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        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-07-13"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 187</biblScope>
          <date when="1916-07-13">1916-07-13</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Näher an Verdun heran. 3145 Franzose» gefangen. — Ei» großangelegter französischer Angriff an der Somme znsammengedrochen. — Am Slochod seit zwei Tagen 1832 Russen gefangen. — U-BootsAngriff ans die englische Ostküste. — Im Juni 61 feindliche Handelsschiffe versenkt. — Die russischen Verluste. Im Westen tobt der Kampf an der Straße Bapaume—Albert, in Contalmüison, am Wäld­ chen von Mametz. und Trones in unverminder­ ter Heftigkeit fort. Bei Belloy — Sohcourt brach&gt; ein groß angelegtex Angriff der Franzo­ sen zusammen, ebeniso bei La Maisonnette — Barleux. In der Champagne wurden fran­ zösische Teilangriffe abgewiesen. Einen grö­ ßeren Erfolg konnten unsre Truppen vor Verdun erzielen, Imo sie ,rechts der Maas ihre Linien weiter an den letzten Fortgürtel her­ anschoben und hierbei 2200 Franzosen gefan­ gen nehmen konnten. Drei feindliche Flug­ zeuge und ein Fesselballon wurden herunter­ geholt. Im Osten wurden Uebergangsversuche der Russen über die Tüna bei Friedrichstadt ver­ eitelt, ebenso russische Angriffe am Naroczsee. Am Stochod wurden russische Kräfte, die bei Janowka das linke Flußufer erreicht hatten, aufgerieben oder gefangen. Insgesamt wur­ den im Stochodabschnitt in den letzten beiden Tagen 2000 Russen gefangen. Tie Armee Lin­ singen hält also die neue Linie gegen den Massenansturm der Rulssen fest, ohne zu wei­ chen. Tie schweren Verluste der Russen werden nun ai# von den Verbündeten Rußlands zu­ gegeben. So schreibt der Londoner "Tailh Expreß", daß drei russische Tivisionen mit ungefähr 70 000 Mann fast ganz vernichtet worden seien. Italienische Angriffe auf den Monte Rasta wurden abgewiesen. Tie Italiener verloren hierbei in dem wirkungsvollen östexr.-ungar. Artilleriefeuex über 1000 Mann. Italienische Zerstörer beschossen die Stadt Parenzo, österr.ungar. Seeflugzeuge Ravenna und Carsini, ein Flieger hat das Seearsenal von Spezia mit Bomben belegt. Tie Türken hüben neue russische Anstürme im Kaukasusgebiet abgeschlagen. Unsre U-Boote haben im Monat Juni wieder reiche Beute gemacht. 61 feindliche Han­ delsschiffe mit zusaMchen 101 000 Brutto-Re­ gistertonnen fielen ihnen zum Opfer. Eines unsrer U-Boote erschien nach einer englischen Meldung am Tienstag abends bor dem englischen Hasen SeahaM, den es beschost Mehr als ärgerlich! ist unsren Gegnern die Fahrt der "Deutschland", wie ein Leit­ artikel der Londoner "Daily Mail'" versichert. Wir glauben ihnen dies aufs Wort. Tie "Daily Mail" dürste auch! den Nagel auf den Kopf treffen, wenn sie ferner sagt, das UHandelsboot werde den Wert der Seemacht erheblich! neutralisieren.</p>
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          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Be rlin, den 12. Juli. Mittags. (Großes Hauptquartier.)</p>
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          <p>Westlicher Kriegsschauplatz. ein Fesselballon durch, uäsere Flieger abge­ schossen. Die am 10. Juli nachmittags eingeleiteten Kämpfe beiderseits der Stxaße Bapaume—Al­ bert, in Contalmaisvn und am Wäldchen von Mametz sowie neue Gefechte aw Wäldchen von Trones und südlich davon werden mit erbit­ terter Hartnäckigkeit fortgesetzt. Südlich der Somimje hüben die Franzosen bei einem großangelegten Angriff aus die Front Belloh—Sohcourt eine empfindliche Schiläppe erlitten. Ter Angriff ist in unserem Feuer vollkommen zusammengebrochen; ebenso fluteten schwächere, gegen La Maisonnette— Barleux angesetzte Kräfte unter großen Ver­ lusten in die Ausgangsstellung zurük. An mehreren Stellen dev Champagnefront, so östlich und südöstlich von Reims und nord­ westlich von Massiges, ferner nordwestlich von Flirey wurden französische Teilangriffe abge­ schlagen. Iw Maasgebiet spielten sich, links des Flusses nur kleinere Kämpfe ab. Rechts des Flusses haben wir unsere Stel­ lungen näher an die Werke Souville nnd Lau­ fee herangeschjobetn und dabei 39 Offiziere, 2106 Mann zu Gefangenen gemacht. Marke Gegenangriffe wurden glatt abgewiesen. Teutsche Patrouillenunternehmungen süd­ westlich! von Tixmuiden, südwestlich vpn Cernh im Aisnegebiet und östlich, von Pfettershausen Hütten Erfolg. Ein englischer Tvppeldecker wurde bei Achtes (südlich von Peronne) in unseren Li­ nien zur Landung gezwungen. Ein feindliches Flugzeug stürzte bei Sohcourt, eines in unse­ rem Abwehrfeuer bet Chatancourt ab. Bei Tombasle, westliche der Maas wurde</p>
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          <p>Oestlicher Kriegsschauplatz. Ein Uebergangsversuch schwächerer russi­ scher Kräste über die Tüna westlich von Frie­ drichsstadt und Angriffe südlich des Naroczsees wurden vereitelt. An der Stochodfront ist die Lage im allge­ meinen unverändert. t Russische Abteilungen, die sich bei Janowla auf dem linken Ufer festzusetzen ver­ suchten, wurden angegriffen. Kein Mann von ihnen ist auf das Südufer entkommen. Hier und an der Bähn Kowel—Rowno wurden gestern noch über 800 Mann gefangen genommen. Tie Ausbeute der beiden letzten Tage am Stochod beträgt außer einer Anzahl Offiziere 1032 Mann Und 12 Maschinengewehre. Unsere Fliegergeschwader hüben ihre An­ griffstätigkeit östlich, des Stochod fortgesetzt. Ein feindlicher Fesselballon wurde abgeschos­ sen. Balkankriegsschaniplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. | Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>JtalteniWer Kriegsschauplatz. Südöstlich des Suganertales schlugen un­ sere Truppen gestern vormittags einen star­ ken italienischen Angriff gegen den Monte Rasta ab. Tie feindliche Infanterie, die auf kurze Entfernung liegen blieb, wupde durch unser flankierendes Artilleriefeuer gelungen, in den Abendstunden todter zurückzugehen, Wobei sie über 1000 Man« verlor. An allen Fronten blieb die Gefechtstä­ tigkeit in den gewöhnlichen Grenzen. Einer unsrer Flieger belegte das SeeArsenal von Spezia mit Bomben und kehrte hierauf wöhlbehalten zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der unter Vojusa Geschützkämpfe. ker stellvertretende Chef des Generalstabes, v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. * Ereignisse zur See. Am 11. Juli früh haben drei italienische Zerstörer die Stadt Parenzo aus sehr großer Entfernung kurze Zeit beschossen, zwei Privat­ hauser und den Turm des Laudtagsgebäudes beschädigt. Sonst kein Schäden; niemand wurde verletzt. Unsre Abwehpbatterien haben Tref­ fer erzielt, worauf die Zerstörer sofort ab­ fuhren. Nachmittags haben einige unsrer Seeflug­ zeuge auf die Stadt Raoenna und die Bat­ terien von Eorsini Bomben abgeworfen und sind trotz! sehr heftigen Abwehrfeuers unver­ sehrt zurückgekehrt. Flottenkommando. Ter Fahrestag de« Goldenen Sporen- i Schlacht. Brüssel, 12. Juli. Heute feiern die Vlamen den Jahrestag der Goldenen Spvreuschlacht. Allenthalben veranstalten sie FestVersammlungen und Festaufführungen. Füx das vermische Volk ist dieser Tag leitn nationaler Feiertag, denn wie es sich! 1302 das Recht auf die Freiheit seiner Muttersprache erkämpf­ te, so hofft es jetzt das gleiche Recht nach lan­ ger Unterdrückung wieder erwerben zu kön­ nen. (Z.) Günstige Kartoffelernte in Holland. Zürich, 11. Juli. Die Schweizerische Telegrapheninformation meldet aus dem Haag; In der Lebensmittelnot, die in der letzten Zeit in Holland herrschte, ist ein günstiger Um­ schwung eingetreten. Die neue Kartoffelernte hat ein ausgezeichnetes Ergebnis. Die Aus­ fuhr von Kartoffeln hat bereits wieder begon­ nen. (8-)</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. 9*x%ti |8t Ter russische Generalstabschef, der sich gegenvvärtig in Frankreich aufhält, besichtigte gemeinsam Mit dem französischen Munitionsminicster in den letzten Tagen die Schlachtfront an Der SoMMe, besonders die Artilleriestel­ lungen. Tie in Mailly einexerzierten russi­ schem Truppen sollen demnächst an die Front geschlickt werden, um an der französisch-eng-.' lisch du Offensive teilzunehmen. (Z.) L orv Terbys Ansicht über vie Offensive. : Haag, 12. Juli. Lord Terbh äußerte zu einem Korrespondenten des Brokklin Eagle, man könne den jetzigen Stoß, der englischen und französischen Armeen unmöglich als eine ent­ scheidende Offensive bezeichnen. Die Aufgabe, die Teutschen @u besiegen ,!sei so groß und schwierig, daß, das Ziel nicht durch militärische Krastanstrengungen aflein zu erreichen ist. Die Schlacht sei jedoch erst in ihren Anfängen u. werde das Letzte, was die britische Mannes'kraft zu geben habe, aufbieten. Ein Zusammen­ bruch der Teutschen ist nach Lord Derbys Mei­ nung als völlig ausgeschlossen. Schr rüh- 1 mend äußerte sich! der Lolrd über die Tätig­ keit des britischen Ambulanzdienstes, der es ermöglicht, Verwundete innerhalb 24 Stun­ den in Londoner Hospitälern zu behandeln. Die Verluste seien nicht über Erwarten hoch gewesen. (Z.) Englische Verluste an ver Westfront. ' Ter Schiffsverkehr zwischen Frankreich und England mußte in der verflossenen Woche fast ausnahmslos der Beförderung der verwundeten Engländer von der Westfront dienen. Nach! den Listen der gefallenen Offiziere berechnet man in London, daß bereits während der ersten beiden Tage der Offensive die Engländer Ver­ luste von mindestens 70000 bis 80 000 Mann gehabt haben müßten. In der briti­ schen Hauptstadt ist man entsetzt über die Masse der Verwundeten, die allein am' 2. Juki auf dem Chariug-Crotz.-Bahnhof eintrafen, und seither rollen weiter ununterbrochen die La­ zarettzüge ein. Ter Bahnhof wird Tag und Nacht von einer ungeheuren Volksmenge be­ lagert, die sich! hauptsächlich aus Angehörigen der niederen Klassen züsaMmensetzt. Wenn die lange Reihe von Kraftwagen den Bahnhof ver­ läßt, um die Verwundeten nach, den verschiede­ nen Lazaretten zu bringen ,dann herrscht lautlose Stille unter der Menge, nur ab und zu fliegen Blumensträuße in die Wagen. Haag, 12. Juli. Tie Todesanzeigen in der Times von vorgesternund gestern geben die Namen von weiteren 140 britischen Offizie­ ren an, Me an den ersten beiden Julitageu fielen. Garvin erklärt im Observer, die Tage der letzten Woche seien die ruhmreichsten, aber auch "die schrecklichsten in der britischen Ge­ schichte. Er gebe zu, daß, die Msterbrrgade faktisch aufgerieben wurde und daß. die deut­ schen Maschinengewehrleute, die bis zuletzt aushielten und sich, nie ergaben, den englischen Sturmkolonnen riesige Verluste zufügten. Von anderer Seite Iwschd gemeldet, daß. das Sussexregiment alle Offiziere verlor. (Z.) M unitionsverschstveudung der feindliche« Artillerie. (Situ nach&gt; Amiens gebrachter französischer Offizier der Artillerie, der in den Kämpfen an der Westfront verwundet wurde, erzählte Pariser Zeitungsleuten über die Eindrücke, die etc an der SomMie-Fxoni empfangen. Er ftoüberte die ungeheure Munitionsverschweudung der französischen und englischen Artil­ lerie, wogegen die deutsche Artillerie, obschon man &gt;weiß, daß. sie gleichfalls über riesigen Kriegsbedarf verfügt, sich' viel sparlsamer zeigt. Sie schießt ruhig und viel langsamer, dabei haben die Teutschen ihre Batterien so ge­ schickt aufgestellt, daß 'sie nur in Ausnahmefällen aufs Korn getimttimen werden konnten. Ter Magistrat von Bervnn «ach Paris über­ gesiedelt. _ Der Magistrat von Verdun, der bisher in Bor le Tue seinen Sch hatte, ist, dem "Petit Parisien" zufolge, nach, Paris überge­ siedelt. Ein Geständnis der französischen Mißjersolge. Genf, 12. Juli. Französische Fachkri­ tiker verkünden, die Schlacht an der Somme werde nach! den Kämpfen der letzten Tage wie­ der in eine Periode des ^Stillstandes treten. Das Ueberschxeiten der SoMMe in der Richtung auf Peronne erscheine bei den natürlichen HeMMnissen des sumpfigen Geländes und bei den gewaltigen Befestigungen der Teutschen als eine schwer lösbare Aufgabe. Ter TeMps schreibt, Joffre werde seinen ursprünglichen Schlachtplan nunmehr ändern. Das Blatt läßt auch! durchblicken, daß diese Aenderung nicht freiwillig geschehe, son­ dern eine Folge der durch! den deutschen Wi­ derstand geschaffenen Enmvicklung der Schlacht bilde. Doch sei eine solche Anpassung an die veränderte stzmtegische Lage nichts außeror­ dentliches. Auch Napoleon habe nie an fernen ursprünglichen Schlachtplänen starr festgehal­ ten.</p>
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          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. Tie russischen Verluste. Haag, 12. Juli. Tem Londoner "Daily Expreß" wird bestätigt, daß die Russen in den letzten Kämpfen an der Ostfront besonders schwere Verluste erlitten haben. Drei Divi­ sionen Mit ungefähr 70 000 Mann sollen fast ganz vernichtet worden sein. " (S-) Tie unausführbaren Pariser Beschlüsse. Wien, 11. Juli. Tie russische Zeitung "Tjen" sagt: Die Beschlüsse der Pariser Wirt­ schaftskonferenz feien Unausführbar Und könn­ ten nur England nützen. — Ter Petersburger Professor Sobolew lschiveibt in der "Torgowaja Gazeta", Rußland werde durch, den Krieg unter allen Umständen gezwungen sein, Han­ delsbeziehungen mit den Zentralmiächten zu unterhalten. ' CS-)</p>
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          <p>Am Balkan. Ter bulgarische Bericht. Sofia, 12. Juli. (Agence Bulgare.) — Das Hauptquartier belichtet: In der Lage an der mazedonischen Front ist keine Verände­ rung zu verzeichnen. Die schwache, beidersei­ tige Artillerietätigkeit und häufigen Schar­ mützel Zwischen den Patrouillen und Erkun­ dungsabteilungen dauern fort. Am 9. Juli versuchte eine französische Abteilung einen Be­ obachtungsposten im Süden des Doiran-Sees anzugreifen. Der Posten empfing den Feind aus geringer Entfernung mit heftigem Jnfanteriefeuer und Handgranaten und zwang ihn, in Unordnung die Flucht zu ergreifen unter Zurücklassung von vier Toten, vielen Gewehren, Ausrüstungs- und Bewaffnungsge­ genständen. Tier Feind ist hartnäckig darauf erpicht, die Früchte der Arbeit der fried­ lichen Bevölkerung im unteren Tale der Mesta zu zerstören, indem ex täglich! Brandbomben abwirft, UM schon die abgemähten Felder in Brand zu stecken. Infolge der von uns er-' griffenen wirksamen Maßregeln erzielt er aber kein Ergebnis. Ter von unsren Fliegern ent­ faltete Erkundungsdienst nimmt täglich! zu. Sie legen Proben lobenswerter Rührigkeit ab. Uebersievlung ver serbischen Regierung? Bukarest, 11. Juli. Me in hiesigen Kreisen verlautet, soll die Entente be­ absichtigen, den Sitz der serbischen Regierung von der Insel Korfu nach! Marseille oder Tou­ louse zu verlegen. 'zZ.) Tie rumänische Opposition. Bukarest, 12. Juli. Tie Vereinigte Op­ position hüt ihre für den letzten Sonntag ein­ berufene Volksversammlung nicht abgehalten und beschlossen, von weiteren Volksversamm­ lungen abuzsehen. Ter halbamtliche "Vittvrul" schreibt: "Tie Opposition ist auf einmal Müde geworden. Sie hat die diplomatische und mi­ litärische Lage immer falsch beurteilt. Sie hüt Mit unbegründeter Leidenschaft die wichtig­ sten Institutionen des rumänischen Staates an­ gegriffen und die nationale Idee für steine parteipolitische Zwecke ausgenützt. Jetzt Hat die Opposition den Mut verloren und gegen ihren Willen trat eine Pause ein, die für die Opposition itttltttlet lehrreich bleiben wird." Tie Haltung ver Demobilisierte«. Nach den neuesten ' zuverlässigen Athe­ ner Meldungen würde die griechische Demobili­ sierung von Venizelos nicht gebilligt, weil dieser der Meinung ist, daß eine neue Mobil­ machung der AriMee zu Gunsten des Bier­ verbandes so gut wie ausgeschlössen ist, da die Reservisten froh sind, entlassen worden zu sein und gar keine Lust haben, zu Gun­ sten einer 'kriegerischen Politik des Venizelos an der Seite des Vierverbandes nochmals ein­ zurücken. Gerade die Reservisten werden also toettttutlifdji Bei bett SBcttjlett gegen ÄIetnAÄnS sttMMen. Tie Offizierskundgebungen für den König Mehren sich!.</p>
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          <p>Ter türkische Bericht. Konstantinopel, 12. Juli. Das tür­ kische Hauptquartier teilt mit: , An der Kaukasusfront auf deut' rechten Flügel kein wichtiges Ereignis. Im' Zentrum wiederholte der Feind gestern seine Angriffe gegen unsre Stellungen südlich! des Tschoruk, konnte aber trotz der ungeheuren 'Verluste kein merkliches Ergebnis erzielen. Südlich des' Tschoruk örtliche Feuer kämpfe. Von den an­ deren Fronten liegt keine neue Nachricht vor. Die Türkei im Kriege.</p>
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          <p>Der Krieg mit England. Frievcirssrhirrsitcht im englischen Handel. Haag, 12. Juli. Ter Chefredakteur der englischen Zeitschrift "Economist", Francis W. Hirst, einer der ersten 'Volkswirtschaftler Eng­ lands zieht sW von seinem Posten zurück. In einem Leitartikel verabschiedet er sich! von seinen Lesern. Er erklärt, daß er nach! Un-&gt; Parteilichkeit gestrebt hat. Wenn in den letz­ ten Monaten eine Anzahl Briefe und Zu­ schriften nicht aufgenommen würden.sei, so liege dies Nicht daran- daß das Blatt seine Politik geändert hat, sondern sei vielmehr demj Platzmangel zuzuschreiben. Tie "Times" habe ihm Friedenspolitik vorgeworfen. Er gebe zu, daß sein hauptsächlichstes Ziel gewesen sei, im vergangenen Jähre den Geist best Oeffentlichkeit für den Frieden vorzubereiten. Wenn er den Frieden nur um einen Tag früher herbei-- I geführt habe und damit eine Anzahl kostbaren I Leben gerettet hat, so glaube er, seine Auf- I tzäbe mit Erfolg gelöst zu haben. Er gebe I zu, daß Friedensverhandlungen eine schwie- I rige Arbeit seien, aber eine dauerhafte, ehren-, | volle Regelung des jetzigen Kampfes könne nicht außerhalb des Bereichs einet fähigen Diplomatie liegen. Die Tatsache, daß der Ab­ satz des "Cconomist" in dem vergangenen Jahr jeden Rekord geschlagen habe, beweise, daß die Propaganda für den Frieden die Unter­ stützung der englischen Handelskreise finde.</p>
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          <p>Der Luftkrieg. Nächtlicher Fliegeraugjrisff. Aus dem Felde wird uns geschrieben: Ter Tag ist zur Rüste gegangen. Das äußere Leben der französischen Kleinstadt ir­ gendwo Unter der Westfront ruht. Nur die Schritte der Patrouillen dröhnen übers Pfla­ ster. Ab und zu jagt ein Kraftfahrzeug in gespenstischem Fluge durch die Straßen. Tann wieder idyllische Ruhe. Tie dunkle Nacht ist gekommen und hüllt Freund und Feind in ihren wohltuenden Zauber ein. Glücklich! der­ jenige, der nach! monatelangen Strapazen ein­ mal wieder in emelmj richtigen, weichen Bett schlafen kann. Behaglich dehnt und streckt man die Glieder; die Gedanken fomtelen und gehen und wandern in die Heimat; leise naht der Traumgott und mält dem Schläfer liebliche Bilder ...!., Ta —&lt; was ist das! Ein heftiges, krachendes Getöse läßt den Schlä­ fer steil in seinem Bette ausfähren. Ein don­ nerndes Gelärme erhebt sich! in der Lust und hallt schaurig die engen Straßen der Klein­ stadt entlang. An der Klangfarbe der Ab­ schüsse erkennt man. die Sprache der Flug­ abwehrkanonen. Ein feindliches Luftgeschwwder muß iw Anrücken sein! Jetzt bellen die Abwehrgeschütze von allen Seiten. Von über­ all lher donnert und kracht es. Man sieht am dunAen sternenbesäten NachthiMmel das feu­ rige Platzen der Schrapnells, über sich, vor sich!, neben sich. Und jetzt 'hört man auch deut­ lich, das eintönige Surren der PropelWr. Hoch oben in der Luft zieht der Feind hekan, um vielleicht einige Bomben auf die Stadt zu werfen, auf eine Stadt, die von tausenden ftiedlichen Bürgern bewohnt ist. Es sind Bürger dxs glliiepten Landes, aber was sicht das den Engländer an, dessen Geschichte doch weiter nichts ist als eine stete Kette der blutig­ sten Grausamkeiten. . ./. Alle Fenster sind geöffnet. Bleichen Gesichtes starren die Leute heraus, gestikulieren und schwätzen. Es sind keine freundlichen Worte, die man dem "Ver­ bündt entgegenschleudert, denn diese Franzosen kennen die Engländer und ihre Heimtücke. Auch, in mjeinem Quartier rennen die Leute angstverstört zu Hanf. Mitten durch! die verhältene Unruhe, die von Todesfhrchjt zeugt, höre ich, plötzlich das angstvoNe, wim­ mernde Aufschreien eines Kindes. Es ist mir, als ob durch den Mund dieses «unschuldigen Menschleins eine furchtbare Anklage den Leu­ ten entgeg-'ngeschleudert wird, die den Krieg auf die grausamste Weise, entgegen allen Menschlichkeitsgesetzen, führen. Und ich denke an mein eigenes Kindleindaheim!, das derwei­ len ruhig im Ar'mi dep 'Mutter schlafen kann, weil das tapfere deutsche Heer den blutgieri­ gen Feind ferngehalten hat von unseren Gau­ en. Mitten in dem Donner und Gekrache steigt ein Tankgebet empor. Wenn Ihr in der Heimat die blutigen Schrecken des Krieges kennen würdet, Ihr würdet manche kleinlichen Gedanken und Wünsche ablegen; auf den Knien müßtet Ihr jeden Tag aufs neue Gott und Eurem wackeren Heere danken, daß. der Krieg nicht in deutschen Landen ausgetragen wird. Das Donnern der Abwehrgeschütze wird gerin­ ger. Ta blitzen von hier und da die Schein­ werfer auf und bedecken Mit ihrer Riesenzunge den nächtlichen Hi'Mwel. Tie Luftpolizei ist es, die das Firmament nach dem gegnerischen Geschmeiß absucht. Ein grausig schönes Bild! (SB und zu noch! ein Schuß. Tann ist mit einem Male aller Lärm verstummt, wie er jäh gekommen wär. Tiefe plötzliche Ruhe kommt einem unheimlich!, gespenstisch vor; tobn kann sich, so recht nicht daran gewöhnen. Und' richtig: nach einer Stunde etwa — man ist eben wieder eingeschlafen — derselbe Höllen­ lärm, dieselbe Unruhe in der Stadt. Und noch« e in drittes Mal, gegen Morgen hin, ver­ sucht der Feind seinen Unterlistigen Angriff. Wenn dann der Tag herankommt, wenn danmj der Bürger aus dem Hause heraustritt, dann reibt er sich verwundert die Äugen. Noch! lebt er und kann das Tageslicht schauen. Und dankbar blickt er —• der Franzose — auf die deutschen Feldgrauen, denn ihrer Wachsamkeit verdankt er sein Leben. . .! - Wie aber, wenn es dem' Feinde gelungen ist, heranzukommen und einige Bomben auf eine Stadt zu werfen. Welche "Heldentat" hat er denn vollbracht? Unsere Oberste Heeresleitung meldet ja häu-, sig genug davon. Militärischer Schaden wür­ de nicht angerichtet, heißt es, aber so und so viele französische Zivilisten wurden getöteh oder verwundet. Das sind dann die "Helden­ taten" der Engländer. Tie französische Re­ gierung aber mag sich! bedanken bei den "Alliierten" für diese merkwürdigen Freund­ schaftsbeweise. (Z-)</p>
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          <p>Tas Handels-Unterseeboot. Rotterdam, 12. Juli. "Morning Post" meldet, daß die deutsch-amerikanischen Blätter erklirrten, daß die englische Blockade nur eine Papierblockade und eine ungesetzliche sei und daß die Vereinigten Staaten jetzt das Recht hätten, bei England darauf zu drängen, neu­ trale Ladungen auf dem Wäge nach! deutschen Häfen nicht mehr anzuhalten. Ferner führen die deutscht-amerikanischen Blätter aus, daß man. jetzt die Vorschriften über den Seekrieg ändern müsse. Amierika vertrat bisher die Auf­ fassung, daß bewaffnete Handelsschiffe sofort auf ein U-Boot schießen dürfen, weil man voraussetzen könne, daß ein U-Boot feindse-! lige Absichten haben müsse. Aber wenn jetzt ein Handelsschiff ohne Warnung ein Untersee­ boot beschießen würde, und beschießen werden würde, da das Unterseeboot kein Kriegsschiff, sondern Kn Handelsschiff ![ei, würde die Union kraft der Regeln, welche sie in der Note der "Lusitania"-Angelegettheit und den anderen folgenden Noten aufgestellt habe, das Handels­ schiff einer Verletzung des Völkerrechts für schuldig halten müssen. Tie "Times" erklären, Deutschland dürfte vorläufig den Tiplomaten und Juristen wehr Arbeit machen als alle Kaufleute und See­ leute. : ( Lu gano, 12. Juli. "Carriere della Sera" meldet aus London: Tie amerikanischen Behörden haben entschieden, daß, das Untersee­ boot "Deutschland" als Handelsschiff zu betrach­ ten ist, da es keine Bewaffnung besitzt und sein Reisezweck der Transport von Waren war. Kopenhagen, 12. Juli. Pariser und Londoner Telegramme lassen erkennen, welch heillosen Schrecken der neue peutsche U-BootTyp "Deutschland" dort verursacht. "Petit Parisien" schlägt vor, den Neutralen zu ver­ bieten, solchen Schiffen Aufenthaltserlaubnis zu gewähren mit teer Begründung, diese Schiffe seien als Kriegsfährzeuge zu betrachten. (Z.) Ge nf, 12. Juli. Aus Anlaß der Ankunft des ideutschen U-Bootes an der amerikanischen Küstce findet ein lebhafter Meinungsaustausch, zwischen den Regierungen der Vierverbands­ mächte statt, Wie aus einer Meldung des "Petit Journal" aus Washington hervorgeht, werden die Alliierten in kurzem eine neue einseitige Aenderung des internationalen See­ rechts proklamieren. Die neuen deutschen 11= Boote entgingen jeder Ueberwächung hinsicht­ lich, des Zeitpunktes für ihre Ankunst und Abfahrt in neutralen Häfen, wie hinsichtlich der Operationen, die sie in neutralen Gewäs­ sern oder Häfen vornehmen könnten. (Z.) Tie Bedeutung der Fahrt der "Teutschland". Zürich, 12. Juli. Tie Zürcher Post schreibt zur Amerikafährt der "Deutschland": Ihre Bedeutung ist, daß die englische Blockade unzweifelhaft durchbrochen ist, Auch das von den englischen Blättern längst erörterte Er­ eignis ist eingetroffen,, daß dieMordseesperre durchlöchert ist. Die Möglichfeit des direkten Warenaustausches zwischen Deutschland und Amerika ist ebenso erwiesen, wie diejenige der Blockierung Englands durch die Unterseeboote. Darauf komwt es an. Es ist wohl möglich!, daß England, wenn die Mittel des Vierver­ bandes, um Deutschland im Landkriege zu schla­ gen, erschöpft sind, die deutsche Seemacht als ßfaktor, mit dckm einfach, zu rechten ist, an­ erkennen und zu Verhandlungen über die Frei­ heit der Meere bereit sein wird, die das vor­ nehmste Kriegsziel Deutschlands bildet und auch von den Vereinigten Staaten nach wiederhol­ ten Aeußerungen der amerikanischen Regierung für die Zukunft erstrebt toirb. So kann die erste Amerikafahrt des deutsche« HandelsTauchbootes für die Beendigung des Krieges' Bedeutung gewinnen. Tier deutsch-amerikanische Banwerkehr. Kopenhagen, 12. Juli. Nach! NewYorker Telegrammen rief die Ankunft der "Deutschland" in amerikanischen Finanzkreisen große Aufregung hervor, da nun zu erwar­ ten sei, daß der deutsch-amerikanische Bank-' verkehr erheblich Erweitert werden würde. Es wurden, allerdings wilde Pläne laut, die von enormen Verschiffungen von Gold und an­ deren Metallen nach Deutschland und Oester­ reich, vermittels dieser Boote wissen wollten. Tie allgemein als inoffizielle Finanzagen­ tur der deutsch!en Regierung betrachteteTransatlantic Trust Co. inserierte kürzlich in deut­ schen und österreichischen Zeitungen in Amerika die Bank nehme Gelder zur Verschiffung toit deutschen, demnächst in Baltimore zu erwar­ tenden U-Booten an. darunter der Kapitän und der WwedischeLotse wurden mitgeführt, den übrigen 13 Mann und der ganzen Besatzung der "Lissabon" gelang es, nach Skelleften zu entkommen. Russischer Rcutralitätsbruch. &lt;3 f ro inemünbe, 12. Juli. Tie Besat­ zung des in der Nacht zum 9. Juli im Botnischen Meerbusen südlich Umea versenkten deut­ schen Dampfers "Dorita" ist gestern th "Saßnitz eingetroffen. Ter Steuermann und der erste Maschinist berichten, daß in der genannten Nacht um 2 Uhr bei Skag Udde in ca. 2—3 Seemeilen Entfernung vom Lande ein U-Boot in etwa 2 Seemeilen Abstand achteraus in Sicht kam, und ohne Warnung das Feuer aus den Tampfer eröffnete. Der an Deck kommen­ de Kapitän ließ stoppen, worauf das U-Boot näher kam und durch Winke zu verstehen gab, daß die Mannschaft des Dampfers in die Boote gehen sollte. Ter Kapitän erhielt den Befehl, die neuesten Seekarten und die nautischen In­ strumente mitzunehmen. Er wurde mit ihnen an Bord des U-Bootes zurückgehalten, Ääh-, rend die Mannschaft des Dampfers an Land fahren durste. Das U-Boot hieß "Boulong" und war offenbar russischer Nationalität. Es gab im ganzen 59 Schüsse auf den Dampfer ab, davon baren vier bis fünf Treffer. "Tie deut­ sche Regierung hat gegen die Neutralitätsver­ letzung des U-Bootes, das unseren Tampfer in schwedischem Gebiete versenkte, Einspruch bei der schwedischen Regierung erhoben. Aus der Nordsee. Ter N. Rotterdamsche Courant meldet aus Maaslouist Heute morgens uM 9 Uhr sind 12 englische Torpedoboote vor dem neuen Wasserweg nach dem Meere gesehen worden, die nach! Nordosten fuhren. (Z.) Mit Konterbande aufgebracht. Kopenhagen, 12. Juli. Ter Tam­ pfer Johann (Stern von der dänisch-russischen PTampfschiffsgesellschaft wurde aus der Reise von Stockholm nach England mit Grubenholz und Papiermasse im südlichen Teile des Sun­ des von einem deutschen Wachtschiff aufgebracht und nad), Swinemünde übergeführt. Ungefähr gleichzeitig wurde ein schwedischer Tampfer von einem deutschen Kriegsschiff angehalten und in südlicher Richtung weggeführt. Tic Feinde auf der Wacht. Das Berl. Tgbl. meldet aus Kopenhagen: Tie Kriegsschiffe des Vierverbandes haben be­ reits seit längerer Zeit einen scharfen Ueberwachungsdienst längs der amerikanischen Küste eingerichtet, um deutschen Unterseebooten die Einfahrt in amerikanische Häfen zu verlegen. Nach der Newyork World kreuzt ein aus zwei Schlachtschiffen und drei Kreuzern bestehendes französisches Geschwader zwischen Nechhork und Baltimore mit der Aufgabe, auf deutscheTauchboote Jagd zu Machen.</p>
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          <p>stunden in der Phantasie von einem Ort zum andern. Sie las alle Reiseberichte mit gro­ ßer Begeisterung, und wenn ihjr der Bruder zuweilen eine große Freude machen wollte, dann schenkte er ihr eines de/r vielen Reise­ werke, die im Buchhandel zu haben waren. Tann sagte Tante Jettchen oft: "Warte nur, Anne-Rose, wenn wir nur erst alle Schulden los sind, dann reisen wiL doch hie und da ein wenig in der Welt herum." Und in aller Eile entwarf sie diesen oder jenen Reiseplan. So waren acht Jahre vergangen seit dem Tode von Hortense von Billach!. Anne-Rose hatte schon ihren 20. Geburtstag hinter sich und war so schön und liebreizend geworden, wie ihre Mutter es gewesen todr. Ihr Vater war ein stiller Mann, auf dessen Antlitz man wohl das Lächeln der Herzensgüte sah, aber fast nie wirklich! frohes Lachen, zumal er schon seit einigen Jähren von einem Leiden befallen war, das ihn zwar an der Ausübung seines Berufs nicht hinderte, ihm aber doch recht beschwerlich fiel. Dafür füllte Tante Jett­ chen das Haus mit ihrer Mische und ihreM Frohsinn und Anne-Rose Aares warmes La­ chen zeugte davon, daß sie nicht zu sehr unter des Paters stillem Wesen litt. An ihre Mutter dachte Anne-Rose wie an ein schönes, freundliches Bild. Heute hatten die beiden Damen ausgerech­ net, daß nur noch! zehntausend Mark Schul­ den zu bezahlen waren und daß man in zwei Jahren schuldenfrei sein würde. "Tann sparen wir weiter, Anne-Rose, für Dich!, Deine Zukunft, damit Tu Wal einen Notgroschen hast. Aber erst reisen wir dann mal vier Wochen in ein Seebad, schon Vaters wegen, er muß, sich schal gründlich erholen und wir schwelgen dann in Wonne, wen« wir unsre Koffer packen," hatte Tante Jettchen vergnügt gesagt und hatte gleich noch einen Phantasieflug in die weite Welt unternom­ men, auf deMI sie Anne-Rose begleiten mußte. «Aber heute war Anne-Roses Beteiligung recht matt gewesen und ihr frohes Lachen hatte diese Phantasiereiffe nicht, wie früher oft, begleitet. Ties frühe Lachen war, zu Tante Jettchens Kumimer, schon seit Wochen verstummt. Sie hatte auch bemerkt, daß AnneRoses frisches, elastisches Wesen sich verän­ dert hätte. Und sie wußte nur zu gut, was Anne-Roses Wangen gelbleicht und den frohen Glanz ihrer Augen vckrLscht hatte. Aber Tante Jettchen sprach nicht darüber. Sie wußte, daß dergleichen keine Berührung verträgt. In ihper Vergangenheit gab es auch eine Zeit, wo sie mit trüben Augen und blassen Augen einher gegangen war, wie Anne-Rose jetzt, wo sie gewartet hatte auf Erlösung von schwerer Pein — gewartet und gewartet — wie man nur 'matten kann, mit unruhigem Herzen. Und der Erwartete war damals nicht gekommen, und er käm auch jetzt nicht, da Anne-Rose wartete. Es war vor einigen Monaten gewesen, im Januar. Ta hatte Anne-Rose von Billach, mit Tante Jettchen und ihrem Vater eine Ballfestlichkeit besucht. Tante Jettchen sorgte, daß Anne-Rose zuweilen zu solch! einem frohen Feste kam, bdmlit sie ihre Jugend genießen konnte. Zu diesem Ball war Anne-Rose Mit glühenden Wangen und glänzenden Auge« gegangen, denn sie wußte, daß sie den As­ sessor Hans von Rathenow, dort treffen wür­ de, der unter ihjres Vaters Leitung arbeitete und oft mit ihr in Gesellschaft zusammen­ traf. Hans von Rathenow, hatte sich! ausfallckkd um Anne-Roses Gunst beworben und er war ein so sieghaft schöner und Mit blen­ denden Talenten begabter Mensch, daß es ihm nicht schwär geworden wax, Anne-Roses jun­ ges, arglos vertrauendes Herz zu betören. ; i (Fortsetzung folgt.) ;</p>
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          <p>Statthalter von Böhmen den tschechischen Fußballverband 'wegen Ueberschweitung des Ver­ einsgesetzes aufgelöst. — Bemerkt zu werden verdien-? 'bay dieser Verband es war, der seinerzeit bei den olympischen Spielen in Stockholm es durchzusetzen wußte, daß tue tschechischen Vereine als selbständige Vertreter der "böhmischen Nation" im Gegensatz zuOesterreich-Ungarn auftreten dursten. Kundgebung gegen die Lebensmitteltcucrung in Holland. Im Haag fand dm! Dienstag eine vom revolutionär-sozialdeimokratischenKoMitee veranstaltete Kundgebung gegen die Le­ bensmittelpolitik der Regierung statt. Meh­ rere Tausend Männer und Frauen nahmen daran teil. Es wurde eine von 67 000 Per­ sonen gezeichnete Adresse dem Ministerium des Innern und eine Abschrift davon der zweiten Kammer überreicht. Nach der Straßenckundgebung wurden Versammlungen abgehalten. Es kamen keine Ausschreitungen vor. Lire dänischj-Westindischen Inseln an Ame­ rika verkauft? Tie "Times" Meldet aus Ko­ penhagen, daß der Verkauf der dänisch-westindischen Inseln an die Vereinigten Staatein in den nächsten Tagen erfolgen wird, wenn das Abkommen nicht bereits abgeschlossen ist. Ter Verkauf begegnet zwar vielfach! abfälliger Kritik, weil Dänemark seit 1910 große Ver­ besserungsarbeiten dort hat ausführen lassen, aber ernsthaftex Widerstand des dänischen Reichstages wird nicht erwartet, da die Re­ gierung wichtige Gründe für den Beschluß -geltend machen dürfte. Man sieht diese Grün­ de in der Auflehnung der unruhigen farbigen Bevölkerung, die durch den Negeragitator Jack­ son aufgehetzt wird.</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Schluß der Landtagstagung. Tie ReichsratskcrMMer hat gestern vormittags ihre letzte Sitzung in dieser Tagung des Landtags abge­ halten. Der Präsident, Fürst Fugger, schloß die Sitzung Mit einefml Hoch! auf den König. — Tie AbgeordneteUkamimer wird heute abends ihre letzte Sitzung abhalten. Steuerzuschläge. Tie Abgeordnetenkam­ mer hat jetzt beschlossen, über den Antrag des Reichsrates hinaus Einkommen von 2100 — 3000 Mark nur Mit 15 Prozent, die höheren Einkommen mit 30 Prozent Steuerzuschlag zu 'belegen. llk. Jo'hanin Schwarz f. Ter Münchner Liberalismus hat einen herben Verlust erlit­ ten. Ter langjährige Vorsitzende des Gemein­ dekollegiums und frühere Reichstagsabgeord­ nete für München 1 Johann Schwarz ist 'im Alter von 74 Jahren gestorben. Er hat in der liberalen Partei, besonders in Frei-München ein volles Leben lang eifrig mitgearbeitet und war stets bestrebt, die Kampffront der Liberalen geschlossen zu Erhalten. Tie Partei wird ihm ein ehrendes und dankbares Geden­ ken bewahren. Fu ver Walhalla wurde nun die Büste Johann Sebastian Bachs ausgestellt. Bürgermeistechwahl in Nürnberg. Das 3jährige Tienstprovisorium des rechtskundigen ersten Bürgermeisters der Stadt Nürnberg, Oberbürgermeisters Tr. Geßler, läuft Ende die­ ses Jahres ab. Tas Gemeindekollegium hat in geheimer Sitzung beschlossen, von derAusschreibung der Stelle abzusehen und dieWiederwahl des Oberbürgermeisters Tr. Geßler auf Lebensdauer vorzunehmen. Der Beirat des Kriegsernährnngsamtes hat sich, in seiner gestrigen vertraulichen Sitz­ ung zunächst mit Organisationssragen beschäf­ tigt. Hierauf erstattete Präsident v. Batocki eingehenden Berscht über den Stand und die Aussichten der neuen Ernte. Ferner Würde über die Einführung einer Re ichs-Fettkarte und den Kartoffelpreis beraten. Endgültige Beschlüsse sind nicht gefaßt worden, da der Beirat nur ein beratendes Organ des Kriegs­ ernährungsamtes ist und endgültige Entschei­ dungen dem Präsidenten vorbehalten sind.Es verlautet aber, daß man sich, auf die Einfüh­ rung einer Reichs-Fettkchrte geeinigt hat, diie den Konsumenten eine Mindestmenge von 90 GramM (Butter, Fett, Oel) in der Woche si­ chern soll. Es ist auch damit zu rechnen, daß der Kartofselexzeugeripreis gegenüber demVorjahr erhöht werde. Aus einen bestimmten Preis hat man sich! aber noch nicht geeinigt. " Flachs und Hanf sind nach einer Bekannt­ machung der stello. Generalkommandos der drei daher. Armeekorps -Mit der Trennung vom Boden beschlagnahmt. Ebenso alle alten Be­ stände und eingeführter Hanf und Flachs.</p>
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          <p>Allerlei. 40 Kreuzottern gefangen. Eine Kreuz­ otter hat Maschinenschlosser Chr. Ziegler tut Siebentischwald bei Augsburg gestruden. Tas Tier ist ein Weibchen, bei dem sich noch smehrexe junge Tiere befanden. Ties ist die "40. Kreuz­ otter, die Ziegler gefangen hat. Sittlichkeitsverbrechen. Auf dem Wege nach Kareth (Öpf.) versuchte der leb. Fabrik­ arbeiter Gg. Kohl von Reinhausen die Jnstallateursehefrau Hörmann von Kareth zu vergewaltigen. £a sich- diese zur Wehr setzte, griff der Unhold zum Messer und versetzte ihr zwei Stiche in den Rücken, die die Frau schwer verletzten. Tex Täter ist bereits ver­ haftet. Verbrüht. Tas fünfjährige Söhnchen des Tienstkne.ch.tes Job in Offenbach (Pfalz) fiel in einen mit kochendem Wasser gefüllten Kessel und verbrühte sich, derart, daß es unter gräß­ lichen Schmerzen starb. ' Eine Magd als Brandstijtcrin. Tas große Bauerngut des Schachtleitnerbauexn von Jos. Holzinger in der Gemeinde Laakirchen (Oberösterreichs wuxde durch ein Schadenfeuer ein­ geäschert. Vom schönen Viehstande kamen da­ bei 7 Rjinder und 14 schwere Schweine um, auch die ganze Heuernte ging verloren. Ter Scha­ den ist sehr groß. Tas Feuex soll die 16jähr. Magd des Holzinger gelegt ,haben; sie wurde verhaftet, doch, leugnet sie bis jetzt die Tat. Brand in einer französischen Flngzengfabrik. Dem Mattn zufolge brach in Magnyles-Hameaux in einer .Werkstätte für Flug­ zeugbau Feuer aus. Mehrere Apparate ver­ brannten.</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. bedienstete 16jährige Stallbube Gr über, ein Söhn des auf dem hiesigen Schloßgute beschäf­ tigten Oberschweizers Gxuber, wurde heim Füt­ tern der Pferde von einem blinden Pferde derart an den Kops geschlagen, daß der Tod alsbald eintrat. Kleinphilippsrent, 12. Juli. (Durch Blitz­ schlag zwei Kinder getötet.) In dem einein-, halb Stunden bon hier entfernten Grenzorte Kuschwarda schlug der Blitz in das Anwesen des Matthias Jungbauer ein und tötete zwei in der Wohnstube befindliche Kinder des Be­ sitzers. Ter Blitz nahm dann seinen Weg in die Stallung, wo er einen Ochsen und eine Kalbin erschlug. Sämtliche Wohn- und Wirt­ schaftsgebäude wurden ein Raub der Flam­ men. Passan, 12. Juli. (Was die Serben für Passau geplant hätten.) Bei den Nachfor­ schungen im serbischen Handelsministerium ka­ men interessante Akten ans Tageslicht. In der Sektion II fand Man das vollständig ausge­ arbeitete Arbeitsprogramm der "Russischen Tonau-Tampfschiffahrts-Gesellschast", wonach diese Gesellschaft ihre Schiffahrten bis Re­ gensburg ausdehnen und in Passau ein- russi­ sches Hafenamt unter serbischem Patronat er­ richten wollte. Landau a. Js., 11. Juli. (Bezirksfeuer­ wehrtag.) Am verflossenen Sonntag fand in hiesiger Stadt der Bezirksfeuerwehrtag statt. Vormittags 10 Uhr versammelten sich die Telegierten im Kiendl-Saale und waren von 43 Wehten 42 hiebei vertreten. Als Ehrengäste fanden sich, ein: Herr kgl. Bezirksamtmann Tr. NeresheiMer, der 2. Vorsitzende des Lan­ dessenerwehr-Ausschusses Herr Fischer - SJtünf cheu und ein Vertreter des Stadtmagistrates. Herr Bezirksvertreter Marb begrüßte die Er­ schienenen, gedachte in markigen Worten der Ruhmestaten der deutschen Armeen und deren Verbündeten und brachte ein "Gut Heil" auf Se. Maj. König Ludwig IU. und Kaiser Wil­ helm II. aus. Aus deM Jahresberichte des Bezirtsvertreters war zu entnehmen, daß der Verband 4289 Mitglieder zählt, 1159 stehen im Felde und Kriegsdiensten. 106 Kameraden haben den Heldentod erlitten, 18 sind vermißt, 35 Mann mit de,mj Eisernen Kreuz 2. Kl., 22 mit dem! Militär-Verdienstkxeuz ausgezeich­ net. Ter Gefallenen wurde ehrend gedacht. Im Verbände wurden 23 Inspektionen abge­ halten, Bei 7 Bränden wurde Hilfe geleistet. Unterstützungen aus öffentlichen Fonds flös­ sen 1900 Mark. Vorträge über einzelne Ge­ genstände des Feuerlöschwesens schlossen sich an. Nachmittags 1 Uhr wurde Haupt-Uebung mit Oder-Inspektion abgehalten. UM 3 Uhr nachmittags fand ein Sänitätskurs der Wehrmänner statt geleitet vom kgl. Bezirksarzt Hrn. Tr. Bernhuber. Der Verband hat in allen seinen Teilen seine vorzügliche Leistungsfähig­ keit kundgegeben. Ter Vorsitzende des LandesAvsschusses sprach seine Anerkennung und Tank dem unerchüdeten Wirken des Bezirks­ vertreters Marb aus. Schönburg, 10. Juli. (Tödlich verunglückt) Der bei dem Bauern Hufnagl in Unterrohr</p>
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          <p>.—* Die Reifeprüfu ng am 1 hiesigen hu­ manistischen Gymnasium wurde von drei Schü­ lern gemacht und tmi schriftlichen Teile so gut bestanden, daß eine schriftliche Prüfung nicht stattzufinden brauchte. Von 18 für die Oderklasse angemeldeten Schülern kaufen zu Beginn des Schuljahrs nur 15 zum Unterrichte. Von diesen gelangten während des Schuljahres weitere 12 zur Einstellung in den Heeres­ dienst, sod-aß die 9. Klasse am Schlüsse des Schuljahres nur noch drei Schüler zählte. Tie zum Heeresdienste übergetretenen Schüler er­ hielten gemäß der Ministerialentschließung born 21. Juni 1916 das Reifezeugnis ohne Prü­ fung. | " ! ; —* Dem Kriegswahrzeichen wurde von der Zentralsingschule und dem SängerVerein als Reinertrag des letzten Konzertes die Sumpfe von 151.52 Mark zugeführt. Tie von der Leitung der Zentralsingschule der Kriegsfürsorge zugewendeten Einnahmen aus drei eigenen Konzerten betragen nunmehr zusamwjen die stattliche Summe von 635.99 Mk. —* Ein Opfertag findet am 31. Juli in ganz Bayern statt. Tie Sammlung wird von den Organisationen des Roten Kreuzes übernommen. In Landshut wird eine HaussaMmlung abgehalten, wozu der Magistrat in seiner letzten Sitzung Genehmigung erteilte. —* 300 Zentner Frühkartoffeln hat unsre Lebensmittelstelle bereits zur Ver­ fügung. Es wird daher heute und am kom­ menden Tienstag ein ausreichender Vorrat zur Verfügung stehen. Auch alte Kartoffeln in guter Qualität sind noch vorhanden und zur Abgabe bereit. —* Die Abgabe von Einmachzuckerkarten beansprucht so viel Zeit, daß die hierfür an­ gesetzten Termine, die gestern beendet sein soll­ ten, hierfür nicht ausreichten und infolge­ dessen auch heute und morgen noch Zucker­ karten zur Ausgabe gelangen. —* Der Verein für Säuglingsfür­ sorge beginnt nunmehr mit der Milchabgabe in der Milchküche im Pappenbergerhaus (Zu­ gang Lättd) zu abgestuften Preisen je nach den Mitteln der Eltern und dem Alter der Kinder. Näheres im Inserat in der heutigen Nummer. » —* Tiie Isar führt neuepdings hohen Was­ serstand. Das K. Straßen- und Flußbauamt teilt hierzu mit: Jsarbirketpegel 6 Uhr vor­ mittags 140 Zentimeter, fällt zurzeit etwas, erhebliches Steigen nicht zu erwarten. ' Landgericht Landshut. (Sitzung vom 11. Juli 1916.) Verurteilt wurden: der Häusler und Maurer Josef Krausen­ ecker von Langquaid wegen gewerbsmäßigen Jagdfrevels zu 5 Monaten und 4 Tagen Ge­ fängnis und i der Dienstknecht Kaspar Schreit von Gel­ ting wegen schweren Diebstahls zu 5 Monaten Geftingnis. Tier Scheck- und Abreschünngsverkehr im Dienste der Kriegführung. Als der Aufruf an das deutsche Volk er­ ging, alles Gold zur Reichsbank zu bringen zur Stärkung unserer Währung und Zahlungs­ bereitschaft, da zögerte kein Teutscher, mit seinem Scherf lein zu dem Erfolge beizutragen, den die Goldsammlung auszuweisen hat. Durch die damit erzielte gewaltige Steigerung des Goldschatzes wurde die Reichsbank in den Stand gesetzt, die infolge des Krieges in außer­ ordentlich! gesteigertem Maße an sie herantre­ tenden Ansprüche des Zahlungsmittelbedarfs durch! Ausgabe von Banknoten voll zu befrie­ digen, ohne die Jnnehaltung der ihr durch! das Bankgesetz gegebenen Deckn ngsvorschristen in Frage zu stellen. Das ständig wachsende Bedürfnis au Zahlungsmitteln macht es aber wünschenswert, daß die durch! die Goldsammlungspolitik erreichte Stärkung der finanziel­ len Kriegsbereitschaft der Reichsbank auch weiterhin durch! geeignete Mittel gefördert wird. Ein solches Mittel ist vor allem die tun­ lichste Einschränkung im Verbrauch der Zah­ lungsmittel selbst. Hierzu sollte jederTeutsche, in der Erkenntnis, daß es auch, auf dem Ge­ biete des Zahlungsverkehrs für ihn eine pa­ triotische Pflichjt zu erfüllen gibt, nach seinen Kräften dadurch, beitragen, daß er nicht höhere Geldbeträge mit sich herumträgt, als unbe­ dingt für die Befriedigung der täglichen Be­ dürfnisse erforderlich! ist, und sich! außerdem bei feinen Zahlungen nach! Möglichkeit der bar­ geldersparenden Zählungsmethoden bedient. Es unterliegt keinem Zweifel: Tie Ein­ bürgerung des Papiergeldes hat die Erschei­ nung gezeitigt, daß der einzelne größere Geld­ beträge als sonst mit sich herumträgt oder bei sich zu Hause verwahrt. Diese ohne Not­ wendigkeit zurückgehaltenen, in der Gesamt­ heit Milliarden ausmachenden Beträge beein­ flussen unsere Währungsverhältnisse insofern ungünstig, als die Banknoten der Reichsbank entzogen bleiben und der Notenumlauf somit unnötigerweise höher ausgewiesen werden muß, als der wirklichen wirtschaftlichen Lage Deutschlands entsprechen würde. Durch Stei­ gerung des Notenumlaufs wird aber bei der Reichsbank das Verhältnis von Gold zu den Verbindlichkeiten — und die Banknoten sind solche — naturgemäß verschlechtert, und wenn dieser Umstand auch! rein materiell an unserer gesunden Lage nichts ändert, so wird dochj unseren Feinden, die uns unter Hinweis hier­ auf eine finanzielle Schwäche unterschieben wollen, eine Waffe der Verleumdung an die Hand gegeben. Wie können wir nun "an Umlaufsmitteln sparen?" Zunächst ist es Pflicht jedes Teut­ schen, sein Geld ohne Versäumnis in die Ban­ ken, Sparkassen u!sw. zu tragen, die bekannt­ lich» den Teil, der nicht Umlaufszwecken dient, an die Zentralstelle — die Reichsbank — ab­ führen. Jeder Teutsche sollte daher ein Schjockund Ueberweisungskonto bei einer Bank, Spar­ kasse, Postanstalt usw. haben, was ihm nicht nur eine sichere Aufbewahrung seines Pa­ piergeldes, sondern meist sogar den Vorteil einer Verzinsung und die Möglichkeit bietet, seine Zahlungen bequem auf bargeldlosem Wege zu erledigen. Namentlich, der Geschäftswelt erwächst hier eine weitere vaterländische Pflicht der Erziehung: Noch mehr als bisher soll sie darauf sehen, daß größere Zahlungen im Wege der Ueberschretbung von Konto zu Konto oder durch, Schjeck beglichen werden. Jede Hundert­ marknote, die hierdurch, als Umlaufsmittel ge­ spart wird, stärkt die Lage der Reichsbank und damit das Ansehen unserer Markvaluta draußen. Ter Großverkehr bedient sich ohne­ hin schon bet seinen großen Umsätzen des Schech- und Giroverkehrs, aber gerade tat Kleinen wird hier noch viel gesündigt. Es wäre zu wünschen, daß die deutsche Geschäfts­ welt durch! Angabe des Bankkontos auf den Briefbogen, Rechnungen usw. und durch» Ueberdruck: "Zahlt durch» Ueberweisung oder Schjeck" die Bewegung des bargeldlosen Zahlungsver­ kehrs förderte. Jetzt, nachdem wir Deutschte unsere Goldreserven in »so außerordentlichem Maße gesteigert haben, gilt es, an der Verstär­ kung unseres Währungsgebäudes weiterzuar­ beiten durch» tunlichste Einschränkung des Bar­ mittelumlaufs. Reben die Forderung: "Alles Gold in die Reichsbank" ist jetzt der Aufruf zu setzen: Vaüknoten, die nicht für den Verkehr unbe­ dingt notwendig sind, gehören in die Reichs­ bank, an ihre Stelle trete Scheck und Ver­ rechnung!</p>
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          <p>Berlin. 12. Juli 1916. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Andauerndes Stocken der feindlichen Offensive. Telegramm unsres Kriegsberichterstatters. Großes Hauptquartier, 11. Juli. IDie furchtbaren englischen Verluste. Tas Ergebnis auch, des gestrigen Kampf­ tages ist, daß es weder den Franzosen gelang, die Spitze des schmalen Teiles ihrer Stellungen gegen Peronne vorzutreiben, noch, daß es ihnen weiter südlich, oder ihren englischen Bundes­ genossen weiter nördlich» gelang, den Keil durch heftige Angriffsunternehmungen zu verbrei­ tern und die jetzt sehr schwierige Haltbarkeit der Stellungen zu erleichtern. Alle englischen Angriffe nördlich» der Straße Albert—Peronne scheiterten glatt. Südlich dieser Straße dran­ gen englische Kräfte bis in den Südrand des Torfes Contalmaison und bis in den Rand des Waldes von MaMetz ein. Tort dauern die Kämpfe an. Andere englische Kräfte, die bis in das Troneswäldchen gelangt waren, wurden aus diesem sehr schnell wieder hinaus­ geworfen. Tie Franzosen trieben Schwarze zum Sturme auf die Höhe 97 vor, aus welcher sich, die Maisonette Ferme erhebt. Tie an sich, geringe Höhe ist wichtig, weil sie das be­ nachbarte Somme flußrinne beherrscht und einen Ausblick bis nach, dem jenseits gelegenen Peronne gewährt. Tie Neger stürmten wie Wahnsinnig an, wurden haufenweise nieder­ gemäht — ein ganzes Bataillon wurde fast bis auf den letten Mann aufgerieben — und die wenigen, die bis in unsre Gräben gelang­ ten, wurden dort im Rahkamps erledigt. Ter ganze Angriff wurde restlos abgewiesen. Tie gefangenen Engländer bestätigen die siuchrl-aren Verluste, welche sie allenthalben dank der fabelhaften Widerstandskraft der deut­ schen Infanterie erlitten haben. So hat eine englische Kompagnie nördlich des Aaerebaches schon vor dem eigentlichen Sturm durch das deutsche Artillerieseuex solche Verluste erlit­ ten, daß nur 90 Mann noch zum Sturme an* traten. Nach» diesem war die Kompagnie ver­ nichtet, wenige Ueberlebende befanden sich als Gefangene in deutscher Hand. Tie Hölle von Gallipoli War nach, der Meinung Gefangener die dort mitgefochten hatten,, ein Kinderspiel gegen die Somimse. j l 1 Der Dom von St. Quentin in schwerer Gefahr. Tie Franzosen, welche die Beschädigung des Reims er Domes der deutschen Barbarei in die Schuhe schieben, haben begonnen, eine ihter berühmtesten Kathedralen ganz sinn- und zwecklos gju vernichten. Französische Flieger warfen dieser Tage schwere Bomben über St. Quentin ab. Militärischen Schaden haben sie kaum angerichtet, dagegen an der Kathedrale des heiligen Quentiws ein Unheil verübt, welches in vollem Umfang noch nicht zu über­ sehen ist. Wie manche dieser mittelalterlichen Tome hatte auch, die großenteils aus denk 13. Jahrhundert stammende Basilika, welche über der Grabstätte des heiligen Quentinus und seiner Gefährten errichtet worden ist, durch die Vernachlässigung in späteren Jahrhunder­ ten bedeutende Schädigungen erlitten. Tie Strebepfeiler hielten den Truck des 40 Meter hohen Gewölbes nicht mehr aus und waren zur Seite gedrückt Worden. Um die Einsturz­ gefahr zu beseitigen, hatte map das Gewölbe mit Eise nver spannungen zusamwengehalte n u, vor dem 'Kriege begonnen, die Seitens)feiler durch» neue zu ersetzen. Diese Arbeiten wurden unter deutscher Herrschaft lebhaft gefördert. Durch die ungeheure Erschütterung der Bom­ benabwürfe ist nicht nur ein großer Teil der wertvollen Glasfenster vernichtet worden, son­ dern das Hauptgewölbe ist teilweise eingestürzt. Tie Teile des Schiffes bedecken den Boden, den die berühmte Trojaburg,' ein auf ‘ den Sonnenkult zurückgehendes Labyrinth aus zwei­ farbigen Mcrrmopplatten enthielt. Weitere Einstürze, die möglicherweise den Untergang der ganzen Kathedrale herbeiführen werden, sind stündlich» zu erwarten. Daher ist der Dom abgesperrt worden. (ÄB.y W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Kriegsbriefe aus dem Westen.</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 13. Juli 1916. Luft . . 24 Grad C. Wasser . 18 Grad C</p>
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