai an der Spitze des russischen Heeres sehen werde, nachdem sein geheimer Wider­ sacher General ^tzvanow sich in Beßarabien eine Schlappe geholt hat und vom Zaren un­ gnädig entlassen wurde und auch die Stellung Kuropatkins nach-seiner Niederlage am Naroezsee, wo er fast den dritten Teil seiner Armee nutzlos geopfert hat, als erschüttert gilt. Msit Kuropatkin würde überdies ein weiterer Geg­ ner des Großfürsten fallen. (nt.) ────────── Am Balkan. TjeutMl-rumänischcs Handelsabkommen. Berlin, 11 .April. Tie "Nordd. Allg. ;3tg." schreibt: Tie aus Bukarest eingegangene Meldung, daß zwischen der rumänischen und der deutschen Regierung ein Abkommen zur Erleichterung des Warenaustausches getroffen worden sei, ist nach, unsren Erkundigungen zu­ treffend. Dieses Abkommen wurde am 7. ds. in Berlin vom Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und dem rumänischen Gesandten unter­ zeichnet. Darnach verpflichten sich! beide Re­ gierungen, für den Bedarf des anderen Lan­ des die Ausfuhr ihrer Erzeugnisse — soweit der eigne Bedarf es zuläßt und mit einem Vorlbehalt wegen Kriegsmaterials — zu ge­ statten, und zwar ohne die Erteilung der Aus­ fuhrbewilligung von besonderen Gegenleistun­ gen abhängig zu machen. Sie verpflichten sich ferner, einander grundsätzlich! auch die Durch­ fuhr von Waren aus dritten Ländern zu ge­ statten. Durch! diese Abmachungen, für deren Turchführung noch besondere Maßnahwen in Aussicht genommen sind, beabsichttgen die bei­ den Regierungen die wirtschaftlichen Bezieh­ ungen zwischjen Deutschland und Rumänien^ die durch den Kriegszustand stark gelitten ha­ ben, soweit wie möglich! wieder herzustellen und entsprechend den gegenseitigen Interessen zu erleichtern. Angebliche Abberufung des Generals Sarrail. Saloniki, 11. April. Die Zeitung Nou­ veau (Siede meldet: General Sarrail, der Ober­ befehlshaber der Ententetruppen in Saloniki, ist abberufen und General Simon zu seinem Nachfolger ernannt worden. (Z.) ' Tws Unternehmen von Salonitt. Basel, 11. April. Wie die Basler Blät­ ter melden, deuten bestimmte Anzeichen darauf hin, daß die Entente eine Liquidatton des Saloniker Unternehmens in aller Stille vorberei­ tet. Es scheint, daß die mit Trompetenstößen eingeleitete Expedition wie seinerzeit das Un­ ternehmen von Gallipoli sang- und klanglos ein Ende finden werde. (m.) Zur Verhaftung eines griechischen Offiziers. Tie Festnahme des griechischen Leutnants Addis durch! die fianzösische Militärbehörde in Salonitt erregte in Griechenland große Be­ ruhigung. Wie der "Temps" mitteilt, hat der Leutnant auf einem Ausslug einen Telephon­ draht zerschnitten, der das französische Hauptquartter mit den Vorposten verband. Ter "Temps" meint weiter, man hätte den Leut­ nant dafür füsilieren können, aber General Sarrail begnügte sich,, ihn auszuweisen. Ein Teil der griechischen Presse benutzt den Anlaßt um heftige Vorwürfe gegen den Vierverband auszusprechen. ────────── Die Türkei im Kriege. Ein neuer Mglischier Mißerfolg. London, 11. April. Amtlich! wird aus Mesopotamien gemeldet: ^Ter Angriff in der Morgendämmerung des ,9. April auf die feind­ lichen Stellungen hei Sannaihak konnte nicht durch die feindlichen Linien hindurchdringen. Tie Operationen werden durch! das Steigen des Wassers stark behindert." Ter englische Angriff, der vor einigen Tagen, als hie türkischen Vorhuten sich vor der Uebermacht zurückzogen, bereits als eng­ lischer Sieg aufgebauscht wurde, hat also mit einer Niederlage her Engländer geendet. ────────── März im Atlantischen Ozean von einem deut­ schten Unterseeboot torpedierten französischen Segelschiffes St. Hubert" an Bord. FeindlWe Schiffsverluste. , Berlin, 11. April. Nach den bis heute morgen eingelaufenen Nachrichten sind seit dem 1. April über 80 000 Tonnen feindliche Han­ delsschiffe versenkt worden. Im Laufe des Januar dieses Jahres sind rund 20 000 To., im Februar rund 40 000 To. feindlichjenSchiffsraumes vernichtet worden. Im Laufe des Mo­ nats März sind etwa 50 feindliche Handels­ schiffe mit xund 100000 To. (davon etwa 75 000 To. durch Unterseeboote) versenkt wor­ den. Dazu kommen noch zwei Hilfskreuzer von zusammen.18 000 To. (Z.) Ter Schiffsverkehr im Aermelkanal. Zürich, 11. April. Nach Amsterdamer Berichten ist der Schiffsverkehr im Aermelkanal mit wenigen Ausnahmen eingestellt, was einen ungeheuren Schaden für den Handel bedeutet. ; Jum "Sussex"-Fall. Ueber den Untergang des Sussex" liegt hier nach! dem Bericht eines mitreisenden grieschen Marineoffiziers folgende Darstellung vor, die umso glaubwürdiger ist, als, tote gemeldet/ auch griechische Staatsangehörige den Tod da­ bei fanden^ sodaß also für den griechischen Offizier kein Grund zum Schönfärben vorlag. Ter Offizier erzählt, keinerlei Anhaltspunkte dafür zu haben, daß der "Sussex" torpediert worden sei. Das Schiff sei unbedingt auf eine Mine gelaufen, die auch eine englische ge­ wesen sein könne. Der "Sussex", der mit fran­ zösischer Besatzung fuhr, hatte im ganzen vier Rettungsboote an Bord, die natürlich! nicht genügten. Es war ohne Geleit von Kriegs­ schiffen auf die Reise geschickt worden. Ter erste Offizier verlor in der Verwirrung den Kopf und gab drahtlose Hilfesignaw mit fal­ scher Ortsangabe hinaus. Tie französische Be­ satzung machte sich die Kopflosigkeit zunutze, plünderte das Schiff aus, betrank sich und vergriff sich! am Eigentum der Passagiere. Tie unrichtige Angabe der Unfallstelle verzögerte die Ankunft der Rettungsdampfer und war so­ mit Schuld an den Opfern. (Z.) ────────── Kriegsbriefe aus dem Osten. Berlin, 10. April 1916. lUnberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Hindknburgs Mauer. Von unserem zum Ostheer entsandten Kriegs­ berichterstatter. II Wilna, Anfang April 1916. Tie Märzoffensive des russischen Nord- Wmiler Ui flügels hatte zunächst ihren Abschluß erhal­ ten. Auch! der Versuch, wenigstens örtliche Erfolge notfji zu erzwingen, ist aufgegeben wor­ den, die ganze riesige Angriffsbewegung war in "Sumpf und Blut erstickt". Tie russischen Verluste in ihrer ganzen Schwere sind unbe­ streitbar,, ebenso, daß in den letzten Tagen eine Möglichikeit, das Gelände zu kriegerischen Unternehmungen zu benutzen, nur sehr be­ schränkt vorhanden war. Eine Art Entschul­ digung für die schwere russische Niederlage gerade in diesem Umstand zu finden, ist merk­ würdig genug. Tenn immerhin spielte sich, die­ ser wütende Ansturm auf russischem Boden/, in russischem Klima, das die russische Heeres­ leitung eigentlich! kennen sollte, ab. Tatz in den letzten Märztagen in Litauen und an der Tüna nicht eben Dürre zu herrschen pflegt, scheint ja wohl festzustehen. , Ter Druck auf Verdun hat durch! den Hebel Frankreichs auch auf die russische Entschließung mitgewirkt. Man beschloß Entlastungsoffensive und beschloß zu­ gleich! die Turchbruchsoffensive im großen Stil. Es ist dabei ohne weiteres zuzugestehen, daß der Ansatz der russischen Masien durchaus ein­ wandfrei und geschickt erfolgte. Nur fand er zu ungeeigneter Zeit statt und rechnete nicht mit der Energie und Tüchtigkeit der deutschen Truppen und ihrer Führung, obwohl auch, diese Faktoren gerade durchaus hätten bekannt sein dürfen. Mit recht geschickter Maskierung begann das Vorspiel. Bei ©morgen fegte die Artil­ lerie ein. Nördlich und südlich. Tie Hinder­ nisse vor den russischlen Stellungen wurden beseitigt. Ter Anschein, als ob hier der An­ griff einsetzen sollte, wurde so zu wecken ver­ sucht, während schon am nächsten Tage die In­ fanterie nordöstlich, Postawh und südlich des Naroczsees ihren Keil vorzutreiben suchte. Es kam dann die eine Woche, die täglich Angriffe sah, tägliches Heldentum der Verteidiger. Tie Kämpfe an der Düna, so blutig sie waren scheinen bei dem augenblicklichen Haupt­ ziel der Russen, Wilna, doch, nur die Be­ deutung von Nebenoparationen, wenn auch! bedeutenden Stils gehabt zu heben. Wieder ist zu beobachten, wie bei dem groß­ zügigen Ausmaße des Plans, die Einzelheiten durch die mangelnde Ausbildung der Trup­ pen, ihr niedriges Maß von Intelligenz und geistiger Widerstandskraft scheiteern. Es wer­ den in den ersten Tagen, da nmch stellenweise eine dichte Schneedecke vorhandenr ist, Patrouil­ len in Schneehemden vorgeschickt,, um die Hin­ dernisse zu durchschneiden. Diese weißen Ge­ stalten gehen aber auch! überall an Stellen vor, wo der Schnee schon fortgetaut ist und sie auf den braunen Ackerschollen ein nur umso deutlicheres Ziel bieten. Eine russische Ab­ teilung soll eine Lücke in das Hindernis bei dunkler Nacht schneiden. Sie führt auch den Befehl aus, kommt aber dann, überlaufend, in den deutschen Graben und sagt, in einer Stun­ de sollte der Angriff beginnen. Ter eigentlich^ Angriff wird, nach ganz kurzem Schwanken im Einsatz während des ersten Tages, mit rücksichtslosen Opfern durch­ geführt. In vier Tagen verschießt ein deut­ sches Maschinengewehr über 10 000 Schuß in die immer wieder anstürmenden Massen. Tie russischen Offiziere schonen sich stark. Wenn ein­ mal an einer Stelle nach! furchtbaren Opfern ein Stück Graben besetzt ist, bleiben die Einge­ drungenen hilflos, weil ohne Offiziere führer­ los, und wissen nicht, w«s sie beginnen sol­ len. Während auf deutschier Seite sofort jeder Mann mit harter Entschlossenheit das Seine tut. Ein Schreinermeister etwa wirft aus dem noch in deutscher Hand befindlichen Graben­ stück Handgranate auf Handgranäte in die Rus­ sen. Er säubert fast allein den Graben. Der wütende deutsche Gegenstoß erschüttert die Rus­ sen dann sofort. Es ist außerdem immer wie­ der erstaunlich!, die oft im Aussehen einen guten Eindruck machenden Russen sind auch körperlich den furchtbaren Anstrengungen, die Eiswasser/ Sumpf, Granaffeuer stellen, we­ niger gewachsen als unsre oft nicht mehr jun­ gen Leute. Es spricht niemand von solchen Tingen, sie pressen die Lippen zusammen, wenn! es hart auf hart geht, und wenn gesprochen wird, geht es im Feldton, der nichts von gefühl­ vollen Unterlegungen weiß, aber es ist doch so, ein Geistiges siegt über Masse und Körper. Sie wissen warum. Nicht mit Worten. Es ruht ganz hinter allen Gedanken, die sich so viel mit den harten, den nächsten und nütz­ lichen Tingen beschäftigen müssen. Ich habe Kompagnien, die durch! den nassen, lehmigen Boden zogen, auf dem Wege zur Front, in das Feuer, das ununterbrochen hinüberklang, singen hören. Tie Gesichter waren abgespannt/ verhärmt oft, ernst, aber in dem Gesang, dem so merkwürdig aufschreienden und dem wieder gleichmäßigen Gesang, lag etwas, das über alle Not hinwegschwang; wir wissen warum. Auch! die Russen haben eine Anzahl tüch­ tiger Führer, es gibt auch Soldaten, deren letztes Wort "Heiliges Rußland" war, aber es fehlt der Masse der Funken, das Wissen, daß man siegen muß, muß! Ties Verantwortungs­ gefühl, das jeden Mann bei uns erfüllt. Tiefer Kitt macht die Mauer Hindenburgs unerschüt­ terlich, was auch kommen kann und will. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. (Kb.) ────────── Tlie Uebertragung des Reichstagswahlrechts auf -Preutzen lehnt Tr. Friedberg ab. In Preußen beruhe der Staatshaushalt auf den direkten Besitzsteuern^ zu denen ein großer Teil der Staatsbürger nicht beisteuere. Hiedurch werde eine Abstufung des Wahlrechts bedingt. An den Magdeburger Forderungen des direkten und geheimen Wahlrechtes müsse festgehal­ ten werden. Tr. Friedberg ist persönlich! für ein Pluraüvahlrecht, das etiroia 3 bis 4 Stim­ men zu umfassen habe. Wie man die Merkmale dieses Mehrstimmenrechts bestimme, will er der Zukunft überlassen. Tieutschv Haubitzen sür die Schweiz. Wie die "Züricher Post" erfährt, trifft in den näch­ sten Tagen die erste Teilsendung bec Hon Deutschland an die Schweiz zu liefernden schweiren 15 - Zentimeter-Haubitzen nebst Munition dort ein. Es handelt sich um neue Geschütze modernster Art, wie sie bei. der deutschen Armee im Gebrauch sind und sich in den bisherigen Erfahrungen dieses Krieges vorzüglich bewährt haben. Tie hervorragende Leistungsfähigkeit der deutschen Waffenindustrie, führt das Blatt aus, die nicht nur im Stande ist für den un­ geheuren Bedarf des eigenen Landes zu sorgen, sondern auch noch die Möglichkeit besitzt, schwere Artillerie ins neutrale Ausland zu liefernkommt hierbei deutlich! zum Ausdruck. An­ gesichts der Tatsache, daß im Vierver'band Mu­ nitionssorgen noch! an erster Stelle stehen, in London, Paris und Petersburg eigne Munitionsministerien gebildet werden, muß das ganz besonders überraschend wirken. Wie die N. Zürcher Nachr. erfahren, sollten die Haubitzen zuerst bei den Creuzotwerken in Auftrag ge­ geben werden. Tiefe lehnten jedoch! ab mit der Begründung, sie wären jetzt nicht in der Lage, Lieferungen ins .Ausland zu machen. (Z.) Schiffsverbindung Kowno—Tilsit. Laut Berliner Tageblatt wurden für die Entwick­ lung des Kownoer Geschäftsganges Wichtige Tampferverbindungen zwischen Koiwlno und Til­ sit auf der Memel vorgestern eröffnet. Amerikanische Anarchisten. Tem "Petit Journal" wird aus London gemeldet: Nach eiinem Telegramm aus Chicago hat man in dieser Stadt ein anarchistisches Komplott zur Ermordung europäischer Staatsoberhäupter entdeckt. Erne formelle Erklärung des Ge­ neralstaatsanwaltes bestätigt, daß eine Liste der Opfer mit dem Zaren und dem deutschen Kaiser begann. ────────── Sie warf kokett und selbstbewußt lächelnd den Kopf in den Nacken und sagte dann un­ vermittelt: "Jedenfalls ist es sehr nett von meinem Vetter, daß, er Sie veranlaßt hat, heute abends hier zu sein." Ilse sah! sie groß an. "Ihr Vetter? — Wenn Sie damit den Herrn Professor Herr­ mann meinen, so kaum ich! Ihnen die Versiche­ rung geben, daß, er eben so wenig von inesrnem Hiersein heute abends gewußt hat btte ich! von dem seinen." Mally lachte hell auf. "Fräulein von Tekken, das Mngt ja förmlich! entrüstet! Hahahä! Warum eigentlich? Mein Vetter war bei Ihnen unmittelbar bevor wir hierher fuhren, also da ist es doch! selbstverständlich, daß Sie von der Verlobungsseier gesprochen haben . . . Und ba§ Sie im Hause Schwarz zu jeder Zeit an­ genehm sind, das wissen Sie ja." "Gnädiges Fräulein, das klingt ja fast, als ob Sie ein geheimes Einvernehmen zwischen mir und dem Herrn Professor argwöhnten"rief Ilse entrüstet. "Ich! muß mich ganz ent­ schieden dagegen verwahren, daß " In dem Augenblick wandte sich! der Pro­ fessor, der noch! immer unweit neben Doktor Schweiger stand, herum und fragte, seine Cou­ sine scharf fixierend: "Was soll das eigentlich von dir heißen, Mally? Was bezweckst du mit diesem törichten Geschwätz?" \ "I du liebe Zeit! — Ich Mache einen : harmlosen Scherz, und ihr bauscht ihn zu einer i Haupt- und Staatsaktion auf. — Tas ist ver­ dächtig, Vetterchen!" Sie lachte wieder ihr ge­ ziertes Backfischlachen und drohte ihm schel­ misch. ! "Ich muß dir überlassen, dich damit ab­ zufinden-" sagte er kalt. — "Die Frau Kom­ merzienrat hat zu Tisch! gebeten. Wollen Sie mir Ihren Arm geben, Fräulein von Telken?" Ilse zögerte. "Es ist sehr liebenswürdig etoon Ihnen, Herr Professor, aber ich muß Sie bitten . . ." "Da gibt es weder ein Aber noch! etwas zu bitten," unterbrach! er sie ein wenig unge­ duldig. "Tie Hausfrau hat bestimmt, und wir haben uns zu fügen." Malvida stand, schoß giftige Blicke auf Ilse und biß auf die Lippen. Aber da kam ein junger Offizier, ein Neffe der Hausfrau, eilfertig auf sie zugestürzt und bot ihr den Arm. Und während sie innerlich vor Aeger kochte, nahm sie den Arm mit einer Liebenswürdigkeit, als ob der kaum dem Kadettenkorps entwachsene kleine Leutnant just der wäre, auf den sie sehnlichst gewartet hätte. "Meine liebe Käte hat es gut gemeintaber tote ich, glaube,, nicht gut damit getan, daß sie uns zu Tischnachbarn bestimmt hat,?' sagte Ilse, während sie mit dem Professor nach! dem Speisesaal schritt. "Fräulein von Mellwitz scheint mich ohnehin mit Mißtrauen zu betrachten. . . Wenn es nicht gar so ab­ geschmackt wäre, müßte ich meinen, sie sei eifersüchtig auf mich." 1 "Und Sie weißen natürlich! die bloße Idee, daß Beziehungen zwischen uns bestehen könn­ ten, mit Entrüstung von sich,." "Allerdings "natürlich", Herr Professor." "Auch die freundschaftlichen Beziehungen? — Ich! habe bisher immer geglaubt, daß Sie mich als Ihren Freund betrachteten." "Ten Freund unsres Hauses, ja. Und ich danke Gott dafür,, daß, ich, es darf. Aber das berechtigt mich nicht dazu, Ihrem Fräulein Cousine Enttäuschungen zu bereiten." "Sie müssen das, was meine Cousine sagt, nicht so tragisch nehmen. Sie ist manchmal ein bischen kindisch trotz ihrer reifen Jahre. Aber man darf nicht allzu streng mit ihr ins Gericht gehen, bei ihrer Erziehung konnte sie sich! kaum anders entwickeln. Ihrem Wesen fehlt das Ausgeglichene und Harmonische. (Fortsetzung HotfltJ ────────── Bayerische Nachrichten. llk. Tie bayerischen Staatseisenbah«en.Der Abg. Tr. v. Pichler hat an den Finanzaus­ schuß seinen Bericht zum Etat der Staatseisen­ bahnen abgeliefert. Ter Etat schließt nach demVoranschjlag der Regierung mit 323 361 100 Mark Einnahmen und mit 245 150 500 Mark Ausgaben, also mit einem Ueberschuß von78210 Mill. Mark ab. Aus diesem Ueberschuß ist jedoch die Verzinsung und Verwaltung der Eisen­ bahnschuld mit 70 821970 Mark zu bestrei­ ten, so daß die Reineinnahme 7 388 630 Mark beträgt. Diese Reineinnahme soll mit4 388 630 Mark als Einlage in den Ausgleichs- und Til­ gungsfonds und mit 3 000 000 Mark als Ab­ lieferung an die allgemeine Staatskasse ver­ wendet Werden. — Nun haben die Rechnungs­ abschlüsse für die Jahre 1914 und 1915 einen Fehlbetrag von vorläufig insgesamt 7 679 175 Mark ergeben. In dieser Höhe würde der' Fehl­ betrag aus dem Ausgleichsfonds gedeckt werden können. Aber der Bericht weist darauf fjin# daß der Fehlbetrag sich um weitere sechs Mil­ lionen erhöhen würde, Wenn die Bestimmungen des Gesetzes vom 13. August 1910 dahin aus­ gelegt würden^ daß die Ablieferung an die allgemeine Staatskasse mit jährlich! drei Mil­ lionen auch! dann zu erfolgen hat, wenn die Eisenbahnverwaltung mit einem Fehlbetrag ab­ schließt. Rechnet man weiter ab, die bereits ge­ nehmigten, aber noch nicht verwendeten und auf die nächste Finanzperiode übertragbaren Kredite von rund 11 700 000 Mark, so würde sich! nach dem vorläufigen Rechnungsabschluß, für die zwei Jahre der abgelaufenen Finanz­ periode der Fehlbetrag auf insgesamt25 379175 Mark erhöhen. Damit wäre der auf 20 Mil­ lionen limitierte Ausgleichsfonds erschöpft Und es legte sich, die angemessene Erhöhung dessel­ ben dringend nahe. — Ter Bericht enthält nach, eine Reihe von statistischen Ängaben aus welchen wir folgenden Auszug geben: Tie Ein­ nahmen der bayerischen Staatseisenbahnen sind von 205 905 998 Mark im Jahre 1900 auf 318 903 666 Mark im Jahre 1913 gestiegen. 1914 betrugen sie 282160 098 Mark; 1915 270 259000 Mark. Tie Aüsgaben wuchsen von 147 612 274 M. im Jahre 1900 auf 228 527 947 Mark im Jahre 1913 und betrugen 1914 214 523 344 Mark; 1915 195 073 000 Mark. Tie Eisenbahnschuld Bayerns ist von 1900 bis 1915 von 1 184 208179 Mark auf 1 968 695 307 Mk. gestiegen. Tie Ausgaben für ihre Verzinsung betrugem 1915 70 632 401 Mark, für ihre Til­ gung 44 319078 Mark. Die Bahnlänge war im Jalyre 1900 5 865 Kilometer, 1915 8485 Kl. — In seinem Berichte kommt Tr. v. Pichler auch auf die Frage der Reichseisenbahngemein­ schaft zu sprechen, zu welcher er sich', wie be­ kannt, ablehnend verhält. Auf dieses Kapi­ tel wird noch, zurückzukommen sein. Ein Streit um den Postkasten ist zwischen den Anwohnern der Rathaüsstraße und der Postbehörde in Neustadt entstanden. Ter Hut­ macher Kraus, an dessen Haus seit etwa 30 Jahren der Postbriefkasten für die Rathausstraße hängt, hatte öfter Anlaß zu Aerger, weil die kleinen Kinder oft Kletterübungen am Ka­ sten machten und dabei mit den Schuhen seine Fassade ruinierten, zweimal sogar das Schau­ fenster einstießen. Neuerdings war Wieder einck Ausbesserung der Hausecke nötig geworden,» und Kraus war diesmal so frei, die Rechp nung mit 24,150 Mark der Postbehörde ein­ zusenden. Ter Postdirektor lehnte jedoch, der Folgerungen wegen ab und ging auch nicht auf den Vorschlag ein, daß Kraus und die Post je die Hälfte zahlen soll. Ja, die Post wollte den Kasten nur dann weiter am Krausschein Hause belassen, wenn Kraus sich! schriftlich, ver­ pflichte, auch späterhin keine Schadensansprüche geltend zu machen. Ta er darauf nicht einging und auch keiner der Nachbarn, bei denen die Post an­ fragte, unter einer solchen Voraussetzung den Kasten bei sich! angemacht haben wollte, so ist jetzt die Rathausstraße, in die auch, die Rittergartenstraße und die Gorichtsstraße ein­ münden, seit einigen Tagen ganz ohne Brief­ kasten. Einwohner, die zum größten Teil Ge­ schäftsleute sind, wollen die Angelegenheit wei­ ter verfolgen. ────────── —* Gegen das Einhamstern von Le­ bensmittelvorräten wurde im Magistrat Mün­ chen folgender Antrag eingebracht: Der Magi­ strat wolle bei der K. Staatsregierung, oder, wenn notirotenbig, beim stellv. Generalkomman­ do geeignete Schritte unternehmen, daß durch entsprechende Maßnahmen der über den laufenden Bedarf hinausgehende Borkauf von knapp gewordenen Lebensmitteln unmöglich ge­ macht wird. Ter Antrag richtet sich! vor allem gegen die Zuckerhamster, die sich in letzter Zeit auchj in Landshut breit machen. Es wäre auch! hier zu wünschen, daß das Generalkom­ mando dem Antrage stattgeben und besonders den Zuckerhamstern das Handwerk legen würde. —* Für die Volksküche baut die Ju­ gendabteilung des kath. Frauenbundes, wie in der letzten Magistratssitzung besprochen wur­ de, Gemüse an. Ser Magistrat hat nun nach Augenschieinnahme am letzten Samstag beschlos­ sen, für diesen Zweck ein Stück Land im städt. Hofgarten zur Verfügung zu stellen. Hiedurch entfallen die für den ev. vorgesehenen Platz an der Savignh-TaMMstratze notwendig ge­ wesenen Kosten. —* Kath. Frauenbund. Um für das Volksnahrungsmittel Gelatine möglichst viel Interessenten zu gewinnen, veranstaltet bet Kath. Frauenbund eine größere Gelatinespei­ sen-Ausstellung ab Donnerstag, den 13. April im Laden Nr. 82, Altstadt, welchen Herr Ren­ tier Grundner dem Frauenbund kostenlos über­ ließ. — Tie ausgestellten süßen, sauren- und Gemüsesulzen werden nicht nur das Auge ent­ zücken, sondern auch! durch ihren Wohlgeschmack, Die Einfachheit der Herstellung und durch ihren hohen Nährwert nicht allein die Hausfrauen, sondern auch die Männer für die Einführung der Gelatine in der Küche begeistern. —* Kriegs kostabe nd. In früher nie geahnter Weise spielt die Ernährungsfrage jetzt eine Rolle im wirtschaftlichen Leben. Mit je­ dem Tage jwerden die Lebensmittel teurer und die Hausfrau steht täglich! vor einer neuen unangenehmen Ueberraschjung, denn seit dem letzten Einkauf ist wieder eine Preissteigerung zu verzeichnen. Es hleißt Sparen, überall Spa­ ren, aber nicht um der Teuerung halber, son­ dern auch! wegen der Einschränkungen, die uns durch! die .Einführung der Karten, von der Be­ hörde in Weiser Vorsicht auferlegt werden. Ta kam erst die Brot- und Mehlkarte, an die wir uns längst gewöhnt haben/ in den mei­ sten großen .Städten gibt es bereits MiWund Butterkarten .und schon ist die Fleischkarte in Aussicht gestellt. Sollen wir Frauen nun klagen und murren, während die Männer m immer gleichem Opfermut uns und unser Heini schützend, dem anstürmenden Feinde seit nahe­ zu zwei Jahren standhalten? Und doch! gibt es Frauen, die ständig jammern und sich! und den Ihren das Leben erschweren. Es ist dies Undank gegen die Tapferen, die uns vor dem Einfall des Feindes bewahrt hoben. Wögen sich! doch auch diese kleinmütigen Frauen im­ mer wieder vorstellen,, Nie es um uns und unser Vaterland stünde, wenn der geplante ruchjlose lieberfall an den drei Fronten ge­ lungen wäre und feindliche Horden uns die Heimat verwüstet Hätten. Darum, liebe Frauen seid tapfer, nicht immer gemurrt, fügt Euch mit gutem Willen in die schwere Zeit, es heißt eben mit vielem Alten brechen und wenn es Gelegenheit gibt zu lernen, diese mit vollem Vertrauen benützen.. Jedermann, und auch der Tüchtigste kann immer noch lernen und man besucht selten einen Vortrag oder Kurs, ohne die eine oder andere Anregung mit heim zu nehmen. Die Frau muH, unter jeder Bedin­ gung lernen, die Lebensmittel, jetzt wo sie so teuer sind, hochernzuschätzen und infolgedes­ sen voll Auszunützen. Vor allem mutz zu je­ der Hauptmahlzeit eine kräftige Suppe ge­ geben werden, dieselbe mutz schon zum großen Teil sättigen und nähren, denn so viel Fleisch, wenn wir überhaupt uns eins leisten können,, bekommen wir nicht, um satt zu (Verden, sleischarme oder fleischlose, aber schmackhafte Gerichte müssen das Fletsch ersetzen. Ties for­ dert aber natürlich! viel mehr Zeit und Mühe^ 'als das einfache Fleisch kochen oder braten. Wir müssen umlernen und anders wirtschaften und haushalten. Wir haben dann aber auch! den Vorteil, daß wir in schwerer Zeit, notge­ drungen äußerste 1 Sparsamkneit und Ausnüt­ zung gelernt, dre Früchte davor, im Frie­ den ernten. Ter Verein für Fraueninteressen veranstaltet, vielseitigen Wünschet entspre­ chend, Tonnerstag, den 13. April im Cafe Fischer wieder einen unentgeltlichen Kriegs­ kostprobeabend, wozu Einladung an die Frauen aller Kreise der Bevölkerung ergeht. Eßge­ schirre sind mitzubringen. —* Der "Allgemeine Konsumver­ ein für Landshut und Umgebung" hielt am Sonntag nachjmittags im Gasthaus Holl seine Generalversammlung für das erste Halbjahr 1915/16 ab, die gut besucht war. Aus dem Bericht des Vorstandes war zu ent­ nehmen, daß das Geschäftsergebnis in An­ betracht des Krieges ein sehr gutes war. Von den 314 Mitgliedern des Vereins sind zur Zeit 140 zum Heeresdienst eingezogen.. Trotz der enormen Preissteigerungen sämtlicher Konsumartikel und der damit verbundenem Schwierig­ keiten der Beschaffung derselben, totes der Wa­ renumsatz gegen die gleiche Zeit de«s Vorjahres eine Steigerung auf. , . ────────── Stadttheater. Das vorgestrige Dreher-Gastspiel brachte das hier schon öfters gegebene vieraktige Volks­ stück "Matthias Gollinger" von Oskar Blumen­ thal, dem Vertreter des Berliner Witzes, und Max Bernstein, der dem Stücke den breiten behaglichen Humor Südbaherns spendete. Tie beiden Autoren erheben in ihrer gemeinsamen Arbeit nicht etwa Anspruch auf einen literari­ schen Wert, sie wollen vielmehr einem von der Tagesarbeit ermüdeten Publikum einige heitere Stunden bereiten und dieser Zweck wür­ de auch! hier diesmal wieder erreicht. Ter Gollinger, diese famose Altmünchner Brauer­ figur, hat in Hofschauspieler Dreher seinen Meister gefunden. Seine nie versagende vis comica übte die altbewährte Zugkraft Mus und hielt die Lachmuskeln der Hörer in steter Be­ wegung. Max Linnbrunners grobehrlicher Buch­ halter und Faktotum Kappier war wohl die zweitbeste Figur des Abends. Tie übrigen Tarsteller hatten keinen leichten Standpunkt in ihren me-hr oder weniger hervortretenden Aufgaben das Publikum auch! noch für sie zu interessieren. 1 In großen Rollen machten sich noch verdient Gwis Borkmann als verliebte Resi, Alexandra Wiellegh als sports- und klei­ derliebende Hedwig, Carl Wald als Robert Krüger und Franz Otto's immer korrekter Assessor. Tie animierte Stimmung des Pu­ blikums kennzeichnete sich in dem herzlichen Beifall, der in der Hauptsache Dreher galt. Auch die Vorträge des Zithervirtuosen Herrn Stattler in den Zwischenakten fanden wieder volle Anerkennung mit reichem Applaus. i ! , ! ; i . Hg- ────────── - Geringwertige Teil«, Kopf und Hexen, dürfe »höchstens 1.20 Merk per Pfund ko­ sten, Halsgrat höchstens 1.30 Mark per Pfund. EchwrinefleiW: Hiefür gelten jetzt folgende Höchstpreise: Schlegel, Grat, Kottelettes und Bug 1.60 Mb, Hals, Brust und Bauch 1.50 Mark, Kopf, prüfte, Haxen und Knöcherl 1.30 Mark, gepöckeltes oder gesalzenes Schweinefleisch 1.60 Mark, Leber, Herz, Nieren, Zunge und Hirn 1.50 Mark, Lunge und Milz 0.60 Mark. Rohes Schweinefett 1.80 Mark, ausgelassenes Schweinefett 2.— Mark und gesalzener Speck 1.80 Mark per Pfund. Wurstpreise in Landshut. Knackwürste (Regensburger, Dünn - Ge­ räucherte usw.) mit einem Mindestgewicht von 55 Gramm und einer Fehtzre^ von 5 Gr. t italienische Talnpfer "Unione" (2367 To.) ist LLL % IS i höchstens 12 Pfg., Leoni- und Frankfurters- f, wurst pro Pfund höchstens 1.50 Mark, Leber- J. streichwurst das Pfund höchstens 1.80 Mark, * vllviUi l|U|v7< ; Adolf TMasch«e, "Geschichte der Natioualian tfÄt 's ökouoruie", eine erste Einführung. Verlag von An SK 1 Gustav Fischer, Jena. 8. durchgesehn. Aufls ? Schaken j 1916 ßy7'^iten. Preis 4.50 Mark. - Ju» TD ^- Öa f T = 2 ' 50 halt: Von den Aufgaben der NationalökonoMark, Schinken tm Ausschnitt 3.- Mark * mie . _ Das Altertum. - Das Mittelalter. Die Abgabe der im Kleinverkauf übli- ■. — Tas Zeitalter des Merkantilismus. — Die chen Mengen an Verbraucher zu den fest- I Physiokraten. — Tie liberale Schule. — Das gesetzten Preisen gegen Barzahlung darf nicht f ' nationale System. — Ter Kommunismus. — verweigert Werden. ' ' Tie Anarchisten. — Die Bodenreform. — ■■— 1 Wenn mitten im Kriege von einem geschicht[ lich-volkswirisch aftlichen Werke eine neue Auf. läge notwendig wird, das 37.—39. Tausend | im Verlauf von wenig mehr als einem Jahr­ zehnt, dann ist das ein gutes Zeichen sowohl für die Leser, als für das Werk selbst. So ! brauchst zur Empfehlung von Damaschkes "GeÄn der Jrakfront erlitten die Engländer ! schichte der Nationalökonomie" eigentlich nichts eine neue blutige Niederlage bei Felahie, wo- , mehr gesagt zu werden. Ter Erfolg zeigt, bei sie mehr als 3000 Tote auf dem Kampf- - daß sie gerade als die "erste Einführung", als gelände sowie einen Offizier und einige Sol- das Lehrbuch, das keinerlei Fachkenntnisse vordaten als Gefangene in unsrer Hand zurück- ausseiht, in Wahrheit einem Bedürfnis weiter ließen. < Kreise: entgegenkommt. Ter Name DamaschtAm 9. April vormittags nach, anderthalb- \ ke bedeutet ein Programm, bedeutet die Erstündiger Artillerievorbereitung griff der Feind , kenntnis von der grundlegenden Bedeutung ────────── Erlebnisse in einem Aufsatz der Umschau schil­ dert. Tie kühne Reisende, die ihren von der furchtbaren Schlafkrankheit befällenen Gatten gesund gepflegt hatte, mußte ihn nun im An­ gesicht der Heimat sterben sehen und konnte nur von den wissenschaftlichen Ergebnissen der be­ deutsamen Expedition retten, was nicht durch den Krieg vernichtet war. Tas Ehepaar hatte Kamerun von West nach! Ost, von Süd nach Nord durchquert; da platzte wie eine Bombe die Nachricht vom Ausbruch des Krieges in ihr friedliches Forscherleben. In qualvollen Eilmärschen eilten sie nach Garns, um dort die Sammlungen abzuholen und in Sicherheit zu bringen. Hier wurden sie mit dem Ruf be­ grüßt: "Die Engländer werden heute nachts wohl kommen'." Zugleich! aber hörten sie von den ersten großen deutschen Siegen. Kurz vor Einbruch, der Nacht meldete eine Patrouille den Anmarsch! der Engländer aus deutschem Gebiet, die nur noch, 40 Kilometer von Garua entfernt waren. Ta Frau Elbert die einzige weiße Frau weit und breit war, drängte der deutsche Kommandant darauf, sie in Sicher­ heit zu bringen, u. so ging denn der beschwer- yerr zu oringen, u. ,u ging ueu» uti «iji yetuu«, ««« liche Marsch mit den wichtigsten Sammlungen ! durch, ganz Deutsch-Kamerun nach Spanischduvch! Tropenglut und Tropenregen nach' i Guinea verbreitet, und von dort meldeten die Ngaundere, wo sie die Nachricht von dem j englischen Firmen schnell das Resultat ihrer großen deutschen Sieg in Garua erhielten, den j Militärbehörde. Großer Jubel herrschte in 200 deutsche Helden'über 800 Engländer er- ■' Joko, als die ersten Gefangenen eintrafen fochten. Von da ging es weiter nach Tibati, j und besonders die Ankunft der weißen yerr zu oringen, u. ,u ging ueu» uti «iji yetuu«, ««« liche Marsch mit den wichtigsten Sammlungen ! durch, ganz Deutsch-Kamerun nach Spanischduvch! Tropenglut und Tropenregen nach' i Guinea verbreitet, und von dort meldeten die Ngaundere, wo sie die Nachricht von dem j englischen Firmen schnell das Resultat ihrer großen deutschen Sieg in Garua erhielten, den j Militärbehörde. Großer Jubel herrschte in 200 deutsche Helden'über 800 Engländer er- ■' Joko, als die ersten Gefangenen eintrafen fochten. Von da ging es weiter nach Tibati, j und besonders die Ankunft der weißen und nach, 14 Tagen langten die Reisenden todmüde auf der Station Joko an. "Die Nach­ richt vom Kriege der Weißen gegen Weiße," erzählt Frau Tr. Elbert, "hatte sich, mittler­ weile wie ein Lauffeuer unter den Eingeboronen verbreitet. Tausenden von staunenden, ungläubigen Fragern hatten wir täglich! stand­ zuhalten und immer wieder vernahmen ptir den Satz: "Ihr Weißen habt uns doch! ver­ boten, Krieg zu führen, und jetzt kämpft ihr selbst gegeneinander?" Andere wieder melde­ ten sich in Scharen zum Kampfe, oft mit fun­ kelnden Augen ihrer Freude Ausdruck gebend, ungestraft mit Weißen gegen Weiße kämpfen zu dürfen. In Joko herrschte reges Trei­ ben. Hier wurden Rekruten gedrillt; Munitions- und Proviantkolonnen zöge« vorbei; das Proviantamt und Sanitätsdepot wurden dorthin verlegt. Vom Kriege in Europa gin­ gen viele Gerüchte um; es sollte sogar Paris gefallen sein. Doch, erwies sich später, daß die Engländer selbst die Lügenbotfchaft ge­ funkt hatten, um herauszubekommen, ob noch eine Telefunkenstation in deutschen Händen sei. Ihre List gelang, denn bald war die Nachricht lischen Gefangenen machte aus die Eingeboref neu einen ungeheuren Eindruck. Anfang Ja­ nuar 1915 begaben sich, die beiden Reisenden aus den Marsch ins spanische Muni-Gebiet, um die wichtigsten Resultate der Expedition, die Gesteinsammlungen, ,Photoplatten, Tage­ bücher usw. in Sicherheit zu bringen. Unter­ wegs Waren sie im Jaunde Gäste des Gouver­ neurs Ebermaier, bei dem sie Kaisers Ge­ burtstag verlebten. Ter Festtag verlies genau wie in Friedenszeiten, begann morgens mit einem allgemeinen Kirchgang, an den sich eine Schulfeier mit Vortrag deutscher Kaisergedichte durch schwarze Schulkinder schloß, und gipfelte in der Rede des Gouverneurs an die Soldaten und die von weither erschienenen Häüptlinge mit ihrem Volk. Nachmittags war große Volks­ belustigung. In Jaunde und Ebolowa wären sogar Kameruner Munitionsfabriken eingerich­ tet . Hier wurden unter Leitung eines Che­ mikers unter Benutzung alter Hülsen täglich neue Patronen Hergestellt, wozu man die Zünd­ plättchen der zu Tausenden in deutschen Läden lagernden Kindevpistolen verwendete. In Ebo­ lowa gab es sogar eine Gewehrfabrik, und zwar versah man dort die Läufe unbrauchbarer Gewehre, die früher als Fenstergitter in den Stationsbau eingemauert worden wären, mit neuen Kolben und machte sie so wieder brauch­ bar. ────────── Niederlage der Engländer in der Jrakfront. Sd. Konstantinopel, 12. April. Tas Hauptquartier teilt mit: 55 Gramm und einer Fehtzre^ von 5 Gr. t italienische Talnpfer "Unione" (2367 To.) ist LLL % IS i höchstens 12 Pfg., Leoni- und Frankfurters- f, wurst pro Pfund höchstens 1.50 Mark, Leber- J. streichwurst das Pfund höchstens 1.80 Mark, * vllviUi l|U|v7< ; Adolf TMasch«e, "Geschichte der Natioualian tfÄt 's ökouoruie", eine erste Einführung. Verlag von An SK 1 Gustav Fischer, Jena. 8. durchgesehn. Aufls ? Schaken j 1916 ßy7'^iten. Preis 4.50 Mark. - Ju» TD ^- Öa f T = 2 ' 50 halt: Von den Aufgaben der NationalökonoMark, Schinken tm Ausschnitt 3.- Mark * mie . _ Das Altertum. - Das Mittelalter. Die Abgabe der im Kleinverkauf übli- ■. — Tas Zeitalter des Merkantilismus. — Die chen Mengen an Verbraucher zu den fest- I Physiokraten. — Tie liberale Schule. — Das gesetzten Preisen gegen Barzahlung darf nicht f ' nationale System. — Ter Kommunismus. — verweigert Werden. ' ' Tie Anarchisten. — Die Bodenreform. — ■■— 1 Wenn mitten im Kriege von einem geschicht[ lich-volkswirisch aftlichen Werke eine neue Auf. läge notwendig wird, das 37.—39. Tausend | im Verlauf von wenig mehr als einem Jahr­ zehnt, dann ist das ein gutes Zeichen sowohl für die Leser, als für das Werk selbst. So ! brauchst zur Empfehlung von Damaschkes "GeÄn der Jrakfront erlitten die Engländer ! schichte der Nationalökonomie" eigentlich nichts eine neue blutige Niederlage bei Felahie, wo- , mehr gesagt zu werden. Ter Erfolg zeigt, bei sie mehr als 3000 Tote auf dem Kampf- - daß sie gerade als die "erste Einführung", als gelände sowie einen Offizier und einige Sol- das Lehrbuch, das keinerlei Fachkenntnisse vordaten als Gefangene in unsrer Hand zurück- ausseiht, in Wahrheit einem Bedürfnis weiter ließen. < Kreise: entgegenkommt. Ter Name DamaschtAm 9. April vormittags nach, anderthalb- \ ke bedeutet ein Programm, bedeutet die Erstündiger Artillerievorbereitung griff der Feind , kenntnis von der grundlegenden Bedeutung Letzte Posten. Mit sämtlichen Kräften vom rechten Tigrisufer her unsre Stellungen bei Felahie an. Tie Schlacht wütete während 6 Stunden. Zuerst gelang es dem Feinde unter ungeheuren Oppfern in einen Teil unsrer Gräben einzu­ dringen, aber unsre tapferen Truppen mach­ ten die eingedrungenen Feinde mit dem Bajo­ nett nieder, sowie diejenigen, die ihnen zur Hilfe herbeigeeilt waren und würfen dieUeberlebenden in ihre früheren Gräben zurück. Am Abend der Schlacht konnten wir in Teilen unsrer Gräben uNp vor ihnen «Her 3000 feiudlichx Leichen zählen. Die Gefangenen sagten aus, daß von allen feindlichen Truppeneinheiten diejenige, die am meisten gelitten hat, die 13. englische Divi­ sion sei, die ausschließlich aus englischen Sol­ daten besteht, seinerzeit an den Dardanellen kämpfte und kürzlich, an die Jrakfront ge­ schickt wurde. Unsre Soldaten kämpften mit Unvergleichlicher Tapferkeit während der Schlachten am 5., 6. und 9. April und fügten ein neues ruhmreiches Blatt unsrer Militärischen Ge­ schichte ein. An den übrigen Fronten ereignete sich nichts. Gesunken. London, 12. April. Lloyds meldet: Ter ────────── Literarisches. 55 Gramm und einer Fehtzre^ von 5 Gr. t italienische Talnpfer "Unione" (2367 To.) ist LLL % IS i höchstens 12 Pfg., Leoni- und Frankfurters- f, wurst pro Pfund höchstens 1.50 Mark, Leber- J. streichwurst das Pfund höchstens 1.80 Mark, * vllviUi l|U|v7< ; Adolf TMasch«e, "Geschichte der Natioualian tfÄt 's ökouoruie", eine erste Einführung. Verlag von An SK 1 Gustav Fischer, Jena. 8. durchgesehn. Aufls ? Schaken j 1916 ßy7'^iten. Preis 4.50 Mark. - Ju» TD ^- Öa f T = 2 ' 50 halt: Von den Aufgaben der NationalökonoMark, Schinken tm Ausschnitt 3.- Mark * mie . _ Das Altertum. - Das Mittelalter. Die Abgabe der im Kleinverkauf übli- ■. — Tas Zeitalter des Merkantilismus. — Die chen Mengen an Verbraucher zu den fest- I Physiokraten. — Tie liberale Schule. — Das gesetzten Preisen gegen Barzahlung darf nicht f ' nationale System. — Ter Kommunismus. — verweigert Werden. ' ' Tie Anarchisten. — Die Bodenreform. — ■■— 1 Wenn mitten im Kriege von einem geschicht[ lich-volkswirisch aftlichen Werke eine neue Auf. läge notwendig wird, das 37.—39. Tausend | im Verlauf von wenig mehr als einem Jahr­ zehnt, dann ist das ein gutes Zeichen sowohl für die Leser, als für das Werk selbst. So ! brauchst zur Empfehlung von Damaschkes "GeÄn der Jrakfront erlitten die Engländer ! schichte der Nationalökonomie" eigentlich nichts eine neue blutige Niederlage bei Felahie, wo- , mehr gesagt zu werden. Ter Erfolg zeigt, bei sie mehr als 3000 Tote auf dem Kampf- - daß sie gerade als die "erste Einführung", als gelände sowie einen Offizier und einige Sol- das Lehrbuch, das keinerlei Fachkenntnisse vordaten als Gefangene in unsrer Hand zurück- ausseiht, in Wahrheit einem Bedürfnis weiter ließen. < Kreise: entgegenkommt. Ter Name DamaschtAm 9. April vormittags nach, anderthalb- \ ke bedeutet ein Programm, bedeutet die Erstündiger Artillerievorbereitung griff der Feind , kenntnis von der grundlegenden Bedeutung des Bodens und Bodenrechtes für alle wirt­ schaftliche Entwicklung. Diese Erkenntnis be. herrscht auch diese Geschichtsdarstellung, und ! was mit ihr nicht in unmittelbarem Zusammen­ hang steht, wie z. B. die Entwicklung des' Geld­ wesens und der Währungsfragen, rückt wie ! von selbst in den Hintergrund. Aber em Ma«. gel ist das nicht. Tenn nur bei dieser persön, lichen Erfassung und Darstellung der Tat­ sachen war es möglich, nichr eine Kette blasser Theorien zu schreiben, sondern eine Geschichte von Blut und Leben.