Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-07-12. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 186, 1916-07-12. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Stürmende Negerfranzosen südlich der Somme aufgerieben. — Vergebliche Angriffe der Russen au der Stochod-Linie. — Tie Kümpfe am Stochvd die blutigste Schlacht des Welt­ krieges. - Ter Eindruck der ..Tcntschland"-Fahrt im Ausland. — Teutsche Fliegerangriffe auf die englische Oftküste und Calais. sie nach, deck letzten, für sie sehr verlustrei­ chen schweren Kämpfen Kirlibaba geräumt.Hier soll auch, japanische Artillerie tätig sein. Trup­ pen, Verwundete und Material sollen zurück­ transportiert werden. Weiter nördlich' konn­ ten sie allerdings bis Miknlczhn und Telatyn vordringen, doch, dürste diese Stellung für sie bei einem Rückzug des südlichsten Flügels nicht zu halten sein. Damit dürfte auch! der Auf­ schub des neuen Zarenbefuches in Czernowitz zusammenhängen. Oesterr.-ungar. Truppen haben bei Sokul überlegene russische Angriffe abgewiesen. Interessant ist die Feststellung des Berichtes unsrer Verbündeten, daß. die Russen ihre zu­ rückflutenden Massen dadurch! zum Stehen brin­ gen wollten, daß sie das eigne Artillerie-' und Maschinengewehrfeuer auf ihreweichenden Truppen richteten. An der italienischen Front kam es nur zu Artillerietätig'keit. Tie österr.-ungar. Flie­ ger entwickelten eine rege Tätigkeit. Tie Fahrt der "Deutschland" hält alle Gemüter in Spannung. Vor allem ist dep Eindruck dieses Triumphes deutsches Schiffs­ bankunst ein überwältigender. Auch. bei un­ seren Verbündeten hat diese Fahrt Hellen Ju­ bel erzeugt. Tie Neutralen sprechen von einem! unwillkürlichem Gefühl der Bewunderung für diesen neuen Beweis deutscher Energie und Initiative. Ein Schweizer Blatt meint: "Es ist ein Sieg mehr, der füjr den ungebrochenen Mut Deutschlands Bände spricht. Die Fahrt der "Deutschland" ist eine jener weltgeschicht­ lichen Taten, die bei Freund und Feind un­ eingeschränkte Bewunderung erwecken, weil sie jedermann Achtung abnötigen vor dem Mut und der Leistungsfähigkeit des Wagenden." — Selbst unsre Feinde betrachten die Fahrt der "Deutschland" als "bemerkenswertes Ereignis". England möchte allerdings die "Teutschland" als Kriegsschiff stempeln, was ihm aber nicht gelingt, ebensowenig wie ihrem amerikani­ schen Kompagnon Wilson, der vor eine neue, ihm gewiß nicht sonderlich willkototoene Auf­ gabe gestellt wird, umsomehr als ihm seine stüher geäußerten Anschauungen bereits einen bestimmten Richtweg weisen, der allerdings seinem Freund John Bull nicht toilttontlmfen sein wird. Jedenfalls muß Wilson und mit ihm die amerikanische Regierung jetzt Farbe bekennen, wp ihre Neutralität beginnt und wo sie aufhört. Eines aber ist heute schon sicher, die englische Blockade ist unhaltbar. Tiefer Erfolg allein war das Wagnis wert. Das russisch-japanische Abkommen ist jetzt veröffentlicht, wenn auch vielleicht nicht voll­ ständig. Ein russischer Diplomat sagte in den neunziger Jahren, durch, die Aufgabe Ruß­ lands im fernen Osten sähe sich, die Leitung der russischen Polt tri veranlaßt, die Balkan-. Halbinsel so lange unter eine Glasplatte zu stellen ,bis Rußland im fernen Osten fertig sein. Nun, jetzt ist Rußsand im Osten fertig. Japan 'hat die Russen nicht nur aus dem fer­ nen Osten hinausgeworfen sondern auch noch die Berechtigung dieses Hinauswurses vertrag­ lich, bescheinigen lassen. Mehr kann man doch nicht verlangen . Rußlands Verkehr mit sei­ nem einzigen großen Hafen am Stillen Ozean, prit Wladiwostock, steht unter japanischer Ku­ ratel. Wahvlich,, Rußland hat die schlechten japanischen Kanonen teuer bezahlt, ist in sei­ ner Verblendung und getrieben von englischem Hasse und englischer Machtgier bis zum po­ litischen Harakiri gegangen. Mehp kann man nicht verlangen. Sonderbar ist nur, daß sich ein russischer Minister findet, der tote sSstsauvw das Loblied dieses Vertrages in allen Tonarten fingt. Im Westen haben die Engländer und Franzosen ihre Angriffe in breiter Front wie­ derholt, wurden a&efr teils schon vor unseren Gräben zusammengeschossen, teils im« Nahkam­ pfe abgeschlagen. Sie erlitten hierbei wohl große Verluste, konnten aber auch' nicht den geringsten Erfolg erzielen. Im Maasgebiet kam es nur zu Artilleviekämpfen. Im Lustkampfe wurden wieder vieä feind­ liche Flieger abgeschossen, während ein wei­ terer englisches Doppeldecker von unseren Ab­ wehrgeschützen herabgeholt wurde. Im Osten hat die Armee Linsingen an ihrer neuen Front am Stochod die Angriffe der Russen abgewiesen. Tie Kämpfe, die jetzt hier ausgefochien werden, gehören, wie die russischen Berichterstatter sagen, zu den erbit­ tertsten, die jemals an der russischen Front stattgefunden haben. In ihren Schilderungen sagen sie: Von einer modernen Schlacht sei hier nichts zu spüren. Ein wütendes, verbis­ senes Handgemenge woge hier seit Tagen auf und nieder. Hier habe der Kampf seinen Höhepunkt erreicht. Offensive und Gegen-, offensive seien, hier aufeinandergeprallt. Ba­ jonettangriffe und Reiterattacken wechselten fortgesetzt mit HandgranatenkäMpfen. Tie Teutschen wendeten alle Möglichen Mittel ihrer hervorragenden Kriegstechnik an, von russi­ scher Seite versuchen zahllose Formationen den Feind zu erdrücken. Vor der Hand sei ein Ende noch nicht abzusehen. Tie Entscheidung dürfte voraussichtlich bei Luck fallen. Jeden­ falls plane der Feind hier einen Durchbruch. Andauernd werde Luck von zahlreichen feind­ lichen Luftschiffen überflogen, die ununter brachen die russischen rückrärtigen Verbindun­ gen angreifen. Hauptsächlich schienen diese Luftschiffe aber die Ausgabe zu haben, ein genaues Widerbild der russischen Stellungen, Reserven und Verteidigungsmittel mstzubringen. Fliegerangriffe hätten sich bisher gegen die Ze!ppeline als erfolglos bewiesen. Tie Zeppeline seien mit einigen Maschinengeweh­ ren, wahrscheinlich auch toit einer Revolverka­ none ausgerüstet. Wie aus besonderen Bericht len von der russischen Front hervorgeht, sind starke Truppenkörper neuerdings auf dem Kno­ tenpunkt Sarny eingetroffen. Sie gehen zur Front Kolkt—Kolwel und Luck ab. In der Bukowina scheinen die Russen int Rückzug sich, zu befinden. Jedenfalls haben ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, den 11. Juli. Mittags. Großes Hauptquartier.) ────────── Südlich der Somwe wurde der AnsturM von NegersraNzosen gegen die Gegend La Maisonnette mit üHerwältigendeM Feuer tmtyfatu gen. Einzelne Neger, die bis zu unseren Li­ nien vordrangen, fielen untek den deutschen Bajonetten oder wurden gefangen genommen. Bei dem gestern berichteten Gegenangriff auf Barleux blieben 5 Offiziere, 147 Mann gefangen in unserer Hand. Tie Artillerietätigkeit war im ganzen Kampfabschnitt bedeutend. Unser Sperrfeuer unterband alle Angrisfsabsichten des Feindes zwischen Belloy und Sohecourt. Im Maasgebiet fanden sehr lebhafte Ar­ tilleriekämpfe statt. 1 Auf der übrigen Front stellenweise gestei­ gertes Feuer und mehrere ergebnislose feind­ liche Gasangriffe. Patrouillen und Erkündungsabteilungen unserer Gegner zeigten grosw Rührigkeit. Sie wurden überall abgewiesen. Bei Leintreh (Lothringen) drang eine deutsche Abteilung nach einer umfangreichen Sprengung in die stark beschädigte französische Stellung ein und nahin 60 Mann gefangen. Auch! südlich von Lufse würden von einer Patrouille Gefangene eingebracht. Bei sehr reger Fliegertätigkeit ist es zu zahlreichen Luftgefechten gekommen, in denen der Feind an der SoMMe und Westlich! von Ponziers je zwei Flugzeuge verlor. Außerdem' ist ein englischer Doppeldecker bei Courcelette (an der Straße Bapaume— Albert) durch! Abwehrfeuer heruntergeholt. ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. An der Front von der Küste bis Pinsk keine besonderen Ereignisse. Bei Pinsk Ruhr. Die russische Veröffentlichung über die Räu­ mung der Stadt ist frei erfunden. Gegen die Stochodlinie lief der Feind an vielen Stellen vergeblich! an, mit stärkeren Kräften bei Czereweszcze, Hulewicze, Kor fyni, Janowka und beiderseits der Bahn Kowel—Rowno. Bei Hulewicze würde er durchj kräftigen Gegenstoß, über seine Stellungen hin­ aus zurückgeworfen. Er büßte in diesen Käm­ pfen über 700 Gestmgene und 3 Maschinengewehre ein. Unsere Fliegergeschwader haben Trup­ penausladungen bei Horodzieja (Strecke Baranowitschi—Minsk) ausgiebig mit Bomben be­ legt und ihre Angriffe auf russische Unter-, kunftsorte östlich! des 'Stochod wiederholt. Im Luftkampf wurde je ein feindliches Flugzeug bei Worontscha, westlich von Zirin, und westlich! Okonsk abgeschossen. Bei der Armee des Generals Grafen von BothMer hatte ein JagdkoMmando ein gün­ stiges Gefhchi südlich des Waldes von Burkanoro und hat einige Dutzend Gefangene einge­ bracht. Balkan-Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. ' Oberste Heeresleitung. ────────── Der österr.-ung. Heeresbericht. Der östen.-W. Heeresbericht. WTB. Wien, 11. Juli, mittags. — Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. In der Bukowina keine besonderen Esceignisse. 1 Bei Zabie am CzereMosz wiesen unsre Truppen russische Vorstöße zurück. Werter Nördlich bis an den oberen Stochod dauert — bort erfolgreichen Unternehmungen unsrerJagdEoMmandos bei Burkanow abgesehen — die Kampfpause an. Bei Sokul brachen überlegene russische An­ griffe vor unsren Hindernissen zusammen. Ver­ geblich! bemühte sich der Feind, seine zurück­ flutenden Massen durchs das Feuer seiner Ge­ schütze und Maschinengewehre zum Stehen tzü Bringen. Bei Hulewicze am Stochod wurde der Gegner durch' deutsche und österr.-ungar. Kräfte Nach' erbitterten und wechselvolken Kämpfdü geworfen. Auch> verschiedene andere Vorstöße, die der Feistd im' Stochod gebiet unternahm, scheiterten völlig. Akalieuischer Kriegsschauplatz. Gestern fänden keine JnsanteriekäMpfevon Bedeutung statt. Zahlreiche Ueberläufer bestä­ tigen die besonders schweren Verluste der Ita­ liener bei ihren Angriffen im Raum östlich! der Cima Tieci. Unsre Seeslugzeuge belegte,n militärische Anlagen und den Bahnhof von Latisana aus­ giebig mit Bomben, die Mehrere große Brände verursachten. Feindliche Flieger warfen in den Judicarien auf Tione Bomben ab. Südöstlicher Kriegdauplay: Außer zeitweiligem Geplänkel an der un­ teren Vojusa nichts von Belang. Ter stellvertretende Chef des Generalstabesi v. Hoefer. FeldmarfHvJeutnant. Was Kitchener nicht sah. Bern, 11. Juli. Herve sagt in einem Artikel der "Victoire": Mh glaube, was Sarvails Eingreifen in die allgemeine Offensive verzögert hat, ist der gute Lord Kitchener. Auch' die besten Männer irren sich manchmal. Kitchener täuschte sich wohl über die Wiichjtigkeit der Balkänfront, die er nie anerkennen wollte, trotz der Bemühungen Briands, ihM ihre Bedeutung klar zu 'Machen. Er hatte immer die Angst, daß. Man ihm seine ägypti­ schen Divisionen wegnehmen könnte, uM sie nach, Saloniki zu schicken. Außer für Aegyp­ ten hatte Kitchener nur Augen für die eng­ lische Front in Frankreich. Glücklicherweise hat sein Nachfolger Lloyd George nicht die­ selben Vorurteile. Er verstand es besser, daß Saloniki der aufgewendeten Mühe nicht werk wäre, wenn es nicht eine Offensivbasis würde. Also nicht ungeduldig werden! ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Aus dem Elsatz. Be rlin, 11. Juli. Der "Lok.-Anz." mel­ det aus Basel: Von der Sundgaufront dringt Kanonendonner herübep. Am Sonntag war die Kanonade besonders lebhaft, man hörte Noch lange nach Mitternacht Geschiützfeuer. (Z.) Tier Wert der MasMnengöwehre. London, 12. Juli. Der Berichterstatter der "Times" an der Westfront Meldet, Man könne aus der Schlacht, die jetzt geschlagen werde, zwei Lehren ziehen. Die epste sei der unermeßliche Wert der Maschinengelwehre, vor­ ausgesetzt, daß das Gelände dazu geeignet ist und daß Zeit genug bleibt, um die Stellungen so viel als möglich' zu befestigen. Die zweite sei die große Wichtigkeit einer unbeschränkten Menge Artillerie von möglichst schwerem Ka­ liber als Angriffswaffe. Ein englischer Verwandtet des deutschen Kaisers gesälle«. Haag, 11. Juli. Unter den Gefallenen in Frankreich' befindet sich der englischeLBerst Machell von den schottischen Grenzjägern, ein ganz entfernter Verwandter des deutschen Kaisers. . ────────── Vom östlichen Kriegsschauplatz. Tie Kämpfe Hei Baranowitschi. Von der Heeregruppe des Prinzen Leo­ pold von Bayern wird gemeldet: In dem Raumje östlich! und nordöstlich von dem Bahnknotenpunkt Baranowitsch , haben bis­ her von uns 10 ruffsiche Korps festgestellt Werden können, die alle angesetzt wurden, uns auf dieser Linie einen Durchbruch zu erzwin­ gen. Ter ganzen Anlage nach erinnert diese Unternehmung an jene andere iM März, als die Russen auf der Linie Postawy—Narocz— Wiszniewfee einen ähnlichen Versuch Machten; wie er dämäls scheiterte, so wi'xd er auch dies­ mal scheitern. 10 Korps hatten sie versam­ melt, Wohl die Hälfte davon ist schon zerfchlagc« und, wenn sie zu Fuß und zu Bahn auch« immpr noch neue Truppen heranbringen, so wird es den anderen nicht besser ergehen. Ihr berühmtes Grenadierkorps ficht hier, Si­ birier und Kaukasier und auch! die von den Russen mit so viel Trara gebildete Polnische Brigade haben den zweifelhaften Ruhm, hier mitbeteiligt zu sein. Wie sehr die Rüssen alles daran setzen, ihr Ziel zu erreichen, geht am besten daraus hervor, daß an einem Tage Putzer den anderen Tvüppen vier neue Di­ visionen auf einmal angegriffen haben, und die Größe ihrer Verluste daraus, daß sie sich! zu dem seltenen Schritt genötigt gefeiten haben, zur Beerdigung der Toten um einen kurzen Waffenstillstand zu Bitten. (Z.) Tie russischen Verluste. B u dapest, 11. Juli. Tie Verwundeten­ züge der Russen an der Bukowinaer Grenz­ front verkähren unmittelbar über Zurei und Bojan, sowie über Radsnz nach' Bejfsarabien. Tie Gesamtverluste der Russen bei den Käm­ pfen in der Bukowina werden jetzt auf 85000 Mann geschätzt. Tie Bevölkerung leidet furcht­ bar unter bete Roheit der Russen, besonders infolge der Brandlegungen. (Z.) General Pau erkrankt. , Bern, 11. Juli. General Pau befindet sich' laut einer Meldung des "Journal de Pa­ ris" zurzeit schwer krank in dem kaukasischen Badeort Essentuki. Er hat feine Mission in Rußland unterbrochen müssen. - (Z.) ────────── An der Jraksront keine Veränderung. Im Abschnitt Felahie wurde eine berit­ tene feindliche Erkundungsabteilung auf dem rechten Tigrisufer von unserer Erkundungs­ abteilung Überfällen. Sie fites) und lief?, ihre Pferde zurück. Von der persischen Front ist keine neue Nachricht eingegangen. An der Kaukasus front auf dem rechten Flügel nichts von Bedeutung. Südlich des Tschorok würden die vom Feinde vorgestern im ganzen Abschnitt versuchten Gegenangriffe sämtlich abgewiesen. Tie feindlichen Trup­ pen, denen es gelungen wär, in einigen Ab­ schnitten in unsere vorgeschobenen Schützen­ gräben einzudringen, wurden nach! Osten ver­ jagt, nachdem wir einen Gegenangriff gemacht hätten, der zu einem blutigen Handgemenge führte. Nördlich! des Tschorok fanden auf dem linken Flügel Scharmützel statt. Sonst nichts von Bedeutung. Warum die Russe» bei Bagdad zurückgingen. Haag, 11. Juli. Ter "Daily Telegraph" meldet aus Petersburg: Tie Russen sind in dech Nähe von Bagdad 130 Kilometer zurückgegan­ gen. Tie Russen würden dem tür'kischenDruck nicht gewichen sein, wenn nicht die Hitze so unerträglich! geworden wäre, bas? die russi­ schen Truppen int Gebirge Abkühlung suchen mußten. (Z) ────────── Ter Fliegerangriff auf die englische Lstküste. WTB. Berlin, 11. Juli. (Amtlich.) — Zwei deutsche Marineflugzeuge belegten in der Nacht vom 9. auf 10. Juli die Hasenanlagen und Küstenwerke von Harwich und Dover mit Bomben. Fliegerangriff auf Calais. WTB. Berlin, 11. Juli. (Amtlich.) — Zwei deutsche Marineflugzeuge haben in der Nacht vom 10. zum? 11. Juli Calais und Trup­ penlager bei Brah-Tunes mit Bomben belegt. Tie Flugzeuge sind wohlbehalten zurückge­ kehrt. Irrfahrten italienischer Flieger. Bern, 11. Juli. Laut einer Mitteilung des Pressebüros des Schweizerischen Armee­ stabes überflog ein Doppeldecker italienischer Nationalität am Sonntag ftüh votm! CoMvrsee koMMend schon wieder schweizerisches Gebiet. Tas Flugzeug hielt sich!, von den Schweizern lebhäft beschossen, stets in sehr großer Höhe. Tas "Berner Dagblatt" fragt anläßlich! der nachgerade häufigen Abirrung italienischer Flieger, wie diese Grenzverletzungen möglich seien, da der Herkunftsort Como doch, weit vom Kriegsgebiet abliege. (Z.) Der Luftkrieg. ────────── Der Krieg zur See. hörte, sei die "Teutschland" mit voller Kvaft zwischen d)en Virginia-Vorgebirgen hindurch-, gefahren. Tas Unterseeboot durchquerte den Ozean von Helgoland aus in gerader Linie. 90 Meilen hat es unter Wasser zurückgelegt. Auf der Nordsee sah' es wiederholt Rauchs Wolken von britischen Kreuzern und Zerstö­ rern. Tas Nntewvasscrschsis "Teutschland" ist im! März 1916 in Kiel vom! Stapel sgelaufen. Wie aus Amerika berichtet wird, sek es 315 Fuß (95 Meter) lang mit einer größften Breite von '30 Fuß (9,1 Meter) und habe zwei starke Tiesel-Oelmotoren zur Fortbeme-, gung. Ter Bruttoinhalt des Schiffes beträgt angeblich, 791 Tonnen, sein Nettoinhalt 717 Tonnen. Tie Ladung besteht aus Chemikalien, die in gutem Zustand sein sollen. Die bezahl­ ten Frachten deckten die Baukosten der Teutchland vollständig und ergäben sogar noch, einen Ueberschuß. Nach, amerikanischen TelegranffMn Lon­ doner Blätter sagte der Kapitän des Schlepp­ dampfers, der dem Tauchboot entgegengefah­ ren war, daß das Boot den größten Teil der Reise über Wasser zurückgelegt habe. Tie Seereise betrage 4100 Meilen, wovon 1800 Meilen unter Wasser gefahren worden seien. Andere Tauchboote sollten der "Teutschlgand^ nachfolgen, sodaß ein geregelte"- Verkehr Deutschlands mit Amerika bett ! en worden könne. Tie "Deutschland" sei am 22. Juni in Bremen abgefahren und amt 7. Juli in Amerika angekommen, hat die Ueberseefährt somit in 15 Tagen zurückgelegt. Versenkt. Um ui den, 11. Juli. Ter Fischerlogger "Marie" hätte neun Mann von dem Dampftrawler "Reertruide" an Bord, der von einem Unterseeboot in den Grund geschossen worden ist. Ha atz, 10. Juli. Ter Dampstrawler Sch!. 103 wurde, wie aus Umuiden gemeldet wird, von einem deutschen Unterseeboot ver­ senkt. Cnglispcher Postraub. Amsterdam!, 11. Juli. Ter Dampfer "Martensdijk" mußte aus der Fahrt nach- Newhork die Post in Kirkwall zurücklassen. 1 Täs Handels-N-Boot. Wien, 11. Juni. Tie Neue Freie Presse würdigt die Tuvchquevung des Atlantischen Ozeans durch» ein deutsches Unterseeboot als Ereignis, das den Bruch, dev englischen Blokkade durch! ein Verkehrsmittel bedeutet, das stärker ist als das Aufgebot dev größten Flotte, weil sein Weg unter dem Wasserspiegel geht. Tas Unterseeboot das als Frachtschiff über den Ozean fuhr und in Baltimore landete, kann ein Vorbote der Freiheit des Meeres sein. Tas Volk, aus dem Männer hervorgehen, wie der Befehlshaber, die Offiziere und die Ma­ trosen dieses tauchenden Frachtschiffes, kann nicht unterliegen. Die britische Politik hat auf dem Meere eine Sjchlacht verloren. Berlin, 11. Juli. Die völkerrechtliche Lage, so schreibt die "B. Z.", die durch das Erscheinen des U-Frachtbootes in Baltimore geschaffen wurde, ist sehr klär, einfach und unbersteitbar. Tie "Deutschland" ist vollkom­ men unbewaffnet und ausschließlich ein Han­ delsschiff, folglich kann es sich in neutralen Häfen beliebig lange aufhalten, während ein Kriegsfahrzeug nur 24, höchstens 48 Stuw den bleiben darf. Ein Kriegsschliff darf nur die notwendigen Reparaturen vornehmen und seine Vorräte an Betriebsmittel nur soweit ergänzen, daß es den nächsten neutralen Ha­ fen erreichen kann. Diese Beschränkungen fal­ len bei dem reinen Handelsschiff selbstverständ­ lich, auch fort. Es samt vollkommen gesetzmäßig bringen und holen, was es will. Führung und Mannschaft des U-Bootes stehen selbstver­ ständlich, in keinem Militärischen Verhältnis. Sie sind im Falle einer Festnahme durch den Feind nicht als Kriegsgefangene, sondern als Zivilgefangene anzusehen. Budapest, 11. Juli. Ter "Pester Lloyd" E schreibt» In den Mit Teutschland verbünde­ ten Staaten wird die Nachricht größten Jubel hervorgerufen, bei der Entente nicht geringe Bestürzung und drüben in der Union gewiß ein ernstes Staunen. Tas Tauchboot macht wieder einen dicken Strich! durch die Rechnung dev Aushungerungsstrategen. Ter Kapitän über die Fahrt. Baltimore, 11. Juli. Ter Kapitän des Unterseebootes "Teutschland" erklärte mit aller Bestimmtheit, daß die "Teutschland" das erste einer Reihe von gleichartigen Schiffen sei, die erbaut werden, um einen regelrechten Handel mit den überseeischen Ländern einzu­ richten. Tas U-Boot verließ Bremen Mit un­ gefähr 750 Tonnen kostbaren Farbstoffen. Als es am SaMstag der letzten Woche in der Nähe der Virginia-Vorgebirge kam, beschloß er, un­ ter dem Wasser die Dunkelheit abzuwarten, ehe er näher an die Küste heranfuhr. Als das volle Mondlicht kurz nach Mitternacht auf- ────────── Professor der Pädagogik, Ali Haidar Bey, be­ gleitet. Der Präsident ist eines der bekannte­ sten Mitglieder der jungtüpkischen KomiteePartei. Wo ist Mangel? Ein in Wien wellender schwedischer Journalist erzählte, dach er bei seinem jüngsten dreiwöchigen Aufenthalt in Petersburg Fleisch weder gesehen noch geges­ sen habe, sondern von Gemüse, Suppen und Mehlspeisen habe leben müssen. Tie Ernäh­ rung in dem angeblich- ausgehungerten Berlin sei ihm dagegen luxuriös vorgekorchnlrn, noch Mehr in Wien, wo höchstens eine Preisstei­ gerung dem FreMhen den Krieg fühlbar mäche. ────────── als Hortemse von Billach an einem herrlichen Maimorgem ihr Leben aushauchte, wär er wie zerbrochen:,und alles um ihn het war ihm gleichgültiig. Tante Jettchen mußte ihn ge­ währen lassen, er war keinem Trost zugängig und es dcauerte lange, bis er sich, wieder im Leben zurkecht fand. Tante Jettchen aber dachte nicht barmn, ihn nun seinem Schicksal zu über­ lassen, ifombern sie fand es selbstverständlich., daß. sie b,ei ihm blieb, gleichviel, ob es ihr wünschenswert schien oder nicht. Tie Kleine Anne-Rose hätte Tante Jett-" chen auch nicht Mehr fortgehen lassen, denn diese war: ihr viel Mehr geworden als die eigene Mmtter. So hjatte Tante Jettchen ihren eigenen kleinen Hcaushalt ganz ausgelöst und war bei ihrem Brmder geblieben. Dieser fügte sich' jetzt willenlos in alles, was seine Schwester anordnete, ihm war das Leben inhaltsleer geworden, seit er die ge­ liebte Frau verloren hatte. Tante Jettchen hatte eine Ausstellung all feiner Schmiden gemacht. Und sie führte nun ein genaues Sparsystem ein nach' einem bestimmten Plane. Mit einem Hinweis auf die Trauer um Jost's Frau wurden selbst die RepräsentationSpflichten aufs äußerste einge­ schränkt, und als die Trauerzeit vorüber war, blieb es dabei, ohne daß es jemand sonderlich aufgefallen wäre. Man fand es verständlich', daß der trostlose Witwchr sich von großen Ge­ selligkeiten «zurückzog und nur noch« Besuche empfing, wenn es nicht zu umgehen war. Daß hierbei Sparsamkeitsrückfichten imfit in Frage kamen, ahnte niemand. Jost von Billach' galt allgemein für einen vermögenden Mann, der den Aufwand seiner Frau hatte bestreiten kön­ nen und nur wenig Menschen wußten, daß er in Schulden war. Tante Jettchen fetzte sich selbst in aller Stille mit den «Gläubigern ihres Bruders in Verbindung, legte ihnen die Verhältnisse klar und versprach ihnen volle Befriedigung, wenn sie Geduld hüben wollten. Sie verpflichtete sich«, von den zwölftausend Mark Einkommen, das ihr Bruder hatte, jährlich« fünftausend Mark abzuzählen, so daß -alle Schulden in spä­ testens zehn Jahren getilgt sein würden. Die Gläubiger fügten sich' in dies Ab­ kommen. Taute Jettchen rechnete ihreM Bru­ der alles vor und dieser fand gut und richtig, was sie angeordnet hatte, froh, sich- um die ganze Angelegenheit nicht kümmern zu Müssen, (Fortsetzung folgt.) ein leidendes Kind erschien, dem Man nur gute, liebe Worte sagen konnte. Zugleich nahm sie sich der kleinen Anna-Rose, die damals zwölf > Jahre zählte, Mit Zärtlicher Sorgfalt an. Anna-Rose schloß sich mit der Liebebedürstigkeit ihrer jungen Seele an Tante Jettscheu an, die trotz aller Arbeit immer für sie Zeit hatte. ' t > Und dann hatte Tante Jettchen mit ihrem Bruder eine ernste Unterredung, in der sie ihn bat, ihr rückhaltlos über seine Finanzen Aufschluß zu geben. Das tat er, und Tante Jettchen gab sich Mühe, sich' in diesen zerrütteten Verhältnissen zurecht zu finden. Sie rechnete bis in die Nacht hinein, sichtete unbezahlte Rechnungen, unter denen die von Hortenses Modistinnen ,und Kostümlieferanten die höchsten SümMen aufwiesen. Und als sie über alles im klaren war, stand sie vor bet betrübenden Tatsache, daß ihr Brudet gegen fünfzigtausend Mark Schulden hatte. Aber mit zwecklosem Jammern und Klagen war da nicht geholfen. Und Vorwürfe gegen ihren Bruder sparte sie sich' auch. Vorläufig war er auch' gar nicht fähig, sich um etwas anderes zu küMmern und zu sorgen, als um den Zustand feiner Frau. Daneben verblaß­ ten ane morgen Des äußeren Lebens. Und ────────── Bayerische Nachrichten. Agerische MWchteL llrnt Fliegerleutnant Mutzer, der kürz­ lich' den Erben Pour le me,rite erhielt, bereitete seine Vaterstadt Memmingen eine Ehrung. Sie benannte die Straße, in welcher sein Eltern­ haus steht, naidffi ihm und übersandte ihm eine künstlerische Adresse. Site Ausfuhrverbote und -Beschränkungen der f. Bezirksämter Müssen auf Anordnung des Ministeriums des Innern ausgehoben wer­ den. Ohne Zustimmjung der k. Regierungen dürfen künftig Ausfuhrverbote durch die Bezirtsänuer nicht mehr erlassen werden. Im Gegenteil werden die Bezirksämter aufgefor­ dert, die Lebensmittelzuführ nach! den Groß­ städten und Industriegebieten mit allen Kräf­ ten zu fördern. Schilfrohr, ein neues Futtermittel. Das vor der Blüte gemähte, wie Heu behandelte Schilfrohr kann zu einem Mehl verarbeitet werden, das ein gutes Schweinesütber abgibt. Der Kriegsausschuß für Ersatzfutter, eine zur Steuerung der guttefrnot gegründete Kriegs­ organisation, hat daher eine entsprechende Or­ ganisation geschaffen und läßt solches Schilf­ rohr vermahlen. Um nun größte Mengen Schilfes noch vor der Blüte zu gewinnen, wer­ den solche für Zwecke des Kriegsausschusses von dessen vertraglich, verpflichtetem Vertrau­ ensmann (Gutmänn, München, ProMenadestr. 16) zu guten Preisen angekauft. Das aus dem Schilf gewonnene Mehl wird vermischt ob eit unvermischt verfüttert. Ein Landesverband bayer. Privatbankfirmen wurde kürzlich in München gegründet. ────────── Allerlei. 146 006 Mark entwendete der Angestellte Stephan einer Großbank in Berlin. Stephan ist mit seiner Geliebten flüchtig. Für 160 000 Mark Schmncksachen erbeute­ ten Einbrecher in der Billa einer alleinstehen­ den Witwe in Neu-Ruppin durch Einbruch. ────────── zwei Monate und wehr sich! selbst unterhalten tonnen" ; viertens die Zeppeline, die "seit dem 19. Januar 1915 säst alle vierzehn Tage erfcheinen — 21 Uebersälle sind zugegeben, aber vielleicht sind es nicht alle —, und bei denen von 789 Getroffenen 255 getötet wurden, weil unsere Regierung glaubte, es genüge, wenn Man alle Laternen auslöschte". Dazu sonntet noch Gibson Bowles als fünfte Gefahr der Frachtraummangel, der hauptsächlich durch die törichte Verzettelung des verfügbaren Mate­ rials verursacht sei, ganz abgesehen von Ver­ lusten durch U-Boote. Um diesen Gefahren feu begegnen, brauche England Männer, die etwas von der Sache verstehen, ein "Quartett von Seelords frisch! von der See, die die neuen Gefahren selbst kennen geierint haben, nicht die alten Herren aus betn Ministerium«". Tann also, nachi der Beseitigung jener vier Verlustquellen soll er losgehen, der "rückrichtslose Seekrieg", nach dem Gibson Bowles und seine Freunde seit Jahr und Tag lechzen. Tiefer britische "Scharfmacher" übersieht nur, daß er so gut wie ein stete ist; am« einsamsten nach dem englischen "Siege" am Skagerrak. Ter Wille nach der deutsch-englischen Entscheidungs­ schlacht zur See mag in den Seelen beider Völker lebendig sein. Bei den Engländern ist er nur arg gedämpft nach! bette ersten Änfteren Wasfengang; bei uns hat der glänzende Tag die alte Kampflust der braven Blaujaaen «mächtig angefacht, ohne daß ihr die Erfül­ lung winkt. Wir warten jaus den Tag, foa die befreiten U-Boote den Bug nach! dem Jnselreich richten. Ob sie die englische Hochseeflotte her­ auslocken werden, wissen wir nicht. Wir wis­ sen nur, daß die Sehnsucht Gibson Bowles' nach! möglichster Rücksichtslosigkeit des Karm pfes voll befriedigt werden soll. —m— (Unabhängige Nationalkorrespondenz.) ────────── Niederbayerische Nachrichten. * Hohenthann, 11. Juli. (Ertrunken.) Am Sonntag vormittags stürzte der anderthalb Jähre alte Knabe Joses des Wirtes Andreas Hagel in Rähstorf, Gemeinde Inkofen bei Ho­ henthann in die an betn elterlichen Anwesen vorbeifliehende Laaber und ertrank. Landau, 10. Juli. (Erhängt aufgefunden^ wurde am vergangenen Freitag vormittags ich Heustadel an einem« Balken die sin! 20. Lebens­ jahre stehende, bei Herrn Jakob Kästl in Fron­ tenhausen bedienstete Magd Johanna Seltner von hier. Tie Sebem»überdrüssige dürfte die Tat in einem Anfall von Geistesgestörtheit vollführt habeen. Nenkipchien hl. Bl., 10. Juli. (Wieder ein Opserstockdiebstahl.) Während erst kürzlich der Opferstock in der hiesigen St. Annakirche er­ brochen und seines Inhalts beraubt wurde, wurde in der Nacht vom vergangenen Frei- tag auf Samstag neuerdings der Opferstock in der Oelbergstipelle bei der hiesigen Pfarr­ kirche aus dem Mauerwerk herausgerissen und gewaltsam erbrochen. ────────── Dienstesnachrichten. Auszeichnungen in Niederbayern. Das Militär - «Verdienstkreuz 1. K lasse mit Schwertern ant Bande für Kriegsverdienst wurde verliehen: dem Bahnverwalter Josef Schmidt in Tingolfing;demi Technischen Eisenbähnsekretär Alois König tn Plattling; den Eisenbahnsekretären Max Bergler in Srmbach, Johann Zugschwert in Rottenburg, Anton Lohwasser in .Passsau, Hermann Kellner in Hauzenberg und Michael Schreier in Sitnbach a. I. Das Militär-V er d ien st kreuz 3. Klasse mit Schwertern am Bande für Kriegsverdienst «wurde betn Gehilfen im Wa­ sch inenhausdienste Karl Kainzbauer in .Platt­ ling verliehen. j ; Schmldiensh Ab 10. Juni 1916 wurde entlassen auf Aussuchen: die HilfslährerinRosa Geiß in Hintersttrchjen. Ab 1. August 1916 werden befördert zum Volksschullehrer: die Schulverweser Martin Schmal von Bogen, z.Z. im Heere, in Andermjannsdorf; Heinr. Hofbauer von Velden z. Z. im Heere in Bärnreut; Herrn. Stöcker von Rohr in Oberspecht­ rain; zur Schukoe'r'weserin die Hilsslehrerin? Maria Sevoi von Alttandsberg in Kirn; ver­ setzt auf Ansuchen: der Hauptlehrer Jos.Wanninger von Rainershausen nach Seebach, ur Volksschullehrer Ludw. Mühleisen von Stein­ berg nach! Hausen, der Volksschullehrer Jtes. Sixt von Bärnreut nach Oberviehbach; die Schulverweserin Math. Kellner von Kirn nach Berg (Griesbach); berufen als Hilfslehrer die Hilfslehrer Fgn. Fröscht %■ Z. im Heere von Schrllaach in Bogen; Jos. Schaffner z. Z) :'m Heere von Oberdietfurt in Rohr; Gg. Huber z. Z. im Heere von Berg (Griesbach) in Vel­ den ;die Schuldienstkandidaten Gg. Ostermeier z. Z. im Heere von Velden in Mitterskirchen, Jos. Uttenthäler z. Z. im Heere von Vilshofen in Schöllnach, Karl Maier von Grafenau in Oberdietfurt; berufen als Hilfslehrerinnen die Schuldienstkandidatinnen Rosa Rieger von Aidenbach« in Hinterskirchen; Kath. Reitberger von Abensberg in Alttandsberg. ────────── - —* Ei tt hohes Alter ist Herrn Rentier Franz $. Eßlinger Hier beschsteden. Ter Ju­ bilar, der älteste Einwohner unserer Stadt, konnte gestern seinen 99. Geburtstag feiern. —* Neue Kartoffeln bringt der Stadt­ magistrat imjorgen Donnerstag und alte nächsten Dienstag je nachjmittags 1. Uhr zum Verkaufe und zwar zuM Preise von 10 Pfg. her Pfund. Wir können der städt. Lebensmittelversorgung nur dankbar sein füjr das rasche Eingreifen in der Versorgung mit Frühkartoffeln, wo­ durch) uns eine unberechtigte Preissteigerung dieses sehnlichst erhärteten, notwendigen Nah­ rungsmittels erspart bleibt. Allerdings wer­ den die neuen Kartoffeln nur an EitowohneN unsrer Stadt gegen Vorzeigung der Brotkarte abgegeben. ────────── angejubelt. Eine römische Zeitung brachte es sogar fertig, ihn mit Careano zusammen als das "Fleisch und Blut gewordene Sinnbild der echtesten und heiligsten italienischen Ueber­ lieferungen seinen Lesern vorzustellen. Ein unbequemer Störenfried in Mailand, dem! diese unerhörten Lobhudeleien beton doch, wider bett Strich gingen, hat, um der Wahrheit zu ihrem! Rechte zu verhelfen, jetzt ein wenig in die Vergangenheit des würdigen Greises hinein­ geleuchtet und das Ergebnis dieser historischen Aufhellung ist ganz und gar nichst dazu angetun, um Herrn Boselli ferner als Helden zu bewundern. "Im Jahre 1838 erblickte Boselli das Licht der Welt", schreibt der Mailänder Wckhrheitsfreund. "Im Jahre 1859 war er 21 Jahre und Student in Turin. Aber er fühlte ganz und gar keine Neigung, ins regu­ läre Heer oder in die Reihten der Alpenjäger einzutreten. 1860 war er 22 Jahre, als der Zug der Tausend just aus seiner Heimat den ersten Schritt zur Befreiung tat. Boselli blieb ruhig zu Haus und ließ die Tausend ohne sich, fertig werden. Im Jahre 1866 toter er 28 Jahre alt. Statt aber seine vaterländische Begeisterung im Kriege zu verpuffen, zog er es vor, sich, als Assessor des Staatsrats rekla­ mieren zu lassen und es sich) in der Schreib­ stube bequem zu mächen. Im Jahre 1867 eilte er weder nach Monterotondo noch nach Men­ tana, sondern ließ sich) mit feinen 29 Jahren, sichst, in der die Armeen Frankreichs uMd Teutschilands unsere GreNzem überschreiten, nur strategischer Natur sein. Was wird eine Ar­ mee, die aus solchehn! Grunde neutrales Gebiet verletzen Muß, als das Vorteilhafteste für sich betrachten? Gewiß nicht, Mit Gewehrschüssen empfangen zu Werden, sondern iM Gegenteil einer Würdigen, sich) ins Unabänderliche fü­ genden Ergebung zu begegnen. ... Es liegt demnach) iM Interesse unserer beiden Nachbarn, unser Land als Freunde zu betreten und uns so wenig Unannehmlichkeiten tote Möglich zu bereiten, reichstich zu bezahlen, was gefordert werden Muß, und uns vollständige Entschädi­ gung zu gewähren für die von ihnen etwa verursachten Schäden." Wie anders stände es jetzt um Belgien, wenn es diese wohlbegrümdeten Ratschstäge berücksichtigt und unsere völlig dementsprech,enden Vorschläge vor bettn 1 als not­ wendig erkannten Einmarsch!, die bekanntlich nochmals nach deMf Fall von Lüttich wieder­ holt wurden, angenommen hätte! (Z.) Boselli, der Tirückeberger. In den Begrüßungsartikeln der italieni­ schen und französischen Presse, die den neuen italienischen Ministerpräsidenten Boselli in allen Tonarten als Retter des Vaterlandes priesen, wurde der alte Herr in rührender Einstimmigkeit als "würdiger Vertreter der Heldenzeiten der italienischen Wiedergeburt" die er auf betn! Buckel hatte, vorsichtigerweise 1 zum Generalsekretär der italienischen Kommis­ sion für die Weltausstellung in Paris ernen­ nen. Aber vielleicht denkt man, daß er im Jahre 1870 endlich sein patriotisches Herz ent­ decken unb; von der Begeisterung gepackt, an der Eroberung Roms teilgenommen hätte? Nein, auch) Wer erlebt litten eine schmerzlich«! Enttäuschung. Er hatte es damals allerdings sehr eilig, aber nichst, um zu den Waffen zu greifen, sondern um' sich) in dem Ausschuß wäh­ len zu lassen, der unter Leitung des dama­ ligen Finanzministers Quintino Sella tagte. Seit er im Jähre 1870 in die Deputierte ukamjMer gewählt wurde, hat er feinen Pa­ triotismus unermüdlich, nur nach der Richtung betätigt, Aemter und Stellungen zu erjagen. Er war seither ein unermüdliches Streber, der es sich in redlichem Fleiße angelegen sein ließ, allen Interessen zu dienen, jeglichem Ehrgeiz und jeglicher Eitelkeit, von seiner eigenen an­ gefangen, zu schmeicheln. Wenn uns unser Gedächtnis nicht täuscht, hielten denn auch! die maßgebenden Blätter jener Zeit und insbeson­ dere die von Mailand, nicht eben viel von Herrn Paolino Boselli. Heute ist das freilich anders und für die ganze Mailänder und ita­ lienische Presse ist der Mann, der das Pulver nicht riechen konnte und wollte, der "würdige Vertreter der Heldenzeit der italienischen Wie­ dergeburt." i ! ; ────────── Kriegsbriefe aus dem Osten. Russen mit einem) Erfolg des Mlit großen Mas. sen angesetzten Stoßes sicher rechneten. Tie | russischen Verluste bei dem angreifenden Grei nadierkorps beliefen sich! nach! vorsichtiger f Schätzung auf über MMtOO Tate und VerI Mundete. Nach, diesem blutigen Scheitern ihres I Angriffes hielten die Russen Ruhe, bis gegen I Ende des Monats wieder neu entstandene Wa| bengräben gegenüber der Insel Labusv und s dem Torf Sarjetsche dicht neben dejr Eisen-' | Zahnbrücke über die Schischajra aus neueStürme | schließen ließen. An vielen Stellen wurden f auch die russischen Trahlhindgrnisse entfernt). ! Vom 2. Juli an begannen dann auf der gank zen Front von Zirin bis südöstlich, Barano­ witschi neue Angriffe, die bis heute andauern. Tie schlesische Landwehr wies diese täglich sich erneuernden russischen Stöße in heftigen Kämp­ fen, in erbitterten Gegenstößen restlos ab. Im Nwchbarabschnitt östlich Goroditsjchje, aM SerWetsch-Knie, gelang es den Russen, Vorteile zu erringen, während alle weiteren Versuche * gegen die Front KraschiN auch nur einen Fuß : Boden zu gewinnen, scheiterten. Tie gestriI gen Versuche der Russen auf dev ganzen Front I von Zirin bis Baranowitschi einzubrechen, t scheiterten an allen Punkten,. Im Morgen* grauen des 8., sah« man bei zerflatterndew, I Nebel endlose russische Verwundetentransporte f über die Höhen östlich) der Schtschara ziehen. , Die russische Verlustziffer in den bisherigen I Kämpfen in diesem! Abschnitt dürfte erheblich sein. ' (Kb.) W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Berlin, 11. Juli 1916. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Die russischen Angriffe um Baranowitschi. Telegramm unsres Kriegsberichterstatters. Baranowitschi, 9. Juli 1916. Während gegen die Front der hindenburgischen Armeen zusamjmjenhanglvse Teilangriffe gerichtet wurden, die hauptsächlich auf dem schmälen Streifen zwischen Narocz-Seo und Stachowce starke Energie entwickelten, ent­ falteten die Russen vorher und gleichzeitig eine kräftige Angriffstätigkeit gegen die Armeeab­ teilung Woyrsch, mit demj augenscheinlichen Ziel, den wichtigen Bahnknotenpunkt Barano­ witschi zu gewinnen. — Schon vor Mitte Juni waren die Angrisfsabsichsten der Russen fest­ zustellen. Tie Flieger- und Patrouillentätig­ keit erhöhte sich,, Brücken wchben über die Schstschara geschlagen und Wabengräben, d. h. ein System von parallel und senkrecht dazu verlaufenden Gräben, entstanden. Am 13. Juni setzte plötzlich^ des Morgens um 5 Uhr heftiges Artilleriefeuer ein, das sich! bald zum Trom­ melfeuer steigerte. Nachpiittags begannen die Jnfanterieangriffe, die zum Teil in die vor­ derste Linie gelangten. Ter Vorteil Wurble von den Angreifern nicht ausgenutzt. Ein Gegenstoß erledigte die eingedrungenen 400 Mann, die fielen oder gefangen genommen würden. Nachdem die Angriffe überall zu­ sammengebrochen toteren und die Einbruchstelle längst wieder im Besitz, der schlesischen Land­ wehr war, fuhren zwei russische Panzerautomobile auf der Straße nach, Bc>(rtenow!itschi vor. Eines würde zusammengeschossen, befmj anderen gelang es, zu entkomimien. Jedenfalls bewies diese Verwendung der Automobile und auch, das Bereitstellen von Kavallerie, daß die ────────── Am Balkan. Aus Belgrad. Bern, 11. Juli. Tie Berner Tagwacht meldet: TäM serbischest fozialdeMbkratischen Skupschiinaabgeordneten Katzlerowitsch wurde mit Genehmigung der österr.-ungar. Regierung gestattet, nach' Belgrad zurückzukehiren. Er hat sich bisher int' Ausland, so auch in Bern, aufge­ halten. i, König Konstantin. Z ü rich, 11. Juli. Ter Korrespondent der Schweizerischen Telegpäphen-Jnsormation hatte eine Unterredung mit eineM Offizich? des Hofdienstes, der Mit Bezug auf gewisse Ausstreuungen italienischer Blätter versicher­ te, daß König Konstantin nichts weniger als Mutlos oder Uml seine Krone beschgt sei. Ter König weiß, genau, sagte der Hosfun'ktionär, wie sein Volk und seine Armee zu ifjfm! stehen. Ter Vergrößerer Griechenlands und siegreiche Heerführer, als der König Konstantin dasteht, braucht sich nicht tzu fürchten, daß diplomati­ sche Noten seine Stellung erschüttern könnten. ────────── Literarisches. Die soeben vom Reichstag verabschiedeten Kriegssteuergesetze werden in der beliebten Reichkgeietz Taschenausgabe des Verlages C. H. Beck in München sofort nach der Publikation im Reichsgesetz­ blatt in einer handlichen Textausgabe mit Einleitung und Sachregister herauskommen, der zur besseren Orientierung im Anhang auch ein Abdruck des Besitzsteuergesetzes vom 3. Juli 1913 beigegeben ist (Preis kariontert 2 Mari). ,— Im gleichen Verlag werden ebenfalls schon in nächster Zeit auch einzelne erläuterte Au gaben sowohl des neuen KriegssteuergesetzeZ (ursprünglich "Kriegsgewinnsteuergesetz" bettanni), als auch des Besitzsteuergesetzes, an das sich das erstere in seinen wichtigsten Bestimmungen an­ lehnt, und das zugleich mit jenem erstmals in Wirk­ samkeit tritt, aus der Feder der Münchener Rechts­ anwälte Dr. Heinrich Rheinstrom und Dr. Leo Blum erschien. Zoppclingciw-itter über England, ist ein Aufsatz überschrieben, in welchem die Zeppelinangrisfe in dem ersten Tagen des April 1916 geschildert werden. Wir lernen hiev die i s üvchterlichen Wirkungen der von unseren l Lustschiffern geworfenen Spreng- und Brand- f bomben kennen. An Hand bestbeglauigter MitI teilungen werden wir über dem Sachschaden 1 und die Opfer unterrichtet. Ein trefflich ge! lungenes Bild unterstützt dem Text in weitgeI hendster Weise. Diesen überaus interessam- ten Artikel bringen die Hefte 78 bis ,80 von { Bongs illustrieter Kriegsgeschichte "Ter Krieg 1914sl6 in Wort und Bild" (Teutsches Ver| lagshaus Bong u. Co., Berlin 57, wöchentl. I ein Heft zum Preise von 30 Pfg.) "Wachtfeuer" (Architektur - Verlag "Der Zirkel" G. m b. H. Berlin, Wilbelmstr 48, Prcis 20 Pfg.) ist das neuest« 90. Heft erschienen