Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-05-31. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 148, 1916-05-31. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Ter türkische Parlamentarier schloß: England war der Herr der Welt, aber war es getoefen. >— ────────── Erfolgreicher deutscher Vorstoß linls der Maas: 1348 Franzosen gefangen. - Deutsche Flieger im Kampfe mit feindlichen Zerstörern. — Deutsch-bulgarischer Vorstoß im Strumatal. — Die Engländer beschossen den griechischen Hafen Nauplia. ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Ber li n, den 30. Mai. — Mittags. ^Großes Hauptquartier.) Westlich« KriegrschlWlG. Lebhafte Feuerkämpfe fanden quf derFront zwischen dem Kanal von La Bassee und Arras statt. Auch Lens und seine Vororte wurden wies der beschossen. In der Gegend von Souchez und südöstlich von Tahure scheiterten scharfe feindliche Vor­ stöße. Gesteigerte Gefechtstätigkeit herrschte im Abschnitt von der Höhe 304 bis zur Maas. Südlich des Rübe« und Cumiereswaldos nahmen deutsche Truppen die französischen Stellungen zwischen der Südkuppe des Toten Mannes und des Torfes Cumieres in ihrer gchnzen Ausdehnung. An unverwundeten Ge­ fangenen sind | I 35 Offiziere, darunter mehrere Stabs­ offiziere und 1313 Mann eingebracht. ' Zwei Gegenangriffe gegen das Dorf Cumi­ eres wurden abgewiesen. > Oestlich der Maas verbesserten wir durch örtliches Vordrücken die neu gewonnenen Li­ nien im Thiaumontwalde. Tas beiderseitige Feuer erreichte hier zeitweise größte Heftigkeit. Unsere Flieger griffen mit beobachtetem Erfolge gestern abends ein feindliches Zer­ störergeschwader vor Ostende an. i. Ein englischer Toppeldecker stürzte nach einemLuftkamps bei St.Eloi ab u.wurde durch Artilleriefeuer vernichtet. Oestlich« KrikgMimM. Aii-kstich von Lipsk stießen deutsche Ab­ teilungen über die Schtschara vor und zer­ störten eine russische Blockhausstellung. Balkan-KMgsfchauPlatz. Teutsche und bulgarische Streitkräfte be­ setzten, um sich gegen augenscheinlich! beabsich­ tigte Ueberraschungen durch die Truppen der Entente zu sichern, die in diesem Zusammen^ hange wichtige Rupelenge an der Struma. Un­ sere Ueberlegenheit zwang die schwachen grie­ chischen Posten, auszuweichen. Im übrigen find die griechischen Hoheits­ rechte gewahrt worden. Oberste Heeresleitung. ────────── zu günstig und weise daher alle Versuche zur Herbeiführung des Friedens zurück. Amerik« und feine Note. Newhork, 30. Mai. (Funkspruch des Vertreters des WTB.) WaWugtoner Meldun­ gen stellen int Zusammenhang -m Stockholm, 30. Mai. Nach der "Pe­ tersburger Börsenzeitung" sehen die russischen Regierungskreise die Unmöglichkeit einer aus­ reichenden Lebensmittelversorgung Petersburgs ein. Ein aus den verschiedenen Ministerien! gebildetes Komitee trat unter dem Vorsitz Bohrinskis zusammen, um den Plan zur Räu­ mung der Stadt auszuarbeiten. Alle Fabri­ ken und Werkstätten, die keine wesentliche Betz deutung für die Landesverteidigung haben, müssen die Hauptstadt verlassen. Ebenso erjfjält die Kommission die Vollmacht, alle be­ liebigen Personen ohne Angabe des Grundes aus Petersburg auszuweisen. Tie Ausweisung soll sich aus alle Familien erstrecken, deren .Auf­ enthalt in Petersburg nicht für unbedingt not­ wendig gehalten wird, um die Hauptstadt von einer Million Esser zu befreien. (Z.) ────────── Vor Jahresfrist mochten die verantwort­ lichen Minner in Italien noch hoffen, daß ein kriegerischer Erfolg seinen Einfluß auf die öffentliche Meinung Europas nicht verfehlen, daß, man sich vor dem Erfolg beugen und das Verbrechen Italiens dadurch vergessen werde. Deshalb der Phrasenschwulst, mit dem. man den Treubruch zu maskieren suchte. Aber was ist aus all den feierlichen Ankündigungen g&= worden? Ist "das kommende Jahr ein Jahr des Jubels für das Vaterland?" geworden, wie "Jdea Nazionale" am 19. Mat 1915 ver­ kündete ? Ist Italien als "Herrin und Schiedsjrichterin in den Kampfplatz" hinabgestiegen', wie "Popolo d'Jtalia" am 20. Mai 1915 in Aussicht stellte? Und ist "der herrliche Traum zur strahlenden Wirklichkeit" geworden, Wiedas Regierungsorgan, das "Giornale d'Jtalia", am 23. Mai 1915, am Tage der Kriegserklärung^ versprach? Ach nein. Tas Jahr des Jubels ist ein Jahr der Trauer geworden; Italien steigt nicht als Herrin und Schiedsrichterin in den Kampfplatz hinab, sondern es flüchtet als Geschlagene und Gerichtete, und dem herrlichen Traum ist ein fur^tbares Erwachen, der von d'Annunzio verkündeten Gottähnlichkeit der ita­ lienischer Erlöser die Götterdämmerung ge­ folgt. Wer einen Eroberungskrieg führen will, muß erobern, sonst hat er den Krieg verlorenbevor er beendet ist. Italien hatte seinen Krietz von vornherein verloren. Jetzt, wo zur Jah­ resfeier des Erlösungskrieges die österr.ung. Truppen in Südtirol die Offensive ergriffen hüben, wo sie nach, siegreichen Kämpfen vor der Linie Asiago—Arsiero stehen und jeder Tag den Turchbruch durch« die letzte per­ manente Befestigung bringen kann, welche die lombardische Tiefebene schützt, jetzt erkennt man auch in Italien, daß der Krieg verloren istdaß die Italiener, wie es in dem erwähnten Bericht an den Mnisterpräsidenten hei"t, "vor ganz Europa die traurigste Rolle spielen". Diese Stimmung spiegelt sich in der ita­ lienischen Presse, die vor Schreck sogar das Lügen zu verlernen scheint, noch deutlicher wieder als in den Cadornaschen Berichten,. Tenn wenn diese auch immerhin noch drehviertel der Hiobsposten vertuschen, so rechnet man doch in Italien so sehr mit derchffiziellen Lüge, daß man von den Siegen ohnehin die Hälfte abzieht, zu den Niederlagen die Hälfte hinzutut. Wirkt es nicht grotesk, daß die Ita­ liener, von denen sovben noch, die Franzosen und Engländer Hilfe forderten, jetzt von diesen Sukkurs erheischen. Sie, die bis dahin von der einen Front nichts wissen woflten, meinen jetzt, daß diese eine Front auch für diesKerlbündeten die Alpenfront sei. Aber der Hilfe­ ruf verhallt, denn Frankreich, kann sich vor Verdun selbst nicht helfen, und England, das den Italienern Geld ustd Kohle verweigert, ist offenbar der Minung, daß die italienische Zitrone ohnehin bald ausgequetscht ist, keinen Saft mehr für England hergibt. Unter diesen Umständen ist man in Italien qm! Ende doch vielleicht bald reif für das, was der deutsche Reichskanzler von den Staatsmännern der kriegführenden Länder verlangte, nämlich, daß sie sich "auf den Boden der wirklichen Tat­ sachen stellen und die Kriegslage so nehmen, wie sie jede Kriegskarte zeigt." Vielleicht wird schon die Tagung des italienischen Parlaments, die am 6. Juni beginnen soll, Klarheit dar­ über bringen, ob die Götterdämmerung so weit gediehen ist, wie das aus der Katzenjjammerstimmung wenigstens eines Teiles der Preffe hervorzugehen scheint. ────────── sie empfand unwillkürlich die Wohltat der fri­ schen, reinen Luft und den würzigen Tufi der Blumen und Kräuter, Lerchengeschmetter be­ gleitete sie, um sie her stimmten die emsigen Bienen. Und sie schritt in ihrem weißen, fal­ tigen Morgenkleide un6eberften Hauptes, das schöne Haar nur lose aufgesteckt, das weiße Ge­ sicht mit den dunklen Augen mit einem Aus­ druck weltentrückter Versonnenheit geradeaus gerichtet, vom Sonnengold umsponnen, wie eine Märchengestalt in all der Pracht dahin, un­ bewußt des Zaubers, der ihre Gestalt umfloß. Um so schärfer beobachteten sie zwei Augen zuerst mit einem Ausdruck freudig gespann­ ter Ueberraschung, in den sich aber bald das Glitzern sinnlicher Begehrlichkeit mischte, — Katzenaugen, die auf Beute lauern. Auf einer von Waldgebüsch wie von einer Laube umgebenen Bank auf der Höhe des Hü­ gels saß der Geheimrat. Er rührte sich nicht, als Ilse sich ahnungslos seinem Sitze nähte, erst als sie unweit von ihm stehenblieb und nun von dem hvhen Standpunkt aus sich wei­ dete, erhob er sich leise, stand plötzlich neben ihr und sagte in seinem einschmeichelndsten Ton: ^ "Das nenne ich mir eine liebenswürdige Verheißung für den kommenden Tag, daß mir gleich in aller Herrgottsfrühe eine schöne Frau erscheint." Sie fufjir jäh mit einem leisen Auf­ schrei zurück, aber er achtete es nicht. "Sie wird mir hoffentlich nicht verweigern, eine kleine Weile bei ihr zn rasten, bevor sie ihren Weg zur Beglückung anderer Ster bl'-.Heu fort­ setzt." i Er deutete mit einladender Bewegung nach der Bank unb lächelte sie verheißungsvoll an. Ilse hätte nicht erschrockener sein können, wenn sich ihr plötzlich in dem harmlosen Bu­ chenwalde ein wildes Tier genäht hätte. Sie stand ein paar Schritte von ihm entfernt,’ zitternd, unfähig zu sprechen, aber ihre Augen, ihre ganze Haltung drückten eine.heftige Berwahvung gegen seine Annäherung aus. "Tie Freude scheint einseitig zu sein," sagte er in maliziösem Ton, "aber das sollstrsich nicht hindern, meiner schönen Nichte zu satzen, daß sie daherkommt, wie die Morgen­ göttin selber. — Es ist erstaunlich!, welche Meß tamorphosen das Fräulein von Telken seit je­ nem Tage durchwandelt hat, als sie in ihrem schlichten grauen Kleide im Hause der Frau Kornrnerzienrätin mit so viel Beflissenheit das Aschenbrödel spielte. Man muß bei den Telkens j immer auf Ueberraschungen vorbereitet sein." j , ! i i (Fortsetzung folgt.) i- i j ich mir nicht antasten lasse. Wie der Pro­ fessor Herrmann darüber denkt, mag er be­ weisen. Hält er es für nötig, uns fällen zu lassen, so hoffe ich, daß. meine Schwester Stolz genug besitzen wird, es mit Würde zu tragen." Und er ging, ohne zu sagen, wohin er zu reisen beabsichtige. * Am anderen Morgen war Ilse nach eini­ gen in bleiernem Schlaf zugebrachten Stunden zeitig auf. Ein peinigendes Kopfweh trieb sie aus dem Bett in die frühe Morgenluft hin­ aus. Sie schlüpfte leise aus dem Hause, in dem noch alles in Schlummer lag, und be­ gab sich nach> dem Park. Langsam durchwan­ derte sie die vom Taum feuchten Wege, an dien Gräsern schillerten im Morgensonnenschein die Wassertröpfchen wie Brillanten, und die Blu­ menaugen schauten so frisch und fröhlich dem hellen Tag entgegen, wie Menschenaugen nach erquickendem Schlummer. An den Park grenzte ein grasbewachsenes Feld, das ebenfalls dem Professor gehörte,und das jenseits allmählich in eine maleri­ sche Hügellandschaft mit prächtigem Buchen­ wald überging. Ilse öffnete das Pförtchen in der Hecke und schritt dem lockenden Grün des Waldes zu. Sie fühlte sich .zu matt, um be­ sonders auf ihre Umgebung zu achten, aber ────────── Der Luftkrieg. Tie letzten deutschen Fliegerangriffe auf England. Köln, 30. Mai. Ueber die Erfolge der letzten Luftangriffe auf England teilt die Köln. Ztg. von der holländischen Grenze mit: Bei dem letzten Luftangriff deutscher Marineflug­ zeuge auf die englische Ostküste am 19. Mai wurden in Tover und Ramsgatte durch Brands­ bomben verheerende Feuersbrünste verursacht, durch die eine Anzahl Proviant und Kriegs­ material enthaltende Schuppen zerstört und an verschiedenen Stellen die Hafenanlagen beschä­ digt wurden. Bon der Besatzung eines Tor­ pedobootes, das in Tover Proviant und Ma­ terialien übernahm, wurden 16 Mann ver­ letzt. ────────── Der Krieg zur See. Versenkt. Algier, 30. Mai. (Agenee Havas.) Ein Unterseeboot ohne Flagge versenkte im west­ lichen Mittelmeer den englischen' Tampfer "Jrimkby". 26 Mann der Besatzung wurden gerettet und nach Algier zurückgebracht. Sie erklären, daß zwei andere englische Tampfer in den gleichen Gewässern torpediert wurden. Paris, 30. Mai. Ter "Temps" meldet: $er französische Postdampfer "Bille d'Alger" nahm auf höher See die Besatzung des eng­ lischen Tampfers "Traumskai" auf, der von einem Österreich isch-ungarischen Tauchboot ver­ senkt worden war. ────────── Tas Erzbischöfliche Ordinariat Bamberg äEjiat im Interesse der Währung guter Bezieh­ ungen zwischen Stadt- und Landbevölkerung an die Dekanate die Weisung ergehen lassen, bei der Landbevölkerung in gedachtem Sinne zu wirken und dieselbe zu veranlassen, die er­ übrigten landwirtschaftlichen Erzeugnisse nicht zurückzuhalten, sondern sie zu den Märkten zu bringen. Ter Stadtmagistrat Augsburg beschloß in seiner heutigen Sitzung gemäße dem Gemeindiekollegiumsvorschliag, die Umlagen pro 1916 nicht zu erhöhen, trotzdem sich eine dreipro­ zentige Erhöhung nötig gemacht hätte, .son­ dern die Umlage mit 150 Prozent wie bis­ her beizubehalten. Ter Gemeindehaushaltungss plan schließt in Einnahmen und Ausgaben mit einer GesamHfttmjme von 13 886 899,21 Mk. ab. In der Sitzung wurde ferner mitgeteilt, daß Augsburg bisher im Krieg für die Le­ bensmittelversorgung der Stadt über 5 Mill. Mark aufgewendet hat. llk. Ueber eine sonderbare Stellvertretung im Lebensmittelreferat erhebt die Passauer Zeitung Beschwerde. Sie weist darauf hin, daß das dortige städt. Referat der Lebens­ mittelversorgung zurzeit in Händen des GeMeindekollegiumsvorsitzenden Tr. Sittler liege, einesParteiangestellten desZentrums u.Redakteurs des "Bayer. Bauer", des Organs des utederbayerischen Bauernvereins, in dessen Ob­ mannschaften der Genannte ständig ^1^1. Ta sich nun städtische und ländliche Interessen in der Lebensmittelfrage meist entgegenstehe^, hat der neue Magistratsreferent eine sehr schwierige und undankbare Aufgabe. Wir zwei­ feln, so schreibt das Blatt, nicht daran, daß er sie mit Fleiß und Unparteilichkeitsbestreben ausübt, doch es ist immerhin recht sonderbar: Will ein Passauer Bürger mit diesem Magi­ stratsreferenten (!) außerhalb zweier beschränk­ ter Wochenstunden sprechen, dann wird er vom Rathaus ins "Volksbüro", d. h. ins Partei­ sekretariat des Zentrums verwiesen. Gewiß ein einzig dastehender Fall in einem Kommu­ nalleben, der auch vom Kriege nicht entschul­ digt wird. Tie Passauer Zeitung weist dann auf das Beispiel anderer Städte hin, in wel­ chem dafür gesorgt ist, daß das überaus wichitige Referat der Lebensmittelversorgung vom -Bürgermeister oder von einem Rechtsrat wahr­ genommen wird und fragt schließlich: Warum ist in Passau d as nicht möglich, was in allen anderen gleichgroßen Stadtverwaltungen Bay­ erns geschieht? ────────── ging dem Kleinen über die Brust, sodaß der Tod sofort eintrat. Passau, 30. Mai. (Tie Bisamratte) wur­ de nun auch bei Passau in der Jlz entdeckt. [£iejr Gastwirt Jungwirth von Fischhaus konnte vor einigen Tagen eine ausgewachsene Bisamratte erlegen. Für die Forellenzucht in der Jlz wird dies eingeführte Tier sehr gefährlich werden, wenn die Fischwässerbefitzer dem Fischf­ rau der nicht ganz energisch zu Leibe rücken. Auch aus anderen Gegenden, z. B. aus der Oberpsalz, kommen Nachrichten über große Verbreitung der Bisamratte. Passau, 30. Mai. (Von einem Feldgrauen gerettet.) Heute vormittags fiel der etwa vier­ jährige Knabe Hobelsberger, Innstadt wohn­ haft, beim Ländegebäude in den Inn. Er tourfc de von der reißenden Strömung erfaßt' und durch die Jnnbrücke hindurchgerissen. Ein zu­ fällig des Weges kommender Feldgrauer be­ merkte den auf dem Rücken treibenden Kna­ ben, sprang ohne Besinnen in den Inn und rettete das junge Leben. Niederbaherisches Schwurgericht. Straubing, 29. Mai, Tie Verhandlung gegen die Gütlersehefrau Viktoria Schönmaier von Bachham wegen Kindstötung und gegen den verheirateten Land­ wirt Franz Fuchs von Schwinghckm wegen An­ stiftung zum Morde wird am kommenden Frei­ tag, den 2. Juni zu Ende geführt; die jaus diesen Tag angesetzten zwei Fälle kommen dann am Samstag den 3. Juni zur Verhandt lung. Niederbayerische Nachrichten. Niederbayerischer Kainpfesrnnt. Tie B. Ehrentafel Nr. 138 schreibt: Nach. zweitägigem schweren Trommelfeuer aus Geschützen jeder Art griffen die Franzosen im Morgennebel Des 6. Oktober 1915 eine von Unteroffizier der Res. Johann Degmahr der 1. Komp. 25. Jns.Mgts., Landwirt aus Tagmers­ heim, B. A. Tonauwörth, mit seiner Gruppe besetzte, jedoch- durch Verschüttung und Zer­ störung einer 100 Meter langen Grabenstrecke von der Kompagnie abgeschnittene und somit lediglich, auf die eigenen lebenden Kräfte an­ gewiesene Sappe mit mehr als zehnfacherUebespmacht in vollster Siegesgewißheit an. Sie sollten bayerischen Kampfesmut kennen ler­ nen. Obwohl die kleine Schar während der ganzen Beschießung des Schutzes von Unter­ ständen entbehrte, war Tegmahr ungebrochenen Mutes bereit, dem gewaltigen Anstürme mit seinen wackeren furchtlosen Leuten dieStirn zu bieten. Während er selbst mit ein paar Mann durch ruhig gezieltes Feuer die von vornher angreifenden Franzosen dicht vor der Sappe in Granatlöchern Deckung zu suchen zwang, stürzten sich die Gefreiten der Reis. Adam Eg er, Bauer aus Baldingen, B. A. Nördlingen, und Matthias Rueß von Biberachzell, B. A. Neu-Ulm, Heizbauarbeiter ®u Ulm, auf die von der Seite und im Mücken vordringenden Gegner, u ntfie mit beim! Bajo­ nett niederzustoßen. Tambour MartinSch mid Landarbeiter von Arnbach, B. A. Neuburg a. D., griff dabei mit Handgranaten so schnei­ dig ein, daß 20 Rothosen am Platze blieben. Kaum war der Sturm abgeschlagen, so stand bei Tegmahr der kühne Entschluß fest, den weit überlegenen Gegner durch überraschen­ den Gegenangriff zu verjagen . Voll Kam­ pfeslust erboten sich- die Infanteristen .Georg Siech, Tienstknecht von Edelstetten, B. A.KruMpach und Wolfgang Stützinger, Fabrikar­ beiter aus Bayreuth, trotz des furchtbaren Feuers zur Einleitung des Stoßes vorzukrie­ chen und die in den Granatlöchern eingenisteten Franzosen mit Handgaraten zu bearbeiten.Ter Erfolg war rasch zu erkennen, denn schon drückten sich einige Mgnn, ihrer Waffen le­ dig und zur Uebergabe bereit, Herüber. Jetzt aber schien der entscheidende Augenblick ge­ kommen. Mit einem alles Feuer übertönenden Hurra stürmte unser Häuflein vor und rang in wütendem Nahkampfe den Gegner zu Boden. Infanterist Michael Müller, Landarbei­ ter zu Jmmelstetten, B. A. MindelheiM, und sein Kamerad Gg. Barth, Landwirt von Memmingen,- nahimen allein je zehn Mann gefangen; Infanterist Ludwig Ruf aus Osterhofen, B. A. Vilshofen, Forstmann in Blaibach, B. A. Kötzting schlug trotz einer Verwundung so lange drein, bis die letzten Franzosen niedergestreckt oder gefangen waren. In mustergültigem Zusams menwirken hatte Tegmayrs Gruppe nicht nur den Durchbruch einer gewaltigen Uebermacht vereitelt, sondern auch über 30 Mann, mehr als das dreifache der eigenen Stärke, gefan­ gen und fast den ganzen Rest des Angreifers unschädlich gemacht. Mit berechtigtem Stolz dürfen der tapfere Führer die Goldene, seine­ acht wackeren Gefährten die Silberne Medaille tragen. * Weihrnstephau, 30. Mai. (Eine rohe Tat) vollbrachte gestern hier ein bei Herrn Gutsbesitzer Emslander bediensteter Knecht. Als der Knecht Brotzeit machte, begannen die zwei Ochsen seines Gespannes, die auf Der Straße standen, zu gehen. Aus Aerger über diese Störung seiner Ruhe sprang der Knecht auf und rannte dem einen guf 1800 Mark gewers­ te ten Ochsen das Messer in die Weiche, sodaß das Tier sofort tot umsank. Auch das zweite Tier perletzte der Rohling nicht unerheblich!. * Aham, 30. Mai. (Tödlicher Unfall.) Am Samstag nachmittags fuhr der bei demjBauf ern Aigner in Engkosen bei Aham bedienstete Knecht Franz Spitzlberger Bretter von der Mühle nach- Hause. An einer etwas abschüßsigen Straße in der Ortschaft kam der Wagen ins Rollen, sodaß der auf demselben sitzende Knecht das Gespann nicht mehr zu halten ver­ mochte. In scharfer Gangart kam der Wagen auf den Hof zu. Ter Knecht schrie, es sfofy ten die Kinder, wenn sie im Hofe feien,/sich! schnell entfernen. Tort befand sich die 73 Jahre alte Tante mit dem 3 Jähre alten Sohn Karl des Bauern. Tie Frau tonte ba§ Kind nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen. Tie Pferde überrannten das Kind. Ein Rad ────────── Dienstesnachrichten. Justizdienst. Ter Rat am Landgerichte Straubing, Oberlandesgerichtsrat Johann Raithel wurde zum 1. Staatsanwalt bei dem Landgerichte Bamberg und der Amtsrichter am! Amtsgerichte Günzburg, Oberamtsrichter Gott­ fried Bocke zum Rat am Landgerichte Strau­ bing, jeder in etatsmäßiger Weise befördert. Ter geprüfte Rechtspraktikant Josef Hefele in Straubing wurde zum Sekretär ant Landge­ richte Augsburg in etatsmäßiger Eigenschaft ernannt. ────────── Tie Flüchtlinge aus dem Snganatake. Lugano, 31. Mai. Nach dem "Carriere della Sera" sind in Mailand kürzlich in drei Eisenbahuzügen 2435 Flüchtlinge aus dem Suganatal, — durchwegs Frauen, Kinder und Greise — eingetroffen, die aus Befehl der italienischen Heeresleitung innerhalb 2 Stun­ den ihre Wohnstätten verlassen mutzten. Meuterei in Aegypten. Amsterdam, 31. .Mai. Wie der Lon­ doner Gewährsmann der "Voss. Ztg." meldet, haben nach Mitteilungen aus Aden Anfang Mai zwei indische Regimenter südlich Kairo gemeutert. 16 englische Offiziere und annäh­ ernd 100 englische Soldaten kamen dabei ums Leben. Tie meuternden Regimenter werden iw einem Lager von südafrikanischen Truppen bewacht. Tie Ursache der Meuterei sei an­ geblich in ungenügender Ernährung zu suchen, -a mehrere Lebensmitteltransporte in der letz­ ten Zeit ausgeblieben sind. Letzte Posten. ────────── Städtische Schwimmschule. 31. Mai 1916. Luft . .18 Grad C. Wasser . 16 Grad C. ────────── Inserate. ────────── Bekanntmachung. Betreff: Mehl- und Brotmarken, Butter- «nb Seifenkarten. Die nächste regelmäßige Mehl- «Mb BmmrkenaWe findet wie bisher im kleinen Rathaussaale statt, und zwar für Karteninhaber mit dem Anfangsbuchstaben ' A mit F am Montag Le» 5. Juni G mit X* am Dienstag Le» 6. " M mit R am Mittwoch Len 7. " S mit Z am Donnerstag, Lea 8. " jeweils von 8—12 Uhr vormittags unb 2—6 Uhr nachmittags, (auch für Wtrtschaftsbetriebe.) Es können nur Karten mit den vorgeschriebenen Buchstabe» zur Ab­ fertigung gelangen; auch werden Mehl- und Kleiebestellungen an den erste» beiden Tagen nicht angenommen. Die Abgabe von Butter oder Schmalz, Seife oder anderen fetthaltigen Waschmitteln darf künftig nur gegen Anweisung oder Marke» erfolgen; letztere lauten auf 400 Gramm Butter oder Schmalz, 100 Gramm Feinseife und 500 Gramm andere Seife rc. pro Kopf und Monat und werden gleichzeitig mit den Brotmarken ausgehändizt. Die Geschäfte haben die Marken zu sammeln und jeweils in den letzten 3 Tagen des Monats fortenwesfe in Briefumschlägen abgezählt, im Zimmer Nr. 6 abzuliefern. Schließlich sei noch bemerkt, daß für diese Marken kein Anrecht auf bestimmte Lieferung des bezeichneten Quantums Butter, Schmalz oder Seife besteht, sondern dieselben sollen nur als Sparmarken behufs Einschränkung diene». Landshnt, den 30. Mai 1916. Stadtmagistrat Landshut. Marschall. ii64 Schwarz. ────────── Das Panzerwerk Punta Corbin genommen. ────────── Im Westen hüben unsere Truppen wie­ der einen bedeutungsvollen Erfolg errungen. Sie haben die französischen Stellungen zwi­ schen der Südkuppe des Toten Mannes und dem Torfe Cumieres in ihrer ganzen Aus­ dehnung genommen. 1350 Franzosen sielen gefangen in unsere Hand. Gleichzeitig konn­ ten die Unsern östlich der Maas die Linien am Thiaumontwalde durch örtliche Vorstöße verbessern. Auch an den übrigen Stellen der Maasfront herrschte lebhafte Gefechtstätig keit, ebenso an der Front zwischen dem Kanal ton La Bassee und Arras. Unsere Flieger griffen ein feindlichesZerstörergeschwader vor Ostende mit Erfolg an. Ein englischer Toppeldecker wurde bei St.Eloi im Lustkampfe abgeschossen. Im Osten haben die Unsern bei einemVorstoße über die Schtschara bei Lipsk eine rus­ sische Blockhausstellung genommen. An der beßarabischen und wolhy irischen Front herrschte lebhafte Artillerietätigkeit. Es scheint, die Russen wollen dort noch einmal den Versuch eines Vorstoßes machen. An der italienischen Front haben die Lsterr.-ungar. Truppen das Panzerwerk Punra Carbin genommen und westlich Arsiero den Posina-Bach überschritten. Italienische An­ griffe auf die SteUung unsrer Verbündeten südlich- von Bettale wurden abgeschlagen. Vom Balkan meldet jetzt unser Heeresbe­ richt amtlich die vorgestern schon durch nicht­ amtliche Mitteilung verbreitete Besetzung der Rupelenge an der Struma. Nur hieß es bis­ her, da ßnur Bulgaren an dieser Aktion be­ teiligt seien, während wir jetzt erfahren, daß dort deutsche und bulgarische Truppen gemein­ sam operieren. Tie Engländer haben Pie griechische Haferch stabt Nauplia beschössen. Nanplia gehört zwar dem neutralen Griechenland. Allein das sicht die "Beschützer der kleinen Staaten", die Engfländer, wenig an. Nauplia hat einen Petrosleumhafen und dieser mußte einfach- vernichtet werden, weil Petroleum von IH-Booten ge­ braucht wird. Ten Nachweis zu führen, daß unsre U-Boote dort Petroleum erhielten, haben sie sich erspart. Wozu auch! Hier ist Petro­ leum und dies muß vernichtet werden, gleWgültig, wem es gehört und wozu es bestimmst ist. In Mesopotamien gehen die Kämpfe der Türken mit der englischen Mtsatzarmee, die allerdings zu spät gekommen ist, weiter. Tie Türken erbeuteten englischen Train. Tie amerikanische Protestnote gegen die englische Vergewaltigung des neutralen Posttverkehrs ist zwar an England überreicht wor­ den. Ganz Amerika steht in dieser Frage hinter seinem Presidenten, verkündete die antet rikanische Presse. England aber betreibt un­ geniert den Postraub weiter. Tägliche werden neutrale Tampfer mit Post für oder von Amep rika angehalten und ihnen die Post abgenom­ men. Es scheint, England schätzt die Amerikaner richtiger ein, als dies bei uns der Fall ist. ────────── Der österr.-ung. Heeresbericht. WTB. Wien, 30. Mai, mittags. — 1 Amtlich wird verlautbart: Russifchier Kriegsschauplatz. Lebhafte Artilleriekämpfe, namentlich an der beßarabischen Front und in Wolhynien. Sonst keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern fiel das Panzerwerk Punta Car­ bin in unsere Hand. Westlich von Arsiero erzwaugen unsers Truppen den Uebergang über den PosinabaH und bemächtigten sich der südlichen Uferhänge. Vier heftige Angriffe der Italiener auf unsere (Stellungen südlich Bettale wurden ab­ geschlagen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Ruhe. ?:er stellvertretende Chef des Generalstabes r v. H o e s e r, Feldmarsch alleutnant. ────────── Der Krieg mit Italien. Italiens Niederlagen. Tas "Neue Wiener Tageblatt" berichtet aus Bukarest: In politischen Kreisen wird er­ zählt, daß der Mesige italienische Gesandte sich persönlich zum Besitzer der Zeitung "Adeverul" begab und ihn ersuchte, möglichst wenig über die italienischen Niederlagen zu veröf­ fentlichen. Auf Anweisung des Besitzers wer­ den daher die österreichisch-ungarischen Kriegs­ berichte im "Adeverul" nur noch an versteck­ ter Stelle in kleinem Truck gebracht. (Z.) Kriegskosten Italiens. Lugano, 30. Mai. Nach einer Zusam­ menstellung des Nationalökonomen Professor Einaudi im "(Sortiere della Sera", die auf den Veröffentlichungen des Schatzamtes beruht, betragen die Kriegskosten Italiens bis zum 30. April 1916 7680 Millionen Lire, wobei nur die Mehrausgaben in dieser Zelt für Heer und Marine gegenüber derselben Periode im letzten Friedensjahr 1913/14 und die Mehr­ ausgaben für die Kriegsvorbereitung vom Au­ gust 1914 bis Mai 1915 in Betracht gezogen sind. Erstere Mehrausgaben betrugen in den betreffenden 11 Monaten 5579 Millionen für das Heer und 323 Mllionen für die Marine. Tie Ausgaben für die Kriegsvorbereitung be­ trugen 1615 Millionen für das Heer und 163 Millionen für die Marine. Tie außerordent­ lichen Ausgaben verschaffte sich- das Schätzs­ amt im April durch die Ausgabe von Schatzjbons und zwar im Betrage von 51,2 Mfl. Lire. Einaudi befürwortet schließlich die ver­ stärkte Ausgabe von Schatzbons. Italien in Rot. Tie römischen Blätter, welche den Be­ such der russischen Tnmamitglieder ankündigen, geben der Hoffnung Ausdruck, daß die persön­ liche Kenntnisnahtee der Verhältnisse und der militärischen Lage Italiens die Beeinflussung der ruffischen öffentlichen Meinung durch Oesterreich-Ungarn zerstören und Rußland ver­ anlassen werde, eine Entlastungsoffensive zu ergreifen. Die italienischen Blätter melden auch von einem VoiKringen der Teutschen u. Bulgaren gegen Saloniki und Kavalla. Ko­ misch wirkt das Geschrei der italienischenBlähter, welches sie in fettgedruckten Artikeln über die angebliche Vergewaltigung der griechischen Neutralität durch die Teutschen und Bulga­ ren erheben . Berkehrseinschränkungen in Italien. Lugano, 30. pJtai. Wie italienische Zei­ tungen mitteilen, wird der Zugsverkehr auf der Strecke Mailand-Venedig für das Pu­ blikum nur bis Somteacampagna bei Peschiers mit zwei Zügen täglich aufrechterhalten. — Strengstens verboten ist das Reisen in die Provinzen Verona, Vicenza, Padua und Ve­ nedig und zwar gilt das Verbot nicht nur für die Fahrt auf der Eisenbahn, sondern auch! auf Automobilen und anderen Wagen. . ’ . Schweizer Blätter berichten, daß die voll­ ständige Schließung der italienischen Grenze bei Porlega und Ponte-Treß, sowie die Ein­ stellung des Tampferverkehrs nach Lugano in der allernächsten Zeit verfügt werden wird. 1 , (Z.) Tie Flüchtlinge ans der Kriegszone. Lugano, 30. Mai. Um die wachsende Menge der Flüchtlinge aus der TrentinpKriegszone unterzubringen, werden auch in Rom die Schulgebäude in Stand gesetzt. Ter Rns nach der Wahrheit. Tie "Jtalia" protestiert gegen das Ver­ bot. die österreichischen Kriegsberichte zu ver­ öffentlichen, energisch. Durch didses Verbot müsse außerhalb Italiens der Eindruck ent­ stehen, als ob man in Italien Furcht vor der Wahrheit hätte. Durch das Verschweigen der Gefahr werde diese nicht beseitigt, sondern nur eine Enttäuschung vorbereitet. Es sei unbe­ dingt notwendig, die Größe der drohenden Gefahr vollkommen zu ermessen. Wenn man die Träume und Phantasien ausrotte, könne man ein Flores Bild von der Wirklichkeit erhälten und die Energie des Landes stärken, die Gefahr zu überwinden. (Z.) Englische Verhöhnung Italiens. Ter Londoner Observer vertröstet in ei­ nem Leitartikel die Italiener, sie sollten nur noch drei bis vier Monate die alte Grenze siegreich gegen die Oesterreicher verteidigen, dann würden die Alliierten genügend Muni­ tion haben, um Italien den gemeinsamen End­ sieg erringen zu Helsen. ────────── Am Balkan. Tie neue Lage m der Balkanfront. Basel, 30. Mai. Ter "Petit Parisien" erfährt aus Saloniki, daß die aus zwei Regimentern Infanterie und einer Batterie Artillerie bestehende griechische Besatzung von Temir Hissar die Stadt am 27. Mai abends verlaffen habe. Tie griechischen Truppen in Nordmazedonien ziehen sich gegen Veria zu­ rück. (Z.) Bon der griechischen Grenze. Amsterdam, 30. Mai. Londoner Blät­ ter zufolge, wurde der Bahnhof Temirhissar und ein Teil der Umgebung der Stadt von den Bulgaren besetzt. Ein heftiges Bombardement findet links des Nestos statt. Auf dem reih­ ten Wardarufer werden die Vorpostengefechte immer häufiger und lebhafter. Tie "Times" berichten aus Athen, daß der Besetzung des Forts von Rüpel, das den Abschnitt von Temirhissar völlig beherrscht, lange dauernde Unterhandlungen mit dem grie­ chischen Generalstab vorangingen. Tie griechi­ sche Besatzung räumte das Fort, nachdem sie bündige Versicherungen erhalten hatte, daß die Besetzung des Forts nur definsiven Charkter haben sollte. Beschießung von Rauplia durch! die englische Flotte. Athen, 30. Mai. Tie englische Flotte ist im Hafen von Nauplia erschienen, hat dort die großen Petroleumbehälter beschossen und in Brand gesteckt. Tas Feuer äscherte fast sämtliche Hafengebäude ein. Ter Schaden ist riesengroß. Tie griechische Regierung hat bei der englischen Regierung wegen dieses Vorfal­ les Protest eingelegt. (Z.) ────────── Eine Aenderung der englischen Blockade? Rotterdam, 30. Mai. Großes Aufsehen erregt in England die Meldung, daß die Ad­ mirale Slade und Hurst als Vertreter des Auswärtigen Amtes nach Paris reisen, um dort mit der französischen Regierung Aende­ rungen der Blockade zu besprechen. Tie "Moriningpost" befürchtet, daß es sich um eine Aens derung der Blockade handelt, die unter dem (ännfluft, der Bereinigten Staaten stattfinden soll. Dem Blatte scheint besonders bedenk­ lich, daß der Admiral Hurst nach Paris ge­ sandt werde, da gerade er für die bekannte Londoner Deklaration verantwortlich gemacht werden muß, die England wie ein Mühlstein um den Hals hänge. (Z.) > \ Neuer Postrauv Englands. Kopenhagen, 29. Mai- Tie dänische Generalpostdirektion gibt bekannt, nach einer Mitteilung der norpegischen Postverwaltung wurden in Kirkwald die auf dem norwegischen Tampfer "Bergensfjord", der am 13. Mai von Newhork nach Bergen abgefahren war, nach Tänemark bestimmten 36 Postsäcke von den Engländern beschlagnahmt. Tie englische Trausportnot. Köln, 30. mai. Warf) der "Köln. Ztg." hat, wie aus London über Newhork berichtet wird, Rundciman bei dem Besuche einer Schiffs­ werft erklärt, daß der Mangel an Schiffsraum sehr bedenklich für England geworden sei, daß in der nächsten Zeit energische Maßnahmen ge­ troffen werden müssen. Jedes vom Stapel gelaufene "Schiff habe für England die gleiche Bedeutung, wie eine gewonnene Schlacht. Wenn * kein anderes Mittel helfe, so würde man norgedrungen zu einem staatlichen Schiffährts Monopol für die Tauer des Krieges kommen, um die 'Volksernährung und den Bedarf für Heer und Flotte sicherzustellen. (Z.) Der Krieg mit England. ────────── Tages-Uebersicht. Le. Majestät der Kaiser hat sich wieder zur Front begeben. Reichskanzler von Bethmanw-Hollweg ist gestern in Stuttgart eingetroffen und vom Kö­ nig empfangen worden. Tie Zrnsurdevatte wurde gestern imReichstage fortgesetzt. Es fielen hierbei scharfe Worte auf die aber Staatssekretär Dr. Helfferich ebensso scharf erwiderte. Im allgemeinen kam der Wunsch nach! größerer Freiheit der Meinungs­ äußerung zum Ausdruck. Nach einer langen Tebatte, in der auch Staatssekretär o. Jagow eingriff und die zu scharfen persönlichen Be­ merkungen führte, wurde ein fortschrittlicher Antrag angenommen, nach welchem die nichtmilitärische Zensur von den Zivilbehörden aus­ geführt werden soll. 1 Tie Massenspeisung in Berlin. Bon un­ terrichteter Seite erfährt das "Berl. Tagei­ blatt" über die geplante und anscheinend un­ mittelbar bevorstehende Mafsenspeisung in Ber­ lin noch folgendes: Bon den Vertretern der städtischen Behörden wird beabsichtigt, sofort rund 25 Küchen in Betrieb zu setzen. In jeder Küche sollen 20 000 Portionen von je drei­ viertel Liter Essen gekocht werden. Z ujeder Küche sollen vier bis fünf Ausgabestellen ge­ hören, denn es ist nicht beabsichtigt, bei jeder Küche auch Räumlichkeiten einzurichten, in denen die Mahlzeiten gleich verzehrt werden können, vielmehr soll das Eissen auch bei den Abgabestellen abgeholt und zn Hause in den Familien gegessen werden können. Tie De­ batte bei der letzten Beratung hat allerdings gezeigt, daß vorerst noch eine Reihe wichtiger Fragen gelöst werden muß, bevor das Proiblem der Massenspeisung in Berlin erfolgreich verwirklicht werden kann. Aber allseitig wurde auch der feste Wille bekundet, die Schwierigtkeiten zu überwinden. (Z.) Tie zukünftige Gestaltung der WörmannLinie. In der Generalverssrnmlung der Wörmannltnie A.-G. machte Generaldirektor Bällin anfangs Mitteilungen über die zukünftige Gestaltung der Wörmannlinie und weiter, daß diese eine Interessengemeinschaft mit derTeutschen Ostafrika-Linie geschlossen habe. Am Schlüsse seiner Ausführungen erklärte Tirektor Ballin: Unser Kolonialbesitz muß in Zu­ kunft so gestaltet werden, daß wir nicht mehr nur zu Miete bei England wohnen. Wir seien uns darüber klar, dpß nach der glück­ lichen Beendigung dieses Krieges wir einen Krieg auf wirtschaftlichem Gebiete zu führen haben, gegen eine, durch fantastisch!e Kriegs? gewinne außerordentlich! stark gewordene Kon­ kurrenz, um unsere alten Verbindungen wie­ der aufzufiischen, aber wir werden uns ziel­ bewußt und unverzagt dieser großen nationa­ len Arbeit widmen. Wir sind dem Reichs­ tag dankbar, der schon durchs eine Resolution die Bedeutung anerkannte, welche der schnelle Wiederaufbau der deutschen Handelsflotte für unser Vaterland hat. Ter Reichstag hat da­ mit den Willen der Nation befolgt. Wir dür­ fen, um mit unserem großen VolkswirtFriedrich List zu sprechen "nicht werden unseres lie­ ben Herrgott Stiefkind!" Juans,chrkar vergiftet? Ter Boss. Ztg. wird aus Amsterdam gemeldet: Tas jäpanischeBlatt "Asähi" berichtet aus Peking: Juanschrkäi ist am letzten Freitag erkrankt. Sein Zustand ist schon !so ernst, daß er nicht mehr sprechen i sann. Es wird behauptet, daß. er vergiftet j worden ist. 1 Wechsel im japanischen Ministerium. Nach, I einer Meldung der "Times" aus Tokio hat der | japanische Ministerpräsident Graf Okuma seine ; Entlassung eingereicht. Als sein Nachfolger wird Baron Kato genannt. (Z.) ────────── Bon der Windsbraut erfaßt. Durch eine toter Minuten dauernde Windhose wurden in jChemnitz etwa hundert Gebäude beschädigt, darunter besonders schwer die Sächsische Webstuhlsabrik. Fast alle Nebengebäude sind der Tücher beraubt, die Holz- und Wellblechdächer wurden vom Sturm spielend abgehoben. Auch an der Lukaskirche wurde an dem großen Dach und dem großen Randsenster beträchtlicher Schaden angerichtet. Tie bekannte Restaura­ tion Scheibe in Furth und das Fritschingsche Landgut in Furth! sind ebenfalls hart betrof­ fen. Von letzterem, das aus vier Gebäuden besteht, blieb nur das Wohnhaus, das auch! zur Hälfte zerstört ist. Vom Elektrizitätswerk wurde das schwere Kupferdach mit Leichtigkeit abgetragen und wie Papier zerdrückt und weit fortgeschleudert. Tödliche Unfälle ereig!neten sich. nicht. Eine Anzahl Kinder wurde aber durch umhtzrgeschleUderte Eisen- und Holz­ stücke verletzt. In einem eintreffenden Peftp sonenzug wurden vier Soldaten durch ein gro­ ßes Holzstück verletzt, das der Sturm durchs Fenster warf. Auch in der Umgebung von Chemnitz wurde durch Hochwasser und Sturm großer Schaden angerichtet. Allerlei. ────────── -er dortigen Bewohner. Mit H!m war Ober­ leutnant Rechtsanwalt Breh von der FliegerErsatzabteilnng Schleißheim angekommien.Nachß mittags kehrte das Flugzeug wieder über un­ sere Stadt nach Schleißheim zurück. —* Neuregelung der Fleischversorgung Nach! den Ergebnissen der letzten Viehzählung Vom 15. April 1 I. ist die Fleischjversorgung sichergestellt. Es mutz aber dach mit den vorhandenen Bestünden sparsam um­ gegangen werden. Infolge knapper Wintertfütterung ist zur Zeit schlachtreifes Vieh! nur in beschränkter Zähl vorhanden. Zur Dchos nung unsrer Viehbestände und zur Stärkung des Nachwuchses ist es angezeigt, die Schlachltungen in der nächsten Zeit etwas einzuschränsken. Tas ist umso leichter möglich, als bei der nun eingetretenen Grünfütternng die Er­ träge an Mlchl und Mlcherzeugnifsen sW stei­ gern werden und außerdem der Anfall an Getmüse, Frühkartoffeln u|sw. hinzukommt. Das K. Staatsministerium des Innern hüt daher in Uebereinstimmung mit den Ministerien des Innern von Württemberg und Baden ange­ ordnet, daß die Gültigkeitsdauer der zur Zeit geltenden Fleischkarte vom 25. Juni bis zum 30. Juni, also um 5 Tage verlängert wird. Tie Fleischkarte der zweiten Versor­ gungsperiode tritt sonach erst am 1. Juli in Geltung. Nach ihr benutzt sich die Hüchstmenge von Fleisch, die auf den Kopf der Bevölkerung in der Woche verbraucht werden darf, für Personen im Alter von 10 und mehr Jahren auf 700 Gramm, für Kinder von 4 bis 10 Jahren auf 350 Gramm; Kinder unter 4 Jäh­ ren erhalten keine Fleischkarte. (C. H.) —* Die neuen Brotkarte n werden nächste Woche ausgegeben und zwar für die Empfangsberechtigten mit den Anfängsbuchfstaben A mit F am Montag, 5. Juni/G Kilt L. am Dienstag, 6. Juni, M mit R aüw Mitt­ woch, 7. Juni und S mit Z am Eonnerstag, 8. Juni. —* Butter-, Sch malz- und Seifen­ marken bringt uns die neue Brotmarkemverteilung. Tie Abgabe von Butter, Schmalz Seife oder anderen fetthaltigen Waschmitteln darf künftig nur noch gegen Anweisung oder Marken erfolgen. Diese lauten auf 400 Gramm Butter oder Schmalz, 100 GramMI Feinseife und 500 Gramm anderer Seife pro Kopf und Monat, doch gibt der Besitz der Marken kein Anrecht auf Lieferung von Butter, Schmalz und Seife. —* Diele tztenBittgänge fanden heute von St. Martin nach Hl. Blut, von St. Josdok nach Achdors, von St. Nikola nach! Se­ ligenthal, von Berg o. L. nach St. Jodok und von Achdorf ebenfalls nach St. Jodok. —* Voraus Verwendung von M a l zkontingenten in Brauereien. Wie amtlich mitgeteilt wird, hat das bayer. Fi­ nanzministerium bezüglich! der Verordnung des Bundesrates über die Vorausverwendung von Malzkontingenten die Befugnis, Anträgen der in Frage stehenden Art stattzugeben, den K. Hauptzollämtern übertragen. —* An kriegsgesangenen Fra nzosen haben sich in letzter Zeit wieder würdet lose Frauenspersonen herangemacht, besonders aus Transporten durch die Stadt. Ter Magi­ strat macht daher im heutigen Amtsblatt wie­ derholt darauf aufmerksam, daß. ein derar­ tiges Gebühren mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft wird. —* Die fahrbare n Küchen haben be­ reits in mehreren Städten ihren Einzug ge­ halten. Auch in bayerischen Orten werden Gouslaschkanonen in den Dienst der Volksspeisung . gestellt. Ter hiesige Magistrat hat ein Ausgebot einer Firma auf Lieferung einer fahrst baren Küche abgelehnt, da in Landshut die Volksküche in ausreichender Weise für die Be­ schaffung von Speiisen für die minderbemit­ telte Bevölkerung sorgt. — Himmelfahrt ist ein rechtes Mäienfest. Nur alle paar Jahre fällt es, wie diesmal, in den Juni, überaus selten aber in den April. Tie älteste Christenheit kannte kein Himmelfahrtsfest, schon deshalb nicht,weil die 50 Tage zwischen Ostern und Pfingsten ohnehin Festtage waren. Zu AugustinsZei- ,ten hatte es sich jedoch schon eingebürgert, Tatz es unter den Christen eine schnelle Ver­ breitung fand, ersieht man aus einer Bemerk­ ung des hl. Augustinus, der von einem all­ gemein bekannten und beliebten Himimelfährtsifeste redet. Auch andere Kirchenlehrer dich ser Zeit drücken sich, im gleichen Sinne aus. — Nachdem der Himlmelfährtstag den Charakter eines wirklichen und hohen Festes erhalten hatte, wurde er mit großer Feierlichkeit be­ gangen. Namentlich in Jerusalem entfaltete man eine Pracht, die der des Osterfestes kaum nachstand. Weil Himmelfahrt ein Freudenfest ist, wurden die Kirchen von Mitternacht an durch Lampen und Kerzen erhellt, und die Gemeinde verbrachte die Nacht wachend und betend in den Kirchen. In Frankreich ent­ faltete man ftüher einen ähnlichen Glanz und veranstaltete feierliche Prozessionen mit bren­ nenden Kerzen in den Händen . In den katho­ lischen Kirchen ist es noch« Brauch!, die seit Ostern in allen Gottesdiensten gebrauch teOster^ kerze am Himjmelfahrtstage nach dem Verle­ sen des Evangeliums zu verlöschen und vom Altare zuentsernen . Es soll darauf hinge­ wiesen werden ,datz der siegreiche Osterfürst nicht mehr auf Erden verweilt, sondern zum Vater heimgekehrt ist. — Von den altenHimfmelfahrtsbräuchen ist wenig auf unsere-Zeit gekommen. Es Mag das zum Teil daran lie­ gen, weil Friedrich, der Große im Jahre 1773 angeblich mit Rücksicht auf die in dieser Zeit vielbeschäftigte Landwirtschaft die Feier des Tages verboten hatte. Als nun sein Nach­ folger Friedrich Wilhelm der Zweite, das Fest wieder zu Ehren brachte, wurde es zu ei­ nem rein kirchlichen Feste. Tie alten Bräuche waren aus dem Volksbewutztsein inzwischen ge­ schwunden . Auch in anderen Ländern ist man­ ches von der alten Himmelfahrtsherrlichkeit für immer dahin. Bis zum Jahre 1797 fuhr in Venedig an jedem HimMelfahrtstage mor­ gens der Doge in einem eigens erbauten pracht­ vollen Schiff "Bucentoro" auf das Adriath sche Meer hinaus, um sich im Ramien der von ihm vertretenen, Seehandel treibenden Re­ publik aufs Neue mit dem flüssigen Element zu vermählen und es sich geneigt zu machen. Zum Schlüsse wurde ein Ring in die Flut ge­ worfen; dann folgte die berühmte Sensa,eine Messe, und ein Karneval. — Früher wurde bei uns in Deutschland der Himmelfahrtstag vielfach mit der Mythe verflochten. Immer waren die Donnerstage, und zumal im Mai,; dem Gewittergott Donar geweiht. Da drängte sich dann wie von selbst auf dem HimwelfähvtsiDonnerstag mancherlei zusammen. Weil dem Gott die auf den himmlischen Blitzstrahl deu­ tende rote Farbe geweiht war, tragen hier ' und da am HimMelfahrtstage die Frauen noch rote Kleider. In Schwaben. windet man von den weißen und roten Mausöhrlein (Auricula muris et pilosella) zwei Blumenkränze, die man in den Ställen über dem Vieh aufhängt, damit der Donnerer nicht dahin seine Blitze lenke. Nach norwegischem Volksglauben sonnt am Himmelfahrtstage der große und erschreck­ liche Lindwurm seine ungeheuren goldenen Schätze, was so viel bedeutet, als daß die Erde dem Gewittergott den Zugang öffnet. Dieser Glaube klingt auch in Deutschiland wie­ der Wenigstens war er früher allgemein ver­ breitet, "darum denn in dieser Nacht die Schätztgröber fleißig Spaten und Hacke handhaben." Im Mansfeldischen wurde ftüher das Him­ melfahrtsbier getrunken als letzter Rest jenes uralten Bieropfers zur Feier des Sieges der Sonne über die ihr feindlichen Mächte. Diese allgemein üblichen Opfer am Himmelfährtstage sind nun freilich verschwunden, haben sich« aber in anderer Form z. B., im Westfälischen sn dem sogenannten "Harkemei" zur Ernte­ zeit noch erhalten als Tankopfer zu Ehren Wodans, der wieder einmal volle "Krüge und Sangen" den Seinen beschert hat. —* Die Beschränkung des Radfahlrverkehrs. Tie Verordnung des Oberbefehls­ habers in den Marken, wonach jede Benutzung von Fahrrädern zu Vergnügungsfahrten und sSportszwecken verboten wird, ist auf Anre­ gung des preußischen Kriegsministeriums zu­ rückzuführen. Es steht demnach zu erwarten, daß die damit verfügte Beschränkung des Rad- fahvverkehrs bald auf das ganze Reich auch gedehnt wird. Erläuterungen über den An­ laß. und Zweck der Verfügung sollen demnächst erscheinen. —'* Dsie iSeiltänzer-Gesellschaft Z i m m erma n n gab gestern abends eine Gra­ tisvorstellung für die hiesigen Feldgrauen. Morgen finden die Abschiedsvorstellungen der Gesellschaft statt, bei welcher -er Seilkünstler seine 70 Jahre alte Großmutter über das Seil tragen wird. ────────── Handel und Verkehr. Arnstorf, 29. Mai. (Ter heurige Maimarkt) war nur schwach besucht. Ter Handel ging flauh. Es kosteten Ochsen bis zu 1200 Mark, Kühe bis 1050 Mk., 4-5 Wochen alte Schweine 50—80 Mk., größere 120 Mk. ────────── Kronprinz-Lichtspiele Lichtspielhaus I. Ranges. Hotel Kronprinz. GO Spielplan vom 31. Mai bis 2. Juni Q Mittwoch, Dovnersiag mit» Freitag. noo HMstittter- und ©offenfee. Raturaninav» e. 1167 VENDETTA «ach in« gleich». Roman von Moria Corel», «rotzes Filn-Schauspiel «■" in fünf Mftca TW mit R-gwa »«bet »I» , Nina" die Gattin deS Fabio R'.niaui. Prächtige Scenerie! Glänzende Ansstatiung. Ans angenehmes Aentzere titiri) kein Wert gelegt. Ein reizendes vnftipi.l in MT zwei Akte». ────────── Pferdeversteigerung. Der lanSW. Kreisausschutz von NieSerbahern versteigert öffentlich an den Meistbietenden am Samstag, -e» 3. Juni 1916 dorm. 10 Uhr in Dilshofen auf dem BiehmarktplaK 20 kriegsunbrauWre unb s rfiube «erbWge Werbe. 1. Steigerungsberechtigt find Landwirte und Gewerbetreibende aus dem Regierungsbezirke Niederbayern, die durch ein gemetndeamtltches Zeugnis vom Jahre 1916 nachweisen, daß sie für ihren BeKieb dringend eines oder mehrere Pferde bedürfen. (Zeugnis mitbringen!) 2. Personen, die sich gewerbsmäßig mit Pferde- oder Viehhandel befassen, oder Handel mit Pferden im Nebenberuf oder den Weiterverkauf ihrer Pferde betreiben, dürfen an der Versteigerung nicht teilnehmen. Hierunter sind auch jene Personen zu verstehe», die sich tn einer der bezeichneten Arten schon vor KriegSbegtnn betätigt haben. 3. Die Pferde werden ohne jede Haftung der Heeresverwaltung oder des Landw. Kreisausschußes für Krankheiten, Gewährsfehlerund andere Fehler, Alter und Geschlecht abgebeben. 4. Die erworbenen Pferd« sind mindestens ein Jahr lang (vom Tage der Erwerbung an gerechnet) im eigenen Betriebe des Erwerbes zu verwenden. Eine Veräußerung der Pferde binnen Jahresfrist ohne Genehmigung des zuständigen Generalkommandos ist verboten. Im Falle der Zuwiderhandlung gegen dieses Verbot hat der Besitzer des Pferdes außer einer Geldstrafe von mindestens 200 Mark auch den allevfalsige» Mehrerlös an die Heeresverwaltung abzu­ liefern. 5. Wird ein Verkauf oder Tausch genehmigt, so darf der geforderte Preis den Gtetgerungspreis zuzüglich der nachweislich erwachsenen Kosten nicht über­ schreit n. 6. Die Pferde sind von den Erwerbern sofort bar zu bezahlen und ab­ zuführen. 7. Ueber die Vorschriften, die bet Uebernahme räudeverdächttger Pferde einzuhalten sind, gibt ein Merkblatt Aufschluß, das jedem Steigerer eines solchen Pferdes ausgehändigt wird. Lands Hut, den 28. Mai 1916. Kandm. Kreisausschrrß von MederVayern.