Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-04-18. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 106, 1916-04-18. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Kalbinnen:1. Qual 125—137, 2. Qual. 124—132, 3. Qual. 118—123, 4. Qual. 110—117,5. Qual. 94—109; gering genährtes Jungvieh: 81—110; Kälber: feinste 130—132, mittlere 127—129, geringe 120—126; Schafe: Stallmastschafe, Mastlämmer und jüngere MasthammelOOO—000, ältere Masthammel 00—06, mäßig genährte Hammel, gering. Lämmer 000—000; Schweine: Fettschweine über 150 Klgr. 000—000, vollfleischige von 120 bis 150 Klgr. 000—000, von 100 bis 120 Klgr. 000—000, von 80 bis 100 Klgr. 000—000, dto. unter 80 Klgr. 000—000, Sauen 00 bis000,Bratenschweine000-000Mk. Preise per 50 Klgr. Schlachtgewicht: Bullen 2. Qual. 00—00, 3. Qual. 00—00, Kälber: feinste 150—152, mittlere 146—149, geringe 133—145; Schafe: Mast­ lämmer und jüngere Masthammel 165—170, ältere Masthammel 145—160, mäßig genährte Hammel und Schafe 120—140; geringere Lämmer und Schafe 00—00. Schweine: Fettschweine über 150 Klgr 000—000, vollfleischige vonl20—150Klgr.000—000 von 100 bis 120 Klgr. 000—000,von 80 bis 100 Klgr 000—00, unter 80 Klgr. 000—00, Sauen 000—000 Bratenschweine 000— 000 Mk. Für Schweine gesetz­ liche Höchstpreise. Nürnberg, 15. April. (Hopfen mar kt.) Das dierwöchige H pfengeschäft gestaltete sich infolge größerer Kaufabschlüße umfangreicher als dies bisher der Fall war. fodaß ein Wochenumsatz von annähernd 1000 Ballen zu verzeichnen war. Die Stimmung ist zwar etwas freundlicher, doch blieben die Preise unverändert. Die Nachfrage erstreckte sich wiederum wie bisher auf geringe hopfen bis zu 25 Mark. Es kamen davon 250 Ballen zum Verkauf. Etwas gefragt und gehandelt waren auch Mittelhopfen im Preise von 28—35 Mark, dagegen waren von befielen Qualitäten nur ca. 100 Ballen zu 40 Mk. und von bestvorhandenen nur Kleinigkeiten zum Preise von 45—52 Mark gefragt und gehandelt. Die Wochenzufuhr betrug 200 Ballen. Die Preise am 15. April betrugen für 50 Kilogramm: Geringe Hopfen 23—25 Mark, Mittel- und gute Mittel­ hopfen 26—35 Mark, Prima und Siegelgut 38 bis 50 Mark. ────────── Nichts Neues von der Westfront. Nichts Neues van der Westfront. > S, i3i * ■ i'J J) | :■ JZwei feindliche Flugzeuge abgeschossen. — Griechenland und die Entente. — Rußland fürchtet ei« rumänisches Eingreifen. — Eine amerikanische Schlappe in Mexiko. Von der Westfront wurden gestern "keine Ereignisse von besonderer Bedeutung" gemel­ det. Auch! der französische Bericht spricht nur von stärker Artillerietätigkeit und Vorpostenlschlarinützeln. > ’ ! Im Lustkamps schoß. Oberleutnant Berthold, einer unsrer neuen Lusthelden, sein 5. feindliches Flugzeug, einen englischen Doppel­ decker Kt6. Ein anderes feindliches Flugzeug wurde durch unsre Abwehrgeschütze in Flan­ dern -zum Absturz gebracht. ' Im Osten zeigen die Russen am Brückend köpf Don Tünaburg lebhaftere Tätigkeit. Sie bereiten anscheinend hier neue Angriffe vor. In Gplizien haben die österr.-ung. Trup­ pen am oberen Sereth einen neuen russischen Vorstoße zurückgewiesen. Sonnino «hielt in der italienischen Kam­ mer eine Rede, in der er mit viel Worten über den italienischen Krieg sehr wenig sagte. Tie vselen Schlager der Rede erzielten großes: Applaus und zum Schlüsse errang in der begei­ sterten Stimmung das Kabinett ein Vertrau­ ensvotum mit 352:36 Stimmen. Bei Licht besehen, hielt die Rede allerdings nicht mehr stand und heute mehren sich, die Stimmen, welche die Leere der Rede bloßftellep. Tie Blätter heben hervor, daß die Kündigung des deuGchi-italienischen Vertrags über das lite­ rarische Eigentumsrecht und die, Vorbereitung eines Erlajsses für ein Vorgehen gegen Ver­ geltungsmaßnahmen gegen Oesterreich! die ein­ zigen neuen Ankündigungen der Rede sind. Abgeordnete meinten in bezug auf den Haupt­ teil der Rede, den Balkan, wisse man jetzt! weniger als früher. Im "Corrjere della Sera" erklärt der Abg. Torre die Kammerabstimmung trotz der Unzufriedenheit mit der Rede Sonninos aus dem Bedürfnis der Kammer, die Zukunft durch! die Pariser Tagung besser ge­ sichert zu wissen. Ter "Secolo" nennt die Rede ein Licht, das zwar leuchte, aber nicht evwärme. Ties dürfte die treffendste Kritik der Rede sein. BeW der deutschen HWWMierr. WTB. Berlin, 17. April. Mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher KriegrschmM. Von der Krönt keine Ereignisse von besonn jderex Bedeutung. - , . > , ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. Von der Westfront wurden gestern "keine Ereignisse von besonderer Bedeutung" gemel­ det. Auch! der französische Bericht spricht nur von stärker Artillerietätigkeit und Vorpostenlschlarinützeln. > ’ ! Im Lustkamps schoß. Oberleutnant Berthold, einer unsrer neuen Lusthelden, sein 5. feindliches Flugzeug, einen englischen Doppel­ decker Kt6. Ein anderes feindliches Flugzeug wurde durch unsre Abwehrgeschütze in Flan­ dern -zum Absturz gebracht. ' Im Osten zeigen die Russen am Brückend köpf Don Tünaburg lebhaftere Tätigkeit. Sie bereiten anscheinend hier neue Angriffe vor. In Gplizien haben die österr.-ung. Trup­ pen am oberen Sereth einen neuen russischen Vorstoße zurückgewiesen. Sonnino «hielt in der italienischen Kam­ mer eine Rede, in der er mit viel Worten über den italienischen Krieg sehr wenig sagte. Tie vselen Schlager der Rede erzielten großes: Applaus und zum Schlüsse errang in der begei­ sterten Stimmung das Kabinett ein Vertrau­ ensvotum mit 352:36 Stimmen. Bei Licht besehen, hielt die Rede allerdings nicht mehr stand und heute mehren sich, die Stimmen, welche die Leere der Rede bloßftellep. Tie Blätter heben hervor, daß die Kündigung des deuGchi-italienischen Vertrags über das lite­ rarische Eigentumsrecht und die, Vorbereitung eines Erlajsses für ein Vorgehen gegen Ver­ geltungsmaßnahmen gegen Oesterreich! die ein­ zigen neuen Ankündigungen der Rede sind. Abgeordnete meinten in bezug auf den Haupt­ teil der Rede, den Balkan, wisse man jetzt! weniger als früher. Im "Corrjere della Sera" erklärt der Abg. Torre die Kammerabstimmung trotz der Unzufriedenheit mit der Rede Sonninos aus dem Bedürfnis der Kammer, die Zukunft durch! die Pariser Tagung besser ge­ sichert zu wissen. Ter "Secolo" nennt die Rede ein Licht, das zwar leuchte, aber nicht evwärme. Ties dürfte die treffendste Kritik der Rede sein. BeW der deutschen HWWMierr. WTB. Berlin, 17. April. Mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher KriegrschmM. Von der Krönt keine Ereignisse von besonn jderex Bedeutung. - , . > , ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. Von der Westfront wurden gestern "keine Ereignisse von besonderer Bedeutung" gemel­ det. Auch! der französische Bericht spricht nur von stärker Artillerietätigkeit und Vorpostenlschlarinützeln. > ’ ! Im Lustkamps schoß. Oberleutnant Berthold, einer unsrer neuen Lusthelden, sein 5. feindliches Flugzeug, einen englischen Doppel­ decker Kt6. Ein anderes feindliches Flugzeug wurde durch unsre Abwehrgeschütze in Flan­ dern -zum Absturz gebracht. ' Im Osten zeigen die Russen am Brückend köpf Don Tünaburg lebhaftere Tätigkeit. Sie bereiten anscheinend hier neue Angriffe vor. In Gplizien haben die österr.-ung. Trup­ pen am oberen Sereth einen neuen russischen Vorstoße zurückgewiesen. Sonnino «hielt in der italienischen Kam­ mer eine Rede, in der er mit viel Worten über den italienischen Krieg sehr wenig sagte. Tie vselen Schlager der Rede erzielten großes: Applaus und zum Schlüsse errang in der begei­ sterten Stimmung das Kabinett ein Vertrau­ ensvotum mit 352:36 Stimmen. Bei Licht besehen, hielt die Rede allerdings nicht mehr stand und heute mehren sich, die Stimmen, welche die Leere der Rede bloßftellep. Tie Blätter heben hervor, daß die Kündigung des deuGchi-italienischen Vertrags über das lite­ rarische Eigentumsrecht und die, Vorbereitung eines Erlajsses für ein Vorgehen gegen Ver­ geltungsmaßnahmen gegen Oesterreich! die ein­ zigen neuen Ankündigungen der Rede sind. Abgeordnete meinten in bezug auf den Haupt­ teil der Rede, den Balkan, wisse man jetzt! weniger als früher. Im "Corrjere della Sera" erklärt der Abg. Torre die Kammerabstimmung trotz der Unzufriedenheit mit der Rede Sonninos aus dem Bedürfnis der Kammer, die Zukunft durch! die Pariser Tagung besser ge­ sichert zu wissen. Ter "Secolo" nennt die Rede ein Licht, das zwar leuchte, aber nicht evwärme. Ties dürfte die treffendste Kritik der Rede sein. BeW der deutschen HWWMierr. WTB. Berlin, 17. April. Mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher KriegrschmM. Von der Krönt keine Ereignisse von besonn jderex Bedeutung. - , . > , In der Gegend von Pervyse (Flandern) wurde ein feindliches Flugzeug durch Misere Abwehrgeschütze dicht hinter der belgischen Linie zum Absturz gebracht und durch Ar­ tilleriefeuer zerstört. Oberleutnant Berthold schoß, nordwestlich von Peronne sein 5. feindliches Flugzeug, einen englischen Doppeldecker ab. Der Führer desselben ist tot, der Beobachter schwer ver­ wundet. Sestlicher KrikgsfchMplss. Tie Russen zeigen am Brückenkopf von Tünaburg lebhaftere Tätigkeit. BaMmkriegSscharlplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend von Pervyse (Flandern) wurde ein feindliches Flugzeug durch Misere Abwehrgeschütze dicht hinter der belgischen Linie zum Absturz gebracht und durch Ar­ tilleriefeuer zerstört. Oberleutnant Berthold schoß, nordwestlich von Peronne sein 5. feindliches Flugzeug, einen englischen Doppeldecker ab. Der Führer desselben ist tot, der Beobachter schwer ver­ wundet. Sestlicher KrikgsfchMplss. Tie Russen zeigen am Brückenkopf von Tünaburg lebhaftere Tätigkeit. BaMmkriegSscharlplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. ────────── Der österr.-ung. Heeresbericht. Der Ssterr.-Mg. HemshMl. WTB. Wien, 17. April. Mittags. — Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz Am oberen Sereth schjlugen unsre Feld­ wachen einen russischen Borstoß, ab. Sonst nichts Neues. . >> Italienischer Kriegsschauplatz ; UNd Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Bedeutung. Ter stellvertretende Ehes des Generalstabes: v. H o e s e r, Feldmarschalleutnant. ────────── Franzosen bereits 'mehrere Armeen eingebüßt haben. Nehmen wir nun die Stärke eines französischen Armeekorps mit 45 000 Mann an, so sind 10 Armeekorps von den Franzosen Pion eingesetzt worden. Bei den ungeheuren Verlusten, die dieser Krieg diesem Lande bisher gekostet hat, ist es keine glatte Unmöglichkeit, daß Joffre noch! über eine starke Re!serpe zu verfügen hat. Durch! den Willen der deutschen Heerführer, durch die Tapferkeit der deut-Plen Soldaten ist diese große Hoffnung, dieses Heiligtum der Franzosen, die gewaltige Heeres­ reiserve Josfres aufgerieben worden, ohne über­ haupt zu ihrem eigentlichen.Ziel zu kommen, nämlich! in der 'Verteidigung einer der stärksten Festungen Frankreichs den Ansturm unsrer Truppen aufzuhalten. (Z.) 2iie Schütt» «tut Kriege aus französischem Münde. Köln, 17. April. Die "Köln. Volks­ zeitung" befaßt sich! unter der Ueberschrift: "Tie Wahrheit über den Weltkrieg aus fran­ zösischem Münde" mit einer Schrift des Fran­ zosen Berturieux, die in der Schweiz erschie­ nen ist. Ter Verfasser erklärt in diesem Buch!, wenn das fvanzösischie Volk die Wahrheit er­ fahren könnte, würde es sofort Frieden for­ dern. Deutschland sei schuldlos am Kriege. Die Hauptschluld trage England, das den Krieg seit Jähren vorbereitet habe. Das Gerede über den deutschien Militarismus sei schamlos, denn der französische Militarismus sei min­ destens ebenso stark entwickelt. Ter Verfasser verurteilt sodann mit pfarfen Worten den englischen Egoismus, der in König Eduard VII verkörpert war. Als zweiter Hauptverbrecher komme sodann Telcasse in Betracht, während Poineare durch! maßlosen Ehrgeiz angestachelt mit bewußter Absicht den Kriegsgedanken in Frankreich! nährte, in der Hoffnung durch die­ sen Krieg zum diktatorischen Herrscher der französischen Republik zu werden. Frankreich sei das Opfer einer grenzenlosen Täuschung und Irreführung. Ter Verfasser verlangt mit Entschiedenheit, daß Frankreich mit Deutsch­ land sofort Frieden schließe. Fetzt sei Frank­ reich noch dazu in der Lage. Diese könne sich aber rasch ändern. Wenn es zu spät ist, werde Frankreich immer mehr zum Sklaven Englands. ────────── Vom östlichen Kriegsschauplatz. Sm östliche« StiegsschmM. Tie Erfolglosigkeit der russischen Offensive. Ter Militärkritiker der "Morningpost" er­ örtert die Erfolglosigkeit der letzten russischen Offensive. Erst wenn die Russen an der Süd­ küste einen allgemeinen Angriff unternehmen, werde man beurteilen können, ob ihre Lage sich durch die letzten Ereignisse sich- gebessert hat. Solange die Eisenbahnlinie Wilna— Twinsk in deutschem Besitze bleibt, kann Won einem russischen Erfolge nicht die Rede sein. (Z.) Rusfischje Besorgnisse wegen Rumänien. Berlin, 17. April. Tie "Nationalzei­ tung" meldet: Das Moskauer "Rußkoje Slovo" veröffentlicht einen Abfischen erregenden Ar­ tikel über umfangreiche Verwaltungsmaßnah­ men der rumänischen Regierung, die darauf hindeuten, daß Rumänien in nicht ferner Zeit kn den Krieg eingreifen werde. Rumänien hatte den ganzen Winter über in aller Stille umfangreiche Kriegsvorbereitungen getroffen und sie nunmehr fast vollständig beendet. Wann die Intervention Rumäniens erfolgt, könne man nicht sagen, aber man müsse stündlich' mit ihr rechnen. Schon die militärische und geographische Lage Rumäniens bedinge dies. Meutern eines russischen Regimentes. Budapest, 17. April. "Kelet Ertesitoe" meldet aus Bukarest: Aus Bukarest hierher­ gelangten Petersburger Nachrichten zufolge ha­ ben meuternde Soldaten in Nikolaijewsk die große Kaserne in Brand gesteckt, die voM ständig abgebrannt ist. 27 Soldaten, die sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, kamen in den Flammen um. In den Kreisen der Mannschaft herschte wegen der unmenschlichen Behandlung seitens des Offizierskorps eine überaus gereizte Stim-j mung. Gegen das Offizierskorps wurde eine Untersuchjung eingeleitet. (S ) Russische Franktireure. Berlin, 17. April. Ter Korrespondent der "Voss. Ztg." berichtet aus Stockholm: Tie erste Amtshandlung des neuen russischen Kriegsministers war, daß er sich in Ueber­ einstimmung mit dem Chef des', russischien Hauptstabes Michnewitsch für eine wesentliche Erweiterung des Partisanenwesens aussprach!. General Michnewitsch habe neulich einem Aus­ frager der Petersburger Börsenzeitung wört­ lich erklärt: Schon während des deutsch-französischlen Krieges 1870 haben französische Par­ tisane ihren eigenen Armeen wesentlicheTienste erwiesen. Allerdings laufen unsre Par­ tisane, wie ihre französischen Kameraden vor viereinhalb Jahrzehnten Gefahr, wenn sie er­ wischt Werden, sofort hingerichtet zu werden. Ter russische Stabschef hat damit deutlich be­ wiesen, daß, Partisane als Kämpfer als Nichtkombattanten zu bertachten sind. Aber nicht genug damit: Ich, bin im Besitze eines amtlichsen Berichtes des Chefs des 4. russischen Armeekorps General Alijäws Marin. In wörtlicher Uebersetzung findet man darin fol­ gende Stelle. Partisanenäbteilungen, besteheind aus örtlichen Bauern, zogen durch Pinsker Waldwege auf Goroditschtsche zu und gelang­ ten gerade an einen Krenzungspunkt, als deut­ sche Offiziere ihr entgegenkamen. Ta die Bau­ ernpartisanen fürchten mußten, sofort getötet zu werden, weil sie unter ihren Switki — Bauerngewand — die Gewehre versteckt Melten, gingen sie auseinander. '(3-) Russisches Mißtrauen gegen Englands Wirtschpftskriegspläne. Stockholm, 17. April. Tie Oktobristen richteten an den Ministerpräsidenten Stürmer die Anfrage, was für Schritte er hinsichtlich der 'Vorbereitungen zu einem internationalen Wirtschaftsabkommen nach dem Kriege unter­ nommen habe. Rußland soll künftig von je­ dem auswärtigen Truck sich befreien, also nicht anstelle des deutschen Jochs wieder ein an­ deres (gtemeint ist vor allem dasenglische) auf sich! nehimen. ────────── Im Balkan. M Seltne. Neubildung von rumänischen Regimentern. Stockholm, 17. April. "Rußkoje Slo­ vo" meldet, daß Rumänien die Neubildung von 40 Regimentern Infanterie vorgesehen habe. Damit werde Rumänien eine Kriegs­ stärke von 120 Infanterie-Regimentern zu je 3800 Mann erreichen. (Z) Austritte aus der Partei Filipeseu. Bukarest, 17. April. "Steagul" berichjtet: 23 Mitglieder der der unter Führung gift* pescus stehenden Partei schickten der Partei Marghiloman eine Erklärung, in welcher sie ihren Austritt aus der Partei Filipeseu und ihren Eintritt in die Gruppe Marghilomans anzeigen. C8-) Ghenadiew freigelassen. Budapest, 17. April. Nach! den Bukarester Meldungen aus Sofia ist der frühere Minister Ghenadiew, dessen Verhaftung kürz­ lich gemeldet wurde, wieder freigesetzt worden. Der Freilassung ging eine Unterredung des Thronfolgers Prinzen Boris mit dem Mi­ nister Avostow voraus. Ghenadiew, der in einer feierlichen Erklärung seine Loyalität be­ kannte, wurde sofort nach! seiner Freilassung vom Ministerpräsidenten empfangen. (Z.) Griechenlands Bedrängnis. Zürich, 17. April. Tie Schweizerische Telegrapheninformation meldet aus Athen: Tas Blatt "Athene" berichtet, ein französischer Zerstörer habe das griechische Tauchboot "Del­ phin" vor Aidiu angegriffen. Zwei Schüsse hätten ihr Ziel verfehlt. Ter französische Kom­ mandant erklärte, das griechische Boot mit einem deutschen verwechselt zu haben. "Rea Hellas" berichtet aus Saloniki, die griechischen Truppen hätten Befehl erhalten, Ostmazedvnien zu räumen. In Saloniki werde eine Division Serben erwartet. Zur Siche­ rung des Transportes seien zwischen Korfu und Patras 22 Seestationen errichtet worden. GrßhchjenliMd und die Entente. Zu den Forderungen der Entente an Grie­ chenland wird dem Bevl. Lok.-Anz. aus Arhen berichtet, daß wie verlautet, die Ententehesandten nekue Weisungen ihrer Regierungen abwarten werden, Htvie sie {p( zu den kate­ gorischen Protesten der griechischen Regierung stellen sollen. Man glaubt, daß die Entente von ihren Vorgehen ,np|t abgehen wird, ander­ seits wird Griechenland einem französisch- eng­ lischen Landungsversuch in Patras oder sonst wo gegenüber sich! nicht passiv verhalten und zu den äußersten Verteidigungsmaßnahmen greifen. Ter engl. Gesandte Elliot besuchte heute nachmittags den Ministerpräsidenten, doch ver­ lautet nichts darüber, ob er eine neue Er­ klärung feiner Regierung übermittelte. Griejchjeuljand und der Vierverband. Athen, 17. April. Tie hiesige Presse hebt ironipi hervor, daß England sich selbst und seine Theorie von der völligen Seehvrr» schlaft Lügen straft, indem es das Verlangen der Durchfahrt serbischer Truppen durch- Grie­ chenland damit begründet, daß der Seetrans­ port wegen der deutschen Unterseeboote zu ge­ fährlich, isei. Zugleich frage man sich,, toepie Ursachen England in Wirklichkeit für sein Ver­ langen haben kann, toenltt es sich! nicht scheut, sich durch eine derartige Begründung öffent­ lich! eine Blöße zu geben. Tazu erfährt der Korrespondent der "Voss. Ztg." aus guter Quelle, daß sowohl England wie Frankreich! selbst den Transport zur See nicht für so gefährlich erachten, als daß das Risiko eines Bruch|es mit Griechenland dadurch gerechtfertigt werden könnte. Vielmehr sind -es die Serben, die darauf bestehen, zu Lande und nicht zur See nach Solonikt gebracht zu werden. Es ist gar kein Zweifel, daß damit die jserbische Regierung einen günstigen Aus­ weg gefunden hat oder doch! gefunden zu ha­ ben glaubt, um eine Wiederverwendung der noch immer jämmerlichen eigenen.Kqfte zu verhindern. Tie Serben haben nicht verges­ sen, daß ihnen damals versprochen wurde, sie würden vis zum Ende des. Krieges ausruhen dürfen. Tie Pierverbandsmächte wollen na­ türlich! di,e Serben lieber von Korfu weghaben, w,eil die Verproviantierung aus der gemein­ samen Basis Saloniki den Betrieb bedeutend erleichtern würde. Englische Truppe« aus Korfu. Basel, 17. April. Tie "Basler Nachrich­ ten" melden aus Athen: Aus Korfu wird der Zeitung "Neon Asti" gemeldet, daß nunmehr außer den Serben auch! englische Offiziere und technische Truppen Englands in beträchtlicher Zahl auf der Insel gelandet seien und auf Abtransport warten. In der Adria sei eine starke Flotte der Alliierten versammelt. Dem "Seeolo" wird Weiter aus Saloniki gemeldet, das erste reorganisierte Kontingent des serbi­ schen Heeres in Korfu sei am Freitag morgen an Bord zweier Dampfer in Saloniki einge­ troffen. (w.) ────────── Die Türkei im Kriege. Sie TMei im Stiege. Aus Mesopotamien. London, 16. April. Ein amtliches Te­ legramm aus Mesopotamien meldet: Am 14. April herrschte den ganzen Tag schwerer Sturm. Während des 15. April wür­ den am rechten Flußufer schrittweise aber steti­ ge Fortschritte gemacht und die vorgeschobenen Linien des Feindes durchbrochen (?) und be­ setzt. Ter Feind ließ viele Tote und eine erhebliche Anzahl von Gefangenen in den! er­ oberten Gräben zurück. Tas Wetter war am 15. April schjön aber dunstig., t ────────── schlnß Bis zum 31. Dezember stellen sich nach der "Times" in London auf 30 — 70 — 100. Tie Versicherung gegen Ausbleiben des Kriegs­ endes bis 30. Juni 1917 beträgt 40 vom Hundert. (Z.) ────────── Der Krieg zur See. die auf den zuverlässigsten Informationen der britischen Admiralität beruhen, bestehe absolut kein Grund, daran zu zweifeln, daß die ,,'Süssex" von einem deutschten U-Boot torpediert worden sei. Tie englische Entgegnung ließ sich vorauSIfeljett, sie entkräftet die in der deutschen Ant-, . wort an Amerika gegebenen Darlegungen tn keiner Weise. (Z.) Irr Kriez z«r See. Versenkt. Bafel, 17. April. Die "Basler Nachirichten" melden aus Genua: Ten Blättern wird von den Schiffahrtsgesellschaften mitgeteilt, daß, außer den Bereits als versenkt gemeldetes Dampfern int Hafen von, Genua fünf Schiffe und in den übrigen italienischen Häfen sieben SchM Isert 14 Tagen überfällig sind. (nt.) Gesunken. London, 17. April. LlohdS meldet: TaS norm eg siche Schiff "Glendoon" Wurde durch Kanonenfeuer zum Sinken gebracht; der un­ bewaffnete britische Dampfer "Harrovien" wür­ de versenkt. Paris, 17. April. Ter "Temps" meldet die Versenkung beS Fischerfahrzeuges Nr. 24 von Trauville durch, Kanonenifchüsfe eines deut-i schien Unterseebootes. Ans eine Mine gelaufen. Stettin, 17. April. Nach einem Tele­ gramm der Stettiner Abendpost aus Stock­ holm ist der Dampfer "Hispania" der Reederei Kunstmann in Stettin am 15. April bei Almagrunde am Eingang zu den Stockholmer Schü­ ren auf eine Mine gelaufen und geisunken. Tie aus 35 Mann bestehende Besatzung wurde gerettet. Ter Dampfer hatte eine Ladefähig­ keit von 4500 Tonnen und war 1897 gebaut. (Z.) , Ter Dchmpfer "Suffex". Berlin, 17. April, Ter "Lok.-Anz." meldet aus Rotterdam: Aus London wird be­ richtet: Ter britische Minister des Aeußern veröffentlicht folgende Gegenerklärung über die Torpedierung der "Susfex",, die durch! die Angäben der deutschen Regierung, der zufolge das Schliff nicht torpediert worden ist, notwen­ dig geworden fei. Erstens bestehe nicht die geringste Aehnlichkeit zwischen einem Schiff der "Arabie"-Kla,'sse und der "Suffex". ES sei un= möglich, ein Schiff mit dem andern zu ver­ wechseln. Zweitens werde die deutsche Regier­ ung durch! ihre eigene Erklärung "Lügen ge­ straft", und zwar durch! die Feststellung, daß der Kommandant des deutsch,en U-Bootes an einem bestimmten Zeitpunkt auf ein Schiff gefeuert habe. TaS war gerade zu der Zeit, als die "Suffex" angegriffen wurde. Schließe licht gebe der Kommandant zu, daß er das Vor­ derschiff getroffen habe; aber kein anderes Schiff wurde ffo getroffen, nur der "Suffex". Auf Grund dieser und anderer Erwägungen ────────── Tages-Uebersicht. Tages-WerW. W. Sozialdemokraten gegen dir Erbfchasts‘ftiencr? Tiefe entrüstete Frage erhebt die "Münchner Post". Sie läßt sich aus Berlin mitteilen, daß sich! in der Sitzung des HauShaliSauSschnffeS des Reichstages vom 13. April 1916 etwas sehr merkwürdiges ereignet habe. Als nämlich über den sozialdemokratischen An»' trag auf Erhöhung der Erbschaftssteuer abge­ stimmt wurde, erhoben sich! die Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion, sitzen blieben aber die bürgerlichen Parteien und der Ver­ treter der sogenannten sozialdemokratischen "Arbeitsgemeinschaft". Soweit die Feststellung des Tatbestandes. Tann folgt die Kritik der "Münchener Post". Sie schreibt: "Ter Leser majg sich an den Kopf fassen und fragen: Ist dgs auch wahr? Ja, ist das überhaupt mög­ lich? Aber wir Bitten ihn, sich zu beruhigen. Ter Vertreter der "so z iäldemokraüschen Ar­ beitsgemeinschaft" — es ist der Genosse Eduard Bernstein — hqt den sozialdemokratischen Erb­ schaftssteuerantrag nicht etwa abgelehnt, er hat rhu nur eben — sticht angenommen! TaS geht aluS seiner Erklärung hervor, in der er sagte, grundsätzlich! sei er natürlich auch- dafür, der Entwurf sei auch! sehr gut ausgearbeitet, aber er träge Bedenken, ob man der Regierung .Steuern entgegenbringen dürfe, die sie gar nicht verlangt habe, und eben deswegen, schließ­ lich und endlich — behalte sichl feine Fraktion ihre endgültige Stellungnähme zum sozialdemokrätfschen Erbschaftssteuerantrag vor —. Tie Sache ist natürlich, obwohl sie zu heiteren Bemerkungen förmlich! herausfordert, sehr ernst. Tie kleine neue Fraktion Beginnt eben erst die Schwierigkeiten zu sehen, vor die sie sich durch ihren "prinzipienfesten Tiszsplink Bruch!" gestellt hat: das Problem der sogen, "positiven Mitarbeit" steht riesengrroß vor ihr aufgerollt. Taß man — wenigstens unter den derzeit gegebenen Umständen — feine Kriegs­ kredite bewilligen dürfe, steht für sie fest. Wie ist es über, wenn es sich! darum handelt, die leider dennoch! notwendigen Kriegslasten in Steuerform unter den verschiedenen Schichten der Bevölkerung aufzuteilen ? . . . Taß es sehr töricht wäre, den praktischen Klaffenkampf äuf dem Gebiete der Besteuerung aufzugeben, und den Vertretern der Besitzenden freie Hand zu lassen, baS werden wohl auch! die meisten Mitglieder der "Arbeitsgemeinschäft", unter denen sich alte erfahrene Parlamentarier be­ finden, gänz gut einsehen. Aber man hat eben Angst vor den "Ganzfesten" und "Ziel­ klaren", die da sagen: ES ist eine klägliche Halbheit, Kredite zu verweigern und Steuern zu Betoitligen. Ihr müßt alle Steuern ableh­ nen, auch! die im sozialdemokratischen Pro­ gramm geforderten: Einkomlmensteuer, _ Ver­ mögenssteuer, Erbschaftssteuer!" Schließlich meint die "Münchner Post", daß die sozial­ demokratische "Arbeitsgemeinschaft" bei prak­ tischen Interessen auch ohne Fraktionszwang die Solidarität mit der sozialdemokratischen Fraktion wahren müsse. Wie weit sich! diese Hoffnung erfüllt, wird mit Interesse abzuwar­ ten sein. Ter Anfang ist nicht darnach. Höchstpreise für Fleisch in Paris. Tas Pariser Journal meldet, daß die Beratung gen im Pariser Stadtrat keinen Zweifel da­ rüber lassen werden, daß für frisches wie Ge­ frierfleisch! Höchstpreise angesetzt werden. (Z.) Streik der Butterhändler in Lausanne. Tie Butterhändler von Lausanne und Um­ gebung beschlossen wegen Einführung von But­ terhöchstpreisen den Markt vom Montag ab nicht mehr mit Ware zu beschicken. Tie italieniWt Kammer nährn das Bud­ get des Auswärtigen Amtes in geheimer Ab­ stimmung mit 307 gegen 40 Stitümen an und vertagte sich! bis 6. Juni. Straßenbahner streik. Laut "(Wertere della Sera" streiken in Genua die Straßenbahner, da die von ihnen wegen SebenSmittelteuecs ung geforderte Lohnerhöhung nicht gewährt .wurde. Aufgabe der amerikanischen Strafexpedi» tion gegen Billa. Englische Blätter bestätigen die Tepeschle aus Washington, daß die amerika­ nische Regierung beabsichtige, auf das mexi­ kanische Abenteuer zu verzichten, weil sie ein­ gesehen habe, daß die amerikanischen Truppen bar der Verfolgung sich! zu weit von ihrer Basis entfernen müßten. Amerika wolle es deshalb Carranza überlassen mit Villa fertig zu werden. ────────── Offiziere trugen am Kopfe und Händen Ver­ wundungen davon und befinden sich, nuu fm Reifervelazarett. (m.) 3er Streit um die Bezahlung des Reli-, gß,onsunterri>chtes in Nürnberg. Ter Verwal­ tungsgerichtshof verwarf die Beschwerde des erzbischöflichen Kommissariats in NürnbergFürth' gegen den Entscheid der Regierung von Wittelfranken, welcher aussprach, daß die Stadtgemeinde Nürnberg nicht verpflichtet ist, den Religionsunterricht an den 8. Knaben-klassen in Nürnberg zu bezahlen. Diamantene Hochzeiten. In voller körperlichjer und geistiger Frische begingen in «Mömbris die Eheleute Georg Klotz und Frau Barbara, geb. Grünewald, ihr 60. Ehejubilä­ um. — In Weißenburg i. B. feierte Herr Kammachermeister August Büchel mit seiner Ehefrau Christina das Fest der diamantenen Hochzeit. ────────── Allerlei. Vom Pferde erschlagen. Im städtischen Viehhof in Nürnberg wurde ein Trainffoldat von einem auGchlagenden Pferd so stark ver­ letzt, daß kurze Zeit darauf der Tod eintrat. Mit dem Fahrrad zn Tode gestürzt ist der verheiratete Zimmermann Thomas Brüll in Unterschleich ach bei Würzburg, der dort den steilen Berg hinabfuhr und auf ein Fuhrwerk aufstieß. ! «. Von einer Kuh getötet. Ter 49 Jahre alte Stukkateur Johann Müller in Höchstädt a. A. wurde von einer Kuh derart an die Wand gedrückt, daß er starb. Wald brand. Im Forstamt Merzalben, Abteitung Spalterkraut, entstand durch« Unvor­ sichtigkeit ein Waldbrand, der leicht eine grö­ ßere Dimension hätte annahmen können. Dem Brand fiel eine Fläche von einem halben Hek­ tar 10—12jähriger Krefernbestand zum Opfer. Von allen Seiten herbeigeeilte Arbeiter lösch«ten den Brand. Verunglückt. In Rheinostheim ist der bei der Firma Tickenhoff und Widmann beschäf­ tigte 16 Jahre alte Zimmermann Alois Dorn von Hösbach! in den Main gestürzt und ertrun­ ken. Tas Opfer eines Denunzianten. Im Hänse Eberthstraße 2 in Berlin vergiftete die 28 Jahre alte Pförtnersfrau Rudolph sich und ihre drei Kinder im Alter von 8, 3 und feinem? halb Jahren durch« Leuchtgas. Ihr im Felde stehender Ehemann erhielt kürzlich« einen ano­ nymen Brief, in dem seine Frau eines leicht «sinnigen Lebenswandels beschuldigt würde. Daraufhin machte der Mann seiner Frau in einem Briefe heftige Vorwürfe. Wiederbele­ bungsversuche blieben erfolglos. und ihre Hände waren eiskalt. Er nahm sie, keinen Widerspruch, duldend, mit stürmischer Zärtlichkeit in seine Arme und preßte sie an seine Brust, i "Also du bist mein! — Nachdem du mir gebeichtet hast, daß. du mich liebst, sollte ich dich, noch einmal lassen, du kleines, dummes Mädchen du! — Ich habe dir vorhin schon gesagt: Mögen deine Vorfahren Bauernfänger oder noch, schlimmeres gewesen sein, ich. frage nicht nach ihnen! Ich will bicf) und ich nehme dich«!" Sie lag wie leblos in seinem Arm. Ihre Widerstandskraft war gebrochen, und sie trank feine Küsse mit durstenden Lippen. Erst wäh­ rend sie langsam fest aneinandergeschmiegt den Weg fortsetzten, kam sie allmählich wieder zur Besinnung, und als er, am Gittertor vor der kleinen Billa haltmachend, lachend sagte: "Ta ist man nun so alt geworden und bildet sich ein, leidlich« vernünftig zu sein und benimmt sich nicht anders wie der erste beste verliebte! Ladendiener, der seinen Schätz zu einem Stell­ dichein bestellt hat! Denke, Ilse, wenn einer aus der vornehmen Gesellschaft dieses Klatsch­ nestes den würdigen Professor Herrmann ge­ sehen hätte, wie er auf offener Straße fein zukünftiges Frauchen küßt" ... — Ta schlug sie in Angst und Sch«am die Hände vor das Gesicht. "O Gott, mein Gott, was habe ich getan!" "Einen Menschen zum Glücklichsten der Sterblichen gemacht! — Und morgen komme ich« zu deiner Mutter." Er wollte sie noch einmal an sich« ziehen, aber sie hatte mit flie­ genden Händen an der Klingel gerissev,' und der sch«lecht geölte Riegel an der Haustür wurde auch bereits mit knarrendem Geräusch zurückgeschpben. Christine hatte schon auf sie gewartet. Ta «mußte er sich« Begnügen, ihr die Hand zu küssen. Christine schloß mit einem energischen Ruck die Tür hinter Ilse und sagte kurz: "Tie gnädige Frau ist sehr ungehalten, daß Sie so lange bleiben. Gehen Sie man gleich« zu ihr hinein." < Ilse legte mechanisch Hut und Mantel ab und sah nicht, daß sie zu Boden glitten, als sie sie achtlos auf einen Stuhl warf. Ehrt-' stine nahm sie wortlos auf und hing sie an den Ständer, i ""Hat Mama geschplten?" "Natürlich«!" war die kurze Erwiderung. Einen Moment noch« zögerte Ilse. Sie wußte, daß .ihr eine Szene bevorstand — und an diesem,216enb noch« Vorwürfe ertragen müs- sen! — Tonn durchschritt sie leise das Wohni zimmer und huschte über die Schwelle der Krankenstube. "Schläfst du, «liebe Mama?" "Welche Frage!" tönte es empört zurück. "Tu weißt, paß. ich« nicht eher einschlafen kann, als bis ich- alle im Bett weiß. Aber das ist dir natürlich gleichgültig! Wie könnte man an die kranke Mutter daheim denken, wenn man sich amüsiert." "Liebe Mama, .es war zum ersten Male seit 'Jahren, .und es soll nie wieder vorkom­ men." "So, also zum ersten Male? — Und wo warst du denn sonst, totenn du stundenlang abwesend bist?" Sie machte den Versuch, sich aufzurichten, weil ihr das Sprechen im Lie­ gen schwer wurde, und Ilse sprang hinzu, sie zu stützen. Sie erwiderte kein Wort. "Ich verlange ja auch gar nicht, daß du dich durch «mein Befinden beeinflussen läßt," fuhr die Generalin erbittert fort; "dergleichen Ansprüche an meine Kinder zu stellen, Habeich mir schon lange abgewöhnt." , (Fortsetzung folgt.) ────────── Allerlei. Allerlei. Vom Pferde erschlagen. Im städtischen Viehhof in Nürnberg wurde ein Trainffoldat von einem auGchlagenden Pferd so stark ver­ letzt, daß kurze Zeit darauf der Tod eintrat. Mit dem Fahrrad zn Tode gestürzt ist der verheiratete Zimmermann Thomas Brüll in Unterschleich ach bei Würzburg, der dort den steilen Berg hinabfuhr und auf ein Fuhrwerk aufstieß. ! «. Von einer Kuh getötet. Ter 49 Jahre alte Stukkateur Johann Müller in Höchstädt a. A. wurde von einer Kuh derart an die Wand gedrückt, daß er starb. Wald brand. Im Forstamt Merzalben, Abteitung Spalterkraut, entstand durch« Unvor­ sichtigkeit ein Waldbrand, der leicht eine grö­ ßere Dimension hätte annahmen können. Dem Brand fiel eine Fläche von einem halben Hek­ tar 10—12jähriger Krefernbestand zum Opfer. Von allen Seiten herbeigeeilte Arbeiter lösch«ten den Brand. Verunglückt. In Rheinostheim ist der bei der Firma Tickenhoff und Widmann beschäf­ tigte 16 Jahre alte Zimmermann Alois Dorn von Hösbach! in den Main gestürzt und ertrun­ ken. Tas Opfer eines Denunzianten. Im Hänse Eberthstraße 2 in Berlin vergiftete die 28 Jahre alte Pförtnersfrau Rudolph sich und ihre drei Kinder im Alter von 8, 3 und feinem? halb Jahren durch« Leuchtgas. Ihr im Felde stehender Ehemann erhielt kürzlich« einen ano­ nymen Brief, in dem seine Frau eines leicht «sinnigen Lebenswandels beschuldigt würde. Daraufhin machte der Mann seiner Frau in einem Briefe heftige Vorwürfe. Wiederbele­ bungsversuche blieben erfolglos. und ihre Hände waren eiskalt. Er nahm sie, keinen Widerspruch, duldend, mit stürmischer Zärtlichkeit in seine Arme und preßte sie an seine Brust, i "Also du bist mein! — Nachdem du mir gebeichtet hast, daß. du mich liebst, sollte ich dich, noch einmal lassen, du kleines, dummes Mädchen du! — Ich habe dir vorhin schon gesagt: Mögen deine Vorfahren Bauernfänger oder noch, schlimmeres gewesen sein, ich. frage nicht nach ihnen! Ich will bicf) und ich nehme dich«!" Sie lag wie leblos in seinem Arm. Ihre Widerstandskraft war gebrochen, und sie trank feine Küsse mit durstenden Lippen. Erst wäh­ rend sie langsam fest aneinandergeschmiegt den Weg fortsetzten, kam sie allmählich wieder zur Besinnung, und als er, am Gittertor vor der kleinen Billa haltmachend, lachend sagte: "Ta ist man nun so alt geworden und bildet sich ein, leidlich« vernünftig zu sein und benimmt sich nicht anders wie der erste beste verliebte! Ladendiener, der seinen Schätz zu einem Stell­ dichein bestellt hat! Denke, Ilse, wenn einer aus der vornehmen Gesellschaft dieses Klatsch­ nestes den würdigen Professor Herrmann ge­ sehen hätte, wie er auf offener Straße fein zukünftiges Frauchen küßt" ... — Ta schlug ────────── jst ähnlich« anzuwenden. Er eignet sich in erster 1 Linie für Hafer und Sommerweizen (viel­ leicht noch Sommerroggen), während Gerste die reiche Stickstoffgabe weniger verträgt. Be­ nötigt werden ca. zwei Zentner auf das Tag­ werk. Ein anderes sehr empfehlenswertes Beikämpfungsmittel ist Pas kräftige Eggen dev Sommersaaten an sonnigen Tagen, wertn der Drill noch« im ersten Jugendwachstum 'ist. Dis Landwirte sollten -ihre «wirklich' unbegründet« Furcht vor der Anwendung einer geeigneten (leichteren) Egge zur Bekämpfung dieses Un­ krautes ablegen > umsomehr, als durch,' zahl-, reiche Beispiele «unb günstige Erfolge diese Frage der Unkrautbekämpfung und Saatpflege genügend ausprobiert ist. Wir müssen es uns des Raummangels wegen leider versagen auf die Einzelheiten der Anwendung der verschie­ denen Bekämpfungsmittel Näher einzugehen, stehen aber gerne mit Anleitung und Rat zur Verfügung. — K. Landw. Winterschule Lands­ hut. . Niederbayerische Nachrichten. RirillMerische Nachrichten Ein niederbaheriWpr Held. Ws die Fran­ zosen am 20. Juli 1915 einen Angriff auf die vorderste Stellung des Landwehr-Jnfan. terie-Regiments Nr. 2 am B-Kopf ansetzten, eilte Vizefeldwebel der Landwehr Josef Taubeneder der 9. Kompagnie von Forsthub, BW Griesbach,, verheirateter Metzger zu Obernzell bei Passau und Vater von drei Kindern, un­ ter rücksichtslosem Einsätze seines Lebens zu den Unterständen zurück, holte die gegen das überwältigende Artilleriefeuer in Deckung ge­ gangenen Mannschaften heraus und spornte sie durch sein eigenes Beispiel so mächtig an, daß sie ihm willig mitten durch« den Mörder rischen Geschotzhagel auf die Kuppe folgten. Tort leistete Taubenender den inzwischen in die vorderste Stellung eingebrochenen Feindein ungeachtet der vernichtenden Wirkung ihrer Artillerie und Maschinengewehre hartnäckigen Widerstand und hielt mit dem schlließltch auf 8 Mann zusammengeschimolzenen Häuflein die weit überlegenen Franzosen so lange in Schiach, bis Unterstützungen herbeikamen, mit deren Hilfe er sogar zu einem wuchjtigen Gegenstoß vorging, wobei es gelang, die vorderste Stel­ lung zurückzuerobern und 60 Mann gefangen zu nehmen. Durch« dieses zähe Ausharren hatte Taubeneder eine Festsetzung des Gegners am rückwärtigen Hange des B-Kopfes vereitelt und den von ihm selbst vertfeidigten Teil der Steh lung vor Verlust gerettet. Ta er auch, am 22. in den Kämpfen bei Sch«, durch glfeich rühm­ liche Tapferkeit, Umsicht und Entschlossenheit hervortrat, erhielt er zu den schon früher erworbenen Auszeichnungen mit dem Eisernen Kreuz und Militär-Verdienstkreuz noch die 1. Klasse des Eisernen Kreuzes und die Gol­ dene Medaille. Drtllbekämpfung. Der gefährlichste Feind unsrer Sommersaaten, der Hederich, oder Drill, droht heuer wieder stark aufzutreten. Daher besteht aller Grund dieser Gefahr, so weit es uns die durch, den Krieg beschränkten Mittel tzrlamben, vorzubeugen bzw. zu verringern. Mehrr und mehr hat sich, in den vergangenen Jphr-en das Verfahren eingebürgert, den Drill durch, Bespritzen mit ziemlich kräftigen Eisenvitriollösungen (20 bis 25 Prozent) abzu­ töten. Leider ist Heuer dieses Bekämpfungs­ mittel nur sehr schwer zu erreichen und ist überdies im Preise außerordentlich« gestiegen. Daher werden viele Landwirte gezwungen sein, die Bekämpfung mit besonders fein gemählenem Kainit und, wenn noch« erhältlich, mit Kälkstickstofs vorzunehmen. Kainit dieser Art dürfte bei raschem Zugreifen noch zu bekom­ men sein und kosten dgvon 50 Kilo 2,70 Mark. Man streut mindestens 5 Zentner auf das Tag4 Werk am frühen Morgen, wenn die Saaten noch« stark betaut sind. Darauf folgendes klares Wetter begünstigt die Wirkung. Kalkstickstoff ────────── Dienstesnachrichten. DieusteMchrichtev. Staatseksenöahnvcvwaltrms. Versetzt wur­ de in etatsm. Weise auf Ansuchen: der Ober­ stationsmeister Joh. Zitzelsberger von Pilsting nach« Frontenhausen. Ernant in etatsm. Ei­ genschaft ab 1. April c. zu Lokomotivheizern die Gehilfen Mich«. Fischer, und Franz Spann in Landshut; zu Wagenwärtergehilfen dieGehilfen Alois Achatz, Jos. Baumer in Plattling, Mich«, Niedermeier in Passau. ────────── Kameraden, da zum Laden keine Zeit blieb, -eine gute Weile der mehrfachen Uebevmacht mit dem Kolben erwehrte. Zum EisernenKreuz erwarb sich Holzner nun auch die Silberne Medaille. —* Das Militär-Berdienstkre uz 3. Klasse mit Schwertern wurde dem Aufseher der Alten Pinakothek in München, Herrn Hosts Bogner, Gefreiter im Landstnrm-JnsanterieBataillon Landshut verliehen. —* Befördert wurden zu Oberleutnants ohne Patent in der Reserve der Kavallerie bejc Vizew achtmeister Ferdinand Frhr. v. SteinLiebenstein zu Barchfeld des 2. Schweren Reiter-Regiments, in der Landwehr-Infanterie 2. Aufgebots die Vizefeldwebel Franz Hilz und Franz Breitenstein, beide von Landshnt. —* Herr Oberbürgermeister Hof­ rat Marsch all ist gestern aus seinem Er­ holungsurlaub zurückgekehrt. Er übernimmt morgen die Leitung der Magistratsgeschäfte wieder. —* Ehrung nach! dem Tode. Ten An­ gehörigen des vor kurzem auf dem Felde der jEhre gefallenen Offiziers-Stellvertreters der 11. daher. Minenwerferkompagnie Herr Tino von Kichchbaum wurde das Eiserne Kreuz über­ sandt, das dem verblichenen Helden zugedacht war, ihn aber nicht mehr erreichte. Damit War die Mitteilung verbunden, daß demselben die Ehre der Anheftung des Ehrenzeichens durch den Kronprinzen des Teutschen Reiches zu­ gedacht war. Diese Ehre konnte Hm aber sticht mehr zuteil werden und nun wird das Kreuz das letzte Andenken an den teuren To­ ten für die schwergeprüfte Familie bilden. —* T i e erste Beratung der städt. Etats­ kommission, d ie gestern nachmittags stattfinden sollte, nahm nach! stürmischem Anfang ein vor­ zeitiges Ende, da die Mitglieder des Gemeindeckollegiums, ehe sie in die Beratung eintra­ ten, Zurücknahme der Erklärung des Herrn M--R- Gerstenecker in der letzten Magistrats­ sitzung, in welcher dem! Aemeindekollegium Voreingenommestheit zum Vorwurf gemacht wird, verlangten. Ta dies astscheinend nicht geschah, entfernten sie sich unter Protest. Tie heutige Kummulativsitzung wird Wohl auictji in dieser Frage Klärung bringen. —* Z u den Verhandlungen gegen den früheren Gewerbebankdirektor Becher am 9. Mai und gegen Becher und Gen. am 16. Mai werden je 100 Einlaßkarten ausgegeben. An­ meldungen haben vom 20. bis 28. April zu erfolgen. Ohne Karte hat daher niemand Zu­ tritt zum Sitzungssaal. Es ist dies der ein­ zig richtige Weg, um dem zu erwartenden Massenandrang von Neugierigen zu steuern. —* Unfall. Einer Frau, die in einem Hastse der Altstadt beschäftigt war, fiel eine Kleiderbürste aus ein tiefer gelegenes Glas­ dach! in den Hofraum. Die Frau stieg auf das Glasdach!, um die Bürste zu holen, brach hierbei durch! und verletzte sich durch zahlreiche Schnitte an Armen und Füßen und einer Quetschung des Hinterkopfes. Sie mutzte ins Krankenhaus Achdorf eingeschasst werden. —* Unser Elektrizitätswerk, die Dampfturbine und die Ueberlandzentrale. In der letzten Debatte über die Erbauung einer Teerdestillationsanlage tot Gemeindekollegium stellte Herr Gemeindebe­ vollmächtigter Rieger die Anfrage, ob Herr Direktor Scheller überzeugt sei, bafr in un­ serem Elektrizitätswerk der Antrieb mit Die­ selmotoren beibehalten werde, oder ob spä­ ter nicht auf Tampturbinen übergegangen wer­ de, oder ob nicht ein Astschluß an das Wal­ ch,ensseeobjekt mit einer Stillegung oder Re­ servestellung unsres Elektrizitätswerkes zu er­ warten sei. Herr Direktor Scheller meinte hier­ zu, auch! Mejfe Fragen seien im Magistrat be­ reits angeschnitten worden. Dampfturbinen können bei 800 bis 1000 PS. mit den Diesel­ motoren konkurieren. Bei gleichwertiger Lei­ stung werde man aber doch! nicht daran den­ ken, die vorhandenen Dieselmotoren heraus­ zureißen und dafür Tampfturbinew einzu­ bauen. Unser Elektrizitätswerk könne ruhig noch auf 1200 PS. ausgebaut werden und bis dahin .fei auch die Destillation berechnet. Was einen Astschluß an das Walchenseeprojekt oder das "Bayernwerk" anlange, so sei zu sagen, daß wir den Strom nicht so billig beziehen können, als wir ihn selbst herstellen. Ta unser Werk ein Gleichstromwerk sei, müßte der Strom des Bayernwerkes umgeformt werden, was wie­ der e in hübsches Geld kosten würde und 20 bis 25 Prozent Stromverlust bedeuten würde. Man rvchjne damit, daß das Bahernwerk den Strom mit 3,8 Pfg. an Großabnehmer ver­ kaufen würde, Während die reinen Betriebs­ kosten (ohne Verzinsung usw.) unsres Elek­ trizitätswerkes 1,9—2 Pfg. betragen. Es sei daher immer rentabel, bei den Tichelmotoren zu bleiben bis zu 1000 bis 1200 PS. Sollte dann aber der Stromnachlfrage nicht mehr Ge­ nüge geleistet werden können, dann könne eiu Handelsgeschäft gemacht werden,indem verfeh­ lende Strom vom Bayernwerk bezogen und unsrer Industrie zugeleitet werden. —* Kartoffel- und Ale: iss cherhebung. Gemäß Bundesratsverorcdnung findet am 26. April 1916 eine Erhebung der Vorräte von Kartoffeln sowie von Erzeugnissen der Kartoffeltrocknerei und der Kawtoffelstärkefabrikation statt. — Am gleichen Tage erfolgt ferner gemäß Paragraph 19 der Bekanntmach­ ung des Staatsministeriums des Innern über die Regelung des Fleischverbrauchs eine Be­ standsaufnahme von Fleisch, Wild, Geflügel und Kaninchen. —* V o l ks hoch sch ulv e re in. Aus dem Vortrage am 28. März "Ter Kampf in den Lüften" konnte der Reinertrag mit 70 Mark dem Roten Kreuz, der Kriegsfürsorge und dem Vaterlandsdanke überwiesen werden. Mil diesem Beitrage erhöhen sich! die Leistungen dieses Vereins für kriegswohltätige Zwecke auf 1381 Mark. —* Der Altöttinger WallfahrerVerein hält, wie in seiner letzten Versamm­ lung beschlossen wurde, voraussichtlich am 1. und 2. Juli seine diesjährige Wallfahrt nach! Altötting ab. —* Eine Ausstellung von Gela­ st inespeisen hatte der Kath. Frauenbund im Laden des Herrn Rentiers Grundner ver­ anstaltet. Was da dem Auge geboten wurde, erregte allgemein Bewunderung. Tie Spei­ sen boten in dem künstlerisch) geschmückten Raume einen entzückenden Anblick. Aber auch (ihr Wohlgeschmack fand bald Anerkennung bei den zahlreichen Besuchern. In den fleischarmen Zeiten wird Gelatine der Hausfrau es möglich machen, die fehlenden Stoffe zur Ernährung zu ersetzen, die knappen zu strecken. Ter hohe Nährwert, die gute Bekömmlichikeit und die reiche Abwechslung in der Verwendung wer­ den der Gelatine auch! diejenigen zu Freunden machen, die ihr jetzt mißtrauisch noch gegen-! überstehen. Wie die rege Teilnahme an den Kochlucheu beweist, haben die Bestrebungen des Kath. Frauenbundes bei den hiesigen Haus­ frauen Anklang gefunden. j ' —* Ein Konzert zu Gunsten der KriegsJnvaliden-Fürisorge in Bayern fand am ätz­ ten Sonntag abends im Stadttheater hier stat. Das reichhaltige Programm wurde von der Sopranistin Frau Else Remak, vom Frau Hanna Vogt-Vilseck, Mezzosopran, Irl. Tor. Pichler, Violinvirtuvsin und Herrn Wolfgang Vogt-Vilseck, Heldentenor zur Durchführung gebracht. Tie Klavierbegleitung hatte Herr Ka­ pellmeister Tr. Raßbach-München übernommen. Frau Remak brachte Schubert-, Schumann- und Straußschie Lieder, die Arien der Elisabeth i aus Tannhäuser und aus Fidelio zum Vor, trag. Tie Sängerin verfügt über eine Stimme l von bedeutendem Umfang und besonders in dramatischer Steigerung gewaltiger Stärke. Frl. Pichler ist eine vielversprechende Vir­ tuosin ihres Instruments. Herr und Frau Vogt schienen beide nicht besonders disponiert zu sein, doch! trugen sie nach Kräften das Ihre zur Bereicherung des Abends bei. Die Be­ setzung des Hauses wies gähnende Lücken auf, wie sie in der letzten Zeit gebräuchlich zu werden scheinen. Ter Krieg und die Frühlings-luft üben eben ihre Wirkung aus. ────────── ter und die gebrochenen Augen der Toten, die, da es bitter kalt war, noch! wohl erhal­ ten geblieben waren. "Erst wollen wir sie rä­ chen, und dann wollen wir ihüen das Begräb­ nis richten", schrie der Kommandeur. Mt wildem Elan stürzten die Franzosen weiter vorwärts und fielen in die eingetrommelten Gräben, die die Teutschen längst verlassen hatten. Aber auch, das Versprechen, das der Offizier den Toten gegeben hatte, konnte nicht eingelöst werden. Kaum hatten fidj, die Fran­ zosen in dem verlassenen Graben festgesetzt und sich, angeschickt ihn in Verteidigungszustand zu setzen, als die deutschen Batterien in rascher Erkenntnis der Lage ihrerseits den Graben unter Feuer nahmen und ihn mit einem Eisens Hagel bedeckten, der die Franzosen zu veri schütten drohten. So mutzten sie wohl oder | übel den Rückweg antreten, den grausigen Weg an den Toten vorbei, der ein umso furchjtbarerer Leidensweg würde, als die zurückflutende Menschenwelle unter dem Sperrfeuer der Deutschen entsetzlich zu 'leiden hatte." letzte Verfügung für den Sturmangriff tref­ fen. "Man soll mit den Batterien Fühlung »neh­ men," — "Telephonverbindung ist gestört." — "Und die Mannschaften der Telegraphenabteilung?" — "Tot!" Kaum dämmerte im Osten der Morgen, als die Musik, die fröhlicheMarschweisen spielte, plötzliche verstummte. "Weshalb spielen die Leute nicht mehr?" Ein Soldat kam herbeigelaufen und schrie: "Es hat eine Granate unter die Musiker eingeschlagen und alle zerrissen." Und nun kam der Sturm. Nervös und pasend wie Stiere, die blindwütend zum Stotz ausholen, stürmten die Franzosen, den Kops gesenkt, in die Richtung der schwarzen Linie vor, die den Wald in der Dämmerung zeichnete, Uber die Teutschen, die sie zu finden hoff­ ten» fanden sie nicht- Sie stießen auf die toten Franzosen, die haufenweise aus der Straße umherlagen. Tie Truppe machte Hakt und sah schäuernd, daß sie gegen einen Wall an Leichen vorstürmte. Tie heraufsteigende Songne schien auf die wachsbleichen Gesich­ ────────── Letzte Posten. Letzte Posten. 12 Skiffe überfällig. Genua, 17. .April. Tie hiesigen Schisf(fahrtsgesellschaften teilen den Blättern mit, daß, außer den bereits als versenkt gemeldeten Tampfern 12 Schiffe als überfällig bezeichnet werden müssen, davon einige bereits seit 14 Tagen. (Z.) 3lie ammfauiMfC Note in Vorbereitung. Sd. London, 17. April. "Daily News" erfährt aus Washington: Wilson arbeitete ge­ stern den größten Teil des Tages an der neuen Note an Deutschland. Man glaubt, daß (sie fertig ist. Es ist aber noch! nicht sicher, Ob sie sofort abgeschickt oder noch zurückgehal­ ten wird, um sie den führenden Männern detz Kongresses vorzulegen. Der Inhalt wird streng geheim gehalten. Man kann aber mit Sicherheit annehmen, daß. darin eine neuer­ liche Aufzählung der durch die Unterseeboote im letzten Jahre begangenen Rechtsverletzungen enthalten sein wird. Man glaubt nicht, daß, die Note ein Ultimatum in dem Sinne sein wird, daß darin eine Frist gestellt ist. Man hat in Washington guten Grund anzunehmen, daß Berlin keinen Bruch wünscht und ist von dem­ selben Geist beseelt, will aber die Angelegen­ heit nicht auf die lange Bank schieben. ────────── Literarisches. Literarischer. Wie wir unser Eifern Kreuz erwarben. Selbsterlebnisse. Nach! persönlichen Berichten der Inhaber des Eisernen Kreuzes 1914, be­ arbeitet von Friedrich» Freiherr von Tinck-> lage-Campe. Teutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin. -Preis des Vierzehntag-Heftes 50 Psg. — Es gibt wohl kaum ein Buch!, das einer lebhafteren Anteilnahme sicherer sein dürste als das vorliegende, in dem die kühnsten Taten der einzelnen, welche die Weltgeschichte' nicht verzeichnet, hier der Nachwelt überlie­ fert werden. Tie Träger des Eisernen Kreuzes berichten selbst über ihre und ihrer Mitkäm- | pser Taten. Jedes Heft enthält eine farbige J Kunstbeilage 24 Seiten im Groß-Oktav-Fvrmat. j Edgar von Schmidt-Pauli, Kriegs-Ritte. I Erlebnisse eines Kavallerie-Offiziers. Mit I farbigem Titelbild von Ernst Heilemann. (Ber- jj Im, Verlag Tr. Ehsler u. Co.) Preis 1.50 Mk. E Ter Verfasser ist durch! seine feinen, ftitW I mungsvollen Berichte schnell bekannt und be­ liebt geworden. Was er in seinem hier ange­ zeigten Buche "Kriegs-Ritte" dem deutschen Volke — namentlich! aus dem Osten — er­ zählt, wird weit über den Krieg hinaus Wert und Bedeutung behalten und überall aufmerksanne, dankbare Leser finden. Wste werde hchj bei einer aus Anlaß des I Krieges erlittenen Beschädigung versorgt? Ein 1 Merkbuch» für jeden Krieger bis zum Feldwebel ! aufwärts von Temmig, Re-chnungsrat und Geh-, I exped. Sekretär der Rentenabteilung desKriegs- | Ministeriums. 5. bis 9. bedeutend erweiterte I Auflage. ,Preis 40 Pfennig. (Gerhard Stalling, Verlag des Teutschen Offizierblattes, Ol­ denburg.) Georg Ducti, I« die Bayern ! Heitere Geschichten aus dem Westen. Reich illustriert. (Verlag der "Lustigen Blätter", Tr. Ehsler u. Co., G. m. b. H:, Berlin SW) 68: Markgrafenstraße 27.) Preis 1 Mark. — Ur­ wüchsiger übersprudelnder Humor läßt den I Leser aus dem Lachen gar nicht herauskommen.' I Tie drastische Art, mit der es der Autor als echter Münchener versteht, allerlei lustige Er­ lebnisse seiner Landleute zu schildern, wird überall inniges Vergnügen bereiten. Das sind nicht nur die Bayern, die durch ihre Tapfer­ keit der Schivecken aller Feinde Teutschlands wurden, sondern das sind die köstlichen braven Menschen, wie sie nur in Deutschland gedeihen und in Deutschland — geliebt werden! Georg Mühtenschinltc, Im Wurschtkessel. Kriegsschnurren oder gepfefferte Worte und Bilder über unsere Feinde. Mt farbigem Ti­ telbild. (Verlag fcter "Lustigen Blätter", Tr. Ehsler n. C., G. m. 6.! H,, Berlin SW: 68, Markgrafenstraße 77.) Preis 1 Mark. — Tie köstliche, scharf pointierte Form, mit der hier in Wort und Bild die alberne Großmäuligkeit der feindliche Maulhelden gegeißelt und ver­ spottet wird, wird in ganz Deutschland, na­ mentlich! aber in den Schützengräben große Heiterkeit erregen. Brehms Tierleben. Allgemeine Kunde des Tierreichs. 13 Bände. Mt über 2000 Ab­ bildungen im Text und auf mehr als 500 Tafeln in Farbendruck, Kupferätzung und Holz­ schnitt sowie 13 Karten. Vierte, vollständig neubearbeitete Auflage, herausgegebein von Prof. Tr. Otto zur Strassen. Band II: Vier­ füßler, Insekten und Spinnenkerfe. Neube­ arbeitet von Richard Hehmons unter Mitarbeit von Helene Hehmons. Mt 367 Abbildungen im Text, 20 farbigen und 15 schwarzen Tafeln, 7 Toppeltafeln und 4 einseitigen Tafeln nach Photographien und einer Kartenbeilage. In Halbleder gebunden 12 Mark. Bulgarien und die Bulgarien. Von Tr. Kurt Floericke. Mt zahlreichen Abbildungen, einer Reliefkarte von Bulyarien und einem farbigen Umschlag. Preis geheftet 1 Mark, gebd. 1.80 Mark. Stuttgart, Franckh'sche Ver­ lagshandlung. Im Auto durch! Feindesland von Paul Grabein. Verlag Ullstein u. Co., Berlin und Wien. Preis 1 Mark. Ta- Buch, Paul Gra­ beins stellt die modernste Technik des Welt­ kriegs dar, den Krieg im Auto. ────────── Fahrzeit ber elektrischen Sttaßenbahn. Fahrzeit ber elektrische» Sttaßeabah». Ab Dreifaltigkeitsplatz: Vorm. Nachm. Abends 825 3.W x 31 3.37 8.37 3.55 8.43 6.26 9.12 12.00 4.06 6.03 8^T 7.00 9.25 12.24 4.16 6.18 9.22 7.27 9.36 12.48 4.35 0.32 9 54 7.50 10.01 12 56 4.46 6.45 10.26 8.00 10.13 102 4.57 6 57 10.55 8.21 1024 1.20 5.18 7.20 8.28 10.52 1 30 5.33 7.30 8.40 11.00 1.47 5.48 7.47 8.55 11.30 1 53 8.01 2.20 8 07 2.40 8.13 2 56 819 « 3.12 Die vom Dreifaltigkeltsplatz kommenden Wage» durchfahren die nachbenarmte» Haltestellen: Theaterstraße (Luitpoldbr.) 1,0 Minuten später. Rosengaffe (Neustadt) 2,0 " " Zweibrückenstraße 3,5 " " Bismarckplatz 5,0 " " > Johanntsstraße (Schlachth.) 6,5 " " Mittl Seligenthalerstraße 7,5 " " Hauptzollamt 8,5 " " Ueberführg. (Güterbhf.) 9,5 " " Ab Bahnhof: Vorm. Nachm. Abends 6.14 9.12 12.12 4.06 6.03 9 06 6.45 9.25 V2.36 4.21 6.18 9.38 7.15 9.46 12.42 4.29 6.32 10.10 7.38 9 55 1.07 4.46 6 45 1045 7.44 10.13 1.13 5.02 7.(2 8.05 10.35 1.35 5.18 7.13 8.12 10.45 1.41 5.33 7.35 8.1 11.15 2.08 5.48 7.47 8.40 11.45 2.20 8.01 8.65 2.40 8.13 2.56 8.19 3.12 8.25 3.26 8.31 3.42 8.37 3.55 Die vom Bahnhof kommenden Wagen durch­ fahren die »achbenanmen Haltestellen: Ueberführg. (Güterbhf.) 0,5 Minuten spät«. Hauptzollamt 1,5 " » Weiche Seligenthalerstraße 2,5 " " Johanntsstraße (Schlachth.) 3,5 " » Bismarckplatz 5,0 " » Zweibrückenstraße 6,5 " . Rosengaffe (Neustadt) 8,0 " " Theaterstraße (Luitpoldbr.) 9,0 " "