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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-05-24"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 141</biblScope>
          <date when="1916-05-24">1916-05-24</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Kriegsbriefe aus dem Westen. Berlin, den 22. Mai 1916. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise» verboten.) Unser siegreicher Dorstosi südlich des "Toten Mannes^. Telegramm! unsres Kriegsberichterstatters. Großes Hauptquartier, am 21. Mai. Unter geschickter Ausnutzung unserer ar­ tilleristisch besseren Lage wurde gestern nach­ mittags um 5 Uhr unsere Stellung am "Toten Mann" beträchtlich tief nachj Süden vorwärts gerückt. Entsprechend den Truppen, mit denen die Franzosen den vielumkämpften Schlüsse^Punkt in unablässigen Angriffen wieder zu ge­ winnen versucht haben, ist auch! uUser An­ griff mit starken Kräften ausgeführt worden. Während unsere Stellung bisher, wie ich in ftüheren Berichten dargelegt habe, über den Gipfel der Höhe 295 südwärts übergreift, be­ zieht unser neuer Raumgckvinn die gesamten Abhänge von 295 und den südlich gelegenen Hügel 285 in sich. Ter "Tote Mann" wird in der Geschichte der Verdunschlacht unvergessen bleiben, nicht nur, um der hartnäckigen Tapfer­ keit willen, mit der die Franzosen diesen Schlüsselpunkt zuerst verteidigt und ihn dann wieder zu erobern versucht, sondern auch we­ gen des gauklerischen Spieles, das die franzö­ sische Publizistik unternommen hat, um vor dem eigenen Volke und vor der neutralen Welt die dort errungenen deutschen Fortschritte 'ableugnen zu können. Nachdem die deutsche Heeresleitung gemeldet hatte, daß wir den Hügel 265 erstürmt hatten, welcher auf der geltenden französischen Generalstabskarte die Namensbezeichnung "Toter Mann" trägt, be­ stritten die Franzosen das und behaupteten, ijier "Tote Mann" sei die Höhe 295. Nach­ dem sie auch von diesem Gipfel geworfen wor­ den waren, leugneten sie den neuen Rückzug ^einfach ab und beteuerten mit derselben Be­ harrlichkeit in den Heeresberichten, den Gspfel noch zu besitzen, mit der sie ihn seit Wochen unablässig schwer beschossen, ohne unsere Stel­ lung erschüttern zu können. Inzwischen wur­ den — ein beispielloser Fall — neue französi­ sche Karten gedruckt, aus denen die Namenssbezeichnung "le mort Homme" tatsächlich! er­ heblich nach Süden verschoben wurde. Viel­ leicht hätte man bei dem dritten dort liege* den Hügel, dem südlichsten, 285 das Spiel zu wiederholen versucht, wenn nicht der ent-</p>
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          <p>Der Angriff gegen Italien im Fortschreiten.</p>
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          <p>Die Zahl der erbeuteten italienischen Geschütze erhöht sich. — Ein Jahr Krieg gegen Italien. — Kampfe bei Touaumont. — Türkische Flieger bombardierten Port Said. — Amerika und der Friede. Im Westen scheiterten östlich der Höhe 304 und am Südhang des "Toten Mannes" fran­ zösische Angriffe. Südlich! des Camardwaldes nahmen die Unsern ein feindliches Blockhaus. Rechts der Maas kam es zu heftigen Jnfanteriekämpfen, bei denen es den Franzosen ge­ lang, nördlich Dhiaumont in unsre Gräben einzudringen. Sie wurden aber Meder hinaus­ geworfen. Bei Touaumont wird noch ge­ kämpft. Englische Gegenangriffe bei Givenchh en Gohelles wurden int Keime erstickt. Auf der Combreshühe zerstörten Sprengungen der Unsern die erste und zweite französische Linie. An der italienischen Front rückten die beiden Flügel der österr.-ungar. Truppen wie­ der weiter vor. Im Norden mußten die Ita­ liener die österreichische Stadt Burgen (Borgo) fluchtartig räumen. Sie werden hier wvhlbaldüber die Grenze geworfen sein. Im Süden greif fen die öfterr.-ungar. Truppen die italienischen SteUungen bei Chiesa an, sodaß auch hier der Feind sich nicht mehr allzulange auf öfters reichischen Boden befinden wird. Im Zentrum, wo unsre Verbündeten bereits auf italienischem Boden kämpfen, wurde das italienische Werk Verena von ihnen genommen. Tie Zahl der seit 15. Mai erbeuteten Geschütze hat sich auf 188 erhöht. Vor den Tardanellen und bei Jmbros ent­ falteten türkische Flieger eine rege Tätigkeit und verjagten feindliche Flugzeuge. An der Jrakfront haben die Türistn, wohl aus taktischen Gründen, ihre SteUungen auf dem rechten Tigrisufer etwas zurückgelegt. Am Suezkanal bewarf ein türkisches Flie­ gergeschwader Port Said erfolgreich. mit Bonüben. Aus Amerika werden Friedensstimmen laut. Senat und Presse drängen Wilson, die Friedensvermittlung aufzunehmen. Wilson selbst sagte kürzlich, die Zeit für Amerika,' seine Dienste für Friedensvermittlung anzu­ bieten, sei in die Nähe gerückt. Wilson wird sich aUerdings zuerst an die Entente wenden müssen, denn unsre Machthaber haben ohnedies jederzeit ihre Friedensbereitschaft kundgegebep. Tie Vereinigten Staaten von Amerika werden, verschiedenen Meldungen zufolge, an England eine Note richten mit dem Verlangen um Unterlassung der Beschlagnahme der neu­ tralen Post. England hat erst gestern wieder die amerikanische .Post auf zwei Dampfern be­ schlagnahmt. ,</p>
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          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 23. Mai. Mittags. .Großes Hauptquartier.)</p>
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          <p>Westlicher Kriegsschauplatz. Die Absicht eines Gegenangriffes der Eng­ länder südwestlich von Givenchh en Gohelle wurde erkannt, die Ausführung durch Sperr.feuer verhindert. Kleinere englische Vorstöße in Gegend pvn Roclincourt wurden abgewiesen. Im Maasgebiet war die Gefechtstätigkeit infolge ausgedehnter Gegenftoßversuche be­ sonders lebhaft. &gt; Links des Flusses nahmen wir südlich des Camardwaldes ein französisches Blockhaus. Feindliche Angriffe östlich der Höhe 304 und ant Südhange des "Toten Mannes" scheiter­ ten. Rechts des Flusses kam es auf der Front nördlich! des Gehöftes Dhiaumont bis in den Caulletteswald zu heftigen Jnfanteriekämpfen Im Anschluß an starke Feuervorbereitung dran­ gen die Franzosen in unsere vorderste Stel­ lung ein. Unsere Gegenstößp warfen sie auf den Flügel des AngrifjHAbschnittes wieder zurück. Südlich des Torfes und südlich, der ehemaligen Feste Touaumont, die übrigens fest in unserer Hand blieb, ist der Kampf noch nicht abgeschlossen. Nordwestlich der Feste Vaux wurde ein vorgestern vorübergehend in Feindeshänd ge­ fallener Sappenkops zurückerobert. Durch Sprengungen zerstörten Mr auf der..Combres-Höhe die erste und zweite fran­ zösische Linie in erheblicher Ausdehnung. Bei Vaux-Les-Palmeix und Seuzeh, auf den Maashöhen östlich von Verdun, brachen feindliche Angriffe in der Hauptsache imSpernfeuer zusammen. Kleine in unsere Gräben eingedrungene Abteilungen wurden niederge­ kämpft. Ein feindliches Flugzeug wurde südwest­ lich von Vaillh abgeschossen.</p>
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          <p>Oestlicher Kriegsschauplatz. und Balkan-Kriegsschauplatz Nichts Neues. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>vorzutreten, was sie von einem Friedensschluß, erwarten, der diesem mörderischen Krieg auf der wirklichen Grundlage ein Ende zu setzen imstande sein soll. Nur aus diese Weise wäre es möglich, einer Verwirklichung der heutigen Sehnsucht aller Völker näher zu kommen. — Oberst Hause kommt wieder. W ie n, 23. Mai. Sicherem Vernehmen nach wird der bekannte Vertrauensmann WiLsons, Oberst House, demnächst abermals nach Europa abreisen.</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Elemgueeazu gegen die Regierung. Pari s, 23. ,Mai. Clemenceau geißelt in seinem Blatte mit bitterer Ironie, durch die der pruste Unwille über den durch die Rjefgierung verschuldeten Gang der Ereignisse hinidurchschimmert, Briands Worte beim Zusams mentritt der Kammer. Wir befinden uns in einer entscheidenden Stunde, in der wir das Möcht auf alle Hoffnungen haben! "Wenn Sie," ruft Clemenceau Briand zu, "nach zwei Jahren schwerster Verantwortlichkeit, die frisch und fröhlich übernommen, um nicht zu sagen erstrebt wurden, vor Frankreichs Volksvertre­ tern das Wort ergreifen, so haben Sie die Pflicht, uns allen Anderes zu sagen, als die Stunde anzukündigen, wo uns ein Hoffen er­ laubt sein würde. Sie schulden uns Abrechfmimg und zwar über Taten. Es heißt die Grenzen der Unverfrorenheit überschreiten, weil man uns sagt, daß, wir, um Ihr Werk zu beurteilen, erst eine Zeit warten sollen, bis die Kanonen aufhören zu ,donnern. Unsere Front rührte sich nicht nach! 20 Monaten, nicht, trotz, der Opfer, wie sie die Geschichte nicht kennt, sie erfuhr vielmehr trotz des Wi­ derstandes, der der höchste Ruhm unseres Va­ terlandes ist, sogar eine Einknickung bei Ver­ dun. Wir haben ein Recht auf andere Tinge als schöne Worte über hie Hoffnungen, wir brauchen Erklärungen über die Taten, um die -Fehler gutzumachen, wenn welche gemacht wor­ den sind. Es hieße Frankreich verraten, wenn Sie sie verweigern und für uns, wenn wir nicht' den Willen haben, die Fehler gutzu­ machen." — Tie heutige Kritik der militäri­ schen Lage im "Homme enchaine" fiel gänzlich! dem Zensurstift zum Opfer.</p>
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          <p>Der Krieg mit Italien. Ei« Jahr Krieg gege« Italien. Wien, 23. Mai. Ter Oberkommandieren­ de der k. und t Armee, Feldmarschall Erz­ herzog Friedrich hat folgenden Armee-Oberkommandobefehl erlassen: "Heute vor einem Jahre hat Italien sei­ nen langen geplanten und sorgfältig vorbei reiteten Verrat an der Monarchie durch die Kriegserklärung gekrönt. Ueber eine halbe Million Feuergewehre stark, an Kräften -un­ serer Verteidigung achtfach überlegen, stand da­ mals das feindliche Heer drohend an unsrer Grenze. Mt vermessener Ruhmredigkeit ver­ sprachen die sührendeu Männer drüben dem betörten Volke einen leichten und sicheren Sieg. In raschem Ansturm sollten die italienischen Waffen über die "unerlösten Gebiete" hinaus bis in das Herz unsres Vaterlandes getragen werden und mit dessen Zertrümmerung den Weltkrieg entscheiden. Tie furchtlosen Verteidiger aber boten dem verhaßten Gegner überall Halt. Unser Sieges­ lauf int Norden war durch den heimtückischen Rückenangriff nicht gehemmt. Allmählich- ver­ mochte ich- dann unsren schwachen Grenzschutz, durch freigewordene Truppen zu stützen, wenn es die Lage erforderte. Fünf Schlachten am Jsonzo, zahllose Gefechte an der ganzen Front vom Stilsser Joch bis zum Meere hin haben mein Vertrauen in die Kraft unsrer Abwehr glänzend gerechtfertigt. Während dieser Zeit wurde Galizien vom Feinde befreit, ein wei­ tes feindliches Gebiet in Besitz genommen, ©etfc bien niedergeworfen und Montenegro und Al­ banien erobert. Bis por kurzem vermochte nur unsre tap­ fere Flotte und unsre braven Flieger Schrecken und Verwirrung auf italienisches Gebiet zu tragen, ynb ein volles Jahr mußten wir uns gedulden, bis die Stunde des Angriffs, der Vergeltung, schlug. Endlich ist diese Stun­ de gekommen. Schon unser erster Ansturm legte eine gewaltige Bresche in die feindliche» Front. Vieles ist getan, mehr noch bleibt zu tun übrig. Ich weiß, ich fühle es, Tapferkeit und Ausdauer werden es leisten! Soldaten der Südwestfront, vergesset nicht int Kampfe, daß Italien an der Verlängerung dieses Krieges .schuld ist, vergeßt nicht die blutigen Opfer, die er gekostet hat, befreit Eure Heimat von den Eindringlingen, schafft der Monarchie auch im Südwesten die Gren­ zen, deren sie für ihre künstle Sicherheit bedarf. Meine innigsten Wünsche, die innig­ sten Eurer Kameraden begleiten Euch. gez. Erzherzog Friedrich, (Z.) Feldmarschall." Zum Jahrestag der italienische« Kriegsitwkliiruug. Innsbruck, 23. Mai. Ter Landesausjfchuß hat durch den Landeshauptmann Frhrn. v. Kathrein anläßlich des Jahrestages der ita­ lienischen Kriegserklärung und der Erfolge in Südtirol an den Kaiser ein Huldigungstelefgramm gerichtet, cuf das folgende Antwort einlief: "Mt aufrichtiger Freude und tiefbeweg­ tem Herzen habe ich die anläßlich des Jah­ restages der italienischen Kriegserklärung vom Landesausschuß meiner gefürsteten Grafschaft Tirol zum Ausdruck gebrachte Kundgebung unwandelbarer Anhänglichkeit meines geliebten Landes Tirols an mich und mein Haus enbgegengenommen und spreche dafür dem Lan­ desausschuß meinem herzlichsten Tank aus, in­ dem ich zugleich i&gt;er seit einem Jahrhundert erprobten Tapferkeit und patriotischen Haf­ tung Tirols mit inniger Rührung gedenke. Angesichts der in den letzten Tagen von meh­ rten braven Truppen unter bewährter Füh­ rung errungenen bedeutenden Erfolge gebe ich der Hoffnung Raum, daß es mit Hilfe des Allmächtigen gelingen möge, den heimatlichen Boden des Landes vom Feinde zu befreien. Franz Joseph m. p." Tier österreichische Vorstoße Wien, 23. Mai. Tie Angriffe in Süd­ tirol nehmen immer mehr den Charakter einer planmäßig zwingenden Aufrollung an. Nach dem gelungenen Vorstoß bei Vielgereuth wurde nun auch bei Lafraun eine weitere Bresche in die italienischen Stellungen geschlagen. Be­ sonders zeichneten sich hier die Steiermärker aus, die mit größter Todesverachtung dem ,Feinde entgegenstürmten. Tie österreichischen Gruppen stehen nunmehr fünf Kilometer vor per venezianischen Ebene. Tie italienischen Grenzfestungen sind alle im Besitze der sieg­ reichen Truppen. (30 Tie Freude am Kriege sinkt. Berlin, 23. Mai. Tie "Tägl. Rund­ schau" meldet aus Lugano: Bei der Zusammen­ kunft revolutionärer Kriegshetzer in Mailand erfolgte das bemerkenswerte allseitige Zuge­ ständnis, daß die kriegsfeindliche Richtung im -abgelaufenen Jahre große Fortschritte gemacht habe, weshalb die Kriegshetzer neuerdings einen Feldzug gegen die Anhänger der Mtiehmächte ankündigen. Natürlich wird verschwie­ gen, daß der Hauptverstärkungsgrund der .kriegsfeindlichen Gesinnung die militärischen Mißerfolge Italiens sind. Bei dieser Zusam­ menkunft enthüllte der Vertreter des "Popolo d'Jtalia", Paoloni, daß die vereinigten Kriegs­ parteien bereits im April Salandra eine ge­ heime Denkschrift überreichten, worin darge­ legt war, in welchen Punkten die Parteien die Verantwortung für die Regiernngspolitik ablehnen werden, falls das Kriegsende nicht günstig wäre. Paoloni sagte, als die Kriegs­ parteien im Mai 1915 den Krieg herbeizu­ führen sich entschlossen, hatten sie kein anderes Kabinett zur Verfügung als das Kabinett Sa­ landra, d. h. ein Dutzend armer Teufel mit reaktionären und veralteten Gedanken. Tenatoch mußte man mit diesen arbeiten. Tie Regiernngspolitik vollzog jedoch im jetzigen April eine Trennung der Verantwortlichkeit. Tie Denkschrift muß. natürlich geheim bleiben, weil bei der ganzen Sachlage die Kriegspar­ teien den Massen gegenüber einen gewalt» fernen DptimWmuS zur Schau tragen. Wenn aber, was der Redner natürlich für unwahr­ scheinlich- hält, der Krieg schlecht ausgehen soWte, so läge den revolutionären Kriegsparteien sehr wenig an der Verantwortung der Regieriung. (30 Aus der italienische« Presse. Bern, 23. Mai. Tie Mailänder Blatter weisen in langen Ausführungen auf die Unzuträglichkeiten hin, die von der verspäteten Veröffentlichung der italienischen Heeresbe­ richte im Auslande herrühren. "Secolo" ver­ langt künftig zwei tägliche Heeresberichte. Tie "Tribuna" hält es für zweckmäßig, der italie­ nischen Oeffentlich-keit die österreichischen Hee­ resberichte nicht länger vorzuenthalten. .</p>
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          <p>ften Woche von beiden Parteien unterzeichnet werden. Rumäniens Wirtschaftlicher Anschluß an den Vierüund. Bukarest, 23. Mai. Tie rumänischen Verhandlungen mit der Türkei zum Abschluß eines Handelsvertrages nach dem Muster des mit den Mittelmächten geschlossenen haben be­ gonnen. Tie Abgesandten der rumänischen Importkommission in Konstantinopel haben mit den türkischen Unterhändlern bereits ein prim zipielles Uebereinkommen erzielt. Tie rumä­ nische Regierung will aber den Vertrag in­ dessen nicht eher unterzeichnen, ehe die Tür­ kei die Preise für die Ausfuhrwaren festgelegt hat. (30 Tar isolierte Take Jonescu. Bukarest, 23. Mai. In hiesigen po­ litischen Kreisen wird die Tatsache viel be­ sprochen, daß die üsterr.-ungar. Gesandtschaft Herrn Take Jonescu gestern mitteilte, er sei aus der Liste der Ritter des Eisernen Kronech ordens gestrichen worden. In der von Take Jonescu gespeisten Presse erschien daraufhin die lahme Erklärung, Take Jonescu hätte längst diesen Orden zurückgegeben, wenn er nicht ge­ glaubt hätte, daß dies eine überflüssige Un­ gezogenheit wäre. Interessant ist, daß das Or­ gan des Herrn Filipescu dazu sagt: die Freun­ de Take Jonescu seien bestürzt darüber, weil der Schritt der k. und k. Gesandtschaft bedeute^ daß man mit ihm nie und unter keinen Ums ständen mehr zu tun haben wolle, was auf seine politische Karriere eine vernichtende Wir­ kung ausüben müsse. (Z.)</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 22. Mai. Tas tür­ kische Hauptquartier teilt mit: An der Jrakfront keine Veränderung. Ta, den Bedürfnissen der neuen Lage entspre­ chend, die infotze der Einnahme von Kut el Amara zu unsren Gunsten sich ergeben hatte, eine Aenderung in unsrem Verteidigungsplan notwendig war, hatten wir vor drei Tagen unsre auf dem rechten Tigrisufer stehenden Truppen ein wenig zurückgezogen. Ter Feind erkannte dies erst nach zwei Tagen. Wir stell­ ten fest, daß, der Gegner gegen unsre Stel­ lungen auf dem genannten Ufer nur einen Teil seiner Kavallerie vorwarf und zwar mit dem einzigen Zweck der Aufklärung. Kaukasusfront: Auf dem rechten Flügel ver­ lief der 21. Mai ruhtz. Im Zentrum fanden Örtliche Jnfanteriekämpfe statt. Aus dem lin­ ken Flügel unternahm der Feind in der Nacht vom 19. zum 20. Mqi zwei Ueberfälle auf unsre Vorposten, die jedoch alle beide abge­ schlagen wurden.. In der Nacht vom 19. ds. erschienen 8 feindliche Flieger in der Gegend der Tardanellenstraße und warfen ungefähr 70 Bomben ohne jede Wirkung ab. — Einer unsrer Kampfflieger griff die feindlichen Flie­ ger zweimal an und eröffnete auf sie ein wirksames Maschinengewehrfeuer. In dersel­ ben Nacht unternahm ein Wasserflugzeug auf der Verfolgung der feindlichen Flieger einen Flug nach JMbros, wo es aus 600 Meter Höhe 9 Bomben auf die feindlichen Flugs­ zeugschuppen warf. Gute Wirkung wurde fest­ gestellt. Von der Höhe von Jmbros schleu­ derte ein feindlicher Monitor am 20. Mäi wirkungslos einige Geschosse gegen Sedd il Bahv. Auf einem feindlichen Kreuzer, wel­ cher zwei Barkassen schleppte, wurde durch! un­ ser Artilleriefeuer der Schornstein beischädigt und der große Mast gebrochen, in dem AugenLblick, als er sich der Küste südlich Kusche Ada in den Gewässern von Smyrna näherte. Vor unsrem Feuer muhte der erwähnte Kreuzer sich! in der Richtung auf Samos entfernen, nach­ dem er nur vier Schüsse abgegeben hatte. Als Erwiderung auf die Beschießung von El Arisch' griff eines unsrer Fliegergeschwader in der Nacht vom 20. bis 21. Mai Port Said an und warf zahlreiche Bomben auf die an der Küste verankerten feindlichen Schiffe, sowie aus Militärposten der Stadt. Wir stellten fest, daß durch diese Bomben große Brände hervor­ gerufen wurden. Trotz heftigen Feuers seitens der Truppen und der feindlichen Schiffe kehr­ ten unsre Flieger wohlbehalten zurück.</p>
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          <p>Der Krieg zur See. Neue englische Ueibergriffe. Ha ag, 23. Mai. Tie Dampfer "Westerdijk" und "Rijndam" mußten die amerikanische Post in England zurücklassen. Versenkt. Marseille, 23. Mai. (Havas.) Ter 1500-Tonnendampfer "Languedoc" wurde am Samstag von einem deutschen Unterseebootim Mittelmeer versenkt. Ter Kapitän wurde ge­ fangen, weil er sich und fein Schiff vertei­ digte. Fahrgäste waren nicht an Bord. Tie Besatzung wurde nach der Torpedierung aufigefischt. Gesunken. London, 23. Mai. Lloyds meldet: Ter italienische Tampfer "Virmania" (2215 To.) und der griechische Tampfer "Anastajsios Coroneos" (1901 To.) sind gesunken. Auf eine Mine gestoßen. Stockholm, 23. Mai. Ter Helsingbor­ ger Tampfer "Rosalind", der Papiermaisse von Kopenhagen nach Frankreich führen wollte, ist bei Sandhamm 6 Meilen vom Land entfernt, stuf eine Mine gestoßen. Ter Dampfer sank so­ fort, die Besatzung ist gerettet. Die Mine ist Wahrscheinlich, russischer Herkunft. Kriegsbriefe ras dem Westes. Berlin, den 22. Mai 1916. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise» verboten.) Unser siegreicher Dorstosi südlich des "Toten Mannes^. Telegramm! unsres Kriegsberichterstatters. Großes Hauptquartier, am 21. Mai. Unter geschickter Ausnutzung unserer ar­ tilleristisch besseren Lage wurde gestern nach­ mittags um 5 Uhr unsere Stellung am "Toten Mann" beträchtlich tief nachj Süden vorwärts gerückt. Entsprechend den Truppen, mit denen die Franzosen den vielumkämpften Schlüsse^Punkt in unablässigen Angriffen wieder zu ge­ winnen versucht haben, ist auch! uUser An­ griff mit starken Kräften ausgeführt worden. Während unsere Stellung bisher, wie ich in ftüheren Berichten dargelegt habe, über den Gipfel der Höhe 295 südwärts übergreift, be­ zieht unser neuer Raumgckvinn die gesamten Abhänge von 295 und den südlich gelegenen Hügel 285 in sich. Ter "Tote Mann" wird in der Geschichte der Verdunschlacht unvergessen bleiben, nicht nur, um der hartnäckigen Tapfer­ keit willen, mit der die Franzosen diesen Schlüsselpunkt zuerst verteidigt und ihn dann wieder zu erobern versucht, sondern auch we­ gen des gauklerischen Spieles, das die franzö­ sische Publizistik unternommen hat, um vor dem eigenen Volke und vor der neutralen Welt die dort errungenen deutschen Fortschritte 'ableugnen zu können. Nachdem die deutsche Heeresleitung gemeldet hatte, daß wir den Hügel 265 erstürmt hatten, welcher auf der geltenden französischen Generalstabskarte die Namensbezeichnung "Toter Mann" trägt, be­ stritten die Franzosen das und behaupteten, ijier "Tote Mann" sei die Höhe 295. Nach­ dem sie auch von diesem Gipfel geworfen wor­ den waren, leugneten sie den neuen Rückzug ^einfach ab und beteuerten mit derselben Be­ harrlichkeit in den Heeresberichten, den Gspfel noch zu besitzen, mit der sie ihn seit Wochen unablässig schwer beschossen, ohne unsere Stel­ lung erschüttern zu können. Inzwischen wur­ den — ein beispielloser Fall — neue französi­ sche Karten gedruckt, aus denen die Namenssbezeichnung "le mort Homme" tatsächlich! er­ heblich nach Süden verschoben wurde. Viel­ leicht hätte man bei dem dritten dort liege* den Hügel, dem südlichsten, 285 das Spiel zu wiederholen versucht, wenn nicht der ent-</p>
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          <p>scheidende und durchgreifende deutsche Erfolg auch in dieser Hinsicht den Kampf um den "Toten Mann"-Komplex abgeschlossen Hütte. (Kb.) W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>Tages-Übersicht. Tier Kaiser und die Ernährungsfrage. Ueber den Empfang der Reichstags- und Land­ tagspräsidenten beim Kaiser erfährt das Ber­ liner "Tageblatt" noch, daß, sich auch! dabei, so­ weit politische Tinge überhaupt berührt wur­ den, die Unterhaltung fast ausschließlich! um die Ernährungsfragen und die neuen Maß­ nahmen gedreht hat. Ter Kaiser soll die be­ stimmte Erwartung ausgesprochen haben, daß es nun gelingen werde, den Mißständen — denn um einen wirklichen oder gar bedrohlitchen Notstand könne es sich nicht handeln — ein schnelles Ende Zu machen. (Z.) Lebensmittelversorgung. In der Sitzung des Beirates für Volksernährung vom 20.Mai wurde die Fleisch,- unb Kartoffelvlevsorgung sowie die Frage der Oelgewinnung aus ObstLernen erörtert. Bei der Erörterung der Fseischversorgung wurde 011$ die Förderung des Wildabschusses in Betracht gezogen. WTB. Ueber die neuen Männer in den Reichs» ämtern wird den "M. N. N.^" aus Berlin geschrieben: Tie Aufnahme des Wechsels in den Reichsämtern ist äußerst kühl und von Besorgnissen erfüllt, die wir schon mehrfach angedeutet haben. Wir können nur nochmals betonen, eine wie starke Abneigung besonders gegen den Wechsel im Schatzamt mitten tut Kriege überall herrscht. Wie sich weiter die Stellung Tr. Helfferichs zur Sozialpolitik und zur allgemeinen Reichspolitik herausbilden wird, muß erst die Zukunft zeigen. An den verschiedenen politischen Quartieren werden Befürchtungen laut, die sich bei der Rechten mehr auf den ewigen Wechsel im Werdegang -es neuen Vizekanzlers, bei der Linken mehr auf seine Stellung zur Sozialpolitik und den verwandten Fragen beziehen, auf allen Sei­ ten aber ganz außergewöhnlich stark zum Aus­ druck kommen. Wie Graf Roedern sich im Reichsschatzamt bewähren wird, muß sich- erst erproben; er war früher im preußischen Fi­ nanzministerium tätig und gilt für begabt, verbindlich und energisch. Ob er der Aufgabe gewachsen sein wird, die Leitung der Reichsfinanzen im Kriege da aufzunehmen, wo sie Tr. Helfferich liegen gelassen hat, wird ohne Voreingenommenheit abgewartet werden. Ter Entschluß der Bundesregierungen, in einem bisher nicht dagewesenen Umfang zu Gun­ sten der Einheitlichkeit vorübergehend auf einen Teil ihrer Rechte zu verzichten, wird vor­ behaltlos mit größtem Tanke anerkannt. Wenn Herr v. Batochi seine landwirtschaftlichenKennü- nisse in den Dienst der Allgemeinheit stellt, seine agrarischen Anschauungen aber im Tienste per Allgemeinheit vergißt, dann soll er freu­ dig gepriesen werden; vorerst begegnet seinH Ernennung noch großer Zurückhaltung. Tie Berufung des Herrn v. Breitenbach zum Vize­ präsidenten hat einiges Erstaunen erregt. Verhaftung eines englischen Spions. In einem Eilzug auf der Strecke Lissa—Görlitz wurde durch einen Zugrevisor ein der Spionage verdächtiger Engländer entdeckt, ,unb verhaftet. -,Es soll sich um den Hauptmann French han­ deln, der seinerzeit vom Reichsgeörcht wegen Spionage verurteilt worden war und über die österreichische Grenze entfloh. Tjentschj-bulgnrische Freundschaftsbeweise. Wie die "M. A. A." erfährt, werden Mitglieder des Reichstages der bulgarischen Sobranje noch! fm Juni dieses Jahres einen Gegenbesuch in Sofia abstatten. T«as ungarische Abgeordnetenhaus wurde für den 7. Juni einberufen. Türkischer Besuch!. Sieben Mitglieder des osmanischen Abgeordnetenhauses weilen ge­ genwärtig zu einem Gegenbesuch in Berlin.</p>
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          <p>Deutscher Reichstag. auch die schwere Notlage des städtisch!en Grund­ besitzes. Ter Abg. Dr. Arendt von der Reichsipartei unterstrich den letzteren Punkt ganz be­ sonders und klagte über die Bewucherung der Hausbesitzer durch die Hypothekenbanken. Mi­ nisterialdirektor Lewald erkannte einen großen Teil der Klagen als berechtigt an, versprach auch nach Möglichkeit Abhilfe, konnte aber sticht umhin, manchen Becher Wasser in den Wein der Wünsche hineinzugießen, wobei er die außerordentliche Schwierigkeit der zu re­ gelnden Materie lebhaft hervorhob. Bei Schluß des Berichtes dauerten die (Verhandlungen noch fort. Am Tienstag findet keine Sitzung statt. Berlin, 22. Mai. (Priv.tTel.) Dem Abg. Spahn wurden unter dem Bei­ fall des Hauses vom Präsidenten Kämpf zum Beginn der heutigen Sitzung herzliche Glückb wünsche zu seinem 70. Geburtstag dargebracht. Beim Gesundheitsamt gab Präsident Bumm interessante Auskünfte über die Frage der Kindersterblichkeit und die von den Regieruns­ gen dagegen ergriffenen Maßnahmen. Preu­ ßen nahm er gegen heftige Angriffe des So­ zialdemokraten Kuhnert entschieden in Schutz. Tie Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit soll nach dem Kriege von den Bundesstaaten ein­ heitlich geregelt werden. Tr. Müller-Meinin­ gen (Volkspartei) forderte einh!eitliche Schritte ßur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten u. härtere Bestimmrungen gegen die Kuppelei. Tann wurde die Wohnungsftage angeschnit­ ten, zu welchem Thema zahlreiche Anträge vor«lagen. Besonders lebhaft wurde in der Debatte insbesondere vom natl. Abgeordneten (Prinz zu SchönaichsCarolath die Schaffung von Kriegerheimstätten gefordert. Derselbe Abgeordnete trat warm für die Besserstellung der Invaliden ein. Ter Sozialdemokrat Göhre bemängelte, daß das Wohnuügsgesetz in Preu­ ßen Widerstand gefunden habe, und wünschte dringend die Schaffung von Kleinwohnungen!. Der Fortschrittler Bartischat gab dem Wunsche Ausdruck, daß sich die Neuorientierung der inneren Politik auch auf das Wohnungswesen beziehen möge, und betonte neben der Wichß tigkeik der Schaffung von Kleinwohnungen</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. llk. Militärurlaub zu landwirtschaftlichen .Arbeiten. Tie Abgg. Mattil und Gen. (Fr. (Vgg.) haben in der Abgeordnetenkammer einen Antrag eingebracht, der dahin zielt, daß plle zum Tienste nicht unbedingt notwendigen Mannschaften in den Heimatgarniisonen bei Bekänchfung der Rebschädlinge wie auch- in der kommenden Heu- unb Getreideernte eineü ausreichenden Urlaub erhalten. Ter bulgarische Abgeordnete für Rustschuk Panayodoff kam am Montag nach Regensburg und besichtigte dort das Rathaus, den Hafen und die Bauernzentrale Tr. Heims. Gartenbau in Lazaretten. Auf Anregung des K. Regierungs-Präsidiums von Schwaben und Neuburg wurde in den schwäbischen Laza­ retten allgemein der Gartenbau eingeführt. Tie Gemeinden, teilweise auch Privatpersonen/ Haben bereitwilligst geeignete Grundstücke zur Verfügung gestellt und für Beischaffung der nötigsten Geräte und Sämereien Sorge getra­ gen. Neben volkswirtschaftlichen und erziehsichen Gründen sprechen vornehmlich! gesund­ heitliche Erwägungen für diese Art von Be­ schäftigung. Ter Gartenbau findet auch- allentzchalben die freudige Zustimmung der Aerzte. Mehrfach werden .auch Obstbau und Bienen­ zucht, in einem Lazarett auch- Kleintierzucht mit verbunden. Daneben finden die theorethschen Kurse, die den Kriegsbeschädigten man­ nigfache Anregung und Förderung bieten, un­ gehinderten Fortgang. Besitzweichsel. Tas herrlich gelegene schöne Anwesen des Herrn Josef Rumberger in Gra­ fing (Markt) ging durch Kauf mit sämtlichen Grundstücken in den Besitz des Herrn Professor Ganter in München über. Die Vermittlung betätigte das Jmmobilienbüro Ed. Bachberger in München, Tal 12.</p>
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          <p>"Gott sei Tank, sie nimmt Vernunft an," dachte Christel, als Ilse gegangen war. Und sie rief Jörg, daß er schleunigst die notwen­ digen Besorgungen mache. Er kam, ließ sich gemütlich auf einen Stuhl nieder, schlug die Arme übereinander und sagte seelenruhtg: "Ich denke nicht daran!" Christel nahm das für eine persönliche Kränkung. Sie stand mit dem alten Wiener von Anbeginn an auf dem Kriegsfuß. "Was soll das heißen?" fuhr sie ärgerlich entpor. "Meinen Sie vielleicht, ich kann auch» noch die Botengänge besorgen? — Oder soll ich mir die Krebse aus der Haut schneiden?" "Auch noch Krebse! — Damit "sie" d och­ sn bald wiederkommen. . . Setzen Sie ihnen Wurststullen vor und einen gewöhnlichen Kar­ toffelsalat, recht plebejisch, wie es der Herr Geheimrat liebt." Christine wurde auf einmal ganz sanft. "I — sehen Sie mal, es soll wohl heißen; Seitdem die junge Frau im Hause ist, gtöfs hei Professors nichts Ordentliches mehr zu essen? Aber natürlich, Ihnen ist das ja gleich." "So eine boshafte Person! —- Also gleich ist mir das? — Gleich ist rpir das, was Sie denken, aber daß Sie "die" ausgerechnet mit Krebsen füttern wollen, ihrem Leibgericht" . , "Eben gerade! — Ein pikfeines KrebÄragout soll's geben und noch allerhand Te^ likptes, aber was verstehen Sie denn davon." ' Jörg stand schon auf den Beinen unb langte nach seiner Mütze: "Oder ich verstehe Sie tmt Ende das erstemal, seitdem Sie hier!|inb, ( und das ist bei einer Person wie Sie keine kleine Sache. Und eine Pfirsichbowle wollen wir auch machen, und wenn ich bis an die neue Brücke fahren müßte, um Früchte zu bekommen. Freilich, es wird ein Auto kosten, aber das will ich gern aus meiner Tasche be­ zahlen. Las heißt," unterbrach er sich, "die Bowle setze ich an, das versteht ein Frauen, zimmer nicht." Und als er dann, mit Christels Aufträgen beladen, eilfertig zur Tür schritt, wandte er sich noch einmal zurück: "Sie scheinen doch eine ganz vernünftige Person zu sein, und am Ende kommt man doch noch einmal auf einen leidlichen Fuß mit Ihnen — bisher waren Sie der reine Stacheligel." "Machen Sie, daß Sie fortkommen!" schalt Christines aber sie nahm sich nicht Zeit, auch! nur hinter ihm dreinzublicken, sie war ganz emsig frohe Geschäftigkeit. (Fortsetzung folgt.) ’ ; &gt; sauce über ein schönes himmelblaues Kleid zu gießen, seitdem läßt sie sich nicht mehr von mir bedienen. Es war ja eine bodenlose Unge­ schicklichkeit von mir und hätte nicht passieren dürfen, aber ich bin ein alter Wann." J . Ilse sah ihn prüfend an, er machte ganz und gar nicht den Eindruck eines tapperigen Alten. Und ihr kamen eigne Ideen, die sie natürlich nicht aussprach, über sie konnte ein leises Lächeln nicht ganz aus ihrem Gesicht verbannen. Ta lächelte er wieder, kraute sich in halber Verlegenheit hinter dem Ohr und ging mit geducktem Kopf, wie einer, der mit heimlichem Vergnügen die Folgen einer be­ gangenen Tummheit erwartet, von dannen. -Ilse trat zu Christine in die Küche. "Ta sind /sie" schon, Christine, und es gilt nun, heute abend Ehre einzulegen, denn ich feiere mein erstes Auftreten als Haustfrau. . . Schade, zu dem Krebsragout, deiner berühmten Spezialität in meinem Elternhause, ist die Zeit zu kurz." "Wenn ich es schassen will, schaffe ich, es — und ich will, obgleich ich! ihnen lieber ge­ bratene Kröten vorsetzen würde." "Ja, tu% Christel, mache alles auf das feinste, zeige, was wir können. J . Und ich,' ich werde mich Pflichtschuldigst in Feierlleider werfen."</p>
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          <p>Allerlei. Tier Schädel zertrümmert würde beim Ver^£aben von Langholz dem Landwirt Georg Otterer in Weiden durch einen herabfalleüden Dtamm. Schwere Brhndwundett erlitt der verh. Arbeiter Martin Schtrmann in Röthenbach, als er dem Ofen zu nahe kam. Cr starb bald daraus. Beim Bäben ertrunken ist in der Regnitz in Bamberg der Buchhalter Mix Landrock.</p>
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          <p>des Wirtes Wieser von Thalersdorf auf den Wiehmarkt nach Viechtach treiben. Ta er aber selbst einen Stier besaß, den er wegen seiner bevorstehenden Einberufung ebenfalls gerne verkauft hätte, änderte er einfach das ihm von Wieser ausgehändigte Ursprungszeugnis über die vier Ochsen in entsprechender Wieise ab, wodurch er sich der Fälschung einer öffent­ lichen Urkunde schuldig machjte. Das gefälschte Ursprungszeugnis händigte er in Viechtach wie­ der dem Wieser ein, der keine AhUung von der vorgenommenen Aenderung hatte. Ter Tier­ arzt hatte aber die Fälschung sogleich er­ kannt. Lemberger war der ihm zur Last lie­ genden Tat geständig. Tas Urteil lautete auf eine Gefängnisstrafe von drei Wochen. Niederbayerische Nachrichten. Niodcrbayerisches Schwurgericht. StraudiM, 22. Mai. Heute vormittags wurde am K. Landgerichte durch den K. Ober­ landesgerichtsrat Rohrer von München als ernannten Vorsitzenden die 3. diesjährige Schwurgerichtsperiode eröffnet. 1. Fall. Ottilie Lehner, leb. Söld­ ners- und Krämerstochter von Thürnthenning, 27. Jahre alt, wegen Kindstötung. Nachdem die Angeklagte am Nachmittage des 25. Jan. ds. Jrs. int Kuhstalle ihres elterlichen Am Wesens von einem Kinde heimlich niedergekom^men war, tötete sie das Kind sogleich dadurch,, daß es ihm mit einer Mistgabel mehrereSchläge auf den Kopf versetzte. Tie Leiche desKtrrdes vergrub sie dann im Misthaufen, wo es am 15. März aufgefunden wurde.. Seitdem ist die Lehner in Haft. Tiefe legte ein unum­ wundenes Geständnis ab und gab als Beweg­ grund an, der Kindsvater habe auf einen Brief von ihr nicht mehr geantwortet und sie Habe daher angenommen, derselbe wolle für das Kind nicht aufkommen. Uebrigens wurde sie als fleißige und sonst ordentliche Pevson ge­ schildert. Auch ist jsie noch unbestraft. Sie wurde zur Gefängnisstrafe von 2 Jahren ver­ urteilt, worauf 2 Monate der Untersuchungs­ haft in Anrechnung kommen. 2. Fall. Ter Viehhändler Karl Lemberger von Lam half am 10. Mai 4 Ochsen Mainlurg, 21. Mai. (Eine gute Jagd­ beute) machten die Herren Baron von Beck und Rente nverwatter Zehenter vom nahen Markte Au. Am ersten Jagdabend trafen sie auf dem Pirschgang 4 Russen an, welche von ihrer Arbeitsstelle Pfettrach entflohen waren. Tie Flüchtlinge wurden von den Jägern fest­ genommen und nach der Gendarmeriestation Au verbracht, von wo aus sie am nächsten Morgen nach dem Lager Puchheim abtrans­ portiert wurden. , i ! ■ i ' s Tingolsing, 22. Mai. (Todesfall.) Herr K. Oekonomierat und Bierbraueretbesitzer Fr. Lader Wafserburger Hier führ gm vergange­ nen Freitag nach München, um in dem Sana­ torium des Herrn Prof. Tecker Heilung von seinen Leiden zu suchen. Leider traf heute Nachmittag die traurige Nachricht ein, daß, Herr Wasserburger dort verstorben ist. Tie Tieberführung der Leiche von München nach Ttngolfing findet am Mittwoch statt. Tieggendorf, 23. Mai. (Seinen 80. GÄPurtstag) feiert der Senior des Redemptori­ stenklosters» hier P. Anton Höfer am 26. Mai. T^gochdorf, 21. Mai. (Werftanlage.) Die Firma Hitzler u. Co. in Hamburg hat hier in unmittelbarer Nähe des Rudervereins,Bootshauses ein größeres Grundstück zur An­ lage einer Werft käuflich erworben. Ta die Gesellschaft auch das angrenzende Ufergelände vom Staat pachten wird, steht eine bedeutende Fläche zur Verfügung. Mit dem Bau von Schiffen soll Heuer noch begonnen werden. Ein iSchraubendampfer genannter Firma ist aus der hiesigen Werft der Süddeutschen TonauDampsschissahrtsgeselischaft im Bau begriffen. Da auch letztere Gesellschaft ihren Schisfspark vervollständigt, ist für die Zukunst lebhafte industrielle Tätigkeit zu erwarten. Passau, 23. Mai. (Das Eiserne Kreuz 1. Klasse) erhielt der Flieger-Leutnant Erwin Wenig von hier, Söhn des Herrn Oberzolhinspektors Wenig Hierselbst.</p>
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          <p>Dienstesnachrichten. Forstverwaltung. Zum Forstamtsaffeffor in etatsmäßiger Eigenschaft ernannt wurde der geprüfte Forstpraktikant Xaver Vogler von Wäldern beim Forstamte Kelheim-Nord. Postverwaltung. Ernannt wurde in etats­ mäßiger Weise ab 1. Mai 1916 zum Werfführer der Telegraphenbauausscher Rupert Wagner in Waldkirchen.</p>
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          <p>frer Liter, der an und für sich nur geeignet istg den Verbrauch einzuschränken, frei ohne Bezugsmarken der kleine Rest von 5 Proz. abge­ geben werden. Tie Ausgabe der Bezugsmarken wird durch den Stadtmagistrat in die Weg« geleitet. —* Eine Be st and saufnah me vo n Fleischwaren im ganzen Reiche, besonders für Räucher- und Pökelware, Schinken, Wurst und Fleisch- oder Wurstkonserven hat der Bun­ desrat angeordnet. —* Inder preuß.-südd. Klassenlotterie fiel bei der gestrigen Ziehung der Haupttreffer mit 200 000 Mark auf Los-Num­ mer 3773. —* Die Bierausschankzeiten haben den hiesigen Gastwirteverein zu einer Ein­ gabe an das Generalkommando veranlaßt, in Welcher ersucht wird, die Bestimmung der Ausischankzeiten unter Anpassung an die örtlichen Verhältnisse dem ^Magistrat Landshut zu über­ lassen, der die Zeiten für die einzelnen Wirt­ schaften nach Bedürfnissen ihrer Besucher be­ stimmen solle. Ter Magistrat hat dieses Ge­ such, das dem Generalkommando bereits vor­ liegt, zwar zu begutachten beschlossen, jedoch sich dessen Aussichtslosigkeit nicht verhehlt und daher noch einen neuen Antrag an das Ge­ neralkommando zu richten beschlossen, in wel­ chem ersucht wird, die Ausschankzeit an Markt­ tagen mittags auf 10 bis 1 Uhr verlegen zu dürfen. Unter den jetzigen Verhältnissen würden die zum Markte kommenden Land^wirte kein Bier mehr erhalten, umsomehr, als sie meist bald nach Abwicklung ihrer Geschäfte heimzukehren gezwungen sind. Es wurde daher der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß die Landbevölkerung noch viel weniger die hiesigen Märkte besuchen würde und ihre Waren le­ diglich den Händlern übergeben würden. —* Als Ausflugsort für Landshut gilt die naheliegende Klötzlmühle. Von diesem Gedanken ausgehend, haben die Besitzer der Mühle, Gebr. Kleiter, den Magistrat ersucht, in Ausübung seiner Berechtigung für dieKlötzlmühle die Bierausschankzeit täglich! von 4—9 Uhr nachmittags festzusetzen, was der Magi­ strat in seiner letzten Sitzung auch genehmigte. —* Die deutsch-bulgarische Ver­ einigung soll besonders von den deutschen Städten eine rege Förderung erfahren. Zu diesem Zwecke haben auch bereits eine Reihe; dieser Städte Zuwendungen an diese Vereini­ gung beschlossen. Auch- der hiesige Magistrat genehmigte einen Zuschuß von 50 Mark. —* Ein Straßensprengwagen war letzten Jahve an das Gefangenenlager aufMitzterwöhr leihweise abgelassen würden. Tie Garnisonsiuspektton wandte sich daher auch Heuer wieder mit dem Ersuchen um Abstellung eines solchen an den Magistrat. In den Verhandflungen hierüber erklärte Herr Baurat Sieger, daß es im letzten Jähre endlich möglich! gewor­ den sei, einen vierten Sprengwagen zu be­ schaffen, der bei dem ausgedehnten Bezirke/ der zu besprengen ist, unbedingt notwendig war. Das Ansuchen der Garnisonsverwaltung wurde dem Bauausschuß zugeleitet. —* Die Seiltänzertruppe Zimmerlmann will vom 27. bis 30. Mat hier Vor­ stellungen geben. In dem Gesuche um Be­ willigung an den Magistrat betonte Frau Zimkmermann, daß ihr Mann und der älteste Sohn seit Kriegsausbruch- im Felde stehen, während sie mit weiteren sieben Kindern auf den Ver­ dienst angewiesen sei. Ter Magistrat genehlmigte die Abhaltung der Vorstellungen, doch sollen dieselben auf Einspruch des Ursulinens klosters gegen eine Abhaltung auf dem §ei% Wagplatze, auf dem Viehmarktplatze stattfim den. Hieran knüpfte sich eine rege Debatte im Magistrat, in der betont wurde, daß auch bei den anderen Schaustellern ähnliche Ver­ hältnisse obwalten. Es soll daher für die Bartlmädult die Zulassung von Schaustellun­ gen neuerdings erwogen werden. Ter Magi^ strat solle sich! dabei auf den Standpunkt stellen, daß die Inhaber von Schaustellungsgeschäften eben auch leb^n wollen. Herr M&lt;-R. Kohlndorfer meinte dazu, wenn man sich auf den Standpunkt des Herrn Polizeipräsidenten von Grundherr in München stellen wollte, so wür­ de alles Leben im Lande erlahmen müssen.</p>
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          <p>20. Sitzung des Stadtmagistrats Landshut. vom 23. Mai 1916. Vorsitzender: Oberbürgermeister Hofrat M arschal l. Ein Baugesuch zur Erbauung eines .Einfamilienwohnhauses in der verlängerten Gabelsbergerstraße hat Herr Unterhändler Brams eingereicht. Tem Gesuche stähl nichts im Wege, auch Kanalanschluß ist möglich!. We­ gen Zuleitung von Gas und Elektrizität sollen die städt. Lichtwerke noch gehört werden. Eie Meßstipendium mit 300 Mark (vierprozentigen Pfandbriefen) hat die Spitalpfründnerin Karoline Gärtner für das Hl. Geistspital hier gestiftet. Wird angenommen. Einen Stacheldrahtzaun haben die Bayer. Elektrizitätswerke an ihrem Grundfstück an der Oberndorferstraße angebracht. Ta eine solche Einfriedigung nach den bestehenden ortspolizeilichen Vorschriften unzulässig ist, wurden die Eigentümer aufgefordert, denZaun durch eine ordnungsgemäße Einfriedigung zu ersetzen. Tie Bayer. Elektrizitätswerke erwi­ derten, daß es sich nur um ein Provisorium handle zum Schutze der Ernte auf diesem Grundstück, über das sich der Verkehr von und nach Altdorf entwickelt habe. Ta dieser Mißstand auch- trotz Anzeige bei derPolizei nicht beseitigt worden ist, sei dieses Provisorium angebracht worden. Es wurde zugleich ge­ beten, dasselbe vorläufig belassen zu dürfen^ bis int Herbst eine definitive Einfriedigung nach- Planvorlage geschaffen werden könne. Ta der Magistrat eine Verantwortung für evtl. Unfälle an dem bestehenden Stacheldrähtzaun ablehnen müsse, soll der Firma Auftrag erteilt werden, denselben zu entfernen und für ord­ nungsgemäßen Abschluß zu sorgen. Der Stadel des Vinzentiusvere i n s, der vom Viehmarktplatz verlegt werden muß, soll nun in der Nordecke des städt.HolzsHofes zur Ausstelltung gelangen. Ein Dultstand soll dem Restaurateur Ludwig Münch im Heißgarten überlassen wer­ den gegen Uebernahme der AufsteUungs- und Abbruchskosten und monatlicher Miete von 1 Mark.</p>
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          <p>)bem höchsten Gerichtshof stattfinden. Die An­ klage lautet auf Hochverrat. Aus Griechenland. Sd. Paris, 23. Mai. (Havas.) Man meldet aus Saloniki, daß Poroi von den Grie­ chen geräumt und durch- die Alliierten besetzt worden sei. [ Versenkt. Sd. London, 23. Mai. Lloyds meldet: Aas italienische Segelschiff "Sabricottis" wur­ de im Mittelmeer versenkt, v Sd. London, 24. Mai. Lloyds meldet: Ter britische Dampfer "Rhenaß" wurde ver­ senkt. Ter dänische Dampfer "Karla" stieß auf« ine Miene und sank 8 Meilen vom Leuchts­ schiff Almagrundet. Tie Besatzung wurde ge­ rettet. Letzte Posten. Tier Präsident der "Elsässer" ein Betrüger. Sd. Genf, 23. Mai. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft wurde in Genf der Präsident des Vereins der Elsaßj-Lothringer in Basel, Marcoff, wegen Betrug und Unter­ schlagung zum Nachteile dieses Vereins verhiaftet. Marcoff wollte nach Frankreich, fixt# ten, konnte aber unmittelbar vor der Abreise ^ergriffen werden. Er war im Besitze reich­ licher -Geldmittel und hatte in Basel die Aufigabe, junge militärpflichtige Elsässer für die französische Armee anzuwerben und ihnen frans zösilsche Ausweispapiere zu verschaffen. Ter Berner Bund, der dies meldet, weist darauf hin, daß ein Werbebüro nicht geduldet wen­ den dürfe, und stellte in Aussicht, daß die zuständigen Behörden diese Angelegenheit nicht aus den Augen gehen lassen werden. Tas Hccrcsgcsctz vom holländischen Kongreß angenommen. Haag, 24. Mai. Das Heeresgesetz wurde vom Kongreß genehmigt. Es bringt die Armee «von 80 000 Mann auf rund 100 000 Mann. Zur Aufstellung des zweiten Aufgebotes von Linientruppen soll die freiwillige Nationalsgarde suspendiert und auf 400 000 Mann er­ höht werden. (Z.) 5ier neue Prozeß Lasement. Haag, 24. Mai. Ter neue Prozeß gegen Sir Roger Casement wird ant 25. Wai vor</p>
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          <p>Literarisches. Tie Illustrierte Kriegs-Chronik des Da­ heim hat vor ähnlichen Unternehmungen einen großen Vorzug: sie folgt den Ereignissen ge­ radezu auf dem Fuße. Für jeden Tag findet der Leser in knappem Chronifftil die Ereig­ nisse der verschiedenen Kriegsschauplätze kurz verbucht. Dem Besitzer dieses Werkes ist es also später einmal leicht, durch Nachblättern jede einzelne Waffentat des großen Krieges festzustellen. (Verlag von Velhagen und Klasin-g in Bielefeld und Leipzig. Preis des Hef­ tes 60 Pfg.) Uebersicht über die Kriegs-Notgesetz-e und Notverordnungen des Teutschen Reiches mit den reichsgefetzli-chen Ausführungsbestimmurw gen (Erläffen, Verordnungen, Bekanntmacht ungen, Verfügungen usw.) I. G. Weiß Verlag, München NO. 2, — Preis Mk. 1.20. Täs freie Wort. Franffurter Halbmonats- I schrift für Fortschritt aus allen Gebieten des i geistigen Lebens. Herausgegeben von Max^ Henning. 15. Jahrgang. Heft 19/20. Franö 1 fürt a. M. Neuer Frankfurter Verlag G. m. I b. H. Preis vierteljährlich 2 Mark. Ter Ver­ lag gibt auf Wunsch Probehefte gratis ab. "Der Vortrupp", Halbmonatsschrift für daS Deutschtum unserer Zeit. Herausgegeben von Dr. jur. Hermann M. Popert, Hamburg, und Kapitänleutnant a. D. Hans Paasche, Berlin. Ver­ antwortlicher Schriftleiter: Dr. phil. R. Kraut, Ham­ burg. Verlag von Alfted Janssen, Hamburg, Preis: Jährlich 8 Mark, vierteljährlich 2 Mark Gnzelnummer 40 Pfg. Der Türmer. Halbmonatsschrift für Gemüt und Geist. Herausgegeben von I. E. Freiherrn von Grotthuß. Verlag von ©reiner u. Pfeiffer in Stutt­ gart. Vierteljährlich 6 Hefte, 450 Mark.</p>
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