Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-05-25. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 142, 1916-05-25. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Sie ent­ sprach der vorher ergangenen Ankündigung, bis auf die unerwartet gekommene Trennung der Vizekanzlerschaft von der Vizepräsidentsschaft des preußischen Staatsministeriums, welch letztere dem dienstältesten Minister, dem auch um die Organisation unseres Eisenbahniwesens im Kriege hochverdienten EisenbahU? iminister v. Breitenbach übertragen worden ist. Man ging hierbei offenbar von der Erwägung aus, daß dem bisherigen Reichsschatzsekretär Tr. Helfferich mit der Leitung des umfas send Li­ sten Reichsressorts, verbunden mit der Vize>kanzlerschaft, trotz der Abtrennung des Kriegs­ ernährungsamtes ein gewaltiges Arbeitsmaß aufgvhäust worden ist, um so mehr, da in diesem Reichsamt naturgemäß alle Fäden der Vorarbeit für den Frieden zusammenlaufen. Ter neue Vizekanzler hat eine sprunghafte Karriere gemacht. Ein halbes Jahr nadEj, dem Ausbruch des Weltkrieges vom "Pfluge" (wir meinen von dem des Finanzmannes, von der Teutschen Bank) an die Spitze des Reichsschatz­ amts berufen, ist er jetzt nach viernndeinhalb (Siegen — vier erfolgreichen Kriegsanleihen (und dem halben Sieg des vom Reichstag ganz erheblich umgemodelten Reichssteuerbündels — zu dem nach dem Kanzleramt höchsten Reichs­ posten aufgerückt. Tie Vertretung der fünften Kriegskreditvorlage (es mag hierbei einge­ schaltet werden, daß ein gut Teil des Verdien­ stes an der Kreditorganisation dem Reichsbank­ präsidenten Tr. Haoenstein zukommt) wird also bereits dem neuen Reichsschatzsekretär Grafen Siegfried v. Roedern zufallen, der einmal (1903—1904) im preußischen Finanzministerit um gearbeitet hat, aber im übrigen Zeit haben wird, sich in seine neue Materie einzuarbeiten,» denn die Kriegsstenerfvagen sind ja jetzt im wesentlichen erledigt. Freilich, ob er der Mann sein wird, das verwickelte Problem der Arieljdenssteuerfragen zu lösen, das wird sich, wie Koch man auch seine Tüchtigkeit einschätzt, erst -erweisen müssen. Auch wird es vielleicht nicht nur im Amt, sondern auch in der Person liegen, daß der neue Staatssekretär des Innern und Vize­ kanzler auf diesen Teil ber Einstigen Friedenst­ arbeit, auf die finanzielle Neuordnung, die ja in engem Zusammenhang steht mit der ge­ samten Neuorganisation, dem Wiederaufbaus einen entscheidenden Einfluß, ausüben wird. Des neuen Mannes harren hier große Aufs­ gaben, wobei wir nur an die Neuregelung unserer wirtschaftspolitischen Beziehungen zu den Bundesgenossen und an die handelspoliti­ sche Auseinandersetzung mit den jetzigen Geg­ nern zu erinnern brauchen, die bereits eng mit der Vorbereitung der doch einmal früher oder später kommenden Friedensvevhandlun^gen zusammenhängt. Wenn Herr v. Bethsmanr^Hollweg gerade jetzt Tr. Helfferich- an seine Seite zieht, so sprach gewiß nicht zuletzt der Wunsch mit, für eben diese FriedensvepKandlungen einen Sekundantein zu gewinnen, der als ein ganz besonderer Kenner der wirtschaftspolitischen Probleme gelten darf. Daß man von diesem Bündel hochbebeuhIsamer Ausgaben, welche dem Staatssekretär des Innern und Vizekanzler gestellt sind, das wichtigste Gebiet der inneren Front, die Regel­ ung der Lebensmittelfragen, durch die Schaf­ fung eines besonderen Kriegsernährungsamtes abzweigte, entsprach einer allgemeinen For­ derung und der Mingenden Notwendigkeit. Auch hier wird es nicht so sehr auf die Form der neugeschaffenen Behörde ankommen als vielmehr auf den Inhalt, den sie sich selbst zu geben verstehen wird. Ter "LebensmitteÜdiktator", der bisherige Oberpräsident der Pro­ vinz Ostpreußen, Adolf Tortilowicz v. Batockft-Friebe, hat in den eineinhalb Jahrenjk die er an der Spitze der schwer heimgesuchten Provinz stand, gezeigt, daß er über die Gabe der Organisation, des Wiederaufbaues verfügt. In seinem neuen Amt wird er noch weit mehr zu organisieren, noch« weit mehr auszubauen finden, denn auch, auf dem Gebiete der Ernäh­ rung ist bei uns — wir erinnern nur an das übereilte Schweinemassenschlachten — viel nie­ dergerissen worden. Tem Präsidenten des Ernährungsamtes sind, trotzdem ihm ein Vorstand und ein Bei­ rat zur Seite stehen, umfassende, unbeschränk­ te Vollmachten erteilt worden, die ihm, be­ sonders da der Umweg über die Landeszentrallbehörden jetzt vermieden wird, die Möglichkeit gewähren, eine zielbewußte Einheitlichkeit in jinsere Lebensmittelversorgung zu bringen. Freilich wird hier entschiedenes und, wo es angebracht ist, rücksichtsloses Zupacken erfow berlich sein. Ein Zufassen nicht nur gegenjüber Produzenten und Händlern, sondern auch gegenüber den Verbrauchern. (Verhinderung per Hamsterei!) Aber wir wollen hoffen, daß dies Zugreifen in Zukunft nicht die Regel, sondern nur die Ausnahme zu fein braucht. Produzenten, Händler und Konsumenten müs­ sen sich mit per vaterländischen Erkenntnis erfüllen, daß, wenn wir durchhalten, wenn wir siegen wollen — und siegen müssen und werden wir — dazu nötig ist, daß jeder sein ehrlich Teil hierzu beiträgt, sich bescheiden lernt für seinen Nutzen wie für feinen Magen. .Geschieht das, dann wird sich die innere Front der äußeren ebenbürtig an die Seite stellen, bann müssen alle Aushungerungspläne unserer Gegner zuschanden werden, dann kann uns der endgültige, der glänzende Sieg nicht fehlen! ßere Agitationsunternehmungen vorzuberei­ ten und durchzuführen. Mt großem Pomp titntrben Schützenfeste veranstaltet, die, wie sich später herausstellte, ganz besonders von den Engländern gefördert worden waren, so daß gerade während der Wahlwvche die Schützem stste im .ganzen Staate Pennsylvanien alle deutschen Gemüter in Aufregung hielten! Die Möglichkeit, daß dieser oder xener Schützen­ könig werben könnte, war wichtiger als alle Wahlgeschäfte! Ungeheure Summen sind Über die Frage, wer in den einzelnen Schntzenbüwden die Königswürde erringen würde, ver­ wettet worden und für über 90000 Tollar Bier und andere geistige Getränke wurden verbraucht. Unterdessen waren die Englänsder still und zähe an der WahVarbeit, und als das Schützenfest seinen Höhepunkt erreicht hatte, schlug tote eine Bombe im deutschen La­ ger die Tatsache ein, daß mit einer einzigen Stimme Mehrheit die englische Sprache als Staats- und Verwaltungssprache im freien Mahlgang bestimmt worden wär. Damit war die führende Rolle des Deutschtums für im­ mer ausgespielt. Wenn ich übrigens nicht irre, so war die Stimme, die für das Engi lische den Ausschlag gab — die Stimme eines Teutschen. Auch das würde in das klägliche Bild passen. Jenes unselige Versäumnis wirkt bis auf diese Stunde nach. Ohne jene beklagensswerte Abstimmung stünde heute kein Wilson an der Spitze Amerikas. — Aus dem "Türmer" (Herausgeber I. E. Führ. v. Grotthuß; Ver!. lag von ©reiner und Pfeiffer, Stuttgart). ────────── Das Dorf Cumieres erstürmt. ────────── Ueber 300 Franzosen gefangen. — Englische Angriffe bei Wvenchh unter großen Ver­ luste« deS Gegners abgeschlagen. — Heftige Kümpfe bei Donaumont: wütenbe französische Angriffe gescheitert, über 550 Franzosen gefangen. — Ein feindlicher Vorstoß am "Toten Mann" glatt abgewiesen. — Der österreichisch-ungarische Angriff gegen Italien: das italienische Panzerwerl Campolongo genommen; bisher 84 400 Italiener gefangen, 251 Geschütze erventet. — Das griechische Kabinett zurückgetreten. keinem Zweifel — unhaltbar, wenn vor Ver­ dun die französischen Linien trotz aller Riesenjverluste zurückgenommen werden müssen. Tie Machthaber an der Seine spielen va banque und opfern ihren selbstsüchtigen Zwecken in frevler Weise das Blut und die letzte Kraft ihres Landes. — Tie neuen englischen Vor­ stöße im Raume von Givenchy, Hulluch und /Blaireville dürften mehr zur Beschwichtigung per nach englischer Hilfe immer 'lauter schreienj» den öffentlichen Meinung Frankreichs, als zur Entlastung Verduns dienen und kommen ge­ genüber dem gigantischen Ringen an der Maas ernstlich kaum in Betracht. , Im Osten konnten deutsche Truppen die Russen bei Pulkam an der Tünafront aus einem Graben vertreiben. Ter jüngste Cadornasche Bericht muß nun doch die Erfolge der österrz-ungar. Truppen zugestehen. Er findet dafür folgende schüch­ terne Form: "Zwischen dem Assa-Tal und. der Brenta und dem Suganatal dauert der feind­ liche Angriff mit wachsendem Erfolge und mit Unterstützung einer zahlreichen und mächtigen Artillerie fort, der bis gegen unsre Vorstellung westlich von den Tälern der Tore (Astachgegend) und der Assa, den Maggio und Campelle sich richtete. Das ist alles.^ Die Angaben sind so unklar gehalten, daß die Bevölkerung Jtckliens, zumal bei den schlechten italienischen Generalstabskarten absolut kein Bild von dem 'Mißerfolge seiner Heeresleitung machen kann. Tas ist natürlich beabsichtigt. Denn sonst hätte ja nicht verschwiegen werden brauchen, daß sich Monte Maggio und der Campomolon längst in den Händen der Angreifer befindet. Inzwischen haben unsre Verbündeten ihre Er­ folge weiter vorgetragen. Sie besetzten den Höhenrücken von Salubio bis Burgen und den Krempelberg. Weiter südlich scheinen sich! die Italiener in dem befestigten Raum von Assiago bis Arisiero und dem vorgelagerten Val d'Afsa zu neuem Kampfe stellen zu wollen. Auf dem Vormärsche dorthin haben unsre Ver­ bündeten das italienische Panzerwerk Campo Longio bereits in Besitz genommen. Tie Zahl der Gefangenen hät sich bereits auf 24 400 Italiener vermehrt, die Zahl der Geschütze auf 251. Es müssen also vorgestern allein 63 Geschütze erbeutet worden sein, was haupt­ sächlich der Wegnahme der Panzerwerke Mont Verena und Campo Longo zuzuschreiben sein dürfte. Nachdem Heeresberichte unsrer Ver­ bündeten geht bei der Räumung der Gebiete auch der italienische Teil der österreichischen Orte mit den Italienern fort. Zugleich wird diesen Leuten angedroht, daß sie ihren Ver­ rat des Vaterlandes strafrechtlich zu veranüworten haben werden. Unsere Bundesgenos)fen können diesen Teil der Bevölkerung ruhig ziehen lassen. Ihm brauchen sie keine Träne nachzuweinen, denn gerade sein Wegzug würde am besten den künftigen Frieden in dem jetzt so schwer heimgesuchten ©üöfrrol gewährlei­ sten. In Griechenland ist das Kabinett Skuludis zurückgetreten. Tie Nachfolge ist noch nicht geregelt. Im Westen haben die Unsern einen neuen bedeutenden Erfolg errungen. Sie haben links der Maas das härt am .Flusse liegende Torf Cumieres im Sturm genommen. Thüringische Truppen waren es, die hier ihve Fahnen zum Siege trugen. Damit ist die gerade Front mit den Truppen der Unsern rechts der Maas hergestellt. Ueber 300 Franzosen wurden ge­ fangen. Langsam zwar — wie es die Scho­ nung unserer Kräfte heischt — aber mit töd­ licher Sicherheit schieben sijchj die deutschen Linien immer enger an den eigentlichen Fortgürte! pvn Verdun heran. An der andern gefährlichen Truckstelle der Verdunfrvnt süd­ lich von Touaumont, wo die deutschen An­ greifer bekanntlich schon im eigentlichen Fe­ stungsbereich eingedrungen sind, verdoppelt der Gegner seine Anstrengungen, um ein weiteres Vorrücken der Teutschen zu verhindern. Denn fallen die bei Dhiaumont in langer Linie vorhandenen permanenten französischen Werke, ist ein weiteres Heranbringen der deutschten Artillerie an den Festungskern unvermeidlich und damit die ganze östlich des Flusses liegen­ de Verteidigungslinie bedroht. Bekanntlich: wollten die Franzosen schon nach dem ersten deutschen Erfolg bei Touaumont Ende Febru­ ar das Ostufer räumen, und erst das persönliche Eingreifen des Generalstabschess Castelnau än­ derte den Plan. Tie Linie der Deutschen hat seit dieser Zeit durch das Vordringen bei Baux und bei Thiaumont noch weitere Ver­ besserungen erfahren; es liegt somit auf der Hand, daß die ohnehin nur unter den größten Anstrengungen gehaltenen französischen Stel­ lungen aufgegeben werden müssen, sobald hier neue entscheidende Erfolge von uns erzielt werdhn. Ties zu verhindern ist der andere Zweck der französischen Angriffe. , Auch gestern wurde wieder von einem solchen An­ griff der Franzosen bei Touaumont gemeldet, der ihnen schwere Verluste und 550 Gefangene kostete. Die Franzosen führen den ganzen Kampf hier, das kann wohl gesagt werden/ weniger mehr aus militärischen, als aus poli­ tischen Rücksichten. Das erhellen die letzten Kundgebungen des französischen Oberkomman­ dos und der sich' daran anschließende Streit in der Pariser Presse. Tenn dje Stellung der jetzigen Regierung wird — das unterliegt ────────── Bericht der deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 24. Mai. Mittags. — (Großes Hauptquartier.) ────────── Gegend; er erlitt in unserm Feuer die schwpchsten Verluste. Vorübergehend verlorenen Bo­ den gewannen unsere tapferen Regimenter fast durchwegs zurück und machten dabei 550 Gefangene. Die Kämpfe sind unter beiderseitigem sehr starken Artillerieeinsatz, im Fortgang. ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend von Pulkarn (südöstlich von Mga) vertrieben deutsche Truppen die Rüssen aus einem zwischen den beiderseitigen Linien Liegenden Graben. 68 Gefangene fielen In unsere Hand. Von der übrigen Front ist nichts von Be­ deutung zu berichten. Valta n kriegsscha «platz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. ────────── Der österr. - ung. Heeresbericht. Gegen Wilsons Predigt. Berlin, 24. Mai. Zu der FriedensPredigt Wilsons bemerkt die "Tägl. Rund!sch.": Wir können Herrn Wilson nu^ immer wieder versichern, daß ein Friedensvermittler zwi­ schen uns und England anders aussehen mutz als er, der erfolgreichste Parteigänger und Verbündete Englands, und daß wir unseren Frieden selbst machen wollen, wie wir unseren Krieg selbst machen. Die "Deutsche Tages­ zeitung" schreibt: Tie sanfte Stimme hat aus WTB. Wien, 24. Mai. Mittags. — Amtlich wird verlautbart: RussiMr Kriegsschauplatz, und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. JtalieniWier Kriegsschauplatz. Nördlich des Suganatales nahmen unsere Truppen den Höhenrücken von Salubio bei Burgen (Borgo) in Besitz. Auf dem Grenzrücken südlich des Tales svurde der Feind vom Kempelberge vertrieben. Weiter südlich halten die Italiener die Höhen östlich des Val dMssa und den be­ festigten Raum von Assiago und Arsiero. Das Panzerwerk von Campo Longo ist in unserer Hand. Unsere Truppen gingen näher an das Wal d'Assa und das Posinotal heran. Seit Beginn des Angriffs wurden 24 400 Italiener, darunter 524 Offiziere, gefangen genommen, 251 Geschütze, 101 Maschinengewehre und 16 Minenwerfer erbeutet. Im Abschnitt der Hochfläche von Toberdo waren die Geschützkämpfe zeitweise recht lebshaft. Bei Monfalcone wurde ein feindlicher Anjgrifs abgewiesen. Eines unserer Flugzeuggelschwader belegte die Station Ter la Carmia mit Bomben. Bei der Räumung von Ortschaften unsseres Gebietes seitens des Feindes scheint auch! die italienische Bevölkerung teilweise mitzw gehen. Leute, die so ihr Vaterland verlalssen, werden ihren Anschluß an den Feind strafjrvchtlich zu verantworten haben. Der stellvertretende Ehef des Generalstab««: v. H o e s e r, Feldmarschalleutnant. (bett Mordgeschossen, die Wilsons Taktik unseren Feinden zukommen ließ, nicht gesprochen. Nun möchte Wilson also, nachdem er England im Kriege nach Kräften beigestanden hat, ihm noch Sitten günstigen Frieden erwirken. Tas wird man in England zu schätzen wissen, in Deutsch­ land nicht. Wilsons Behauptung, daß die mili­ tärischen Operationen stillständen, zeigt, daß er nicht übermäßig geeignet als militärischer Kritiker ist. Wie man in Deutschland über seine Eignung zum Vermittler denkt, kann nach seinem ganzen Verhalten gegen uns nicht zweifelhaft sein. Im übrigen ist seine Lust zur Friedensvermittlung vor allem als ein Zeichen dafür zu bewerten, wie schlecht es seinen englischen Freunden samt ihren Bun­ desgenossen gehen muß. Welche Folgerung wir in Deutschland daraus zu ziehen haben, liegt aus der Hand. (Z.) Amerika ttttb die englischen Nebergriffe. Washington, 24. Mai. (Funksprnch vom Vertreter des WTB.) Eine neue Note an England, die einen weiteren Protest gegen die Eingriffe in die amerikanische Post richstet, wurde dem Präsidenten Wilson heute vor­ gelegt. Sie wird morgen voraussichtliche nach! London gesandt . In den allgemeinen Dach legungen wurde die Note im Staatsdepartetz ment ausgearbeitet. Präsident Wilson wird einige eigene Sätze einfügen. Tie Note wird, wie es heißt, besonders gegen ’*bie englische Praxis protestieren, Schisst nach britischen Hä­ fen zu bringen und dort die nach und von beul Vereinigten Staaten gehende Post zu untersu­ chen und zurückzubehalten. Tie Note wird klar machen, daß die Vereinigten Staaten nicht der Fortführung einer Politik zustirstmen können, gegen die sie sich schon gewandt haben. Tie amerikanische Note an England fertigge­ stellt. Washington, 24. Mai. (Reuter.) Prä­ sident Wiffon vollendete gestern die Note an Großbritannien über die Postfrage und über­ mittelte sie dem Staatsdepartement. Man er­ wartet, daß Lansimg heute die Note unter­ zeichnen und sie dann sofort nach London gekabelt wird. Verschlechterung der jchpanisch-Mncsischen 334= ziehnngen. Kopenhagen, 24. Mat. Telegramme aus Tokio besagen, daß die Beziehungen zwi­ schen Japan und China infolge des Vorfalles in Kwangtung, wo chinesische Truppen auf den japanischen Militärposten schossen, äußerst gespannt seien. China widersetzte sich aufs energischste dem Versuche Japans, diesen Vor­ fall zu benutzen, um ganz Kwangtung mili­ tärisch zu besetzen. Bei den diplomatischen Ver­ handlungen führten beide Länder eine gereizte Sprache. Es sei augenscheinlich!, daß Japan Pen geringfügigen Vorfall mit Fleiß aufbau­ sche, um mit China einen Konflikt >hervorzurufen. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Tie Kämpft vor Verdun. Basel, 24. Mai. Tie "Basler Nachrichf ten" melden aus London: Berichte englischer Korrespondenten von der französischen Front bereiten auf den Verlust von Esnes südlich von Punkt 304' vor, gegen das die Teutschen umfangreiche Vorbereitungen getroffen hätten. (nt.) Von der Vogesenfront. Basel, 24. Mai. Wie den "Baffer Nach­ richten" geschrieben wird, glaubt man aus Schweizer Seite nicht, daß die Franzosen an der elsässischen Front einen Angriff unter­ nehmen werden. Tie kleinen ftanzöftschen Astgriffe in den verschstdenen Stellen der Voge­ senfront hält man für Demonstrationen und Scheinmanöver, um den Glauben zu erwecken, als hätten die Franzosen an der Vogesenfront große Truppenmaffen angesammelt. (ml) In französischer Kriegsgefangenschaft. Bern, 24. Mai. Blättern zufolge wur­ den 85 deutsche kriegsgefangene Offiziere aus St. Angeau, weil das Lager zu klein terr, Inach Bastia auf Korsika gebracht. I ────────── würden. Das "Giornale d'Jtalia" sagt, man dürfe fragen, ob eine weitere Verzögerung der Ausführung des Planes einer gleichzeitigen Offensive diesen nicht ernstlich beeinträchtigen werde und ob es nicht richtiger wäre, wenn Rußland diese Entblößung der Ostfront und die Verluste von Verdun ausnütze und seine Ak­ tion wieder aufnähme. Frankreich und Italien. Bern, 24. Mai. Tie Pariser Blätter widmen anläßlich des Jahrestages der ita­ lienischen Kriegserklärung und Italiens Teil­ nahme am Weltkriege Artikel, worin die Be­ deutung des Anschlusses an den Vierverband, sowie die Leistungen unter Würdigung der be­ sonders schwierigen Verhältnisse im KriegÄgebiet hervorgehoben werden. Im "Journal" taucht die alte Forderung nach« einer Kriegs­ erklärung an Deutschland auf, indem das Blatt schreibt: Eine Etappe bleibt für Italien noch zu überschreiten, damit der italienische Krieg wirklich ein Krieg der Alliierten werde. (Z.) "In wichtigem Aufträge." Berlin, 24. Mai. Tie "Voss. Ztg." meldet aus Lugano: "Secolo" erfährt aus Turin, daß dort am Mpntag früh« der Herzog von Connaught aus Paris in strengstem In­ kognito angekommen und nachmittags nach Roch weitergefahren sei, wo er eine wichtige politische Aufgabe auszuführen hübe. (Z.) Italiens wirtschaftliche Notlage. Lugano, 24. Mai. Aehnlich wie die militärische wird auch« die wirtschaftliche Lage von der italienischen Presse behandelt. Spahtenlange Artikel verkünden zur Freude der Leser die bevorstehende Lösung der wichtigfsten Fragen und Abhilfe für die empfindlichfsten Nöte. Kurze, versteckte Bemerkungen her­ vorragender Techniker und Industriellen lau­ ten dagegen hoffnungslos. Marconi und Crefpi, die zur Beratung dieser Fragen nach London gehen, erwarten keine Abhilfe, nicht Weil es am guten Willen fehlt, sondern weil es tatsächlich! unmöglich! sei. Tie Vereinigung § italienischer Aktiengesellschasten hat, um ein .Stillstehen der italienischen Industrie sowie der den Gemeinden und Privaten anvertrauten Leistungen für den Staat zu verhüten, die italienische Regierung ersucht, die Kohlenlieferung zu verstaatlichen. Tie englische Refgierung ihrerseits hat, wie "Popolo Romano" meldet, die englischen Kohlenbergwerksbeisitzer ersucht, die Kohlenpreffe für Frankreich! und Italien um 20 vom Hundert herabzusetzen. Tie Antwort der Bergwerksbesitzer steht noch aus, aber mgn erwartet keine Zustimmung. Desgleichen hat der "Daily Telegraph^ die Festsetzung von Höchstpreisen im Seeverkehr für undurchführbar erklärt. Tie Lage in Tripolis. Rom, 24. Mai. (Agenzia Stefan!.) Ta seit einigen Tagen sich die Drohungen der Aufständischen gegen die Bevölkerung von Zurato, die den Italienern stets treugeblieben war, verschärften, wurde in Tripolis eine Hilfsexpedition ausgerüstet, welche bei ihrer Landung von der Bevölkerung von Zurars mit Begeisterung empfangen wurde. Tie Aust ständischen wurden geschlagen und haben eine große Beute und Gefangene zurückgelassen. ────────── Am Balkan. Tie Wirkung Der österreichischen Offensive auf Den Balkan . Rach der Sofioter Kambana wird die österreichische Offensive gegen Italien auf die politische und militärische Lage auf dem Bal­ kan entscheidenden Einfluß haben. Tie itaftenifc Niederlage wird eine neue kalte Touche für die rumänischen Russophisten sein. Auch! die Griechen freuen sich der italienischen Nie­ derlage, weil sie hoffen, die Italiener würiden Valona räumen, wenn sie Venedig ver­ teidigen müßten. (Z.) RnUgnD uuD Rumänien. Budapest, 24. Mai. Tie Bukarester "Treptatea" erfährt von der russischen Gefsandtschaft, der russische Gesandte PoklewskiKoziell ist diese Woche nach Petersburg gek­ reist, um seiner Regierung über dje rumänische Lage Bericht zu erstatten. Poklewski wird wahr­ scheinlich« zurückberufen werden. (Z.) Rücktritt Des griechischen Kabinetts? Athen, 23. Mai. Tas Blatt "Athenias " bestätigt die Meldung, daß Skuludis am letz­ ten Freitag den Rücktritt des Kabinetts ange­ boten habe. Tas Kabinett werde 'nur noch die laufenden Geschäfte erledigen. Tie Bildung des neuen Kabinetts soll Ende dieser Woche mitgeteilt werden. ────────── Der Krieg mit England. FrieDensfrogen in England. Ter N. Rotterdamfche Courant meldet aus London: Pazifistische Gruppen haben die Ab­ sicht, sich über das Interview Sir Eduard Greys mit dem Korrespondenten der Chicago Daily News auszusprechen. Ponsonby wird der Regierung die Frage vorlegen, ob es toitttp schenswert sei, die Bedingungen bekannt zu geben, auf Grund welcher die Regierung zum Frieden bereit sei. (Z.) Vom Tuezkanal. Zürich, 24. Mai. Tie "N. Z. Ztg." mehdet aus dem Haag: In den englischen Regieck- ungskreisen macht man sich auf einen schweren So.nmerfeldzug in Aegypten gefaßt. (Z.) Gegen Den australischen Premierminister. Rotterdam, 24. Mai. In einer Sit­ zung des Gemeinderates von Birmingham haBett gestern zwei Apbeiterparteiler gegen depp Antrag, dem australischen Premierminister! Hughes das Ehrenbürgerrecht der Stadt zu verleihen, protestiert. Sie sagten, Hughes wer­ de gefeiert, weil er die Schutzzollpolitik an­ greife und sich an der Kampagne der Nordß Cliffepresse beteiligt habe. Tie Behauptung, daß man in seiner Person auch die Arbeitet ehren wolle, erklärten beide Arbeiterparteilep für reine Heuchelei. t, daß den Herrmanns meine Familie lästig wird." Henning blickte die Schwester in maßlosem Staunen an. "Das sagst du von deinem Mann? — Ja, gehört denn dir sein Haus nicht auch?" Sie bewegte nervös die Schultern. "Tu scheinst in Wolfs Fußtapfen zu tre­ ten," fuhr Henning fort. — "Uebrigens fällt es mir nicht ein, eine Gelegenheit,, einmal einen Abend kosten- und sorgenlos zu verbrin­ gen, auszuschlagen?" "Ich denke, du verbringst nicht vieleAbende anders, ausgenommen die — Kosten." Es war etwas merkwürdig Ruheloses, Zerrstreutes und wieder Gereiztes in Hennings Wesen, und er iah! blaß und überanstrengt aus. Ilse bemerkte es mit Sorge. "Du lebst zu flott, Henning,!" sagte sie ihm. "Tu bist nervös und wirst dich zu­ grunde richten." Er lachte verächtlich!: "Tu hast wohl Christels Rolle studiert? Ich mich. zugrunde richten! Und wenn... je eher, desto besser!" Henning, du frevelst." "Weil es mir einerlei ist, wann ich ende. — Was habe ich denn zu verlieren? — Und wer verliert etwas in mir, seit Mama tot ist? — Werdet ihr mir eine Träne nachwejü neu, Wolf oder du? Zufrieden werdet ihr sein/ daß ihr die Angst los seid, ich könnte euch korrekten Menschen nochmals Schande machen." , . i I , (Fortsetzung folgt.) . ; j "Ach, zum Bankier Hehmann," meinte der Geheimrat, und seine Tochter fiel ein: "Zur schönen Lea!" > "Nein, zu ihrem Vater," entgegnete Die­ trich kurz. "Er leidet arg am Zipperlein, habe ich mir sagen lchsseni," fuhr der Geheimrat fort, "es ist wohl wenig Aussicht auf Genesung'?" "Gar keines "Nun," sagte Mallh, "darüber wird seine Tochter nicht verzweifeln. An der Mitgift des dunllen Ehrenmannes als Schwiegervaters hät­ te sich mancher gestoßen. — Nachher ist sie frei zu wählen, schön und reich wie sie ist . .. Leb' wohl, Dieter und grüße mir Fräulein Lea recht schön . . . Vergiß auch! nicht in ihrer Gegenwart, daß wir auf dich warten! — Tu mußt nämlich wissen, chere couskne, die schöne Lea ist eine alte, gute Bekannte, einst Art Jugendschwärmerer von deinem Mann, eine gefährliche Nachbarschaft — aber du bist ja zum Glück nicht eifersüchtig — und mit Recht! Er hätte sie langst heiraten können, wenn er gewollt hätte, sie hat ja nur auf ihn geswartet." Ter Professor war bereits gegangen, ohne auf Mallys Bemerkungen zu achten, aber Frau Herrmann sagte jetzt in einem strengen Ton: "Ich weiß, nicht, was du mit diesem törichten ────────── Bayerische Nachrichten. llk. Hofrqt Leistner f. Ter rechtskundige Bürgermeister von Straubing, Hofrat Franz Leistner ist nach längerem Leiden, jedoch schnell und unerwartet gestorben. Ter Tod dieses um die Stadt Straubing hochverdienten Mannes berührt auch die liberale Partei, als deren Vertreter v. Leistner von 1899 bis 1905 dem Landtage angehörte. Sie wird ihm dauernd ein dankbares Gedenken bewähren. Bayer. Städtetag und Ernährungsfragen. Unter dem Borsitze des Geh-, Hofrats Wolfram, Oberbürgermeister von Augsburg, tagte in München gestern der Bayer. Städtetag, bei dem fast alle baher. Städte durch- delegierte vertreten waren, um über die Fleischverforgnng und Ernährungsfragen zu beraten. Spende. Tie Bayerische Versicherungsbank A.^G. in München hat neuerdings für verschiedene gemeinnützige Zwecke sowie für Zwecke der Kriegssürsorge zusammen die Sum­ me von 34000 Mark gespendet. Tier Bayerische» Handelsbank in München wurde die Genehmigung erteilt, innerhalb der gesetzlichen und fatzungsmäßigen Umlaufsgrenze nachstehende, auf den Inhaber lautende, in Stücke zu 5000 Mark, 20Ö0 Mark, 1000 Mprk, 500, 200 und 100 Mark eingeteilt« Schuldverschreibungen in den Verkehr zübrirvgett: a) 3.8 Millionen Mark 4prozentige unverlosbare, vom Ausstellungstage innerhalb 70 Jahren seitens der Bank kündbare, jedoch vor Ablauf von 10 Jahren vom Ausgabetag an nicht rückzahlbare Hypothekenpsandbriefe; b) 6.2 Millionen Mark Iprozentige verlosbare, vrm Ausstellungtag an innerhalb 60 Jahren seitens der Bank kündbare Hhpothekenpsändp priese. ────────── Allerlei. Erschossener Wilderer. Im Stiftswalde bei Klarenthal kam es zwischen dem StiftÄfürsker Bersche und einem Wilderer zu einem Zusammenstoß, Ter Förster feuerte auf den Wilddieb und verletzte ihn dabei so schwer, daß er tot liegen blieb. Bcrbrüht. Tas 4 jährige SöhNchen des Schreiners Johann Schmelzer fiel in Gers­ weiler bei St. Ingbert in einem unbewachten Augenblick in ein Gefäß mit kochendem Wasser und erlitt so schwere Brandwunden, daß es starb. Bo« einem Einbrecher, den sie festgenominten hatten, wurden in der Polizeiwache in Zoppot die Polizeisergeanten Tühring und Baranowski erschossen. Ter Täter ist entkommen. ────────── . Niederbayerisches Schwurgericht. “ Straubing, 23. Mai. 3. Fall. Eine zweite Kindsmörderin stand in der Person der led. Näherin Kreszenz Senninger von Großgundershausen vor dem .Schwurgerichte. Tie 26 Jahre alte Angeklagte gÄbar am 6. Januar hi. Jrs. nachmittags in Großgundertshausen in ihrem Zimmer ein Mädchen. Ta es ihr im Wege stand, tötete sie es sogleich durch Zudrücken des Halses. Anfangs versteckte sie die Leiche in ihrem Koffer, drei Tage darauf, als sie zu ihrer Schwester nach! Pfeffenhausen fuhr, nahm sie die Leiche in einer Ledertasche mit, Endlich! kam das Verbrechen ans Tageslicht, worauf sie am 26. Januar verhaftet wurde. In der Voruntersuchung läugnete sie anfänglich, spä­ ter legte sie ein Geständnis ab; sie will aber in Aufregung gehandelt und gar nicht ge­ wußt haben, wie das Kind seinen Tod fand. Tie Verhandlung, in der Herr Rechtsanwalt Schreiner Landshut die Verteidigung führte, endete schließlich! mit der Freisprechung der Anx geklagten. Mutter für ihre 8 unmündigen Kinder zu sorgen. Tie Familienunterstützung ist einziges Einkommen, die mühsam ersparten Pfennige find längst aufgebraucht. Kürzlich starb die Wjutter der Tirndorser, der sie ein volles Jahr am Krankenbette Hilfe und Pflege awgedeihen lassen muhte. Ein Bruder der Frau, der ihre Stühe in der schweren Zeit sein könnte, hat den Arm dreimal gebrochen und beide Füße, und muß von ihr fast ganz ver­ sorgt werden. Tie Not und das Elend ist groß, Mögen mildtätige Herzen sich finden, die der schwerbedrängten Familie wenigstens wieder zum Erwerb einer Kühl Verhelfen. Gaben nimmt für sie dankbarst entgegen Herr Expositus Wisfsperger von Finsterau. ────────── Lokales. fen und die edlen Absichten ihrer für sie treubesorgten Direktion vorteilhaft zu verwer­ ten. _ ' ■ ; —* Verloren hat gestern ein hiesiger armer Invalide die Geldbörse mit 35 Mark Inhalt, seinem ganzen Besitztum. Tie Fabrik­ heizerswitwe Frau Totzler fand die Börse und brachte sie zur Polizei, wo sie dem Verlierer wieder ausgehändigt werden konnte. -* Zn der preutz.-südd. Klassen­ lotterie fiel bei der gestrigen Vormittags­ ziehung ein Treffer von 100 000 Mark auf die Nummer 214 317. —* Die heurige Kreisverbands­ versammlung niederbaher. Steno­ graphen vereine findet auch dieses Jahr wieder in Plattling am Treifaltigkeitssonntag den 18. Juni statt. Von 10—12 Uhir vormittags werden die üblichen mit dieser Tagung verk bundenen Kreisverbandswettschreiben abgehal­ ten und zwar in den Abteilungen: 1. Schöns­ und Rechtschreiben nach! Vorlage, 2. Diktatschreiben in der Tauer von 5 Minuten mit gleichbleibender Geschwindigkeit und zwar an­ gefangen bei 80 Silben, sodann steigend um je 20 Silben. Jeder Teilnehmer kann in zwei Abteilungen mitschreiben und dann wählen, welches Stenogramm er übertragen will; be­ wertet wird nur eine Uebertragung nach der vom Bunde festgestellten Wettschreibeordnung. Tas Lokal für Abteilung 1 ist der Saal des Brauhauses Straubing, für Abteilung 2 (schnellffchriftliche Diktate) jener der Genossen­ brauerei. Nachmittags halb 2 llhr folgt dann die ordentliche Kreisverbandsversammlung im Saale der Genossenschaftsbrauerei.. Bei die­ ser kommt unter anderm wieder die Schaffung einer deutschen Einheitsstenographie zur Be­ sprechung. Ter Gabelsberger StenographenlVerein wird an dieser Tagung durch eine ent­ sprechende Anzahl von Mitgliedern vertreten sein; auch an den Wettjschreiben in den ver­ schiedenen Abteilungen beteiligt sich eine nicht unerhebliche Anzahl von Kursteilnehmern des Vereins. , Landshut, 25. Mai. —* Als Amtsgerichtsdirektor wur­ de an das K. Amtsgericht Landshut der Amtsigerichtsrat am Amtsgerichte München, Herr August Leiendecker in etatsmäßiger Weise ver­ setzt. —* Das Probst May er sch e Emeri­ ten b e n e f i z i u m bei St. Martin wurde vom Erzbischöfe won München—Freising dem Prie­ ster Tr Stephan Krottenthaler, zurzeit in Zizers bei Chur, verliehen. —* Ein Verwundetentransport kam heute früh! nach 4 Uhr mit dem Lazarettzug Nr. 2 hier an. Es waren 120 Verwundete, darunter 3 Offiziere, die aus einem Lazarette des Westens hierher überführt wurden. Tie ausnahmslos Schwerverwundeten wurden mit Fahrbahren und Wagen in die Lazarette der Infanterie- und Reiterkaserne, im Solanusund Kolonnenhaus und im Krankenhaus Ach­ dorf überführt. —* Die Freiw. San itätskolonne hält heute abends im Hotel Bernlochner eine Versammlung ab. —* Die Kr i e gs b eute aus stelln ng, die hier zu Gunsten des Roten Kreuzes abge­ halten wird, Hat gestern hier ihren Einzug gehalten. 4 Riesengchchütze und zwei kleine Feldgeschütze, joroie eine Reihe anbetet sehens­ würdiger Tinge, Waffen usw. wurden durch! die Stadt nach dem Ausstellungsraum, der Prantlgartenhalle, verbracht. Tie Eröffnung - der Ausstellung wird wahrscheinlich! morgen erfolgen können. —* Arbeitergärten. Tie Landshuter Bisquit- und Keksfabrik, die auch sonst in treuer Fürsorge für ihre Arbeiter bereits Er­ hebliches geleistet hat, ließ ein ihr gehöriges^ ausgedehntes Grundstück am Nordrande des Fabrikkomplexes mit einer Einzäunung ver­ sehen. Ter Grund wurde den Arbeitern als Gartengrund zur Verfügung gestellt. In regem Wetteifer sind die Arbeiter dort bestrebt, in nutzbringendem Gemüsebau ihren Familien, die selbst eifrigst hierbei Hilfe leisten, Erleichte­ rungen in der lebensmittelarmen Zeit zu schaf­ ────────── Letzte Posten. Sic ungarische Kriegsanleihe. Sd. Budapest,. 25. Mai. Nach vorlie­ gendem, wohl noch provisorischen Ziffernaus­ weis dürfte die 4. ungarische Kriegsanleihe 2 Milliarden, wenn nicht mehr erreichen. Unruhe in Italien. Genf, 25. Mai. Tie Schweizer Blätter melden von der italienischen Grenze: Tie Be­ unruhigung in Italien, namentlich in Ober­ italien ist in schnellem Zunehmen. Tie Un­ zufriedenheit der Bevölkerung wächst smtu allenthalben ertönt der Ruf nach Frieden. Be­ denkliche Symptome zeigen sich, auchi im Nor­ den, wo eine Reihe von Tuchfabriken den Be­ trieb eingestellt hat. In der Gegend von Como wurden zahlreiche Hotels geschlossen. In Apu­ lien ist die Krise in der Landwirtschaft aufs höchste gestiegen. Tie Pächter erklären, die Fel­ der brach liegen zu lassen, wenn die Pachtsumme nicht ermäßigt wird. steigeruNtzStermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls die Rechte bei der Feststellung deS geringsten Gebotes nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses betn Aiffpmche deS Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden; ferner werden diejenige», welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, auf­ gefordert, vor der Erteilung des Zuschlages die Aufhebung oder einstweilige Einstellung deS Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten SegensiandeS tritt. Das Autvese« HS«-Nr. 1 in Forstaibach besteht aus: Plan-Nr. 611a Wohnhaus mit Pferdestall, Backofen, Schweiustall, Holzschupfe, Stadel mit Kuhstall, Wagenremise mit Getreideboden, Eis­