<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-05-17"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 134</biblScope>
          <date when="1916-05-17">1916-05-17</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
        <segmentation>
          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
        </segmentation>
        <correction status="low" method="silent">
          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
        </correction>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <pb n="1"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Oesterreichisch-ungarische Erfolge in Südtirol</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Ueber 2500 Italiener gefangen — Französische Angriffe rechts und links der Maas abgeschlagen. — Feindliche Schiffsverluste in 4 Monaten. — Ein Attentatsversuch auf den König von Schweden.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Im Westen wurden wieder französische An­ griffe auf die Höhe 304 blutig abgewiesen, ebenso ein feindlicher Angriffs'oersuch! bei Kombres. An der italienischen Front haben sich leb­ hafte Kämpfe entwickelt. Auf der Hochfläche ton Doberdo drang das Egerer Land-sturms Regiment in die italienischen Gräben ein, und nahmen 155 Italiener gefangen. Bei San Marstino wurden italienische Wiedereroberungsber-snche abgewiesen. Auch, am Görzer Brücken­ kopf, an der Kärntner Front, wie fn den Tololmiten entspannen sich Kämpfe, die zu Ungunsten der Italiener beendet wurden. Ten Hauptschlag führten die österr.-ungar. Truppen aber in Südtirol, wo sie die italieni­ schen Stellungen südlich des Suganatales, auf der Hochfläche von Bielgereuth und südlich von Roveretto nahmen und hierbei 65 Offifziere und 2500 Italiener zu Gefangenen mäch­ ten und 7 Geschütze und 11 Maschinengewiehre erbeuteten. Zwischen Griechen und Italienern kam es tm Nordepirus zu einem Zusammenstoß, bei dem die Italiener den kürzeren zogen. Tie Türken haben bei der Insel Keusten einen feindlichen Monitor vernichtet. Türkische Flieger bombardierten das englische Lager auf der Insel Jmbros. ' Tie Russen haben der Reihe ihrerKriegsgreuel eine weitere Schandtat angefügt. Sie haben die Ortschaften des von ihnen besetzten Distriktes Chitak int 1 Kaukasus verbrannt und Hierbei 500 muselmanische Bewohner in den Flammen lebendig zu Tode gemartert. An Schweden erteilte das englische aus­ wärtige Amt in einem Journaltsteninterviiew einen Tadel, daß es sich in der AalanÄsrage nicht an die russische Regierung gewandt habe. Tie Stockholmer "Tidningen" weist diesen Ta­ del in scharfer Form zurück. Tie Entente bleibt ihren Traditionen ge­ treu und arbeitet mit Gift und Dolch. So wird jetzt bekannt, daß auf den König von Schwe­ den ein Attentat geplant wär, das auf eng­ lische und russische Agenten zurückzuführen ist. An feindlichen Schiffen wurden durch, unsere Unterseeboote, Minen usw. in den Mo­ naten März und April 176 Schiffe mit einem Tonnengehalt von 432 000 versenkt. Einschließ­ lich der Januar- und Februarerfolge wurden in den ersten vier Monaten dieses Jahves Insgesamt Schiffe mit einem Rauminhalt von 670 500 Tonnen versenkt. Tas sind Zählen, die unsren Feinden sicher zu denken geben.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 16. Mai. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) Westlicher KrieMauM. Kleinere Unternehmungen an verschiedsenen Stellen der Front führten zur Gefangennähme einer Anzahl Engländer und Franzosen.' Auf dem westlichen Maasufer wurden mehrere schwächliche französische Angriffe ge­ gen unsere Stellungen auf Höhe 304 .durch Artillerie-, Infanterie- und Maschinengewehrfener blutig abgewiesen. Tas gleiche Schicksal hatte ein Angriff, Pen der Feind nörAlich von Baux-Les-Palameix (südwestlich von Combres) gegen einen vorspringenden Teil unserer Stellung unternahm. • &gt; Lestlicher KrilMmM. und Balkan-Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. Oberste Heeresleitung.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der österr.-ung. Heeresbericht. WTB. Wien, 16. Mai. Mittags. — Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz^ und Südöstlicher Kriegsschauplatz^ Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Tie Artilleriekämpfe dehnten sich gestern ans die ganze Front ans und steigerten sich -.vielfach zu größter Heftigkeit. Im Abschnitt der Hochfläche von Doberdo drang das bewährte Egerer Landsturm-Regi­ ment in die feindlichen Gräben Mich von Monfalcone ein, nahm 5 Offiziere und 150 Mchmt verschiedener italienischer KavallerieRegimenter gefangen und erbeutete 1 Maschi­ nengewehr. Unsere vorgestern genommene Stellung westlich San Martino wurde trotz aller An­ strengungen des Gegners, sie zurückzuerobern, behauptet und befestigt. Hier fielen 3 OsDziere, 140 Mann, 1 Maschinengewehr und viel sonstiges Kriegsmaterial in die Hände unserer Truppen. Heute früh- warfen feindliche Flieger auf Kostanjevica und auf mehrere deutlich gekenn­ zeichnete SanitätsanstMen Bomben ab ohne Schaden anzurichten. Am Görzer Brückenkopf, bei Pläva und im Tolmeiner Abschnitt hielt unsere Artillerie die Anstrengungen des Gegners unter kräfti­ gem Feuer. Verschiedene Infanterie-Unternehmungen an dieser Front brachten 1 Offizier und 116 Mann als Gefangene ein. An der Kärntner Front entspannen sich bei guter Sicht gleichfalls lebhafte Geschützfckämpfe und bei Pontebba auch 3nsunterleget fechte unsrer Truppen mit Bersaglieri-Abteilungen. An der Tolomitenfront wurden mehrere italienische Angriffe aus unsre Steifungen im Col die Lana- und Tre Safsi-Gebiet abge­ wiesen. In Südtirol nähmen unsre Truppen, un­ terstützt durch überwältigende Arüllcriewirkung die erste feindliche Stellung aus dem Armemtcrra-Rücken (südlich des Suxanatales), auf der Hochfläche WM Vielgereuch, nördlich des Terragnolotales und südlich v»n Roveretto. In diesen Kämpfen wurden 65 Offiziere, darunter 1 Oberst über 2500 Mann gefangen genommen und 11 Maschinengewehre und 7 Geschütze erbeutet. Ein feindliches Flugzeu; wurde abgeschos­ sen. Der stellvertretende Chef des Generalstabes: v. H o e f e r, Feldrnarfchalleutnant.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Ter Körrig möge die Pferdeschau nicht be­ suchen; es sei gegen fein Leben ein Attentat geplant, das bei Gelegenheit dieses Bejsuchep zur Ausführung kommen sollte. Es gelang, den König von diesem 'Vorhaben abzubringen und die mit der Angelegenheit betrauten Be­ hörden entdeckten tatsächlich eine Verschwörung die nach den bisherigen Feststellungen auf eine bon englischen und russischen Agenten vor­ bereitete Tat führten. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Tie in das Komplott Verwickelten versuchen jetzt, Meisen Attentatsjversuch den Anarchisten in die Schuhe zu schie­ ben. Ta die schwedische Presse über diesen Vorfall nichts veröffentlichen sollte, und nur das "Astonbladet" des Komplotts mit wenigen Worten Erwähnung tat, so gelang es nicht infolge der Unkenntnis der Oeffentlichkeit, wei­ tere Erhebungen anzustellen. Eine englische Bevormundung Schwedens. Stockholm, 16. Mai. (Meldung des schwedischen Telegrammbüros.) Der Londoner Vertreter von Stockholms "Tidningen" mel­ det: "Ich erhielt aus Anfrage vom englischen Auhenamt folgende Erklärung über die Aalandsfrage: "Die Agitation, die in der letzten Zeit im Zusammenhang mit der Aalandsfrage be­ trieben worden ist, scheint uns hier von nicht ehrlichem, gewissermaßen unechtem Eharakter zu fetn. Ties geht aus der Tatsache her­ vor, daß sich, soweit wir wissen, die schwedi­ sche Regierung seit Beginn der Agitation in dieser Frage nicht an die russische Regierung gewandt hat. Hätte die schwedische Regierung dies getan, so sind wir überzeugt, daß die russische Regierung, die in jeder Hinsicht gute Beziehungen zu Schweden wünscht, eine freund­ schaftliche Auffassung den schwedischen Inter­ essen gegenüber darlegen würde." 2lic Mobilisierung der amerikanischen Werte in England. Tie "Neuen Zürcher Nachrichten" melden nach einer Amsterdamer Meldung, daß der Finanzminister Mac Kenn« die Liste der ame­ rikanischen Wertpapiere, welche dem englischen Schatzamt zur Beleihung oder zum Kauf an­ geboten wurden, erheblich erweitert habe, sodaß nur noch wenige an der Londoner Börse gehandelte Wertpapiere Amerikas davon aus­ geschlossen sind.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Mißglückte italienische Angriffe. Ter Korrespondent des Wiener Fremdenbl. meldet aus dem k. k. Kriegspressequactier: Ge­ stern haben die Italiener den Versuch unter­ nommen durch mehrere Jnfanterieangrisfe am Nordabhange des Monte San Michele in unsere MellungenM»zubrechen. Gleich beim erfttzn Angriff gerietm die Italiener in unser Sperr­ feuer, so daß ihr Angriff (sofort bet der Ent­ wicklung ins Socken geriet und ohne Eingrei­ fen unserer Jnfrnterie int Keime erstickt wurde. Später wiederholten die Italiener dann den Angriff noch eirmal, aber wieder ohne Glück. Unter großen Verlusten wurden sie zurück­ geschlagen ohne tberHaupt zu den ersten Trahthindernissen gelangt zu sein. Cadorna dürste in seinem Bullet n wieder behaupten, daß die Italiener ihren Angriff gegen unsere Stel­ lungen vorgetragen hätten. Es sei aber schon von Vorneherein konstatiert, daß die dortigen italienischen Angriffe einen verlustreichen und vollen Mißerfolg tebeuten. (Z.) Der Krieg mit Italien.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Am Balkan. Die Serbenftotte — ins Wasser gefalleck. Athen, 15. Mti. Bekanntlich hatte vor einiger Zeit ein die serbischen Interessen ver­ tretendes venezelistisches Blatt gemeldet, daß der Grundstock für etm serbische Adria-Kriegs­ flotte durch den Zerstirer "Groß Serbia" ge­ legt sei, den England wm Lande zum Geschenk gemacht habe. In tötenden Worten wurde auf die erste Fahrt des Schiffes Hingewiesen, der einen Transport mutig zum Hafen beglei­ tete, und auch die Tatsache, daß sich, sämtlichie Staaten der Aliierten bereit erklärt hätten, für die serbische Flotte zwei Einheiten zu stiften. Nunmehr sieht sich das gleiche Blatt gezwungen, daraus hinzuweisen, daß diese Mel­ dungen nicht zutreffend gewesen seien und daß der Zerstörer "Groß Serbin" nur ein gewöhn­ liches Handelsschiff, das Serbien angekauft habe, sei. Wahrscheinlich ist der Plan einer serbischen Adriaflotte infolge des Widerstand des Italiens ins Waffer gefallen. Auf einer kürzlich in Saloniki gehaltenen Rede anläßlich eines serbischen Banketts erhob der Redner sein Glas und leerte es mit den Worten, "daß diese schöne mazedonische Stadt bald die Hauptstadt des neugegründeten ser­ bischen Königreiches werden möge." Tie An­ wesenden stimmten begeistert in das darauf ausgesprochene Hoch auf König Peter ein. — Ties trägt natürlich in griechischen Kreisen wenig dazu bei, die ohnehin nicht mehr allzu­ große Freundschaft zu Serbien noch zu ver­ stärken. (3.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Die Türkei im Kriege. Ter türkische Bericht. Konstantinopel, 15. Mai. Das Haupt­ quartier teilt mit: Von der Kaukasus- und Jrakftont keine wichtige Meldung. Eines unsrer Wcisserftugzenge überflog in der Nacht zum 13. Mai die Insel Jmbros und warf mit Erfolg Bomben auf zwei große feindliche Schiffe, die in der Bai von Keptelos ankerten. Unser Wasserflugzeug kehrte trotz des Feuers der feindlichen Artillerie unvech sehrt zurück. Ein feindlicher Monitor, der sn einen Hafen an der Nordwestküste der Insel Keusten einlaufen wollte, geriet in das Ueberraschungsfeuer unserer Artillerie. Ihre Voll­ treffer ließeen den Monitor in Flammen gehÄMt und raucheind scheitern. Während der mehrere Stunden dauernden Feuersbrunst wurden deut­ lich Explosionen gehört, die von der in dem Schiffe befindlichen Munition herrührten. Ein feindliches Flugzeug, das inzwischen erschienen war, warf sechs Bomben aus den Strand von Ourla, tötete 1 Mann und 2 Frauen der Zivils bevölkerung und verletzte ein Kind. Russische Barbarei. Ko nsta ntinop el, 16. Mai. (Agentur Milli.) Nach soeben eingelaufenen amtlichen Meldungen ist ein Teil der muselmanischen Bevölkerung, die in den Dörfern des Distrittes Chlitak, den die Russen besetzt haben, zurückge­ blieben war, durch den Feind niedergemetzjelt worden. Hauptsächlich wurden die Dörfer Erkanis und Hassis atrgezündet und die Einwoh­ ner in den genannten Törfern, ungefähr 500 Personen, Frauen, Kinder und Greise, darin einbegriffen, lebendig verbrannt.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Krieg zur See. Feindliche Schiffsverluste in vier Monaten. In den Monaten März und April sind, wie bereits gemeldet, durch unsre U-BooteMinen usw. im ganzen 176 feindliche Schiffe mit rund 432 000 Tonnen vernichtet worden. Für Januar und Februar belief sich die ent­ sprechende Zahl auf zulsammen 238 600 To. Im ganzen wurden also in den ersten vier Mo­ naten des Jahres 670 500 To. versenkt. (Z.) Ein Bericht über den Untergang der Cymric. Amsterdam, 15. Mai. Tie nunmehr in Liverpool angekommene Besatzung des White Stardampfers Chmric erzählt, daß das Schiss infolge einer Explosion im Maschinenraum 150 Meilen westlich von Liverpool gesunken sei. Eie aus 108 Mann bestehnde Besatzung begab sich in die Boote und wurde später durch einen holländischen Dampfer, der auf die drahtlosen Hilferufe der Cymric herbeigeeilt kam, gerettet und nach Boutrh verbracht, wohin man auch! das sinkende Schiff zu schleppen versuchte. Diese Versuche mißglückten aber und die Chmric ver­ sank. (Z.) Tie Frachtenkrise der Entente. Corr. della Sera meldet aus London: Trotz der Bemühungen Marconis und des Exmirch stets Crespi sei an eine Besserung des Schiffsahrtsfrachtengeschästes zu Gunsten Italiens leider nicht zu denken. (Z.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Tages-Uebersicht. Haftentlassung Tb. Liebknechts gefordert. Nach einer Meldung der Berl. Nationalztg. werden die sozialdemokratischen Landtagsahgeordneten in der ersten Sitzung des demnächst zusammentretenden Abgeordnetenhauses den Antrag stellen, den Abgeordneten Tr. Karl Liebknecht aus der Haft zu entlassen und das Strafverfahren gegen ihn während der Dauer der Tagung des Landtages einzustellen.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Lokales. Landshut, 17. Mai. Höchstpreise für Wurstwaren. Tie bah. Fleischversorgungsstelle schreibt: Durch, die Presse ist die Anschauung verbreitet worden, daß Wurstwaren (auch Rauch- und Dauerwa­ ren) dann nicht unter die vorgeschriebenen Höchstpreise fallen, wenn sie nicht am Verkaufs­ orte hergestellt, sondern von auswärts einge­ führt worden sind. Diese Anschauung ist irrig. Alle Wurst-, Rauch- und Dauerwaren, gleichviel, ob sie am Verbrauchsorte hergestellt oder eingeführt worden sind, dürfen nur zu den vorgeschriebenen Höchstpreisen verkauft werden. Es fft auch verboten, andere, als in der Ministerialbekanntmachung vom 9. April ds. Js. bezeichnete Wurstwaren herzustellen/ —* Die Rehjagd hat gestern ihren Anfang genommen und bereits in den frühen Morgenstunden mußte mancher Bock durch einen kunstgerechten Blatts schuß sein Leben lassen Unser Speisezettel h damit eine willkommene Bereicherung erfahren. Zu­ gleich hat das Ministerium des Innern neue Höchst­ preise herausgegeben, die mit Decke vom Verkäufer 1 Mark nicht übersteigen darf. Für den Klein­ verkauf wurden folgende Höchstpreise festgesetzt: für Ziemer und Schlegel 2.— Mk., für Bug 1.20 ML, für Ragout 0.60 Mark. Die Kommunalverbände können für den Kleinhandel niedrigere Preise fest­ setzen. —* Die Nagelung des Kriegswahr­ zeichens am Rathaus durch Mannschaften des hiesigen Rekrutendepots fand gestern nach­ mittags von 5 Uhr ab statt. Die Mannschass­ ten Marschierten in Gruppen von j e 100 Mann jeweils mit Musik auf. Es waren im gam zen ca. 700 Mann. —* Unfall. Gestern stürzte ein Reiter der hiesigen Ersatzekadron auf dem Exerzierlplatze und zog sich eine erhebliche Verletzung zu. Er wurde durch die Militärsanitäter in das Garnisonslazarett verbracht. —* Verloren hat gestern eine hiesige Ge­ schäftsfrau eine Börse mit 18 Mark Inhalt. Ein Finder hat sich nicht gemeldet. —* Die hellen Nächte haben ihven An­ fang genommen; sie beginnen mit dem Tage, wo die Sonne ihren scheinbaren Laus weniger als 18 Grad unter den Horizont versinkt. Schon in den nächsten Tagen wird man bei uns um Mitternacht (nach unsrer neuen Som­ merzeit eine Stunde später) einen leichten Tämmerungsbogen im Norden beobachten kön­ nen; er wird allmählich größer und erreicht am 21. Juni seine höchstt Ausdehnung, um dann nach und nach, bis zum 30. Juli wie­ der zu verschwinden. Während der Zeit der Hellen Nächte wird es auch, um Mtternacht nicht völlig dunkel. Beim 70. Grad nördlicher Breite beginnen die Hellen Nächte schon ant 26. März und am Pol bereits am 29. Jänugr. i</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Unwesen Unholzers fielen im Zwangswege der Gewerbebank zu und wurden von dieser in einem höheren als dem normalen Werte vor­ getragen. Becher behauptete, das Konto Rottmeier Weitergeführt zu haben, da Herr Pfarrer Pottmeier eine Befriedigung der Bank in Aussicht gestellt habe, was Gastwirt Tippel dahin er­ weiterte, daß ihm sogar ein Schreiben des Rechtsanwalts des Herrn Pfarrers mit einem solchen Versprechen vorgelegen habe. Herr Rechtsanwalt Gagg als Zeuge bestreitet dies. Herr Pfarrer Rottmeier habe allerdings da­ von gesprochen, die Bank vielleicht in seinem Testamente zu bedenken, doch habe er ihm von Versprechungen abgeraten. Ter Konkurs über das Verminen des ver­ storbenen Großmetzgermeisters Wagner wurde ant 5. April 1913 beendet. Trotzdem führte die Gewerbebank noch einen Betrag von 2988,19 Mark aus diesem Konto als Aktiva an, für die absolut keine Deckung vorhanden war. Ter Konkurs über das Vermögen des ver­ storbenen Baumeisters Gehrer wurde 1912 durch Schlußverteilung beendet. Trotzdem führte die Gewerbebank noch 1914 einen Betrag von 23 721,85 Mark aus dem Konto Gehrer als Aktiva an und stellte hierfür bis Juli 1913 noch Zinsen in Rechnung. Becher führte an, er habe geglaubt, aus dem Verkaufe dieser Häuser den Fehlbetrag decken zu können. Tas Konto Paulus stand noch in der Bi­ lanz von 1913 mit 3548,14 Mark als Aktiva zu Buch, obwohl bereits ant 2. August 1910 die Schlußverteilung im Konkurse Paulus statt­ gefunden hatte. Herr Revisor Bühl bemerkte hierzu, es sei ihm unverständlich, daß die Revisio ndies nicht gerügt habe. Herr Tippel gab der Meinung Ausdruck, daß man int Vorstande der Anschauung gewesen sei, daß für Frau Paulus eine moralische Verpflichtung bestehe, für die Fehlschuld einzutreten, welche dadurch! entstanden sei, daß, sie bei Verpfändung einer Versicherungspolice mit dem Namen, ihres Mannes unterzeichnete, weshalb die Verpfän­ dung vom Konkursverwalter mit Erfolg an­ gefochten worden sei. Als an die Zeugin eine diesbezügliche Antwort gerichtet werden sollte, protestierte der Staatsanwalt indem er aus­ führte, mit moralischen Verpflichtungen ope­ riere der Gerichtshof nicht. Tie ganze Frage könne nur den Zweck haben, die Zeugin zu mißhandeln. Er müsse bemerken, daß ein Mit­ glied der Vorstandschaft der Landshuter Ge­ werbebank der allerletzte sei, der jemand den Vorwurf der Urkundenfälschung machen dürfe, nachdem das ganze Verfahren dieses Instituts eine Kette solcher Handlungen fei. Tas Konto Pichler ist 1914 mit 8481,40 Mark als Aktiva eingetragen, obwohl alle für dieses Konto vorhandenen Sicherheiten längst erschöpft waren. Nach Ansicht des Herrn Re- disor Bühl dürften mindestens 5000 Mark nicht unter den Aktiven erscheinen. Pichler behauptet zudem, 1910 vollständig mit der Gewerbebank abgerechnet zu haben. Ein Konto Rupp er­ scheint mit 3421,15 Mark in der Bilanz 1914 obwohl die Schuldner seit 1911 nichts mehr bezahlt hatten und auch nichts mehr zu er­ warten stand. Ter Betrag wurde erst auf Ver­ langen der Revision 1914 als verloren ein­ gesetzt. Im wesentlichen bestreitet Becher bei allen diesen Fällen mit Vorbedacht eine gesetzwidrige Handlung begangen zu haben. Er will in gutem Glauben gewesen sein, daß seine Hand­ lungen berechtigt waren. Tie anderen drei An­ geklagten wollen von der Uneinbringlichkeit der gerügten Forderungen keine Kenntnis be­ sässen haben und der Meinung gewesen sein. Daß der Bank bei keiner derselben ein Schaden entstehen werde. -aber nichts wert war. Tie Revision könne nichts verlangen, die Vorstandschaft müsse prü­ fen und dann entscheiden. Wer das Haus Schebelle ansehe, brauche kein Sachverständiger sein, um zu wissen, daß' wenn auf dem 2tro= wesen 39000 Mark Hypotheken lasten, für eine weitere Belastung keine Deckung vorhanden sei. Auf eine Frage des Staatsanwalts be­ kundete Rechtsanwalt Weinberger, daß. er sich das Anwesen angesehen habe. Zeuge Herr Benefiziat Stillger erklärte, daß er zur ersten Kriegsanleihe 500 Mark gezeichnet und in Raten bezahlt, aber die .geforderte Reichsanleihe nicht bekommen habe. Zeuge Pfarrer Rottmeier von Buch am Erlbach hatte für seinen Bruder, den inzwi­ schen in der Schweiz verstorbenen frühleren 'Verleger des "Landshuter Tagblattes", Julius Mottmeier, eine Bürgschaft für 2000 Mark Übernommen. Für diese habe er dann Zahlung geleistet, es sei ihm aber, angeblich von ihm eingegangen, eine weitere Bürgschaft von der Gewerbebank zugemutet, von ihm aber durch Klage bestritten und später von per Bank nicht mehr aufvecht erhalten worden. , Tas Konto des Verlegers Rottmeier stand von 1911—1913 mit 2600 Mark noch in den Bi­ lanzen der Bank, obwohl bereits 1915 Rott. Meier derart verschuldet war, daß ein An­ trag auf Konkurseröffnung mangels Masse ab­ gelehnt wurde. Tas Konto Gstettenbauer zerfiel in ein Hhpothekenkonto mit 10 000 Mark und ein Kontokorrentkonto mit 14 504 Mark. Ta auf dem Anwesen berefts 34 000 Mark Hypotheken lasteten, was nach dem Erfahrungswert be­ reits eine Ueberschuldung bedeutet, nimmt die Anklage an, daß die Hypothek, die an fünfter ■ Stelle stehe, wertlos sei. Ebenso wird die Kon■ tokorrentfordernng als uneinbringlich ange» sehen. Beide Posten hätten infolgedessen zur B\ Abschreibung gebracht werden müssen. Zeuge Gstettenbauer gibt an, daß die letzte M/»'Schätzung seines Anwesens auf 52 000 Mark M gelautet habe. In seiner früheren Eigenschaft Ei als Aufsichtsrat der Bank habe er bezüglich El des Konto Schebelle keine Bedenken gehabt. El Tas Konto Unholzer stand 1914 noch mit E '9795 Mark als Aktiven in den Bilanzen, obE wohl der Konkurs Unhvlzer bereits 1909 er­ öffnet und 1914 mit einer Quote von 8 Pro­ zent beendigt wurde. Auf die Anwesen Un­ holzer gab die Gewerbebank nach 45 000 Mark -Vorgang noch eine Hypothek mit 25 954 Mark. Tie Gewerbebank übernahm zum Schluß den gesamten Geschäftsbetrieb einschließlich- der For­ derungen und Verpflichtungen. Hierbei sollen Zahlungen an die Gläubiger Unholzers unter der Bedingung eines Ersatzes bei Nichtersülitung des Unholzer gemacht worden sein. Meh­ rere dieser Gläubiger bestritten als Zeugen, diese Angaben Bechers ganz entschieden. Dip</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>"Nein, aber ich möchte wissen, an wem ich mich zu wenden habe, um zu erfahren-, was zu tun ist." "Natürlich doch an Frau Hermann." "So . J . td) dachte, ich: befände mich! hier in Ihrem Hause!" Sie ging hinaus und schmet­ terte die Türe hinter sich ins Schloß. Eine Weile brachte sie es über sich, Ilse in ihrem "unvernünftigen Tun" gewähren zu lassen, aber dann lief ihr eines Tages doch wieder die Galle über. "Warum in der Gotteswelt sitzen Sie bei dem herrlichen Wetter den ganzen Tag im Zimmer, da Sie einen so schönen Garten zur Verfügung haben? Unter dem Ahorn ist ein prächtiges Plätzchen, schattig und kühl." Ilse schüttelte den Kopf: "Ta pflegt der Professor und Mama zu sitzen, soll ich sie in ihrem Behagen stören?" "Ach so, Sie gehören noch immer nicht zu ihnen, sind immer noch eine Fremde hier im Hause. Tann begreife ich das eine* nicht, wie Sie es bei Ihrem empfindlichen Ehrgefühl ertragen, sich von den Leuten erhalten zu lassen, ohne den geringsten Entgelt zu ver­ suchen." "Tas ist wohl nicht schwer zu verstehen... Sie benehmen sich wie ein Gast hier im Hause, weisen Arbeit und Verantwortlichkeit weit von sich und gestatten großmütig der Familie Herrmann, für Sie zu sorgen. Dabei lassen Sie sich Frau Professor Herrmann nennen, der Haushalt wird in ihrem Namen geführt, mit den Lieferanten in Ihrem Namen verhandelt und wir allesamt sind zu lügen gezwungen, wenn es gilt, die Abwesenheit und Unsichtbar? keit der Hausfrau zu entschuldigen. . . Ich hätte es früher nie für möglich gehalten, daß Sie das ertragen könnten. — Tie Mellwitz werden sich recht freuen, wenn sie zurück­ kommen und dies Eheglück mit ansehen wer­ den." Sie wartete Ilses Antwort nicht ab, es war ihre Methode, scharf loszupoltern pnd dann zu gehen, um die Wirkung ihrer Worte durch ein Hin und Her nicht abzuschwächen und nicht zu zeigen, daß ihre Härte von kläg­ lich kurzer Tauer war. Ilse sah ihr verstört und ratlos nach. Sie fühlte in Ihrem Innern, daß die alte Getreue recht hatte. Es war unverantwortlich., wie sie nun schon seit Wochen ihr Leben un­ tätig und freudlos hinschleppte, nicht nur sich selber, sondern auch ihrer ganzen Umgebung zur Last. ■ : i (Fortsetzung folgt.) kenbesuche zu Machen; oder er war zu Vor­ trägen und dergleichen öffentlichen Angelegen­ heiten abwesend. Es war eine große ErleiG terung für Ilse, daß die Trauer Besuche hin­ ausschob. Somit hatte auch sie nicht nötig, Besuche zu empfangen. Fremde Menschen wä­ ren ihr unerträglich gewesen in ihrer StirM mung. Christine verzehrte sich in stiller Wut über diese Teilnahmslosigkeit und Untätigkeit Ilses, und um ihr die selbstgewählte Einsantzkeit recht fühlbar zu machen, ließ sie selber sich selten bei ihr »licken. Sie habe keine Zielt, erklärte sie. "Christel," meinte Ilse, "glaubst du wirk­ lich, daß in diesem reichen Hänse Wert darauf gelegt wird, wenn du dich abplagst?" "Tas ist mir einerlei, ich will mich nicht als Schmarotzer hier surchsüttern lassen. Haben sie darauf gedrungen, daß ich hierher kam, so mögen sie mich auch nehmen, wie ich: bin. Faulenzen kann ich acht, und zwei Köchinnen brauchen nicht im Hanse sein. Ich. koche von jetzt an und die andere kann gehen." "Aber Christel, um Gottes willen, du bist doch hier nicht bei uw ,daheim, wo du be­ stimmen und tun und lassen konntest, was du willst."</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="6"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>betrifft, so hat sich eine zehnprozentige Was­ serglaslösung atm besten bewährt. Man stellt diese Mischung dadurch her, daß man auf einen Teil guten Wasserglases zchn Teile reinen, frischen Brunnen- oder Leitnngswaffers nimmt und diese gut ntit dem Wasserglas vermischt. Man legt die zu konservierenden Eier in einem) Steintops oder einem glasierten Tongefäße schichtweise übereinander und übergießt diese Schichten mit der Wasserglaslösnng. Ter ge­ füllte und mit gutem Zeitungspapier zugebun­ dene Topf wird dann in einer kühlen Ecke des Kellers aufgestellt. Auf solche Weise ver­ wahrte Eier sollen sich unbeschränkte Zeit erhalten.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>und Wurst und Hering und Kaffee und Suppe morgens und abends . . . haben es unsere Sol­ daten in den Garnisonen, ganz abgesehen von den weit vorgeschobenen Divisionen in Fein­ desland, besser? Und was für Mengen an Lebensrnitteln für diese anderthalb Millionen Gefangener Tag für Tag so draufgehen, das kann sich ein jeder leicht klarmachen, wenn er hört, daß allein 4500 Kochkessel von je 500 Liter Inhalt nötig sind, um eine einzige Mahl­ zeit herzustellen! Wird doch in unseren Ge­ fangenenlagern für sämtliche Kriegsgefangene ohne Unterschied der Nation oder Rasse, der sie angehören, nicht nur gut, sondern geradezu glänzend gesorgt. In jedem Lager gibt es Kantinen, in denen sich die Gefangenen alles mögliche kaufen können, Alkohol natürlich aus­ genommen, und es ist ein hübscher Anblick, Franzosen, Engländer, Rüssen und Belgier so in ihren verschiedenen Uniformen vor der Kan­ tine an kleinen Tischen sitzen zu sehen, Karten, Schach oder Domino spielend, wozu ein kleines Orchester, selbstverständlich ebenfalls aus Ge­ fangenen bestehend, aufspielt, und zwar recht gut aufspielt. Taß für Wasch- und Baderäume, wie überhaupt für Hygiene, vorzüglich gesorgt ist, braucht wohl nicht erst hervorgehoben zu werden und wird auch yon den Gefangenen allgemein anerkannt. Tie sportsfreudigen Engländer sind am häufigsten in den Tuschsräumen zu finden, während die Russen int Ansang vielfach zum Baden gezwungen werden mußten. Turngeräte sind reichlich vorhanden, Granaten belegt, und ich glaube, daß es keinen Baum und kein Hänschen in betn Bereich die­ ses Feuers gibt, die nicht der Erde gleichgel­ macht werden. . . Wir verlassen unseren Be­ obachtungsposten und fahren im Auto an den äußersten Umkreis vor Verdun heran, wo uns ein General eine der Lustabwehrstationen zeigt. Eine Anzahl von 75-Millimtr.-Kanonen sind hier unter besonderen Vorrichtungen aufgesstellt. In der Mitte der (Station hängt eine große Messingglocke: Im Augenblick, wo das feindliche Flugzeug gesichtet Wirb, ertönt die Glocke, und sogleich find alle Geschütze schuß­ bereit." (Z.) Pon von Kriegsgefangenenlagern in Teutschland erzählt Ludwig Sternaux im Maihest von Velhagen und Klasings Monats­ heften allerlei Interessantes. Nicht alle dieser nun zum Teile schon seit zwei Jahren inter­ nierten Männer fühlen sich unglückliche. Be­ sonders die Herrischasten, die der Zar aus den endlosen Steppen des heiligen Rußlands und den Einöden Sibiriens und des Kaukasus gn die Front gejagt, der stumpfsinnige russische Bauer, Kirgisen und Tataren und Mongolen, die fühlen sich in deutscher Ordnung und Sau­ berkeit, frei von Läusen und Seuchen, in den Himmel versetzr! Wann hätten sie auch je einen solchen Wochenspeisezettel gehabt? Je­ den Tag 300 Gramm Brot, zweimal, ja, selbst dreimal in der Woche Fleisch mit Gemüse und Kartoffeln in Hülle und Fülle, dazu Speck werden auch von den Gefangenen selbst ange­ fertigt und werden fleißig benutzt, am wenig­ sten wieder von den Russen, bei denen man körperliche Spiele und Leibesübungen auch nur sehr (feiten beobachten kann. Franzosen und Belgier sieht man meist bei Kegel-, Boeciaunb Ballspiel, was alles mit großem Stirnrüaufroanb und sehr lustig betrieben wird, während die Engländer jedes Spiel streng, sportlich auffassen, überhaupt jede freie Mi­ nute beut Sport widmen. Sie spielen haupt­ sächlich Krocket, immer dicht von Zuschauern atmringt, die erste Reihe sitzend, die zweite stehend, stets mehrere hundert, Personen ,die streng und fachkundig jeden einzelnen Schlag, kritisieren, und manchmal schallt das Hände­ klatschen bei einem guten Schlag wie Kleingei­ wehrfeuer durch das ganze Lager. Wohl die Meisten Lager besitzen eine französische und englische Bibliothek, die auch recht fleißig be­ nutzt wird. Tie Versuche, eine solche bei den Russen einzurichten, sollen an der Interesse­ losigkeit der russischen Gefangenen gescheitert fein. Was den Russen interessiert, ist fast aus­ schließlich Musik. Man staunt immer wieder, wie sie mit ihrem meist ganz primitiven Hand­ werkszeug Hre Musikinstrumente, hauptsäch­ lich Balaleikas, Baß-Balaleikas, Mandolinen^ aber auch Violinen, bauen, mit Perlmutter einlegen und polieren . .; . ein gelernter In­ strumente nmach er brächte es nicht besser zu­ wege! Tabei sind es sehr oft ganz einfache Bauern oder Steppensöhne.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Letzte Posten. panische Kabinett ist indessen wenig geneigt, | die Wünsche der Bundesgenossen in dieser HinLsicht zu erfüllen. ' Ein amerikanisches Ultimatum an Mexiko. Bu d ap e st, 16. Mai. A Nap berichtet aus Genf: Tie Newhorker Tribuna meldet, daß die Regierung der Bereinigten Staaten heute eine wichtige Konferenz abgehalten hat. Sie beschäftigte sich, mit der mexikanischen Frage. Es verlautet, daß noch ein Ultimatum an Mexiko abgehen wird. (Z.) Eine amerikanische Pulverfabrik in die Luft geflogen. Sd. Amsterdam, 16. Mai. Holländische Blatter melden aus Newhork: Eine Pulviertfabrik in Uackstom ist in die Lust geflogen. 14. Personen wurden getötet, 40 verwundet. Ter Schaden beläuft sich, auf eine viertel Miihlion Dollar. Tier Lebensniittclt-Tiktator. Sd. Berlin, 17. Mai. Wie das "Berl. Tagebl." hört, wird als Lebensrnitteb-Tiktator der Oberpräsident v. Pommern v. Waldow genannt. T!«s österreichische Artilleriefeuer. Lugano, 17. Mai- Tie italienischen Blätter vermerkten mit schlecht verhehltem Groll die gestrige Meldung des italienischen Generalstabes von der Beschießung der ettoa 20 Kilometer von der Tiroler Grenze gelegenem italienischen Stadt Asiago durch österr.-Ungar, schwere Geschütze. Eine vorgestrige Meldung Cadornas von der Beschießung der italienischen Ortschaft Ponte di Legno in der Provinz Brest eia durch österreichische Artillerie tahrb von den Blättern ohne Kommentar abgedruckt, obgleich diese Meldung die wichtige Tatsache enthält, daß der angeblich seit dem Ausbruch'der Feind­ seligkeiten von den Italienern beisetzte wich­ tige Tonalepaß im Besitz der Oesterreicher ist. (Z.) Ein griechisch-italienischer Zusammenstoß. Wien, 16. Mai. Noch unverbürgte Mel­ dungen aus Athen behaupten, daß es zu Zu­ sammenstößen zwischen griechischen Truppen und einer italienischen Kompagnie gekommen sei, welche die Höhe von Baguniea, südwestlich von Kalarat auf griechischem Territorium be­ setzt hatte. Tie griechischen Truppen hätten die Italiener angegriffen und von Baguniea vertrieben. Ter Schrei nach japanischen Truppen. Amsterdam^ 16. Mai. Wie man aus zuverlässiger Londoner Quelle meldet, stehen England und Frankreich mit der japanischen Regierung in Unterhandlungen, um Japan zu veranlassen, Truppen zur aktiven Teilnahme am Kriege nach Europa zu senden. Tas ja­</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Handel und Verkehr. München, 15. Mai. Marktbericht des städt. Schlacht- und Viehhofes. Preise per 50 Kilo Lebendgewicht: Ochsen: 1. Qualität 110—000, österr. 00—00, holländ. 00—00, 2. Qual. 000—000, österr. 00—00, holl. 00—00. 3. Qual. 000—000, österr. 00—00, holl. 00—00, 4. Qual. 000—000, österr. 00-00, schweb. 00—00, 5. Qual. 000—000, schweb. —. Bullen: 1. Qual. 110—000, 2. Qual. 000—000, 3. OOO—000;Kühe u. Kalbinnen:l.Qual. 100-110, 2. Qual. 90-95, 3. Qual. 00-00, 4. Qual. 00—00, 5. Qual. 70—00; gering genährtes Jungvieh: 50—70; Kälber: feinst, 100—00, mittlere 96—98, geringe 90—95 • Schafe: Stallmastschafe, Mastlämmer und jüngere MasthammelOOO—000, ältere Masthammel 00—00, mäßig genährte Hammel, gering. Lämmer 000—000; Schweine: geietzltche Höchstpreise: lebend von 83,0 bis 148,5, geschlachtet von 000,0 bis 000,0. Preise per 50 Klgr. Schlachtgewicht: Bullen 2. Qual. 00—00, 3. Qual. 00—00, Kälber: feinste 000—000, mittlere 000—000, geringe 000—000; Schafe: Mast­ lämmer und jüngere Masthammel 165—170, älter, Masthammel 1.50—160, mäßig genährte Hammel und Schafe 120—145; geringere Lämmer und Schaft 000 — 000.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Literarisches. Der Türmer. Halbmonatsschrift für Gemüt und Geist. Herausgegeben von I. E. Freiherr« von Grotthuß. Verlag von ©reiner u. Pfeiffer in Stutt­ gart. Bterteljährltch 6 Hefte, 4 50 Mark. "Wachtfeuer" (Architektur - Verlag "Der Zirkel" G. m. b. H., Berlin, Wilhelmstr. 48, Preis 20 Pfg.) ist das neueste 84 Heft erschienen "Dev Vortrupp", Halbmonatsschrift für das Deutschtum unserer Zeit. Herausgegeben von Dr. jur. Hermann M. Popert, Hamburg, und Kapitänleutnant a. D. Hans Paasche, Berlin. Ver­ antwortlicher Schriftleiter: Dr. phil. R. Kraut, Ham­ burg. Verlag von Alfred Janssen, Hamburg. Preis: Jährlich 8 Mark, nierteljährltch 2 Mark Aurelnummer 40 Pfa. Hnnvefport und Jagd. Amtliche Zeit­ liche Zeitschrift des Teutschen Reichsverbandes für Polizei- und Schutzhunde, E. V. mit"" 26 Unterabteilungen und anderer Verbände. Er­ scheint wöchentlich einmal im Verlage Gund'lach-Bielefeld. Preis vierteljährlich 2.25 Wk.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Städtische Schwimmschule. 17. Mai 1916. Luft . . 18 Grad C. Wasser . 14 Grad C.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Surzel hat feto Ceuti-nietcrmafj vergessen. Humoristische Szene. 9er Schlachthns in München Sei der BersorWg unserer Truppen. Interessante Naturaufnahme. Kronprinz-Lichtspiele Liditspielhans I. Ranges. Hotel Kronprinz. E0 Spielplan vom 17, bis 19. Mai. Dt Mittwoch, Doimersm- und Freitag. DDD fämJlaöiv Es Bel ein Reif in der Frühlln$snntM. Di« Geschieh e einer jungen Frait» Hervorragendes dramatisches Lebensbild in 5 Akten. DasStrirmpfvand Ein Lustspiel in 2 Akten. Ein Ausflug ins Kamptal. Naturaufnahme.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="7"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Inserate.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
