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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-06-19"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 165</biblScope>
          <date when="1916-06-19">1916-06-19</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Kriegsbriefe aus dem Osten. ‘ ? Berlin, 18. Juni 1916. f (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise; verboten^ Stillstand der russischen Offensive int Raume von Kuck. Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. An der wolhhnischen Front, 16. Junii Am 29. Mai begannen die Russen mit stärkerem Artillerieeinsatz die Feuerdvrbesrei-s tung aus der ganzen Front vom Sthr-Abschnitjt bis zur rumänischen Grenze. Am 3. Juni stei­ gerte sich die Artilleriewirtung im Raume von Luck und Olhka zu unerhörter Heftigkeit, in dem ein Frontstück von 25 Kilometer be­ troffen wurde. Am 4. Juni folgte der Jufanterieangrisf mit rücksichtslosem Malsseneinsatz. Tie Linie zog sich längs der Jkwa hinüber zur Putilowka, folgte dem Kormin-Bach und bog zum Styr. "Tie österr.-Ungar. Truppen zogen sich kämpfend von Stellung zu Stel­ lung zurück. Unter dem Andrang der rusischen Massen wurde auch Luck aufgegeben. Danach - Mutzten auch selbstverständlich.die nördlich und südlich anschließenden Truppen zurückgenom­ men werden. Tie Styr-Stellung wurde aus die Linie Czartorysk-Sokal eingebogen. Teut­ sche Truppen wurden eingesetzt. Gegest die ,neue Linie Czartorysk-Sokal setzten die Rust sen sofort heftige Angriffe an, die blutig zu­ sammenbrachen. Einzelne Regimenter wurden vollständig aufgerieben, 2000 Gefangene ge­ macht. Westlich Luck in der Richtung VladimirWolyns gingen die Russen nur zögernd und vorsichtig weiter, ihre Truppen waren sehr er­ schöpft, ihre Artillerie kam durch das schwierige Gelände nur fähr langsam vorwärts. Es kam zu Nachhutkämpfen bei Torczhn. "Ein Parade­ marsch," wie man den russischen Muschiks den Stoß vorgestellt hatte, wurde trotz! des rie­ sigen Artillerieauswandes im Anfang die Un­ ternehmung nicht. Nach dem Einsatz deutscher Truppen war jede Bedrohung Kowels, des wichtigen Bahnknotenpunktes, den die Russen als nächstes Ziel ihrer Offensive im Raume Luck sich gesetzt hätten, aufgehoben. Ter Vor­ marsch steht. Es ist überflüssig, die rufftschen Erfolge abzustreiten, nicht überflüssig,,' ihre außerordentliche Uebertreibung festzustel­ len. Luck war Ivon den Russen nicht als Festung im modernen Sinne ausgebaut. Tie Oesterveicher fänden alte, verfallene Erdwerke vor und legten ihrerseits Feldstellungen an, das war der Wert der Festung Luck. Ebenso übertrie­ ben sind die russischen Gesangenenmeldungen/ Nach der Eindämmung des russischen Vorstoßes sind die Folgen der Offensive an diesem Teil der Front nicht erheblich, da ihr Ausbau im Stochod-Styr-Abschnitt verhindert wurde. ' * (Kb.) Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>Und vielleicht ist der Tag nicht mehr fern, da die rückläufige Bewegung wieder eintritt, da sich, die Russen genötigt sehen, den unter entsetzlichen Blutopfern errungenen /Soden wie­ der herauszugeben. In Südostgalizien mußten die öftere.» Ungar. Truppen Czernowitz den Russen über­ lassen. Tie Stadt hatte im Lause des Krieges schon mehrmals den Besitzer gewechselt. Ihr Verlust ist zwar bedauerlich, vor allem für die zurückgebliebenen Bewohner, doch permag er die allgemeine Lage im Osten nicht zu beein­ flussen, die bereits wieder eine erhebliche Bejstserung für unsre Verbündeten ausweist. In Italien hat tum Mit vieler Mühe Boselli sein Kabinett zusammengeleimt. Ob es lange halten wird, ist eine andere Frage. Tie Türken verfolgen die an der persischest, Grenze von ihnen geschlagenen Russen. Erfolgreicher deutscher Vorstoß gegen Luck. 3457 Russen gefangen. — Französische Angriffe beiderseits der Maas abgeschlagen. — Deutsche Flieger-Angriffe auf Bar le Duc. — Die Russen in Czeruovitz eingedrungen. Generaloberst v. Moltke gestorben. — Italienische Angriffe überall zurückgewiesen. — Das neue italienische Kabinett gevUdet. Im Westen waren im Maasgebiet Vor al­ lem Artilleriekämpfe vorherrschend. Es ist da­ her zu bemitten, daß bald wieder JnfanteriestürMe einsetzen werden. Mt fieberhafterSpan-, nung wird überall der Fortgang der Riesen-fchlacht von Verdun verfolgt, und auch, in England begreift man, daß an der Maasfestung mehr entschieden wird, als das Schicksal eines französischen Bollwerkes. Trotz dieser Erkennt­ nis hat sich aber General Haig immer nach nicht zu der von der öffentlichen Meinung Frankreichs dringend geforderten Offensive ent­ schließen können. Wartet er immer noch, auf .Joffres Ruf, oder hat ex fort Schlachtendonner diesen Ruf überhört? Am "Toten Mann" und fort Dhiaunrvntwalde kam es auch zu JnfanteriekäMpsen, die uns Erfolge brachten. , Kaum hat sich das Wetter wieder einiger­ maßen gebessert, da find auch schon die Flie­ ger wieder rüstig gm Werke. Ihre Ziele waren wichtige Sammel- und Stapelplätze des fran-j zösischen Heeres,'so'vor allen Tingen Bar le Tue, wo sich die' Hauptetappe für die Ver­ teidiger Verduns befindet, gnd einige weiter südöstlich davon gelegene Ortschaften. Ta von unsren Fliegern ausgiebig Bomben abgeworfen wurden, wird foem Feinde zweifellos erheb-i licher Schaden zugefügt worden sein. Bei Cha­ teau Salins schoß' Leutnant Wintgen sein 6., Leutnant Höhendorf' sein 5. feindliches Flug­ zeug ab. f • ' Im Osten war den russischen Bemühungen, weiteren Raum nach, Westen zu gewinnen, kein Erfolg mehr beschieden. Tie furchtbaren Ein­ bußen au Menschen, die Brussilow erlitten und zrt verantworten hat, beginnen jetzt sich merklich! fühlbar izü machen. Tie Stoßkraft der Russen ist. erlahmt, und die Gegenstöße unsrer Verbündeten sowie der mit ihnen im engen Verband kämpfenden deutschen Truppen beginnen' wirksam zu werden. Ter amtliche Bericht der Russen vom 15. Juni enthält fol­ gendes, sehr beachtenswertes Eingeständnis: "Ter Feind setzt seine Gegenangriffe an mehireren Stellen fort und faßt in seinem neuern Gelände festen Fuß". Also der. Marsch, nach ^Lemberg, mit, dem die Russen prahlten^ ist völlig zmn Stillstand gekommen. Brnssilows ' unsinnige Taktik hat die russischen Heeresverbände erschöpft. Wo pnch imcher er ver­ sucht,'Wetter westwärts. ivvvzuftosteU, prallen ‘ feine Truppen üm festen' Widerstande der deut' scheu und' österreichisch-ungarisöhen Linien ab.</p>
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          <p>met brachen feindliche Angriffe nördlich von Pzewloka bereits im Sperrfeuer blutig zu­ sammen. i Balkan-KriegsWa«Platz- l Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>WTB. Wien, 17. Juni. — Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz. Am Pruth keine besonderen Ereignisse. Nördlich von Niezwiska scheiterte ein rus­ sischer Uebergangsverffnch über den Tnjestr. Die Angriffe des Feindes gegen die Stel­ lungen westlich! von Wisnowczhk wiederholen sich in unverminderter Heftigkeit. In Wolhynien wird an der Lipa irrt Raume von Loksezy und am Stochod—SthrAbschnitt neuerlich, erbitertt gekämpft. JtatteuiWer Krwssschauplatz. An der Jsonzofront setzte gestern abends wieder sehr lebhaftes feindliches Artilleriefeuer zwischen dem Meer und dem Monte dei sei Busi ein. Ein Angriff der Italiener von den Adriawerken gegen unsere Stellung bei Bagni wurde abgewiesen. Aus bem Rücken von Monfalcone kam es zu Mßnen- und Hand-granatenkämpsen. Im Nordabschnitt der Jsonzofront scheiterte ein feindlicher Angriff auf den Mrzl Vrh. Ebenso erfolglos blieben die andauernden Anstrengungen der Italiener gegen unsere Do­ lomitenstellungen. Gestern brachen dort An­ griffe bei Rufreddo und vor der Groda del Ancona zusammen. Das gleiche Schicksal hätten starke Vor­ stöße des Feindes aus dem Raume von Primolano gegen unsere Stellungen bei Grenizeck und gegen den Monte Mjeletta. Auch- an unserer Front südwestlich! Asiago wurde ein Angriff beträchtlicher italienischer Kräfte abgeschlagen. In diesem Raume fielen 13 italienische Offi­ ziere, 354 Mann und 5 Maschinengewehre in unsere Hände. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Bet stellvertretende Chef des G«neralstab«&lt;l v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. WTB. Wien, 18. Juni, mittags. — Amtlich! wird Verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Gestern mutzte die Besatzung der Brücken­ schanze vor Czernowitz vor dem konzentrischen Geschützfeuer eines weit überlegenen Feindes zurückgenommen werden. In der Nacht er­ zwang sich der Gegner an mehreren Punkten den Uebergang über den Pruth und drang in .Czernowitz ein. Unsre Truppen räumten die Stadt. In Ostgalizien ist die Lage unverändert. Westlich von Wisniowczhk an der Strhpa wur­ den russische Angriffe Durch! Artilleriefeuer vereitelt. In Wolhynien haben unsre Truppen nörd­ lich der Lipa, nördlich! von Gorochpw und bei Lokaczy Raum gewonnen und russische Gegen­ angriffe abgewiesen. Es blieben vorgestern und gestern i 905 Gefangene und drei Maschinengewehre fn unsrer Hand. Nördlich, des Turya-Abschnittes brachten deutsche Streitkräste in erfolgreichen Kämpfen 11 russische Offiziere, 8446 Mann, 1 Geschütz und 10 Maschinengewehre ein. Der österr. -ung. Heeresbericht. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Jsonzofront schickten sich- die Ita­ liener wieder an mehreren Stellen, so gegen den Südteil des Monte San Michele und ge­ gen unsre Höhenstellungen nördlich des Tol-meiner Brückenkopfes, zum Vorgehen an. Tank unsres Geschützseuers kam jedoch, kein Angriff zur Entwicklung. i In den Dolomiten ließ die feindliche Tä­ tigkeit int allgemeinen nach. * Nur der Monte San Cadini stand zeitweise unter sehr heftigem! Artilleriefeuer, dem mehrere schwächliche, bald abgewiesene Angriffe folgten. 1 1 / i Aus dem Raume von Primolano und gegen unsrse Front südwestlich von Asiago erneuten die Italiener ihre Vorstöße, diese wurden wieder überall abgeschlagen. 1 Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. xer stellvertretende Chef des GeneralstabeS! v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant.</p>
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          <p>Geaeraloberst v. Moltke. Berlin, 18. Juni. Generaloberst von Moltke, Chef des stellvertretenden Generalstabs der Armee ist heute nachmittags 1 Uhr 30 Mingelegentlich einer im Reichstag stattfindenden Trauerfeier für den Geueralfeldmarschall von der Goltz einem Herzschlag erlegen. * Generaloberst Hellmut von Moltke ist am 23- Mai 1848 in Gersdors (Mecklenburg Schwerin) geboren. Sein Vater war der Bru­ der des verstorbenen Feldmarfchalls v. Moltke. Hellmut v. Moltke begann seine militä­ rische Laufbahn als Junker im Flensburger Füsilier-Regiment Nr. 86. Im Kriege 1870 wurde er Leutnant. 1871 kam er zum Liegnitzer Köniigs-Grenadier-MegiMent Nr. 7 und 1872 zum 1. Garde-Regiment zu Futz. 1877 wurde er zum Premierleutnant und 1881 zum Hauptmann im Großen Generalstabe befördert. 1882 wurde er Adjutant seines Onkels und blieb auch bei dessen Nachfolger, dem Grafen Waldersee in der gleichen Dienststellung. 1888 wurde er zum Major befördert und 1891 zum Flügeladjutanten des Kaisers ernannt. 1893 erfolgte seine Beförderung zum Oberstleutnant und 1896 pm Oberst. 1899 übernahm er als Generalmajor das Kommando der 4. GardeJnfanterie-Brigade und 1902 als General / leutnant die erste Gardedivision. 1904 kehrte er zum Generalstab zurück als Geueralquartiermeister. 1906 wurde er zum Ehef des Generalstabes ernannt. Zugleich wurde er zum Ge­ neral der Infanterie ernannt. Am 27. Januar 1914 erfolgte seine Beförderung zum Ge­ neralobersten. z Zu Beginn des Krieges unterbrach von Moltke eine Kur und übernahm die Leitung des Generalstabes, die er aber schon Ende Oktober infolge neuerlicher Erkrankung an den Kriegsminister Falkenhayn abgeben mutzte. Rach Wiedergenesung wurde er zum Chef des stellvertretenden Generalstabes ernannt. Er war seit 1909 Ritter des Schwarzen AdlerOrdens und erhielt int August 1915 den Orden pour le mtzrite verliehen.</p>
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          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. 2tc russische Offensive. Ter Berner Bund stellt zur Kriegslage fest, daß die russische Offensive ihren Höhe­ punkt überschritten habe. Bisher kam weder ein vollständiger Durchbruch, noch eine innere Umfassung zustande. Das Zentrum hielt nicht nur stolz in dem weiteren Raume von Tarnvpol aus, sondern suchte exzentrisch, ausstrahlend nach vorn und seitlich, durch! starke Gegen­ stöße zu wirken. Das ist offenbar gelungen/ Tie Russen sehen sich, an ihren inneren Flan­ ken bedroht. Sie wurden besonders von der nach rechts ausfallenden Gruppe der Zen­ trumsarmee Bothmer an der Linie Budzanoff —Buczacs hart angefallen. Auch im Raume von Kremienic standen die Oesterreicher felsen­ fest. Zugleich versteifte sich der Widerstand tut 'Pen Eckstellungen Czernowitz und Kolkil Wie Brussilow die Gefangenen zahlt. ; 1 Tie Petersburger Redakteure der Tages­ zeitungen wurden zu einer Versammlung züm Pressechef Udetjsch gebeten, der sie darauf hin­ wies, wie wünschenswert jetzt die Unterstüt­ zung Rußlands durch die Verbündeten wäre. Die Blätter bringen nun tu verdächtiger Ueber­ einstimmung Schilderungen und Abhandlun­ gen, wonach Rußland, wie schon so oft, die Hauptlast des Krieges allein trage. Teutsch­ land hätte an der Ostfront niemals eine Offen­ sive gewagt und aus diesem Grunde sei es die moralische Pflicht der Verbündeten, Ruß? land zu unterstützen. Entsprechend den An­ weisungen sind auch die KoMentare der Blät­ ter sehr bescheiden. Ter Frontbericht der BöLsenzeitung schildert genau den russischen Miß­ erfolg bei Krewe, der auf die russische Minder­ zahl zurückgeführt wird. T,ie russischen Ver­ lust seien bedeutend. Tatsächlich- herrscht im Hauptquartier Kuropatkin große Mißstimmung über die Art, wie Brussilow! Gefangene zählt. Hierzu wird folgendes berichtet i Brussilow läßt jedes Regiment die gemachten Gefangenen zählen, die Zahlen werden darauf aufgerundet und addiert. Das Pressebüro erhält diese Zif­ fern und verbreitet sie, Um der ungeheures Spannung, die im Volke herrscht, Rechnung zu tragen. Auf diese Weise entstehen die lächer­ lichsten Enten. (Z.)</p>
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          <p>Der Krieg mit Italien. Boselli mit der .Kabinettsbildung bcrtaut. ! Rom, 18. Juni. (Agenzia Stefani.) Der König betraute Boselli mit der Bildung des Kabinetts. Das Kabinett Boselli ist nun gebildet. Die neuen Minister versammelten sich! am Sonn­ tag ngachmittags bei Boselli und werden heute Montag dem König den Eid leisten. :</p>
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          <p>die Abrüstung versprach man die Aufhebung der Seesperre. Heute wird erklärt, daß sie fort« dauern werde, bis das Kabinett Skulüdis zu­ rücktrete. Tie Agentur Havas hat nun alle Be­ schönigungen abgelegt und sucht die Not Grie­ chenlands als einen Beweis der französischen Macht darzustellen. Seit gestern ist das Volk ohne Brot und lebt Noll Angst vor dem Un­ vermeidlichen dahin. Athen ist es sogar un­ möglich gemacht, seine völlige Unterwerfung anzubieten ,da alle Verbindungen unterbro­ chen sind. Ter TeMps erklärt, Griechenlands Hauptschuld sei, daß es wegen des bulgarischen Vormarsches nicht kriegerisch! auftrat. Damit habe es die Verpflichtung zur wohbvollfen-* den Neutralität verletzt. Tie Demobilisierung Griechenlands. Sofia, 18. Juni. Das Blatt Preporetz schreibt: Tie Demobilisierung Griechenlands wird wichtige Folgen für die Balkanlage hü­ ben. Tie Haltung Griechenlands wird fester umschrieben, die Möglichkeit, daß Griechenland in den Krieg einträte, wurde sehr gering. The Neutralität Griechenlands ist nicht mehr be­ waffnet abwartend, sondern sie wird bis zum Ende des Krieges dauern. Tiefe Aenderung in der Haltung Griechenlands kann auf die Politik Rumäniens nicht ohne Einfluß bleiben. Tie wichtigste Aufgabe der Engländer und l Franzosen, in Saloniki, Griechenland in den Krieg hineinzuziehen, und dadurch, einen Truck aus Rumänien auszuüben, wurde gegenstands­ los. Statt einen starken Truck auf beide Balkanstaaten auszuüben, damit sie sich- der En­ tente anschlössen, ist die Entente fetzt genö­ tigt, sie vom- Anschluß an den Vierbund abzuhätten.</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 16. Juni. Amtli­ cher Bericht. An der I r a k f r o n t nichts von Bedeutung. An der Kaukasusfront keine Ver­ änderung auf dem rechten Flügel und in der Mitte. Auf dem linken Flügel schlugen wir durch Gegenangriff den Angriff eines feind­ lichen Bataillons gegen eine unserer vorge­ schobenen Stellungen zurück. Durch- unser Feuer verjagten wir zwei Flugzeuge und zwei Torpedoboote, die sich Sedd-ül-Dähv zu nä» Hern versuchten. In den Gewässern von Smyrna beschossen einige feindliche Fahrzeuge wirkungslos einige Punkte der Küste. Unsere Artillerie antwortete. Ter Feind, der seih einiger Zeit sich äuf der Achsel Kensten festgeZsetzt hatte und von da aus die benachbarte Küste angriff, wurde in den letzten Tagen ge­ nötigt, die Insel zu räumen, da er sie un­ ter dem wirksamen Feuer unserer Artillerie nicht halten konnte. Am 13. Juni warfen zwei feindliche Flieger ohne Erfolg einige Bomben aus El Arisch,, wurdey aber durch, den Angriff unserer Kampfflugzeuge nach, einem Luftkampse vertrieben. Unsere anderen Flugzeuge er­ widerten den feindlichen Angriff und warfen wirkungsvoll Bomben auf einen feindlichen Flugplatz. Nachdem sie ihn mit Maschinenge­ wehrfeuer angegriffen hatten, kchrten sie un­ versehrt zurück. K o n st a n t i n o p e l,. 17. Juni, Das tür­ kische Hauptquartier -meldet: An der Jrakfront versuchte ein feindliches Kavallerieregiment auf das rechte Tigrisuser vorzurücken; es wurde durch einen Gegen­ angriff einer unsrer Abteilungen zum Rückzug gezwungen und verlor einige Soldaten und Pferde. Unsre Abteilungen verjagten russische Kavallerie, die bei den Ortschaften Serpul und Zeh,ab, 25 Kilometer Mich, von Kasri-Schirin auftrat. Als die Russen aus diesen Gebieten sich, zurückzogen, zerstörten und verbrannten sie das Gewölbe und andere Teile des Grabmales von Imam Hussein, das sich drei Stunden nordöstli-ch, oon Kasri-Schirin befindet, und zersetzten den Koran und die heiligen Bücher in diesem Grabmal. Tie bei Baneh geschlagenen' ruffischen' Truppen wurden kräftig verfolgt und in die Gegend nördlich, von den Ortschaften Sakiz und Zerdecht verjagt. Bei diesen Kämpfen ver­ lor der Feind 500 Mann an Toten und ließ zwei Maschinengewehre in unsrer Hand. An der Kaukasusftont in einzelnen Ab­ schnitten örtliche Jnfanterieftuergeftchjte. Am linken Flügel Stellungskämpfe der Vorposten. Unsre Artillerie verjagte zwei feindliche Flieger und einige Torpedoboote, die sich. Sedd il Bahr nähern wollten. Zwei Flieger, die aus der Richtung von Mhtilene gekommen waren, warfen wirkungslos einige Bomben auf die Insel Kensten und auf ihr westliches User. Sonst ist nichts zu melden. Nach! de« Kämpfen am Suez. Zürich, 18. Juni. Ende Mai passierten Jerusalem 300 englische Kriegsgefangene, da­ runter 25 Offiziere, ein Major und ein Oberst von den Kämpfen am Suezkanal. Tie Ossiziere wurden in besonderen Quartieren unter­ gebracht und von Jerusalem nach! Damaskus gebracht. '</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Englands Postdiebstähle. Haag, 18. Juni. Ter Dampfer "Nieuw Amsterdam" der Holland—Amerika-Linie muß? te auf der Ausreise nach New York und aus der Rückreise die Post in England zurücklassen. Tie Lage i« Irland. 1 Tas Verhalten der irischen Soldaten be­ reitet den Engländern fortgesetzt noch, großje Sorge. Stellenweise sind scharfe Maßregeln ergriffen worden. Tie irischen Truppenteile, wurden zum Teil aufgelöst und in kleineren Verbänden.anderen Formationen zugeteilt. Tie meisten irischen Truppen wurden nach, Gibral­ tar, Malta oder Dijon gebracht. Eine Anzahl wurde -auch nach, Bordeaux verschifft. Iri­ sche Offiziere, die an der Westfront stehen,; wurden zurückberufen und nach- Indien oder Afrika geschickt. Auch, Zivilisten werden am dauernd aus dem Lande fortgeschafft. Im schottischen Hochlande befinden sich mehr als 200 dieser Abgeschobenen. Auch, nach! denBermudasinseln sind eine Anzahl abgeschickt wor­ den. Tiefe letztere Maßnahme ist auf einet Anregung Kitcheners zurückzuführen, alle un­ ruhigen Elemente in Irland nach, westindischen Kolonien zu schicken. In London sind zur Zeit Gerüchte aus Irland im Umlauf, denen zufolge sich, Sir Roger Casement nicht mehr im Tower befinden solle. Er sei von der eng­ lischen Regierung nach- einem geheim gehalte­ nen Ort gebracht worden, weil die englische Regierung ihn trotz ihrer Versicherung ech-, schießen lassen wolle. Zn eingeweihten Krei­ sen ist man überzeugt, daß- sich in einem &gt;sol,chen ganz Irland erheben würde: Tie wenigen in Irland befindlichen Munitions­ fabriken wurden im Interesse de. öffentlichen! Sicherheit nach, England verlegt. (Z.) '&gt; ,Sir Roger Casement. ! der seinen Prozeß wegen Hochverrats tat To­ wer von London abwartet, hatte am Diekrstag eine Unterredung Mit seinen Anwälten Gefson, Tuffy ungd Michael Francis Doyle/ Rechtsanwalt in Philadelphia, der mit beson­ derer Erlaubnis der englischen Regierung die Verteidigung übernommen hat. Er traf von Amerika am letzten Montag ein. Tie Verhand-, lungen werden am 26. Juni beginnen. (Z.) -</p>
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          <p>versenkt wurde. Am glddjen Tage wurde auf der Höhe der Insel Slice (?) ein großer ita­ lienischer Segler versenkt. Tie Besatzung wnrde gerettet. England und die Neutralen. Kopenhagen, 18. Juni. Berlingske Tidende meldet aus Malmoe: Fünf große Dam­ pfer der schwedischen Johstsonlinie, die mit Kasfee von Südamerika unterwegs waren, sind in der letzten Zeit von den Engländern be­ schlagnahmt worden. Heute lies eine telegra­ phische Mitteilung ein, daß auch. der Dampfer "Kronprinzessin Margarete" mit 50 000 Sack Kasfee in Kirkwall eingebracht worden ist. Tie Engländer behaupten, daß die Kaffeeladungen zur Ausfuhr nach Teutschland nach! dem Krieg bestimmt seien. In Schweden herrscht Kaffeewangel. ,</p>
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          <p>zu tun und zu lassen hat, sagte Ilse beherrscht,» aber die aufstachelnden Worte Mallhs hät­ ten doch einen Argwohn in ihrer Seele zu­ rückgelassen. Frau Herrmann kcun herein, den Kleinen zu sehen und Gute Nacht zu sagen, sie wollte bleiben, bis Ilse für die Nachtwache die Klei­ der gewechselt hatte, aber selbst für so kurze Zeit mochte Ilse das Kind nicht verlassen. So schickte Frau Herrnvann Christine mit den Sachen. "Ten Schlafrock soll ich anziehen?" fragte Ilse unangenehm erstaunt, "du hättest mir doch ein HausÜeid bringen können." "Es kommt ein Gewitter," meinte Chri­ stine gleichmütig, "hernach kühlt es sich! ab,) und überhaupt ist es einem frostig, wenn man den Schlaf übergehet, da wird Ihnen der Reiche' Flausch gute Dienste tun." Ta schlüpfte Ilse trotz inneren Widerstre­ be ns notgedrungen in das lose Gewand aus weichem weißen Kaschmir, das ihre Schwie­ germutter ihr geschenkt hatte, und dann saß sie neben dem Lager des ruhig schlafendes« Kindes in einen Sessel geschmiegt, destr von allem Grübeln matten Kopf zurück an die Pol­ ster gelehnt, die Hände lässig im Schoß ge­ faltet, und lauschte mechanisch! dem allmählich sich nähernden Grollen des Tonners. Als das Rauschen der Blätter verkündete, daß der Wind sich erhoben hatte, stand sie auf, um einen Augenblick draußen frische Lust zu schöp­ fen. Sie trat in den Wintergarten, dessen nach dem Garten sich öffnende Glaswand jetzt in der Hundstagsglut Dag und Nacht offen stand, und wollte, ihn rasch, durchschreitend, hinaus­ treten, als sich plötzlich, von der Bank unter dem Phönix eine Männergestalt erhob und ihr entgegenkam. Ta es Dietrich stets vorzog, durch den Winjtergarten anstatt durch den hinter ihm entlang führenden Korridor nach seinen Pckivatzimmern zu gelangen, brannte hier immer des Abends bis zu seiner Heimkehr eine elek­ trische Lampe in einer rosa Glasblüte, und in dem von ihir ausgehenden matten Schein erkannte Jflse sofort Edi Preußner. Sie er­ schrak über den Blick seiner schwarzen Augen, die wie glühende Köhlen in seinem weißen Gesicht brannten und an ihver Gestalt hingen, als wollten sie sie in sich, auffangen, und als er zu sprechen begann, hörte sie die gewalt­ sam unterdrückte Erregung aus seiner Stimme. Sie hatte im Augenblick begriffen, daß ihr etwas Aufregendes bevorstand, und daß es galt, ihre Ruhe zu bewähren. , , i j i (Fortsetzung folgt.) i [ j ge gehen, denn das Kind schläft ruhig und vor­ läufig fieberfrei. Toch es ziehet ein Gewitter herauf und es könnte sein, daß es aufwacht und sich ängstigt, dann sieh zu, daß, du es be­ sänftigst. — Weiter habe ich nichts zu ver­ ordnen, ein guter Schlaf ist die beste Arznei." Er ging und bald darauf kam Mally, um sich zu verabschieden. "Diese Leute sind doch eigentlich von einer bodenlosen Anmaßung," sagte sie, "da schickt nun jetzt noch das Fräulein Lea herum mit der dringenden Bitte, daß Dietrich sogleich, zu ihr kommen möge — das ist keine Bitte, das ist schon mehr ein Befehl, dem er pflicht­ schuldigst auch, sofort nachgekommen ist. Tu besitzest, wie ich vorhin schon sagte, zum Glück eine beneidenswerte Ruhe und Sicherheit, — mir würde das nicht behagen, daß eine fremde Frau auf Grund einer Jugendfreündschaft so einfach, über meinen Mann verfügt, — wenn sie etwas will, soll sie am Tage damit kommen,» abends gehört selbst ein vielbeschäftigter Arzt doch schließlich! einmal seiner Familie! — Wenn sie noch krank wäre, . . . aber sie ist kreuz­ fidel., Tietrich fragte den Diener, ob dem gnädigen Fräulein denn etwas fehle, aber er verneinte es, das gnädige Fräulein sei am Nachmittag ausgeritten." , "Dietrich muß am besten wissen, was er 1</p>
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          <p>Aus den Kolonien. Tie Kämpfe in Ostafrika. London, 17. Juni. (Amtl.) Eine der Kolonnen des Generals Smuts ist nahe bei Handeni (dem Endpunkt der Zweigbahn von Mombo) angelangt, wo starke deutsche Kräfte verschanzt sind. Eine andere Kolonne, die entlang der Tangabahn vordrang, besetzte die wichtige Station Korogwe. Tie Briten besetz­ ten Uierewe und Viktoria-See.</p>
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          <p>Die ägyptische Gefahr. bahn waren noch die Ausgänge nach! Süd­ osten gegeben, nach dem Schwarzen Meeve,j Kleinasien, Persien. Leopold von Belgien sah sie in Gefahr, verschlössen zu werden,, als England sich in Aegypten festgesetzt hatte. Er hatte recht, sah klar in die Zukunft und hatte aus der Geschichte gelernt. Die Geschichte lehrt, daß ein starkes Aegypten immer wieder nach Vorderasien greift, wie umgekehrt ein star­ kes Vorderasien danach trachtet, Aegypten zu beherrschen. England aber, auch noch! im Be­ sitze Indiens, wird durch alte ägyptische Tra­ dition und den Zwang, starke Stellungen zu vereinigen, geradezu getrieben, die Brücke von Aegypten nach Indien zu schlage». Tie Aus­ wirkungen und Verwirklichung solcher BestreBungen mußten zur Teilung Asiens unter Eng­ land und Rußland führen mit dem Süden für England und dem Norden mit Konstantinopel und den Tardanellen fürs Zarenreich!. Selbst die TonaumÄndnngen standen in Gefahr, Mit­ teleuropa verschlossen zu werden. Tie Kolonialpolitik Leopölds II. ging be­ wußt darauf aus, dieser Entwicklung entge­ genzutreten. England hatt« sich 1882 in Ae­ gypten festgesetzt, dessen Besitzungen bis zum Aeguator hinunterreichten; der Mhadistenaufstand entriß ihm aber schon 1884 den Sudan. Der Belgierkönig strebte nun danach, den Su­ dan dem Kongostaat einzuverleiben, um Eng­ lands Stellung in Aegypten zu schwächen. Seit 1890 schickte der König vom ttelle aus Expe­ dition auf Expedition nach Norden vor; meh­ rere drangen im Schart- und im Bahv el Gha-, zal-Gebiet bis über den 9. Grad nördlicher Breite vor. Verträge mit den Sultanen wur­ den geschlossen; gegen die Mhadisten wurde, gekämpft; die endgültige Besitzergreifung des Landes wurde vorbereitet. Aber die Eifer­ sucht Frankreichs und der Einspruch Englands geboten 1894 Leopold II. halt. Ta wurde 1895 sein Freund Felix Faure Präsident von Frankreich, und ihm kam der Belgierkönig mit dem Vorschlag einer gemeinsamen Expedition nach Faschoda. Sie wurde 1895 besprochen, 1896 vorbereitet; die Franzosen sollten unter Marchand Wm Ubangi aus vorgehen, die Bel­ gier unter Baron Thanis vom Helfe aus. Durch! Vertrag vom 20. März 1897 wurde noch Abessinien gewonnen, das seine Gren­ zen bis zum weißen Nil ausdehnen sollte# Die abessinijsche und belgische Expedition sch&gt;riterten; nur Marchand kam 1898 in Faschoda an. Er wurde durch Kitchener vertrieben. Tie Afrikapolitik Leopolds II. scheiterte an der Unzulänglichkeit seiner Hilfsmittel, und weil er allein gegen England stand. Frank­ reich, die westeuropäische und westafrikanischs Macht, wird in ihren Lebensinteressen nicht bedroht, wenn England Vorderasien beherrscht; es machte die englandfeindliche Politik Leo­ polds II. 1895 bis 1898 nur mit, weil England noch keine Kompensationen für Aegypten ge- geben hatte, und weil der Gedanke in der Tat verlockend war, KitchiSner im Sudan zuvorzukommen. Aber der Belgierkönig dachte ganz Mitteleuropäisch. Er wollte den nahen Orient bor dem Zugriff Englands retten, und das Mittel dazu erkannte er in einem starken, die englische Stellung in Aegypten bedrohenden Mittelafrika. Es geht ein Zug staatsmännischer Größe durch seine Aftikabestvebungen. (Unabhängige Nationalkorrespondenz.) (Zur Kolonialpolitik Leopolds II. von Belgien.) Von Emil Zimmerwann. Leopold II. von Belgien dürfte der erste gewesen sein, der die große Gefähv erkannte, die Mittel- und Südeuropa von der Besetzung Aegyptens durch England droht. Es war nicht die Beherrschung des Suezkanals und des Ro­ ten Meeres durch die Engländer, was dem Könige die meisten Sorgen verursachte; weit bedrohlicher erschien ihm die Möglichkeit einer Beherrschung Vorderasiens und des östlichen Mittelmeerbeckens durch die Aegypten okku­ pierende Macht. Ttese Gedanken des Königs waren in einem Aussatz des "Belgique co­ loniale" niedergelegt, der am 4. März .1897 erschien; er forderte die Jnternationalisierung Aegyptens und für das Land eine Stellung wie sie der internationale Kongostaat besaß, int Interesse einer freiheitlichen Entwicklung Europas. Leopold II. erkannte schon vor 1897 klar, was dem Europa fehlte, das keinen _ freien Zugang zum Meere hatte. Nur Frankreich und Spanien sind mit England in begünstigter Lage. Für das übrige Europa sperrt Eng­ land die Ausgänge bei Tooer—Cailais und 'bei Gibraltar. Turch die Donau und die Eisen­</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Ter preußische Landtag tritt in dieser Wochie wieder zusammen, weil das Herrenhaus die Steuerzuschläge noch! nicht beraten hat und sie nicht nach! dem Wunsche des Abgeordneten­ hauses nur für ein Jahr, sondern nach deut Vorschlag der Regierung bis MM Beginn des­ jenigen Elatsjahres bewilligen will, für das ein nach dem Abschluß des "Friedens mit den europäischen Großmächten aufgestellter Haus­ halt in Kraft tritt. Tas Herrenhaus wird über die Steuerzuschläge am 20. Juni entscheiden« das Abgeordnetenhaus ist auf den 24. Juni einberufen. Inzwischen h&gt;at die Finanzkom­ mission des Herrenhauses ihren schriftlichen Bericht über die Kommissionsverhandlungen erstattet^ Tie Kommission beischloß einstim­ mig die Wiederherstellung der Regierungsvor­ lage und nahm mit überwiegender Mehrheit einen Beschluß an, die Regierung zu ersuchen darauf hinzuwirken, daß jeder weitere 'Ein­ griff der Reichsgesetzgebung auf dem Gebiete ber direkten Besteuerung von Vermögen oder Einkommen vermieden werde.</p>
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          <p>Gestaltung in Handel und Industrie durch den Krieg zu sprechen. Vor allem sei eine bessere Verbindung der Wirtschaftsgebiete notwendig und hierzu gehöre auch der Ausbau der Was­ serstraßen. Was wir alle brauchen und wollen, ist ein guter Großschiffahrtsweg. Wie er her­ gestellt wird, steht noch nicht fest.- Aber das steht fest, daß bis Kelheim die Tonau für die Großschiffahrt Hergerichtet wird, und ebenso der Main bis Bamberg, Gewaltige Fort­ schritte seien bereits errungen. Ob er die Voll­ endung des Kanals noch erleben werde, wisse er nicht, doch hoffe er, es noch zu erleben, Laß der Main bis Bamberg von großen Schis-fett befahren werde. Se. Majestät schloß'un­ ter großem Beifalld er Versammlung: "Seien wir froh! über das, was wir erreicht haben,/ und fahren wir fort in unsren Bestrebungen durch d ie Hebung des Verkehrs und besonders der Wasserwege, die Volkswirtschaft zu heben." Tic bqher. Briefmarke. Im Finanzaus­ schuß der Abgeordnetenkammer vertrat der Bejrichterstatter zum Postetat, Abg. Held, den Standpunkt, daß das bayerische Postresevvat uicht aufgegeben werden dürfe. Gegenüberden vielfach hervortretenden Bestrebungen, nament­ liche gegenüber der am 3. Juni im Reichstag An­ genommenen Resolution solle die Staatsre­ gierung an der bayer. Postmarke als dem äuße­ ren Zeich en der Posthoheit unbedingt festhalten. jFerner verlangte er, die Regierung möge da­ raus hinwirken, daß der Ausgleichungsbetrag «n das Reich für die Zukunft nicht nach/ der Kopfzahl der Bevölkerung, sondern nach dem Verhältnisse der Roheinnahmen berechnet wer­ de. Hoffentlich erhalte Bayern wenigstens einen Teil der entgangenen Gebühren für die Sendungen in das Feld und aus dem Felde Ibdnt Reiche vergütet. Des weiteren besprach! der Redner die Sparmaßnahmen der Postver­ waltung; bei sächlichen Einsparungen solle die Verwaltung nicht weitergehen, als der Mangel «n Personal und Material es fordere. Abg. Tr. v. Pichler fand es eigenartig, daß der Reichstag gerade in der gegenwärtigen Zeit den Antrag auf Beseitigung der bayerischen Priefmarke angenommen habe. Ein Redner &lt;Lib. V.) zollte der Postverwaltung und dem Personal Tank für die Kriegsleistungen und weinte, man hätte dem Personal auch in der Kriegsteuerungsbei-hilfe mehr entgegenkommen können. Bayern solle nach dem Vorbilde fast aller anderen deutschen Staaten das deutschenationale Opfer der Aufgabe des Postvorrechtes bringen. Tie gegenwärtige Zeit erscheine dazu am geeignetsten. Ter Grund der Gewählrung des Postvvrrechtes, die Schonung der Empfindlichkeit des bayerischen Volkes — na­ mentlich infolge der Ereignisse von 1866 — treffe infolge der Stärkung des deutsch-en Ge­ dankens nicht mehr zu. Ter wirtschaftliche Unterschied zwischen Bayern und dem Turchschnitt des Reichspostgebietes sei geringer als zwischen manchen Gebietsteilen des letzteren. Ter Unterschied des finanziellen Ergebnisses der Reichspost und der bayerischen Post beruhe tzum guten Teile darauf, daß die bayerische Postverwaltung den Automobilverkehr einge­ führt habe. Tie Briefmarke ersch.eine nicht als staatliches Hoheitszeichen, sondern als ^Quittung für Porto. Tas Festhalten an der besonderen bayerischen Briefmarke habe im Auslande zu dem Irrtum beigetragen, als ob in Bayern die Begeisterung für das Teutsch-e Reich nicht allzu groß, sei. Tie Reichffzuschläge zu den Postgebühren belasteten in erster Linie die städtische Bevölkerung. Ter Verkehrsmini­ ster meinte, es werde nach dem Krickge die Zu­ weisung der Personenbeförderung an Privat­ unternehmer wie im Reiche ins Auge gefaßt werden. Nach dem Kriege würden, soweit die Perhältnisse es rechtfertigten, in größerem Um­ fange Motorpostlinien zur Einführung gelan­ gen. Tie bayerische ^Briefmarke bedeute einen Teil der Selbständigkeit der bayerisch&gt;en PostVerwaltung. Tie deutsch-nationale Gesinnung und die Opferwilligkeit Bayerns stünde außer Fragen Ter Ausschuß nahm hierauf einen Antrag, an der bayerischen Postwarke festzu halten an. Fcldpostvevkehr im Monat Mai 1916. Im Monat Mai 1916 sind von den bayer. Feld­ poststationen nach der Heimat 45 808 Brief- postsäcke im Gesamtgewicht von rund 1208 609 Kilogramm und von den bayer. PostsamMelstellen nach dem Felde 122993 Briefsäcke im Gesamtgewichte von rund 3 566800 Kilogr. abgefertigt worden. Zu Ansammlungen kam es äm! Sämstag aM Marienplatz in München, bei denen jugend­ liche RowdteS die Hauptrolle spielten. Schutz­ mannschaft und Militär räumten den Platz. Eßn nachahmenswertes Beispiel geben die Forstämter Elmstein-Nord und ElmsteinSüd (Pfalz). Um der Bevölkerung eine billige und gute Fleischnahirung zu bieten, — was jetzt gewiß anzuerkennen ist — lassen diese Forstämter von Zeit %it Zeit immer wieder Rehböcke und auch Relhgeisen abschießen, die sie dann pfundweise aushauen und zü einem Mäßigen Preis, den selbst ein Arbeiter er­ schwingen kann, an die Bevölkerung abgeben^ und zwar geschieht dies abwechselnd, so daß alle an die Reihe kommest, i - | i |</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Pfafseuberg, 19. Juni. (Aufgelassener Be­ trieb.) Tie bekannte Brauerei Bandrexler da­ hier mit großer Oekonomie ging durch Kauf in andere Hände über. Ter neue Besitzer legt den Brauereibetrieb still und verkaufte die zum Anwesen gehörigen Gründe. Tas ge­ samte Inventar, worunter allein 10 junge Pferde schweren und leichten Schlages, wurde ebenfalls dem Perkaufe unterstellt. Arnstorf, 18. Juni. (Auszeichnung) Ter Artillerieleutnant Herr Max Aschenbrenner von hier, Lehrer in Wiesenfeld en, erhielt den bayer. Militärverdienstorden 4. Kl. mit Krone und Schwertern; derselbe wurde bereits frü­ her schon mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichc net. Pfarrkirchen, 14. Juni,. (Ter berühmte deutsche Deckhengst "Queen Allen"), der schnell­ ste Traber Europas, dessen R-ekord bislang nur vor einigen Jahren im großen Terby zu Wien gedrückt wurde, mußte dieser Tage sein Leben lassen. Seine infolge hohen Alters — er zählte bereits 27 Jahre — beeinträchtigst Teckfähigkeit und um'ihn vor etwaiger über­ großer Ausbeutung im Falle eines Verkaufes zu bewähren, veranlaßte das k. Landgestüt,! den Hengst dem Pferdemetzger zu übergeben. Leichtfüßig, wie sein Leben, war auch&gt; sein letzter Gang. Im Sulky legte er den Weg zur Schlachtbank zurück. ObermühilbaH, 18. Juni. (Schweres Un­ glück.) Ter 60jährige Söldner Johann Förg von Irlach, genannt Hochstetter Hansl, war aus dem Fremdstuhl mit Blochholzfahren beschäf­ tigt. Plötzlich scheuten die Ochsen und der Mann geriet so unglücklich unter das schwere FUhrwerk, daß ihm das Wagenrad über die rechte Schläfe ging, nach! einigen Minuten ver­ schied er. Tie Familie — der einzige Sohn ist seit Kriegsbeginn im Felde — wird allge­ mein bedauert. Manch, 18. Juni. (Jagdfrevel.) Wegen fortgesetzter unberechtigter Jagdansübung wur­ de der verh!. Säger Ottmar Adler in Waldmühle von der Gendarmerie berbostet und in das Gefängnis nach Freyung abgeliefert. Tie Haussuchung förderte eine große Menge Rehfleisch zutage. Es Macht den Anschein, daß es sich hier um eine größere Wilderer gesell-, schaff handelt. Ter Sohn des Verhafteten wur­ de vor einiger Zeit wegen Jagdfrevels zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.</p>
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          <p>Dienstnachrichten. •: Staatscisenbahinen. Befördert in etats, Weise ab 1. Mai 1916 zum Lokomotivführer: Lokomotivheizer Wolfg. Melzl von Haidmühle in Passau, Mich,. Schaffer in Straubing, Frz. Jahirstorfer von Miltenberg in Landshut; Jak. Rirschl in Landshnt. Ernannt in etatsm. Ei­ genschaft ab 1. Juni 1916 zum- Schranken­ wärter: Streckenwärter Ulr. Wagner Bm. Osterhofen. Versetzt in etatsm. Weise auf An­ suchen: Stationsdiener im gech. Dienst Frz. Bnchberger von Wolnzach! Bf. nach! Mainburg, Stationsdiener im Nebenbahndienst Gg.Hatstmerl von Burglengenfeld nach Rottenbnrg, Be­ rufen in etatsmj. Weise: LokoMotivheizer (Füh­ rerbewerber) Leonh. Schleichert von Weiden nach Haidmühle, Mich!- Beer von Eging nach Passau, Johl. Tüssel von Schweinfurt Hbf. nach Passau Hbf.</p>
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          <p>Leite 6 öracht werden. Ter Magistrat beschlieht, am nächsten Freitag die erste Fuhve dem Verkaufe KU unterstellen. Ter Verkaufspreis wird auf 5 Mark für den Zentner festgesetzt. ! 1 i —* Die schriftlichen AbsolutorialprÄsungen an den bayerischen Gymnasien nehmen heute ihren Anfang und enden am 23. Juni. An den sechsklassigen höheren Lehr­ anstalten (Realschulen und Progymnasien) be­ steht der schriftliche Teil der Schlußprüfungen in der Teilnahme an den letzten Schulaufgaben. In der ersten Hälfte des Juli finden dann unter dem Vorsitz des Anstaltsborstandes oder eines MinisterialkomMissärs die mündlichen Prüfungen statt. Privatschüler werden ihn' Schriftlichen und Mündlichen in unmittelbarer Aufeinanderfolge eigens geprüft. —* Der Dreifältigkeitssonntag war gestern wenig vow Wetter begünstigt. Hof­ fentlich behält die alte Volksregel nicht recht, nach welcher das Wetter am TreifaltigkeitKfvnntag vorbildlich sein soll für das Wetter der folgenden sieben Sonntage. Das wären sehr schlechte Aussichten für die Ausflügler. —* Das Titularfest der Evzbruderschaft von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit fand geftern in der Klosterkirche Seligenthal Mit Festpredigt, Hochamt und Generalabsolution und Neuaufnahme statt. Nachmittags bewegte sich die Prozession, an der eine große Schar von Bruderschaftsmitgliedern teilnahm, über den Bismarckplatz, wobei Herr Stadtpfarrer Frischeisen das SanktiffiMum trug. •*-* Das Streuen von Gras soll, wie der Magistrat in seiner letzten Sitzung beschlos'sen hat, auch heuer aus volkswirtschaftlichen! .Gründen am. Fronleichnamstage unterbleiben. * —* Salzsäure trank heute nachts ein hiesiges Dienstmädchen in einem Anfalle von 'Geistesstörung. Das Mädchen wurde in das stöbt. Krankenhaus verbracht. —* Libe raler Verein Lands Hut u. Umgebung. Morgen Dienstag abends im Sterngarten (Seligenthalerstraße) Kegelabend mit wichtiger Besprechung. Zahlreiches Er­ scheinen erwünscht. —* V om Martinsschulerweiter­ ungsbau blieb von den bewilligten Geldern ein Rest von 2034.75 Mark unverbraucht. Ter Magistrat beschloß nun, diesen Betrag zu re­ servieren, um nach Schluß des Krieges zur Wiederinstandsetzung der Schule, die jetzt als Kaserne benützt wird, Verwendung zu finden. Nach einer längeren Debatte, in welcher beson­ ders der Herr Vorsitzende des Gemeindekolle­ giums seiner Abneigung gegen alle Fondsbil­ dungen Ansdruck verlieh-, genehmigte das Ge­ meindekollegium die Bildung dieses Fonds. —* Zu r Rechnung Feste und Ehrun­ gen hat das städt. Revisionsamt einen Bericht an den Magistrat geleitet, nach, welchem bei dieser Rechnung nicht eine Ueberschveitung von 21000 Mark, sondern nur 7000 Mark vorliege. Aber auch für diesen Mehraufwand wurde vom Revisionsamt konstatiert, daß übereinstimmen­ de Beschlüsse der beiden Kollegien vorliegen, daß dieser Mehraufwand der Kommunalreserve zu entnehmen sei, so daß von einer sormwidrigen, nicht vorher genehmigten Auslagenanweisung nicht die Rede sein kann. Ferner sei zu berichtigen, daß die Originalrechnung Schöberle sich in dem Festakt des Herrn Sekretär Hoffmann befunden hat, nicht wie es gleich! wieder geheißen habe, bei Herrn Hosrat. Ter Magistrat nahm in seiner letzten Sitzung hier­ von Kenntnis. —* Di e Volksküche hätte im Vorjahre mit Eintritt des Sommers ihre Pforten ge­ schloffen. Nun hat sich!, herausgestellt, daß es .heuer notwendig sein wird, diese fortbestehen zu lassen, trotzdem auch, heuer für den 20. Juni der Schluß, des Unternehmens geplant war. Anderseits aber erklärte das Kloster Ursulinen, daß es ab 1. August die Küche für eigene Zwecke wieder benötige. Es ist nun angeregt worden, fahrbare Küchen anzuschafsen, doch! hält man diese für Landshut nicht zweckent­ sprechend. Ter Magistrat hat sich nun an die k. Hoshältung gewandt mit der-Bitte umUeberlassung der Küche in der i. Residenz, die mit eigenem Eingang von der Länd aus versahen, für die Zwecke der Volksküche sehr geeignet pkr Me»erIatzer«. Ware. Ein Bescheid hierauf ist noch! nicht er­ folgt. , . —* Die Ha grätn erstraße soll erwei­ tert werden. Schon früher hatte Herr M.-R. Pausinger dies angeregt.' Turch den Umbau der Fortsetzung dieser Straße außerhalb des Stadtbezirkes durch die Gemeinde Hoheneggl­ kofen kam die Angelegenheit wieder in Fluß, scheiterte aber an den hohen Kosten (7000 Mark). Nunmehr hat das Stadtbaimmt zwei neue Projekte ausgearbeitet, von denen das eine nur mehrere Ausweichstellen bei 5 Meter Straßenbreite (Kosten 1000 Mark), das andere eine allgemeine Straßenerweiterung auf 5 Me­ ter (Kosten 1900 Mark) vorsieht. Ter Magi­ strat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, das zweite Projekt anzunehmen und die Ko­ sten im Etat 1917 einzustellen. —* Einen Glücks Hafen wird wähtrend der heurigen Herbstdult die städt. Kriegs­ fürsorge veranstalten.</p>
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          <p>23.Sitzung des Stadtmagistrats Landshut vom 17. Juni 1916. Vorsitzender: Oberbürgermeister föofrai M a rs ch a l l Einen Nasen schild will der Pächter des Dheaterkaffees, Hem: Karl Wörler, anbrin­ gen. Ter Schild soll einen Meter Durchmesser besitzend Wird gegen 2 Mark jährliche Rekognitionsgebühr genehmigt. Grundabtre tungen zu der Straße Nr. 2 mußte Herr Tonwarenfabrikant Maier, der dort eine Häuserkolonie errichtet, voll­ ziehen. Tie Abtretung ist nun erfolgt und die notariellen Verlautbarungen liegen vor. Ter Magistrat genehmigte daher die in Vorlage gebrachten Messungsoerzeichnisse. Die Beschlüsse des Gemeindekollegiums in dessen letzter Sitzung werden zur Kenntnis gebracht, i. ; i</p>
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          <p>Stimmen aus dem Publikum. Di« Redaktion übernimmt für Einsendungen unter dies» Rubrik bem Publikum gegenüber feine Serantmortung.) Jur Behebung des Eiermangels Hat der Magistrat Traunstein ein probates Mittel gesunden. Er erläßt folgende Bekannt­ machung: Reis-, Weizengries- und Kleie-Abgabe an die Landbevölkerung. Zur Behebung der Eierknlchpheit im Stadtbezirke werden die Geflügelhalter der Landbezirke eingeladen, künftighin wieder rcichilichere Anlieferungen von Eiern an den städt. Kriegskleinverkauf (Schulhaus Maxplatz), in welchem für eine gleichmäßige Eierverteilung Sorge getragen wird, machen zu wollen. Um die Geflügelhalter für ihre Bemüh­ ungen entsprechend zu entschädigen und zu­ gleich einen angemessenen Lebensmittelaustausch mit dem Lände durchzuführen, wird be­ stimmt, daß für je 100 Stück Eier 10 Mark bezahlt und dazu unentgeltlich 1 Pfund Reis oder Weizengries, sowie 2Pfund Kleie als Hühnerfutter abgegeben wird. Tie Ausbezählung und Reis- bezw. Grieses und Kleienabgabe erfolgt jederzeit gegen Eieranlieserung im Schulhause, Maxplatz durch den Ratsdiener Lex. Was in Traunstein Möglich ist, müßte doch) auch in Landshut möglich! sein, dann brauchten die Leute nicht am Freitag um zwei Körbe Eier sich zu raufen. —n—</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Betreff: Fronleichnamsfeier 1916. Im Einvernehmen mit den katholischen Stadtpfarrämtern wird im Voll­ züge eines Magtnratsbeschlufses von heute auf Grund § 366 Ziffer 10 R. Sir. G. B. Art. 44 P. St. G. B. angeordnet, daß für Heuer anläßlich der Fron« leichnamsprozejsionen das Streuen von Gras ete. auf den von de» Prozessionen berührten Straßen und Plätzen zu unterbleiben hat. Landshut, den 16. Juni 1916. Marschall. 1305 Schwarz.</p>
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