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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-06-02"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 149</biblScope>
          <date when="1916-06-02">1916-06-02</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Bericht des Admiralstabes. Seeschlacht in der Nordsee. WTB. Berlin, 1. Juni. Unsre Hochjseeflotte ist bei einer nach Norden gerichtetes: Unternehmung am 31. Mai auf den uns über­ legenen Hauptteil der englischen Kampfflotte gestoßen. Es entwickelte sich am Nachmittag zwischen Skagerrak und Hornsrifff eine Reihe schwerer, für uns erfolgreiche Kämpfe^ die auch- während der ganzen folgenden Nacht andauerten. In diesen Kämpfen sind, -soweit bisher bekannt, von uns vernichtet worden: das Großkampfschiff "Warfpite", die Schlachtkreuzer "Queen Mary" und "Fndefatigable", zwei Panzerkreuzer, anscheinend der Achillesklasse, ein kleiner Kreuzer, die neulen 3e$ störerführerschiffe "Turbulent", "Nestor" und "Aleaster", sowie eine große Anzahl von $ott= pedvbootszerstörern und ein Unterseeboot. Nach einwandfreier Beobachtung hat fer­ ner eine große Reihe englischer Schlachtschiffe durch die ArMlerste unsrer Schiffe und durch! Angriffe unsrer Tvrpedobootsflottillen wähtrend der Tagesschlacht und in der Nacht schwere Beschädigungen erlitten. U. a. hat . auch das Großkampfschiff "Marlborough^, wie die Gesangenenaussagen bestätigen, Torpedotreffer eühalten. Durch mehrere unsrer Schiffe sind Teile der Besatzungen untergegangener engli­ scher Schiffe aufgefischt worden, darunter die beiden einzigen Ueberlebenden der "Jndefatigable". Auf unsrer Seite ist derkleine Kreuzer "Wiesbaden" während der Tagschlacht durch feindliches Artilleriefeuer und in der Nacht S. M- Schiff "Pommern" durch Torpedoschuß zum Sinken gebracht worden. Ueber das Schick­ sal S. Schiff "Frauenlob", die vermißt wird, und einige Torpedoboote, die noch nicht zurückgekehrt sind, ist bisher nichts bekannt. Tie Hochseeflotte ist im Laufe des heutigen Tages in unsren Häfen eingelaufen. Ter Ehef des Admiralstabs der Marine. * "Warspite" ist 1913 von Stapel gelaufen Und verdrängte 28 960 Tonnen, "Queen Mary" (lief 1912 von Stapel und verdrängte 27 430 Tonnen, "Jndefatigable" wurde 1909 erbaut und verdrängte 19050 Tonnen. Es handelt sich also durchwegs um neue Schiffe, während unser Linienschiff "Pommern" bereits '1904 er­ baut war und nur 19 200 Tonnen verdrängte.</p>
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          <p>Eine Seeschlacht in der Nordsee. Stile große Zahl ÄgNsitzer Schiffe vernichtet, eine Reche englischer Schlachtschiffe schwer beschädigt. — Fortdauernde Kämpfe lints der Maas. — Erfolgreicher deutscherVorstoß in den Vogesen. — Ärffero und Äfiägo do» den Ssterreichlsch-nugarischeu Triijipcn ge­ nommen : Motze Bente. — Ein türkischer Borstoß au Ser Kaukasusfrout. — Ein Attentat auf de» Zaren. Mit txtr zur Gewohnheit gewordenen Ver­ spätung gestehen die Franzosen ihren Geländeverlust südlich von Cumieres, in der Gegend des Caurettes-Wäldchens ein. Allerdings wie­ derum nicht vollkommen. Außerdem sucht Joffre die starken deutschen Erfolge vom Montag durch die Behauptung abzuschwächen, sie seien nur um den Preis furchtbarer Opfer errungen wvpden. Auch diese alte, längst bekannte Weise wird durch ihre Wiederholung nicht wahrer. Wie furchtbare Lücken die Kämpfe in die Rei­ hen der Franzosen gerissen haben, verschweigt Jossre natürlich. Am Dienstag haben sich! zu den tags zuvor gefangenen 1348 Franzosen weitere 91 gesellt. Seit Beginn des Ringens um Verdun, also seit drei Monaten, haben nach flüchtigen Zusammenstellungen der in den deutschen Heeresberichten wiedergegebenen Zif­ fern über 46 000 Franzosen in die Gefangen­ schaft abmarschieren müssen. Tas bedeutet na­ türlich für die Verteidiger von Verdun eine höchst empfindliche Schwächung, deren Wirkung sich, in absehbarer Frist geltend machen wird. Einstweilen haben die Teutschen südlich! des Torsfes Cumieres das buschreiche Gelände vom Feinde gesäubert und dabei 18 t Maschinenge^ wehre, ein eingebautes Marinegeschütz und eine lAnzahl Minenwerser erbeutet. Außerdem wurden starke feindliche Angriffe am "Toten Mann" und an der Caurettes/-Stellung abge­ wiesen. Am Südhange des Toten Mannes ge­ lang es den Franzosen in einem Teile un­ seres vordersten Grabens Fuß zu fassen. Jeden­ falls nicht lange, denn unsre tapferen Trnpfpen werden sie bald chieder vertrieben hü­ ben. Zwischen La | Bassee und Arras . hält die Artillerietätigkeit gegenüber den Englän­ dern weiter an. Bei Obersept unternahmen die Unsern einen gelungenen Handstreich gegen dtp feindlichen Linien. Tie zweite größere Seeschlacht hat vor­ gestern an der dänischen Nordküste stattgefun­ den. An derselben scheint ein großer Teil der englischen Kampsslotte beteiligt gewesen zu sein. Unsre, nach dem Berichte in starker Minfderheit befindliche Flotte hat sich, vorzüglich geschlagen, sodaß drei englische Linienschiffes zwei Panzerkreuzer, ein fleiner Kreuzer, drei neue Zerftörerschiffe, eine große Anzahl von Torpedobootszerstörern und ein Unterseeboöt vernichtet wurden. Auch ländere englische Schiffe haben schwere Beschädigungen erlitten. Auf unsrer Seite ging das Linienschiff "Pommern" und der fleine Kreuzer "Wiesbaden" verloren, wahrend der fleine Kreuzer "Frauenlob" und einige Torpedoboote vermißt werden. Ter Ver­ lauf dieser Schlecht bildet ein sprechendes Zeugnis deutscher Seemannstüchtigkeit und der hervorragenden Tapferkeit unsrer wackeren Blaujacken. Am italienischen Kriegsschauplatz haben sich/ wichtige Ereignisse zugetragen. Asiago Arsiero sind gefallen. Tie italienische Sperr­ sortlinie zwischen Astach- und Äfsatal, die in den letzten Jahven vor Kriegsausbruchs auf Cadornas Betreiben mit ungeheuren Kosten geschaffen und glänzend armiert worden wär, an der ein österreichischer Vorstoß aus dem Trentino hoffnungslos zerschellen und die den starken Rückhalt der italienischen Angriffsjarmee auf Südtirol bilden sollte, ist in öfterer4= Ungar. Hand. In der kurzen Zeit eines halben Monats haben unsre Verbündeten nun in prachtvollem Ansturm sämtliche Werke in ihren Besitz gebracht; Tie Sperrfortlinie ist durchjbrochen, die Kernwerke sind gefallen, die ganze Sette Communi in der Hand des Angreifers. Und der Weg in die Ebene steht ihvr nunmehv offen. Tie österr^ungar. Front verläuft jetzt von Ehiesa im Brandtal, nördlich vom Monte Pasubio in die Gegend südlich des Monte Majo im oberen Posinatal. Tort sind bei Bete täte noch Kämpfe im Gange. Tie, Italiener machen verzweifelte, aber vergebliche Anstren­ gungen, unsre Verbündeten dort aus ihren Stellungen zu werfen, da sie die nach dem Pasubio und dem Paß von Ehiesa vorgescho­ benen italienischen Abteilungen aufs schwerste gefährden. Bon Bettale aus zieht sich die Front nach Süden zum Monte Priaforo (1653 Meter hoch), der bereits den Raum von Schio sn der. Ebene , beherrscht.. Tann biegt die Front nach Arsiero zurück, dessen Werke sämtlich! ge­ fallen sind, zieht sich- zwischen Bahn und Strctztze nach- Roana im Assatal und weiter nach Asiago ostwärts und erreicht bei Gallio ihren östlichsten.Punkt. /Von hier aus führt sie nordtwärts über den 1778 Meter hohen Monte Fiara und die Ctma Maori an der ReichÄgrenze ins Suganatal, das sie südlich. Strigno Überschreitet. Durch das Vordringen nach! Gall lio ist das Frenzelatal erreicht worden, das bei Valstagna ins Brentatal mündet, halbwegs zwischen der Grenze und Bassano. Dadurch rückt die Bedrohung der im Suganatal ope­ rierenden italienischen Truppen in. greifbare Nähe, die Uur rasche Zurücknahme vor gejsahrlichen Flankenstößen Und Verlegung der Rückzugslinie bewahren kann, falls es nicht gelingt, den weiteren Vormarsch unsrer Verbündeten aufzuhalten. Dazu aber besteht wenig Aussicht. Tie Zahl der italienischen Gefangenen hat bereits die Höhe von 30 388 erreicht, darunter 694 Offiziere. Geschütze wur­ den .299 erbeutet, darunter die schwere Artiljlerie der gefallenen Festungswerke. Tas Einsgreifen starker italienischer Reserven macht sich noch nicht bemerkbar, bezeichnend aber ist, daß Neutrale und selbst französische Kritiker mit einer Zurücknahme der Cadornaschen Front bis in die Po-Ebene rechnen. Tjas würde die Preisgabe ganz Norditaliens bedeuten. Tte nächsten Tage werden hierüber Wohl Aufschluß bringen. Unsre Verbündeten sind inzwischen von Asiago wie ovn Arsiero aus weiter vorgef&lt;xückt. Hierbei wurden weitere 900 Italiener gefangen. Tie Nachlese der Beute ergab eine bedeutende Erhöhung derselben. . Am Balkan wurde ein feindlicher An­ griff am Toiransee abgewiesen. Tie Nachricht von der Besetzung desRu!pelpasses durch die Unsern und Bulgaren war für die Entente eine wichtige Hiobsbotschaft. Tas geht besonders aus dem /Wutgeheul der Ententepresfe hervor. Tazu kommt noch die Meldung von dem Vormarsch der Bulgaren in der Richtung auf Kawalla. Bet Brest am Toiransee wurden die ersten Serben in eng­ lischer Uniform gefangen. Ob ihnen in ihrer neuen Uniform wohler sein wird, als in ihrer alten, ist sehr zu bezweifeln. Tie Türken haben nun ihrerseits an der Kaukasusfront die Offensive ergriffen und die Russen an mehreren Punkten wieder zurück­ drängt. ■ i ! Ein Attentat auf den Zaren soll nach ■einer Bulärester Meldung in Odessa verübt worden sein. Ein Schuß traf den ZarÄvitsch in die linke Hand. Zwei Schüsse gingen fehl/ Ter Täter, angeblich ein Ingenieur, wurde festgenommen. ,• j</p>
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          <p>WTB. »erlin, 31. Mai. Mittags, [flteofoe» Hauptquartier.) Westlicher KriegsschWlatz. Feindliche Torpedoboote, die sich der Küste näherten, wurden durch Artilleriefeuer ver­ trieben. Tie rege Feuertätigkeit im Abschnitt zwi­ schen dem Kanal von La Baffee und Arras hält an. Unternehmungen deutscher Patrouillen bei Neuchappelle und nordöstlich! davon waren er­ folgreich. 38 Engländer, darunter 1 Offizier, wurden gefangen genommen, 1 Maschinen­ gewehr erbeutet. , Links der Maas säuberten wir die südlich des Dorfes Cumieres liegenden Hecken und Büsche vom Gegner, wobei 3 Offiziere, 88 Mgnn in unsere Hand fielen. Beim Angriff am 29. Mai erbeuteten wir ein im Eaurettes-Wäldchen eingebautes Ma­ rinegeschütz, 18 Maschinengewehre, eine Anx zahl Minenwerfer und viel sonstiges Gerät. Auf beiden Maasufern blieb die Artilleriestätigkeit sehr lebhaft. Sestlicher KritgrslhWlstz. und BaKankriegSschanplatz. Kerne Ereignisse von bejsonderer Be­ deutung. i ; Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 1. Juni, mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich und südlich von Lens herrschten auch gestern lebhafte Artilleriekämpfe. Links der Maas setzten die Franzosen abends erhebliche Kräfte zum Angriff gegen den "Toten Mann" und die Caurettes-Stellung an. Am Südhange des Toten Mflnnes golang es ihnen in etwa 400 Meter Ausd'ehß nung in unsrem vordersten Graben Fuß zu fassen, im übrigen sind die mehrfachen Antstürme unter den schwersten Verlusten abgelschlagen. Rechts der Maas wurden die Artilleriekämpse fortgesetzt. Oestlich von Obersept drang eine deutsche Erkundungsabteilung in etwa 350 Meter Breite und 300 Meter Tiefe in die französische SteL lung ein und kehrte mit Gefangenen und Beute zurück. Ein englischer Doppeldecker wurde west­ lich von Cambrai int Luftkamps abgeschossen. Tie Insassen (Offfziere) sind verwundet ge­ fangen genommen. Im französischen Tagesbericht vom 29. Mai 3 Uhr nachmittags wird behauptet, am 25. Mai seien 5 deutsche Flugzeuge durch die Tätigkeit der französischen Flieger und Ab­ wehrgeschütze vernichtet worden. Wir beschäf­ tigen uns seit langem nicht mehr mit der Richtigstellung feindlicher Berichte, möchten in diesem Falle aber, wo es sich um die Leiftungssfähigkeit der jungen Fliegerwaffe handelt, doch! bemerken, daß, weder an dem genannten Tage, noch in der vorhergehenden Woche überhaupt irgend ein deutsches Flugzeug durch feindliche Einwirkung verloren gegangen ist. Bericht des deutschen Hauptquartiers. Sestlicher KriegrWliM. Die Lage ist unverändert. Bakkan-KriegsschanPlatz. Ein schwacher feindlicher Angriff an der Südspttze des Toiran-Sees wurde abgewiesen. Bei Brest, nordöstlich des Sees, wurden Serben in englischer Uniform gefangen ge­ nommen. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>Zur Friedensfrage. Köln, 31. Mai. Laut "Köln. Volksztg." soll der schweizerische Bundesrat durch! eine Massenpetition ersucht werden, bei den krieg-fühirenden Mächten seine guten Dienste als Friedensvermittler anzutragen. Jedenfalls wird die zur Sommertagung zusamimientretenide Bundesversammlung ihn ebenfalls energisch zu dieser Initiative ermahnen. In der Schweiz hofft man, daß der Bundesrat, trotz der enor­ men Schwieriglstiten, die sich einem Friedens­ schlüsse entgegentürmen, sich nicht abholten läßt, zu tun, was in seiner Macht steht. Bau eines Tunnels unter dem Acrmelkanäl. Haag, 31. Mai. Ter Sekretär des eng­ lischen Bautenministeriums kündigte vor einer Parlamentskommission den Bau eines Tun­ nels unter dem Aermelkanal an. Ter Unter­ seebootskrieg habe die Vorteile eines solchem Tunnels für die Lebensmittel- und Truppenversorgung Frankreiches deutlich! gezeigt. Tie Baukosten schätzt man auf 400 Millionen Frans ken, die Baudauer auf drei bis vier Iahte. Mit den Bauarbeiten soll sofort nach- Frie­ densschluß begonnen werden. &lt;Z.) Tie Stimmung in Afghanistan. ! ' Das Organ Ssasanows, Rußkofe Slowv, berichtet, daß, die rufsenfeindliche Stimmung in Afghanistan besorgniserregenden Charakter annehme, und daß man diesen Staat im! Auge behalten müsse.</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Tic Wirksamkeit der deutschen Artillerie. Tie in der Nacht zum Dienstag erfolgte; Vertreibung der Franzosen aus ihren letz­ ten Stellungen beim Verduner Caurette-Wald wird der unwiderstehlichen Wirksamkeit der überaus vorteilhaft aufgestellten deutschen Ge­ schütze zugeschrieben. Tie Nahkämpfe waren von relativ kurzer Tauer. (Z.) Uebcrraschungcn in Paris? Tie Pariser fangen an, sehr unzufrieden zu werden. Weder ist es Herrn Raimonb Poincare geglückt, sie durch die fürchterlichen Eide zu beruhigen, die er in großer Pose neulich, vor den Poilus an der Front schwur, noch wollen sich die Franzosen länger durch; Herrn Aristide Briand den "starken Mann" vorspielen lassen. Sie haben das satt und mögen sich auch sagen, daß, Leute von der Art des Präsidenten Poincare schließlich jeden Eid schwören, den dis Leute hören wollen. Man höhnt über die Armee, weil sie nicht Ifiegfy über die Regierung, weil sie nur schwätzt, über das Oberkommando, das sich vom! Parlament nicht kontrollieren lassen will, über die Zem sur und etliches andere mehr: "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein 'Schrecken ohne Ende." Eine äußerst gereizte Stimmung wird in der Pariser Presse täglich, deutliches er­ kennbar. Tie "Bataille" droht mit schweren Ueberraschungen. Ter Respekt vor dem Staats­ oberhaupt ist völlig dahin, wie u. a. die lhessttgen Anklagen des "Rappel" und des "Siecle" beweisen: "Alles, was man für die Regierung einer Republik braucht, ist nach. Aristophanes, der Kleon im Sinne hatte, starke StimMe, unverschämte Beredsamkeit, boshafte Gesin­ nung und Marktschreierei. All das kann ge­ nügen, so lange es in der inneren und äußesren Politik gut geht. Aber wenn Gefahr int Verzüge ist und die Zukunft des Landes aus dem Spiele steht, dann zeigt sich, die negative Seite seiner Begabung in jammervoller Ohwmacht und armseliger Kleinheit". Ist das schon reichlich! grob, so nimmt Verenger ebenso wenig ein Blatt vox den Mund, wenn er Herrn Poincare zu verstehen gibt: "Noch sind wir nicht in Berlin; noch nicht einmal am Rhein. Was sage ich? Unsre Front hat noch nicht einmal die Grenze .erreicht. Tie schwere deutsche Artillerie zermalmt iitrtmier noch un­ sere Linien mit dem Eisen, das sie Tag f'üft Tag aus Unstern Erzbecken von Brich ge­ winnen. Wer findet bei einer solchen Bilanz auch, nur den geringsten Grund für oratorix. sche Gurgelübungen und Lorbeerkränze selbst aus Goldpapier für das Oberhaupt 3 Wird der Krieg mit der Verve, der Strenge, dem Scharfblick, dem festen Willen, der Tag und Nacht keine Ruhe gibt, geführt, die die ein­ zigen Mittel sind, zu siegen." Tas sind bittere Wahrheiten für die ehr­ geizigen Advokaten, die heute noch. Frankreich regieren und deren ganze Staatskunst doch in den "oratorischen Gurgelübungen" gipfelt. Und morgen? Allem Anschein nach können die "schweren Ueberrajsch,ungen", mit denen "BataiUe" droht kaum noch lange auf sich wag­ ten lassen. Spätestens würde der Fall von Verdun auch, in Paris das Unterste zu oberst kehren. Einstweilen hat Hennessy, dessen Na­ men an die glücklicheren Zeiten der Republik erinnert, seinen Antrag auf Einsetzung einer parlamentarischen Kontrollkommission für die Armee gestellt. Tas ist der Anfang der Auf­ lösung. Renaudel, das Oberhaupt der Sozia­ listen, verspricht sich zwar viel, wenn nicht alles davon. Aber der "Figaro" sagt, sicherlich, mit Recht, jetzt sei es zu spät. In Hi er enormen Kriegsmaschine von heute könnten die "kon­ trollierenden" Teputes nur stören. Und Das "Zu spät!" ist in der Tat das Zeichen, unter dem die Republik zur Stunde steht. B. (Unabhängige Nationalkorrespondenz.)</p>
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          <p>Kriegsrat in Zarskoje Selo. 1 Nach Meldungen aus Petersburg fand dieser Tage in Zarskoje Selo ein Kriegsrat unter dem Vorsitz des Zaren statt, an dem die Generale Iwanows Alexandriew, Brussilow, Rad ko Timitriew und Kuropatkin, sämtliche Armeekomnrgndanten, Ministerpräsident Stürprer und Ssasanow teilnahmen. Ter Kriegsrar beschäftigte sich angeblich! mit Maßnah­ men, die an der deutschen Front notwendig werden. Ueber die diesbezüglichen Entschpw düngen wird strengstes Stillschweigen bewahrt. (Z.) Tas Zarenpaar in Sebastopol. Ter Zar und seine Familie sind in Sebchstopol eingetroffen. Sofort nach, der Ankunft empfing der Zar den Admiral Eberhttrt, Komsmandant der Schwarzen Meerflotte. Die Zarin besichtigte das Spital Romanow. &gt; Genial Rußki wieder in Gnaden. Tie N. Zürcher Ztg. meldet aus Mailand: Wie der Petersburger Korrespondent des SeocdId berichtet, wurde mit der Leitung der künf­ tigen Operationen des russischen Heeres Gis» neral Rußki betraut, der seinerzeit aus Gei» stmdheitsrückstchten demissionierte, aber jetzt neuerdings wieder an den Hof berufen wurdet. Vom östlichen Kriegsschauplatz.</p>
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          <p>tillerie ganz neue, bisher unbekannte Ge^ schütze verwende. Tie italienische Generalssäge. Tie italienische Generalssäge setzt unent­ wegt ihre Arbeit fort. Generalleutnant Goiran und Generalmajor Pastore wurden neuer­ dings zur Disposition gestellt. Die GeneraÜmajore Bernardoni, Rosst und Castello wurden reaktiviert. (Zh Tie Stimmung in Italien. Berlin, 31. Mai. Tie "Voss. Ztg." meldet aus Zürich: Nach Berichten von Rei­ senden aus Mailand ist die Stimmung dort recht pessimistisch. Tas Vorrücken der Oesterreicher erregt unter der Bevölkerung Besorg­ nis. Tie Verluste der Italiener werden allge­ mein sehr hoch eingeschätzt. In den Kirchen Genuas soll ein Aufruf angeschlagen sein: Betet für die Seelen der 1400 Mann, die tägp lich sterben! (Z.) Tie ausländische Preisse verbreitete sen­ sationelle Meldungen über bedeutsame Wands­ lungen in der politischen Stimmung Italiens anläßlich der letzten militärischen Mißerfolge. Tiefe Meldungen sind unrichtig. Alle wirlslichen Kenner der Verhältnisse glauben, daß nur eine dauernde Besetzung Norditaliens po­ litische Folgen hätte und auch diese eher! zu­ gunsten der radikalen Kriegspartei als zu­ gunsten Giolittis. Gegen die Regicrnngspislitik. Basel, 31. Mai. Tie "Basler Nachr/' melden aus Mailand: Tie sozialistische Karrtmerfraktion hat zu der am' 6. Juni bevor» stehenden Kammertagung bereits drei neue Interpellationen wegen der Politik des Mini­ steriums Salandrai-Sonnino eingebracht, (nt.)</p>
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          <p>in so beleidigender Weise sein Vergnügen an der Unterhaltung ausgedrückt hatte, und sagte in einem Ton kalter Verachtung: "Es würde mir mit dem allerübelsten Willen nicht möglich sein, dieses Andenken noch mehr zu besudeln, als es ohnehin ist." "Und doch," fuhr sie in flammender Er­ regung, keine Mäßigung mehr kennend, fort, "hat der Herr Geheimrat /bon Mellwttz es nicht verschmäht, der gefallenen Frau anzu-bieten, ihre Ehre mit der seinen zu decken/ wenn sie ihm nur angehören wollte. . . derl selbe Mann, der sich jetzt zum Tugendwächter und Richter aufspielt." ... Ein häßlicher, querer Blick war in fein Auge gekommen, in der Farbe seines fahlen Gesichts war keine Veränderung zu merken, aber ma« sah am Spiel der Backenmirskeln, daß er die Zähne übereinanderbiß. Plötzlich! lachte er laut auf. "Meine Gnädige, ich muß Ihnen sagen^ Sie sind wie ein Kind, das mit Streichhölzern spielt, ahnungslos, daß es sich damit das Haus über dem Kopf anzünden kann. Ich habe Mibletb mit Ihrer Weltunkenntnis und will den Fehdehandschuh, den Sie mir mit so viel Bra­ vour hinwerfen, nicht aufnehmen, weil Sie es sehr bald bitter ber«uen würden. Lassen Sie uns ganz vernünftig ohüe allen Gefühlslüberschwaug miteinander /sprechen. — Sie sa­ gen, ich habe die Ehre Ihrer Schwester mit der meinen decken toolten, und Sie haben recht! Ich habe Ihre Schwester geliebt und begehrt, so heiß begehrt, daß ich ihr trotz, ihrer. ., j bewegten Vergangenheit meinen Namen geben wollte. Aber das ist in meinen Augen wie ein Ehrenmann gehandelt, und es erscheint mir ein wenig seltsam, daß, gerade Sie,, die zu danken hätte, mir daraus Vorwürfe map cheu wollen. Ihre Schwester hat es vorgezogen, lieber in Verbannung und Tod zu gehen. . . das war ihre Angelegenheit und nicht die meine." "Sie haben sie /systematisch in den Tod getrieben," unterbrach sie ihn hitzig. "Wir wollen sachlich, bleiben, meine Gnä­ dige! Ich hatte keine Veranlassung mehv, sie zu schonen, und die Wahrheit konnte sie nicht ertragen, an ihrer eigenen Charakterschwäche und Lebensuntüchtigkeit ist sie zugrunde gegart* gen — das trifft nicht mich. Sie ist feftow* Ben, das wissen Sie und ich und einige wenige von den Allernächsten, vor der Welt lebt sie weiter. Taß sie die Marotte hat, sich heut Ilse statt Else zu nennen, lieber Gott, schöne Frauen haben ihre Launen, aber daß eine schöne Frau die Laune hüben könnte, ihren ehrlichen Namen gegen einen mit Schande be­ ladenen, und sei es auch nur für eine Stunde einzutauschen, freiwillig an die Stelle einer Verfemten zu treten, wie Sie, meinen Siel, daß sich auf der ganzen Welt auch! nur 1 ein Mensch, der Professor Herrmann eingeschlossen/ finden würde, der das glaubte?" 11 "Oh," rief sie, "die Welt nicht, aber der Professor Herrmann würde es glauben, müßte es glauben aus dem Munde eines Augenzeüfgen, der obendrein sein eigener Verwandtes: ist!" "Und Mellwitz heißt, nicht währ? Aber Dieser "Zeuge" hat weder Else von Tellen sterben sehen, noch kann er beweisen, daß sie eine Schwester besessen hat, auf ein "Man sagt" kann man keine Ueberzeugung bauen." "Sie wissen das alles ganz genau, so genau, daß Sie einen Eid daraus ablegen lömtfc teu, Sie haben damals am Oldenfelder Hose Ihre Hand in allem gehabt, aber Sie wollen es nicht wissen . . . das ist auch die Arteines Ehrenmannes. . . ." i I , i (Fortsetzung folgt.) j : ! j</p>
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          <p>schiffen liegenden Lazaretteinrichtungen wur­ den an Land gebracht und weiter befördert. Tie indischen Truppen der Saloniki-Armee sind nach Aegypten gebracht und durch frawzösische Truppen aus Marokko ersetzt worden. (Z-) Genf, 31. Mai. Auf Grund angeblicher Athener Tepeschen versichern die Pariser Blät­ ter, daß der Abschluß eines regelrechten Per» träges der Regierungen von Athen und Sofia über die Bedingungen der zeitweiligen Uebevllassung einiger für die bulgarischen Kriegs­ zwecke wertvoller Stützpunkte erfolgt fei. Der "Matin", der "Gaulois" und andere Blätter bringen zornige Kommentare hierzu. Athen, 31. Mai. Tie griechische Hee­ resleitung hat die Kommandanten der einzeh­ nen Truppenteile verständigt, daß, sie persön­ lich dafür verantwortlich seien, daß sich- die griechischen Truppen von den am 10. Mai besetzt gehaltenen Punkten nicht weiter zurück­ ziehen. " (Z.) Zur Besetzung des Forts Rüpel. Tie englische Preisse bemüht sich., die Be­ setzung des Gebietes zwischen Rüpel und Temir Hifsar als ein für die Griechen fotcti# sirophales Ereignis hinzustellen. Die Bevöl­ kerung von Seres und Mazedonien befinde sich! jetzt in der schlimmsten Lage, den sie werde von Hunger bedroht. Jetzt, nachdem Temir Hifsar durch die Bulgaren besetzt sei, müsse die Lebeusmittelzufuhr, welche bisher von den Franzosen auf Automobilen besorgt wurde, aufhören. Ter Vormarsch, von Demir Hissar könne in zwei Richtungen erfolgen, 1. auf Seres und 2. gegen das Strumatal nach der See bis an den Hafen von Orphanos. Tie venezelistischeu Blätter erschienen mit schwar­ zem Trauerrande wegen der Tatsache, daß die Bulgaren im Staude waren, das Fort Rüpel zu besetzen, das das meistvorgchchobene Ver­ teidigungswerk sei. _ (Zs) Mißglückte Kundgebungen. Von griechischen, französischen und serbi­ schen Soldaten, war in Saloniki eine Straßen­ demonstration ins Werk gesetzt worden, die gegen die Besetzung des Forts Rüpel durch/ die Bulgaren protestieren sollte. Ter Umzug wurde durch, französische Gendarmen pestört. Griechische Soldaten störten nun durch eine Gegendemonstration den Umzug der Ententetruppen. Es kam zu Zusammenstößen zwischen französischen Gendarmen und griechischen Sol­ daten. (Z.) Italien «nd Griechenland. Ans Athen wird gemeldet: Tie italieni­ sche Regierung ließ der griechischen durch ihren Gesandten mitteilen, daß sie gerne Bereit fei, mit Griechenland zur Regelung der schweben^ den Fragen in Unterhandlungen zu treten. Tie griechisch,e Regierung ließ der italienischen darauf antworten, daß sie ihren Standpunkt Am Balkan. Tie neue Lage auf dem Balkan. Kopenhagen, 31. Mai. Nach Peters­ burger Meldungen ist zwischen Griechenland und Rumänien ein handelspolitisches Abkomtinen zum gegenseitigen Warenaustausch zu­ stande gekommen. Tas griechischfrumäuische Abkommen soll aus der gleichen Basis beruhen, wie der deutschi-rumänische Wirtschaftsvertrag. Cm.) Genf, 31. Mai. Einer Salonikier "Matin"-Meldung zufolge marschieren die Bulga­ ren mit mehreren deutschen Schwadronen als Vorhut eilig gegen Ka'valla. Serres sei in bulgarischer Gewalt. Wie man ferner aus London meldet, trifft General Sarrail Maßnähmen, die auf eine Eröffnung der Operationen schließen las­ sen. Alle Urlaubsbewilligungen für Offiziere wurden zurückgezogen. Tie auf Transport­ bereits unzweideutig dargelegt habe und auch im gatte neuerlicher Verhandlungen an diesem Standpunkte nicht das geringste ändern könne. (Z.z LaÜdnng der Englärtder auf Thasos. Athen, 31. Mai. Auf Thasos landete ein englisches Kriegsschiff 50 Soldaten mit zwei Offizieren, ein Geschütz und die dazu gehörige Munition, sowie Zündstoff für ein dort zu errichtendes Flugfeld. Auch eine Fnnkenstation soll errichtet werden. &lt;Z.) 1 Rumänien und die Entente. 1 B ukarest, 31. Mai. Wegen der Haujdelsabkommen-Verhandlungen Rumäniens mit Bulgarien und der Türkei machten die Gesand­ ten der Entente Bratianu Vorstellungen und drohten, daß die Ententestaaten einstweilen alle Lieferungen einstellen und Rumänien als einen der Entente unfreundlich gesinntenStaat betrachten würden. Ter Ministerrat blieb bei seinem Standpunkt, daß Rumänien freund­ schaftliche Beziehungen zu Bulgarien und zur Türkei aufrechterhalten müsse, einerlei, ob ein Abkommen zustande kochine oder nicht. Reise der rumänischen Königsfamilie. Tie rumänische Königssamilie besichtigt demnächst die Häfenstädte Galatz, Braila, Kalafat und Korabia. i</p>
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          <p>Tie Offensive, die wir am 30. Mai mor­ gens aus der allgemeinen Richtung Tuzladere und Mamachatun gegen die russischen Stellun!gen 8 Kilometer westlich, und 6 Kilometer südlich, sowie 18 Kilometer südöstlich Mama­ chatun in einer Ausdehnung von 30 Kilos, meter unternahmen, war von Erfolg gekrönt. Tg diese Operationen fast überraschend durch­ geführt wurden, waren die Russen gezwun­ gen, in diesem Abschnitt ffich zurückzuziehen,^ teils nach Osten, teils nach Nordosten,, ohüe daß es ihnen an mehreren Stellen gelang, irgendwelchen Widerstand zu leisten, und mit dem Ergebnis, daß, die Ortschaft Mamachatun von uns besetzt wurde. Tie Angriffe, die die Russen mit einem Teile ihrer Streitkväfte als Erwiderung auf unsre Offensive im Abschnitt von Tschuruk und auf dem linken Flügel un­ ternahmen, wurden nach heftigem ArtillerieInfanterie- und Bombenkampf zurückgewiesen. Ein Monitor und zwei Torpedoboote des Feindes bombardierten aus einiger Entfernung mehrere offene Dörfer auf dem westlichen Teil der Küste und die Insel Keusten. Einige Häusser wurden dadurch« leicht beschädigt, ein Bauer verwundet. f Auf den übrigen Fronten kein wichtiges Ereignis.</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Gefechte itt Irland. Rotterdam, 31. Mai. Wie aus zu­ verlässigen Quellen.verlautet, ist es zwischen irländischen Aufständischen und englischenTruppen bei Thurles zu einem heftigen Gefecht ge­ kommen. Sinn-Feiner 'hätten dort den Bahn­ körper an .einer Stelle zerstört, worauf Ab­ teilungen englischer Truppen herbeieilten.Nach «feinem längeren Feuergefecht, wobei die EngsLänder mehrere Tote und Verwundete hals­ ten, zogen sich die Aufständischen in das nordiwestlich gelegene Gebirge zurück. Auch west­ lich von Clonmel und bei Fermoy kaM es zu Kämpfen. (Z.) ' v</p>
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          <p>Bewaffnete feindliche Handelsschiffe. WTB. Berlin, 31. Mai. (Amtlich.) — Eines der kürzlich, von einer Unternehmung im Atlantik zurückgekehrten deutschen U-Boot versuchte am «2. Mai in der Nähe von Quesssant einen etwa 3000 Tonnen großen Frachtdampfer ohne neutrale Abzeichen durch, einen Warnungsschuß anzuhalten. Ter Dampfer er­ öffnete darauf nach wenigen Minuten das Feuer aus einem 5-Zentimeter-Kaliber großen Hecktzeschütz. Das deutsche U-Boot konnte sich durch Ablauf mit hoher Fahrt in Sicherheit bringen. Es gelang ihm aber später nicht', an den mit Zick-Zack-Kurfen ablaufenden Tamjpfer wieder heranzukommen. AM Nachmittag des nächsten Tages folgte dasselbe Unterseeboot einen größeren Dampfer und schoß auf große Entfernung einen Warnungsschuß ab, um die­ sen zum Stoppen zu veranlassen. Der Damp­ fer eröffnete darauf sofort da§ Feuer aus einem Geschütz von etwa 12- bis 15-Zenthmeter-Kaliber. Tas U-Boot lief mit hoher Fahrt davon. Tie Lust- und Seeaugrisse gegen England. Ter englische Minister des Innern gab im Unterhäuse die Zähl der Opfer der Luftzraids und der Angrifst zur See bekannt.Hier­ nach sind bei fünf Angriffen zur See 141 Personen getötet worden, nämlich 61 Männer, 440 Frauen und 40 Kinder. 600 Personen wurden verletzt. Im Verlaufe von 142uffe angriffen seien 439 Personen getötet worden, nämlich 221 Männer, 144 Frauen und 74 Kinder. 1005 Personen wurden verletzt. Im Verhältnis zu diesen Zahlen sei die Zähl der getöteten und verwundeten Soldaten und Matrosen sehr gering. (Z.) Der Krieg zur See.</p>
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          <p>Die "Auflösung politischer Vernunft". Abg. von Hehdebrand hat es sich bekannt­ lich gefallen lassen müssen, daß die Zensur die beifällige oder auch! nur kommentarlose Wiedergabe jenes Aufsatzes verbot, mit dem er in der "Kreuzztg." die amerikanischeScheinHeiligkeit und Hinterhältigkeit ausgezeichnet beleuchtet hatte, — während sie kurz danach eine hämische und von niedrigen Ausfällen begleitete Wiedergabe des gleiches Aufsatzes durch den Schriftsteller Harden gestattete. Man hat im Reichstage den Leiter des Auswärtigen Amtes darob zur Rede gestellt. Herr von Jagow antwortete, der von Heydebrandsche . Aufsatz würde im Augenblick seiner Veröffent­ lichung die deutschen Verhandlungen gestört haben, der spätere Hardensche Aufsatz nicht mehr. Ter Staatssekretär erntete dafür den Beifall der Linken, von nationaler Seite den Vorwurf mangelnder Rücksichtnahme und ein­ seitiger Zensnrhandhabung. Es fragt sich aber, ob die Regierung, wie auf den Abg. von Heytdebrand, nicht auch, auf sich selbst größere Rück&gt;sicht hätte nehmen sollen, als sie tatsächlich! genommen hat, indem sie hier, vor aller Oeffentlichkeit, darauf beharrte, einemSchristzsteller von dem gesunkenen Ansehen und den fragwürdigen Qualitäten des Herrn Harden bei dep Beurteilung deutschier Lebensfragen den Vorzug zu geben vor einem Politiker von dem sachlichen Ernst und den hohen, nationa­ len Verdiensten des konservativen Führers. Man braucht den besonderen parteipolitischen Standpunkt des Herrn von Hehdebrand, gleich! uns, gar nicht zu teilen und wird doch schon, ein ästhetisches Mißbehagen spüren bei der' bloßen Vorstellung einer Entente unserer ben=v antwortlichen Stellen mit einem Publizisten,, von dem das vornehmere deutsche Schriftturst .seit langem abgerückt ist, dessen normwidriges! Empfinden in politicis ebenso wie seine schlecht parfümierte Stilistik nur noch ganz bestimmte Kreise lockt, und für dessen Zeitschriftuntech nehmen Bismarck seinerzeit dem Zudringlichen schon den Namen "Omnibus" vorgeschlagen ha­ ben soll. Jenem äschetischen Unbehagen würde sich, aber die offene politische Sorge unserer na­ tionalen Oeffentlichkeit zugesellen, sollte bie "Zukunft", wenn sie sich im offiziösen Mäntel­ chen spreizt, sich jemals auf stärkere Beweis-stücke stützen können, als auf einen — Miß­ griff der Zensur. Ihr Herausgeber hat, als die journalistische Ausnützung des Eulenburg-Skaüdals nichts mehr herzugeben versprach, die öffentliche, insbesondere die ausländische Aufmerksamkeit dadurch zu fesseln versucht^, daß er sich. stets dos a dos zur normalen,, vor allem zur normal-nationalen Meinung und zu den nationalen Hoffnungen stellte. Schon früh« fiel dabei dem Kenner die Treffsicherheit seines politischen Urteils auf. Als z. B. Fürst Bülow vor neun Jahren den Reichstag Wider Zentrum und Sozialdemokratie auflöste, dünkte dies Herrn Harden "zum Heulen komisch", "als die Tat blinder, von Privatwünschen ge­ blendeter Hast" und als "die Auflösung politi­ schen Vernunft". Hinterher freilich,, nach! dem glänzenden Wahlsiege Bülows hieß es in der "Zukunft": "Wer die Tinge nicht aus aUzu weiter Entfernung sah, nicht durch! seine Reis­ sentiments geblendet war, mußte die Nieder­ lage (der Sozialdemokratie) erwarten." Sol­ che Beispiele ließen sich häufen. Man versteht nun, warum die Regierung aus ästhetischen wie politischen Gründen besser täte, solche Be­ ziehungen nicht zu pflegen. Vielleicht hätte Herr von Jagow schon am Tonnersaig eine rücksichtsvollere und vorsichtigere Antwort ge­ funden, wenn er die jüngsten Exzesse der "Zu­ kunft" bereits gekannt hätte. Herr Harden $an$t dort wieder seinen dos ~ a dosf-Tänz. Herr von Bethinann ließ soeben Sir Edward Gveys abgrundtiefe Lügenhästigkeit an dem bosnischen Beispiel erneut nachweisen. Tie "Zukunft" weiß es besser und stimmt zwei Tutzend Seiten lang einen einzigen Dithyram­ bus an auf den "feinen Grüblerkopf" EhrerhGreys: "G. hät (wir wisstn's von Fernen , und Nahen) an jedem Tag und in jeder Nacht unter der Vorstellung dieses Greuels (des Krie­ ges — Vers.) gelitten; darf sich also per Menfchjheit zuzählen .... Ter Mann, der so spricht« erschauert vor Krieg wie vor Todfüude . . ." Daß Harden in dem widrigen Schwülst seiner östlich-blumenreichen Sprache dem eigenen Va­ terland in allem unrecht gibt und eine sofor­ tige pax britannica empfiehlt mit Hilfe Mister Wilsons und aus der Grundlage des uralten! Ladenhökers eines internationalen Schieds­ gerichts nebst — Abrüstungszwang, widrigen­ falls "Gewalt oder Boykott (?!)" den Zuwider­ handelnden zur Raison bringen werden; — das sei für den Feinschmecker noch, nebenher erwähnt. Indessen rückt die behördliche Stellung­ nahme gegenüber der Hardenschen Publizistik in ein noch interessanteres Licht, sieht man zu, wie die "Zukunst" diesmal nicht nur den konservativen Führer, vielmehr die alten Nationalparteien insgesamt, besonders aber die Nationalliberalen wegen ihrer letzten Kriegszielbeschlüffe mit Kübeln voll Unrat über­ schütten darf. Mgn wird Herrn Harden volles Verständnis entgegenbringen, wenn er, vor die Wahl zwischen Händler- und Kriegergeist ge­ stellt, die Palme dem ersteren reicht. Ist es aber geschmackvoll, wenn er dem "Kriegergeist" nachsagt, daß er "einem Kanzler grobes Ge­ rülpst gegen eine neutrale Großmacht vor­ schreibt"? Uud verdient M- Harden es wirk­ lich, dem Abg. von Hehdebrand vorgezogen zu werden, wenn er den Vätern der natlib. Entschließungen eine solche Note erteilt: "Dem Reich, also der Gesamtheit feiner Bürger, für Masstnware Preise abnehmen, die Riesenge«, winn und Genesung von Aktiengrippe und anderem Friedenssiechtum sichern, aus der Lunge des Meßbudenlockers nach Annexion schreien, die neuen Krieg, neuen Profit ver­ bürgt, die Waffe rühmen, die neutrale Hanldelsschiffe, also lästige Wettbewerbsmöglich!feit, zerstört: Patterjohien, deren Flamme end­ lich ins Vaterland schlägt, und deren (blauere brauner, grauer) Schein die Hoffnung gefälli­ ger Wahlmacher nicht trügt." Als im Vor­ jahre im Abgeordnetenhaus einem nationalen Redner aus denselben Unterstellungen heraus, wie hier, von dem Abg. Liebknecht "Geschäfts^ Politik!" dreingerufen wurde, brandmarkte die­ sen Zwischenruf ein anderes Mitglied des Hau­ ses laut als eine "Schamlosigkeit". Ter Pre­ sident ließ diese Kennzeichnung ohne Zensur. Vielleicht paßt sie auch hier. Vielleicht soll man es aber auch nicht so tragisch! nehmend Sie alle haben ihren Bajazzo, die Briten Herrn Churchill, die Italiener d'Annunzio, Barzilai usw. Wir haben Herrn Harden; als Beispiel der "Auflösung politischer Vernunft". (Unabhängige Nationalkorrespondenz.)</p>
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          <p>sott aber weisen wir zurück und wir glauben uns darin mit dem überwiegenden Teil des deutschen Volkes einig. (Lebhaftes Beifall.) 3icc Reichstag vor der Vertagung. Laut Berl. Tgbl .dürste sich der Reichstag nach! neus­ ten Dispositionen vermutlich, nur bis zum Oktober vertagen. Eine Vorlage auf Veylängerung der Legislaturperiode ist in sicherer Aussicht und zwar wird die Verlängerung um ein Jahr gefordert. Vielleicht kündet die Regierung ihre Absichten noch, vorher dem' Reichstage an, damit sich, die Parteien auf eine Verlängerung einrichten können, denn es ist für sie ein dringendes Bedürfnis, rechtzeitig zu wissen, ob Neuwahlen stattfinden oder nicht. Tic Einheitsspeisenkarte. Der Bundesfrat beschloß in seiner Sitzung vom Heutig gen eine Verordnung zur Vereinfachung der Beköstigung. Darnach dürfen in Gast-, Schankund Speisewirtschasten zu einer Mahlzeit nicht Mehr als zwei Fleischgerichte zur Auswahl gestellt werden. Zu einer Mahlzeit darf je­ dem Gaste nur ein Fleischgericht verabfolgt werden. Tie festen Speisefolgen dürfen höchstens aus Suppe, zwei Gängen und einem Nachtisch bestehen. Auch, sonst sind noch! ver­ schiedene Vereinfachungen vorgesehen. Tie Verordnung tritt gm 7. Juni in Kraft. Liebknecht unter Anklage. Wie nach dem Berl. Tgbl. verlautet, ist gegen den Abgeord­ neten Liebknecht nunmehr die Anklage wegen Kriegsverrats erhoben worden. Damit wür­ den im Falle der Verurteilung die Mandate Liebknechts für den Reichstag und das Abgeordinetenhaus hinfällig. (Z.)</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Tic Egerländer Musikkapelle des k. k. österr.i-ung. Jnf.-Rgts. Nr. 73 weilt zur Zeit in München, wo sie Gegenstand begeisterter Huldigungen ist. Tias Gcmcindckollegium Bajmlberg schloß den Gemeindeetat ab. Das umlagenpflichtige Steuersoll beträgt 706 802 Mk. gegen 696140 Mk. im Vorjahre. An Gemeindeumlagen wer­ den wie im Vorjahre 145 Prozent erhoben. Eine exemplarische Strafe verhängte das Schöffengericht Kaiserslautern gegen den Großfgrundbesitzer Jakob Migeot, einen der ver­ mögendsten Großgrundbesitzer der dortigenUmgebung. Er verlangte von einem armen Manne, der anfangs Februar dieses Jahres etliche Zentner Kartoffeln von ihm haben wollte, und sich erbot, den Höchstpreis von 3,75 Mk., ja sogar, wenn nicht anders, einige Pfennige mehr zu zählen, 5 Mk. für den Zentner/ Antz ders gebe er unter keinen Umständen Kariös fen ab. Das Schöffengericht verurteilte nun Migeot, nachdem dieser gegen ein Strasmanf bot Einspruch erhoben hatte, zu 5000 Mark Geldstrafe.</p>
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          <p>Straubing, 31. Mai. (Todesfall.) Hier ist der verdiente Protest. Stadtpfarrer Karl Meixner im Alter von 54 Jahren einem schweren Leiden erlegen; von seinen drei Söhtnen starb der älteste gleich bei Ausbruch des Krieges als Leutnant den Heldentod für das Vaterland, während die beiden anderen unter den Waffen stehen. , Regen, 1. Juni. (Tödlicher Unfall.) Ter 18jähr. Dienstknecht Jos. Reiner hatte am Samstag nachmittags ein Blöcherfuhrwerk nach, Regen zu leiten. Auf der steilen Mettench.' Straße wurde die Bremse defekt, die Pferdej scheuten und beim Versuch den Wagen zum Halten zu bringen, geriet Reiner unter die Räder und wurde erdrückt. Viechtchch, 1. Juni. (Geschloffene Bäcker reien.) Mit bezirksamtl. Beschluß wurde die Bäckerei Trellinger in Gotteszell auf drei Tage, die des Gg. Kraus dortselbst auf v Tage gejs.chlassen, da die Nachprüfung ergäb, daß sie die Zahl der von ihnen abgelieferten Brotz­ marken zu hoch angegeben hatten, um eine größere Mehlmenge zugewiesen zu erhalten. Zwiesel, 31. Mai. (Preistreibereien.) Dem "Str. Tagbl." wird geschrieben: Tie schon bei den Brennholzversteigerungen für den Lokal­ bedarf aufgetretenen Preistreibereien erreich­ ten bei den allgemeinen Brennhvlzversteigep» rungen der abgelaufenen Woche ihren Höhe­ punkt. Tie gebotenen Preise übertrafen bisher alles Dagewesene. So wurde beispielsweise ein Brennholzquantum, das mit 220 Mark Taxe aufgeworfen wurde, auf sage und schreibe: sechshundert Mark hinaufgetrieben und von einem hiesigen Holzhändler erworben. Turchsschnittlichj wurden 200 Proz. der Taxe gelöst. Dazu steht das Holz noch im Walde und mutz auch noch der teure Fuhrlohn bezählt wer­ den. Wo soll das noch hinführen? Ten Staat als Waldbesitzer kann man für die jetzigen unerschwinglichen Holzpreise nicht verantwort­ lich' machen, Schuld daran sind einzig und allein die Händler. Freyung, 1. Juni. (Fischsterben.) Nachdem schon vor einigen Jahren auf der zweitenParftie der großen Ohe, gepachtet von Hrn.Land­ rat Sa,ng dahier, ein sehr großes Fischsteriben erfolgte, wurden auf dieser Fischwässer­ strecke in den letzten Tagen wiederum eine An­ zahl toter Fische (Huchen, Aeschen und Fo­ rellen) gesunden. Während das erstere Fische sterben infolge Eintritts von Kalkmassen in den Bach erfolgte, ist die Ursache des neuerslichen Fischsterbens bis jetzt noch! unbekannt. Tjrajchselsried, 1. Juni. (Blitzschlag.) In der Nacht zum Samstag schlug der Blitz in den Stall des Bauers Ebner (Kapl) in Brennersiried und tötete die zunächst der StalttürÄ befindlichen zwei schweren Ochsen und eine Küh'. Passau, 1. Juni. (Ter Saocharinschmuggler) Kajetan Schinkinger, Anwesenspächter von Hartmannsreuth bei Wegscheid, wurde vom hie­ sigen Landgericht wegen Schmuggels von 20 Schweinen nach Oesterreich' zu 4000 Mark Geld!? strafe oder 1 Jahr Gefängnis, einem Jahr Gefängnis, ferner zum Wertersatz der geschmug­ gelten Ware im Betrage von 1000 Mark ver­ urteilt. Schinkingcer wurde sofort in Haft ge­ nommen. Riederdayerisches Schwurgericht. Straubing, 30. Mai. Tie ledige Dienstmagd Maria Busl von Schwatzkosen kam am 3. Februar heurigen Jah­ res in dem Anwesen ihres letzten Dtenstherrn des Bierbrauers Georg Pfrombach in Geisen­ hausen außerehelich zum drittenmale nieder; das neugeborene Kind soll sie nach der Anklage sogleich durch Zudecken mit Bettstücken oder anderen weichen Gegenständen vorsätzlich' ge­ tötet haben. Sie gab an, daß dasselbe tot geboren wurde. Zuerst Mars sie dasselbe in den Abort, nahm es wieder heraus und schließslich versenkte sie die Leiche in einem best Psesb senhausen gelegenen Weiher. Tie VchhanVlung, in der Herr Rechtsanwalt Schreiner,, Landshut, die Verteidigung führte, endete mit der Verurteilung der Angeklagten wegen fahr­ lässiger Tötung zur Gefängnisstrafe von 9 Monaten, worauf 3 Monate der Untersuchungs­ haft in Anrechnung kommen. Niederbayerische Nachrichten.</p>
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          <p>Lokales. Landshut, 2. Juri. —* Doppelte Auszeichnung. • Das Eiserne Kreuz erhielt der bereits mit dem Militärverdienstkreuz ausgezeichnete Artillerieunteroffizier Herr Joh'.z Ertl, Sohn des Hrn. Weichenwärters Ertl hier. —* Das Eiserne Kreuz wurde dem früheren Oberkellner Herrn Franz Müller hierf, verliehen. —* Asiago und Arsiero gefallen. Diese Freudenbotschaft brachte vorgestern der Draht. Wir freuen uns aufrichtig des Er­ folges unsrer tapferen Verbündeten. Ihr Er­ folg ist ja auch der unsre. Besonders dieA ^mal, wo es gilt, die welsche Tücke zu Strafen, fliegen unsren Verbündeten bei jedem Schlag den sie den treulosen Italienern verisietzM, alle deutschen Herzen und die heißesten Wünj- sche zu, es möge ihlnen gelingen, den Treubruch des verräterischen Verbündeten kraftvoll zu züchtigen. Alsbald nach Eintreffen der ■ Nach­ richt prangten denn auch unsre Straßen im Fahnenschmuck, unter dem besonders die Far­ ben unsrer siegreichen Verbündeten schwarzgelb sehr stark vertreten waren. Gestern und heute haben auch' die staatlichen Gebäude be­ flaggt. . —* Zur Nagelung unsres Kriegswahr­ zeichens zogen am Mittwoch vormittags die Höhere Töchterschule der Ursulinen und deren Vorschule vor das Rathaus und überreichten eine namhafte Nagelspende. —* Die Nagelung eines KriegsWahrzeichens in der K. Kreisackerbau schule für Niederbahern in Schönbrunn hat durch die Lehrer, Schüler und das Personal der Anstalt am 21. v. Mts. stattgefunden. Das erzielte Erträgnis von 180,60 Mark hät die Inspektion der Anstalt in anerken'nensswerter Weise der hiesigen Kreis'sammtzlsteslle für Zwecke des Roten Kreuzes zur Verfügung gestellt. Es findet zur Bestreitung notwerch diger Bedürfnisse bei der KveisjsammelsteW und bei den hiesigen Lazaretten Verwendung. —* Der Viktualienmarkt war heute an Viktualien nur mit Top fen käse bestellt. — Dritter, Schmalz und Eier fehlten vollständig. Erdbeeren gab es in größerer Menge, ebefiso Blumen unb Kräuter, darunter auch Kamil­ lentee. Auch die ersten Pilze — frische Frauentz stchwämme — waren in einigen Exemplaren vorhanden. —* Der Kartoffelmarkt war heute wieder sehr schwach bestellt, doch! wär auchj die Nachfrage nicht allzustark, was Wohl den bereits vorhandenen neuen Gemüsen zuznß schreiben ist, deren Verwertung in der Küche den Kartoffelverbrauch erheblich beschränkt. —* Die 300000- Mark-Prämie der Preußisch-Süddeutschen Klässenlotterie fiel auf Los Nr. 134927. —* Durchgebrannt war ein Zögling der Zwangserziehungsanstalt Rothenfeld. Ter Aus­ reißer wurde am Mittwoch hier festgenomlnten 4 und in die Anstalt zurückgeliefert. . —* Das Wetter war ant gestrigen HiMmelfahrtstage in den Vormittagsstunden nicht besonders einladend. Erst gegen Mittag klärte sich der Himmel auf und der Nachmittag brachte teilweise sommerliche Wärme, fodaß sich noch ein reger Verkehr in unsre Ausflugsorte ent­ wickelte. —* Infolge Maul- und Klauen­ seuche in Neumühle und Niederaichbacherau haben die Gemeinden bis Schönbrunn herauf neuerdings Marktverbot erhalten. Tie Seuchetpgehöste sind Sperrbezirk, die Ortsflur Nich deraichbacherau Beobachtungsbezirk.</p>
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          <p>Dienstesvachrichten. Staatseisenbahn. Befördert in etatsm. Weise: ab 1. Mai c. zum Oberlokomotivfühverj Lokomotivführer Al. Miller von Pfarrkirchen in Plattling, Friedrich Dolch und Joh. MaiersHofer von Pasfau in Augsburg. Ernannt in etatsm. Eigenschaft ab 1. Mai c.: zum Wagens­ wärtergehilfen: Gehilfe Max Binder in Pas­ sau, Frz. Funk in Plattling.</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 2 Juni 1916. Luft . . 19 Grad C. Wasser 17 (Brak C</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Betreff: Einhebung Ser Kanalbenützungsgebühren pro 1916. Zur Einzahlung der fälligen WMWuWWttll pro 1916 wird die Zeit vom 5. mit 6. Jufli lsd. IS. bestimmt. Die Schuldigkeit ist bet der Stadthauptkaffe (Fletschbankgaffe) zu begleichen. Unmittelbare Einzahlung in bar oder mit Scheck kann dort nur in der Zeit von 8—12 Uhr vormittags und von 2—5 Uhr pachmittags erfolgen. fi .Kie Ktadthauptkaffe.besitzt auch Girokonto bei der S. Filialbank Landshut. Da» Postscheckkonto führt die Nummer 3195 München. Auf dem Abschnitt von Postanweisungen, Zahlkarten, Ueberweisungen rc, ist Name und Wohnung des Einzahlers, sowie Betrag und Gegenstand der Zahlung anzugeben. Bei Be­ nützung des Postscheckkontos sind die Zahlkartengebühren mtteinzusende». Dieselben betragen bis zu 25.— Mk. 10 Pfg., von mehr al» 25.— Mk. bis 500.— Mk. 20 Pfg. Säumige Zahlungspflichtige werden nach Umfluß der obenerwähnten Frist gegen $lne Gebühr von 20 Pfg. gemahnt. Äandshut, dm 31. Mai 1916. «BiaÖtmagijdtraf. Marschall. ine - Schwarz. Bekanntmachung. Betreff r Papiersammlung. Nachdem die Papiersammlung voraussichtlich kn nächster Zeit geschloffen wird», bitten wir noch vorhandene Vorräte an entbehrlichen Zeitungen und sonstigem Altpapier jeglicher Art, Abfallpapier, Packpapier, Zeitschriften, auch illustrierte Schriften, gedruckte und geschriebene Bücher, Hefte, Geschäftspapiere, Adreßbücher, Kursbücher, Kataloge, Frachtbriefe usw. umgehend im Kathaus-Burrau Kr. 8 oder durch Telefon Kr. 38 anzu­ zeigen, damit deren Abholung veranlaßt werden kann. La ndshut, den 31. Mai 1916. Stadtmagistrat Marschall. 1179 Schwarz.</p>
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