Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-07-17. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 191, 1916-07-17. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 69 Nummer 191 17. Juli 1916 ────────── Die Türken verfolgen an der persischen Front die aus Sineh zurückgeschlagenen Russen weiter ostwärts. An der -Kaukasusfront wird wiederum hartnäckig gekämlpst. Das Untersee-Handelsschiff "Deutschland" wurde nun auch! offiziell von der amerika­ nischen Regierung als Handelsschiff Anerkannt. Tamit sind alle Quertreibereien der Entente und besonders Englands vergeblich! gewesen. Ter neutrale Wilson konnte beim besten Willen ihnen zuliebe aus der "Deutschland" kein Kriegsschiff machen. Nunmehr richtet die En­ tente ihre Bemühungen gegen die Lademög^ lichkeit des Schiffes und es dürfte der Ver­ such! gemacht werden, auch den Handel Ameririkas zu kontrollieren, ebenso wie dies bei den nordischen Staaten und Holland schon der Fall ist. Die "Deutschland" als Handelsschiff anerkannt Ein großangelegter englischer Maffeaaagriff aufgehalten, weitere Anstürme zusammeugevroche«. — Der Kaiser an Ser Westfront. — Erfolgreicher Vorstoß der Heeresgruppe "Prinz Leopold": Das russische Grenadierkorps fast völlig aufgerieben. — In Ser Buko­ wina Japaner in russischen Uniforme« gefangen. — Ein deutsches Luftschiff in Konftautinopel Im Westen gelang es den Engländern durch! Massenangriff zwischen Pozieres und Longueval an der Straße Albert—Bapaume unsre vorderste Linie zu überrennen, doch ist ihrem Vordringen sofort toteber ein Ziel ge­ setzt worden, sodaß der erzielte Geländege­ winn nur von geringer Bedeutung ist urfb eigentlich nur die Herstellung einer geraden! Linie von Pozieres bis zum Wäldchen von Trones zur Folge hatte. Tast die Verluste dev Engländer hier besonders starte baren, ist ohne weiteres zu glauben, denn unsre Feldgrauen sind in der Abwsthv Meister. Wenn sie auch! der Ueber macht eine kurze Strecke weichen muß­ ten, so leisteten sie doch! dem Vordringen des Feindes sofort wieder energischen Widerstand, sodast dieser trotz, viermaligen statten Anstur­ mes keinen Aust breit Boden mehr zu ge­ winnen vermachte. Bei Barleux und Estrees wurden französische Angriffe abgewiesen. Vor Verdun mächten die Franzosen neuerdings star­ ke Anstrengungen, die ihnen südwestlich! von Dhiaumont auch! einen 'kleinen Erfolg brach­ ten, der aber jedenfalls bald wieder ausge­ glichen wird. . • Im Osten hat die Armee des Prinzen Leo­ pold weitere Teile der am 3. Juli eroberten ersten Linie wieder genommen. Tie Armee Linsingen parierte einen russischen Vorstoß, so­ fort durch einen energischen Gegenstoß, südwest­ lich! von Luck. In den Kämpfen in Wolhhnien wurde das russische Grenadierkorps vollständig aufgerie­ ben. Interessant ist auch!, dast an der 23ufo» winafront nunmehr Japaner, meist Artil­ leristen, in größerer Zahlgefangen werden. In der Bukowina scheiterte ein russischer Vorstoß bei der Höhe Copul, ebenso russischst Angriffe bei Nowv Poczajew und Torczhn. Um Telatyn wird gekämpft. An der italienischen Front scheinen die Italiener einen neuen Angriff am Borcollapast zu planen, da sie die österr.-ungar. Stel-' langen dort unter schweres Artilleriefeuer näh­ men. Im Gebiete von Tofana und nördlich des Posinatales brachen italienische Angriffe zusammen. 1 Am Balkan Wurde eine feindliche Abtei­ lung, die einen bulgarischen Posten angriff, abgewiesen. Tie Ententetruppen verursachten durch! Artilleriefener auf die griechische Ort­ schaft Gülemendi den Tod von 7 griechischen Bewvhnern. j ! , i. ! > .. ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. B e p l i n, den 15. Juli. Mittags. ^Großes Hauptquartier.) ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. Tie nach! der ersten blutigen Abweisung fortgesetzten englischen Angriffe nördlich der Somme hüben zu. schweren Kämpfen geführt. Zwischen Pazieres und Longueval gelang es dem Gegner mit hier massierten Kräften trotz stärkster Verluste in unsere Linien einzudrin­ gen und zunächst Boden zu gewinnen, sowie sich! im Troneswäldchen festzusetzen. Ter Sturm ist aufgefangen. Ter Kamps wird heute fort­ gesetzt. Südlich! der Somme keine Jnfanterietätrgkeit. Von der übrigen Front sind, abgesehen von ergebnislosen Unternehmungen kleinerer eng­ lischer Abteilungen südöstlich von Armentieres in der Gegend von Angres, Neuville und nordöstlich! von Arräs keine Ereignisse von Bedeutung zu berichte». ────────── OestlW der Maas setzten die Franzosen nachmittags starke Kräfte gegen die Höhe "Kalte Erde" und gegen Fleury an. Sie hät-' ten keinen Erfolg. Bei ihrem abends wie­ derholten Anlauf drangen sie südwestlich des Werkes Dhiaumont in kleine Teile unsrer vor­ dersten Linie ein, um die noch! gekämpft wird. Auf der übrigen Front brachen feindliche Patrouillenunternehmungen nördlich, vonOülches—Crannelle und auch Angriffe von grö­ ßeren Abteilungen abgeschlagen. Nördlich von Ehilly brachte eine deutsche Patrouille 24 Franzosen und ein Maschinen-! gewähr ein. Westlich! von Loos wurde ein feindliches Flugzeug durch! Infanterie abgeschossen. Es stürzte in unser Hindernis. Ein durch! Abwehrfeuer beschädigter Dop­ peldecker siel bei Besle in unsre Hand. ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des GeneralfeldmarschaHS von Hittdenburg. Keine besonderen Ereignisse. Heeresgruppe deS Geueralfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayer« Russische Gegenangriffe gegen die von uns wiedergewonnenen Linien in Gegend Skrobowa blieben ergebnislos. 6 Offiziere und 114 Alaun fielen in unsre Hand. Heeresgruppe des Generals v. Linsinge«. Südwestlich, von Luck sind deutsche Trup­ pen im Gegenstoß gegen angreifende russische Kräfte. i 1 Bei der ' 1 1 Armee des Generals Grafen von Bothmer ist die Lage unverändert. , Balkaukriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung. ────────── Der österr.-ung. Heeresbericht. WTB. Wien, den 15. Juli. Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Südwestlich, von Moldawa wurden russi­ sche Abteilungen, die sich gegen unsere Stel­ lungen vorwägten, zersprengt. Bei Jablonica, südöstlich, von Zahle, brach­ ten Wir in erfolgreichen Streifungen 200 Ge­ fangene ein. Bei Telatyn erhöhte Gefechtstätigkeit. — Feindliche Vortruppen, die in die Stadt einge­ drungen wären, wurden an den Südrand zu­ rückgeworfen. Ein von den Russen südwestlich! von Telatyn versuchter Angriff brach in un­ serem Feuer zusammen. Sonst int Nordosten nichts neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Ter gestrige Tag verlief auch, an derFront zwischen Brents und Etsch viel ruhiger. Im allgemeinen beschränkte sich die Gefechtstätig­ keit auf Geschützfeuer. Vereinzelte Vorstöße des Feindes gegen unsere Stellungen nördlich, des Posina-Takes und ein größerer Angriff gegen den BorcolaPaß wurden abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschanplay; Unverändert. Der stellvertretende Chef des Generalstabe«: v. H o «f e r, Feldmarschalleutnant. MTB. Wien, 16. Juli, mittags. - ' Amtlichh wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz^ Inn der Bukowina griff der Feind gestern unsre ©Stellungen auf der Höhe Eopul und beim Gestüt Luczina neuerdings an. Er wurde im Handgeemenge geworfen. Tiiie Zahl der bei Jablonica eingebrachten Gefanggenen Ihät sW auf ; 3 Offiziere und 316 Mann erhöht.. Jnm Raume von Nowo-Poczajew scheiterte ein näächtlicher Vorstoß der Russen gegen unsre Vorpoststen. Süüdwestlich von Luck sind wieder stärkere Kämpfer im Gange. Wtzestlich von Torzchn schlugen unsre Trup­ pen einnen nalch! heftiger Artillerievorbereitung geführtiten russischen Angriff zurück. Italienischer Kriegsschauplatz^ Auuf unsren Stellungen im RauMe des Borcoläa-Passes lag andauerndes schweres Artillerießseuer. Feeindliche Flieger belegten Vielgereuth er­ folglos : mit Bomben. Im Gebiete des Tofana I brachent wiederholte Angriffe der Italiener zusammnen. , Südöstlicher Kriegsschauplatz^ Ann der unteren Vojusa Artilleriekämpfe und Geeplänkel. Ter steellvertretende Chef des Generalstabes, vv. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Ter Kaiser au der Westfront. WTTB. Großes Hauptquartier , 16. Juli. (PAmtlich.) Ter Kaiser weilte heute wie­ der im . Kampfgebiet an der Somme. Er nahimi vom OVberbefohlshaber die Meldung über die stattgehchäbten Operationen entgegen und hatte unterweiegs eine Besprechung mit dem Ehef des Genneralstabes des Feldheeres. Beim Besuch, in den , Lazaretten zeichnete er Schwärverwundete milit betn Eisernen Kreuz aus. Wie mehlrsach, ansilaßlich seiner Anwesenlheit bei den Käm­ pfen an rt der Maas in letzter Zeit sprach, er auch an der c Somme den tapferen Truppen Anerkennuung und Tan? aus. Tie Bedrohung von Berdun,. Haaag, 15. Juli. "Tas Schicksal Ver­ duns", \ so schreibt das Pariser Petit Journal, "muß sisich nun bald entscheiden. Tie deutsche Angriffffswucht verfolgt trotz dem französischenglischchen Ttzuck im Artois ungeschwächt ihr vorgestececktes Ziel. Wenn auch, die Entfernung der Tereutschen von den Forts Souville und Tävannnes geringer als einen Kilometer ist, so ist die ^französische Heeresleitung durchaus nicht entmutixigt, denn hinter Souville und Tavannes drohen dem Gegner noch! weit erheblichere Schwieririgkeiten, nämlich der stark befestigte Rand dches Sipitalwaldes und der benachbarten Gehölze,e, sowie die Linie Belleville St. Mi-' chel". 2 Tie französische Presse bereitet dieOeffentlichsiikeit bereits auf den Fall der Feste Souvillele vor, indem sie die Schwierigkeiten der Verrrteidigung betont. Tie Deutschen su­ chen, wiüe es heißt, das Fort von drei Seiten zu umklklammern, das dadurch, von der Verbin­ dung mnit den hinteren Linien abgeschnitten wird. 5 Ter Abstand der Deutschen von dem Kern beier Feste Verdun beträgt nur noch! 4500 Meter. Auch, die letzten Berichte über Verdun im Petitit Parisien und in anderen Blättern gestehen t eine kräftige Ausnutzung der deutschen Vorteiles namentlich, bei Souville und Lausee zu. Terr Daily Telegraph betont, daß die neuen ddeutschen Angriffe bei Verdun überra­ schend ggewesen !sind. Tie Deutschen seien int Nordweßsten unmittelbar vor der Panzerfestle Souvillse angelangt, die teilweise in Trümmer geschossen sei und weiter noch unter starkem Feuer stehle. Auch, die anstoßenden Linien wür­ den unter ununterbrochen heftigem Artillerie­ feuer gehälten. (Z.) Bombardement von Belfort. Tas Wiener Journal erfährt aus Zürich: Nach, einer Meldung der Morgenztg. haben die deutschen Riesengäschütze, die an dem Bom­ bardement von Belfvrt mitwirken, ihre Ar­ beit wieder aufgenommen. Tie Wirkung die­ ser Beschießung «sei mächtig. (Z.) , Tjer gefesselte Elcmenceau. Genf, 16. Juli. Clemeneeaus Organ wür­ de, weil es Briand int Falle eines Mißlingens des Krieges den Galgen angedroht hatte, aber­ mals in Paris beschlagnahwt und gleichzeitig mit Genehütigung des Ministeriums für den Feldzug während der weiteren Kriegsdauer verboten. , . (3-) Nikita in Paris. ! Nach, einer Tempsmeldung wird König Nikita in Paris erwartet. Tie Gattin des montenegrischen Thronfolgers ist bereits in der französischen Hauptstadt altgekommen. IZ.) Menschenschmuggel. Ein Mitarbeiter schreibt der "Köln. Ztg.": Schöne Zustände enthüllt der wirklich nicht als deutschfreundlich verdächtige Pariser Berichterstatter des Madrider Jmparcial über die Umtriebe "unwürdiger" französischer und allerdings auch! spanischer Agenten an dep französisch!-jspanischen Grenze, die das drin-l gende Bedürfnis Franlkreichs nach männlichen Arbeitskräften dadurch, zu befriedigen suchen, daß sie arbeitsuchende Spanier unter falschen Vorspiegelungen und Versprechungen aller Art, die nie gelhalten werden, veranlassen/, die Heimat zu verlassen und sich, nach Frank-, reich, zu begeben, wo sie sich dann eine scham­ lose Ausbeutung gefallen lassen müssen. Auf diese Weise (feien auch, "gewisse in Südfrank­ reich, vorgekommene Konflikte, die eben in der Verzweiflung betrogener Arbeiter ihren Ur­ sprung gehabt hätten, zu erklären". Besagte Agenten erhielten für jeden Auswanderer, für jedes "Opfer", für jeden "Kopf eines Sklaven" — wie sich der spanische Journalist ausdrückt —, den sie offen oder heimliche über die Grenze schaffen, "Stück für Stück" 20 Franken! Wo­ her mag. dieses Geld stammen? Doch, wühl aus der französischen Regierungskalsse, wenn es auch, vielleicht vorher noch verschiedene an­ dere schmutzige Kanäle durchfließt. Ter Be­ rich,terftatter hat versucht, Leute, die sich mit der Bitte um Auskunft an ihn wandten, rechtzeitig zu warnen. Aber keine seiner Mit­ teilungen, die diese guten Ratschläge enthiel­ ten, hat die Adressaten erreicht. Er gibt daher deutlich, zu verstehen, daß sie einfach von der eine »postalische Inquisition" ausübenden fran­ zösischen Zenlsur unterschlagen worden sind. — Allmählich wundert man sich über nichts mchr, wäs man über die jetzt in Frankreich!, dem angeblichen Verteidiger der Freiheit und der Menschenrechte, herrschende bodenlose Will-kürherrschaft von einwandfreier neutraler Sei­ te erfährt! Wenn ein Land schon zu derartigen, beinahe an die Zeiten des Menschenhandels und der Gklavenjagden erinnernden Mitteln greifen muß, um sich, vre fehlenden Arbeits­ kräfte zu verschaffen, muß es mit seinen Re­ serven in der Tat schlimm aussehen! ────────── wurde, Kommandeur des Grenadierkorps. Drei Viertel des Offiziersbestandes, der sich! zumeist aus dem »hohen russischen Adel zusammensetzt, sind gefallen oder verwundet worden. (Z.) Japan dient in Rußland. Ter Kriegsberichterstatter des Pesti Naplo meldet aus Kaschgu: Ueber die Stadt rollt ein Eisenbahnzug mit gefangenen Russen. Unter diesen sah man zahlreiche gefangene Japaner in russischer Uniform. Ter begleitende Offizier erklärte uns, daß diese Leute von seltener Zu­ friedenheit seien Und um nichts bitten. Sie scheinen intelligent zu sein. Man fand bei ih­ nen technische Ingenieur- und Artilleriebücher in deutscher und französischer Sprache. Ich, bot dem einen Japaner eine Zigarette an; er antwortete in fliehendem Französisch, daß er mir sehr verbunden sei. Täglich kommen neue Züge mit russischen Gefangenen an und täglich, sind zahlreiche japanische Soldaten da­ runter. ────────── Der Krieg mit Italien. spiel zu einer weiteren Ausdehnung desKrieges sein, aber auch, dazu werde die soziali­ stische Partei ihre Zustimmung nicht geben. Me Stellung Italiens zu Teutschland. Zürich, 15. Juli. Die deutschen Finanzmaßnahmen gegen Italien, d. h. die Einstel­ lung der Zahlung von Altersrenten an ita­ lienische Staatsangehörige durch Deutschland, und die von den italienischen Blättern gemel­ dete Zurückhaltung der Wehrpflichtigen und Wehrfähigen Italiens in Belgien beschäftigt die italienischen Blätter lebhaft. Tas Giornale d'Jtalia spricht titut feind­ seligen und ungerechten Handlungen Deutsch­ lands, von offenkundiger Verletzung der Völ­ kerrechte, die umso unerklärlicher seien, als beide Staaten miteinander nicht im Kriege , lägen. Teutsch,land schädige planmäßig die po­ litischen und wirtschaftlichen Interessen Ita­ liens. Ter Secolo spricht ebenfalls von einem ernsten feindseligen Akt Deutschlands gegen Italien. Er wiederholt die Behauptung, bayerische Truppen 'hätten gegen Italien ge­ kämpft, aber Teutschland habe das doch im­ merhin h estritten. Tas Blatt erwähnt dann noch», daß, der zu Kriegsbeginn zwischenTeutsch-, land und Italien abgeschlossene Vertrag, kraft dessen im Kriegsfall zwischen den beiden Län­ dern Personen und Privatvermögen gegenseitig geachtet würden, von Italien im vergangenen April gekündigt worden sei. Die Maßnahmen Teutschlands seien nun d ie Folge dieser Kün­ digung. Ter römische Vertreter des Secolo meint zu dem deutschen Vorgehen, man wisse wohl, daß in der römischen Regierung die An­ sichten über die Stellung zu Teutschland aus­ einandergehen, jetzt sei aber Klarheit geschaf­ fen, und Deutschland sei Italiens Feind wie Oesterreichi-Ungarn. Auch der Avanti meint, die deutschen Maßnahmen könnten das Vor­ ────────── Am Balkan. Tas Attentat gegen die bulgarische Gesandt­ schaft in Athen. Budapest, 16. Juli. Wie "Utro" aus Athen meldet, würde dieser Tage der Atten­ täter gegen die Athener bulgarische Gesandt­ schaft in Gesellschaft eines Gärtners verhaftet. Rach seinen Aussagen vor dem Untersuchungs­ richter habe er von französischen Agenten 20000 Drachmen bekommen, um gegen die Athener Gesandtschaften der Mittelmächte Atlenkale zu verüben. Man fand auch» bei ihm Bomben französischen Urisprungs. Gegen König Konstantin. Pariser Meldungen lassen erkennen, daß die Entente im Piräus Truppen landen will und König Konstantin mit seinen Ratgebern gefangen vorzuführen, weil infolge derStimmung der griechischen Offiziere mit einem völ­ ligen Mißerfolg bei den Wahlen für Venizelos gerechnet wird. (Z.) Neue Truppenlandungen auf Mytilcne. Nach einer aus Athen in Gens eingetrof­ fenen Meldung landeten 4500 französische Sol­ daten in der Petra-Bucht vor Mhtilene, wo sie ein Lager aufschlugen. (Z.) ────────── Ein deutsches Luftschiff in der Türkei. Konstantinopel, 16. Juli. Ein Sch»ütte-Lanz kreiste Samstag nachmiittags zwei Stunden über Kvnstantinopel. Ti« Bevölke­ rung folgte dem ungewöhnlichem Schauspiel mit Staunen und Freude. Das Luftschiff war mit deutschen und türkischen Fahnen geschmückt.. Ter türkische Bericht. Konstantinopel, 15. Juli. Tas tür­ kische Hauptquartier meldet: An der I ra k f r o n t machten wir einen militärischen Feuerüberfall auf ein feindli­ ches Lager und zerstörten dort eine hydrauli­ sche Maschine. — An der persischen Front keine wichtige Aenderung. — An der Kauka­ susfront ist die Lage am rechten Flügel unverändert. Tie Kämpfe im Zentrum ha­ ben bisher kein endgilt iges Ergebnis gezei­ tigt. Wir haben festgestellt, daß der Feind bei seinen wiederholten Angriffen schwereVerluste erlitten »hat. Tie feindlichen Angriffe am linken Flügel Wurden vollständig zurück­ Die Türkei im Kriege. gewiesen. Im Abschnitt von Smyrna warf ein feindlicher Flieger wirkungslos Bom­ ben auf die Gegend von Soeke. — Im östlichen Teil des "Schwarzen Meeres versenkten unsere Unterseeboote neuerdings drei große feindliche Transportschiffe und zwangen ein viertes auf den Strand zu laufen. Konstantinopel, 16. Juli. Tas tür­ kische Hauptquartier teilt mit:, An der Jrakfront keine Veränderung. 1 An der persischen Front östlich von Kermanschah hat sich noch nichts ereignet. Nach­ dem die russischen Truppen erfahren hatten, daß unsre Abteilungen, die von unsren im Abschnitt von Buneh operierenden Freiwil­ ligen Unterstützt Wurden, sich, von Sineh» näher­ ten, räumten sie Sineh und zogen sich» unter Zurücklassung eines Teiles ihrer Truppen süd­ lich von diesem Ort mit ihrer Hauptmacht in der Rich,tung auf Hamadan zurück. Unsre Trup­ pen vertrieben am 11. ds. feindliche Beobach­ tungstruppen, rückten üJbet Sineh hinaus und verfolgten den Feind 15 Kilometer östlich, von dieser Ortschaft. An der Kaukasusfront auf dem rechten Flügel Scharmützel. IM Zentrum kragen di« von uns besetzten neuen Stellungen zur für uns günstigen Entwicklung der Kämpfe bei. Auf dem linken Flügel örtliche Gewehrfeuergefechte vhne Bedeutung. Sonst ist nichts zu melden. | 1 ' ■ :' ! j ────────── Der Krieg mit England. Tie irische Bewegung. London, 14. Juli. Tie "Times" melden aus Irland, daß in der Grafschaft Galwah die Polizei durch, Truppen verstärkt werden muß­ te, um deM Wegtreiben des Viehles zu begeg­ nen. London, 15. Juli. Wie "Daily Tele­ graph" meldet, unternahmen etwa 1000 SinnFeiner eine Temonsttation in Cork, indem sie rebellische Lieder sangen, die Polizsi und das Militär auszischten und schließlich das Werbe­ büro zerstörten. Tie Wohnung des Hauptmanns, der seit Beginn des Krieges die Re­ krutierung leitet, würoe mit Teer beschmiert und mit der Aufschrift verseihen: "Hoch die Republik!" t ────────── reiche Soldatenmentereien zugetragen. Ein-' berufene weigern sich!, den Befählen Folge zu leisten. Es kam bereits zu ernsten Zusammenstöeßn. ────────── Tante Jettchen saß tpt Wohnzimmer auf ihrem Fensterplatz und sah die eingeraufenen Poiyachen ourch, mayrertv 'Anne-Ro>e lercnt oen FrühMckSNM aoraumre, um oent ÄWo» chen eine Arbeit zu sparen. Dann ging die junge Dame in ihr Zimmer, um dort, wie sie gewohnt war, selbst Ordnung zu schaffen, da­ mit die vielbeschäftigte Sophie nur die grobe Arbeit zu verrichten brauchte. Tante Jettchen öffnete die Briefe, die fast nur geschäftliches: Art waren, Offerten, Kataloge und dergleichen. Tann fiel ihr auch' eine große, elegante"Doppel-> karte in die Hand. "Natürlich eine ^Lerlobungsänzeige, e» ist erstaunlich!, wie viele Menschen sich verloben," dachte sie ein wenig ärger­ lich'. Neugierig schlug "sie die 'Karte auf. Und da ging es wie ein Ruck durch ihre' Gestalt, so daß ihr die Brille die Nase herabrutschte. Nervös bastelte sie dieselbe fest und las noch einmal die beiden Namen: ' "Hans von Rathenow', Christa von Langendorf." ' i Tante Jettchen machte ein bitterböses und zugleich erschrockenes Gesicht. Zornig knüllte sie das Kuvert zusammen und "drohte mit der Faust 'in die leere Luft. 1 ..5*er Schurke!" stieß sie empört zwischen den Zähnen hervor. , ; : Anne-Rose hätte sich 'in den vergangenen Mo-i naten bemüht, mit der Enttäuschung ihres Herzens fettig zu werden. Ihr Stolz hatte ihr dabei geholfen, und ihr gesundes Empfin­ den. Manchmal zuckte es freilich noch schmerz­ haft in ihrer Seele, aber das war mehr schmerz­ licher Zorn über 'die erlittene Demütigung, als etwas anderes. . Tante Jettchen suchte erschrocken die Karte unter den anderen Briefschaften zu verber­ gen als Anne-Rose nun vor ihr stand. "Was ist denn? Was willst Tu denn, Anne-Rose? stammelte sie verlegen. Tiejun'» ge Dame sah sie verwundert an. Tante Jett­ chen kam ihr so sonderbar vor. "Was ich, will? Nichts, Tante Jettchen, höchstens Dir helfen. Du sagtest doch, es sei Wäsche auszubessern." i "Ja, ja, aber das.hät noch, Zeit." "Hast Tu etwäs Besonderes mit der Post bekommen, Tantchen?" fragte Anne-Rose und wollte nach, den Briefen greifen. Tante Jettchen schluckte krampfhaft. , "Ja, nein, ach, laß nur, es ist nichts Besonderes," log sie tapfer und raffte die Briefe hastig zusammen, um sie im Schreibtisch zu bergen. ' , L*L !,. [ i..' (Fortsetzung folgt.) | j ; j t Umd dann faßte sie der Jammer um AnneRose. Sie zerbrach sich den Köpf, wie man ihr dikese Verlobungsnachricht schonend beibringem konnte, kam aber zu keinem Resul­ tat. So, saß sie und starrte auf die elegante Toppelikarte herab. Wieder und wieder las sie die üblichen Worte der Verlvbungsanzeige. Und ehe sie einen Entschluß gefaßt hatte, öff­ nete sich die Tür und Anne-Rose trat ein. Sie trtug ein hübsches und doch praktisches Hauskleid von hellblauer Farbe. Selbst in den einfachstten Kleidern säh sie immer elegant und vornehm: aus. Ihre schlanke und doch jugendkräiftige Erscheinung brachte jeden Anzug zur Gelltung. Tie schweren, goldschimmernden Flechten: waren am Hinterkopf artmutig auf­ gesteckt und über die weiße Stirn war das Haar im einem lockigen Scheitel geordnet. Tie feinen, lieblichen Züge wären klassisch zu nen­ nen gewiesen, wenn das Rüschen sticht ein we­ nig zu kurz geraten wsire. Das gab aber dem Gesicht etwäs eigenartig fesselndes, zu­ mal deir Mund entzückend weich' und reizvoll gezeichmet war. Ter zart« Teint leuchtete im gesundem Inkarnat der Jugend und die gro­ ßen, saimmetbraunen Augen, in denen es zu­ weilen tote goldene Funken aufleuchtete, waren von großer Schönheit von Schnitt und Farbe. ────────── Der Luftkrieg. 'IS in Flug auf Leben und Tod. Ein italienischer Fliegerleutnant, der mit einem Sergeanten als Führer von Verona aufgestiegen war, hatte vor kurzem ein ge­ fährliches Abenteuer zu bestehen. Nach einem Flug von 40 Kilometer Waren sie in das Feuer der österreichtischen Abwehrgeschütze ge­ raten, das sie zur Umkehr zwang. Beim Wen­ den aber traf eine der Kugeln den Benzin-; beh älter, der sofort zu lecken begann. Pilot und Beobachter waren sich über die Gefahr, in der sie schwebten, völlig klar. Es blieb nichts anderes übrig, als entweder int Gleitflug in den feindlichen Linien zu landen Übet den Versuch! zu machen, nach dem Aufstiegplatz zu­ rückzukehren, wobei über beständig die Ge­ fahr drohte, daß der Apparat, mit einem der Felsen in den Bergen karambolierte. Die bei­ den Flieger sähen sicht. einen Augenblick an und suchten sich durch Blicke zu verständigen. Auf Grund dieser stummen Aussprache befreite sich der Sergeant von dem Gurt, der ihn an den Sitz festband, sprang aus und kletterte langsam und vorsichtig auf einen der Flügel. Um nicht vom Schwindel erfaßt zu werden, hielt er die Augen geschlossen, um den Ab­ grund, über dem er schwebte, nicht zu sehen, streckte einen Arm aus ünd tastete vorsichtig den Behälter ab, bis er das Locht gefunden hatte. Tann drückte er sein Taschentuch fest auf die Oeffnung, um den Ausfluß des Ben­ zins zu verhindern. Wie lange diese verzwei­ felte Anstrengung dauerte, vermochte er nicht zu sagen; sicher ist nur, daß er mindestens eine halbe Stunde in der verzweifelten Lage verharrte und mit krampfhafter Anstrengung den durch- die Muskelspannung halb gelahmten Arm an die Oeffnung preßte. Als das Flug-' zeug endlicht glücklich bei Verona niederging, ahnte keiner, welch? furchtbares Abenteuer die Leiden Flieger überstcutden hatten. ────────── Der Krieg zur See. Däs HanScls-N-Boot "Deutschland". Washington, 15. Juli. Reuter mel­ det: Ter Berichterstatter des amerikanischen Handelsamtes übergab dem vortragenden Rat im Staatsdepartement Polk seinen Bericht über den Charakter der "Deutschland"; dieser legt den Bericht dem Kabinett vor. Man glaubt zu wissen, daß der Bericht die gleiche Behandlung wie für Handelsschiffe vorschlägt. Infolge­ dessen wird erwachtet, daß das Schatzamt dem Schiff die Erlaubnis erteilt, Baltimore zu verlassen, sobald es Kapitän König wünscht. Die Ladung der ^Deutschland"." Wie aus Newhork gemeldet wird, bot ein Amerikaner 50 000 Dollars, wenn er mit der "Deutschland" nach Bremen fähren dürfe. Der Vertreter des Nordd. Lloyds erklärte, daß die "Deutschland" keine amerikanischen Passagiere an Bord nehme. Am Donnerstag hat die "Deutschland" ihre Ladung gelöscht und nimmt am Freitag, Samstag und Sonntag u. a. Nickel an Bard. Am Montag wird das U- Schiff nach Norfolk abfahren und dort eine Gelegen­ heit zur Ueb erfahrt durch'den Atlantischen Ozean abwarten. (Z.) Die deutsche Handelsflagge. Der deutsche Dampfer "Mary" der HansaLinie ist von Deutsch-Ostasrika in Batavia angekormnne. (Z.) Versenkte Schiffe. Lvndon, 15. Juli. Reuter meldet: Der britische Dampfer "Silverton" (2682 Tonnen) wurde versenkt. Tie norwegischen Kischdampfer "Erling" und "Emar" landeten in Blhth die Besatzung des von einem feindlichen U-Boot versenkten Fischdampfers "Lungleh Castle" aus NothShields. London, 15, Juli. Tie Fischdampfer "Benaden" von Hartlepool und "Recoder" vön North'-Sichields, sind von Unterseebooten ver­ senkt Worden. Ihre Besatzungen wurden ge­ rettet. Neue deutsch« U-Boote im Schwarzen Meer. Ter "Times" wird aus Konstantza gemel­ det, daß von allen Setten die Anwesenheilt neuer deutscher U-Boote in den türkischen Ge­ wässern gemeldet wttd. Zwei davon sollen je 2000 Tonnen messen. ────────── mehr zum Kampfe zu gebrauchen. Sehr über­ rascht waren diejenigen Gefangenen, welche durch unsre rückwärtigen Verteidigungsanlagen geführt, wurden, von deren sorgfältiger An­ lage; es werde vielleicht mit den größten Op­ fern nie gelingen, solche Stellungen einzu­ nehmen. Dennoch glauben sie, daß die Schlacht fortgesetzt wird. Tie Gebildeten unter ihnen sagen, 'dies ist eine politische Notwendigkeit. Man habe in England so große Hoffnungen aus diese große Schlacht gefetzt, daß sie unter allen Opfern fortgesetzt Werden müsse, man könne naichi einem vorläufigen Fehlschlag sich nicht zurückziehen. - i (Kb.) SB. Scheuermann, Kriegsberichterstatter ────────── Berlin, den 13. Juli 1916. 1 (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Die zerrinnende Sommeroffensive. Berlin, den 13. Juli 1916. 1 (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Die zerrinnende Sommeroffensive. Telegrammi unsres Kriegsberichterstatters. Großes Hauptquartier, am 14. Juli. Während der ganzen Zweiten Kampfes­ woche hat es sich. für die Verbündeten nup darum gehandelt, durch! heftige Angriffe ört­ liche Erfolge zu erringen, und schon scheint die Offensive ,in dasselbe Stadium getreten zu sein, wie alle früheren feindlichen Anstürme gegen unsere Westfront nach! dem ersten stecken-l gebliebenen .Anrennen. Es entspinnen sich langwierige Kämpfe um einzelne Punkte, de­ ren Besitz für den Verlauf der Schlacht ohne unmittelbare Bedeutung ist, die aber für den Feind notwendig sind, um seine bisherige Li­ nie ohne ungeheure Opfer halten zu können. Nirgends hat der Feind bei diesen hrtlichen Kämpfen irgendwie erhebliche Vorteile errin­ gen können. Noch viel weniger ist es ihm ge­ lungen, seine verzettelten Angriffe auf brei­ terer Basis zusammenzufassen. Auch! die star­ ken gestrigen Angriffe der Engländer beim Troneswäldchen und auf der Linie Mametz— Wald-Langueval scheiterten, ebenso die der Franzosen bei Estrees und Barleux, die letz­ teren meist schon iM Sperrfeuer. Ter heutige Nationalfeiertag der Franzosen wird im besetz­ ten Gebiete als öffentlicher Trauertag mit Ge­ denkgottesdiensten für die Gefallenen begangen. W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. ────────── Tages-Uebersicht. Unterbindung des Exportes erbittert ist. Es brach! ein Geheul aus. Man verlangte vom Kapitän Diego Silvestre die Niederholung der spanischen und Hijssung der italienischenFlagge, ja man machte sich daran, die Fässer ins Meer zu werfen, den Dampfer zu stürmen und die spanische Flagge herunterzureißen. Ta der Mob drohte, gegen jedes Einschreiten Wider­ stand mit der Waffe zu leisten, müßte Polizei und "Militär geholt werden. Ter spanische Konsul berichtete die Beschimpfung der spa­ nischen Flagge und des Kapitäns sofort an die spanische Botschaft in Rom und diese erhob tot Auftrage der Madrider Regierung ernstliche Vorstellungen. (Z.) f Ein «euer Konflikt mit Aüverika. Wie dem Newhork Herald, Pariser Ausgabe, aus San Jose (Costarica) gekabelt wird, steht ein Kon­ flikt zwischen den Vereinigten Staaten und Co­ starica bevor. Der in San Jose tagende Ge­ richtshof von Zentral-Amerika widersetzte sich der Ratifizierung des Vertrages zwischen der Union und Nikaragua, durch den die Union die Konzession für einen Nikaragua-Kanal er­ halten würde. (Z.) Site Schaffnerin in Hosen. Nach einer 'Verfügung der preußischen Staatsbahnverwal­ tung haben die im Schaffnerdienst tätigen Frauen als Dienstkleidung Joppe und Mütze wie die Hilfsboamten und ein dunkelgraues bauschiges Beinkleid zu tragen. Außerhalb der Bahnanlagen müssen die Frauen Röcke tragen. Im Berliner Hochbahnbetrieb tra­ gen die im Fahrdienst beschäftigten Frauen schon seit längerer Zeit kurze Holsen (sog. ge­ teilte Röcke), was sich gut bewährt hat, da es verhindert, Dtvß die Frauen durch! weite flatternde Kleidung in Gefahr geraten. Tier Fleisch- und Fettverbrauch wurde in Oesterreich!, ähnlich wie bei uns, durch einie am 15. Juli in Kraft tretende Verordnung ein­ geschränkt. Ter Hochverräter Tr. Battisti, den die Oesterreicher als Alpini-Hauptmann gefangen nahmen, wurde zuM Tode verurteilt und hinge­ richtet. Beleivigung der spanischen Flagge in Ge­ nua. Pester Lloyd meldet aus Valeuzia über einen Zwischenfall, der sich am 24. Juni in Genua ereignete. Nach den Erzählungen des Kapitäns des spanischen Dampfers "Jadiba" hatte der Dampfer int Genueser Hafen eine Weinladung zu löschen, die in Almeira aufge­ laden war. Ne Ausladung nahm ruhig ih­ ren Fortgang, als plötzlich einige Müßiggänge und Lazaronis auf einem Faßboden die Auf« schrift "Vivat el Kaiser" sahen. Es war of­ fenbar der Ausdruck treüherAger Gesinnung eines der südspanischen Weinproduzenten, der gegen England wegen der Drangsalierung und ────────── Allerlei. Jugendlicher Selbstmörder. Ter löjähr. Sohn des Schuldieners Vogel in Wachenheim (Pf.) ließ sich .gestern morgens aus Furcht vor Strafe auf der Bahnstrecke Bad Türkheim— Wachenheim vom Zuge überfahren, wobei ihm der Kopf vollständig vom Rumpfe getrennt würde. , ' 8000 Mark Geldstrafe für Fleifchwücher. Wieder hatte sich! das Schöffengericht BerlinMitte mit einer Anklage wegen Erzielung übertriebenen Gewinnes im Fleischhandel zu beschläftigeu. Tie Anklage richtete sich gegen die Großschilächtermeistersfran Agnes Gröger. Sie hat am 20. April, als das Kalbfleisch eine erstaunliche Preiserhöhung erklomm, Kalb fleisch!, das sie zu 1,70 Mk. für das Pfund Le­ bendgewicht eingekauft hatte, für 3,50 Mk. pfundweise weiter verkauft. Ter Amtsanwalt beantragte 5000 Mark Geldstrafe. Das Gericht ging über den Antrag hinaus und evkannte auf 8000 Mark Geldstrafe oder ein Jahr Ge-! sängnis. ────────── hofdirektion fordere zu wenig Vieh von der Fleischverteilungsstelle an. Dem hielt Herr M-R. Gerstenecker gegenüber, daß wohl das Vieh in der richtigen Stückzahl hierher ver­ wiesen werde, doch« .seien es ausnahmslos ge­ ringe Qualitäten, weshalb die Quantitäten an Fleisch nicht ausreichend seien. Nach! München werde nur vollsleischiges Vieh angewiesen, so daß dort leine Fleischinot bestehe, wie er sich selbst überzeugen sonnte. Es solle daher an­ gestrebt werden, auch! hierher mehr vollflei­ schiges Vieh zu erhalten. Herr Rechtsrat Costa betonte, daß eine dhhingvhende Eingabe un­ verzüglich! an die Fleischverteilungsstelle Mün­ chen gerichtet werden soll, was der Magistrat auch! beschloß. 7 —* Di e Butterversorgung unserer Stadt hatte in letzter Zeit Mängel aufzuweisen, da bei den bisher hierher lieferndenMolkereien die Hälfte der Produktion für Heereszwecke angefordert würde. Auf Ansuchen des Ma­ gistrats hat aber die Verteilungsstelle für Er­ zeugnisse der Milchlproduktion diese Butter wie­ der freigegeben, doch' die Bedingung gestellt, daß diese Quantitäten durch! den Kommunal­ verband verrechnet werde.n. . Die hiesige Le­ bensmittelstelle schlug nun vor, drei Geschäften die Verteilung dieser Buttermengen an die übrigen Geschäfte gegen den Großhändler nutzen zu übergeben, womit der Magistrat sich jedoch nicht einverstanden erklärte, sondern pro­ zentuale Verteilung nach! dem Bedarf« der ein­ zelnen Geschäfte wünschte. Tie Angelegenheit wurde daher in der letzten Magistratssitzung zurückgestellt und die Erhebung des Verbrau­ ches der Geschäfte int letzten Jahre gefordert, nach! dem die Zuteilung der Buttermengen dann bemessen werden soll. —* Am K. Gymnasium fand am Sams­ tag vormittags die Schlußfeier statt, die von Ehrengästen und Eltern dev Schüler sehr zahl­ reich! besucht War. Herzliche Tankesworte an die Lehrer und Absichiedsw-orte sprach der Ab­ solvent Bruno Schweizer. Herr K. Rektor, Oberstudienrat Tr. Hergt richtete die Mahnung an die Absolventen, die Lehren, die ihnen in der Schule geiworden, stets zu beherzigen und verteilte hierauf die Reifezeugnisse. Eine Huldigung an das Königshaus beschloß diesen Teil der Feier, dem sich! noch mehrere Vorträge poetischer Kriegsdichtungen anfügten. Ter Chor "Unser Vaterland!" gab der Feier, deren orche­ stralen und gesanglichen Teil das Schüleror­ chester und der Schülerchor unter der bewähr­ ten Leitung des Herrn Gymnasialmusiklehrers Schanze bestritt, einen würdigen Abschluß. —* Schlußfeier an der K. Präparandenschule. Tie diesjährige Schlußfeier an der K. Präparandenschule Landshut erhielt durchs die damit verbundene Feier des öOjähr. Bestehens der Anstalt eine besondere Bedeu­ tung. Ein sorgfältig ausgewähltes, aufSchulschluß, Kriegszeit und Jubiläum Bezug neh­ mendes Programm würde in vollendeter Form durchgeführt. In seiner Begrüßungsrede be­ willkommnete der Anstaltsvorstand, Herr Präparandenhäuptlehrer Haslreiter die zahlreichen Gäste, insbesondere den zur Feier erschienenen Herrn Regierungspräsidenten von Pracher und die übrigen Herren der K. Regierung, Jotaie die Herren der Stadtvertretung, an ihrer Spitze Herr Hofvat Oberbürgermeister Marfchall. In der Festrede nahm der Schulvorstand herzlichen Abschied von den ins Seminar übertretenden undp en in dieFerien ziehenden Schülern,alle zu treuer Erfüllung der Schüler- und vater­ ländischen Pflichten auffordernd. Nach einem herzersreuenden Vortrag über Krieg, Schule, Vaterland lenkte der Redner seine Ausführun­ gen auf das Schuljubiläum. Tabei gab er ei­ nen Ueberblick über die Veranlassung zurGründung der Präparandenschule in Bayern, über deren erste Organisation und die erfreulichen Fortschritte, welche die Schulen im Laufe der 50 Jähre durch! die fortgesetzte Fürsorge der K. Staatsregierung und der Volksvertretung zu verzeichnen hätten, bis sie auf den heutigen Stand gelangten, der sie zur Vorbildung des Löhrerstandes als ganz besonders geeignet er­ scheinen lasse, trotz noch bestehender Gegner­ schaft. Auf die Landshüter Anstalt eingehend, sprach der Schulvorstand über ihre erste Unterkuneft in unzureichenden Räumlichkeiten bis zur Errichtung des neuen Gebäudes 189.6, über besondere Ereignisse, Frequenz und Personal an Vorgesetzten und Lehrern, über die finan­ ziellen Aufwendungen aus staatlichen und städtischen Mitteln während der 50 Jahre. Sein Tank galt allen, die zur Förderung der Am stakt je beigetragen. Mit begeisterter Huldig­ ung für König und Vaterland schloß die wir­ kungsvolle Rede. Herr HofratMarschall brachte sodann das große Interesse der Stadtgemeinde an bettn Aufblühen der Schule zum Ausdruck und teilte mit, daß. aus dem Nachlasse des verst. Großkausmanns Herrn Schütz-Bayreuth eine Stiftung von 1000 Mark zur Unterstützung ei­ nes würdigen Schülers der Anstalt gemacht sei, wofür der Schulvorstand herzlich dankte. Tie ganze Feier auf Schule, Vaterland, Krieg ge­ stimmt, nahm einen überaus würdigen Verlauf. —* Die Abschiedsfeiern der Ab­ solventen unsrer Mittelschulen standen auch heuer im Zeichen des Krieges. Es waren nur kleine Kreise, in denen sich! die von den Schu­ len abgehenden jungen Leute nochmals zu­ sammenfanden, um Abschied von einander zu nehmen. Herzliche Worte des Abschieds, .ver­ bunden .mit Tankesworten an die Schulen, war denn auch! der Girundton, der durch die Veranstaltungen ging. —* Ei ne Kriegsinvaliden- Schule hät der Magistrat in seiner letzten Sitzung beschlossen, auch hier, wie in anderen Städ­ ten bereits geschehen, zu errichten. Tie Schule Wird in den Räumen des Kollerkeller unter­ gebracht. Zur Erteilung des Unterrichts wur­ den bereits verschiedene Lehrkräfte der hie­ sigen Afittel- und Volksschulen, sowie eine Reihe von Handwerksmeistern ehrenamtlich! ge­ wönnen. Ter Vorstand der Schule ist Herr Oberbürgermeister Marschall, Leiter HerrLvhrer Göttinger. Von den zur Zeit hier unter­ gebrachten und in Betracht kommenden In­ validen haben bereits über 20 den Besuch der Schule zugesagt. —* M i lchküch e. Am letzten Freitag wurde in Anwesenheit eines Vertreters der K. Re­ gierung, Herrn Äegiexungsrat Tr. Hundemer, des Hetrrn Regierungsrates Weckler, Vorstandsvorsitzeuder der Landesversicherungsanstalt,der Herren Oberbürgermeister Hofrat Marschall u. Kommerzienrat Koller und der Vorsitzenden der drei Frauenvereine von der 1. Vorsitzen­ den des Vereins für Säuglingsfürsorge Frau Regierungspräsident von Pracher und des Für­ sorgearztes Herrn Landgerichtsarzt Tr. Gra­ ham er idie.Milchküche eröffnet und der in Mün­ chen am Säuglingsheim ausgebildeten Milchküchenßchwester zum betriebe übergeben. Von Samstag ab begann die Abgabe der sterilisier­ ten Kiudernahrung. —* ^kriegswurst wird heute von nach­ mittags von 4 Uhr an in der Mdt. Freibatik Nr. 3 wieder zum Verkaufe gebracht. —* Fahrraddieb. Gestern entwendetle der Taglöhner Johann Nierer von Schierling aus einem Hause der Karlstraße ein Fahrrad. Ter Dieb konnte alsbald festgenommen werden. —* Großen Spektakel machte gestern der Taglöhner Josef Retzer in der Wohnung seiner Geliebten in der Schwrstergasse. Tie Schutzmannschaft mußte den Spektakelmacher aus bete Wohnung entfernen und in Polizeihafk nehmen. —* Das Wetter des gestrigen Sonntags wär etwas besser als das dev vorhergehenden Tage. Es regnete nur wvnig und nicht all­ zustark. Immerhin bot der graue stark beIwölkte Himmel keinen Anreiz zu größeren Aus­ flügen. _ —* Das Dörre n von Sommergemüs e ist Ibis 1. Augusk verboten worden, ebenso die Herstellung von Sauerkraut. Auch! müs­ sen alle Vorverkäufe von Obst, Gemüse und Dörrgemüse angezeigt werden. Pflaumen dür‘‘fen bis auf Weiteres nur zur Lieferung bis zum l." anderes Obst und Gemüse nur zur Lie­ ferung bis zum 15. August 1916 gekauft oder erworben werden. Dadurch! wird den Preis­ treibereien auf dem Gemüse und Obstmarkt ein Riegel vorgeschoben. In Bayern wurden gleichzeitig Höchstpreise für verschiedene Ge­ müse festgesetzt. —* Das Stadt theater will für die hieurige Wintersaison das ehemalige deutsche Thvater Berlin-München in Betrieb nehmen und klassische Schauspiele, moderne Dramen, Operetten zur Aufführung bringen, aber auch! Kammerkunstabende veranstalten. Ter Ma­ gistrat genehmigte in seiner letzten Sitzung vorerst unter den üblichen Bedingungen die Abhaltung von Probegastspielen vom 15. Seht. bis 15. Oktober, sprach! aber zugleich aus, daß Subventionsansprüche keine Berücksichtigung finden können. —* Achtet auf Feuers ge fahr. Tie Feuersgesahr ist zur Kriegszeit weit größer als zu normalen Zeiten. Ein Schadenfeuer nimmt auf dem flächen Lande zur Kriegszeit leicht größeren Umfang an, weil die Löschhilfe meist zu spät und mit ungenügenden Kräften und Geräten kommen wird. Tarum hüte jeder das Feuer und beseitige sofort jede Feuersgefähr! 1 ! ; i . I | j I !■ ! i ────────── Postverwialtung. Versetzt in etatsm. Weise auf Ansuchen ab 1. August 1916 die Postsekretäre Otto Mückl von Vilshvfen nachPassau und Jos. Heller von Simbach a. I. nach Vilshofen. Versetzt in etatsm. Weise auf Ansuchen ab 1. Juli 1916 bie Postboten Joh. Springer von Bischofsmais nach Schwindegg, Joh. Achätz von Regen nach! Bischofsmais, Otto Peter von Höhenstadt nach! TomMelstadl. Im Ruhestand belassen der Postbote Jo!s. Tick in Thürmans6 erg. StaatseisenbahUverwaltung. Versetzt in etatsm. Weise auf Ansuchen: Eisenbahnsekretär Joh. B. Huber von Wunsiedel nach! Straubing; in den Rühestand versetzt ab 1. Juli Lokomo­ tivheizer Jos. Scheibengraber in Pfarrkirchen für ein halbes Jahr. Berufen in etatsm. Weise rLokomotivheizer (Führerbewerber) Joh. Karl von Eger nach Ereyung. Dienstesnachrichten. ────────── Letzte Posten. Ein italienischer Torpedojäger versenkt. Lugano, 17. Juli. In der unteren Adria ist laut Mailänder Pressemeldungen, von einem feindlichen Unterseeboot getroffen, der italienische Torpedojäger "Jnsiddoiso" ge­ sunken. Beinahe die ganze Besatzung ist ge­ rettet. Das Schiff hatte 680 Tonnen Wasser­ verdrängung, legte 30—36 Knoten in der Stun­ de zurück und war mit eiltest; 120 MillimeterKanone und vier 76 Millimeter-Kanonen bewäfsnet. i ────────── Kriegsbriefe aus dem Osten. Berlin, 16. Juli 1916. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verbot««.) Erfolgreicher Gegenstoß nordöstlich Baranowitfchi. Telegramm unsres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. Baranowitfchi, den 15. Juli. Nach! dreistündiger Artillerievorbereitung haben deutsche Trüppen gestern um 5 Uhr nachmittags den größeren Teil der Stellungen östlich Goroditsche wiedergewonnen, die am 3. Juni um etwa 800 Meter zurückgebogen wurden. Trotz wütender russischer Gegenstöße würde die gestürmte Linie festgehalten. 11 Offiziere und 1500 Mann würden beim SturM gefangen genommen. Wiederholte russische An­ griffe in dichten Kolonnen brachen auch während der Nacht blutig zusammen, sodaß sich die russischen Verluste im deutschen Sperr- und Abwehrfeuer zu nußprordentlicher Höhe stei­ gerten. Die unregelmäßig an vielen Stellen erhöhte Artillcchietätigke it aus der gesamten Front östlich! Baranowitschi dauert an. I (Kb.) Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. KeereSsnlpv« *c» Smnerakfelvmarschatts mmm AbMtmM. Russische Abteilungen, die bei Lenewaden (nordwestlich! von Friedvtzhstadt) die Türm zu überschreiten versuchten, wurden abgewiesen. Auf die mit starkem Verkehr belegten Bahnhöfe an der Strecke Smorgon—Molodetschno wurden zahlreiche Bomben abgewor­ fen. Heeresgruppe des GeneralseldmarschaHs Prinz Leopold von Bayer«. In Gegend von Skrobowa wurden Teile der vom Gegner feit seinem ^großen Anlauf am Morgen 'des 3. Juli noch! gehaltenen Stel­ len der 1. Verteidigungslinie int Angriff zu­ rückgewonnen und hierbei j 11 Offiziere und über 1500 Mann gefangen genommen. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Tie Lage ist unverändert. Gegen Truppentransportverkehr auf dem Bahnhof Kiwercy (nordöstlich! von Luck) erziel­ ten unsere Flugzeuggeschwader gute Treffe ergebnisse. , Armee des Generals Grafen von Bothmer Keine wesentlichen Ereignisse. Bnlkan-Kriegsfchnnplatz. Eine feindliche Abteilung, die einen vor­ geschobenen bulgarischen Posten südwestlich von Gewgheli angriff, wurde abgewiesen. > Turch Feuer aus Gülemenli (nordöstlich des Toiransees) würden 7 griechische Einwoh­ ner, darunter 4 Kinder, getötet. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 16. Juli mittags. — 'Großes Hauptquartier.) ────────── Niederbayerische Nachrichten. —* Aign a. I., 16, Juli. (Ter Blitz) schlug während eines "gestern über unsre Fluren ge­ henden schweren Gewitters in ein auf einem Felde bei Würding stehendes Kornmandl. Rasch breitete sich das Feuer aus und nür dem so­ fortigen Eingreifen mehrerer Oekonomen ist es zu danken, daß nicht der Bestand des gan­ zen Feldes in Flammen ausging. Straubing, 15. Juli. (Der Militär-Ver­ dienstorden 4. Klasse nt. Schsw.) wurde demRitt-. meister Alexander HuMann der Landwehrkavallerie 1. Aufg. von hier, verliehen. Nieverpöring, 15. Juli. (Bodenlose Ge­ meinheit.) Tier Mit Glücksgütern wenig ge­ segnete Frz. Kiermeier von hier, der einen Sühn tat Felde stehend hat, schlickt diesem öfters Liebesgabenpäkete. Vor ca. 3 Wochen sandte er u. a. Kuchen, Zucker üfw. Ta kam dieses Paket zurück und bei Oeffnung fand sich» Pferdemist verpackt vor. Ter Täter, der den Austausch! des Inhalts vornahm, tonnte noch nicht ermittelt werden. Zwiesel, 16. Juli. (Den Verletzungen er­ legen.) Ter im Forstamtsbezirk Zwiesel-West beschäftigte 'kriegsgefangene Russe Kotschinsky aus Lodz, weicher in der Nacht vom 13. auf 14.' Juli in der Arbeiterbaracke Eisenstein von ei­ nem Kameraden in den Unterleib gestochen und gestern in das Reservelazarett Straubing ge­ bracht würde, ist dort seiner schweren Verletz- . ung erlegen. Faudelsbrunn, 15. Juli. (Verhaftet) wurde ge­ stern der Gemeindearme Josef Kämmerer von Heindlschlag wegen Verübung schwerer EinbruchdiebstäMe. Er stahl dem KrämerAmmerl in Heindlschlag, den Bauern Moser und Ta­ ten Grund größere Mengen geräüchertesFleisch, auch nebenbei Geld und andere Gegenstände. .