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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-06-20"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 166</biblScope>
          <date when="1916-06-20">1916-06-20</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Tages-Uebersicht. lortien, welche die schlechtesten aller Kolonialtülfer waren. Gut, Sie haben Polen, Kur­ land, Belgien, die ganze Maas, die Erzbecken Lothringens und die Kohlengruben Flanderns. Wir wollen keinen Frieden machen. Gut, Sie werden Ihren mit Maschinengewehren und Ge­ schützen gespickten Grenzwall — einen Limes gettnanicus wahrhastig! — um Ihre Erober­ ungen ziehen. Vorn werden die Landstürmer Wache stehen, und hinten werden sich Ihre Familien es in unsern reichen Ländern wohl sein lassen. Inzwischen werden wir im Na­ men der Menschlichkeit die Amerikaner, die Rumänen, die Chinesen oder wer sonst noch aus der Welt Lust hat, dieselben Erfahrungen zu machen, wie wir, beschwören, uns zu be­ freien. Tgs sind die Aussichten, die ich vor Mir sehe. Vielleicht täusche ich mich. Aber wenn mir jemand prophezeien würde, daß ich den Abschluß, des Friedens nicht erleben werde, so würde ich ihm glauben. Tas ist der G edanke, Mit dem ich, ein nachdenklicher Südfranzose, in deutsche Gefangenschaft gehe." (Kb.) W. Ächeuermann, Kriegsberichterstatter. Tazes-WerW. Moltkes Tod. Ueber die näheren Umstän­ de des plötzlichen Todes Moltfes geht dem W.ss!T.-sB. noch folgender Bericht zu: Auf seinen Wunsch erhielt der stellv. Generalstabs­ chef, Generaloberst to. Molthe, das Wort zu einem Nachruf namens der Armee und des Generalstabs. Er sprach etwa 10 Minuten lang packende Worte der Freundschaft für den jVerstorbenen und nahm dann wieder seinen Stuhl ein. Ter türkische Botschafter begann in deutscher Sprache einen Nachruf. Er mochte etwa 5 Minuten geredet haben, als die Nächst­ sitzenden Moltke auf seinem Stuhl sich strecken und stöhnend Hintenüber sinken sahen. Tie Benachbarten und einige anwesende Aerzte sprangen bald zu und legten den Ohnmächtigen aus den Boden. Ter Vorsitzende schloß sofort die Versammlung und bat sie, den Raum mög­ lichst schnell zu verlassen, da Moltke ein ernst­ licher Unfall zugestoßen sei. Tie Aerzte, denen die Oberschwester und.Schwestern des Lazaretts Mit helfender Hand beigesprungen waren, stell­ ten nach wenigen Minuten durch Herzschlag eingetretenen Tod fest. Es war ein ergreifen­ des Bild, wie der Verstorbene auf dem roten Teppich der als Trauerhalle dekorierten Wan­ delhalle ausgestreckt lag, unter der Marmorbüste seines Freundes und Kameraden des Geldmarschalls Freiherrn b. d. Goltz, dem er soeben schöne Worte treuer Kameradschaft ge­ widmet hatte, das brechende Auge auf das große Standbild Kaiser Wilhelms I. gerichtet, das in der Mitte des Kuppelraumes steht. Der Reichsrat hält seine nächsten Voll­ sitzungen am 27. und 28. Juni ab. 1 Tic Königin von Rumänien kommt nach SScrttn. "Az Est" meldet: Tie Königin von Rumänien begibt sich über Budapest und Wien nach Berlin. Sie reist inkognito. (Z.) Ausständige Seeleute in Spanien. "Pettt Journal" meldet aus Madrid: Tie Besatzungen der Handelsschiffe sind in Barzelona, Gijons Bilbao, Huelva und Valencia ausständig. Ne­ ben einer 50prozentigen Lohnerhöhung for­ dern die Seeleute, daß man sie angesichts der gegenwärtigen Gefahren für die Schiffahrt in eine Lebensversicherung einkaufe. Ausfuhr sibirischer Butter nach« England. Wie aus Petersburg gemeldet wird, ist das Gesuch der sibirischen Handelskammer, eine Million Pud sibirischer Butter über Wladi­ wostok uach England zu exportieren, genehmigt worden. Ter Transport soll auf japanischen Dampfern erfolgen. Trotz des Protestes der landwirtschaftlichen Einkaufsgesellschaften in Zentral-Rußland erfolgte die prinzipielle Ge­ nehmigung zur Bntterausfuhir unter der Be­ gründung, daß infolge der Überlastung der sibirischen Strecke für Heereszwecke eine Ein­ fuhr in die europäischen Gouvernements un­ möglich sei. Zudem wäre in Anbettacht der geringen Ausfuhr das Gesuch der sibirischen Exporteure nur zu billigen, da dadurch eine Beeinflussung des Valutakurses zu erwarten Jet. Japaner in China. "Taily Mail" meldet aus Tientsin: In Peking und Schanheikwan sind japanische Verstärkungen angekommen.</p>
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          <p>Im Westen unternahmen die Franzosen im Maasgebiet wieder neue Angriffe, wur­ den aber überall abgeschlagen, ebenso ein fran­ zösischer Handgranatenangriff an der belgischfranzösischen Grenze bei Chavonne. , Unsre Flieger belegten Baccarat undRaon PEtap'Pe mit Bomben. Sure! feindliche Flug­ zeuge wurden abgeschossen. Im Osten konnte die Heeresgruppe Linsin­ gen neue Erfolge erringen. Am Sthr, und am Stochod wurden russische Gegenstöße zurück­ geworfen, während nordwestlich Luck die Käm­ pfe weiter einen für uns günstigen Verlauf nehmen. ; i Tie österr.-ungar. Truppen haben bei Lopuszno russische Angriffs, die in neun Glie­ dern geführt wurden, zurückgeschlagen, wobei die Russen schwere Verluste erlitten. Das eine steht nun fest: Tie russische Offensive ist in Wolhynien zum Stillstand gekommen. Nur in Südostgalizien konnte der russische Massen­ ansturm noch nicht völlig eingedämmt werden. Doch dürften auch! hier sich die Gegenmaß­ nahmen bald fühlbar machen. An der italienischen Front unternahmen die Italiener an der küstenländischen Front bis zu den Dolomiten mehrfache Angriffe, die aber sämtliche scheiterten. Südlich! des Bujsi Bollo konnten sogar die österr.-ungar. Truppen den Italienern einen Höhenrücken abnehmen, wobei mehr als 700 Italiener in Gefangen­ schaft gerieten. Im Vardartale kommt es täglich zu Artil­ leriekämpfen und Patrouillengesechten. Nach dem bulgarischen Bericht vernichteten die Eng­ länder und Franzosen in dem von ihnen be­ setzten Gebiete die Ernte mittjels Brandbom­ ben. Sonst gab es an dieser Front nur Flieger­ aktionen beiderseits. Tie Seeschlacht bei Jütland, wie sie jetzt heißt, läßt die Engländer nicht ruhig schlafen. Teutsche Kraft hat Hier an der letzten Stütze englischen Machtbewußtseins mit Erfolg ge­ rüttelt. Zuerst haben schon die Zeppeline und U-Boote dem englischen Tünkel einen getodti tigert Stoß versetzt. Nun hat die Seeschlacht gezeigt, daß auch die bishier als unüberwind­ lich geltende englische Flotte selbst bei nume­ rischer UeberMacht der deutschen Flotte nicht gewachsen ist. Tas dürfte nicht bekannt wer­ den, nicht den Neutralen' und ita# weniger den eigenen unterjochten Völkern. Wie dies gemacht wurde, davon gibt eine Amsterdamer Meldung ein getreues Bild. Es heißt dort: "Wie wir aus zuverlässiger Quelle er­ fahren, war der erste Bericht, den Admiral Jellicoe über die Seeschlacht vor dem Skager­ rak an die englische Admiralität sandte, derart niederschmetternd, daß die Admiralität ihn nicht veröffentlichte. In diesem Bericht ist die englische Niederlage offen zugegeben, die Ver­ antwortung aber dafür auf Admiral Beatth geschoben worden. Erst nachträglich!, nachdem man sich vom ersten Schreck erholt hätte, fand man offenbar in England, daß setzt alles darI auf ankam, wenigstens nachträglich! den auch, I durch die privaten Nachrichten von den einI laufenden Schiffen verbreiteten niederdrücken1 den Eindruck — namentlich auch dem Ausland gegenüber — so viel wie möglich zu besei­ tigen. Es wurde daher eine unleugbar geschickt organisierte moralische Rettungsaktion unter­ nommen, die sich aus amtlichen Berichten,) feierlichen gegenseitigen Beglückwünschungen und frei erfundenen Darstellungen über die deutschen Verluste zusammensetzte und ihren Eindruck wenigstens zeitweilig nicht verfehlt hat. Wird, einmal bet' erste Bericht Jellicoes ans Licht gezogen, dann wird die Welt erfah­ ren, wie der Führer der englischen Flottck selbst über den. Verlaus der Seeschlacht gedacht hat. (SO</p>
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          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 19. Juni. Mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlich« KrieMMch. Südlich der belgisch-französischen Grenze bis zur Somme hielt die lebhafte GefechtsEtigkeit an. N Ein französischer Handgranatenangriff bei Chavonne, östlich von Vaillh, wurde abgewie­ sen. Eine deutsche Sprengung auf der Höhe La fille morte (Argonnen) hatte guten Erfolg. Im Maasgebiet lebten die Feu erkämpft erst gegen abend merklich auf. Nachts erreich­ ten sie am "Toten. Mann" und westlich davon sowie im Frontabschnitt vom Thiaumontwalde bis zur Feste Vaux große Heftigkeit. Wie nachträglich gemeldet wird, ist in der Nacht vom 18. Juni am Thiaumontwalde ein feindlicher Vorstoß abgewiesen worden. Weitere Angriffsoersuche wurden gestern durch Feuer vereitelt. In den Kämpfen der letzten beiden Tage sind hier rund 100 Franzosen gefangen genom­ men worden. Mehrfache nächtliche Angriffsunternehmungen des Gegners im Fuminwalde wurden im Handgranatenkampfe jedesmal glatt abge­ schlagen. Je ein englischer Doppeldecker ist bei Lens und nördlich von Arras nach Luftkampf abge­ stürzt. Zwei der Insassen sind tot. Ein französisches Flugzeug wurde westlich der Argonnen abgeschossen. Ein deutsches Fliegergeschwader hat Bahn­ höfe und militärische Fabrikanlagen von Bac­ carat und Raon P(Stope angegriffen. Schlich« KrkqrschMlis. Auf dem nördlichen Teile der Front keine, besonderen Ereignisse. Auf der mit Militärtransporten belegten Eisenbahnstrecke Liachowitschi—Luniniec wur­ den zahlreiche Bomben abgeworfen. Bei der Heeresgruppe des Generals von Linsingen wurden am Sthr, westlich von Kolli und am Stochod in Gegend der Bahn Kowel— Rowno russische Angriffe zum Teil durchs er­ folgreiche Gegenstöße zurückgeworfen. Nordwestlich von Luck stehen unsere Trup­ pen in für uns günstigem Kampfe. Tie G,efangenenzahl und die Beute hat sich erhöht. Südwestlich von Luck gxeifen die Russen in Richtung auf Gorochow an. Bei der Armee des Generals Grasen von Bolhmer ist die Lage unverändert. BattanllriegssLa^platz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>Südöstlich von Lopuszno griff der Feind Mit großer Ueberlegenheit unsre Stellungen an. Tas bewährte Infanterie-Regiment Nr. 44 schlug, unterstützt von vortrefflicher Artilleriewirkung die neun Glieder tiefen Sturmkolon­ nen 'chhne Einsatz vop Reserven zurück. Tier Feind erlitt schwere Verluste. Auch! ein in diesem Raum versuchter Nachtangriff scheiterte. Bei Gorochow und Lokaczh wiesen wir starke russische Angriffe ab. Am oberen Stochod wurde Raum gewonnen. Italienischer Kriessschauplatz. Gestern abends wiederholte sich das sehv heftige Feuer der Italiener gegen unsre Stel­ lungen zwischen dem Meere und dem Monte bet Sei Busi. Ein Versuch des Feindes, bei Selz vor­ zugehen, wurde sofort vereitelt. Im Nordabschnitt der Hochfläche von Toberdo kam es zu lebhaften Minenwerfer- und Handgranatenkämpfen. An der Tvlomitenfront scheiterte ein feind­ licher Nachtangriff bei Rufreddo. An der Front zwischen Brenta und Astico wiesen unsre Truppen wieder zahlreiche Vor­ stöße der Italiener, darunter einen starken An­ griff nördlich des Monte Meletta, ab. Südlich des Busi Bollo wurde der nächste Höhenrücken erobert. Drei feindliche Gegen­ stöße mißlangen. In diesen Kämpfen wurden über ! ! ! ; 700 Italiener, darunter 25 Offiziere, gefangen genommen,) 7 Maschinengewehre und 1 Minenwerfer erbeutet. Südöstlicher Kriegsschauplatz» An der unteren Vojusa in den letzten Ta­ gen Geschützkämpfe. Der stellvertretende Chef des Generalstabes r v. Hoe fe r, Feldrnarfchalleutnant. Ter Höhepunkt des Krieges. Genf, 19. Juni. Die Stunde der Hand­ lung auf allen Kriegsschauplätzen ist nahe, schreibt heute der Senator Beranger im Paris Midi: Wir nähern uns dem Höhepunkt des Krieges. Niemals waren die Worte "Siegen oder sterben" mehr die Parole für die Heere, Regierungen und Völker. Me Arsenale sollvln ihre Arbeit verdoppeln, die Armeen müssen ihr letztes geben. Zu wagen wissen ist heute unsere höchste Pflicht, wie es früher Pflicht war, uns vorzubreiten. Vertrauen wir fetzt auf die FÜHirer der Entente. (Z.) Tie Friedenshioffiiung. Rio tt er dam, 19. Juni. Ter unter dem Namen Wahfarer bekannte Mitarbeiter der Wochenschrift "Nation" erklärt, daß genaueKenner der Verhältnisse, die die militärischen Er­ eignisse überlschauen, der Ansicht sind, daßj der Friede nicht mehr weit enffernt sein könne- Es sei nicht anzunehmen, daß dev Krieg noch länger als im äußersten Falle 5 bis 6 Monate dauern werde. Tie Vorstellun­ gen über die angebliche Zerrüttung des deut­ schen Staatenbundes verschwänden allmählich. (Z.) Ttts Geld der Kleinen. Kristiania, 18. Juni. Rach einer Mel­ dung eines hiesigen Blattes beabsichtigen Frankreich und England eine Anleihe von 100 Millionen Kronen in Skandinavien aufzuneh­ men, von der auf Norwegen 40 Millionen Kronen entfallen sollen. Tie Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Tie Anleihe soll nach dem Blatte die französischen und eng­ lischen Schulden in Skandinavien bezahlen. Man setzt voraus, daß der Betrag nicht aus Norwegen herausgezogen wird. England in Persien. P e t e r sb u r g, 19. Juni. Ein Telegramm aus Teheran Meldet, daß das von der indi­ schen Regierung aufgestellte Expeditionskorps Korina erreichte und alle Punkte in der Pro­ vinz besetzt hat, die von Bedeutung sind, um die Ordnung in der ganzen Gegend bis zum Persischen Golf auffecht zu erhalten und den Feind zu verhindern, in Beludschistan und Afghanistan einzudringen und die muselmani­ sche Bevölkerung dieser Länder gegen England in Auffuhr zu bringen. Tie Alliierten halten von jetzt ab den ganzen südöstlichen Teil Per­ siens, der ihr Einslußgebiet bildet, fest in Händen.</p>
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          <p>Tte Lage bei Verdun. Haäg, 19. Juni. Von englischer (leite wird bestätigt, daß die Lage bei Verdun in erster Linie der Grund war, warum Btziand und Jofffe nach London kamen. Es wird an­ gedeutet, daß beide eine sofortige ausgedehnt« Hilfe Englands verlangten, um ein weiteres Verbluten Franffeichs bei Verdun zu verhin­ dern. England machte den Gegenvorschlag einer zeitweiligen Räumung der Stellungen bei Verdun, wenn die russische Offensive nicht eine unmittelbare Entlastung bringe. In Holland ist man überwiegend der Ansicht, daß Franffeich jedoch, aus dem Beginne einer so­ fortigen englischen Offensive bestand und daß diese nun auch in wenigen Tagen beginnen werde. (Z.) Regierungskrise in Frankreich? Z/nvich, 19. Juni. Wie der Pariser Korrespondent der "Gazette de Lausanne" Mel­ det, rechnen die Gegner Briands damit, daß dieser in der gegenwärtig tagenden Geheim­ sitzung gestürzt, werde. Mehrere Kombinatio­ nen für den Nachfolger würden bereits hinter den Kulissen bereit gehalten. Am meisten Aus­ sicht im Falle einer Katastrophe habe ein Ka­ binett Clemenceau. Dessen Rückkehr zur Macht werde aber wahrscheinlich! auch! eine Krise int Präsidium beit Republik und int Oberkomman­ do zur Folge haben. (3.) Vom westlichen Kriegsschauplatz.</p>
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          <p>Tie russische Offensive. Köln, 18. Juni. Zum Stillstand des russischen Vorstoßes meldet die "Köln. Ztg.": Durch das Eingreifen deutscher Truppen ist es gelungen, den russischen Offensivstoß zu brechen und zum Stehen zu bringen. Tie rus­ sischen Truppen machen den Eindruck der Er­ schöpfung. Tem Gegner zeigten sich, die Kampfverhältnisse wesentlich anders, als wie sie ihm von den führenden Stellen dargestellt wurden. Man hatte den russischen Truppen gesagt, daß der Gegner mürbe sei und fliehen würde und der ganze Vormarsch nur ein Parademarsch werden würde. Beim Beginn der russischen Operationen an der wolhhnischen Front war die schwere Artillerie stark am Kampfe mit­ beteiligt. Sie setzte aus, als es zum Vormarsch kommen sollte, denn es gelang den Russen nicht, ihr Geschützmaterial durch! das Sumpf­ land vorzubringen. Ten neuesten Nachrichten zufolge hat sich die Lage noch mehr gebessert. m Geringe österreichische Geschützverluste. Wien, 19. Juni. Von unterrichteter Seite wird mitgeteilt, daß die österreichisch^ Armee während des ganzen Ansturmes der Russen an Geschützmaterial nur vier moderne Batterien verloren hat. Was die Russen an Kanonen erbeutet haben, sind im großen Gan­ zen alte Kartaunen, die in Stellung gebracht dort eingebaut und nicht mehr zurückgenom­ men werden konnten. Zur Ausgabe von Czernowitz. TDP. Der Berichterstatter des Berl. Tgbl. Adelt, meldet aus b^nr k. u. k. Kriegspresse­ quartier unterm 18.: Soweit es den Russen geglückt war, aus den lang umkämpften TnjestrSchleisen herauszukommen und über Okna hi­ naus wt’8irrttffl l en, mußte die ganze österreich­ Vom östlichen Kriegsschauplatz. isch-ungarische Front zwischen Tnjestr und Pruth von der beßarabischen Grenze zurück­ genommen werden. Ter Südslügel der Armee Pflanzer-Baltin wurde daher aus diesen Stel­ lungen auf die Pruthlinie verlegt. Tie Auf­ gabe der Linie bedingte aber auch die AnsgckbÄ der Stadt Czernowitz selbst. Es war daher notwendig den unglücklichen Bewohnern der Stadt Zeit und tunlichst auch Gelegenheit zur Flucht zu verschaffen. Tas PrnthUfer wurde deshalb vor und beiderseits Czernowitz mit ausreichend starken Nachhuten besetzt. Russische Uebergangsversuche scheiterten an der Wach­ samkeit der Verteidiger. Aber schon waren im Osten und Norden die russischen Geschütze itti Reichweite der Stadt gelangt und begannen nicht allein die Uferschanzen und den Bahnhof, sondern auch die Innenstadt zu bombardieren. Um die Stadt nicht nutzlos völligem Verderben preiszugeben, wurde deshalb die Ausgabe be­ sohlen. In stetem Nachhutkampfe mit inzwi­ schen über den Pruth gelangten feindlichen Ab­ teilungen zogen sich die Verteidiger auf das Gros der Bukowina-Truppen zurück. Tie schöne Hauptstadt der Bukowina, von der sich der Geschützdonner während des ganzen Feld­ zuges nicht außer Hörweite entfernt hat, ist damit von neuem dem russischen Einfall aus­ gesetzt, der hoffentlich noch kürzer als der frü­ here werden wird. (Z.)</p>
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          <p>ihr weiteres Vordringen nicht wahrscheinlich! ist. Deshalb bleibt die rumänische Regierung weiter aus einem abwartenden Standpunkt und erwartet weitere entscheidende Ereignisse. Nur das empfindet die rumänische Regierung seht: unangenehm, daß, Rußland durch die Verlet­ zung des Grenzgebiets abermals einen Versuch maä)te, die außerpolitischen Zukunstspläne Ru­ mäniens auszuspähen. Tie rumänische Getrei-eliefirmrrg. Frankfurt, 19. Juni. Aus Budapest, 18. Juni, wird der "Frks. Ztg." gemeldet: An der österreichischen Grenze hat der Transport von Getreide und anderen Waren aus Rumä­ nien wieder begonnen. Vorgestern wurden 107 Waggons mit Getreide und Wein nach der Bukowina befördert. Griechenland und die Entente. Kopenhagen, 18. Juni. Wie dieWjedomosti aus Athen berichten, könne jetzt nicht mehr mit einem ernstlichen Widerstand Grie­ chenlands gegen die Maßnahmen der Entente­ mächte gerechnet werden, da sich! die griechschische Regierung durch, jedefeindlichp Aktion dem aussetzen würde, daß, die Alliierten Athen von der Land- wie von der Seesette bedrohen und von jeder Verbindung mit der Außenwelt abschließen würden. Turch die neue Bahn­ linie Saloniki—Athen beherrschen die Alliier­ ten jetzt vollkommen die Lage von der Land­ seite aus, während von der See aus die eng­ lisch-französische Flotte für Griechenland eine ausreichende Warnung sei, keine feindliche Ak­ tion gegen die Absperrmaßregeln der Entente­ mächte zu wagen. Wie der Korrespondent ver­ sichert, sei die Blockade nicht in vollem Um­ fange durchgeführt und eine beschränkte Zu­ fuhr von Lebensrnitteln gestattet worden, wo­ zu die emglisch-französischen Kommandieren^ den durch einen Befehl Serrails veranlaßt wären, der darauf hinwies,. !daß nach einem Sturze des Kabinetts Skuludis auch mit einer Stimmungsänderung zugunsten der Entente ge­ rechnet werden müsse. Turch eine Aushungerungspolitik würden sich die Alliierten aber vorzeitig die Sympathien eines Teiles der Venezilisten verscherzen und sie den Anhän­ gern des Königs in die Arme treiben. Ta die finanziellen Schwierigkeiten zugenommen hät­ ten, sei mit einer plötzlichen Demission des Kabinetts und einer Neubildung phne Skuludis und Gunaris zu rechnen. Aus diesen Grün­ den, erklärt der Korrespondent, nehmen die Allierten noch eine abwartende Haltung ein, d te nur dadurch sich ändern könnte, wenn die griechische Regierung, trotz der Aussichts­ losigkeit des Unter sang ens, sich dennoch als geheimer Bundesgenosse der Zentralmächte er­ weisen sollte. In der Epirus-Frage sei jetzt insofern eine Aenderung eingetreten, als die Ententemächte mit größerem Nachdruck als bis­ her die italienischen Rechte im griechischl-ita-l lienischen Streitfall vertreten würden. (m.) Griechenland und der Bietdpr-anvs ' ' Bern, 19. Juni. Rach einer Meldung des "Secolo" aus Athen besetzten die englischen Truppen die Insel Eules bei Kreta,</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Ter türkische Bericht. Konstantinopel, 18. Juni. Das tür­ kische Hauptquartier teilt Mit: An der Jrakfront keine Veränderung. An der Kaukasusfront auf dem rechten Flügel keine Ereignisse von Bedeutung. Im Zentrum an einzelnen Stellungen Austausch von Jnfänterie-. und Artilleriefeuer. Auf dem linken Flügel besetzten unsere Erkundungsab­ teilungen einige Vorpostenstellungen des Fein­ des, vertrieben ihn daraus und fügten ihm Verluste zu. Ein Torpedoboot und 2 feind­ liche Flugzeuge, die auf dem Meere bei der Insel Keusten bemerkt wurden, wurden durch unser Feuer vertrieben. Zwei unserer Fluggeuge überflogen die Insel Tenedos, warfen mit Erfolg Bomben auf Anlagen des Feindes und kehrten unversehrt zurück. Sonst nichts Neues.</p>
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          <p>Neue Unruhen in Irland, ß (o n b o n, 19. Juni. Nach einer Mel­ dung des Reuter-Bureaus ist es gestern in Dublin zu Unruhen gekommen, als die Polizei gegen den Umzug einschritt, der mit einer republikanischen Fahne von einer Gedächtnis­ feier für zwei kürzlich hingerichtete SinnFeiner zurückkehrte. 3 Polizeibeamte trugen Verletzungen davon, 7 Personen wurden ver­ haftet. Der Krieg mit England.</p>
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          <p>Gesunken. London, 19. Juni. Lloyds meldet: Ter englische Dampfer "Gafea" (3922 Tonnen) wur­ de versenkt. London, 19. Juni. Lloyds Meldet, daß der spanische Dampfer "Mandioil" sank. Die Mannschaft ist gelandet. Gesunken. Marseille, 19. Juni. Ter kleine eng­ lische Dampfer "Sardinia" ist gesunken, 20 Mann der Besatzung wurden gerettet. Tas Schicksal der "Appam". Kopenhagen, 18. Juni. Nach engli­ schen Pressemeldungen hat die englische Re- Der Krieg zur See. gierung — trotz wiederholter Vorstellungen — in Washington bisher die Auslieferung der "Appam" nicht durchsetzen können. Nach Lansings bisherigen Erklärungen besteht auch keine Hoffnung, daß in dieser Frage eine Acht» derung zu erwarten sei. Mit der "AppaM^ verliert die Liverpooler Schiffahrtsgesellschaft das elfte Schiff. (nt.)</p>
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          <p>lortien, welche die schlechtesten aller Kolonialtülfer waren. Gut, Sie haben Polen, Kur­ land, Belgien, die ganze Maas, die Erzbecken Lothringens und die Kohlengruben Flanderns. Wir wollen keinen Frieden machen. Gut, Sie werden Ihren mit Maschinengewehren und Ge­ schützen gespickten Grenzwall — einen Limes gettnanicus wahrhastig! — um Ihre Erober­ ungen ziehen. Vorn werden die Landstürmer Wache stehen, und hinten werden sich Ihre Familien es in unsern reichen Ländern wohl sein lassen. Inzwischen werden wir im Na­ men der Menschlichkeit die Amerikaner, die Rumänen, die Chinesen oder wer sonst noch aus der Welt Lust hat, dieselben Erfahrungen zu machen, wie wir, beschwören, uns zu be­ freien. Tgs sind die Aussichten, die ich vor Mir sehe. Vielleicht täusche ich mich. Aber wenn mir jemand prophezeien würde, daß ich den Abschluß, des Friedens nicht erleben werde, so würde ich ihm glauben. Tas ist der G edanke, Mit dem ich, ein nachdenklicher Südfranzose, in deutsche Gefangenschaft gehe." (Kb.) W. Ächeuermann, Kriegsberichterstatter. Tazes-WerW. Moltkes Tod. Ueber die näheren Umstän­ de des plötzlichen Todes Moltfes geht dem W.ss!T.-sB. noch folgender Bericht zu: Auf seinen Wunsch erhielt der stellv. Generalstabs­ chef, Generaloberst to. Molthe, das Wort zu einem Nachruf namens der Armee und des Generalstabs. Er sprach etwa 10 Minuten lang packende Worte der Freundschaft für den jVerstorbenen und nahm dann wieder seinen Stuhl ein. Ter türkische Botschafter begann in deutscher Sprache einen Nachruf. Er mochte etwa 5 Minuten geredet haben, als die Nächst­ sitzenden Moltke auf seinem Stuhl sich strecken und stöhnend Hintenüber sinken sahen. Tie Benachbarten und einige anwesende Aerzte sprangen bald zu und legten den Ohnmächtigen aus den Boden. Ter Vorsitzende schloß sofort die Versammlung und bat sie, den Raum mög­ lichst schnell zu verlassen, da Moltke ein ernst­ licher Unfall zugestoßen sei. Tie Aerzte, denen die Oberschwester und.Schwestern des Lazaretts Mit helfender Hand beigesprungen waren, stell­ ten nach wenigen Minuten durch Herzschlag eingetretenen Tod fest. Es war ein ergreifen­ des Bild, wie der Verstorbene auf dem roten Teppich der als Trauerhalle dekorierten Wan­ delhalle ausgestreckt lag, unter der Marmorbüste seines Freundes und Kameraden des Geldmarschalls Freiherrn b. d. Goltz, dem er soeben schöne Worte treuer Kameradschaft ge­ widmet hatte, das brechende Auge auf das große Standbild Kaiser Wilhelms I. gerichtet, das in der Mitte des Kuppelraumes steht. Der Reichsrat hält seine nächsten Voll­ sitzungen am 27. und 28. Juni ab. 1 Tic Königin von Rumänien kommt nach SScrttn. "Az Est" meldet: Tie Königin von Rumänien begibt sich über Budapest und Wien nach Berlin. Sie reist inkognito. (Z.) Ausständige Seeleute in Spanien. "Pettt Journal" meldet aus Madrid: Tie Besatzungen der Handelsschiffe sind in Barzelona, Gijons Bilbao, Huelva und Valencia ausständig. Ne­ ben einer 50prozentigen Lohnerhöhung for­ dern die Seeleute, daß man sie angesichts der gegenwärtigen Gefahren für die Schiffahrt in eine Lebensversicherung einkaufe. Ausfuhr sibirischer Butter nach« England. Wie aus Petersburg gemeldet wird, ist das Gesuch der sibirischen Handelskammer, eine Million Pud sibirischer Butter über Wladi­ wostok uach England zu exportieren, genehmigt worden. Ter Transport soll auf japanischen Dampfern erfolgen. Trotz des Protestes der landwirtschaftlichen Einkaufsgesellschaften in Zentral-Rußland erfolgte die prinzipielle Ge­ nehmigung zur Bntterausfuhir unter der Be­ gründung, daß infolge der Überlastung der sibirischen Strecke für Heereszwecke eine Ein­ fuhr in die europäischen Gouvernements un­ möglich sei. Zudem wäre in Anbettacht der geringen Ausfuhr das Gesuch der sibirischen Exporteure nur zu billigen, da dadurch eine Beeinflussung des Valutakurses zu erwarten Jet. i , ' J</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Herzog Christoph in Bayern hat dem 1. Schweren Reiter-Rgt. eine Stiftung im Be­ ttage von 5000 Mark gemacht, deren Zinsen zur Unterstützung invalider Unteroffiziere und Mannschaften des Regiments Verwendung fin­ den sollen. . ' Tie Fortschrittliche Bolkspartei hielt ant Samstag und Sonntag in Nürnberg ihre Ta­ gung ab. Tie Beratungen am Samstag abends schloffen mit einer einstimmig angenommenen Entschließung ab, in der der Landesausschutz die liberale Bereinigung der Kammer der Ab­ geordneten dringend ersucht, bei dem von der Regierung gewollten Steuerzuschlag mit aAer Energie darauf hinzuwirken, daß, in Abwei­ chung von Art. 3 des Einsühlruugsgesetzes zu den bayerischen Steuergesetzen kleinere Ein­ kommen zuschlagsfrei bleiben und daß im In­ teresse der mittleren Einkommen eine entspre­ chende Staffelung der Zuschläge erfolge. In der Sonntagversammlung wurde folgende Re­ solution angenommen: "Tie Fortschrittliche Volkspartei in Bayern billigt nach eingehen­ den Berichten der Abgeordneten Tr. MüllerMeiningen und Tr. Günther die Stellungnah­ me der Fraktion in der äußeren und inneren Reichspolitik, insbesondere in der Haltung der U-Bootsfiage wie in den Finanzfiagen. Sie dankt ihr für ihr vaterländisches Eintreten in dieser Zeit der schärfsten Krise, die ihr« Verantwortung ungeheuer vermehrt hat. Tie Fortschrittliche Volkspartei in Bayern erkennt eine schwere Gefahr in der Stellungnahm» gewisser politischer Richtungen gegen die vom Reichskanzler verkündete gerechte Behand­ lung aller Parteien und Schaffung jener staatsbürgerlichen Gleichstellung, auf die ein Volk, das so UeberMenschliches leistete, gerech­ ten Anspruch erheben kann und muß. Wir sind überzeugt, daß die Forderung unserer Partei nach einer ttastvollen und klaren, aber nicht hierausfordernden Politik durch deren be­ rufene Vertteter iM Reichstag die richtigeKlarlegung erfahren wird. Tie bayerische Landes­ partei steht dckher in vollem Vertrauen hinter der Reichstagsfraktion und wird sie mit allen Kräften in der Fortsetzung dieser Polittk un­ terstützen." Um die Regensburger Knackwurst. In der letzten Magisttatssitzung in Regensburg fragte bei Festsetzung der Wurstpreise M.-R: Seyboth nach dem Schicksal der Regensburger Knackwurst und verlangte dringend den Fort­ bestand dieser weltberühimten Regensburger Spezialität, die in einer frühleren Sitzung einer neuen Wurstverordnung MM Opfer ge­ fallen war. Rechtsrat Zwick erklärte, daß der Knackwurstsabrikation keine Schwierigkeiten im Wege stünden, wenn sie sich den bestehlenden Vorschriften über Preis und Inhalt der Fleisch­ wurst anpasse. Es hätten sich aber gerade die größten Wurstfabriken gegen die Knackwurst ausgesprochen. Ter 1. Bürgermeister sprach die Hoffnung aus, daß den Regensburgern die Knackwurst erhalten bleibe. Millionenanleihe. Tie städtischen Kolle­ gien in Würzburg beschlossen ein Anleheni von 5 Millionen Mark aufzunehmen zur Tekkung der bisherigen Kriegsausgaben. Aus Anlaß der Unruhen in München wurden am Samstag 25 und am Sonntag 70 Personen, meist Burschen im Alter von 15 bis 22 Jahren verhaftet.</p>
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          <p>sumverwalter Schlieranzauer im Ottober 1914 begangen zu haben. Ein "Weltreisender". Ter 15 Jähre alte Trechslerssohn Gleich von Fprchheim schmug­ gelte sich am 9., Juni in einen nack^Nürnberg abgehenden Güterzug, um sich, wie er erklärte,, die Welt anzusehen. Unter Holzwolle versteckt, wurde er zunächst nicht entdeckt. Turch das Rütteln des Wagens während der Fährt ver­ schoben sich aber die Ballen und der junge Mann wurde vollkommen eingeschlossen. Erst nach 5 Tagen hörte ein Bahnbeamter im Bahnhof Aschaffenburg ein leises Wimmern und man zog den hülb erstickten und ausge­ hungerten Burschen aus seinem unfreiwilligen Gefängnis hiervor. Ter Richter seines Sohines. In Trieb­ schitz (Böhmen) wurde die 71jährige Wirt­ schaftsbesitzerin Eckert von den drei Brüdern Ballh in räuberischer Absicht überfalle^ und durch Beilhiebe lebensgefährlich verletzt. Tie Gendarmerie verhaftete Rudolf und 'Karl Ballh, dem Haupttäter Anton gelang dieFlpcht. Ter Vater der verlotterten Söhne hatte seit Beginn des Krieges im Felde als LandsturmMann gestanden, war aber vor einigen Wochen dem Spital in Brüx'zugeteilt worden. Als er von dem Verbrechen ber Söhne hörte, be­ gann er seinen Sohn Anton zu suchen, aber weder von ihm noch von dem Söhn kaM dann Nachricht, beide waren verschwunden. Ta fan­ den Kinder iM Walde die Leichen Beider an einem Baume hängen. In der Tasche des un­ glücklichen Vaters fand sich ein Zettel, worauf stand: "Ich habe meinen Sohn zum Tode ver­ urteilt und ihn gchenkt, sodann habe ich Mich selbst getötet^ Gott sei Meiner Seele gnä­ dig!" Ter aufsehenerregende Raubmord an dem Konsumverwalter Kuhn in Talaas bei Lindau, unter dessen Verdacht der Bahnwärter Konzetö verhaftet worden war, ifyat eine überrasch endo Lösung gefunden. Als Mörder ist der I8jähr. Bauernbursche Josef Thoma ermittelt worden, der nach eingehendeml Verhör auch eingestan­ den hüt, auch den Mord an dem früheren Kon­ Allerlei.</p>
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          <p>StieberSiwiW Nachrichten * Eggenfelde«, 19. Juni. (Vom Schlage getroffcn) wurde auf dem Wege von Huldsessen nach Eggenfelden die 59 Jahre alte Bauers­ witwe Anna Maria Niederer von Huldsessen, die nach Eggenfelden gegangen war, um dort Einkäufe zu mattjen. Tie Leiche wurde von Vorübergehenden gefunden und in die Hei­ mat verbracht. * Eggenfelde«, 19. Juni. (Vom Schlage getroffcn) wurde auf dem Wege von Huldsessen nach Eggenfelden die 59 Jahre alte Bauers­ witwe Anna Maria Niederer von Huldsessen, die nach Eggenfelden gegangen war, um dort Einkäufe zu mattjen. Tie Leiche wurde von Vorübergehenden gefunden und in die Hei­ mat verbracht.</p>
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          <p>Dienstnachrichten. Katholische Kirche. Tie kath. Pfarrei Oster­ hofen, BA. Vilshofen wurde deM Pfarrer Max Egelseder in Torfbach, BA. Pas sau überttagen.</p>
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          <p>zu Haus vorgenommen wurden, erbrachte in unserer Stadt 3532 gute brauchbare Bücher, die als Lesestoff für die Truppen ins Feld gehen. i —* Die Fronleichnamsprozession geht heuer von der Pfarrkirche St. Martin aus. Das erste Evangelium findet in der oberen Altstadt bei dem früheren Gasthof Schmidbräu, das zweite vor der St. Sebasttanskirche, das dritte beim Kloster Ursulinen und das 4. bei der Jesuitenkirche statt. Von dort kehrt die Prozession wieder zur Martinskirche zurüd]. I i i _ ■. —* Sie beiden Jugendwehrkompagnien Landshut I und II hatten vereint mit der Jugendwehr Moosburg am letzten Sonntag eine Felddienstübung gegen die Ju­ gendwehr Freising in der Gegend von Lan­ genbach. Nach vollendeter Uebung gab es Rast und Evholung in Langenbach, worauf die hie­ sige Jugendwehr mit der Bahn hieher zurück­ kehrte. —* Pferdeverstei gerung. Ter Land­ wirtschaftliche Kreisausschuß für Niederbahern bringt in Teggendorf am 24. Juni 75 kriegs­ unbrauchbare Pferde und drei Fohlen zur Ver­ steigerung. &lt; —* Für den deutschen Aufsatz stan­ den an den Gymnasien folgende Themate zur zur Verfügung: 1. Mit welchem Rechte laßt sich behaupten, daß der gegenwärtige Krieg nicht seinesgleichen in der Weltgeschjichjte hat? 2. Ganz Deutschland ist in den Krieg gezogen: Hinter der Front steht ein zweites Heer, hinter der Kriegskunst die Kriegssürsorge und die angewandte Wissenschaft. 3. Das Ansehen eines kleinen Staates erhöht sich und eine Megierung gewinnt an Stärke, wenn diese sich einer Idee bemächtigt, die auch außerhalb der Grenzen zahlreiche Anhänger findet. (Durch­ zuführen mit Bezug auf Bayern.) Am hiesigen Gymnasium wurde das zweite Thema gewählt. —*AnderReal-,undHandelsschule Landshut beginnt das Schuljahr 1916s 17 am 16. September. Tie Anmeldung derjenigen Knaben, die vor den Ferien geprüft wer dev wollen, hat am Montag, 3. Juli von!9—11 Uh!r zu erfolgen. Tie Prüfung findet amjö.wnd 4. Juli statt. Tie Aufnahmeprüfung nach den Ferien findet am 14. und 15. September »statt. Anmeldungen haben am 14. September zu er­ folgen. Tie Neuanmeldungen für die 2. bis 6. Klasse find am 13. September vorzuneh­ men. Tie Prüfung für diese Klassen beginnt am gleichen Tage. —* Verkauf optischerGegen st and e. Tie drei bayer. fteltb. Generalkommandos ha­ ben folgende Anordnung erlassen: Ter Verkauf nachstehender Gegenstände, auch soweit sie sich in Privatbesitz befinden, »st ver­ boten: a) Prismengläser aller (Art; b) Zielund terrestrische Ferngläser; c) Galileische Glä­ ser mit einer Vergrößerung von viermal und darüber; t&gt;) photographische Objektive in den Lichtstärken 3,5 bis 6 und den Brennweiten von mehr als 18 Zentimeter. — 2. Ausnahmen bewilligen die stellvertretenden Generalkom­ mandos. — 3. An Heeresangehörige dürfen Ferngläser in Privatgeschäften nur abgege­ ben werden, gegen Vorlage einer mit Stempel und Unterschrift versehenen Bescheinigung ih­ res Truppenteils, aus der hervorgeht, daß, die Ferngläser zum Tienst bei der Truppe bestimmt sind. — 4. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre, beim Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder mit Geld­ strafe bis zu 1500 Mk. bestraft. s —* Stadttheater. Am Fronleichnams­ tag, 22. ds., wird das Original Tegernseer Bauerntheater nochmals ein Gastspiel geben. Zur AussAhrung gelangt Nachmittags 4 Uhr "Zwiderwuvz'n" mit Gesang ünd Tanz in 5 Akten von Hermann Schmid; abends 8 Uhr "Ter Gamskönig", oberbayerisches Volksstück mit Gesang und Tanz in 4 Akten!von Charlotte Birchpseifer. Tas Stück ist dem festlichen Tage sowie der gegenwärtigen ernsten Zeit ange­ paßt, jedoch fehlt es nicht an heiteren Sze­ nen, wie auch Gesangseinlagen, Schuhplattlertanz und vorzüglichen Zithervorträgen, wel­ che das Ganze vervollständigen. Ten Vorver­ kauf hat Herr Kaufmann Mühldorfer über­ nommen. Näheres im Inserat, Anschlag und Tageszettel. saftige Früchte in Hrem"eigenen Saft einge­ kocht werden. Tie Bekanntmachung der Lebensmittelstelle ist als Flugblatt erschienen und ist den Kommunalverbänden zur Verteilung zuge­ gangen. Zuckerterbrauch beim Einkochen. C.H. Zucker ist bekanntlich knapp gewor­ den und deshalb ist es geboten, m i t Zucker auch beim Einkochen soviel als möglich! zu sparen. Bei der Knappheit der Lebensmitteloorräte sollen zwar alle Früchte, die nicht im frischen Zustande genossen werden, in Tauerform übergefühjrt werden, um für die Winter- und Früh-! jahrszeit das Durchholten zu erleichtern; doch, müssen hierfür soweit als möglich andere Mit­ tel herangezogen werden, ohne daß die Zucker­ vorräte allzu stark darunter leiden. Tie Bayerische Lebensmittelstelle — Ver­ waltungsabteilung — hat daher quf Grund von Vorschlägen des K. Landesinspektors für Obst- und Gartenbau und nach Einvernahme des Vereins für wirtschaftliche Frauenschulen auf dem Lande in Nr. 121 der Bayerischen Staatszeitung Ratschläge veröffentlicht, wie Zucker bei der Verwertung von Obst möglichst gespart werden könne. In erster Linie wird empfohlen, alles Obst, das aus anderem Wege oder mit anderen Mitteln als mit Zucker halt­ bar gemacht werden kann, ohne Zuckerzusatzl haltbar zu machen. Obenan steht hierbei das Mittel des Dörre ns oder Trocknens. Al­ les Obst, das sich dörren oder Trocknen läßt,, soll in diesem Jahre, soweit es nicht zum fri­ schen Genuß bestimmt ist, nur in dieser Form haltbar gemacht werden. Tiese Obstverwer! tungsart ist nicht nur billig, sie hat auch lzu$ dem den großen Vorteil, daß die gedörrten l Früchte leichter und ohne besondere Gefäße I aufbewahrt und ohne Gefahr befördert wer$ den können. Sie eignen sich ebenso für Ge-' | fünde wie für Kranke oder Genesende.! Ueber das Verfahren sind nähere Angaben gemacht. In zweiter Linie kommen für die Haltbarma­ chung von Obst ohne Zucker auch' einige Einkochverfahren in Betracht. Tas sind die Her­ stellung vom Latwerge, Obstmus und Obstkraut. Latwerge eersetzt die teure Butter als Ausstrich für das Brot. Am bekanntesten ist Bi-rnenund Zwetschgenlatwerge; man benützt zur Her­ stellung Obstsaft und Obstmark, zu Birnenlat­ werge den Saft einer Mostbirne und das Mark einer edleren Birnensorte, für Zwetschgenlat­ werge Birnensaft und Zwetschgenmark. Obst­ mus wird am vorteilhaftesten aus Aepfeln, Birnen und den verschiedenen Steinobstfrüch­ ten hergestellt. Zur Herstellung Von Obst­ mus braucht man Zucker überhaupt nicht; je­ denfalls kann man sich mit ganz geringem Zuckerzusatz begnügen. Auch der Saft aus zuckerhaltigen Gewächsen (Möhre, Zuckerrübe, Runkelrübe) kann den Zucker ersetzen. Solche Säfte empfehlen sich überhaupt zur Verwen­ dung beim Einkochen in diesem Jahre. Unter Obstkraut versteht man stark ein­ gedickten Obstsaft ohne oder mit geringem Zuckerzusatz. Zur Obstkrautbereitung eignen sich vor allem Stein- oder Beerenobst, aber auch Aepfel. Auch das sogenannte Tunstobst kann ohne Zuckerzusatz hergestellt werden, indem voll-</p>
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          <p>Kriegsbriefe aus dem Osten! Berlin, 19. Juni 1916. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die deutschen Erfolge im Stochod—Styr Abschnitt. Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. Kowel, 17. Juni 1916. Tie einsetzende deutsche Operation im Raume von Luck brachte zunächst, wie gemeldet,/ den russischen Vormarsch zum Stehien. Tiie Versuche der Russen, den Stochod-Sthr-Ab» schnitt mit den neu herangeworfenen Tivisionen zu erzwingen, wurden am 14. Juni blu­ tig abgewiesen. An der ganzchr Front in diesem Kampfraum war festzustellen, daß sich die Müssen mit möglichster Eile einzugraben suchten. Oestlich oer Bahn Kowel—Luck er­ litten sie bei diesen Arbeiten Ent deutschen Gra­ natfeuer sehr ernste Verluste. Am 15. und!16. wurden die halbausgebauten Vorstellungen hier genommen. Gleichzeitig setzten die deutschen Ope­ rationen am- Oberlauf des Stochod ein. — Es kam zu schweren Kämpfen, da sich die Müs­ sen verzweifelt schlugen, um ihre Erfvlge noch» zu behaupten. Trotz der Schwierigkeiten des Sumpfgeländes für Artillerie und Nachschub, gewannen die deutschen Divisionen in erbit­ terten Gefechten erheblichen Raum. Nach Artillerievorbereitung wurden Woronezyn und Babie stürmend erreicht. Auch in der Nacht zuM 17. setzten die Kämpfe nicht aus, da rus­ sische Gegenangriffe gegen uUsre vorgehenden Linien verzweifelt und tapfer gerichtet wurden^ Trotzdem geht die Operation günstig weiter. Tie Gesangenenzahl in dem Abschnitt über­ schritt 2000, ein Geschütz wurde genommen. Auch südlich Woronezyn, wo sich! eine russische Schützendivision erbittert schlug, ging es vor­ wärts. Tie russischen Verluste sind ganz, außerordentlich schwer. (Kb.&gt; Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. StiidtW ölhÄMMle. 20. Juni 1916. Luft . . 14 Grad C. Wasser . 12 Grad C</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 20. Juni 1916. Luft . . 14 Grad C. Wasser . 12 Grad C</p>
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