Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-04-19. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 107, 1916-04-19. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 69 Nummer 107 19. April 1916 ────────── Landgericht Landshut. (Sitzungen vom 11. .und 14. April 1916.) Verurteilt wurden: der Dienstknechst Seb. Kronseder vonHöldering wegen Betrugs im Rückfalle zu 6 Mo­ naten Gefängnis; der .Spenglergehilfe Ludwig Lindermeier von Mainburg wegen Urkundenfälschiung und Betrugs zu 4 Monaten Gefängnis. In der Berufnngssache gegen Maria Weichjslgartner, Gütlersfrau in Schwaig und dem Austrägler Joh. Bichkmaier Von dort we­ gen Pfandbruchs wurde das schöffengerichtliche Urteil aufgehoben und Weichslgartner zu 10 Tagen und Bichjlmaier zu 8 Tagen Gefängnis verurteilt. *?f*e 6 gegebenen Meinung bezügl. des int Gemeinde. kollegiurn herrschenden Mißtrauens gegen alles, was vom Magistrat ins Kollegium komme, hat das Magistratskollegium in kei­ ner Weise zum Ausdruck gebrachst." \ Vor Eintritt in die Diskussion habe er (Ambros) eine rechst inständige Bitte an die Mitglieder der beiden Kollegien zu richten. Er bitte sie auf das dringendste, sich! bei Iber Tisküssion voller Objektivität, Ruhe, Sachlich­ keit und Würde zu befleißigen. Tie Stadtge­ meinde könne in dieser ernsten und schweren Zeit keinen Zwiespalt, keine Kluft zwischen den beiden Kollegien vertragen. (Zuruf: Hört! — Das habe ich mir auch gedacht.) Me glau­ ben nichst, wie schcher es hält, jetzt Mef [$er= Wallung noch! einigermaßen aufrecht zu erhal­ ten. Wohin solle es führen, wenn zwischen beiden Kollegien Dissonanzen und Mißstimmigkeiten einreißen sollten. Einerlei, welches Schicksal der heutigen Vorlage beschicken sei, wollen wir uns immer dessen eingedenk sein, daß wir gesetzlich dazu berufen und gewählt sind, in gemeinsamem Zusamstnlenwirken und Einvernehmen das Wohl der Stadt zu fördern. Herr M-R. Gerstenecker meint, bevor in die Beratung der Angelegenheit eingetreten werde, werde es zweckmäßiger sein, die andere Angelegenheit in Ordnung zu bringen, Mmlidjl das, was an seinen Ausführungen (im Magistrat) vom Kollegium ausgesetzt wurde. Er bitte, ihm dies mitzuteilen, dann werde er sich! verantworten. Herr G.-B. Wagner betont, daß die Aus­ drücke, die in der öffentlichen Magistratssitzung gefallen sind und die infolgedessen durch! die Presse den Weg unter die Einwohnerschaft ge­ funden haben, gewiß, dazu angetan seien, das Ansehen des Gemeindekollegiums in der krasse­ sten Weise herabzusetzen. Er möchste nicht glau­ ben und annehmen, daß diese Aeußerungen von dem Herrn ernstlich, so gemeint waren, wie sie schwärz auf weiß in der Zeitung stehen. Tenn, wie sie in der Zeitung stehen, gehe -die ganze Tendenz der Ausführungen des Herrn W.-R. Gerstenecker vom Anfang bis zum Ende darauf hinaus, das Ansehen des Gemeindekol­ legiums herabzusetzen. Ter Magistrat hat alles gemachst, was gut und schön sei. Wer Lät aber die Sachen eigentlich genehmigt? Das Gemeinde­ kollegium hat die Mittel hiefür genehmigt. Er glaube daher nichst, daß es das Verdienst des Magistrats allein war. Es sei daher nicht gerechtfertigt, immer nur das Verdienst des Magistrats hervorzuheben und das des Gemeindekollegiums herabzusetzen. Bezüglich!einer Verantwortung weise er auf die Erläuterun­ gen zum Etat hin, die von Seite des jetzigen Herrn Vorsitzenden jedem Mitgliede zugegan­ gen sind. Tort finde man goldene Worte, die von dieser Stelle schon lange nicht Mehr an unsere Ohren geklungen waren. Sie lauten: "Es erscheint notwendig, daß die gemeindlichen Kollegien im Interesse der Bürger hinsicht­ lich! der Turchführung wohl nützlicher und wünschenswerter, aber nicht unumgänglicher Projekte sich! größte Zurückhaltung auferlegen." Er glaube, dieser Satz allein genüge, jedem' einzelnen Mitgliede des Kollegiums die Be­ rechtigung zu geben, solche Projekte (Teerdestil­ lationsanlage), deren Nützlichkeit durchaus nichst so klipp und klar auf der Hand stiege, daß sie deren Zurückstellung nichst gestatte und erlaube, auch! zurückzustellen. Er glaube, daß das Kollegium den Bürgern und Einwohnern durchaus nicht in den Säckel steige, wenn es solche Projekte, die vielleicht "lieb Kind irgend eines Herrn" sind, unter einem anderen Gesichtswinkel ansehe, wenn es auch deshalb noch, lange kein Mißtrauen gegen den Magistrat hege. Das Kollegium habe aber die Anschau­ ung, das Projekt sei nichst vordringlich und dieiser Anschauung habe es Ausdruck gegeben durch! seine Ablehnung. Tas Gemeindekollegium habe keine Ursache mißtrauisch zu sein. Wenn ihm ein Projekt nichst gefällt, dann genehmigt es die Mittel nicht, wie es das Kollegium stets gemachst habe. Etwas stark sei es daher, daßidste Nichtgenehmigung dieses Projektes dazu aus­ genützt werde, die Bürgerschaft und die Ein­ wohnerschaft gegen das Kollegium scharf zu machen (Ich will den Ausdruck aufhetzen nicht gebrauchen). Tas sei etwas, whs viel besser Wurster für Wlevervayer». unterblieben wäre, um das Einvernehmen und das Zusammenarbeiten, die in dieser ernsten Zeit erst rechst notwendig sind, zu erhalten. Solche Dinge tragen nicht dazu bei, um> das gute und richtige Einvernehmen 'der beiden Kollegien zu fördern. Er habe in den Zei­ tungsberichten nicht ein einziges Moment ge­ funden, das ihm gesagt hätte, die Sache stünde anders, als sie im Kollegium behandelt worden sei, das Kollegium hätte vielleichst übereilt abgestimmt, daß dieses bei der neuen Ab­ stimmung anders stimmen müßte, als das letzte Mal. Er habe dies noch! nie bei einer Mimnlativjsitzung getan, aber heute ersuche er sämtlichje Kollegiumsmitglieder, auf ihrem früheren Beschluß auch heute einstimmig zu be­ harren. (Zuruf: Sehr rrchstig!) Schluß folgt. ────────── Franz. Stellungen rechts der Maas erstürmt. Ueber 1700 Franzosen gefangen. — Bei Verdun seit 21. Februar 88 866 Franzosen, darunter 711 Offiziere, gefangen. — Ausfische Angriffe bor Dünavurg blutig abgeschlagen. Vorgeschobene italienische Stellungen im Suganatal von den österreichisch-nugarische» Truppen erstürmt. — Amerika zieht sich ans Mexiko zurück. — Amerika nnd Deutschland. ────────── Im Westen haben rechts der Maas niedersächsische Truppen einen neuen Erfolg über die Franzosen davongetragen und ihnen ihre Stellungen am Steinbruch bei tzaudromont und auf dem Höhenrücken bei Dhiaumont ent­ rissen. 42 Offiziere und 1646 Franzosen fie­ len als Gefangene in die Hände der Unsern; ebenso 50 verwundete Franzosen. Damit ist wieder ein neues Stück der französischen Stel­ lung vor Verdun in unsren Händen. Angriffs-/ versuche der Franzosen an und im Cailette-i wald scheiterten schon im ersten Ansatz. Ebenso wurde ein schwächlicher englischer Handgramtenangriff auf die Trichterstellung bei St. Eloi abgewiesen, wahrend bei Neuville und Beuveugnes die Unsern mit Minensprengungew Erfolg hatten. Auf der übrigen Front kam es nur zu Artilleriekämpfen. , Auf Rumänien sollte ein Perstärkter Truck der Entente ausgeübt werden. Rußland hat seine Grenzen gegen Rumänien gesperrt und Pie Engländer und Franzosen ilassen keine Wa-- rett über Saloniki durch. Sie werden ihr Ziel nicht erreichen, denn die Verbindung und der Warenaustausch, zwischen Rumänien und den Zentralmächten ist langst hergestellt und die rollenden Güterwagen, die stromauf-! und stromabeilenden Schisse machen alle .Ententekonspirationen zunichte. In Mexiko haben sich! Anscheinend die Ame­ rikaner die Finger bös verbrannt. Sie wollten den bösen Villa fangen und nun gefyefnl Hie Anhänger Villas, wie die Carranzisten auf sie los und ein weiteres Vorgehen ist, nnmöglich. Jetzt soll, gerade zur geeigneten Zeit, die Leiche Villas gefunden sein. Es ist zwar nicht offiziell bestätigt, aber es gibt den «Ame­ rikanern einen plausiblen Grund, wieder um­ zukehren, denn in Mexiko sind feinte Lorbeeren zu holen, das haben die Amerikaner schjvn gesehen. Wilson wird sich! also woteder ganz seinem LieblingsgeschM widmen mnd weiter Noten an das "böse" Deutschland schreiben. Nunmehr wird die Zahl per bisher in den Kämpfen vor Verdun gefangen genom-i menen Franzosen auch amtlich bekannt gegeben. Es sind 711 Offiziere und 38155 Mann. Der Heeresbericht konstatiert dies ausdrücklich Md fügt hinzu, daß auch! die Namen der gestern gefangenen, wie der bisherigen in der "Ga­ zette des Ardennes" veröffentlicht werden. Ter Grund hierfür ist in einer halbamtlich! der-! suchten französischen Ableugnung der Zahl der bisher von uns Gefangenen zu suchen. Im Osten haben die Russen bei Garbunowska einen neuen Angriff unternommen, der aber mit großen Verlusten für den Feind zusammenbracht. An der italienischen Front unternahmen die Italiener am Col di Lana einen Vorstotz, der abgeschlagen wurde. Nur an der West-» kuppe gelang es ihnen, in die zerstörte Stel­ lung einzudringen, um die der Kampf noch! weiter tobt. Im Suganatal wurden die Ita­ liener aus ihren Stellungen geworfen und hierbei 11 Offiziere und 600 Mann gefangen genommen. Auchj bei Zägora wurde ein An­ griff der Italiener mit beträchtlichen Ver­ lusten für diese abgewiesen. Ueber Triest wür­ fen italienische Flieger Bomben, wurden aber durch! österr.-ungar. Flieger vertrieben. Diese erzielten hierbei einen Treffer auf einem ita­ lienischen Torpedoboot. ────────── Bericht des deutschen HauWartiers. WTB. Berlin, 18. (Großes Hauptquartier.) April. Mittags. ────────── Westlicher KrieMmiM. Unsere Artillerie nahm die englischen Stellungen in der Gegend von St. Eloi aus­ giebig unter Feuer. Ein schwächlicher Handgranatenangriff ge­ gen einen der von uns besetzten Sprengtrichter wurde nachts leicht abgewiesen. Beiderseits des Kanals von La Bassee und nordöstlich! von Loos entspannen sich zeit­ weise lebhaftere Handgranatenkämpse. In der Gegend von Neuville und bei Beuvraignes sprengten wir mit Erfolg mehrere Minen. Im Kampfgebiet beiderseits der Maas Ispielten sich! sehr heftige Artilleriekämpfe ab. Rechts des Flusses entrissen niedersäch­ sische Truppen den Franzosen im Sturme die Stellungen am Steinbruch 700 Meter südlich des Gehöftes Haudremont und auf dem Höhen­ rücken nordwestlich! des Gehöftes Dhiaumont. 42 Offiziere, darunter 3 Stabsoffiziere, I , 1646 Mann f sind nnverwundet gefangen, 50 Mann ver­ wundet in unsere Hand gefallen. Ihre Na­ men werden ebenso in der "Gazette des!Ar-> dennes" veröffentlicht werden, wie die No­ men aller in bidfent Kriege gefangenen Fran­ zosen, auch der bisher in den Kämpfen Im Maasgebiet seit 21. Februar gefangenen 711 Offiziere und 38155 Mann. i Tie Veranlassung zu dieser Bemerkung ist ein halbamtlicher französischer Versuch, un­ sere Angäben in Zweifel zu setzen. ' Angriffsverisuche des Feindes am und im Caillettewalde Wurden bereits in der Bereit­ stellung oder im ersten Ansatz durch' Feuer vereitelt. Gegen unsere Stellungen in der Woevre, sowie auf den Höhen südöstlich, von Verdun bis in die Gegend von St. Mihiel mar' Die französische Artillerie außerordentlich tätig. ────────── Am Brückenkopf von Dünaburg brachen heute früh, vor unseren Stellungen südlich! von Garbunowska auf schmaler Front angesetzte russische Angriffe mit großen Verlusten für den Feind zusammen. BaKau-Kriegsschauplad. Keine wesentlichen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. Seftlichtt MgsfWis. ────────── Der österr.-W. Heeresbericht. WTB. Wien, 18. April. Mittags. Amtlich wird verlautbart: »russischer KriegsschaupLSP und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz An der küstenländischen Front entwickel­ ten die Italiener gestern teilweise regere Tä­ tigkeit. t Ueber Triest kreuzten zwei feindliche Flie­ ger, die durch Bombenwurf zwei Zivilper­ sonen töteten und fünf verwundeten. Unsre Flugzeuge verjagten die feindlichen bis Grado und erzielten dort einen Bombentvesier auf einem italienischen Torpedoboot. Im südlichen Abschnitt der Hochfläche von ────────── Doberdo und um Görzer Brückenkopf kam es zu Geschützkämpfen. Bei Zagora wiesen unsre Truppen heute früh einen Angriff unter beträchtlichen Ver­ lusten -es Gegners ab. Ter Tolmeiner Brückenkopf stund bis in die Nacht hinein unter Lebhaftem Artillerie-' feuer. An der Kärtner- und Tiroler Front hiel­ ten die Gelschützkämpfe mit wechselnder Stärke an. Am heftigsten waren jjte am Col di Sana, tos zsichj das feindliche Feuer abends zumTrom-Melfeuer steigerte. Nach! Mitternacht fetzten die Italiener zu einem allgemeinen Angriff an. Tieiser wurde abgeschlagen. Später gelang es dem Feinde die Westkuppe des Col di' Sana an mehreren Stellen zu sprengen und in die gänzlich! zerstörte Stellung einzudringen. Der Kampf dauert fort. Im Suganatal, wo die Italiener in letz­ ter Zeit unsre Vorposten durch! wiederholte! Angriffe belästigt Hutten, wurde der Feind durch einen Gegenangriff aus feinen vorge­ schobenen Stellungen zurückgeworfen. Er liest hierbei 11 Offiziere, <600 Gefangene und 4 Mchschiinengewehre in unsren Händen. Der stellvertretende Chef des Generalstaüe» v. H o e f e r, Feldmarsch alleutnant. ────────── Motterd am, 18., April. "Maasbode" veröffentlicht ein Telegramm der Central News aus Walfhington, daß die amerikanische Regie­ rung mitgeteilt habe, sie sei vollständig 6e* reit, mit Mexiko über die Abberufung der amerikanischen Truppen zu unterhandeln. Män erwarte, daß diese binnen kurzem zurückgezogen werden. Billa tot? London, 17. April. Nach! einer Newhorker Reutermeldung auf Grund eines Tele­ gramms aus der Stadt Mexiko an das Kriegs­ departement soll Carlos Carranza, ein Neffe des Generals Carranza, die Leiche Villas ge­ funden haben und nach Chihuahua gebracht haben. Wie verlautet, starb Süd in Cazi, nachdem ihm ein Bein abgenommen worden war. Staatssekretär Obregon wär niichlt in der Lage, die Nachsicht zu bestätigen. Streikbewegung in Newhork. Rotterdam, 17. April. Infolge der Arbeiterunruhen in Newhork hat sich! die Ab­ fahrt des Segelschiffes Mongolin mehrere Stun­ den verzögert. Auch das Paketboot "Porto Rico" konnte nicht ausfahren. Ein allge­ meiner Seeleutestreik soll bevorstehen. Eine Schlappe der Amerikaner in Mexiko. Einem Telegramme aus San Antonia (Texas) zufolge geht aus einem amtlichen Berichte des Majors Topksns hervor, dast 300 Mann dex Truppen Carranzas mit Unterstützung der Be- Erfahrungen, so meint das Blatt, haben geXi« Tpfirt f rt H nn&TttOitftiPreiert Mikr- ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. KpOnktechchj und Amerika. Washingtoner Nachrichten zufolge sind die Beratungen Wilsons mit dem amerikanischen Kongreßches nicht ^vollständig nach dem Ge­ schmacke der.Pariser Presse. Am deutlichsten drückt der "Gaulois" seine Ungeduld aus. Die Eine Schlappe der Amerikaner in Mexiko. Einem Telegramme aus San Antonia (Texas) zufolge geht aus einem amtlichen Berichte des Majors Topksns hervor, dast 300 Mann dex Truppen Carranzas mit Unterstützung der Be- Erfahrungen, so meint das Blatt, haben geXi« Tpfirt f rt H nn&TttOitftiPreiert Mikr- Augenblick die Niederlage besiegeln könnte. Angesichts der Lage Frankreichs, dessen letzte Nefferven verbluten, bleibt Asquith ruhig und speist uns mit Worten ab. Nein! So geht es nicht immer weiter! Jetzt heißt es, sofort Hans dein, damit vollwertige Truppen zum richttigen Zeitpunkt auf dem Schlachtfelde ein* treffen: Tie Frage an England lautet: Seid ihr entschlossen, gleich und alles auf eine Karte setzen? Tann aber schjnell! Heute noch, sonst könnte es zu spät sein. Beruft sofort Carfon, den einzigen Engländer, der die englische Tat­ kraft verkörpert, an die Spitze und betört das Volk nicht mehr länger durch Phrasen! Unsre Tätigkeit erinnert an Kinofilms, die nur eine scheinbare Aktion statt der Wirklichkeit zeigen. Unsre Soldaten fallen, die Ablösung tut not. Wir brauchen Soldaten für den Endsieg. Eng­ land muß sie geben." (Z.) Frauen in französischen Munitivnswerkstätten. Ter französische Kriegsminister hat ange­ ordnet, daß in den französischen Militärwerk­ stätten die dort beschäftigten Soldaten soweit als möglicht- durch Frauen ersetzt werden sollen. Hierbei sollen ün erster Linie die WMven ge­ fallener Soldaten Berücksichtigung finden, fer­ ner die Verwandten der im Felde stehenden Soldaten. Tie Frauen, die sich zu solchen Arbeiten melden, werden durch die Depotskom­ mandanten eingelschrieben und nach Bedarf den verschiedenen Zweigen der Militärindustrie zu­ geteilt. Tenr Temps zufolge soll dadurch! die Einberufung der Jahres kl asse 1898 beschränkt, bezw. hinausgeschoben Werden. 8em westliche» KriegsschauM. Ter Ruf nach- englischer Hilfe. In seinem Blatt "L'honnM enchäine" schreibt Clemenceau: "Das Phrafengewäsch der gegenseitigen Bewunderung zwischen England und Frankreichs must aufhören. Ich bin er­ staunt, daß das Londoner Kabinett die Wehrpflichitfrage absichtlich, verzögert und nicht ein­ sehen will, daß die Verzögerung um einen ────────── Vom östlichen Kriegsschauplatz. Duma,, durch den Deputierten von Kiüv, ein­ gebrachten Eingabe, die in der Duma verlesen wurde. Das Schriftstück, das nach dem Rußkoje Slowo große Sensation hervorrief, hat (folgende Schilußzeilen: Wir haben lange die Zweckmäßigkeit des Krieges erwogen und kön­ nen nicht mit gutem GÄvissen sagen, daß das Volk die Fortsetzung des Krieges wünsche. Wir sind nicht ermüdet, aber der frühere Enthusias­ mus ist nicht mehr vorhanden. Wir sind weit entfernt, die deutschen Wünsche ergebenst zu erfüllen, aber wir wollen nicht die Möglichkei-' ten einer freundschaftlichen Verständigung bei­ seite schieben, sobald sie sich als möglich er­ weist. Wenn nicht die feste Zuversicht auf einen völligen Sieg vorhanden ist, ist es die Pflicht der Staatsmänner und der Duma, das Volk nicht weiter auf eine harte Probe zu stellen. (Z.) Rußland und Rumänien. In einevr Leitartikel beispricht die Zina die Haltung Rußlands gegen Rumänien und vergleicht Rußland mit einem Vampir, der ähnlich! wie er die Kurländer Finnen, Litauer Dslcherkessen usw. ausgesaugt habe, auch das rumänische Volk aussaugen wollte. Das Blatt bedauert ,daß es im Lande immer Noch! Poli­ tiker gebe, die dies nicht einsehen wollten. Ohne Hindenburg, Hötzendorf und Mackensen, yhne Göben und Breslau hätte unser Constantza längst das Sch,icksäl Salonikis geteilt. (3.1 T pampiges Schicksal deutscher Kolonisten in Rußland. Ter Rußk. Slowo enthält unter der Ueberslchvift "Unnütze Leute" folgende Angabe: In Kostroma sind 1600 deutsche Kolonisten ange­ langt. Ter Gouverneur meldet,: daß er für wiese Leute keinen Platz und keine Nahrung habe und sich! weigere, sie in die Stadt auf­ zunehmen. Tie Leute sind also dem Verhun­ gern preisgegeben. ' 8si östliche« KriegrschMM. Austausch von russischen un- deutschen Gefangenen. Saßnitz, 17. April. Gegen 2 Uhr nochlmittags traf hier ein aus Rußland kommender Transport von Austauschgefangenen ein, be­ stehend aus 58 deutschen und etwa 150 Iwsterreichern und Ungarn. Am Eingang der Em­ pfangshalle wurden die Verwundeten von der Kaiserin und der Gemahlin des österreichischungarischen Botschafters begrüßt. Tie Kaiserin übergab jedem Verwundeten ein Bild des Kaisers nebst einem Geschienk und zeichnete jeden Einzelnen durch Händedruck und eine herzliche Ansprache aus. Tie österreichisch ungarischen Verwundeten wurden von der Ge­ mahlin des österreichisch-ungarischen Botschaf­ ters empfangen, die jeden Einzelnen freund­ lich! begrüßte und mit einem Geschenk erfreute. Kurz nach! 4 Uhr verließ die Kaiserin (unter den Hochrufen des zahlreich versammelten Pu­ blikums Saßnitz. Petersburger Alarmnachrichten. Unter dem Petersburger Publikum zirku­ lierten in den letzten Tagen hartnäckig Gerücht« von einer Wiedereinnähme von Mitau und Wilna durch! die Russen. Es wurde sogar von angesehenen Persönlichkeiten die Wahrheit die­ ser Meldung bestätigt und dem russischen G(eneralstab Vorwürfe gemacht, warum er diese günstigen Meldungen nicht offiziell bekannt­ gebe. (S-) Russische Frie-eusstimmen. Sofia, 17. April. Tie bulgarischen Blät­ ter veröffentlichen den Wortlaut der angeb­ lich, von Mitgliedern der Rechten der russischen ────────── die bettelnd und stehlend das Land durchziehen und zu einer Landplage für die dortigen Be­ wohner geworden sind. Es verlautet weiter, ein großer Teil der serbischen Truppen auf Korfu habe den Gehorsam verweigert, indem er dagegen protestierte, sich! nach Saloniki einjsMsfen zu lassen. , Ueberhaupt sei die Furcht vor der Beförderung auf dem Wasser, beson­ ders nach den letzten Unterseebootskatastrophen unter den Sevben eine ungeheure. (Z.) ────────── Die Türkei im Kriege. Sit Wie! ii Kriege. Ter türkische Bericht. Konstantin» pel, 17. April. Das tür­ kische Hauptquartier teilt mit: An der Jrakfront änderte sich- nichts. An der Kaukasusfront kam es im Tale des Tschoruk und auf dem linken Flügel zu ört­ lichen Gefechten. In den anderen Abschnit­ ten veränderte sich nichts. Am 14. April über­ flog ein ans der Richtung Enos kommendes feindliches Flugzeug Adrianopel und warf dort zwei Bomben ab, ohne eine Wirkung zu pte' zielen. In der Gegend des Suezkanals griff eine unsrer Aufklärungsabteilungen eine feind­ liche an und zwang sie zur Flucht, ^nachdem sie 5 Mann getötet hatte. ────────── Der Krieg mit England. Str Krieg ist EngliÄ. Tjic Unterredung Lloyd Georges mit Vandervclde. Ueber die Unterredung Lloyd Georges mit Vandervelde werden nunmehr Einzelheiten be­ kannt. Lloyd Georges schätzte die Aussichten des Vierverbandes in feiner Unterredung mehr als zuversichtlich ein und war der Ansicht, -aß man von einer Entscheidung erst dann frechen könne, wenn die neugeschaffene eng« fische Armee zu Worte gekommen sei. Früher könne vernünftigerweise von keinem Kriegs­ ende gesprochen werden. Wenn man die Hand zum Schlage erhebe, um zuzuhäuen, müsse man auch zuhauen und die Wirkung des Schlages abwarten. Es sei selbstverständlich, daß Großbritanien seine Armee vollständig aufstellen und mit ihr losschlagen werde. Das brauche aber noch Zeit und darum glaube er an kein Kriegsende vor 1917. (Z.) Ter englische Haudelsboykott. Das Londoner Amtsblatt veröffentlicht ein Verzeichlnis von 88 Handelshäusern mit denen der Handelsverkehr verboten ist. Unter den Firmen /befinden sich! 15 argentinische, 9 in Uruguay, i9 in Brasilien, 9 auf der Insel Cuba 44 in Ecuador und 1 in Peru. (Z.) Eine englische Friedensstimme. Tas Organ der englischen Sozialisten, "Labour Leader", erörtert in einem Artikel die Kanzlerrede. Er betont, Asquiths Erklärun­ gen, daß die Vernichtung des preußischen Mi­ litarismus eine englischje Friedensbedingung sei, widerspreche dem Urteil des englischen Volkes. Glücklicherweise habe Asquith diese Aeußerung in einer Ansprache an die französischen Parlamentarier widerrufen. Tas Kriegs­ ziel der Entente sei die Anbahnung eines inter­ nationalen Systems, wodurch das Prinzip der Gleichberechtigung aller Kulturstaaten ermög­ licht werden soll. Wenn die Ententestaaten diesem Ziele wirklich! nachstreben, müßten As­ quith und seine Kollegen dem vielfach! befürch­ teten Handelskrieg gegen Teutschtand sich wi­ deysetzen, denn dieser könne nur den Zweck haben, Deutschland zu erdrosseln. (Z.) ────────── Der Krieg zur See. Ser Krieg zur See. Versenkt. London, 18. April. (Reuter.) Ter nor­ wegische Tampfer "Päpolara" ist versenkt Wor­ den. Ter Besatzung wurde 15 Minuten Frist zum Verlassen des Schiffes gegeben. Sie wur­ de eine Stunde darauf von einem anderen nor-s Wegischen Tampfer gerettet. Auf eine Mine gelaufen. Christiania, 18. April. Wie "Tagbladet" meldet, erhielt die Reederei düs norwe­ gischen Tampfers "Pusnantafs" ein Telegramm daß das Schiff Sonntag nachmittags vor Boulogne auf eine Mine lief und unterging. Tie Llohdsmeldung, daß das Schiff durch ein UBoot versenkt wurde, ist also unrichtig. (Z.) Verba« als neuestes Beispiel bes IkstnWklieges. Von Oberstleutnant a. D. Frobenius. Wenn der Weltkrieg auch! -allen in frühe­ ren Kriegen gewonnenen Erfahrungen und darauf gegründeten wUsenschäftlicchen Folge­ rungen hohnspricht, so ist doch auf keinem De-biete eine so grundstürzende Umwuälzung der Ansichten erfolgt, wie auf dem ders Festungs­ krieges. Nachdem der Erfolg imtifrer Artil­ lerie dank der überraschenden Wirkung ihrer neuen schweren Geschütze die stärksten Befe­ stigungen in verblüffend kurzer Zeit zu Fall brachte, bürgerte sich die Ansicht ein, daß, jede Festung ohne Unterschied und ohne Rücksicht auf ,die vorliegenden örtlichen, strategischen und taktischen Verhältnisse unsrer Artillerie binnen weniger Tage zum Opfer fallen müsse. Zahlreiche Beispiele schienen dies zu bestä- ────────── lungen von Verdun. Sie haben keine freie 'Flanke. Durch, die festungsartige Verstärkung und Verteidigung der Argonnen gewinnen die Stellungen im Norden von Verdun eine ge­ sicherte Anlehnung ihrer linken Flanke an die­ ses Waldgebirge, und der Angreifer mußte auf Mittel sinnen, die nicht umfaßbare Stel­ lung zu durchbrechen. Nur stückweise ist dies möglich, aber mit bewnndernswkrtem Geschick ausgeführt worden, so daß immer stückweise Umfassungen zu Einzelerfolgen führten, denen zurzeit die ganze Stellung am Forgesbajch bis Avocourt zum Opfer gefallen ist. Zieht man in Betracht, daß der Verteidi­ ger dies Verführen durch Einsehen immer neu­ er Truppen noch, verzögert, so ist erklärlich, daß die Fortsichritte nur geringe sein können und Zeit für die gründliche Vorbereitung er­ fordern. Aber der Vorgang ist durchaus nor­ mal. Nach! der Eroberung der ersten wird die zweite vorgeschobene Stellung zu nehmen !sein, die nach! Gestalt des Geländes sich vom Hesseüwald über die Höhen bei Monzedille nach! dem Bourruswald hinziehen und hier an die Forts auf dem Rücken von Marre an­ schließen wird. Ihre Durchbrechung wird also gestatten, einen besonders wichtigen Teil des Fortgürtels unmittelbar zu bekämpfen. Ter Angriff verläuft also, den Verhältnissen ent­ sprechend langsam, aber durchaus normal. (Z.) (Unabhängige Ratio nalkorrefp.) ────────── "Woher schaffen, Christel?" Es klopfte leise an der Haustür, Christine ging, zu öffnen; als sie mit Wolfgang wieder in das Zimmer jrat, fragte Me noch! eitti mal: "Woher es um Gottes Willen schaffen?" "Als ob davon überhaupt die Rede sein könnte!" entgegnete Wolfgang mit feiner rau­ hen holprigen Stimme. Er lief aufgeregt im Zimmer hin und Her. Ilse hob langsam den Blick zu ihm empor: "Mama sagt, es muß sein." "Haha, nun, so mag sie sehen, ob man Geld aus der Erde stampfen kann." "Sie meint, du könntest einen Teil der Bibliothek verkaufen." Wolf blieb stehen; die Hände in den Ho­ lsentaschen, wandte er den Kopf mit den stren­ gen Zügen über die Schalter zu der Schwester zurück. Ein leises Pfeifen glitt über seine Lippen. "Was hast du darauf erwidert?" "Nichts, was sollte ich sagen?" "Nun, was wahr ist! — Daß die Bibliothek zu allererst verkauft worden ist, und daß der Erlös ntchjt zum kleinsten Teil in des sau-, bereu Henning unergründliche Tüschen geflos­ sen ist; daß ich! nur die allernotwendigsten Bücher noch besitze, daß" ... "Wozu das alles, es regt Mama auf und . nützt nichts." Wolf nahm wieder den Weg durchs Zim­ mer auf, mit dröhnenden Schritten lief er hin und zurück. "Wenn Sie wenigstens leise gehen möch­ ten!" "Sie hört es, und es tut ihr weh." Wolf lief hinaus, drüben wurde eine Tür scharf zugeschlagen, dann erscholl das Geräusch von zu Boden geschleuderten Stiefeln, gleich darauf erschien er wieder. Er hatte an den Füßen Filzpantoffeln, aus denen an verschiedenen schadhaften Stellen der Strumpf guckte. "Mama sagt, es chäre eine Ehrenschuld, die bezahlt werden wüßte." Wolfgang lachte hohnvoll auf. "Wolf, es ist doch, .unsre Mutter, unser Bruder." "Seine Mama und ihr Sohn!" entgeg-nete er bitter, er lief wieder ruhelos im Zimmer umher. "Wolf!" "Nun, haben wir etwa Veranlassung, sie Mutter zu nennen? Hat sie je für uns beide ge­ sorgt wie für unsren Henning? Was Würde sie nur sagen, wenn ich, zu ihr käme und sie bäte, mir auch, ,imr drei Mark zu geben? Würde sie den Gedanken, Henning sollte die kleinste Schuld für Mch bezahlen, nicht mit Enttüstung von sich wessen? Und von uns' verlangt sie, wir sollen hungern, damit er schwelgen kann? — Oder hat sie sich etwa zu dir benommen wie eine Mütter?" . "Tu vergißt, daß sie krank ist" . . . "Damals war sie «es nicht," unterbrach, er mit Nachdruck. ^ "Wolf," sagte Ilse traurig, "sie wird es nicht überleben, wenn Henning seine Schulden nicht einlösen kann." "Meinst du wirklich,, das kannst du ver­ hindern, indem du wieder die dreihundert Ta­ ler bezahlst? — Nicht einen Pfennig mehr!" Er schlug mit den Knöcheln auf den Tisch., daß er erzitterte. "Heute dreihundert, morgen vielleicht vierhundert und so fort, bis das Ende da ist. Ter Krug geht so lange zu Wasser, bis er bricht. Er endet doch einmal in Amerika, wie so viele seinesgleichen, — oder" , i ( s f "Wolf!" schrie Ilse auf. -i “ : "Vielleicht auch zieht er es vor, mit An­ stand aus der Welt zu gehen, und das wäre Las Schlimmste nicht." "Wie kannst du nur so lieblos sprechen! So schroff warst du noch nie!" (Fortsetzung folgt.) ────────── Tages-Uebersicht. TWr-Aebtrflcht. Tier Kaiser hat für die Ostpreußenhilfe 100 000 Mark gelspendet. v Fisch,wuchxr. Tie Deutsche Fischerei-Zei­ tung vom 28. .März berichtet über denSprot­ tenfang in der Tanziger Bucht und stellt fest, daß der Sprottenfang in der Helaer Gegend heuer ein außerordentlich! reiches Erträgnis gebracht hat. Seit Dezember sind alle Helaeer Kutter und eine ganze Anzahl .Motorkutter 'an der pommerischen Küste mit Sprottenfang beschäftigt, an guten Tagen wurden oft bis zu 1000 Zentnern Breitling gefangen; der beste Fangtag brachte 1650 Zentner im Werte von 33 000 Mark. Ta die reichen Fänge anhielten, sind die Preise allmählich bis auf 12 Mark für den Zentner frische Ware (das Pfund 12 >Pfg.) gesunken. Nun werden in den deut­ schen Städten Sprotten zu 25—45 Pfg. für das Viertelpfund verkauft, das sind 1.00 bis 1,80 Mark für das Pfund! Das ist ein haar­ sträubender Beweis dafür, in welch! empörender Weise das deutsche Volk ausgeraubt wird. — Zu der Heringsfischerei, die zur Zeit in schön­ ster Blüte steht und große Fangergebnisse bringt, tritt jetzt die Krabbenfischjerei in der Nordsee, die erfreulicherweise ebenfalls sehr gute Ergebnisse zeitigt. Bisher wurden jährlich bis zu 12 Millionen Pfund dieser zarten, wohl- Bmtitt fit schmeckenden Krebstiere gefangen, die ein aus­ gezeichnetes Nahrungsmittel abgeben. In die­ sem Jahre werden, nach! den bisherigen Fängen zu urteilen, noch! größere Mengen als sonst erbeutet, wodurch, ein dem Fleisch fast gleichwerttges Volksnahrungsmittel Weiten Kreisen zugängig gemacht wird; eine gesetzliche Preis­ regelung dürfte jedoch, für alle Fischereipro­ dukte nicht mehr zu umgehen sein, wenn man die großen Fänge auch, zu erträglichen Preisen ins Volk kommen lassen will. Ter Deuts,chj-österrchch-unMarischie Konsumentenbunv. Im Mai wird in Dresden eine Be­ ratung des Kriegsausischjuffes für dieKonsumenten, Interessenten Deutschlands-Oesterreichs u, Ungarns stattfinden. Tie Ausschüsse werden daran vollzählig teilnehmen. Es sollen ge­ meinsame Leitsätze aufgestellt werden.Außerdem soll die Gründung eines Konsumenten­ bundes in die Wege geleitet werden. (Z.) Totengräber des Parlamentarismus. In der Mannheimer "Volksstimme" veröffentlicht - der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete ; Geck einen beachtenswerten Aussatz, in dem es u. a. Wißt: "Ich, möchte einmal denjenigen Politiker an irgendwie verantwortlicher Stelle sehen, der es mit seinen Pflichten und seinem Gewissen vereinbaren zu können erklärte, dazu beitragen zu helfen, daß in einem Parlament der Sache des Landes von einem einzelnen schwerster Schaden zugefügt werden darf, ledig­ lich deshalb, weil die formelle Handhabe fohlt, um es zu verhindern. . . Wie aber, wenn bei einem einzelnen Abgeordneten diese Vor­ aussetzungen der persönlichen Eignung für sein verantwortungsreiches AM nicht oder nicht mehr vorhanden sind? Wenn der Abgeordnete durch sein Verhalten im Parlament vielmehr immer und immer wieder bekundet, daß ihm, offenbar jede Fähigkeit fehlt, die Worte, die er von der Parlamentstribüne herab spricht, hinlsichltlich ihrer Wirkung auf die Wohlfahrt des Landes beurteilen und abwägen zu kön­ nen? Für einen solchen Fall toirb wohl das Buremu jedes Parlaments die Mittel zur Hand haben;, um ,schlimme Schäden für Volk und Land zu verhüten." Ter Abgeordnete Geck legt dann die große Gefahr dar, die daraus dem Parlamentarismus erwachsen könne, Je­ der Mißbrauch, des Parlamentarismus stelle ihn aufs schlimmste bloß; wer die Volksrechte mißbrauche, sei in Wirklichkeit ein Totengräber Weiser Rechte, die in dem Augenblick Sinn und Inhalt verloren hätten, wo der krank­ haft gesteigerte Ehrgeiz des von fixen Ideen geplagten Gehirns einen einzelnen sie iü ihre widersinnigsten, vorher niemals abgesehenen Konisequenzen hetze. — Tie sozialdemokratische "Schwäbische Tagwacht" stimmt diesen Aus­ führungen in allen wesentlichen Punkten zu. Auf wen sie gemünzt sind, liegt auf der Hand. Im übrigen hat schon jetzt der Präsident ge­ wisse Mittel, solche Totengräberarbeit zu ver- hindern. Er hat nach, der geltenden Geschäfts­ ordnung das Recht, einen Abgeordneten ohne» vorherige Warnung oder Ordnungsruf bei gröblichen Verstößen gegen die Ordnung von der Sitzung auszuschließen, und er hat ferner unbestritten das Recht, ihm das Wort zur Geschäftsordnung aus eignem Ermessen zu ver­ weigern. Aber auch,' die Oeffentlichkeit hat ein Mittel, derartige Leute bis zu einem' ge­ wissen Grade unschädlich oder doch, minder schädlich. zu machen. Sie haben in der Regel nebenbei das Bestreben, von sich, reden zu Machen. Schweigt man sie nach Möglichkeit tot, so verliert ihre Tätigkeit für sie einen Teil ihres Reizes. Tie deutsche Presse wird in Zukunft gut daran tun, das nach, Gebühr zu berücksichtigen. Tte amerikanische Präsidentenwahl. Der Newyork Herald meldet, daß. die ausschlagge­ bende republikanische Konvention von Newyork für die Präsidentwahl sowohl Root als Roosevelt ausgeschlossen habe. Hughes habe jetzt sehr viele Aussichten. (Z.) i 1 Hungersnot in China. Wie Rußk. Slowo Meldet, gelang es infolge der in der chtne-. sischen 'Provinz Girin herrschenden Hungers­ not privaten Unternehmern, dort-über 10 000 Kulis für Rußland anzuwerben. Der erste Schub geht Ende April ab. ────────── nahezu allen Ortschaften unsres Heimatlandes Bestehen jedoch Freiw. Feuersichren. Tidsö können deshalb die militärische Jugenderzieh­ ung übernehmen, denn !sie sind militärisch, or­ ganisierte Körperschaften, welche an die "kör­ perliche Leistungsfähigkeit und Ausdauer er­ hebliche Anforderungen stellen. Es soll des­ halb jede Feuerwehr die .jungen Leute Mit 16 Jahren entsprechend ausbilden, dann wird erreicht, daß. die Iugendmanhschaften die für Den Heeresdienst notwendige Tijsziplin lernen. In allen Feuerwehren sind auch Führer, die früher beim Militär gedient haben. Solchen wird es am Ehesten möglich sein, die JungMannschaften neiden dem Feuerwehrdienst mit der nötigeü militärischen Vorbildung vertraut zu machen, namentlich wenn die militärischen Kommandos übernommen werden. In jedem Bezirksamt bestehen militärische Jugendorga­ nisationen und die Feuerwehrführer sollten sich! mit den Leitern dieser in Verbindung setzen, damit in jeder größeren Gemeinde die Jugendwehren ins Leben gerufen werden. Verkehr apf dem Ludwig-Kanal. Im er­ sten Vierteljahr 1916 beförderten auf dem Ka­ nal 13 Schiffe mit eigener Triebkraft, 133 Schliffe vchne eigene Triebkraft und 30 Flöße zusammen 3127 Tonnen Güter. Die Einnah­ men aus den Schiffahrtsgebühren betrugen 2160 Mark, das ist gegen den entsprechenden Zeitraum des Vorjahres um 1785 Mark mehr. ────────── Allerlei. Merlri. Eine FBnilieutragödie. Oberpfälzischje Schwurgericht hat den ehem. Garnisonsvevwaltungs-Jnjspektor Ferdinand Streber We­ gen Tötung seiner Frau auf deren ausdrück­ liches Verlangen, Unterschlagung u. a. zu sie­ ben Jahre Zuchjthaus verurteilt, j ! I Schießerei eines Wahnsinnigen. Im Mlitär-Rekonvaleszentenheim in Rudolssheim (Oesterreich!) hat der Infanterist Fichtner in einem Anfall von Wahnsinn eine Schreckenstat verübt. Er schoß, zwei Stunden lang herum und tzötete dabei 7 Personen und verletzte S schwer. Um halb 9 Uhr vormittags gab Ficht­ ner aus seinem TienMewehr auf die im Wachjzimmer anwesende Mannschaft zahlreiche Schüs­ se ab, von denen mehrere tödlich, trafen. Hierauf ffchjoß er zwei Stunden lang zum Fenster hin­ aus, ohne daß. es der militärischen Bereitschaft vder der Feuerwehr, die aus drei Schlauchs lagen Wasserstrahlen gegen ihn richtete, ge­ lungen wäre, ihm beizukommen. Er verschloß im ganzen 14 Magazine, bis er endlich von der Feuerwehr entwaffnet und gefesselt werden konnte. Fichtner wurde schließlich verletzt auf die Psychiatrische Station verbracht. ────────── Niederbayerische Nachrichten tiekriwwW sutWea ^ingolfing, 17. April. (Generalversamm­ lung.) Tie diesjährige Generalverisammlung der Gewerbebank fand gestern im Huberschen Gasthause dahier statt. Ersch!ienen waren 34 (von 255) Genossenschaftsmitgliedern. Ge­ schäftsführer Gabler brachte den Jahresbericht zur Kenntnis. Tie Bilanz wurde von der Generalversammlung angenommen; diese be­ gnügte sich auch mit der vorgeschlagenen Di­ vidende von 4 Prozent, nachdem zunächst die Verstärkung der Reserve als notwendig er­ klärt worden. Tie bisherige Vorstandschaft sowie die ausscheidenden Herren vom Aufsichts­ rat wurden Wieder gewählt. Pfarrkirchen, 18. April. (Todesfall.) Groß­ grundbesitzer Benedikt Fischer in Zeholfing (Rottal) ist im Alter von 63 Jahren gestorben. Unherfrohnstetten, 17. April. (Im Tode vereint.) Vor einiger Zeit ist der Hausbesitzerssohn Taver Nirschl von Benk, im 11. Jnf.-^ Regt. dienend, Inhaber des Eisernen Kreuzes, an der Westfront durch! eine in ein Haus einschlagende Granate mit noch 5 Kameraden des Regiments, welche gerade in der Schuh­ macherei auf der Schusterbrücke fassen, getötet worden. Das Regiment ließ. die 6 Mann auf einem Soldatenfriedhof in ein gemeinsames Grab betten und denselben ein herrliches, aus großem Granitsteinblock hergestelltes Grabdenk- t denkmal errichten, auf dem die Namen der i Gefallenen auf einen schwarzen Marmortafel angebracht, sind. Vor kurzem wurde der Fa­ milie eine photographische Aufnahme dieses Denkmals zum Andenken übersandt. ────────── Letzte Posten. Englische Vergewaltigung eines neutralen Schiffes. Sd. Berlsin, 19. April. Nach, verschie-, denen Morgenblättern sei an Bord des Dam­ pfers "Kelbergen", der mit einer Ladung Ge­ treide von Baltimore unterwegs wär, zwei Tagereisen von der englischen Küste entfernt, eine englische Verteidigungsmannschaft gekom­ men, die Handgranaten, Bomben und andere Munition bei sich! hatte, um das holländische Schiff gegen deutsche Unterseebootsangrisse zu schützen. Gegen dieses Auftreten wurde Ein-/ spruch! erhoben, der Vorfall dem Ministerium des Aeußern mitgeteilt. Griechenland unv die Entente. Sd. Berlin, 19. April. Mehrere Morgenblätter berichsten aus Saloniki: Die griechis sch,e Regierung hat größere Truppenmassen zur Sicherung der Bahnlinie Patras—Athen und Larissa—Saloniki zusammengezogen. Im Ha­ fen von Goris sollen über 80 Einheiten der englischi-französischen Kriegsflotte zusammengezogen sein. >, ; , I Nr. 107 Friedenskundgebung in Italien. Sd. Berlin, 19. April. Tie "Voss. Ztg." berichstet, daß die kriegsfeindlichen Sozialisten Italiens für den 1. Mai größere Kundgebun­ gen vorbereiten zur Aeußerung der italieni-! schien Arbeiterschaft für die Wiederherstellung des Friedens. ────────── Literarisches.. Tie Illustrierte Kriegs-Chronik des Da­ heim hat vor ähnlichen Unternehmungen einen großen Vorzug: sie folgt den (Ereignissen ge­ radezu auf betn Fuße. Für jeden Tag findet der Leser in knappem Ehronikstil die Ereig­ nisse der verschiedenen Kriegsschauplätze kurz verbucht. Dem Besitzer dieses Werkes ist es also später einmal leicht, durch Nachblättern jede einzelne Wasfentat des großen Krieges festzustellen. (Verlag von Velhagen und Klaftttg in Bielefeld und Leipzig. Preis des Hef­ tes 60 Pfg.) "Der Vortrupp", Halbmonatsschrift für das Deutschtum unserer Zeit. Herausgegeben von Dr. jur. Hermann M. Popert, Hamburg, und Kapitänleutnant a % D. Hans Paaschs, Berlin. Ver­ antwortlicher Schriftleiter: Dr. phil. R. Kraut, Ham­ burg. Verlag von Alsted Janssen, Hamburg Preis: Jährlich 8 Mark, vierteljährlich 2 Mark Gnzelnummer 40 Pfg. Der Türmer. Halbmonatsschrift für Gemüt und Geist. Herausgegeben von I. E. Freiherrn voa Grotthuß. Verlag von Greiner u. Pfeiffer in Stutt­ gart. Vierteljährlich 6 Hefte, 4 50 Mark. "Die Plastik", illustrierte Zeitschrift für die gesamte Bildhauerei und Bildnerei und ihre Be­ ziehungen zu Architektur und Kunstgewerbe. Heraus­ gegeben von dsiex. Heilmeyer, Bildhauer und Kunst­ schriststeller, München. Monatlich ein Heft mit acht Kunstdrucktafeln und einem Bogen Text. Preis vierteljährlich 3 Mark. Einzelnes Heft 1.20 Mark. Verlag von Georg D. W. Callwey, München. Tie Gulaschkanone. Soldaten-Kochbuch! für's Feld. Verlag Walter Schmidkunz, Minchjon-Wien. Preis 50 Pfg. "Was die Hausfrau vom Gas wissen mu,ß" von Josefa Wirt (Preis 60 Pfg., Verlag Lichst urkd Wärme, Dessau.) Druck u. Verlag I. F. Rietsch, PandShut. Vera «Rttoorfi Redakteur F. 1. Wagner. LandShut Inserate. Kronprinz-Lichtspiele Liditspielhaus I. Ranges. Hotel Kronprinz. gar Achtung! -W> Nur Mittwoch den 19. ds. Donnerstag und Freitag geschloffen, n:n □ v 9ie Abfahrt des erste» BalbWiger. Ein weltgeschichtliches Dokument. Der letzte Anzug. Komische Lzrue. Die mm Schwestern. Ergk'ifeudes Schauspiel in 3 Akte«, mit E»a Speyer in der Hauptrolle. Eine heilere Geschichte aus ernster Zeit i« 3 Akte« As MWM-BeM. mit Alv. Pauly in der Hauptrolle. Jas herrliche Glarnerland. Prachtvolle Naturaufnahme. 85t