Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-07-11. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 185, 1916-07-11. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Ein deutsches U-Handcls-Boot brachte Ware« von Deutschland nach Amerika. — Erfolg­ reiche deutsche Gegenangriffe an der Somme. — Rege Tätigkeit unserer Flieger im Westen und Osten. Fünf englische Bewachungsschiffe von einem österreichisch-ungarischen Kreuzer in der Adria vernichtet. — Ein deutscher Flieger an der englische» Südostküfte. ────────── Neun Tage dauert nun die mächtige eng­ lisch-französische Offensive. Hunderttausende von Granaten aller Größen hatten schon, ehe der Massensturm begann, sieben Tage und sieben Nächte hindurch Tod und Verderben gespien, um den Stoßtruppen Englands und Frankreichs freie Bahn für den Durchbruch zu schaffen. In diesem Tosen und Toben der männermordenden Schlacht leisteten wackere deutsche Helden Unglaubliches. Tank der außerordentlichen Biegsamkeit der deutschen Linien gelang es den Feinden nirgends, Bre­ sche zu legen. "Immer wieder schicken unsere tapferen Truppen den Angreifer in seine Sturmstellungen zurück", sann der gestrige Hee­ resbericht mit Stolz melden. Das Wäldchen von Tranes wurde den Engländern, das Ge­ höft La Maispnnette und das Torf Barleux den Franzosen wieder entrissen. Im OvillersWalde wird ununterbrochen Mann an Mann gekämpft. Nur in Braches konnten die Fran­ zosen eindringen, wohl auch nur vorüberge­ hend. In England Macht die Presse kein Hehl aus ihrer Enttäuschung über die Dürftigkeit des bisherigen Ergebnisses. Nur der britische König scheint ihochbefriedigt und drückte den Streitern Haigs seine königliche Anerkennung aus. In Frankreich hat man dieses Lob Mit einiger Verwunderung vernomchen. Tort hat man sich schon bitter beklagt, daß. die Englän­ der im Vorwärtsdrängen mit den Franzosen nicht gleichen Schritt hielten. Man hat sich weiter genötigt gesehen, zur Unterstützung des rechten Flügels der Engländer neue französi­ sche Truppenabteilungen nachzuschieben. Das alles deutet doch darauf hin, daß die britischen Soldaten wegen ihres Versagens viel ehev einen Tadel als ein Lob verdient haben. Um diese peinliche Tatsache zu verschleiern, be­ mühen sichl einige Blätter der Entente, die groß angelegte Offensive ihres Wertes zu entkleiden, sie zu einer bloßen "Probeschlacht" herabzudrücken. Es wthd aber alles nichts helfen. Tie ungeheuren Verluste, welche die Alliierten jetzt an der Somlme efrleiden, werden dem englischen Dünkel und der französischen Revanchegier einen fühlbaren Dämpfer ver­ setzen. Wieder hat ein Flieger, Leutnant Parschau, den Orden "Pour le meinte" erhalten. Ter Kaiser belohnte damit die Verdienste des tapferen Offiziers. Einige andere unserer wackeren Flieger hüben ebenfalls bereits an­ sehnliche Erfolge zu verzeichnen. Ter Geist Jmsmelimänns lebt in unseren Fliegern weiter, die zudem auch> ein anderes lebendes Vorbild in unserem Boelke in ihren Reihen haben. Im Osten hat sichi wenigi von Bedeutung ereignet. Wo die Russen angriffen, wurden sie abgewiesen. An der italienischen Front wird zwischen Brenta und Etsch erbittert gekämpft, doch wurden alle italienischen Angriffe abgewiesen. Nur am Monte Corno gelang es den Ita­ lienern, in den- Besitz des Berges zu kommen. Sie wurden aber dußch Gegenstoß wieder von dem Berge geworfen, wobei fast ein halbes Tausend Italiener gefangen würden. Im Balkangebiet haben unsere Vorposten feindliche Abteilungen zurückgeschlagen. Ter östevr.-ungar. Kreuzer "Novara" hat an der Südspitze der Adria fünf englische UeberwächungsdaMpfer in den Grund gebohrt. Tie "Herrin der Adria", als welche die Ita­ liener ihre Flotte gav zu gerne ausgeben wür­ den, hat inzwischen wohl geschlafen. Ein deutsches U-Boot ist in Amerika ein­ getroffen. Wie mag Reuter hierbei zu Mute gelwesen sein, als er diese Hiobsnachricht den EntentevöÜern verkünden mußte. Zugleich mußte er /mitteilen, daß das U-Boot eine wert­ volle Ladung nach Amerika gebracht hat. Tie englische Blockade ist also illusorisch geworden. Tie deutschen Unterseehandelsschisse halten den Verkehr mit der Welt aufrecht, ob auch vor den Häsen und auf den Meeren feindliche Kreu­ zer und sonstige Kriegsschiffe lauern. Teut­ schem Geiste ist es gelungen, die U-Boote nicht nur zu furchtbaren Kriegswerkzeugen auszu­ statten, sondern sie auch! wirtschaftlichen Zwekken dienstbar zu machen. Bericht der beutfden Hauptquartiers. WTB. Be r lin, den 10. Juli. Mittags. (Großes Hauptquartier.) MW« KriegsskhWlütz. Beiderseits der Somme dauert der schwere ' Kamps fort. FnMcr wieder schicken unsere tapferen 'Truppen, den Angreifer in sein« ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. wackeren Flieger hüben ebenfalls bereits an­ sehnliche Erfolge zu verzeichnen. Ter Geist Jmsmelimänns lebt in unseren Fliegern weiter, die zudem auch> ein anderes lebendes Vorbild in unserem Boelke in ihren Reihen haben. Im Osten hat sichi wenigi von Bedeutung ereignet. Wo die Russen angriffen, wurden sie abgewiesen. An der italienischen Front wird zwischen Brenta und Etsch erbittert gekämpft, doch wurden alle italienischen Angriffe abgewiesen. Nur am Monte Corno gelang es den Ita­ lienern, in den- Besitz des Berges zu kommen. Sie wurden aber dußch Gegenstoß wieder von dem Berge geworfen, wobei fast ein halbes Tausend Italiener gefangen würden. Im Balkangebiet haben unsere Vorposten feindliche Abteilungen zurückgeschlagen. Ter östevr.-ungar. Kreuzer "Novara" hat an der Südspitze der Adria fünf englische UeberwächungsdaMpfer in den Grund gebohrt. Tie "Herrin der Adria", als welche die Ita­ liener ihre Flotte gav zu gerne ausgeben wür­ den, hat inzwischen wohl geschlafen. Ein deutsches U-Boot ist in Amerika ein­ getroffen. Wie mag Reuter hierbei zu Mute gelwesen sein, als er diese Hiobsnachricht den EntentevöÜern verkünden mußte. Zugleich mußte er /mitteilen, daß das U-Boot eine wert­ volle Ladung nach Amerika gebracht hat. Tie englische Blockade ist also illusorisch geworden. Tie deutschen Unterseehandelsschisse halten den Verkehr mit der Welt aufrecht, ob auch vor den Häsen und auf den Meeren feindliche Kreu­ zer und sonstige Kriegsschiffe lauern. Teut­ schem Geiste ist es gelungen, die U-Boote nicht nur zu furchtbaren Kriegswerkzeugen auszu­ statten, sondern sie auch! wirtschaftlichen Zwekken dienstbar zu machen. Bericht der beutfden Hauptquartiers. WTB. Be r lin, den 10. Juli. Mittags. (Großes Hauptquartier.) MW« KriegsskhWlütz. Beiderseits der Somme dauert der schwere ' Kamps fort. FnMcr wieder schicken unsere tapferen 'Truppen, den Angreifer in sein« ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. wackeren Flieger hüben ebenfalls bereits an­ sehnliche Erfolge zu verzeichnen. Ter Geist Jmsmelimänns lebt in unseren Fliegern weiter, die zudem auch> ein anderes lebendes Vorbild in unserem Boelke in ihren Reihen haben. Im Osten hat sichi wenigi von Bedeutung ereignet. Wo die Russen angriffen, wurden sie abgewiesen. An der italienischen Front wird zwischen Brenta und Etsch erbittert gekämpft, doch wurden alle italienischen Angriffe abgewiesen. Nur am Monte Corno gelang es den Ita­ lienern, in den- Besitz des Berges zu kommen. Sie wurden aber dußch Gegenstoß wieder von dem Berge geworfen, wobei fast ein halbes Tausend Italiener gefangen würden. Im Balkangebiet haben unsere Vorposten feindliche Abteilungen zurückgeschlagen. Ter östevr.-ungar. Kreuzer "Novara" hat an der Südspitze der Adria fünf englische UeberwächungsdaMpfer in den Grund gebohrt. Tie "Herrin der Adria", als welche die Ita­ liener ihre Flotte gav zu gerne ausgeben wür­ den, hat inzwischen wohl geschlafen. Ein deutsches U-Boot ist in Amerika ein­ getroffen. Wie mag Reuter hierbei zu Mute gelwesen sein, als er diese Hiobsnachricht den EntentevöÜern verkünden mußte. Zugleich mußte er /mitteilen, daß das U-Boot eine wert­ volle Ladung nach Amerika gebracht hat. Tie englische Blockade ist also illusorisch geworden. Tie deutschen Unterseehandelsschisse halten den Verkehr mit der Welt aufrecht, ob auch vor den Häsen und auf den Meeren feindliche Kreu­ zer und sonstige Kriegsschiffe lauern. Teut­ schem Geiste ist es gelungen, die U-Boote nicht nur zu furchtbaren Kriegswerkzeugen auszu­ statten, sondern sie auch! wirtschaftlichen Zwekken dienstbar zu machen. Bericht der beutfden Hauptquartiers. WTB. Be r lin, den 10. Juli. Mittags. (Großes Hauptquartier.) MW« KriegsskhWlütz. Beiderseits der Somme dauert der schwere ' Kamps fort. FnMcr wieder schicken unsere tapferen 'Truppen, den Angreifer in sein« Sturmsiellungen zurück und wo sie seinen sich dichtauffolgcndcn Angriffswellen vorüberge­ hend Raum geben mußten, haben sie ihn durch raschen Gegenstoß wieder geworfen. So wurde das Wäldchen von Tranes den dort einge­ drungenen Engländern, das Gehöft La Maisonnette und das Torf Barleux den Franzosen lwieder im Sturme entrissen und gegen den Feind in Hardecourt vorgearbeitet. Um Ovillers wird ununterbrochen Mann gegen Mann gekämpft. Im Torfe Biaches haben die Franzosen Fuß gefaßt, zwischen Bar­ leux und Belloh sind ihre vielfachen Angriffe unter den größten Verlusten restlos zusammengebrochen. Weiter westlich hinderte unser Sperrfeuer sie am Verlassen ihrer Gräben. Zwischen dem Meere und dem Ancre, iinj Gebiet der Aisne, in der Champagne und öst­ lich der Waas frischten die Feuerkämpfe zeit­ weise auf. i Zu Infanterie-Tätigkeit kam es westlich von Warneton, östlich von Armentieres, in der Gegend von Tähure und am Westrande der Argonnen, tob vorstoßende französische' Ab­ teilungen abgewiesen wurden. Bei Hulluch, bei Givenchy und Vauquois sprengten wir mit gutem Erfolg. ; Ter Flugdienst wär beiderseits sehr rege. Unsere Flieger haben fünf feindliche Flugzeuge (eines bei Nieüport-Bad, 2 bei CaMbrai, 2 bei Bapaume) und 2 Fesselballons (je einen an der Sammle und an der Maas) abgeschossen. Tie Oberleutnants Walz und Gerlich. ha­ ben je ihren vierten, Leutnant Lefßer seinen fünften, Leutnant Parschau seinen achten Geg­ ner außer Gefecht gesetzt. Dem letzteren hat S. M. der Kaiser für seine hervorragendem Leistungen den Orden "Pour le merite" ver­ liehen. Oestlicher KrikMmM. Auf dem Nordteile der Front hat sich abgesehen von einem vergeblichen russischen Angriff in Gegend von Skrobowa (östlich! von Gorodischtschi) nichts wesentliches ereignet. Heeresgruppe des Generals v. Linstnge». Ter gegen den Stochod vorfühlende Feind wurde überall abgewiesen. Ebenso scheiterte fein Vorstoß, westlich und südwestlich, von Luck. Teutsche Flugzeuggeschwader griffen feind- ────────── liche Unterkünfte östlich des Stochod ersolgreichi an. Armee ves Generals Grafen von Bothmer Patrouillen-Tätigkeit und erfolgreiche Ge­ fechte int Vorland. Valkaukriegsschauplatz. Unsere Vorposten südlich des Toiraüsees schlugen feindliche Abteilungen durch Feuer ab. - i Oberste Heeresleitung. ────────── Der öesterr.-ung. Heeresbericht. Der Ssterr.-ung. Heeresbericht. WTB. Wien, 10. Juli, mittags. Amtlich! wird verlautbart: RussiMjer Kriegsschauplatz. Ter gestrige Tag verlies verhältnismäßig ruhig. Vereinzelte Vorstöße des Feindes wur­ den abgeschlagen. ( Italienischer Kriegsschauplatz. An der Jsonzofront beschränkte sich die Gesechtstätigkeit aus Artilleriefeuer und LuftKämpfe. Unsre Seeslugzeuge warfen auf die Adriawvrke neuerdings Bomben. Zwischen Brenta und Etsch wurde an meh!reren Stellen erbittert gekämpft. Gegen unsre Linien südöstlich! der Cimia Dieci führten starke Wpini-Kräfte schwere Angriffe, die von Ab­ teilungen unsrer Jnfanterie-Megimenter Nr. 17 und 70 unter schwersten Verlusten des Feindes abgeschlagen würden. Ueber 800 tote Italiener liegen vor unsren Gräben. Nachts scheiterte ein feindlicher Vorstoß int Raume des Monte Jnterrotto. Im Abschnitt östlich des Brandtales grif­ fen Alpini Valmorbia und den Monte Corno an, gelangten in den Besitz dieses Berges, ver­ loren ihn aber wiedefc, dank eines Gegen­ angriffes unsrer Tiroler Landesschlitzen, denen sich! hier 455 Italiener ergaben. i Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. SPer stellvertretende Chef des Generalstabes> v. H o e f e r, Feldmarsch alleutnant. I * Ereignisse zur See. Bei Tagesanbruchs traf unser Kreuzer "Novara" in der Otranto- Straße auf eine Gruppe von vier oder — wie alle dabei gemachten Gefangenen übereinstimmend angaben — von fünf armierten englischen UeberwachungsdaMpfern und zerstörte sie alle durchs Geschützfeuer. Alle Dampfer sanken brennend, davon drei nach! Explosion der Kessel. Von ihren Be­ mannungen konnte die "Novara" nur 9 Eng­ länder retten. * Flottenkommando. ────────── Ter russischj-japanische Vertrag. Frankfurt a. M., 10. Juli. Ein neutraler Diplomat und Kenner des fernen Ostens erklärte einem Mitarbeiter der "Frkf. Ztg.": Wenn auch! England sich noch so große Mühe gibt, Mit sauersüßem Lächeln den japanisch--rufsischen Vertrag als ein Ereignis hin­ zustellen, das der gesamten Entente zugute Körntet, so teüß doch! gesagt werden, daß durch dieses Abkomtepn die Engländer in ihrer Ost­ asien-Politik einen nicht mehr gutzumachenden Stoß erhalten haben. Man erinnert sich, an die Erregung, die in England entstand, als Japan vor etwa eineinhalb Jahren mit den bekannten 22 Forderungen Ehina gegenüber hervortrat. Mit großem Eifer waren damäls die englischen Diplomaten hinter den Kulissen aM Werke, UM Japan zur Mäßigung zu ver­ anlassen, das auch scheinbar einen Teil seiner Forderungen aufgab, jedoch im stillen ziel­ bewußt aus deren Erfüllung hinarbeitete und zu diesem Zwecke China nicht zur Ruhe kom­ men ließ. Das jetzige Abkvmswrn ist direkt eine drohende Gefahr für die englischen In­ teressen in China und mithin ist die Macht­ stellung Englands im fernen Osten ein für allemal abgetan und an seine Stelle tritt Ja­ pan. Ob es ein Gewinn für die Westmächte sein wird, ist stark zu bezweifeln. Das expan­ sionslüsterne Japan, das nur allzu gerne zup Unterdrückung des Ausstandes in Singapore dort Truppen gelandet hat und nachweislich seine Agenten in Englischj-Jndien unterhält, gefährdet durch! seine Vorherrschaft int 1 fernen Osten nunmehr auch! die amerikanischen Phi­ lippinen und im weiteren Sinne die holländischen Inseln. In Amerika sowohl wie in Holland empfindet Man dies Mit Unbehagen. In Amerika tauchen zahlreiche StimMen auf für den Verkauf der' Philippinen oder ihre Autonomie, um deM drohenden Konflikt aus dem Wege zu gehen. In Holland verfolgt man die Aeußerungen japanischer Publizisten und Staatsmänner Holländisch!-Jndien gegen­ über mit bete| größten Mißtrauen. Tie sog. HandelskoMmission, die Japan vor einigen Monaten nach Holländisch-Jndien gesandt hat, wurde auch! dort mit sehr gemischten Gefüh­ len aufgenommen. (Z.) Bern, 10. Juli. Bei Besprechung des AbkomMens des russisch-japanischen Bündnisses deutet "Secolo" in einer Meldung aus Rom das Vorhandensein eines abgeschlossenen Ge­ heimvertrages an. Ter Vertrag betrachte auch die Möglichkeit, daß anarchische Zustände in ! China jeden Augenblick ein bewaffnetes EinI schreiten nötig Machen könnte. Ter Mitgeteilte ! Wortlaut bedeute nicht nur den Ausschluß Teutschlands, sondern auch den der Vereinig­ ten Staaten aus dem äußersten Orient. (Z.) ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz Sm ®t!tlid)en KrirMllvM Die englisch-französische Offensive. Genf, 10. Juli. Ueber den mißlungenen Persuch, der Engländer, sich des Torfes Contalmaison zu bemächtigen, Meldet das Blatt "Petit Parisien": Die Anstrengungen der bri­ tischen Truppen richteten sich zuerst gegen die deutschen Verteidigungen vor dem Dorfe Ovillers, das nordwestlich! der Nationalstraße Rouen —Valenciennes gelegen ist. Ter Kampf war am Abend noch, nicht beendet; er schien sich! zu­ gunsten unsrer Verbündeten zu wenden. Tie Engländer waren bemüht, zwei kleine Gehölze östlich, der Straße Fricourt—Contalmaison zu nehmen. Beide Angriffe bezweckten eine Ak­ tion gegen das an dem Kreuzpunkt von 5 Straßen gelegene Torf Contalmaison vorzu­ bereiten. In diesem Augenblick griff die deut­ sche Garde in den Kamps ein. Sie rückte ent­ schieden in der Richtung der Engländer bojt, Ter Zusammenstoß war fürchterlich. Die eng­ lischen Truppen konnten jedoch das Gelände behaupten. Es gelang ihnen sogar, bis Con­ talmaison vorzustoßen. Ein neuer heftiger Gegenangriff der Teutschen erfolgte. Drei Stunden lang wütete der KaMps 'mit wechseln­ dem Erfolge. Schließlich Mußten unsre Ver­ bündeten zurückweichen und dem Feiinde das Gelände wieder abtreten. Das heiß umstrit­ tene Dorf blieb in den Händen der Deutschen". (8.* Rotier dam, 10. Juli. Ter militärische Mitarbeiter des "Nieuwe Rotterdamschen Cou­ rant" urteilt: Für das englische Heer, das in so kurzer Zeit gebildet wurde, bleibt eine große Sch'wierigkeit bestehen. Diese Schwie­ rigkeit' wird sich bei Fortführung der Offen­ sive und bei der Ausnutzung etwaiger Erfolge iMmer wieder fühlbar Machen. Es ist die Unerfahrenheit der Führer, die Best der großen Ausdehnung des Heeres unmöglich! ausnahms­ los aus geschulten Kräften gewählt sein kön­ nen. Tie Ereignisse werden lehren, ob für die Engländer diese Tatsache nicht verhängnis­ voll werden wird. C8-) Tic glänzende deutsche Kampftätigkeit. Kristiania, 10. Juli. Ueber die glän­ zende deutsche Kampftätigkeit am 3. Juli bei Contalmaison drahtet der Pariser Korrespon­ dent von "Aftenposten": Tie deutschen Ver­ teidigungsstellungen sind so vollkomteen Wie möglich und die unterirdischen Sicherungen un­ zerstörbar. Als die Engländer eine Mine sprengen ließen und die Staubwolken sich! kaum verzogen hätten, würden sofort deutsche Maschinengewehre am" Range des Spreng beckens in Stellung gebracht. An der Somtee hatten die Maschinengewehre eine furchtbare Wirkung. 90 vom Hundert der Verluste wur­ den von Maschinengewehren verursacht. T!er deutschst Widerstand. Haag, 10. Juli. Tie englischest Kor­ respondenten erkennen an, daß trotz des fort­ gesetzt heftigen Bombardements keine weite­ ren Ergebnisse an der Westfront erzielt wurden. Das größte Ergebnis der letzten Tage sei ge­ wesen, daß keine der eroberten Stellungen wie­ der ausgegeben worden sei. Es wurden einige Kriegsgefangene und drei Geschütze erbeutet. Obwohl man in# schweren Verlusten gerechnet habe, sei man doch! noch durch außerordentlich! höhere überrascht woxden. Tie deutsche Be­ schießung der englischen Front habe die ersten englischen Linien tatsächlich vernichtet. i Tvr neue Nuntius von Belgien * Z ü r i >ch, 10. Juli. Ter Papst ernannte Monsignore Achills LoeateM, Titularerzbischof von Dhessalonien, zum apostolischen Nuntius in Brüssel. Loeatelli ist feit kurzem aus Ar­ gentinien, wo er interimistisch! die Stelle eines Nuntius versah, in Rom eingetroffen und wird sich!, wie der "Carriere della Sera" be­ richtet, nächstens nach Le Havre begeben, um dem König von Belgien sein Beglaubigungs­ schreiben zu übehveichen. Von dort begibt er sich, nach Brüssel. (Z.) Neberführung der Zivilinternierten aus Nordafrika. Wien, 10. Juli. Laut einer dem Mini­ sterium des Aeußern zugekommenen Mittei-' lung würden die bisher in Nordafrika inter­ niert gewiesenen österreichischen und ungari­ schen Staatsangehörigen nach europäischen La­ gern übergeführt und zwar aus Lambese nach, Corbara (Corsica), aus Berrouaghia nach, Ga­ rnison und aus Bedeau und Mascara näch, den Internierungslagern im Departement) Avehron. ( nach dem Kriege eine große Armee halten. Entsprechende Ver­ fügungen sind bereits getroffen. Man versuche, mit dsm deutschen Militarismus Schritt zu halten, um eine neuerliche Bedrohung von deutscher Seite iM Keime zu ersticken. [ * ────────── scheu Fliegerangriffes auf Tünabu-rg, daß er sich auf ganz ungewöhnliche Weise abgespielt ^ätte. Am 27. Juni erschienen 8 deutsche Flieger, die aus das' Zentrum der Stadt etliche 70 Bomben herabwarfen. Uebe'rall erfolgten starke Etzplofionen. Tie Detonation der- Ex­ plosionen und die russische Abwehrbeschießung erfolgten im schnellsten Tempo nacheinander. Tie russische Beschießung war stacht, aber er­ folglos. — An demselben Tage wurde Riga wiederholt von deutschen Fliegern mit Bom­ ben belegt. Sie schwebten über der Stadt trotz stärkster Beschießung. In Riga erschienen deut­ sche Flieger regelmäßig zu derselben Stunde. Teutsche Flieger über russischen Festungen. Stockholm, 10. Juli. "Rjetsch" schil­ dert in ein totenig romanhafter Weise den furchtbaren Angriff 8 deutscher Flugzeuge auf den Festungsbereich! von Tünaburg: Um halb 2 Uhr nachts erschienen die Flugzeuge über dev Stadt. Tie Lust wär von einem fürchterlichen Geheul erfüllt. Kaum eine Fensterscheibe ist unversehrt geblieben. Stundenlang kreuzten die deutschen Flieger über den Festnngsbereich. Bombe aus Bombe fies. Tas russische Abwehr­ feuer ist unwirksam geblieben. Zwei russische Tauben steigen auf, vermögen aber die deut­ schen Geschwinder nicht wegzujagen. Tas stun­ denlange Bombardement war das bisher schlimimste Erlebnis für das beim' Krieg we­ nig verschonte Tünaburg. Unsere Flugzengabwähr. Tie "Franks. Ztg." meldet aus Bern: Ter "Tem'ps" stellt fest, daß die Teutschen gegen die Flugzeuge eine neue Art Granaten ver­ wenden, welche raketenartig explodieren. Ter ersten großen Explosion folgen mehrere kleine. (3.) Ein feindlicher Flieger über schwei-orischem I Gebiet. Tessin, 10. Juli. Freitag nachmittags halb 5 Uhr wurde hoch über Ehiasso ein frem­ des Flugzeug gesichtet. Es kam aus östlicher Richtuug und steuerte dann westwärts in der Richtung auf Varese. Es hat mit Sicherheit einige ^hundert Meter schweizerischen Lustraum durchkreuzt. Es handelt sich um ein italieni­ sches Flugzeug. ────────── 12 000 Mark einnimmt, so ist das eine schlechte Rechnung. Von Jahr zu Jahr häufte sich die Schuldenlast. Im Haushalt ging alles drun­ ter und drüber, die Dienstboten taten, was ihnen beliebte, den Hortense von Billach! hatte Weder Lust noch! Zeit, sich darum zu küminern. Tazn wär das Leben viel zu schpn und zu .zu luftig laut» Hortense war nur dazu da, sich «verwöhnen und vergöttern zu lassen. Sie wär 'die süßeste und schönste Frau, die man sich denken konnte — aber auch! die untüchtigste und unbernünftigfte, einte von denen, die zärtlich! junb übermütig, ohne jede böse Absicht ihre ! Männer ruinieren, und für die sich die Mäni ner mit Freuden ruinieren lassen. ! Hortense hatte nicht einmal Zeit für ihr ; einziges Töchterchen Anne-Rose, die tot Neu­ ster en der schönen Mutter glich, aber zum Glück neben der süßen Anmut und Schön' beit nicht auch den leichten Sinn der Mut­ ter geerbt hatte. Hortense nahm ihr reizen­ des Töchterchen Wohl hier und da in einem duftigen, kostbaren Spitzenkleidchem zu einer ! Ausfahrt oder zu einem Spaziergang Mit ' oder ließ sich! Mit ihm in ihreM Salon be'wundcrn, aber sonst wußte sie mit der klei­ nen Anne-Rose nichts anzufangen. 'LJEJ Etl 1 MrtseMng folgt.), J , , , > I« Krieg pr See. Ein deutsches U-Boot mit Waren in Baltimore eingetroffen. London, 10. Juli. (Reuter.) Tie Blät­ ter veröffentlichen ein Telegramm aus Newhork, worin gemeldet wird, daß ein deutsches Unterseeboot mit einer wertvollen Ladung Farbstoffe in Baltimore angekommen ist. i Kaufmann die bestellte Ware schickte, sprang sie auf und klappte das Buch zu. Tante Jettchen — oder eigentlich Fräulein Henriette von Billach. — war ein seltsames Gemisch! von einer altmodischen alten Jung­ fer, wie sie ffüher zum ständigen Jnventalr jener größeren Familie gehörte, und einer selb­ ständigen und zielbewußten Persönlichkeit, wie Man sie'heute auch, unter verheirateten Frauens sehr häufig findet. Sie war aus irgend einem Grunde ledig geblieben, hatte eine Herzens­ affäre hinter sich und toar zu stolz gewesen, die Ehe dann als eine Versicherungsstation oder als einen Nothafen zu betrachten. Ihr frisches, gesundes Naturell hatte sie befähigt, Mit frohem Mut auf festen Füßen Mitten im Leben zu stehen und sich nicht überflüssig zu fühlen. Tals letztere wäre ihr wohl auch! sehtz: schwer gefallen, denn sie war zwei Menschen so nötig wie das liebe Brot. Der ganze Haus­ halt ihres verwitweten Bruders, des Frei­ herrn Jost von Billach. drehte sich um sie, und sie stand ihm so gewissenhaft und re­ solut vor. daß alles glatt seinen reißen Weg ging. Leicht wär das manchmal durchaus nicht gewesen. Jost von Billach verfügte zwar als höherer Beamter über ein anständiges Ein- kommen, besaß aber kein Vermögen und mußte dpch, seinem Amte und Stand entsprechend re, präsentieren. Dazu kam noch eine ansehnliche Schuldenlast. Jost von Billachs verstorbene Frau war von ihrem herzensguten, aber etwas enebgie‘ losen Gatten abgöttisch geliebt worden. Sie war bildschön gewesen und als Tochter einer französischen Mutter, die an einen Freiherrn von Retzbach! verheiratet gewesen war, mit einem, leichten frohen Sinn und einer fast krankhaften Verschwendungssucht behaftet ge­ wesen. Wie ein geordneter Haushalt geführt werden musste, davon hatte Hortense von Vil­ lach, geborene Freiin von Retzbach, feine Ahn­ ung gehabt. - I f / Herr von Billach war zu schwach gewesen, ' seiner Frau eienen Wunsch! zu versagen, und wenn dieser Wunsch Noch, so töricht und kost­ spielig gewesen wäre. So war er schon in den ersten Jahren seiner Ehe mit einem von einem Onkel ererbten fiepen Vermögen fer­ tig geworden und trotzdem sein Gehalt hu i zwischen gestiegen war, tarn er von Jahr zu -Jahr tiefer in drückende Schulden. Sein gesamtes EinkoiHNeu belief sich! auf ■ 12 000 Mark, da er, wie schon erwähnt, re­ präsentieren mußte. Wenn tonn aber jähr­ lich 15000 bis 20 000 Mark ausgibt und nur ────────── Der Krieg zur See. I« Krieg pr See. Ein deutsches U-Boot mit Waren in Baltimore eingetroffen. London, 10. Juli. (Reuter.) Tie Blät­ ter veröffentlichen ein Telegramm aus Newhork, worin gemeldet wird, daß ein deutsches Unterseeboot mit einer wertvollen Ladung Farbstoffe in Baltimore angekommen ist. i Kaufmann die bestellte Ware schickte, sprang sie auf und klappte das Buch zu. Tante Jettchen — oder eigentlich Fräulein Henriette von Billach. — war ein seltsames Gemisch! von einer altmodischen alten Jung­ fer, wie sie ffüher zum ständigen Jnventalr jener größeren Familie gehörte, und einer selb­ ständigen und zielbewußten Persönlichkeit, wie Man sie'heute auch, unter verheirateten Frauens sehr häufig findet. Sie war aus irgend einem Grunde ledig geblieben, hatte eine Herzens­ affäre hinter sich und toar zu stolz gewesen, die Ehe dann als eine Versicherungsstation oder als einen Nothafen zu betrachten. Ihr frisches, gesundes Naturell hatte sie befähigt, Mit frohem Mut auf festen Füßen Mitten im Leben zu stehen und sich nicht überflüssig zu fühlen. Tals letztere wäre ihr wohl auch! sehtz: schwer gefallen, denn sie war zwei Menschen so nötig wie das liebe Brot. Der ganze Haus­ halt ihres verwitweten Bruders, des Frei­ herrn Jost von Billach. drehte sich um sie, und sie stand ihm so gewissenhaft und re­ solut vor. daß alles glatt seinen reißen Weg ging. Leicht wär das manchmal durchaus nicht gewesen. Jost von Billach verfügte zwar als höherer Beamter über ein anständiges Ein- Meilen vor der Küste wuxde das Unterseeboot von britischen und französischen Kreuzern ver­ folgt, wodurch, seine Ankunft um vier Tage ver­ zögert wurde. ────────── geblieben sind. So!h>at das Picardis.che über­ all, wo das Französische ein "gu" daraus ge­ macht Hat, das germanische "to" bewahrt. Das Picardische also jsagt z. B. nicht "guerre" fite Krieg, sondern spricht "were" gleich dem deut­ schen "Wchre", aus dem "guerre" entstanden ist. Tie Bevölkerung ist säst ausschließlich blond und blauäugig, und in den Eigennamen findet man viele, in denen die Erinnerung an die germanische AbstaMmsung sich bewahrt hat. Tas Land ist reich, an geschichtlichen Er­ innerungen. Bei Vermaud sieht man heute nach wohl erhalten ein befestigtes Lager und die Stellungen der Legionen Cäsars. Von da ab führt eine von diesen römischen Soldaten gebaute Straße in der Richtung auf Amiens zu kerzengrade von Osten nach Westen. An ihr liegen nebeneinander deutsche und fran­ zösische Gräber aus den Jähren 1870 und 1914, und jetzt schneidet diese Straße bei Estrees einen der Brennpunkte der jetzigen Offensivkämpfe. — Wenn auch- Peronne keine Kathedrale von der überwältigenden Groß, artigkeit ausweisen kann, wie Amiens und Abbeville, sondern durch, die Schönheit man­ cher picardischen Torskirche beschämt wird, so war das von seinen heute wertlosen Festungs­ werken umgebene Städtchen doch eine Schatz­ kammer von geschichtlichen Ueberlieferungen, an der die neuntägige Beschießung an der Jahreswende 1870/71 nicht viel Zerstört hatte. Wohl erhalten war besonders das düstere, alte Schloß, in deut Herbert von Vevmändois den König Karl den Einfältigen hat verhungern lassen und wo Ludwig XL, amt sich, aus der Gefangenschläft loszukaufen, den schimpflichen Vertrag mit Karl beton Kühnen unterzeichnete. Peronne lag so nähe hinter der Fpont, daß der Feind schon intimer hineinschießen konnte. Bei Beginn der Offensive haben die Verbün­ deten das Städtchen ausgiebig mit schweren Granaten belegt. Tas in einem oberen Saale des Stadthauses untergebrachte Museum, wel­ ches auf dem Vovmiarsch als Lazarett gedient hatte, aber sorglich geschont worden war, um­ schloß eine Reihe von recht wertvollen germa­ nischen Fundstücken aus der Völkerwanderungs­ zeit, die auch für uns Teutsche flhr wichtig waren. Nun wird Peronne wohl das Schick­ sal mit so mjancher anderen Stadt teilen müs­ sen, die in den Brennpunkten heißer, langwährender Kämpfe liegen. Es wird Wohl nicht viel von seinen schlichten alten Schönheiten übrigbleiben. An den Straßen der Pieärdie, wo noch, 'manch altes Steinkreuz der Toten von Crecy gedenkt, werden in den Zwischen-' räumen der Soldatengräber von 1870 und 1914 Wohl bald in unabsehbaren Reihen neue Hügel mit der Jahreszahl 1916 Wuchsen. (Kb.) W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. ────────── TM-AeberW. Lasset uns beten! Tie "Bayer. L.-Z." schreibt: Auf einem in der Berliner Hof(!)buchdruckerei von Julius Sittenfeld hergestellten Blatt, das ohne jede Namensunterschrift Zahl­ reichen Geistlichen ins Haus geschickt wird, stvht zu lesen: "Aml 2. Januar 1916 fand in der Paulskathedrale in London ein natio­ naler Bittgottesdienst statt, dem unter anderen der Oberbürgermeister von London, die Stadt­ räte des Sheriffs (Oberste Beamte der Graf­ schaft) und einige achtzig Mitglieder der Lon­ doner Kaufmannschaft in Amtstracht beiwohn­ ten. Ter Erzbischof von Canterbupy leitete den Gottesdienst, der folgendes Gebet enthielt: "Lasset uns bitten, bofr er aus den Wirren und dem Elend des Krieges ein besseres Ver­ ständnis für das wahre Verhältnis von Recht und Macht erlmachsen lasse und ein tieferes Er­ sassen der Botschaft Christi in seiner Bedeu­ tung für die Gemeinschaft der Völker. Mö­ gen wir keinen Wunsch! haben, unsere Feindes vernichtet zu sehen, nur um ihrer Demütigung willen. Lasset uns für «sie wie für uns selbst wünschen, daß ihre Augen für die Erkenntnis der Wahrheit geöffnet werden mögen; lasset uns beten, daß durch die Gnade Gottes der Tag komwen jhtlbge, an dem wir einander ver­ stehen und achten lernen, und uns als Freunde Tages-Uebersicht. vereinigen, um nach! demj gemeinsamen Guten zu streben. Und vor allem lasset uns beten, daß wir, wenn der ersehnte Fpiede koMmt, von dem festen Willen erfüllt sein mögen, die bittere Erinnerung an unsere Kämpfe da­ durch aarszatlöschen, daß wir von neuem als Menschen von gutem Willen uns in den Dienst der hohen Aufgabe stellen, die Völker der Welt zur wahren Erkenntnis unsches eigenen Erlösers und des Herpn über uns alle und zum Gehorsam gegen ihn zu führen. Möchften alle Geistlichen sich angetrieben fühlen, in diesem Sinne, jeder in den Forchen, die sein Bekenntnis ihm eingibt, die einstige Verstän­ digung der Völker vorbereiten zu helfen." — Es kann nichjt bloß Michelei sein, die dieses echte Erzeugnis englischer Heuchelei unseren Geistlichen als Vorbild für ihre Aufgabe ins Haus schickt. In allen diesen Dingen steckt System; Man will die Teutschen wieder zu der "Ausläuderei" zurückbringen, die sie vor dem Kriege stM jeden Respekt tial Auslande gebracht hat. Aber dazu soll und darf es nicht kommen, das verbieten schon die zahl­ reichen Opfer an Gut und Blut, die das deut­ sche Volk im Kampfe gegen seine neidischett Nachbarn gebracht hat. half! In Mannheim war infolge der Festsetzung von Höchstpreisen fast keinObst auf dem Markt gekommen . Tie Behörde erließ darauf folgende Bekanntmachung: "Sollte nicht innerhalb drei Tagen der Märkt wie ehedem mit Kirschen und Erdbeeren zum Pveise von 25 bozw. 35 Pfg. beschickt werden, so werden unverzüglich! Landsturmleute zum Beschlagneh­ men des Obstes kommandiert, und dem Eigen­ tümer wird das Obst zu einem! festen Preise enteignet Werden, jedoch werden die Unter­ haltungskosten für die Landstürmer abgezogen werden." Tie Wirkung stellte sich- überaus schnell ein. Sofort kam wieder Obst in rei­ cher Fülle auf den Markt. Warnung vor Japan. Ter holländische ExMinister Tr. Kuyper ermahnt ich Stand­ ard seine Landsleute eindringlich!, vor Japan auf ihrer Hut zu sein und umfassende Maßf nahmen züM Schutze des niederlärtdischenKolonialbesitzes in Ostindien zu treffen Japan entwickle eine überraschende Kraft. Es kann auf dem Festlande zwar kriegerische Maßnah­ men unternehmen, aber hier hat es doch! mit dem fast unerschöpflichen MenschepmaterialChinas und Rußlands zu rechnen. So ist Japan gewissermaßen von selbst darauf angewiesen, die Inselgruppe der Südsee bis nach! Austra­ lien sich! zu unterwerfen. Formosa und die Philippinen können Japan weniger reich! ma­ chen, aber unser Archipel kann es. Deshalb ist äußerste Vorsicht dringend geboten. (Z.) ────────── Bayerische Nachrichten. AyerW Mchrichtktt Abänderung des Kriegszustandsgesetzes. Ein Initiativantrag sämtlicher Parteien dex Abgeordnetenkammer will dejM Art. 7 des Ge­ setzes über den Kriegszustand folgende Vor­ schrift beifügen: In den Fällen des Art. 4 Nr. 2 kann das Gericht auf den Antrag des Staatsanwalts den Angeschuldigten ohne münd­ liche Verhandlung dem ordentlichen Gerichte zur förmlichen Untersuchung übergeben. Tier Mprozentige Steuerzuschlag unter Freilassung der Einkommensteuer bis zu 2100 Mark wurde von der Reich-sratskaMMer ge­ nehmigt. Ferner wurde die Verlängerung der Landtagswahlizeit um ein Jahr, die T-urchsührung einer Erwerbslosenfürsorge unter den Handwebersämilien, das Kreisdarlehen für Mittelflanken und die Errichtung einer Lan­ desgewerbekasse debattelos genehmigt. Ter An­ trag Held auf Erhaltung der bayerischen Brief­ marke wurde als überflüssig beiseitegelegt. Tie Zahl der inhaftierte« Kriegsgefan­ genen in Bayer« betrug nach- einer Zusammen­ stellung des Kriegsministeriums aM 1. Juli ds. Jrs. insgesamt 92 517; hiervon sind 1948 Offiziere, um 10 weniger als aiM 1. Juni, und 90 569 Unteroffiziere und Mannschaften, um 3152 Mjehr. Von den Offizieren sind 1214 Franzosen, 28 Engländer, 6 Belgier und 700 Russen, von den Mannschaften 49 283 Franzo­ sen, 197 Engländer, 185 Belgier, 36 596 Rus­ sen, 4 302 Serben und 6 Angehörige anderem Nationen. ────────── Allerlei. Tie G. M. l>. .tz. im Gefangenenlager. Jiml Offiziersgefangenenlager zu Burg bei Mag­ deburg hüben sich- mehrere gefangene russi­ sche Offiziere zur Gründung einest Kinotheater G. m. b. H. vereinigt, und auch schon ein Theater in diesem Lager eröffnet. Wie die Zeitschrift "Ter Film" berichtet, wären seit Eröffnung bis heute sämtliche Vorstellun­ gen ausverkauft. In diesem Theater, das 200 Sitzplätze faßt, werden bei einem Eintritts­ geld von 50 Pfennig täglich« zwei Vorstellun­ gen bei wöchentlich zweimaligem PrograMmwechsel gegeben. Tie Filmzensur wird von vier deutschen Offizieren ausgeübt. ' ) Eine brennende Insel. Tem Corr. della Sera zufolge brach in den großen Kastanien­ wäldern der Insel Safina, ungefähr 40 Ki­ lometer vom Stropipoli entfernt, eine riesige F eu ersb r u n st aus, die sich- auf drei kleine Gemeinden der Jnstl ausdehnte. Ta die Schiff­ fahrt wegen Kohlenmangels unterbrochen ist, kann für die bedrohte Insel nichts getan werden. Allerlei. ────────── Niederbayerische Nachrichten. MeMeriW Nachrichten Ern wackerer Krankenträger. Tie Bayer. Ehrentafel Nr. 151 schreibt: Dicht am Feinde stützend, schickte die 7. Kompagnie Res.-Jnf-Regts. Nr. 10 am 19. NoveMber 1915 nachts eine Erkundungspatrouille aus, doch! geriet sie sehr bald in ein heftiges Jufanteriefeuer und sah sich zur Umkehr genötigt, -wobei ein Teil­ nehmer schwer verwundet vor bemi Drahtver­ hau liegen blieb. Kaum erfuhr dies Sanitätsunterosfizier der Landwehr Georg Sers aus Leiblfing, BA. Straubing, verheirateter Tag­ löhner von Nürnberg, als er sich! mit einem Hilfskrankenträger zur Bergung aufmachte. Nachdem der Verletzte rasch gesunden war, schickte Sers seinen Begleiter nochmals um eine Tragbahre zurück, während er selbst trotz heftiger Beschießung bei seinem laut stöhnenden Schützling verblieb, um ihn erst beim Abflauen des Feuers in Sicherheit zu bringen. Als die Franzosen ernt 12. Tezemjber die zum! Graben der 7. Kompagnie gehörige Hoirchsaplpe mit schwerstem Artilleiriefeuer belegten und fast vollständig zerstörten, verschüttete ein in den Sappenkopf einschlagender Volltreffer den Hovchposten nebst dem Eingang zu einem Un­ terstände, Irolorin sich' zwei Mann befanden. Auch jetzt wieder drang Sers zur Hilfeleistung durch den Laufgraben vor und wiustde zwar beim Uebersteigen der Erdhaufen vom Feinde unter Feuer genommen, vermochte aber doch, wenn auch, der Horchposten bereits tot war, die im Unterstände verschütteten Leute zu Befreien. Schon längere Zeit im Besitze des Eisernen Kreuzes, erhielt Sers die Silberne Medaille. Passau, 8. Juli. (Tödlich! verunglückt.) Während des Gewitters am' Sämstag wapf ein Windstoß das vor der Kasestne aufgestellte Schilderhaus um; dieses schlug irrt Fallen einen eben an der Stelle vorübergehenden Solda­ ten mit solcher Wucht zu Boden, daß der bedauernswerte junge Mann ans best Stelle eine Leiche war. Ter Verunglückte heißt Wil­ helm Prinz und stamtznjt aus Jmmenstadt im Algäu. j ────────── —* Den Heldentod für das Vater­ land starb der Gefreite Anton Schmitt, Sohn des Korbmachers Herrn Engelbert SchMitt in Achdorf durch Zirre Granate. Ter Gefallene !war mit deich Eisernen Kreuze ausgezeichnet. —* Zu nt Ausschank in Weißbierwirt­ schaften ist richtigzustellen, daß der Ausschank an Werktagen von 10—12 Uhr vormittags und 6—11 Uhr abends erfolgt. —* F ü r K i r sch e n haben Mir jetzt Höchst­ preise erhalten. Wo find aber die Kirschen, die man um den Höchstpreis bekommt? Es beginnt Wer anscheinend wieder das gleiche Spiel, wie es bisher noch bei allen Waren der Fall war, fchr die Höchstpreise vhne Be­ schlagnahme festge setzt wurden. Mit dem Höchste preis verschwinden die Waben vom Markte. Da­ durch! soll ein Truck ausgeübt werden, der zu einer Erhöhung des Preises führt. Wo aber bleiben die Kirschen, die doch nur von kurzer Haltbarkeit sind? > —* Durchgegangen ist gestern in der Altstadt eine Kuh ihrem Transporteur. Das wilde Tier rannte durch! die Straße, bis sich ihr in der Nahe der Martinskirche ein wackerer Feldgrauer entgegenwarf und sie mit Gewalt niederzwang. —* Die Kornernte hat auch! bei uns be­ reits begonnen. In der Gegend von Obeirgangkofen stehen seit Samstag schon die ersten Kornmandeln. —* Kartosseldiebe machen sich in un­ serer Gegend wieder breit. Kaum sind die er­ sten Frühkartoffeln auf den Märkt gelangt, rücken die Diebe, meist in jugendlichem Alter, aus, um "billige" Kartossel zu erwerben. Ta sie aber von der Landwirtschaft nichts ver­ stehen, reißen sie wahllos auf den Kartoffel­ äckern die Stöcke aus und saMmjeln auch die kaum nußgroßen, unreifen Spätkartoffeln, wo­ bei sie natürlich! beträchtlichen Schaden ver­ ursachen. Ein solches Tiebe^iaar — zwei Jungens — wurden vorgestern bei Preißenberg von dem Besitzer eines Kartoffelackers ver­ sprengt, wobei die Diebe unter Zurücklassung eines neuen Rucksackes flüchteten, in dem sich zwei Messer und drei Schlüssel befanden. Tejv Rucksack wurde der Gendarmerie Achdorf über­ geben. ! | 1 —* Haltbarmachen von Fruchtsäften und Marmeladen durch Zusatz von Ameisensäure. Von sachverständiger Seite Wird der "H. N. N." geschrieben: Hat man durch! Auspressen der rbhen Früchte den Fruchtsaft gewonnen, so Isetzt man aus ein Kilo gleich! 'stoei Pfund Fruchtsaft zehn GramM 25prozentige Ameisensäure hinzu, mischt das Ganze gut durcheinander und füllt den Saft dann auf Flaschen. Der Saft hält sich so un­ begrenzt, man kann jederzeit davon gebrau­ chen und süßt ihn dann nach Belieben. Falls Man zum Süßen Sacharin anwendet, so Mutz man das nachWrige Kochen vermeiden, da sonst der Saft einen bitteren Geschmack erhält. Bei Marmeladen verfährt Man in derselben Weise, also ein Kilo fertiggekochter, ungesüßt ter oder wenig gesüßter Mairmelade setzt Man zehn GraMM 25prozentige Ameisensäure hin­ zu. Hut Man reichlich Zucker zur Verfügung, so ist ein Zusatz von Ameisensäure natürlich! unnötig, da sich! die Marmelade danN durch den hohen Zuckergehalt keimfrei hält. ────────── Letzte Posten. Letzte Posten. $itc deutschen Nutersee-Handelsboot«. Berlin, 11. Juli. Tie Ueberfahvt des ersten deutschen Untersee-Handelsbootes "Deutschland" über den Ozean und seine glück­ liche Ankunft in Amerika gibt den Blättern bei der Besprechung des bahnbrechenden Ereig­ nisses Gelegenheit, darauf hinzuweisen, daß auf diese Weise die Legende von der englischen Blockade vollständig zerstört wejrde. Tie Voss. Ztg. bringt hierzu Einzelheiten, in denen es heißt, daß verschiedene derartige Unterseeboote im Bau sind. Tie beiden ersten die "Deutsch-/ land" und die "Bremen" schwimiMen bereits aus dem Ozean. Ihre Größe bebpägt etwa 2000 Tonnen. Die Erbauerin der "Deutschland" ist die Germania-Werft in Kiel, her Führer Kapi­ tän König. Baltimore, 10. Juli. Das hier ange­ kommene deutsche Uutersee - Handelsschiff "Deutschland" erhebt Anspruch als unbewaffne­ tes Handelsschiff zu gelten. Tie Ladung, aus Farbstoffen und Medizinen bestehend, war an Schumacher und Cie., Agenten des Rordd. Lvlohd in Baltimore konsigniert. Tie Offiziere erklären, daß sie von keinem feindlichen Kriegs­ schiff verfolgt wurden Und auf hoher See we­ der ein britisches noch ein fraNzösischesKriegsschiss sahen. Ein Küsten'schiff folgte derTeutschland auf der Fahrt nach, der Eheasepeakevai. Ter Grund wupde nicht angegeben, aber es verlautet, daß das Schiff unter Aufsicht bleiben Müsse. ■ Berlin, 11. Juli. Die "Morgenpost" urteilt: Es wird interessant sein zu hören, was die Engländer zu dieser neuen Errungen­ schaft deutschen Geistes zu sagen haben werden. Daß sie den Versuch, machen werden, ihre Be-, deutung zu verkleinern, ist gewiß, aber ebenso gewiß ist, daß ihnen um ihre seebeherrschende Gottähnlichkeit doch bange werden wird. Ame­ rika hat imlmler betont, daß es Mit seiner Lie­ ferung von Kriegsmaterial und Waren, die der Kriegführung dienen, nicht unneutral hand­ le. Es würde diese Dinge auch an uns liefern, wenn wir nach! Amerika ftimjmfen und sie holen. Nun also, jetzt find wir da! H a ag, 11. Juli. Tie "Morning Post" be­ richtet aus Washington: In einem großen halb­ seitigen Inserat der Transatlantischen TrustGesellschaft ,mird die Ankunft eines deutschen Unterseebootes für die Reeder von Baltimore bekannt gemacht. Mittelst des U-Bootes können Geld und Korrespondenzen auf sicherem Wege! ohne Gefahr britischer Uebergriffe nach Deutsch­ land Zurückgesandt werden. Nach weiteren Berliner Meldungen ist die "Deutschland" Eigentum der deutschen Ozean­ reederei G. m. b. H. ────────── Kriegsbriefe aus dem Westen. Kriegsbriese aus dem Westen. Berlin, 10. Juli 1916. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Der Stillstand hatt an. Telegramm unsres Kriegsberichterstatters. , Großes Hauptquartier, 9. Juli. . Tie Verbündeten hatten gestern denHauptdruck ihrer Anstrengungen an die Linie Longueval—iCurlu verlegt, wo die Flügel der eng­ lischen und der französischen Armee sich be­ rühren. Bei Torf Hardecourt gelang es den Franzosen, in unsre Stellungen einzudringeu, dagegen scheiterten alle Stürme gegen unspe Linie Ovillers—Wäld von MaMetz ebenso blu­ tig, wie das wiederholte Anrennen gegen das südlich, von Longueval gelegene Troneswäldchen. Tie Grabennase, bei La Boifselle, wo die Engländer . vorgestern eingedrungen waren, mußten sie gestern wieder räumen. Verschie­ dentlich! schienen die Angriffe an ihrer bis­ herigen Kraft verloren zu haben. Südlich! der Somme setzten die Franzosen das TroMmelfeuer gegen unsre Stellungen fofct. (Kb.) i % W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. ────────── Handel und Verkehr. Rudel und Verkehr. Nürnberg, 8. Juli. (Hopfenmarkt. Bei fester Tendenz hat die Preisbefserung inzwischen angehalten. Für Mtttelsorten mußten 55—63 Mk., für die weniger begehrten Prima- und Siegelhopfen 65—72 Mark, in Ausnahmefällen bis zu 75 Mark bezahlt werden. Die Wochenzufuhr beträgt 200 Ballen, Umgesetzt wurden 550 Ballen und zwar in der Hauptsache Mittelsorten, welch letztere auch für Meinungskäufe tu Betracht kamen. Erwähnenswert ist noch der Verkauf einiger Posten 1914er, für welche je nach Farbe und Beschaffenheit 25—30 Mark angelegt wurden. Preise für 50 Kilogramm: Geringe Hopfen 45—50 Mark, Mittel und Gutmittel 52—63 Mark, Prima einschließlich Siegelgut 65 bis 75 Mark. ────────── Literwtscher. KapitaladsinÄungsgesc^ Tas soeben vom Reichstage verabschiedete Gesetz, ist -ein Werk von höchster wirtschaftlicher und sozialer Be­ deutung, da es dazu beiträgt, dem nach! den Schrecknissen des Kampfes heimkehrenden Krie­ ger oder unsren Kriegerwitwen eine Existenz zu gründen oder zu erhalten und gesunde Le­ bensbedingungen für sie zu schaffen. Welchen Weg ein Antragsteller einschlagen muß, uM eine Kapitalabfindung zu erhalten, welche Vor­ bedingungen erfüllt sein müssen für die Ge­ währung einer Kapitalabfindung und in wel­ cher Höhe diese in den verschiedenem Lebens­ altern gelwährt werden kann, darüber gibt das kleine Buch! Mit Gesetzeserläuterungeu des Ma­ jors Meier von der Rentenabteilumg desKriegsministeriüms eingehend Auskunft. (Wie erhalte ich! als Kriegsbeschädigter oder als Krieger­ witwe eine Kapitalabfindung an Stelle von Krkegsversorgung. Verlag Gerhard Stalling, Verlag des Teutschen Offizierblattes, Olden­ burg i. Gr. Preis 50 Pfg.) Porto 5 (Pfg, Zu haben beim Perlag und in allen Buchhand­ lungen.). v . Der Türmer. Halbmonatsschrift für Gemüt und Geist. Herausgegeben von I. E. Fretherrn von Grotthuß. Verlag von ©reiner u. Pfeiffer in Stutt« gart. Vierteljährlich 6 Hefte, 4 50 Mark. "Wachtfeuer" (Architektur - Verlag "Der Zirkel" G. m. b. H., Berlin, Wilhelmstr. 48, Preis 20 Pfg.) ist das neueste 89. Heft erschienen Literwtsches. ────────── Städtische Schmimschule. Städtische Schmimschlltr. 11. Juli 1916. Luft . . 20 Grad C. Wasser . 18 Grad C. ────────── Landgericht Landshut. (Sitzung- vom 4. Und 7. Juli 1916.) Verurteilt wurden: der Trehorgelspieler Andreas Burgers Pfleger von Achdorf wegen Verbrechens des Diebstahls im Rückfalle zu 3 Monaten 15 Ta­ gen Gefängnis; wegen Verbrechens der Urkundenfälschung und Vergehlens des Betrugs der Schsveinerlehrling Xaver Ochj von Mainburg zu zwei Monaten 15 Tagen Gefängnis und 2 Tagen Haft; der Sägeseilers söhn Joses Maier von dort zu 1 Monat Gefängnis; der Holzschuhmacherssohn Josef Kroiß von Mainburg und der Tienstknecht Georg Biberger von Seesen zu je einem Monat Gefängnis; der Taglöhner Josef Hunger von Forst­ inning wegen Urkundenfälschung zu 1 Jahr 6 Wochen Gesamtgefängnis. Verworfen wurde die Berufung des Amtsarrwalts gegen das freisprechende Urteil des Schöffengerichts gegen die Söldnerssrau Kreh>zenz Lochn er von Forst wegen Vergehens in Bezug auf den Verkehr mit Brotgetreide. J Wegen Anstiftung zur Verweigerung der Fleisch- und Brotabgabe würde der Bauch:. Michael Krieger von Reisach in einem Fall zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt und im üb­ rigen die Berufung des Amtsanwalts ver­ worfen. /