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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-06-30"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 174</biblScope>
          <date when="1916-06-30">1916-06-30</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Die bevorstehende englische Offensive.</p>
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          <p>Feindliche Vorstöße an der englischen Front überall abgewiesen. — Französische Gegen­ angriffe rechts und links der Maas zusammengebrochen. — Erbitterte Kämpfe um Kolomea Italienische Angriffe an der Isonzofront und zwischen Etsch und Brenta abgeschlagen. Der Irenführer Casement zum Tode verurteilt.</p>
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          <p>Tie Niederlage von Thiaumont und Fleury hat die Franzosen seelisch, gepackt. Männer/ wie Herve malen sich' bereits die Folgen des Falles von Verdun aus und befürchten Schlim­ mes für die Stimchung in Frankreich!. Trotz aller Wundep an Tapferkeit, die die Verteidi­ ger der Festung verrichteten — was übrigens von unsrer Seite jedev/zeit auch- 'hervorgehoben worden ist, — sind die Teutschen nicht auszu­ halten, weil sie über Mötzjeich' Mengen von Munition, zahlreichiepe Geschütze und über kräf­ tigere Soldaten verfügen. Nur' eine Hoffnung hält die fast Verzweifelnden noch, aufrecht: "Es bereitet sich! an einch: anderen Stelle der Front! etwas vor", heißt es geheimnisvoll in betn einen Pariser Blatte'. Andere kündigen schon bestimmter eine englische Entlastunegsossensive an, während wieder anderd, durch- das lange Zögern dep Engländer argwöhnisch! gemacht, den Andeutungen über ein baldiges Eingreifen des Generals Haig noch- nicht recht trauen. Indes selbst wenn die Engländer mit ihrer berührten Millionenarmee einen allgemeinen Entlastungsvorstoß untefrnehMen sollten, so würden sie unsie TÄuppen keineswegs unvor­ bereitet treffen. Seit dem 18. Juni ist in den deutschen Heeresberichten wiederholt von hef­ tigem Artillchiefeuer an der Front zwischen der belgischen Grenze und der' Somme be­ richtet wotden. Ten grüßten Teil dieser Front halten aus gegnerischer Seite die Engländers besetzt. Tie mehrfache Erwähnung ihrer Artitlerieangltiffe durch die deutsche Heereslei­ tung deutet darauf hin, daß wix auf alles gerüstet sind. Aber bislang ist es nur, zu Patrouillenunternehmungen gekommen. Jeden­ falls dürfen sich! die Engländer auf einen hei­ ßen Empfang durch! unsre Feldgväuen gefaßt machen. Tie Franzosen bemühen sich! inzwi­ schen verzweifelt, den Unsern ihrp neuen Er­ folge wieder zu entreißen Ein fürchterliches Artilleriefeuer von 12stündiger Tauer berei­ tete ihren Gewaltstoß Vox. Aber die Teutschen hielten fest in ihrem neuen Besitz, sie ließen sich! weder dustch! den heißen Eisenhagel bey I französischen S^rtilleyie beirren, noch! durch 1 die wütigen Stürme der französischen Infan­ terie ins Wanken bringen. Unsre eigne Artil­ lerie und Infanterie richtete auf den Feind ein vernichtendes Zeuer, brtzchjte ihm' ganz außerordentliche Verluste bei junb Machte alle seine Angriffe restlos zuschanden. Frische Truppen führten die Frjanzosen ins Feld, doch, auch! sie verMochjten die Unsern nicht zum Wei­ chen zu bringen. , , Im Osten hat die Heeresgruppe Linsingen die russischen Stellungen bei Liniewka, 30 Ki­ lometer nördlich! von Luck, gestürMt und einen feindlichen Stützpunkt bei GneWitschi amNjemen genommen. Langsam werden die Russen wieder zurückgedrängt, für manchen unsrer Dränger und Biepbankstrategen zu langsam'. Doch es geht vorwärts und das ist die Haupt­ sache. Tie russische Offensive ist gescheitert und zwar hauptsächlich! an dem festen Wider­ stand des Zentrums der ästerir.=ungar. Stel­ lung unter Graf Bothmeri. Wenn auch' die Armee Pflanzer-Baltin sich- aus der Bukowina zurückziehen Mußte, so hat sie dafür jetzt an den Waldkarpathen desto festere Stellungen eingenommen, an denen sich' die Russen be­ reits einmal die Köpfe vergeblich- eingetonnt haben und vielleicht noch! einmal einrennen werden. Wenn die Russen, tote es heißt, als Preis für ein aktiveres Eingreifen zugunsten der Entente den Besitz von 'Ctzernowitz anbietet, so dürsten die Rümänen auf dieses Köder kaum mehr hereinfallen. Sie toevden weiter warten, tote sie es bisher getan haben. Ihr Weizen blüht noch! nicht. i An der russischen Südfpont Haben die Rus­ sen ihre Massenangriffe wiederholt und die österr.-ungav. Verteidiger in der Richtung nach/ Kolomea zurückgedrängt. Ein ergötzliches Schauspiel bietet der Welt gegenwärtig der amerikanisch-mexikanische Zwi­ schenfall. Tie Mexikaner haben ca. 100 Ameri­ kaner totgeschossen und andere gefangen. Tas ist bei Wilson absolut kein Kriegsgrund. Tie Toten sind tot, nur die lebend Gefangenen will er zurück.''Tiefen Wunsch- haben ihm die Mexikaner jetzt erfüllt und damit ist wieder, alles gut. Ter amerikanische General verlegte seine Operationsbasis weiter an die Glrknze zurück, und Wilson, dem jedes amerikanische Leben so teuer ist, er vechgißt die Toten und sinkt seinem mexikanischen Bruder gerührt in die Arme, gibt i!hm den Friedenskuß. Tas ist die Haltung des großen, selbststolzen Ame­ rikas gegen einen, der sich- von ihm ni&gt;ch!ts bieten läßt, der ihm die Zähne zeigt.</p>
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          <p>Sonst keine wesentlichen Veränderungen. Balkan-Kriegsschauplatz. Außer Artillepiekämpsen zwischen dein Vardar und dem Toßran-See ist nichts zu beirichten. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 29. Juni, Wittags. — Mrotzes Hauptquartier.) Westlicher KrieMWlatz. Tas Gesamtbild an der englischen und dem Nordflügel der französischen Front ist im Wesentlichen das gleiche, wie am vorherigen Lage. Tie Vorstöße feindlicher Patrouillen und starkes Jnfantevieabteilungen, sowie auch! die Gasangriffe sind zahlreicher geworden. Ueberall ist der Gegner abgewiesen. Tie Gaswellen blieben ohne Ergebnis. Tie Artilleviekämpse erreichten zeitweise große Heftigkeit. Auch an anderen Orten, nördlich! der Aisne und in der Ehanchagne, zwischen Auberive und den Axgonnen, entfalteten die Fran­ zosen lebhaftere Eeuchtätigkeit. Auch! hier wurden schwache Angriffe leicht zurückgeschla­ gen. Rechts der Maas fanden nordwestlich des Werkes ThiauMont kleinere Jnsanter'iekämpfe statt. | i Sestlicher KriegsfihWlatz. Russische Angriffe einiger Kompagnien zwischen Tubatowka und Gmorgon scheiterten iM Spevrfeuep. - i Bei GneschitsW südöstlich von Ljubtschi) stürmte eine deutsche Abteilung einen feind­ lichen Stützpunkt östlich! des Njemeu, nahm 2 Offiziere und 56 Mann gefangen und erbeutete 2 Maschinengewehre und 2 Minenwerfer. «akkankriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>Der österr.-ung. Heeresbericht. WTB. Wien, den 28. Juni. Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz. Bei Kuth wiederholte der Feind seine Angriffe mit dem gleichen Mißerfolg wie an den Vortagen. Sonst in der Bukowina und in Ostgalizien nichts Neues. Südwestlich! von Nowo-Poczafsw schlugen unsere Vorposten fünf Nachtangriffe der Rus­ sen ab. Westlich! von Torczhn brach! ein starker! rus­ sischer Angriff in unserem Artillerie- und Infanteriefeuer zusammen. WestlW von Sokul erstürmten deutsche Truppen das Gehöft Liniewka und mehrere andere Stellungen. , Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern griffen die Italiens zwischen Etsch und Brenta an mehreren Stellen an, so tritt Val bei Fosi, am Pasubio, gegen den Monte Rasta und am Vorterlrain des Monte Zebio; alle 1»tiefe Angriffe wurden blutig abge­ wiesen. Bei den von stärkeren feindlichen Kräften geführten Vorstößen gegen den Monte Rasta fielen 530 Gefangene, darunter 15 Of­ fiziere, in unsere Hände. An der Kärntner Frsont wiederholte der Feind seine fruchtlosen Anstrengungen am Plöcken-Abschnitt. Seine Angriffe rasteten sich hauptsächlich gegen den Freikosel und den gro­ ßen Pal. Stellenweise kam es bis zum Hand­ gemenge . Tie braven Verteidiger blieben ton festen Besitz aller ihrer Stellungen. An dier küstenländischjen Front wctt derArtilleriekampf zeitweise recht lebhaft. Unsere Flieger belegten die Bahnhöfe und Militärischen Anlagen von Treviso, Monte Belluna, Vicenza und Padua, sowie die AdriaWerke von Monfalcone mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. C&lt;ec stellvertretende Chef des Generalstabes! v. H v e s e r, Feldmarschalleutuant. WTB. Wien, 29. Juni, mittags. — Amtlich wird Verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Bei Jcwor in der Bukbwina zersprengten unsre Abteilungen ein russisches KavallerieRegiment. Im Raume östlich! von Kolomlea erneuerte der Feind gestern in einer Frontbreite von 40 Kilometern seine Massenangriffe. Es kam zu erbitterten wechselvollen Kämpfen. An zahl­ reichen Punkten gelang es dem aufopfernden Eingreifen herbeieilender Reserven, den über­ legenen Gegner im Handgemenge zu werfen, doch! mußte schließlich in den Abendstunden ein Teil unsrer Front gegen Kolomea und südlich! davon zurückgenommen werden. In der Dnjestt-Schlinge, nördlich! von Obertyn wiesen österr.-Ungar. Truppen zwei überlegene russische Angriffe ab. 1 In gleicher Weise Weiterten alle Versuche des Gegners, die westlich von Nowo-Poczejew verschanzten Abteilungen des Eperjeser- Jnfanterie-Regimernts Nr. 67 zu Wersen. In Wolhynien verlies der Tag verhältnis­ mäßig rühig. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern nachmittags begannen die Ita­ liener, einzelne Teile unsrer Front auf der Hochfläche von Toberdo lebhafter zu beschie­ ßen. Abends wirkten zählreiche schwere Bat­ terien gegen den Monte San Mjichele und den Raum von San Martina. Nachdem sich dieses Feuer auf die ganze Hochfläche ausgedehnt und zu größter Stärke gesteigert hatte, ging die I feindliche Infanterie zum Angriff vor. Nun entspannen sich!, namentlich! am Monte Sau Mi­ chele, bei San Martina und östlW! von Vermegliano sehr heftige Kämpfe, die noch, fort­ dauern. Alle Vorstöße des Feindes wurden zum Teil durch! Gegenangriff abgeschlagen. Am Görzer Brückenkopf griffen die Ita­ liener den Südteil unsrer Podgora-Stellung an, drangen in die vordersten Gräben ein, wurden aber wieder hinausgeworfen. Zwischen Brenta und Etsch! gingen feindIWe Abteilungen verschiedener Stärken an ver­ schiedenen Stellen gegen unsre Front vor. Solche Vorstöße wurden im Raume des Monte Zebio, nördlW. des Posina-Tales, am Monte Teste, im Brandtale und am Zugna-Rücken ab­ gewiesen. In diesen Kümpfen machten unsre Trüppen etwa 200 Gefangene. Südöstlicher Kriegsschauplatz: Ruhe. Der stellvertretende Chef des GeneralstabeSi v. Hoefer, Feldmarsthaüeutnant.</p>
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          <p>Tas Schreiben des Kaisers an König Alfons. Ter spanische Ministerpräsident Romanones teilte den Journalisten amtlich! mit, das duvch! das U-Boot 35 Überbrachte Handschreiben des deutschen Kaisers beschränke sich darauf, Spanien für die Aufnahme der Kamerunflücht­ linge zu danken. Tie Regierung werde keine Erklärung über den Zwischenfall abgeben, der als erledigt angesehen werde. (Z.) Tie Alandsinseln. Von den aus Italien nach! Rußland zurück­ gekehrten Tumamitgliedern, die Stockholm Pas­ sierten, äußerte sich der Sekretär des TumaFinanzkomitees gegenüber dem Vertreter des "Svenska Tagbladet" u. a. folgendermaßen: Was die Alandsinseln betrifft, so kann diese Inseln Schweden nach! dem Kriege geschenkt bekommen. Rußland ist ja so groß und außer­ dem sind die Tardanellen unser Ziel. Ich bin Politiker und kein Gefühlsmensch!, aber eine gutnachbarliche Eintracht mit dem Jndusttielande Schweden braujchien wir sowohl jetzt wie nach! dem Kriege, denn ein Absatzgebiet mit einem deutschen Platz koMM unter keinen Um­ ständen in Frage. - (3-) Hühges der angebliche "TeutMnfreund". Einem AmsterdaMer Blatte zuflöge er­ fährt die Times aus Rewyork, daß das Ko­ mitee der Fortschpittsporitei mit 32 gegen 15 Stimmen beschloß, den Rat Roosevelts zu be­ folgen und Hühges seine Unterstützung zu ge­ währen. Huhges dankte in einem TelegramMe, in dem er sein politisches ProgvamM andeu­ tet. Er wirft darin Wilson Wlappe Haltung gegenüber Deutschland vor und daß, es ihm nicht geglückt sei, den Ränken von Ausländern, die" sich! die Vereinigten Staaten _ als Schau­ platz für ihr Treiben wählten, ein Ende zu rmWen, ferner daß, er nicht für eine entspre­ chende militärische Vorbereitung Sorge ttug. Hühges macht Wilson für die mexikanischeTragödie verantwortlich!. Wilson habe auch! erngesehen, daß Schutzzölle für den Handel not­ wendig sein würden. Tie deMbkratrsche Pajrtei sei nicht imstande, die Interessen der Na­ tion !zu fördern.</p>
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          <p>Soziale Fürsorge in Belgien. Auf der unter dem Vorsitz, des Generalqouverneurs v. Bissing sehenden Ausstellung für sozial Fürsorge in Brüssel 1916, bte im 15. Juli eröffnet wird, spielen die Arbeiter­ wohnungen, wie sie sich unter dem Emflutz der Arbeiterversicherung in Deutschland ent­ wickelt haben, eine bedeutende Rolle. Trese Frage ist für die Besucher der Ausstellung um so bedeutungsvoller, äls seit langer Zett in Belgien ein Wohnungsgesetz, in Kraft ist, das die Schaffung von Arbeiterwohnungen rm Lande stark beeinflußt und gefördert hat. Tre deutsche Landesversicherungsanftalt legte brs Ende 1915 560 Millionen Mark zum Bau von Arbeiterwohnungen an. Tie unmrttelbar an Versicherte zum Wohnungsbau abgegebenen Tarlehen bettagen mehr als 100 Mrllronen Mark. &lt;8-1 Explosionen in Frankreich,. Laut "Temps" explodierte am Blähe Gi­ ronde ein Lastschiff mit Benzinladnng. Zwe, Mattosen ti er Ernannten. Umfangrerche Arber­ ten zum Schutze der Hafenarbeiten wurden not­ wendig. — In der Pulverfabrik zu Angouleme ereignete sW eine Explosion, wobei 3 Arbeiter getötet wurden. Französische Kultur. In einem Laden in Zürichs ttug die junge Angestellte, eine Schweizerin, zum Andenken an ihren im Felde stehenden deutschen Bräutigam ein kleines Kreuzchen auf der Brust. Das sah ein Franzose, ein Student - und spuckte die Verkäuferin wiederholt an! (Das ist französische Kultur.) Vom westlichen Kriegsschauplatz.</p>
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          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. Das Strohfeucr der russisBett Offensiv«. Zu den russischen Angriffen zwischen der rumänischen Grenze und den Rokitnosümpsen erklärt Oberst Egli in den "Basler Nachsrichsten". Mag ein Strohs euer noch, so hoch! auf­ flammen, es wird wenig sagen, wenn der Kom­ mandant der Feuerwehr den nicht ver­ liert und Maßregeln trifft, um das Torf vor Ausbreitung des Feuers zu schützen. Aller­ dings wird er vielleicht genötigt sein, den in Brand geratenen Strohhausen zusammen­ brennen zu lassen und (feine Spritzen für awdere Stellen bereitzustellen. (Z.) 1 Ein deutscher Offizier in Rußland, freigesprochjen. Ter "Berliner Lokal-Anzeiger" meldet aus Kopenhagen: Ter "Bitschewyja Wjedomosti" zufolge stand der in Kotelnitfch int Gouver­ nement Watke 'internierte deutsche Kriegsge­ fangene, Oberstleutnant Schüffler, vor einem 1 Moskauer Gericht unter der Anklage der Mfßjhandlung eines russischen Wachtsoldaten. Durch Zeugenaussagen wurden die Behauptungen des russischen Soldaten als erlogen sestgesteltt, wes­ halb der Oberstleutnant freigesprochen wurde.</p>
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          <p>Der Krieg mit Italien. Bo« der italienischen Front. • Z ürich, 23. Juni. Tie italienischjePreffe ist nach, dem ersten geräuschvollen Jubel über den "Sieg" gegen die Oesterreicher erheblich stiller geworden. Man stellt die Schwierig­ keiten der nun folgenden Kämpfe in den Vor­ dergrund und gesteht zu, daß es den Italie­ nern nicht gelang, ,österrseich&gt;ische (gefangene zu Machen, und betont, man dürfe keine «ntfcheidenden Kämpfe erwarten, sondern müsse Mit bescheidenen Teilerfolgen zufrieden seist. Ter Gegner habe vortreffliche Stellungen be­ zogen und beherrsche artilleristisch! das Ge­ lände. Gegen italienische Lügenmeldungen, i Wien, 28. Juni. Gegenüber der ©tefanik Meldung, daß am 25. Juni italienische Einhei­ ten in Turazzo zwei Dampfer von 5000 bezw. 3000 Tonnen, beladen mit Waffen und Mu­ nition, versestkten, stellt das Korröspondenzbüro fest, daß nnpfi ein leerer Dampfer mit 560 Tonnen versenkt würde. Alles Uebrige existiere nur in bdti Phantasie der Agenzia Stefani. Hoffnung der Italiener. Das Zurückweichen der Oesterreichler ruft in Italien übertriebene Hoffnungen hervor. Tie Mailänder Blatter stimmen bereits Sie- gesjubel an. "Corriere della Sera" schreibt: Tie Stunde der Vergeltung hat geschlagen! Nur der "Secolo" ist skeptischer und warnt vor Illusionen. Er meint, der Rückzug des Feindes habe nur relativen Wert und bezwecke das Beziehen rückwärtiger Verteidigungslinien. (3-1 Neue Preise aus vernichtete Tauchchoote. Privatspenden in Italien erhöhen die Preise auf vernichtete feindliche Tauchboote im Mittelmeer auf 100 000 Lire. (Z.)</p>
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          <p>Am Balkan. wegung, die Umgestaltung des Landes in eine Republik mit Venizelos an der Spitze als Prä­ sidenten herbeizuführen, verurteilt. Die Sym­ pathie für den König nehme ständig zu. Tie Ueberzeugung fei allgemein, daß König Kon­ stantin mit Hilfe seines Volkes und der bukgarifchen ArMee den Gelüsten des Vierverban­ des erfolgreich entgegentreten werde. &lt;Z.) Ter bulgarische Bericht. Sofia, 28. Juni. Ter Generalstab mel­ det untern 1 27.: Tie Lage an best mazedonischen Front ist unverändert. Las schwache Geschütz­ feuer im Walrdwutale auf dem SüdabhängBolszzitza ge!ht täglich! auf beiden Seiten weiter. Am 24. Juni haben wir dstrch unser Feuer die Franzosen gezwungen, ihte Stellungen nörd­ lich! der Ortschaft Gotsti Poroj zu räumen. Gestern zerstörte das Feuer unserer Artil­ lerie auf dem rechten Wacharusier 2 feindliche Geschütze. Außerdem rief es eine Explosion in Munitionsdepots hervor. An der ganzen Front finden für uns günstig verlaufende Ge­ suchte zwischen Patrouillen und Vorposten statt. Fast täglich! werfen feindliche Flieger weiterhin Brandbomben aus die Felder im Gebiete dev Dörfer Kapaghiozlu, Karakeuy, Orazls undZeineli Ghendjeli, die am unteren Lause beb? Mosta liegen. Sie wurden besonders am 25. Juni heimgesucht. Am 26. Juni bombardierte ein feindliches Flugzeug wirkungslos dasDorf Merzentze. Rußland und Rumänien. "Ruskoje Slovo" schreibt: In unserem In­ teresse stcht es lediglich!, daß wir mit größeren Kräften auf dem Balkan auftreten. Es ist natürlich,, daß wir zu diesem Zweck durch, ru­ mänisches Gebiet ziehen müssen, aber nicht bloß durch, die Tobrudschä, sondern auch durch die Moldau. Dagegen kann Rumänien keine Einwendungen erheben, beim wir haben kei­ nerlei feindliche Absicht. (Z.) Gegen Benizelos. "Journal" meldet aus Athen: Es ist ein Block aller nichtvenizelistischer Parteien zu­ stande gekommen. Tie Asthänger von Skuludes, Gunaris, Rhallis u. Michelledalis schlos­ sen gegen die liberale Partei ein Bündnis und erließen einen gemeinsamen Aufruf an die griechische Bevölkerung. Benizelos der Republikaner. "Az Est" berichtet aus Sofia, daß die griechische Bevölkerung die venizelistische Be­</p>
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          <p>Katze und Hund gegenüberstanden. Er er­ zählte, wie ein Marineflugzeug einemArmeeslugzeug, das infolge Motordefekts in die See gefallen war, Hilfe geleistet hätte. Ter Ma­ rineflieger erhielt dafür einen Rüffel. Ttr Angehörigen des Armeesliegerkorps hätten nicht das Recht, das Meer zu überfliegen; wenn sie dabei ins Meer stürzten, so sollte Wan sie ruhig ertrinken lassen. (Z.) Musterung der englischen 18-Jährigen. "Labour Leader" überschreibt eine Mel­ dung, daß die staatlichen Registratoren in Eng­ land den Befehl erhalten haben, die Jahr­ gänge 1897, 1898 und 1899 zu registrieren, mit der Ueberschrist: "Wird etwa in England eine dauernde Tienstpslicht geplant?" Andere Blätter sprechen aber die Vermutung aus, daß die englische Regierung bereits für den gegen* w-irrigen Krieg wissen will, wie zahlreich diese jungen Jahrgänge der 18- und 20-Jährigen sind. Englische Soldaten zum Tode verurteilt. Ter Unterstaatssekretär iw KriegsamtTeirnant bestätigte auf eine Frage im Unterhaus, daß 34 Soldaten, die sich aus Gewissensbeden­ ren weigerten, militärische Befehle auszufüh­ ren, vom Kriegsgericht in Frankreichs zumTode verurteilt wchrden und daß die Todesstrafe in Zuchthausstrafe umgewandelt worden sei. Morrell (liberal) fragte, ob Asquith eine Debatte darüber 'zulasse. Asquith erwiderte, er könne sich! nicht dazu verpflichten. Outhwaire fragte, wie Asquith erklären könne, daß er das Parlament über die Verurteilung dieser Männer immer wieder irreführte. Ter Spre­ cher sagte, der ehrenwerte Abgeordnete könne schwerlich! eine Antwort erwarten, wenn er die Frage in diese Form kleide, Das Tienstzwanggesetz erklärt ausdrück­ lich diejenigen, die gegen den Heeresdienst Gewissensbedenken haben, für befreit von dev Wehrpflicht. Casement zum Tode verurteilt. London, 29. Juni. (Reuter.) Ter Pro­ zeß gegen Casement ist beendet. Casement wur­ de des Hochverrats schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Neue Stratzenkämpse in Irland. In Bundoran, einem beliebten Ausflugs­ ort von Westulster, fanden Straßenkundgebun­ gen gegen das britische Militär statt. Es kam zu Straßenkämpsen, bei denen neben vielen Leichtverwundeten 7 britische Soldaten getötet wurden. (Z.)</p>
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          <p>"Tu sagst nicht nein, also ist sie es! — Tein Doppelgänger dem Aeußern nach, ja — ichs habe noch nie eine so ungeheure Aehnlichkeit unter Zwillingsschwestern gesehen — aber dein Verhängnis — nein; das bereitest du dir selber dadurch, daß du nicht Kraft genug ausbringen kannst, einen schlimmen Zauber, in den man dich mit erzwungenen Eiden, einer verlogenen Moral und verrotteten Standesvornrteilen gewaltsam eingesponnen hat, mit einer gesunden Herzhaftigkeit zu zerstören. Tu opferst dein und anderer Menschen Lebensglück dem Phantom eines falschen Ehrbegriffes, und dabei steckt soviel tüchtige Lebenskraft in eurem Geschlecht. Tu selber hast es bewiesen, als du trotz Hunger ynb Not den Kops hoch trugst. Wolf ist das Urbild einer zielsicheren Energie, und Henning kann zerbrochen am Boden lie­ gen, und er wird mit seiner unverwüstlichen Spannkraft immer wieder emporkomlmen. — Ich habe noch immer das Vertrauen auch zu dir, daß du dich! als eine echte Telken zurecht­ finden wirst. — Ties Bild aber werde ich an mich nehmen und meinen Onkel bei Ge­ legenheit fragen, ob das auch, die "Ilse-Elisa­ beth" Telken in einer Person ist!" Tie Gesellschaftsräume des Herrmannschen Hauses strahlten int hellsten Lichterglanz, und überall in Vasen und Kübeln standen frische Blumen umher und erfüllten die Zimmer Mit ihrem Wohlgeruck. s ' Alle Gäste waren schon versammelt, nur Preußner, Lea und Henning fehlten noch. Daß Lea erscheinen würde, wußte niemand außer Herrmanns, um so größer todr das Erstaunen, als plötzlich! die Tür ausging und beide ge­ meinsam, ja sogar Storni in Arm über die Schwelle schnitten. Ilse glaubte ihren Augen nicht trauen zu dürfen. Sie stand wie verzaubert und' starrte den Eintretenden entgegen. Erst als Lea sich! von ihres Verlobten Arm löste, ra­ schen Schirittes auf sie zukam und, ihr die Hand bietend, sagte: "Ich« hoffe, Frau Pro­ fessor, Sie sind mir nicht böse dieser Ueberraschung wegen, und Sie werden es mir nicht entgelten lassen, falls sie Ihnen unkiebsam sein sollte. . ." Ta ermannte sie sich!, und mit einem Impuls aufrichtiger Herzlichkeit beide Hände Leas fassend, rief sie: "Wie freue ich, mich,! — Nein, wie freue ich Mich! . . . Sie meines lieben Henning Braut! . . . Mein Mann denkt so hoch von Ihnen, Sie werden meinen Bru­ der glücklich! machten!" Und in Tränen aus­ brechend, schlang sie ihren Arm um Leas Nacken und küßte sie. , , ( , Und dann streckte sie Henning ihre Hände hin: "Tu Böser, daß du auch! nicht ein Wort verraten hast." Sie wandte sich, und lächelte T'ietrich zu, der sie aufmerksam beobachtete und nun herz­ lich! wieder lächelte mit einer Miene, die sagen wollte: Habe ich dir nicht gesagt, daß du unsere schöne Nachparin noch einmal gern als Gast in deinem Hause aufnehmen würdest? Alle drängten nun herzu, um zu gratu­ lieren. Mally sprühte innerlich vor Zorn. Ter Geheiwrat versteckte, wie immer, seine Malice unter glatten Worten. "Ich, kann Ihnen nur Glück wünschen, verehrte Frau Nichte, daß der Bruder, wie die Schwester, dem' Wesen der neuen Zeit in kluger Weise Konzessionen gemacht hat! — Niemand kann gegen den Strom schwimmen — allerdings die Komtesse Braunstein würde diese Binsen­ wahrheit mit Einsatz ihrer ganzen imposan­ ten Persönlichkeit bestritten haben." Ilse begnügte sich,, mit einer kurzen Ver­ beugung über die Gratulation zu quittieren. f , ! (Fortsetzung folgt.), j I m U</p>
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          <p>Der Luftkrieg. Lnstlämpsc am Rigaischen Meerbusen. WTB. Berlin, 28. Juni. Am 26.Juni zwang eines unserer Marineflugzeuge am westlichen Eingang zum Rigaischen Meerbusen im Kampfe [mit 5 russischen Flugzeugen eines derselben zur Landung. Im Verlause eines weiteren Luftkampfes, der sich zwischen 5 deutschen und ebensovielen russischen Flugzeugen in derselben Gegend ab­ spielte, mußten zwei feindliche Flugezuge schwer beschädigt landen. Eines unserer Flug­ zeuge ging infolge Treffers in den Propeller aus das Wasser nieder und wujtde versfsnkt. Tie Besatzung wurde von anderen deutschen Flugzeugen ausgenommen und nach! ihreimHeimatstützpunkt gebracht. Obwohl die Flugzeuge heftig von Zerstörern beschossen wurden, sind sämtliche Flieger un^b Beobachter unversehrt zurückgekehrt. , , ; ' 1 | I |</p>
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          <p>Der Krieg zur See. italienischen Dampfer "Monihello", "Roma" und "Pino" wurden versenkt. , j j, j j Blisfingen, 28. Juni. Ein hier ein­ gelaufener Postdampfeir hat beobachtet, wie ein deutsches Torpedoboot einen Fischidampser auf­ brachte, anscheinend belgischer Nationalität, der nach! Breskenz oder Ziertkzee gehört. Kein deutsches U-Boot vor Skagerrak gesunken. WTB. Berl in, 28. Juni. Tie immer wiederkehrende englische Behauptung, auch! von offizieller Seite, daß eine größere Anzahl von deutschen U-Booten während der Seeschlacht vor dem Skagerrak vernichtet worden sei, ist völlig aus der Luft gegriffen. Es hat kein einziges deutsches U-Boot an der Seeschlacht teilgenommen und es konnte däher während der Seeschlacht auch keines verloren gehen. Auch sind sämtliche zur Zeit der SeejWacht in See gewesenen U-Boote wohlbehalten zurück-gekehrt. i ' i i i i i ! i ! | Bon russischen Torpedobooten verfolgt. Stockholm, 29. Juni. Der deutsche Erzdampser "Hermanthis", von Lulea nach, Stet­ tin unterwegs, wurde heute 'früh bei Jättenholmen innerhalb der schwedischen Hoheitsge­ wässer von zwei russischen Torpedoboatsjägern verfolgt, die sich! nur deshalb nicht zu schießen wagten, weil zahlreiche schwedische Schiffe und ein schwedisjchjer Bugsierdampfer sich in näch­ ster Nähe befanden; nach! einer halben Stunde gaben sie die Veerfolgnng auf. , Versenkt. Genf, 29. Juni. Ter italienische Seg­ ler "Avelino" wurde aus der Fahrt von Va­ lencia nach! Italien von einem Unterseeboot torpediert. Ein englischer Dampfer wurde am Montag nachts bei Barcelona versenkt. Tie Be­ satzung ist gerettet. i , , 1 , London, 28. Juni. Ter japanische Dam­ pfer "Tahetsu Maru", das italienische Segel­ schiff "Aventino" und der italienische Dampfer "Claro" wurden versenkt. Lyon, 29. Juni. Laut Lyoner Blättern wurde der tunesische Segler "Checchtna" im Mittelmeer torpediert. Tie gesamte Besatzung wurde in Barcelona gelandet. London, 29. Juni. Lloyds meldet: Tie</p>
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          <p>tung hat saubere Brettejrwege im Winter le­ gen lassen, das sieht Man noch,. Sonst? Tie Mrchen stehen noch,, auch das Pfarrihaus, ein altes Mächtiges Klostergebäube; aber die Russen haben gestern eine 18-Zens timetergranate in das Pfarrhaus gefetzt. Eine Kuh ist vou den Sprengstücken schlachtreif ge­ worden. Ein paar Mauen, ein alter Mann, sind dabei, sie zu zerlegen. Ein kleines totes Panjepserd liegt an. der Eingangstür zum Kloster. Tas Herrenhaus, Schloß des Gjrafen Olizar steht noch. In den Jnnenräumen hat sich der Krieg breit gemacht. Die Wohnzimmers alte Briefe, eine Knabenrüstung, Modejouirratle, ein Bild, zerbrochene Möbel, klirvendes Glas, Postkarten mit den Grüßen aus den ele­ ganten Badeorten einer eleganten Welt, Bücher, eine Meißener Tasse. An den Parkbäu­ men stehen i»ie Pferde. "Gestern sollte hier ein Panjepsetd ge­ kauft werden", erzählt der Oberarzt. "TerJude handelte gerade mit dem Unteroffizier. Man wurde nicht einig. Ta hauen über dem Park ein paar russische .Schrapnells, das Pferd wird an Iber Hinterhand verwundet. "Sie haben gehaust!" sagt der Jude sofort. "Sie würden auch! da nicht einig." Wir lachen. Lachen doch nicht recht . "Es gcht also vorwärts?" sagt der mküde abgespannte Oberärzt beim 21bschied. "Es geht vorwärts, aber nicht leicht." "Wenn's man vorwärts geht." An der kleinen zweiten Kirche am Guts­ park schaufeln sie Gräber. Es beginnt zu reg­ nen. Tie kleinen Flammen in Kieselin zischen auf, verlöschen. Die Pferde traben zum Walde von Zapust. Steif Brandt, Kriegsberichterstatter. Müssen zurückgewiesen wurden, zermürbten die "eiserne" russische Schützendivision und die an­ schließenden Truppen schließlich in Verbind­ ung mit den Moralischen Einbußen des Rück­ zuges, sobald die Teutschen eingrifftn, so, daß eine neue russische Division in den Kamps raum geworfen werden mußte. Während bisher die russischen Stellun­ gen ohne Hindernisse seldmäßig ausgebaut wa­ ren, wurden vor der nächsten russijjchien Stel­ lung bei den Höihen von Zubilno, vor der wir stehen, sofort Drahthindernisse angelegt. Ter Uebergang in die Verteidigung, der schon längst in diesem Kampsrautm! vollzogen wurde, ist damit auch äußerlich von den Russen fest­ gelegt. . * Von Höhe 232 feilst sich der Weg nach Twerdhn. Tie schwarzen Sparren und Schuttreste flackern noch, und gliminen. Ein paar Einwohner gehen wie benommen umher. Eine Iran hockt auf der Brandstätte, die nur durch die kümmerlichen Ziegelreste des Ofens und ein paar Tongesäße, die das Feuer noch! ein­ mal gebrannt hat, bezeichnet ist. Kolonnen, die vorwärts wollen, Meldereiter, ein Trupp In­ fanterie, der sich! irgendwohin vorschiebt. Ter Himmel hängt grau über dem Lande, das schon einmal gehofft Hatte, dem Kriege entronnen zu sein. An dem alten Torskirchhof vorbei geht der Weg zu dem Vorwerk Leonowka. Sie be­ graben Kameraden, die gestern den Sieg be­ zahlten. Unter hohen wvlhynischen Holzkreu­ zen, an denen die sieben Marterwerkzeuge Ehristi hängen, werden die niedrigen weißen Kreuze stehen mit Regimentsnamen. Tie Ver­ luste der Stürwler sind nicht leiW. Beim Sturm auf 229 wurde auch der Bataillonskom­ mandeur Major v. d. Heyde verwundet, als er sein Bataillon den .Hüllenhügel hinauf mit fortriß. Bei Wern hatte es ihn schon einmal gefaßt, schwere Pocken warfen ihn dann nieder, famn gesund, übernahm er das Bataillon. Tie 'kahle Höhe mit den tiefen Gräben in dem krei­ digen Boden, 229, sollte Heyde-Höhe heißen. Auf Vorwerk Leonowka liegt eine KoMpagnie und gräbt sich, ein. Ein junger Leut­ nant zeigt in die blauen Waldhöhen westwärts: "Tas sollen wir mittags nehmen!" Tie flächen Schürfen der MinenwerfefrGranaten zeigen sich äm Boden. Es muß hier auch lamm Luft zum 21 timen gewesen sein äm 19. Juni. Tas kleine Vorwerk? Wie viele andere auch! in Wolhynien. Ein paar Bäume, Holz­ häuser, das größere Wohnhaus verbrjgnnt, in den Schuppendächern große Granatlöcher. Im­ mer der graue Himmel därübers, der wie ein Trauertuch das Schlachtfeld bedeckt. Ter Weg hinauf noch 229 könnte den grauen Mantel dichter, näher aus sich! ziehen. Ein Weg der Toten. Von den zwei russischen Kompagnien, die gestern vorstießen, ist kaum ein Mann über den Hügelrand zurückgekom­ men. Wo ein paar Bäume in der Mitte des breiten russischen Fahrweges stehen, haben die Sterbenden Schütten gesuicht. Sie liegen dicht beieinander. Manche haben ihre Leiden beim Sterben vergessen und liegen wie 'schlafend. Andere haben sterbend dem letzten Grauen des Krieges ins Gesicht gesehen und tragen den Abscheu ncsch aus den toten Gesichtern. Tie russische Hauptstellung ist unerhört stark. Sie beiherrscht das Gelände bis 232 .rückwärts, jeden Mann aus äeondrofa kann man erkennen. Sie können ihn groß zu den vielen anderen großen Tagen in ihr Helden­ buch schreiben, jene kampferprobten Regimen­ ter, die diese Stellung nahmen. Tie Granattrichter sitzen dicht, das Hin­ dernis fehlt, die Bajonette stechen so schjarf aufblickend in die Sonne. Die Russen hatten den letzten Sturm nicht abgewartet in rhrgr Kreideburg. Jetzt sitzen deutsche Artillerie­ beobachter in bien tiesgeschstithenen Gängen. Tie Kirche von Kieselin ragt über das Girün von Parkbäumen aus betn Tale eMpor. * Kleine Flammen, die tanzen, langsam ster­ ben, toieber schwarze Balken, das ist das Städtchen Kieselin. Tie österreichsische Verwal­</p>
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          <p>Amerika und Mexiko. Amerika zieht sich, zurück. , , Washington, 29. Juni. (Reuter.) Ein unmittelbarer Bruch, mit Mexiko wurde durch die Freilassung der bei Carrizal gefangen ge­ nommenen Amerikaner vermieden. Es liegt noch keine amtlichje Nachricht darüber vor, wie Carranza sich! gegenüber den Bewegungen der Truppen Pershings in anderer als in nörd­ licher Richtung verhält. Nach Carranzas Ant­ wort auf das Ultimatum vom Sonntag ist die Lage die, daß, iM Falle Carranza weitere Unterhandlungen versuche« sollte, die Ber­ einigten Staaten darauf bestehen würden, für die Truppen, die sich! jetzt in Mexiko befinden, Bewegungsfreiheit zu fordern. Jeder Versuch,, dieses zu verhindern, würde Gckwaltmaßxegeln zur Folge haben. Tie Möglichkeit einer Ver­ mittlung der südamerikanischen Staaten wird in iveiten Kreisen besprochen. Inzwischen dau­ ert der Transport amerikanischer Truppen nach der Grenze fort. Tie letzte Frist. , Washington, 28. Juni. Meuter meldet: Wenn Carranza die bet Carpizel gemachten amerikanischen Gefangenen nicht vor heute abends in Freiheit setzt, wird Wilson wahr­ scheinlich! morgen den Kongreß um die Ermäch­ tigung ersuchen, sie gewaltsam zu bespeien. Rooscvclt will ins Feld ziehen. ! ; Newyork, 29. Juni. Reuter meldet: Tie Morgenblätter erklären, daß, falls wei­ tere Freiwillige zum T'ienste in Mexiko auf­ gerufen werden sollten, Roosevelt sich' bewerjBen wird, zum Generalmajor ernannt zu wer­ den und 12000 Mann vollständig ausgerüstete Mannschaften ins Feld führen zu dürfen. Tie Rekrutierung ist schon im Gange.</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Gegen schwindelhafte Angebote. Gegen unerfreuliche Vorkommnisse im Lebensmittelverkehr richten sich! zwei Verordnungen, die der Bundesrat jetzt beschlossen hat. Tie min­ derwertigsten Erzeugnisse haben im Kriege, auch' als Liebesgaben, immer wieder zu hohen Preisen Absatz gefunden, weil sie unter ge­ schickt gefaßten zugkräftigen Schilderungen oder Benennungen zuM Verkauf kommen, die, ohne gegen bestehende Gesetze zu verstoßen, objektiv unrichtige Vorstellungen über Eigenschaften, Zusammensetzung, Bestimmung, Wirkung oder dergleichen hervortusen. Tem Treiben der­ jenigen, die mit untauglichen Streck- oder Er­ satzmitteln und verwerflichen Rezepten die Be­ völkerung ausbeuten, soll nun entgegengetre­ ten werden. Es ist fortan verboten, Nahrungs­ und Genußmittel, auch' wenn sie als nachß gemacht oder verfälscht nicht anzusehen sind, unter Bezeichnungen oder Angaben in den Verkehr zu bringen, die zur Täuschung geeig­ net sind. Tie Strafandrohung trifft auch, die reklamehaften Angebote und Zeitungsankün­ digungen von Lebensrnitteln und die Prospekte usw. Mit tönenden Angaben, .die nichts Un­ wahres enthalten und dennoch, den Leser irre­ führen. Angebliche Ersatzmittel für Butter oder Schmalz, die in Wahrheit weit entfernt sind, Gleiches oder Aehnlichles wie diese Fette für die Ernährung zu leisten, und nur zur Vergeudung wertvoller Stosse führen, dstcfen künftig nicht mehr hergestellt oder vertrieben werden. Endlich, sind für Margarine, die man vielfach, stark mit Wasser verfälscht, unter Be­ rücksichtigung der gegenwärtigen Herstellunqsbedingungen, die Grenzen, bis zu denen äußerstenfalls der Fettgehalt sinken und der Wassergehalt steigen darf, auf 76 Prozent und 20 Prozent festgesetzt. Tas Urteil im Prozeß Liebknecht lautete aus 2 Jahre 6 Monate 3 Tage Zuchthaus und Entfernung aus dem Heere wegen versuchten Kriegsverrats, erschwerten Ungehorsams und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Dieses Urteil wurde Mit fünden nach, Wiederherstellung der Lessentlichkeit amiMth woch, nachmittags gegen 4 Uhr verkündet. Bei der Strafzumessung war das Gericht von der Ansicht ausgegangen, daß Liebknecht nicht aus ehrloser Gesinnung gehandelt habe, sondern daß politischer Fanatismus die Triebfeder bei seinen Verfehlungen gewesen sei. Aus die­ sem Grunde Hat es aus die mindest zuläs­ sige Strafe erkannt und auch, von bet Aber? iennung der bürgerlichen Ehrenrechte abge­ sehen. i i Gegen dieses Urteil steht Liebknecht das Rechtsmittel der Berufung zu. Generalstreik in Bukarest. Racowski, der Führer der Rumänischen Sozialisten, wurde aus Befehl des Galatzer Gerichtshofes in Bukarest verhaftet. Für Tonnerstag wurde in Bukarest der Generalstreik angekündet als Prvtest gegen die Haltung der Behörden und Truppen in Galatz. Bis jetzt erlagen 10 Arbeitet ihren Wunden. 35 Arbeiter wurden verwundet und gegen 100 verhaftet. Tie Presse greift die Regierung an, weil sie es in der Verpflegungs­ frage soweit kommen lieft.</p>
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          <p>Ptzinz Heinrich von Bayern wurjde auf dem westlichen Kriegsschauplatz verwundet.Ter Prinz, der gestehn in München einträft har eine Kopfverletzung und eine Verwundung bet linken Hand. Sein Befinden gibt zu keinerlei Besorgnissen Anlaß. Ein Flugzeug verbrannt. Gestern vor­ mittags ist beim Menzinger Hos ein Flieger mit seinem 21pparat, einem Tvpeldecker, als er eine Notlandung vornehmen wollte, ver­ unglückt. Er führ gegen einen eisernen TelegraphenMast, an welchem der Apparat Hängen blieb und in Brand geriet. Ter Führer des Flugzeuges konnte noch! rechtzeitig abspringen und hat nur leichte Verletzungen erlitten, der Flugapparat dagegen ist vollständig verbrannr. Tappelte Brotrationen. Angesichts der für die nächste Zeit voraussehbaren außereordentlichen Kartofselknappheit beschloß bet Magistrat Nürnberg für die Zeit vom 1. Juli bis 22. Juli die Brotmenge für die Bevölkesi ung der Stadt zu verdoppeln. Tupchi diese außerordentliche Maßnähme ist ein Mehpverfbranch, von 30 000 Zentner Mehl erforderlich. Bayerische Nachrichten.</p>
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          <p>Ein Botet von 25 Kindern. In Haselbqchj bei Pfaffenhofen a. Ilm starb im Alter von 75 Jahren der Gütler und ZiMmersmann Phi­ lipp Nischwitz. Von seinen 25 Kindern sind 17 am Leben, mehrere Söhne stehen iimi Feld. Durch, Blitzstrahl wurden in Hon folgen (Schwaben) die Anwesen dreier im Felde ste­ hender Krieger eingeäschert, die teilweise gar nicht, oder schlecht versichert Waren. tSinefcr der Brandleider hat sieben Kinder. Naphtabrand. Tie Moskauer BÄltter mel­ den einen außergewöhnlich! großen Naphtabrand auf der Wolga bei Astrachan. Es sind dabei 30 Schiffe mit ungefähr 3 Millionen Pud Naiplhta dem Feuer zum Opfer gefallen. Ter Schaden wird auf Millionen berechnet. Allerlei.</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. Landau a. Isar, 27. Juni. (SchuhwacherLieferungsverband.) Nach! der KreisveTsawmlung des Bayer. Handwerkerbundes hatten sich! tm Saale der Genossenschaftsbrauerei zu Plattling nalhezu 400 SchuhMachermerster des Krei­ ses behufs Gründung eines Liefsrungsverbanves eingefunden. Tie von der Handwerkskam­ mer geleitete Versammlung hatte als Resultat, daß die SchithMachjergenosseNschaft des Kreises gegründet wurde. Selbe wird als erste Ge­ nossenschaftsarbeit eine Militärlieferung für 3000 Schnürschjuhe ausführen. Hiebei beteili­ gen sich! auch aus dem Bezirke Landau viele Schnhmachftrmeister. Plattling, 27. Juni. (Ter Bayer. Hand­ werkerbund) hielt Xn Plattling eine Kreis­ versammlung ab. Ueber 300 Handwerksmeister hatten sich! im Saale des Gasthauses der Brau­ erei Aldersbach! eingefunden. Tie Abgg. IrlErding und Gäßler-Landau sprachen. Ersterer über das Genossenschaftswesen und die Not­ wendigkeit der Organisation, ganz speziell des Kaufmannsstandes, und letzterer über die wirtschaftlichjen Verhältnisse des Gewerbes in Nie­ derbayern, über die kommende Landesgewerbe­ kasse. Ein Antrag betr. die Fürsorge für jene Handwerkerfamilien, die durchj den Krieg in schlimmste Lage gerieten, wurde von der großen Versammlung einstimmig angenommen. Passau, 28L Juni. (Geborgene Leiche.) Abends wurde unterhalb der neuen Donau­ brücke 'die Leiche des am Fronleichpamstag bei einer Kahnfahrt verunglückten Infanteristen Zolitsich, Bildhauers aus Nord deut schland, von zwei Herren gebostgen. Nachdem sich! eine Gerichtskommission zur Augensche innahwe einge­ funden hatte, wurde die Leiche in das Leichlenhaus verbracht.</p>
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          <p>—* Die Fron leichnamsschlußprozession fand gestern von St. Jodok aus in der Freyung statt. An derselben wen die Schuljugend, kath. Vereine und son­ stige Andächtige in großer Zahl teil. —* Drei Flieger kamen gestern vormit­ tags im Fluge nach, Osten in rascher Aufeinan­ derfolge über unsre Stadt. Abends kehrten die Flieger wieder nach, München zurück. . —* Ein F lu gze u g mutzte am Mittwoch in der Flur bei Ergolding eine Landung ma­ chen, wobei das Flugzeug beschädigt wurde. Die Flieger blieben unverletzt. Das Flugzeug wur­ de abmontiert und hierher zur Bahn verbrachjt. —* Der Peter- und Pan lstag brachte uns gestern ein wechselvolles Wetter, halb Re- gen /halb Sonnenschein. Am frühen Morgen wanderten schon dichte Scharen zu best Toren der Stadt hinaus in die Wälder der Umge­ bung, um deren Schätze zu heben. Und mag auch, bei mänchjem der Ausflügler die Aus­ beute an Schwämmen oder Beeren nicht den gehegten Hoffnungen entsprochen haben, so war es doch; «in gesunder Spaziergang in frischjer Luft. i , —* Eierkarten werden vom 3. Juli ab eingeführt. Tie Merkarte darf ans wöchent­ lich! höchstens 2 Eier für die Person lauten. —* Unfall. Ter Dienstmann Keller wann war am Mittwoch in dem Magazine eines hiesigen Geschäftes tätig. Er geriet hierbei mit einem Fuße in den Aufzug, wobei ihimf die Zeihen derart gequetscht wurden, daß sie ih!m im Krankenhause, wohin er verbracht wur­ de, abgenommen werden wußten. —* Ginge schlichen hat sich in der Nacht von vorgestern auf gestern in idem Mannschäftsquartier im Prantlgarten der Steinmetz Max Brunner von Tittling. Brunner, der frühest in diesem *Qnartier sichj befunden hatte und ortskundig war, hatte mehreren der dort be­ findlichen Soldaten Geldbeträge gestvhlen. Er wurde von einem Unteroffizier festgenommen und zur Polizeiwache verbracht. —* Der Viktualienwarkt hät jetzt eine neue Wandlung erfahren. Aus dem GrünzeugMarkt wurde jetzt ein Schwammerl- und Bee4 renwarkt, denn beide Waldprodukte und einige Teesorten (Camillen und Lindenblüten) bilde­ ten den ausschließlichen Bestand des Marktes. Ter Geflügelmarkt war gut bestellt, allerdings die Pr eise schreckten manchen Käufer von dan­ nen. —* Der Kartoffelmarkt blieb $eute zum Leidwesen der erschjienenoen zahlreich jen Interessenten unbestellt. Tie erhoffte Sendung war nicht eingetroffen und auch! der längst! erwartete Waggon Kartoffel ist noch! nicht ge­ kommen. Sein Eintreffen wird aber in den nächsten Tagen erwartet, sodaß dann wieder Kartoffel zu haben sind. pv:- -n . —* Die Maul- und Klauenseuche in Niederaich'bach! ist erloschen. Damit ist der Amtsbezirk Landshut-Land wieder seuchenftSt. —* Aufnahme der Tabakbestände. Laut einer Bekanntmachung des k. Finanzmi­ nisteriums findet am 1. Juli ds. Js. eine Aufnahme der im Gebiete des deutschen Rei­ ches im Eigentume von Herstellern von Tabakerzeugnissen, Rohtabakhändlern und Rohtabakeinführsirmen befindlichen Vorräte und best für deren Rechnung am 1. Juli im neutralen und verbündeten Auslande lagernden bezieh­ baren Bestände und der aus dem Transport zu Lande und zu Wasser vom Auslande nach Deutschland befindlichen Posten an Rohtabak und Rippen aus Tabakblättern statt. Lokales. hofe St. Jodok erfolgte die Vorstellung der Erschienen. Heute früh zog Se. Eminenz in feierlichem Zuge zur Martinskirchie zur Spende der hl. Firmung au die Firmlinge der Stadt­ pfarreien von St. Martin und St. Jodok. - Der bayer. Lazarettzug W 3 kam gestern abends 9 Uhr 30 Min. hier an und brachte 147 Verwundete aus dem Westen, darunter 97 Schwer- und 50 leichter Berwün-l bete, die von unsrer Freiw. Sanitätskolonne in die hiesigen Lazarette überführt wurden. —* «$ n die Heiwat überführt wurde am Mittwoch/ nachj Timating die Leiche des Landsturmmannes Barth. Brandlmleier.BrandlMeier, der im Landsturim-Batarllon Landshut int Felde stand, erkrankte dort und wurde hierher verbracht, wo er nun im Lazarette! seiner Krankheit erlegen ist. —* Zur letzten Ruhe bestattet wurde am Mittwoch, - nachmittags 3 Uhr Hat stöbt. Friedhofe der im Dienste des/Vaterlandes einem Unglücksfalle erlegene Reiter der hie­ sigen Ersatz-Eskadron des 2. Schweren ReiterRegiments, Friedrich, Einsiedel mit miUitärjschen Ehren. Landshut, 30. Juni —* Das Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Krone und Schwertern' wurde dem Unteroffizier der Landwehr bei der 2. Jnf.-Munitionskolonne, Herrn Josef Wurrw dobler, früher Maschinist in der stöbt. Gas­ fabrik hier, verliehen. —* Die All erhjchst. Bewilligung zur Annahme und zum Tragen der K. . P r e u ß. R o t e n - K r e u z - M e d a i l l e er­ hielten in Mederbayern: Tix. Emanuel We­ ber, K. Medizinalrat, Kelheim; Dr. Fpanz Bernhuber, K. Bezirksarzt, Landau; Fr. Jda Schuch, Straubing; Frau Anna Sch aas, in Landshut; Therese Mühlbauer, Oberin Maria Nivo, Vilshosen; Frau Susanna Falkner von Sonnenburg, Mainburg; Eleonore Friedrich!, Ordensschwester, Osterhofen; E M m a Nieder­ mähe r, Landshut. —* Se. E minenz Kardinal-Erz­ bischof Dr. v. Bettinger kam gestern nachmittags 4 Uhr hier an und wurde an der Dominikanerkirche von dem Klerus der Inneren Stadt und Herrn Oberbürgermeister Hofrat Marschall mit Vertretern der beiden stöbt. Kollegien empfangen. Von dort erfolgte unter Glockengeläute der Einzug zur Jodoks­ kirche, wobei die Firmlinge und die Zöglinge von Ursulinen den Zug eröffneten. Im Pfarr-</p>
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          <p>Dienstesnachrichten. Kath. Kipche. Tie kath. Pfarrei Engelbrechtsmünster, B.A. Pfiasfienhofen, wurde dem Pfarrer Heinrich, Stadler in Laugquaid, B. A. Rottenburg, das Jnkuratbenefiziuw Nieder­ leherndorf, B.A. Rottenburg, dem Komworbntpriester Jos, Tstetter in Regensburg, vorw. Pfarrer in Solleffn, B. A. Riedenburg, die kath. Pfarrei Tunding, B. A. Tingolsing, dem Pfarrprovisov Lorenz Kleber in Tunding über­ tragen. Genehmigt wurde, daß vom Bischof von Passau die Fatijl Pfarrei Simbach b. L., B. A. Eggenfelden, dem Assistenten im bischöfl. Klerikalseminar in Passau T!r. Friz. Ritzer verliehen werde. Schuldienst. Die Volksschullehrerstelle an der Knabenschule in Pfeffenhausen, K.Tiststiktsschulinfpektion Rottenburg 1 in Rottenbustg, kommt ab 1. August I. Zrs. gur Erledigung. Endtermin für Bewerbungen 24. Juli l. Jrs.</p>
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          <p>Inserate.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Anläßlich des Geburtsfestes Mn Äajtfi itr $8ii|ii non Ahn» werden die titl. Hausbesitzer ersucht am Sormtng, den 2. Juli 1916 ihre Häuser beflaggen zu wollen. Landshut, den 28. Juni 1916. Sladtmagistrat. Marschall. 1379 Schwarz.</p>
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          <p>Bekanntmachung. kommenden Freitag den 7. Juki 1916 Vormittags von 8V&gt; Uhr ab werden im städtischen Leihhaus» dahier die versallenen Pfänder, bestehend in: Bene», KleihWWille«. WWe, llhre», Pretiise« etc. gegen sofortige Bezahlung öffentlich versteigert. 1372 8a«d*h«t, den 28. Juni i9ie. eifern fla Ct ^an^ut.</p>
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          <p>Bekanntmachung. Betreff: Nachausschlag sür Zigarette». Die am 1. Juli 1916 im Besitz oder Gewahrsam von Herstellern zigarettensteuerpfltchtiger Erzeugnisse und von Händlern befindlichen versteuerten Bipretteii, SiprettetiMe ttttb ZWetteMev unterliegen dem Nachausschlag in der Höhe des gesetzlichen Kriegsausfchlags. Hersteller und Händler haben zu diesem Zwecke die am 1. Juli 1916 in ihrem Besitz oder Gewahrsam befindlichen versteuerten Vorräte an Zigarette», Zigarettenhülle« und an Zigarettentabak, letzteren soweit d&gt;er Kletnverkausspreis mehr als 8 Mk. sür 1 kg beträgt innerhalb einer Woche, Waren der gleiche» Art, die sich am genannten Tage unterwegs befinden, alsbald nach ihrem Eingang dem zuständigen Steueramte nach Zahl, Inhalt und Steuer­ klasse der Packungen schliftlich anzumelden. Die Anmeldung ist in zweifacher Ausfertigung einzureichen. L a n d s h u t, den 28. Juni 1916. K. c^ctxt^ljoCCamt. Scherer. 1378</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Ter türkische Bericht. Konstantinopel, 28. Juni. Tas tür­ kische Hauptquartier teilt Mit: An der Jrar,r»nt kerne Veränderung. Oestlich&gt; von Servil griffen rtzrssischje Streitkräfte in kleinen Abterlungen erneut in veM schiedenen Rüstungen unsrer vorgeschobenen Stellungen an. Diese Angrifft wurden durch! unser Feuer Mgückgeschlagen. An der Kaukasusfront gelang es unsyen Erkundungsabteilungen auf deM rechten Flü­ gel, durch, gelungene Operationen dem Feinde einige Höhenzüge und Stellungen zu nehmen. Im Zentrum und auf dem linken Flügel! nichts! von Bedeutung. Sonst nichts Wichtiges. Konstantinopel, 28. Juni. Tas tür­ kische Hauptquartier teilt mit: An der Jrakfront nichts von Bedeutung. Nach, zwei verzweifelten Angriffen gegen un­ sere Stellungen östlich! von Sermil überließen die russischen Streitkräste, die kein Ergebnis erzielt und ziemlich, große Verluste erlitten hatten, uns am 27. Juni ihre befestigten Stel­ lungen östlich! von Sermil und zogen sich, in der Richtung auf Kerend, 10 Kilometer süd­ östlich, von Sermil, zurück. Unsre Truppen verfolgen den Feind. An der Kaukasusfront kein bedeutendes Ereignis. Am 27. Juni nachmittags beschössen ein Panzerschiff, ein Monitor und zwei Torpedo­ boote wirkungslos die anatolische Küste der Tardanellenstraße. Unsere Artillerie erwi­ derte das Feuer. Ein feindlicher Flieger, der aus der Richtung Mhtilene kam, wurde über Fotscha durchs unser Artilleriefeuer vertrie­ ben. Sonst ist nichts ,zu Melden. ______</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 30. Juni 1916. Luft . . 18 Grad C. Wasser . 16 Grad C.</p>
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