Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-07-14. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 188, 1916-07-14. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Tie Engländer toerben dieses übrigens weder taktisch!, noch strategisch be­ sonders wertvollen Besitzes kaum froh werden, dafür sorgen nach! unserem Heeresberichte un­ sere Artilleristen. Südlich! der Somme lei Barleux und Estrees scheiterten französische An­ griffe unter schwersten Blutopfern für sie meist schon in unsers Sperrfeuer. Vor Verdun konnten die Unsern die neu gewonnenen Stel­ lungen noch! verbessern und die Gefangenen» zahl erhöhen. An verschiedenen Punkten der Front glückten rkoch! Patrouillenunternehmun­ gen der Unsern. Im Osten scheint setzt eine Kampfpause eingetreten zu fern. Nur bei per Armee Bothmer wurde gekämpft und russische Truppen die in Olesza von Buczacz her eingedrungen waren, wieder hinausgeworfen, w!obei 400 Ge­ fangene in unserer Hand blieben. Unsre Verbündeten sagen gegenüber dem russischen Bericht, der meldete, daß, bis jetzt in den Kämpfen an der Ostfront von der Armee des Generals Brnssilow 266 000 Mann österr.ungar. Truppen gefangen worden seien, daß. dies nahezu die ganze dort im Kampfe gestan­ dene österr.-ungar. Truppenmacht sei. Wenn die Russen also wirklich die gemeldeten Ge­ fangenen gemacht hätten, wäre überhaupt kein österr.-ungar. Soldat mehr an der Ostfront. Daß, dies nicht der Fall ist, macht sich gerade jetzt den Russen sehr fühlbar. Gerade die Ungeheuerli,ch!keit der Zahl beweist am besten die Unwährheit der Angaben, die auch! nur dazu bestimmt sind, im eigenen Lande, wie bei den Ententegenossen Freude zu erregen. Dieses Vergnügen können wir den Russen ja lassen. Erfolgreicher deutscher Gegenstoß bei Buczac; Französischer Angriff südlich der Somme unter schwersten Blntostfern gescheitert. — Die Bedeutung unseres letzten Erfolges vor Berdu». Erfolgreicher deutscher Gegenstoß bei Buczac; Französischer Angriff südlich der Somme unter schwersten Blntostfern gescheitert. — Die Bedeutung unseres letzten Erfolges vor Berdu». ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Be rlin, den 13. Juli. Mittags. (Großes Hauptquartier.) ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich! der Somme gelang es den Eng­ ländern, sich! in Contalmaison festzusetzen. Das Artillerieseuer wird Mt großer Heftigkeit fort­ gesetzt. Südlich! der Somme haben auch gestern die Franzosen mit ihren Angriffen, die mehr­ mals beiderseits bon Barleux, sowie bei und westlich! von Estrees angesetzt wurden, keinen Erfolg gehabt. Sie mutzten meist schon in .unserem wirkungsvollen Sperrfeuer uttier schwersten Blntopscrn umkehren. Oestlich! der Maas war der Artilleriekampf noch, lebhaft. Tie gewonnenen Jnfän.teriestellungen würden verbessert. Tie Gefangenenzahll erhöhte sich! um 17 Offiziere, 243 Mann auf 56 Offiziere, 2349 Mann. Bei Frelinghien, 'am Kanal bon La Bassee, an der Höhe La fülle morte, östlich von Badonvillers und bei Hirtzbach, gelangen deutsche Patrouillenunternehmungen. Nördlich! von Soissons wurde ein franzö­ sischer Doppeldecker in unseren Linien zur Landung gezwungen. ────────── englische Großtat können wir in der Schweiz in der Tat die wirtschaftliche Bedrängung der deutschen Hausfrauen nicht werten. Uns darüber freuen schon gar nicht. Für uns ist die Fleischkarte ein Beweis der großartigen, energischen deutschen Organisation und be'r bewundernswerten Disziplin des deutschen Vol­ kes. Künftige CoMMuniques des deutschen Kon­ sulats über die Höhe der Schiffsfrachtpreise in England und der dortigen Lebensmittelpreise und die Zustände in Irland dürfen uns jetzt nicht mehr überraschen. Hollands Bereitschaft. Haag, 13. Juli. Bei der Erörterung des Gesetzentwurfes über den Landsturm er­ klärte der Kriegsminister, je mehr die Frie-l densgedanken bei den Kriegführenden an Bo­ den gewännen, desto vorsichtiger müsse Hol­ land sein. Es müfse seine Armee stets bereit­ halten, um alle Versuche der Verletzung der Minister des Innern Courts van der Linden sagte, der Krieg wütete nie so, wie geradet jetzt. Tiefer Umstand 'könne allerlei Gefckhren mit sich bringen. Ter wirtschaftliche Druck, der auf Holland ausgeübt werde, nehme zu. Er Würde es für unverantwortlich, halten, jetzt zu einer Verminderung der bewaffneten Macht zu schreiten. Tie Regierung würde jede Stimme gegen den Gesetzentwurf als ein ge­ gen sie gerichtetes Mißtrauensvotum betrach­ ten. Ter Antrag auf sofortige Beurlaubung der "brei ältesten Jahrgänge der Landwehr wurde Mt großer Mehrheit abgelehnt und das Landsturmgesetz abstimmungslos angenoimwen. Generalstreik in Spanien. Aus Madrid wird gemeldet: Ter allgeM. spanische Arbeiterbund schuf einen ständigen Landesausschuß mit der Vollmächt, für alle Urbetterverbände bindende Beschlüsse zu ver­ künden. In Barcelona, Oviedo, Valencia und Madrid Mächen alle Arbeiter mit den Eisen­ bahnern gemeinschaftliche Sache. Der General­ streik begann bereits in Bilbao, wo es zwischen den Ausständigen und der Polizei zu Zusam­ menstößen kam und Schüsse fielen. Es gab einen Toten und 5 Verletzte. Amerika rntfr der russisch?japanische Bertrag. Zentral News meldet aus Washington: Ter Botschafter der Vereinigten Staaten in Tokio hat den Auftrag erhalten, zu unter­ suchen, ob das neue russisch-japanische Ab-' kommen das Handels- und Bankwesen Ame-, rikas im' fernen Osten und besonders in China benachteiligen werde. Ueber diese Frage sind auf dem Ministerium des Aeußern in Washingten lange Konferenzen abgehalten worden. (Z.) ────────── den letzteren befinden fitiEji 17 Generale, 29 Obersten und 278 Stabsoffiziere. (m.) Ein merkwürdiger Borfchlag. Stockholm, 13. Juli. Ter russische Ge­ neral Iwanow erklärte: Englische und fran­ zösische Abgelsandte baten den Zaren, den rus­ sischen Generalstab nach Frankreich zu ver­ setzen, um das Zusammenarbeiten der Entente zu erleichtern. Ter Zar hat dieses Ansuchen abgelehnt. Lediglich! der russische Generalstabschef., General Beljagew, weilt zur Zeit in Frankreich,. HZ.) _2er Krieg nach dem Kriege. Berlin, 13. Juli. Die "Voss. Ztg." meldet aus Hamburg: Tie russische Zeitschrift "Industrie und Handel" schreibt über die Wirt­ schaftskonferenz in Paris: Ta wir wissen, welch erstaunliche Tatkraft und Hartnäckigkeit Deutschland bei der Verfolgung seiner natio­ nalen Ziele zu entwickeln versteht und wie vorzüglich, sein Handel organisiert ist, können jwir jetzt schon mit Sicherheit behaupten, daß dem Vierverband eine Verdrängung der deut­ schen Waren von ihren Märkten niemals ge­ lingen wird. Mit der Isolierung Deutsch­ lands würde der Vierverband sich nur selbst den größten Schaden zufügen. Wenn wir den Waren der Vterverbandsmächte günstigere Be­ dingungen auf unseren Märkten einräumen, werden wir nu,r Vergeltungsmaßxegeln von Deutschland herausfordern, so daß es uns un­ möglich wird, mit anderen Ländern bei der Versorgung Deutschlands mit Rohstoffen in Wettbewerb zu treten. T3.) Was die Tumamitglieder aus Stockholm z« erzÄhten wisse«. o.st. Das Mitglied der Reichsduma Tschihelscheff, der neulich zum zweitenmal Stock-Holm passiert hatte, hat, wie die "Nowoje Wremja" berichtet, folgende Eindrücke in der schwedischen Hauptstadt gewonnen ..Die Stim­ mung in Schweden wäre jetzt gänzlich einge­ schwenkt. Tie kriegerische Stimmung, die vor sechs Wochen herrschte, sei völlig gewichjen und die Aktivisten hätten eine gänzliche Nieder­ lage erlitten. Ein Beweis dafür sei auch, der Widerstand des Reichstages gegen die von der Regierung verlangten Militärkredite. Einige schwedische Politiker hätten sogar den Wunsch ausgesprochen, daß Rußland die Dardanellen bekäme, wodurch! die russische Sehnsucht nach Narvik eingedämmt werden würde. Vielleicht hätten die Schweden selbst Absichten auf diesen Hafen, meinte der Tumjamann. Bei der Ver­ hetzung gegen Rußland hätten einige finnländische Emigranten eine empörende Rolle ge­ spielt. Es wäre zu wünschen, schloß der Russe, daß die Finnländer gegen die reichsfeindliche Wirksamkeit ihrer Landsleute protestierten. TaMit wsrden aber, wie wir glauben möchten, die Finnländer sich nicht gerade beeilen. Zum Bahnbau über den Kaukasus. Wien, 13. Jul. Nach Meldungen rus­ sischer Blätter tofob demnächst die Bahn vollen-! bet werden, die Wladikawkas mit Tiflis ver­ bindet und über die höchsten Pässe des Kau­ kasus führt. Naichj Berichten Petersburger Blätter besteht sernejr die Absicht, den Was-! serlauf des Ob mit dem Ural durch! einen Schienenstrang zu verbinden. Revolutionäre Umtriebe i« Rußland. Wien, 13. Juli. In alten größeren Städten Rußlands würden Zweigorganisatio­ nen der neuen revolutionären Partei ent­ deckt, deren Zentrale in Petersburg kürzlich, ausgehvben wurde. Tie Partei arbeitet jetzt geheime Flugschriften für Beendigung des Krieges aus. Verschickungen nach Sibirien sind in großer Zahl exfolgt. Unter den Verhaf­ teten befinden sich, auch mehrere Ausländer, die vor dem Militärgericht abgeurteilt wer-' den. (Z.) Wie man i« Rußland stiehlt. O. st. Ein soeben aus Finnland in Stock­ holm eingetroffener Herr berichtet folgende Tatsache: Ter Oberbevollmächtigte des Tatiana-Komitees in Petersburg Bilbass0w hat soeben gemeinsam mit seinen Kollegen etwa 1,5 bis 2 Millionen Rubel unterschlagen und gtoar auf folgende ebenso interessante wie einfache Weise. Tie ungeheuren Mengen von Gegenstän­ den, die im Verlaufe des Krieges aus alten Gegenden und allen Gesellschastsschichten Ruß­ lands zum Wöhle der Soldaten und ihren Angehörigen, sowie für die Lazarette in betn 1 Tatiana-Komitee zusammenflössen, hat Bilbassow einen von ihm eigens zu deM Zweck eröffneten Laden auf seinem Gut tntl Innern Rußlands zugeführt, wo sie giu mäßigen Prei­ sen reißenden Absatz, fanden. Ta nun aber seine sehr zahlreichen Kol­ legen in diesem Komitee in derselben Messe Geschäftshäuser errichteten, die mit gleichem! Erfolge arbeiteten, so bot sich bald das gro­ teske Bild, daß ganz Rußland von einer Men­ ge solcher Läden durchsetzt war, über die Mer­ kur seine schützende Hand hielt. Besonders verschnupft hat es in Peters­ burg, daß nun auch all die schönen, mit soviel Mühe hergestellten Handarbeiten der Tamen des russischen Hochadels, der Woröwzow, Schuwalow usw., diesen eigenartigen Weg gegangen sind. Btlbassow wurde verhaftet und ins Ge­ fängnis gesetzt. Vielleicht dient es Herrn Bil­ bassow aber als mildernder Umstand, daß er hier ein Organisationstalent bewies, um das ihn seine Kollegen vom Kriegsministerium be­ neiden Tonnten. Und schließlich: hat er sein Talent nicht betn 1 überaus edlen Zweck der Ver­ drängung deutscher Waren vom russischen! Markt, also der Bezwingung der "deutschen Gewaltherrschaft" geweiht? Der Krieg mit Italien. Am Balkan. Einverleibung Balonas? L u gano, 12. Juli. Tie Mailänder Lotn-, bardia berichtet, daß die Einverleibung Va- Die Herrin von Retzbach. Roman von H. Courths-Mahler. 4 (Nachdruck verboten.) Er war ebenfalls von der schönen und anmutigen Anne-Rose bezaubert worden. Ihre Jugendsrische und die Süßigkeit Ihres ganzen Wesens hatte den sonst so kühlen und berech­ nenden jnugen Manch aus feinem 1 Gleichmaß gebracht, so daß er den Plan faßte, sich um! Anne-Moses Hand zu bewerben. Das hätte er jedoch um keinen Preis getan, wenn er ge­ ahnt hätte, wie die pekuniären Verhältnisse von Jost von Billach! beschaffen wären. Er hielt diesen für einen vermögenden Mann und außerdem hoffte er, wenn er der Schwieger­ sohn seines Vorgesetzten würde, daß er auch! schneller avancieren würde. Für eine außerordentlich! glänzende Partie hielt er Anne-Rose nicht, er hatte sich und seine begehrenswerte Persönlichkeit "teurer ver­ kaufen" wollen, da er Glück bei den Tamen hatte. Ta er, wie er sich! in feinen Selbst­ gesprächen ausdrückte, total in die süße Kleine verschossen wär, so gab er sich Mühe, sie zu blenden und sich! .ihr in dem bezauberndsten Lichte zu zeigen. Und Anne-Rose sah in ihm den Ritter ohne Furcht und Tadel. Ihr junges, unberührtes Hejrz gab sich, ihm zu eigen, da sie z,u unerfahren wach, ton Sein und Schein zu unterscheiden. Sie sah in Hans Rathenow das Ideal ihrer Mädchenträume und gab sich willig dem Zauber hin. Keine Ahn­ ung kam rhr,d aß Hans Rathenow ein berech­ nender, kühl abwägender Mensch wach, der sich schleunigst von ihr zurückgezogen hätte, wenn ihm ctn Zweifel gekommen wäre, bafi diese Verbindung in materieller Beziehung so un­ günstig taar. Sie meinte, alte Menschen müß­ ten wissen, daß sie ein armes Mädchen fei. Aber es machte sie selig, daß ihr Hans Rathe­ now vor allen anderen den Vorzug gab, trotz ihrer Armut. < An jenem Ballabend Hatte sich Hans Ra­ thenow sofort wieder an thpe Seite gedrängt und hatte sich! mit seinem sieghaften, liebens­ würdigen Lächeln, das seine innere Hohl­ heit so gut verbarg, ihper Tanzkarte bemächtigt. Afit raschen Strichen hätte er für sich die Haupttänze belegt zu Anne-Roses heim­ licher Freude. 'Und nach einem gemeinsamen Tanz hätte er die junge Tame in ein stilles Nebenzimmer geführt, wo sie ganz aflein wa­ ren. Von ihrem holdseligen Anblick berauscht hatte er sie plötzlich! an den Händen dicht an sich! herangezogen und hatte ihr mit faszinie­ renden Blicken Tn die braunen, wundervollen Augen gesehen. "Anne-Rose — süße Anne-Rose — tote ich! Dich liebe," hätte er geflüstert. Willenlos hatte das unerfahrene Kind ihre Augen von den seinen bannen lassen, und da hatte er sie an sich gepreßt Und ihre Lippen geküßt. In scheuer Zärtlichkeit hatte sie diesen Kuß erwidert, diesen einzigen Kuß. Tenn gleiche daraus waren sie gestört wor­ den. Sie hätten wieder unter die Menschen zurückgehen müssen. Aber Anne-R0se war Mit großen strahlenden Augen einhergegangen. "Ich, bin Braut — seine Braut." So sang und klang es in ihrem Herzen und ein wenig sonnte sich auch die mädchen-i häste Eitelkeit in diesem köstlichen Gedanken. Tante Jettchen Tonnte ihre Anne-Rose. Sie sah den strählenden Glanz in dem süßen Gesicht und ahüte, was geschehen war. HanA von Rathenow! hatte sich! ja offenkundig ge-! nug um Anne-Rose bemsüht. Me wär aller--! dings von dem jungen Manne nicht sehr ent­ zückt. Ihre scharfen alten Augen sahen man­ ches, wäs den jungen Augen Anne-Roses ent­ ging. Aber ein armes Mädchen hat nicht viel Gefangennahme eines Tricntincr Hochverräters Innsbruck, 13. Juli. Innsbrucker Blät­ ter veröffentlichen die Nachricht, daß bei den letzten Kämpfen int Südtiroler Grenzgebiet bet frühere Reichsrats- und Landtagsabgeordnete der Stadt Trient und Fülhver der sozialde-, mokratischen Partei Welschtirols Tr. Ce!sar Battisti, der schon im August 1914 nach Ita­ lien geflüchtet wär und sich dort an die Spitze der Rriegspartei gestellt hatte, als Hauptmann eines Alpiniregiments gefangen genommen wurde. Battisti wurde am Montag dem Mi-, litärgericht, das ihn wegen Hochverrats ver­ folgte, übergeben. Gleichzeitig mit Battisti würde der frühere Rofreiter Advokaturkonzipient Tr. Filzt, der ebenfalls in Ttenst der italienischen Armee getreten war, als Alpinileutnant gefangen ge­ nommen. Stillstand der italienischen Offensive. ! Lugano, 12. Juli. Ter M'litärkritiker des "Corrieve della Sera" en~, uldigt vor der Oeffentlichikeit das Stillstehen er italieni­ schen Offensive daM,t, daß der Feind nur durch Ueberholung in den Flanken bezwungen wer­ den könne (!), da die Frontangriffe ganz enorme Verluste kosten wstrden, denen Man das italienische Heer nicht aussetzen könne und wofle. (Z.)' 21c italienischen Offiziersvcrlust, Wien, 13. Juli. Wie aus dem Kriegspresseqnartier gemeldet wird, haben sich' die Offiziersverluste der Italiener nach einer ver­ läßlichen Privafftatistik bis zum 2. Juli 1916 auf folgende Ziffern erhöht: 6 Generale, 77 Oberste und Oberstleutnants, 125 Majore, 660 Kapitäne, 586 Oberleutnants und 2121 Leut­ nants. Italienische Heeresergänzung. Bern. 13. Juli. Tie auf Befehl des italienischen Kriegsministers beurlaubte dritte Kategorie des Jahrganges 1879 wurde auf den T4. Juli wieder unter die Waffen gerufen. ────────── Das konnte Anne-Rose nicht leugnen. Mit strahlenden Augen hatte sie genickt. "Ja, Tantchen, Dp sollst es wissen, Du allein. Er hat mich, lieb, und ich ihn. Ach, Tantchen, wie ist das Leben schön!" Daß. sie und Hans Rathenow sich, geküßt hatten, davon sprach, sie nicht. Tante Jettchen hatte, ohne viel zu fragen das glückstrahlende Mädchen zu Bett gebracht, Wie sie es in Anne-Moses Kindertagen so; oft getan. "Nun mußt Tu schlafen, Mein liebes Herz, , denn wenn morgen Herr von Rathenow koMmt untb mit Deinem Vater spricht, dann muß das Bräutchen helle Augen haben," hatte sie lächelnd gesagt. i> Anne-Rose hatte glücklich, gelacht. "Ach!, morgen kommt er sicher noch nicht, Tante Jettchen, er reist mprgen früh anfacht Tage zu seinen Eltern. Wpr haben nur so wenig sprechen können mit einander. Stufe daß et tmflji nevr, hat er mir gesagt, und daß wir unser Geheimnis wahren wollen, bis nach seiner Rückkehr. Nun, seinen Eltern wird er es wohl sagen und Mji mußte . es Dir anvertrauen. Papa sagen wir aber nichts vorher, Haus soll es ihm selber sagen." Tante Jettch!en erinnerte sich später ganz deutlich, bafr ihr das gar nicht gefallen und ihr ein unbestimmtes Unbehagen eingeflößt hatte. "Wäre es denn nicht richtiger gewesen, Kind, Wenn er seine Abreise einen Tag ver­ schoben und erst mit Deinem Vater gespro­ chen hätte? Er hat Dich da in einem recht unklaren Verhältnis zurückgelassen. "Ach,, Tantchen, er will doch wohl lieber erst mit seinen Eltern sprechen. Es ist doch gleich, nicht wahr? Tie Hauptsache ist, daß ich! toeifci, er liebt mich. Nein, Mach nicht so ein bedenkliches Gesicht, goldenes Tant-j chen, ich bin so glücklich." Ta unterdrückte die alte Dame alle Be­ denken und küßte die strählenden Augen. — Und Anne-Rose wär lächelnd eingeschlafen inder seligen Gewißheit, Hans Rathenows Braut zu sein. Daß er sie nicht mit Wor­ ten gebeten hatte, seine Frau zu werden, das erschien ihr ganz belanglos. Sie liebten sich und hatten sich, geküßt, also waren sie, nach ihrer harmlosen vertrauenden Ansicht, auch Braut und Bräutigam. , (Fortsetzung folgt.) 1 . . ; i Auswahl an Freiern, und wenn er es ernst meinte, dann durfte Man Anne-Mose diese Par­ tie nicht mit kleinlichen Bedenken vergällen. Sie suchte zu ignorieren, daß sie eine innere Stimme vor Rathenow warnte. Anne-Rose hatte an jenem Abend nicht mehr mit Hans Rathenow allein sein können, nur wenige be­ deutungsvolle Worte hatte er ihr noch zu­ geflüstert. Er teilte ihr mit, daß er ant 1 näch­ sten Tage bei seinen Eltern erwartet würde, denen er seine Ankunft gemeldet hatte. Für 8 Tage hatte er ' Urlaub genommen. "Wenn ich! von meiner Reise zurückkomme, sehen wir uns wieder, süße Anne-Rose, bis dahin währen wir unser süßes Geheimnis," hatte er gesagt. Als aber Anne-Rose daheim Mit Tante Jettchen allein war, fiel sie dieser glückselig um den Hals. Vor de'M Vater ihr Geheim­ nis zu bewahren, fiel ihr nicht schwer, aber Tante Jettchen mußte sie eine Andeutung Ma­ chen. "Tante Jettchen, liebstes, goldiges Tant­ chen, ich bin so glücklich!" hatte sie ihr zu­ geflüstert. Mit sanften Händen hatte die alte Dame über das schimmernde Haar gestrichen. "Daran wird wohl Herr von Rathenow schuld sein, mein liebes Herz, nicht wahr?" ────────── Der Krieg mit England. Tie irische Frage. London, 13. Juli. Redmond har in Erwiderung, der gestern im Oberhause ge­ haltenen Rede des Lords Lansdowne eineKundgebung erlassen, in der er sagt, er betrachte die Rede als eine grobe Beleidigung Irlands. Sie laufe auf eine Kriegserklärung an das irische Volk und die Verkündigung einer Po­ litik der Unterdrückung hinaus. Wenn die Rede die Haltung der Regierung gegen Irland darstelle, so werde es mit allen Hoffnungen auf Line Verständigung zu Ende sein. Red­ mond sieht in der Rede die wohlüberlegte Absicht, die Verhandlungen zum Scheitern zu bringen. ────────── Der Luftkrieg. Tie bessere Methode. Rotterdam, 13. Juli. Vor bentl Aus­ schuß, zur Untersuchung des englischen Flug­ wesens wurde General Lord D. Henderson, der für die Organisation des englischen Flug­ wesens verantwortlich! ist, vernommen und ge­ fragt, ob es nicht eine Periode gegeben Habe, wo die Zahl der englischen Flugzeuge, welche von deutschen Fokkerflugzeugen abgeschossen wwrde, größer war als die Zahl der herunter­ geholten deutschen Flugzeuge. Ja, antwortete der General, aber nicht viel größer. Das be­ weise aber gar nicht die Ueberlegenheit der deutschen Fokker. Was war denn die Ursache, so fragte man weiter. Ein Unterschied der angewendeten Methode, entgegnete der Sach­ verständige. 13.) ────────── Tages-Uebersicht. steigerten Bedarf an Graupen ist in Aussicht genommen, im kchnswenden Wirtschaftsjahre auch fotogen Graupenmühlen Gerste zur Verarbei­ tung zu Graupen zuzuweisen, welche im lau­ fenden Jahre ein Kontingent nicht erhalten konnten, weil sie in der Zeit vom 1. Juli 1912 bis 30. Juni 1914 die Graupenmüllerei noch nicht betrieben hatten. Sofern sich in Jh!rem Bezirk solche Mühlen befinden sollten, stel­ len wir ihnen anheim, diese zur Einsendung der e rfärderlichen Unterlagen an uns bis zum 31. Juli d. J^ zu veranlassen. Später ein­ gehende Anmeldungen können nicht berücksich­ tigt werden. Tier Austausch! von Schwerverwnnveten wird nunmehr, tote die Schweizerische Tepeschenagentur meldet, wieder beginnen. Tie er­ sten Teutschen wurden bereits aus dem In­ nern Frankreichs nach Lyon befördert. Eine österreichische Z. E. Gi. Um dem Gedanken der Gemeinnützigkeit vollauf Rech­ nung zu tragen, rief das Ministerium des In­ neren an Stelle der bestehenden vom Mini­ sterium des Inneren legitimierten "Einkaufs­ stelle, G. m. 6-f H " eine Aktiengesellschaft: unter dem Namen Oesterreichische Zentralein­ kaufsgesellschaft ins Leben, welche unter we­ sentlich, verstärktem staatlichen Einflüsse auf ihre gesamte Geschäftsgebahrung den erziel­ ten Ueberschuß, ausgenommen die Kapitalverzrnsung, dem Ministerium des Inneren zur Verwendung für gemeinnützige Zwecke, insbe­ sondere durch! Herabsetzung der Verkaufspreise der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen hat. Deutsche Amtssprache bei den böhmischen Gerichten. Ein Erlaß des Prager Laudesprä­ sidiums bestimmt als Sprache Umi inneren Dien­ ste bei den Gerichtsbehörden Böhmens aus­ schließlich Teutsch. "Professor" Salanvra. Salandra kehrt jetzt wieder zum akademischen Lehramt zurück. Er wurde zum Präsidenten der juristischen Fakultät in Rom gewählt, in der er bis zu seiner Ministerschaft über Staats- und Ver­ waltungsreicht gelesen hat. (Z) Bevhängung des Kriegsrcchts über Ma­ drid. Infolge des Eisenbahnerstreiks verhängte die Regierung über Stadt und Provinz Madrid das Kriegsrocht. Amerikanisches Geld für Ehina. Tie "Times" Melden aus WaWngton vom 10.Juli: Tie amerikanische Regierung hät ihren frü­ heren Standpunkt über Anleihen für China böllig geändert. Während sie früher die ame­ rikanischen Banken veranlaßt hätte, sich von der Anleihe der 6 Mächte zurückzuziehen, würde sie jetzt zu einer Beteiligung an einer solchen Kreditgeiwährung geneigt sein. (Z.) Erweiterung des Kontingents für Grau­ penmühlen. Tie Reichsfuttermittelstelle ver­ sendet an die KomMünalverbände folgendes Rundschreiben: Mit Rücksicht auf den stark ge- ────────── Bayerische Nachrichten. Rulstg Blut. Das Sanbto. Woche nötark fastet 6 t unter Die feto Titel: Es ‘trat immer von einsichtigen Kennern der Verhältnisse vor­ hergesagt worden, daß die Wochen vor der Bergung der neuen Ernte die wirtschaftlich schwierigsten zuM Durchhalten werden, insbe­ sondere für die Bevölkerung in den Städten und Industriezentren. Es hängt aber gerade jrtff viel davon ab, Daß. alle Kreise sich, darüber: klar sind, daß alles.geschehen muß, die notwendigsten Lebensbedürfnisse zu befriedigen. Ein Blick auf unsere Kriegsschauplätze nach Ost und West, tob unsere Truppen einer gewalti­ gen Uebermacht standhalten — ausharren trotz aller Schwierigkeiten! — erleichtert das allen. Man erlwäge ruhig und befolge daher an den betreffenden Stellen vertrauensvoll, was das K. Staatsrninisterium in einer Entschließung an die Bezirksämter vor kurzem hinausgegeben hat: Bei aller Notwendigkeit zunächst für die Bevölkerung ito eigenen Bezirke zu 'brgen, mahnt die oberste Stelle aber, die letzteren ohne Not nicht durch Ausfuhrverbote abzu­ schließen, so daß selbst die entbehrlichen Vor­ räte nicht oder nicht rechtzeitig den Städten züfließen können. Tie Bezirksämter sind an­ gewiesen, alle von ihnen erlassenen Ausführvervore ui7d BefchMnkungen aufzuheben, so­ weit dadurch, nicht der eigene Bezirk geschädigt wird. Ohne Regierungsgenehmigung dürfen solche Verbote nicht mehr erlassen werden. Auch das Kriegsernährungsamt in Berlin läßt sich in einer neuesten Kundgabe über die in­ ländischen Ausfuhrverbote zwischen den ein­ zelnen Bundesstaaten aus und bezieht sich da­ bei unter namentlicher Hervorhebung Bayerns auf die Schwierigkeiten und Unzuträglichkei­ ten, die solche Beschränktingen für die Lebensmittekverteilung mit sich brächten. Wenn eine einheitlich strenge Durchführung der einschlä­ gigen Maßnahmen gewährleistet werden kann, so wird sich jeder 'Verständige gerne fügen. Verstehen kann man aber nicht die ungketche Handhabung, wenn, um nur ein Beispiel her­ auszugreifen, in Gasthäusern im Norden des Reiches alter Gewohnheit gemäß, immer noch Eier nach Belieben auf den 'Frühstückstisch zum Morgenkaffee kommen und bei un8 eine weit­ gehende Einschränkung im städtischen Ver­ brauch! und dazu eine Erschwernis im Ab­ sätze draußen zu tragen ist. Von der Ungleich­ heit im Fleischverbrauch bei uns und in'man­ chen norddeutschen Gegenden, tob es noch keine Fleischilärten gibt, abgesehen! Hier wird man­ ches anders toterben müssen nach betn Grund­ satz: das deutsche Volk befolgt vertrauensvoll und mit ruhigem Blut einheitlich und für alle gleichmäßig im Reiche getroffene Maß­ nahmen. y Tie "Barbaren". Das Schöffengericht Burgau verurteilte die 25 Jähre alte Dienst- magd Therese Brau von Dinkelscherben wegen falscher Anschuldigung zu einem Jahr Ge­ fängnis. Sie beschuldigte einen kriegsgefangenen Serben, daß dieser an ihr zwei Sittlich­ keitsverbreichen begangen habe. ────────── Niederbayerische Nachrichten. Tliugolfiug, 13. Juli. (Todesfall.) Ter frühere Vorstand des Rentamtes Tingolfing Rentamtmann a. Ti. Georg Neidhardt, bis 1903 im Staatsdienste, ist nach, längerem Lei­ den im 70. Lebensjahr gestorben; früher wirkte er in Kadolzburg und Bayreuth. Straubing, 11. Juli. (Ein schlag fertiger Flurwächter.) Eine vom Heidelbeerpflücken aus dem Bayerischen Walde nach Straubing zurück-' kehrende Frau gab betn Drängen ihres kleinen Mädchens nach und riß ihm eine Dorsche aus dem Felde. Das bemerkte der Feldpächtex Schwied von Friedenheiw, ließ die Frau zu sich, herankomimten und schlug sie mit einem Besenstiel derart, daß sie fMji zum Arzt be­ geben mußte. Dieser ging mit der Frau auf die .Polizeistation, wo sie infolge der Miß­ handlung ohnmächtig wurde und krank dar­ niederliegt. ────────── —* Ein Verwundetentransport kam heute vormittags 10 Uhr aus dem Westen hier an. Tie Verwundeten wurden durch die Freiw. Sanitätskolonne in die Westgen La­ zarette verbracht. —* De r Viktualienmarkt war auch heute weder mit Eiern noch, mit Schmalz be­ stem. Dagegen waren Beeren Mer Art reichIW vorhanden. Kirschen, von denen einige Körbe vom Lande zu Markt gebracht wurden, fanden reifenden Absatz. Junge Hühner^ En­ ten und Gänse waren in größerer Zahl' vor­ handen, doch! gestaltete sich der' Verkauf pur schleppend. —* Der Kartoffelmarkt war heute mit mehreren Wägelchen Frühkartoffeln in schöner Qualität bestellt. Tie Preise schwank­ ten zwischen 10 und 15 Pfg. das Pfund. Zu ersterem Preise hing der Verkauf sflott, die Höheren Preislagen dagegen würden wenig ver­ langt, was auch!nicht zu verwundern ist, da erst gestern ber Magistrat in dankenswerter Weise eine große Partie schöner Kartoffel zum Preise von "10 Pfg. zum Verkaufe brachte und der geforderte Mehrbetrag keine zwingende Be­ rechtigung Hat. r —* Der Kartoffelverkauf der Stadt brachte gestern eine lebhafte Nachfrage, die am 'testen das Bedürfnis der hiesigen Ein­ wohner nach! Kartoffeln erweist. Schon lange vor der festgesetzten Zeit waren Hunderte von Personen — meist Frauen und Jugendliche — mit Wägelchen, Handkarren, Kinderw'ägen und allen möglichen Vehikeln in der Jägerstraßx versammelt, um auch! einige Pfund der billigen schönen Kartoffel zu bekommen. Tie Schutzmannschaft sorgte für Aufrechterhaltung der Ordnung und so spielte sich! der Verkauf, trotz des : bei dem städt. Kartoffelverkauf noch- nie gesehenen Menschenandranges, ziemlich rasch und ohne Zwischenfall ab. Es gelangten Men­ gen von 10 bis 20 Pfd. an die einzelne Perfttff gegen Vorzeigung der Brotkarte zur Ab­ gabe. —* Die Straßenregulierung der Hagrainerstraße ist nahezu vollendet. Nur' an der großen Auffüllungsstelle im oberen Drittel der Straße witrd noch! gearbeitet. Hier wird die Arbeit auch! noch einige Zeit beanspruchen, da ^infolge der fortgesetzten starken Niedersch.läge auf einer größeren Strecke starke Abrutschungen von Erdmassen exfolgt sind. Ge­ genwärtig wird auch, ,im Stadtgebiete an der | Verbreiterung der Straße emsig gearbeitet. —* Zu m Besuche unserer Stadt war vorgestern die höhere Mädchenschule Freising untere Führung ihrer Lehrerinnen hier. Es würden die 'Sehenswürdigkeiten 'ürkserer Stadt besichtigt, dem Kriegswahrzeichen ein Tribut gezollt und in der Brauerei Koller das Mit-, tagsrmahl eingenommen. Abends erfolgte die Rückfahrt nach, Freising. ' —* Die Zentralsing schule wurde nach, dem soeben veröffentlichten Jahresbericht in der 1. Klasse von 99, in der 2. Klaffe von 56, in der 3. Klasse von 82, in der 4. Klasse von 32 und in der Oberklasse von 19 Schülern und Schülerinnen im abgelaufenen Schuljahre besucht. 10 -haben außerdem die Oberklasso freiwillig wiederholt besucht. Tie 1. und 3. Klasse wär in je 2 Abteilungen getrennt. Schon aus dieser Zusammenstellung geatzt her­ vor, daß trotz der. schweren Zeit der frei­ willige Besuch, der Schule keine Einbuße erlitt, daß vielmehr die Liebe und Anhänglichkeit zur Schule die Schüler und Schülerinnen den Besuch, fortsetzen, das Vertrauen zur Schule dieser neue Schüler und Schülerinnen gewann. Wenn am Schlüsse des Berichtes allen Gönnern der 'Schule gedankt wird, so möchten auch wir der Schule für die genußreichen Konzerte danken mit dem Wunsche, daß die Schule noch recht lange unter ihrer zielbewußten, stets vor­ wärtsstrebenden Leitung blühen und sich, wei­ ter entfalten und erweitern möge. ────────── lich,, dicht hinter der Front einen Bau auszu­ führen, über dessen Art ich, hier natürlich nichts erwähnen darf. Zu dem Bau wurden große Mengen Beton gebraucht, die wir selbst kunstgerecht anfertigten, in großen Eimern — unter fortwährendem Donnern der Kanonen — (meine armen Hände) zur Baustelle trugen und dort verarbeiteten. Nach, dem Urteil Mei­ nes Unteroffiziers berechtigte ich bald zu den schönsten Hoffnungen, sodaß ich, wenn derKrieg vorbei ist, sogleich, als Handlanger arkf einem Bau Beschäftigung finden kann, falls es dann sich, mit der Schriftstellerei so recht nicht mehr lohnt. Also gute Aussichten! Aber die Aus­ sichten bessern sich. Eines Tages wurden stimmlbegabte und musikkundtge Leute gesucht. In der Stadt Nordfrankreichs nämlich, in der wir jetzt liegen, gibt es ein großes Dheatesr, in dem deutsche Theatergesellschaften erfolg­ reiche Gastspiele geben und zwar vor lauter feldgrauen Zuhörern. Nun sollten die Operetten von richtiggehenden Opern abgelöst werden, und dazu braucht man doch einen — Chor. Ta man nun schlecht einen vollen Theaterchvr mit nach Frankreich, schleppen kann, wurden sangeskundige Soldaten ausgesucht. Und dazu gehöre ich, jetzt auch! Wenn der Krieg noch, einige Zeit dauert, werde ich dem­ nach so ziemlich als Chorsänger ausgebildet sein und kann später auch, in diesem Berufe mein Heil versu,ch,en. . . . Nach diesen viel­ versprechenden Anfängen erwarte ich von der Zukunft noch, allerlei. Allerdings wäre mir eines noch, das Liebste: daß ich nämlich! mit meinen Kameraden bald nach siegreich beende­ tem Feldzüge in die Heimat zurückkehren könn­ te. Und wenn es notwendig ist, greife ich,, um mitzuhelfen, doch, lieber zu meinem Kriegs­ handwerkszeug. Das verstehe üfy nämlich auch sehr gut zu handhaben! (Z.) ────────── Städtische Schwimmschule. 14. IU» 1916. Luft . . 23 Grad C. Wasser . 18 Grad C. ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei der ArMee des Grafen von Bothmer wurden durch! umfassenden Gegenstotz deutscher Truppen bei und nördlich- von Olesza, nord­ westlich! von Buczaez, eingedrungene Russen zurückgeworfen und dabei über 460 Gefangene gemacht. . , Balkan-KriegsWauPlatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Tic Kämpfe a« -er Somme. Rosendaal, 13. Juli. Tie Kämpfe um das Tronesgehölz kosteten nach! Mitteilungen eines verwundeten englischen Majors der bri­ tischen Heeresleitung 8000 Tote und fast ebenso viele Verwündete. Ta Joffre erklärte, daß die Stellung um' jeden Preis genommen wer­ den Müsse, um den Vorstoß der Französen günstiger zu gestalten, so setzte man durch­ wegs tüchtige Regimenter zum Angriff aus die feindliche Stellung ein. Insgesamt fan­ den 11 Angriffe statt. Tie Offensive -er Entente. Haag, 13. Juli. "Daily Telegraph-"meldet: Tie Kritiker dex Fortschritte der letzten Woche sind allzu schwer zu befriedigen!!). Vielleicht verstehen sie es nicht, die Beding­ ungen, unter denen unsere Offensive stattfindet, auf ihren richtigen Wext hin einzuschätzen. Unser Angriff ist nicht gemeint als ein alles ] niedertretender Parademarsch, sondern als eine langsame Methodische Arbeit im engen Zusam­ mengehen mlit unseren Bundesgenossen zur Erreichung von Zielen, über die es jetzt noch nicht Zeit ist zu sprechen. Wir legen die tag on vielen Orten der Westschweiz besonders deutlich! hörbar ist. (m.) Französische Einberufungen. Genf, 13. Juli. Um gewisse jüngere Jahresklassen durch! Hilfsmannlschasten zu er­ setzen, ordnete der französische Kriegsminister, wie Lyoner Blätter melden, die Einberufung weitere Teile der Jahresklasse 1888 für den 1. August an. (Z.) Aus der geheimen Senatssitzung. 'Amsterdam, 13. Juli. Wie ein Ge­ währsmann aus London meldet, wurde die französische Regierung in der geheimen Genatssitzung auchj geftagt, db Italien jetzt den Krieg an Deutschland erklären würde und wes­ halb dies bjsher noch« nicht geschehen sei. — Briand antwortete, Italien sei der Ansicht, den Krieg nicht erklären zu können. — EiU Mitglied fragte, ob es währ sei, daß Teutsch? land kurz nach! der Besetzung Belgiens und Nordfrankreichs bereit war, das besetzte Ge­ biet wieder zu raumen und Frankreich« den Frieden anbot. Briand erwiderte, davon sei ihm nichts bekannt. Ter Pump in der Wett. Berlin, 13. Juli. Unter der Ueber* schrift: "Ein ausgezeichnetes Geschäft" schreibt man der "Kreuzzeitung" aus Amsterdam: Triumphierend verkünden Reuter und Havas den Abschluß des neuen französischen Handels'kredites von 100 Millionen Dollar in Newhork, Worüber ungefähr sechs Monate verhandelt wurde. Sie bezeichnen die Angelegenheit als ein ausgezeichnetes Geschäft und knüpfen daran einige tiefgefühlte Schmeicheleien für den glän­ zenden französischen Staatskredit. Wie es sich in Wirklichkeit damit verhalt, geht aus den 'Bedingungen für die Finanzoperation her­ vor. Zunächst ließ sich Morgan ein kräftiges Faustpfand geben, nämlich- amerikanischeSchuldverschreibungen im Nominalwert von 20 bis 30 Prozent mehr als die darauf geliehene Summe beträgt. Ter schlaue NewyorkerBankier übernimmt also kein Risiko; er hätte den gleichen Kredit auch einem Privatmanne ein­ geräumt, der bei ihm für 120 bis JL30 Mill. Dollar amerikanische Werte ersten Ranges ver­ pfändet hätte. Ter Zinsfuß lautet 5 Prozent; in Wirklichkeit sind es mindestens Oeinhalb Prozent, denn es kommen noch die Provisionen für Morgan und seine Vermittler, Sporteln und andere in Amerika übliche Kosten hinzu. Schließlich müßte sich 'Frankreich! auch noch dazu verstehen, die neue amerikanisch!e Kuponsteueir von 10 Prozent für die Obligationen zu tragen, die Morgan in Newhork auszugeben gedenkt, um die Frankreich! geliehenen 100 Millionen Dollar wieder hereinzubringen. Wie man sieht, ist das Geschäft wirklich ausgezeich­ net, aber bloß'für die'Amerikaner. IZ.) nicht daran denken, die oberen Stockwerke zu beginnen. Uns gegenüber steht das deutsche Heer, das seit Kriegsbeginn nichts an Kraft verloren hat, aber durichi neue Kriegsgenossen verstärkt ist. Aber man kann schon jetzt unsere Erfolge schen. Wir haben 17 Dörfer erobert und dies durch die Arbeit nur einer Woche. (Laut französischen Meldungen sind im ganzen '2554 französische Dörfer zu beisetzen, also der 150. Teil ist bereits zurückerobert. Wir kön­ nen also darnach! leicht ausrechnen, welchleReihe von Tagen es noch! dauern wird und wel­ che Verluste es kostet, bis es soweit ist, wenn bis dahin noch! ein Engländer oder Franzose vorhanden ist .D. Red.) Bon der elsässischen Front. Basel, 13. Juli. Tie Basler Blätter melden: An der oberelsäfsischen Front sind bedeutende englische Streitkräfte eingetroffen. Man erwartet wichtige Ereignisse, zumal der ────────── lonas von der italienischen Regierung vorbe­ reitet werde. >' Aufgehobene Grenzsperre. Wien, 13. Juli. Wie die "Wiener All­ gemeine Zeitung" aus Sofia erfährt, hat die bulgarische Regierung die Grenzsperre gegen Rumänien aufgehoben. 13.) Ein neuer Entente-Schritt Griechenlands. Sofia, 13. Juli. Wie aus Athen hier­ her gemeldet 'wird, haben die 'Vertreter der Ententemächte neuerlich Schritte beim Mini­ sterpräsidenten Zaimis unternommen, um! eine Beschleunigung der Demobilisierung der grie­ chischen Armee durchzusetzen. Es verlautet, daß die Ursache dieses Drängens die bekannte Königstreue der griechischen Offiziere sein soll, die auf die Soldaten einen den Ententeplänen sehr ungünstigen Einfluß habe und so die heftigsten Agitationen der Venizelisten unwirk­ sam mäche. ────────── Die Türkei im Kriege. Nachklänge an K«t-el-Amara. Ter N. Rotterdamsche Courant meldet aus London: Das unionistische Kriegskomitee be­ sprach, gestern die Bedingungen, unter denen die Soldaten in Mesopotamien kämpfen muß­ ten. Tie Mitteilungen machten einen großen Eindruck auf das Komitee. Es beschloß, von der Regierung zu verlangen, daß eine Un­ tersuchung eingeleitet oder eine öffentliche De­ batte darüber gestattet wird. Tie Times un­ terstützt die Haltung des Komitees und prote­ stiert, daß das Los und die Leiden der mesvpotamischen Armee der Vergessenheit über­ antwortet werden sollen. ────────── Der Krieg zur See. Tie deutschen U-Boote vor Saloniki. Lugano, 13. Juli. Ein Brief der Stampa aus Saloniki schildert die ungeheureSchwierigkeit, vom Piräus nach! Saloniki zu gelan­ gen. Das Meer wimmle von deutschen Un­ terseebooten. Wo bleibt der Tank an die englische Flotte? Haag, 13. Juli. Aus englischen parla­ mentarischen Kreisen wird die Frage an die Regierung gerichtet, weshalb, wenn sie so sehr davon überzeugt ist, daß, die Seeschlacht am Skagerrak ein großer Erfolg der englischen Flotte war, sie noch! nicht vorgeschlagen habe, offiziell der Bemannung der Flotte Dank zu sagen. Das englische Volk ist, wie "Daily Ex­ preß." sagt, überzeugt, daß England bei Horns Rifs einen Sieg erkämpft hat und fragt sich, weshalb die Regierung nicht zulasse, daß die Bevölkerung ihren Tank an die Flotte in einer offiziellen Veranstaltung zum Ausdruck brin­ ge. (Z.) Einspruch! der Entente. Wa shington, 13. Juli. (Reuter.) Die britische und die französische Botschaft erho­ ben beim Staatsdepartement wegen des Un­ terseebootes ^Deutschland" Vorstellungen und machten geltend, daß das Unterseeboot, selbst wenn es für Handelszwecke gebaut sei, doch, potentiell ein Kriegsschiff sei. ────────── Allerlei. Beine Baden in einer gegenwärtig mit Wasser gefüllten Kiesgrube bei Tusfenhausen (Schw.) ertranken die 13 Jähre alte Brauerei­ besitzerstochter August« Bader und die 9jähr. Oekonomenstochter Kreszentia Knall. Ein .drittes Mädchen, das die beiden Untergehenden retten wollte, konnte mit knapper Not geret­ tet werden. Ueberfähiren und getötet würde am Mitt­ woch vormittags 8 Uhr der verheiratete Wei­ chensteller Georg Schneider aus Schwteinfurt im Bahnhof Schweinfurt von einer Lokomo­ tive. Tnych einen Riesenbrand würde das Dorf Grojes im Kreise Lublinitz (Schlesien) einge­ äschert. 150 Gebäude sind abgebrannt. Ein fehlerhafter Kamin soll die Ursache des Bran­ des sein. Rieseubraüd auf Sardinien. Nach dem "Carriere della Sera" stehen in Sardinien Felder und Wälder von mehr als 9 Gemein­ den in Brand. • ; 780 Opfer der Explosionskatasträphe bei Spezia. Tie "Basler Nachrichten" berichten aus Mailand: Auf Umwegen wird jetzt be­ kannt, daß die in der italienischen Presse nur ganz kurz erwähnte und im Auslande noch kürzer gemeldete Explosionskatastrophe bei Spe­ zia viele Hunderte von. Opfern gefordert hat und in Wirklichkeit nicht eine Kiste Pulver, sondern eine ganze Munitionsfabrik in die Luft geflogen und von ihren 480 Arbeitern ist kein einziger am Leben geblieben. Außer­ dem sind aber noch, zahlreiche andere Opfer zu beklagen. Am Strande bei Spezia badete eine große Zahl Kinder und Erwachsener. Von ihnen wurden mehr als 300 getötet und drei Tage lang wurden diese Opfer der Katastrophe an Land gespült. Ter "Seeolo" sucht die Katastrophe als deutsches Attentat hinzustellen, um dieKriegserflärung an Deutschland endlich zu erreichen. Aber eine Spur von Beweis für diese Be­ hauptung vermag das Blatt natürlich, nicht zu erbringen. (Z.) ────────── Dienstesnachrichten. Justizverwaltung. Ter Gerichtsschreiber­ gehilfe bei beut 1 Amtsgerichte Mainburg August Weigl würde zum Gerichtsassistenten außer­ dem Status bei diesem« Amtsgerichte in etatsm. Eigenschaft ernannt. ────────── Letzte Posten. Tie Bedeutung unsres Erfolges bei Souoille. Berlin, 13. Juli. (Nichtamtlich.) Ter in dem gestrigen Heeresbericht gemeldete Er­ folg der deutschen Waffen rechts der Maas bei Souville und Lauffee ist ein Ereignis von bemerkenswerter Bedeutung. Tiefe erste, größere Unternehmung vor Berdun seit Be­ ginn der "großen" Offensive der Feinde be­ weist schlagend, daß die deutsche Heereslei­ tung ihr ursprünglich, operatives Ziel unbekümnnert um alle Angriffe unsrer Feinde tmf Osten und Westen fest und klar im Auge be­ hielte Kein deutscher Soldat, kein deutsches" Geschütz, ist von dem Kampfgelände um Ver­ dun fortgezogen worden. Tie Schlacht nimmt nach, dem Willen der deutschen Heeresleitung einen blutigen, für die deutschen Waffen er­ folgreichen Fortgang. Wenn unsre Feinde ge­ hofft hatten, durch, die Angriffe ihrer Mil-' lionemheere nun endlich, die Initiative der Kriegführung an sich zu.reißen und den Teutschien das Gesetz, des ^Handelns vorschreiben zu können, so würden sie durch, den bisherigen Verlauf der Ereignisse bitter enttäuscht. Die Anstiärme der feindlichen Massen sind an dem heldenmütigen Widerstande und der zähen Aus­ dauer der tupfe,ren Verteidigung an ber Somme bisher nach, kurzem Anfangserfolge sämtlich gescheitert. Tie deutsche Heeresleitung be­ herrscht nach wie,vox die operative Lage; dies ist büe besondere Bedeutung des Erfolges bei Souwille, der um so . mehr hervorgehoben zu werden Verdient, als ex "die Stärke und'die lleberlegenheit der deutschen Waffen aller Well! von ineuem kundtat und Deutschland berechtigt,' die Unilitärische Lage mit der alten Zuversicht und dem alten Vertrauen anzusehen. i Die neuesten deutschen Erfolge vor Berdun.