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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-07-20"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 194</biblScope>
          <date when="1916-07-20">1916-07-20</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Erfolgreicher Vorstoß gegen die Engländer. Das Torf Longueval und das Gehölz DelvMe wieder genommen. — Starke russische An­ griffe Bei Riga zusammengebrochen. — Erfolgreicher Fliegerangriff ans de» rusfische» Kriegshasen Reval. — Türkische Erfolge in Tripolis: 6000 Italiener gefangen. —150 hollündische Fischcrfahrzeuge von den Engländern weggenommen: dieselben längst bemerkt hatten, keinen An­ griff zu machen wagten. In der Bukowina trieben die österr.-ung. I Truppen die Russen südwestlich, Telathn über | den Pruth zurück: I An der italienischen Front kam es nutz $ am Borcolapaß und am Mittagkvsel zu AnI griffen der Italiener, die abgewiesen wur­ den. ' Tie Türken betonen in ihrem Heeresbe­ richt die Unrichtigkeit vom Tode Nchry Paschas, der die Operationen gegen die Italiener in Tripolis und die Engländer im Westen Aegyp­ tens leitet. Im Gegenteil sei dieser sehr rege. Er habe u. a. den Italienern bei Mißrat« ein Gefecht geliefert, das den Italienern 200 Of­ fiziere, 6000 Mann und 24 Geschütze kostete I und sie von diesem Punkte der Küste vollstänI big Vertrieb. Auch! int Westen Aegyptens be1 finden sich! die Scharen Nurh Paschas, meist 8 Freiwillige, in siegreichen Kämpfen. In MeI sopotamien ' nahmen die Türken den EngI ländern 1 Schiffe, die mit Lebensmitteln be»Laden waren, ab,, und schlugen die englischen zTruppen bei Basra am Unterlaufe des Tigris. j Eine Liga der Sparsamkeitspropaganda pat sich in Frankreich gebildet. Tie Zeit ist gekommen, schreibt die Parisex Presse, in der jes nicht genügt, gegen die Teuerung zu prote­ stieren, es müssen Maßnahmen getroffen wer­ den, den Lebensgmittelverbrauch auf das not­ wendige einzuschränken. Tas Land ist men-, scheu leer gelworden, die bebaute Scholle um eine weitere Million Hektar zurückgegangen, weil die Arbeitskräfte fehlen/ Schon erheben sich Stimmen, die zu den 60 000 Spaniern, die bereits den bedrängten Bauexn Frank-' reichs zu Hilfe eilten, Neger und Chinesen ins Land rufen wollen. Tem Gespenst des Hungers, hat sich, auch die Sorge um die Rasse zugesellt, deren beste Kraft vor Verdun und an der Somme für englischen Machthunger verblutet. &gt; Sie kennen nicht, diese Kurzsich­ tigen, was sie gerade an ihrer Rasse für ein verbrochen begehen, durch die Herbei-' ziehung schwarzer und gelber Kräfte und der Warner wixd vielleicht einsam bleiben, der voller Entsetzen über diese Kathvde'rpläne kürz­ lich ausrief: "Welche ein Gedanke, daß, die schönen Frauen von Avallon schlitzäugige Kin­ der 'haben sollten". Und all dies nur, um den Boden verwerten zu können. Ein neu­ traler Geschäftsmann schrieb über eine Reise durch ■ Mittelfrankreich über die Pserdenot: "Heute kann man durch Tützende von Dör-' fern und 'Städten marschieren, kann Höchst­ preise und Prämien für eine Fuhre aus setzen und wird lediglich Segenswünsche für die fernere Reise erhalten. Ich' käun es mir nicht vorstellen, daß auch in Deutschland,Oester­ reich und überhaupt in den übrigen Kriegs,ländern aus dem Lande dieselben oder ähn­ liche Mängel bestehen. Aber in Frankreich steht es schlimmer. Hier kann man meilen­ weit über Land kommen, ohne auch' nur einen einzigen Ackergaul zu erblicken. An seine Stelle ist das liebe Rind getreten." Am schlimmsten steht es bei den Großgrundbesitzern. Treiviertel bis Zweifünftel ihrer Bodeniläche ist unbebaut. Tie Regierung hat angeordnet, daß brachliegende Felder auch ohne Pachtleistungen von dem ersten besten bebaut würden. Aber niemand hat sich für diese Arbeit gesunden. Frankreich beginnt allmählich zu hungern und auch, in Paris irrt 'das Gespenst des Hun­ gers durch die Straßen. Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse in London, das in Friedens­ zeiten mit allen Produkten der Welt über­ schwemmt lwurde. 'Auch hier werden Plakate an den Straßenecken angeschlagen, die zur Sparsamkeit mahnen. Es gibt nun zwar Leute bei uns, die meinen, bei uns sei es nicht besser. Tiefe bedenken nicht, daß wir der Besatzung einer belagerten Festung gleichen, die aus ihren Proviant angewiesen ist und mit ihm durch­ halten muß. Wir darben, doch' auch unffce Feinde darben. Tas ist ein großes Plus für uns; denn damit sind auch, in diesem Punkt' die Waffen wieder gleich' geworden. Nun ent­ scheidet die innere Kraft und Widejrstandssähig-. keit des 'Volkes, der Rasse. Der Kartoffel-,' brotgeist, den unsre Gegner so sehr verspot­ tet haben, und den sie doch! nun selbst anzu­ wenden bestrebt sind, er muß seine Stütze fin­ den im Volke, in dem Bewußtsein, es ist die Pflicht jedes Einzelnen, dem Vaterlande sein Opfer zu bringen. Und hierin sind wir un­ seren Feinden entschieden voraus.. Ten Engländern sind unsre neuen Handels-M-sBoote auf die Nerven gegangen. Sie haben gleich eine- Legion Hilfskreuzer, ausgesandt, um: die "Bremen" zu fangen und auf •' ihre Unschädlichmachung hohe Prämien - ausgesetzt. ' - . Im Westen haben die Unsern an der Som­ mefront gegen die Engländer einen Gegen­ stoß unternommen und ihnen das Torf Lon­ gueval und das Wäldchen Telville wieder ab­ genommen. Das Magdeburger Infanterie-Re­ giment 26 Und das sachsen-altenburgische In­ fanterie-Regiment haben nachi hartem Kampfe die Engländer hinausgeworfen und damit gleichzeitig für die englische vorgeschobene Keilstellung im Wäldchen von Trones, um die sich die Engländer und-Franzosen zurzeit streiten, ob sie Trones- oder Tronoswäldchen heißt, eine ernsthafte Bedrohung geschaffen. Es hat fast den Anschein, als ob die Initiative des Kam!pfss hier von den Engländern auf die Unsern übergehen sollte nach! dem alten be­ währten Grundsatz unseres Generalstabes: Ter Angriff ist die beste Abwehr. Bei Doillers und Pozieres erstickten englische Angriffe schon im Keime. Ebenso kamen französische Angriffe südlich der Somme bei Barleux und Belloy nicht über die ersten Ansätze hinaus. Tie Franzosen setzten vor Verdun ihre Anstreng gungen gegen unsre Linien auf der "Kalten Erde" fort, wurden aber von den Unsern ab­ gewiesen. Im Osten setzen die Russen ihre starken Angriffe südlichj und südöstlich von Riga fort, doch! scheiterten dieselben an der Tapferkeit unserer Regimenter, wie der Heeresbericht mit berechtigtem Stolz betont, unter ungewöhn­ lichen Verlusten der Russen. An der Front der Heeresgruppe des Prinzen Leopold setzen unsere Flieger ihre Tätigkeit in der erfolg­ reichen Behinderung des feindlichen Nach­ schubes fort. Bon der Heeresgruppe Linsin­ gen wird nur teilweise erhöhte Feuertätigkeit gemeldet. ; Unsere Seeslugzeuge haben wieder eine kühne Tat vollbracht, die sie diesmal nicht nach Westen, sondern nach Osten geführt hat. Sie haben die russischen SeestreitkMfte in ihrem Kriegshafen,. Reval ausgesucht, und an­ gegriffen und zwar mit gutem Exfolg, wie ausdrücklich, konstatiert wird. So hat eines der dort liegenden feindlichen U-Boote allein 4 Treffer erhalten. Trotz starker Beschießung und dem Gegenangriff russischer Flieger konn­ ten alle unsere.Flugzeuge unversehrt wieder zurückkehren zu unseren Seestreitkräften, die vor . dem finnischen Meerbusen auf sie warte­ ten und auf welche die Rüssen, obwohl sie</p>
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          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, den 19. Juli. Mittags. .Großes Hauptquartier.)</p>
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          <p>Westlicher Kriegsschauplatz. Im Sommegebiet Würben gestern abends Pas Torf Longueval und das östlich» an das Torf anstoßende Gehölz Delville von dem Mag­ deburger Infanterie-Regiment Nr. 26 und dem altenburgischen Regiment im harten Kampfe den Engländern wieder entrisse», die neben großen blutigen Verlusten 8 Offiziere, 280 Mann an Gefangenen einbüßten und eine beträchtliche Zahl Maschinengewehre in unserer Hand ließen. Feindliche Angriffe gegen unsere Stel­ lungen nördlich! Dvikbers, sowie gegen den Südranö^ vost Pozkeres wuxd^n bereits ^durchs Sperrfeuer unterbunden und hatten nirgends den geringsten Erfolg. Südlich, der Somme scheiterten französische Teilangriffe nördlich! Wfi Bgrleü^ und bei Belloh, an anderen Stellen kamen sie über die ersten Ansätze nicht hinaus. Rechts der Maas sehte der Feind seine vergeblichen Anstrengungen gegen unsere Li­ nien auf der "Kalten Erde" fort. Nördlich von Ban de Saht waren deutsche ßßatrouillenunternehmungen erfolgreich!. *</p>
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          <p>Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfcldmarschalks von Hindenburg. Südlich! und südöstlich von Riga haben unsere talpseren Regimenter die wiederholt mit verstärkten Kräften geführten russischen An-» griffe unter ungewöhinlW hohlen Verlusten für den Feind zusam»»en brechen lassen. Heeresgruppe des Generalfcldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Tie Lage an der Front ist unverändert. ,Aus die Bahnhöfe Horodzieja und Pogorjelzh der mit Truppentransporten beleg­ ten Strecke Minsk — Richtung Baranowitschi würden von unseren Fliegergeschwadern er­ folgreich zählreiche Bomben abgeworfen. Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Teilweise lebhaftere Feuertätigkeit des Gegners, besonders am Stochod, fawie westlich und südwestlich ston Luck. Armee des Generals Grafen von Bothmcr Keine besonderen Ereignisse. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>Trotz starker Beschießung von Land aus und twotz versuchter Gegenwirkung durch feind­ liche Blugzeuge kehrten unsere Flugzeuge sämt­ liche mnverschrt zu den sie vor dem finnischen Meerkbusen erwartenden Seestreitkräften zu­ rück. Obwohl letztere infolge großer Sichtigkeit führ fwühzeitig vom Land beobachtet und durch feindliiche Flugzeugaufklärung festgestellt wa­ ren, ^zeigten sich keine feindlichen Seestreitkräste.. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Bericht des Admiralstabes. Angriff deutscher Flieger ans Reval. WTB. Berlin, 19. Juli. Am 18. Juli früh griffen deutsche Seeflugzeuge die im Kriegshafen von Reval liegenden feindlichen Kreuzer, Tprpedoboote ,U-Boote und dortigen militärischen Anlagen Mit Bomben an. Zahlreiche einwandfreie Treffer wurden auf den feindlichen Streitkrästen erzielt, so auf einem U-Boot allein 4. In den WerM anlagen wurden große Brandwirkungen her­ vorgerufen.</p>
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          <p>Der österr.-ung. Heeresbericht. WTB. Wien, 19. Juli mittags. — Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Kleine Aenderung. S&gt;üdwestlich, von Moldawa wurden wie­ der eimige Vorstöße abgeschlagen. Jim Berg- und Waldgebiet von Jablonica und Zsabie löste sich» der Kamps in zahlreiche Einzebgesechte auf. !S,üdwestlichi von Telatyn trieben unsre Trüpp'en russische Abteilungen, die aus das Westufier des Pruth vorgedrungen waren, über den Muß zurück, wobei 300 Gefangene und ftnoei Maschinengewehre erbeutet wurden. Weiter nördlich nichts von Belang. Italienischer Kriegsschauplatz N&lt;ach neuerlicher heftiger Artillerievorbe­ reitung griffen die Italiener unsre Stellungen südöstliich des Borcola-Passes dreimal mit star­ ken Kräften an. Tiefe Angriffe wurden mit Handgrranaten, Maschinengewehrs euer fund Steinlaawinen blutig abgewiesen. Am der Kärntner Front hält das lebhafte Geschütztzfeuer im Fella- .und Raibler-Abschnitt an. Eiln Nachtangriff von Alpini-Abteilungen im Gelbiete des Mittagskofels scheiterte nach hartnäckigem Kampf an der Zähigkeit dex Verteidigerc, die ein feindliches Maschinengewähv in Händen: behielten. Tarvis stand abends unter Geschützhfeuer. Am der Jsonzofront wirkte die italienische Artillerrie vornehmlich gegen die Hochfläche von Dobertno. Südöstlicher Krtegsfchanplaqr Unverändert. Der steellvertretende Chef des Generalstabe» v». H o e s e r, Feldmarschalleutnant.</p>
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          <p>Angriffe bei Verdun ist kein Zeichen von Dummheit oder von einem Uräroülen, den Miß­ erfolg einzugestehen, sie ist ein Beispiel für den deutschen Grundsatz, daß der Angriff die beste Verteidigung ist.</p>
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          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. Zier Ministerrat im russischen Hauptquartier. Stockholm, 19. Juli. Im' Hauptquartier des Zaren fand eine erneute Versammlung des gesamten ruffischen Ministerrates statt. Verhandlungsgegenstand wgr die Gefährdung der gesamten Zufuhr für die Armee. Ter Wegebauminister Trepow führt aus, daß die Munitionstransporte auf der eingleisigenBahn Archangelsk—Moskau eine unlösbare Aufgabe darstelle. Tie Bühn könne nur ein Fünftel des gegenwärtigen Munitionsverbrauches be­ fördern. Rußland sei in dieser Hitzsichldpom Auslande abhängig. Zahlreiche Verwundeten­ züge sperren den Verkehr zur Frontz Auf der Eisenbahnlinie 9tafitm&gt;ro—Kiew', liefen täg­ lich- 50 Verwundetenzüge. Tie Auffüllung der ’ Eisenbahnregimenter sei dringend notwendig, j da alle verfügbaren Truppen tn letzter Zeit &lt; zur Ergänzung der Abgänge der Infanterie | überschrieben wurden seien. Schuwajew wi| dersprachj Trepow in größter Erregung. Tie I Armee müsse infolge der« Uftotbnuny auf der I Eisenbahn in die schlimmste Gefahr geraten. ] Ter Munitionsmangel bedeute die Aufgabe I der bisher errungenen Erfolge. Infolge des f Lebensmittelmangels an der Front sei die I Stimmung her Soldaten in letzter Woche ge| funken. Ssassanow referierte über den ru| manischen Protest bezüglich der Beschlagnahme I der Munition. Schuwajew bezeichnete dieHerI ausgäbe als unmöglich, da die Munition be| reit» einzelnen Truppenkörpern zugeführt werI de. Ter Ministerrat kam zu keiner Entscheii düng. Nach der Abreise der übrigen Mit«! 1 glieder des Kabinetts blieben Ssaffanow, Schu| wajew und Trepow zu Weiteren Beratungen I zusammen. (Z) | Berlin, 19. Juli. Laut "Kölner Ztg." 5 berichtet der Moskauer "Rußkoje Slowv": Tie t politischen Kreise sprechen dieser Reise die I größte politische Bedeutung zu. Eine große |. Anzahl von Fragen höchster Bedeutung stehe | zur Verhandlung. Von dür Entscheidung durch | die Minister sollen die Aussichten auf Frieden 1 im wesentlichen Maße abhängen. Jedenfalls | stehe fest, daß die Möglichkeit eines Friedens­ schlusses bei den Beratungen einen großen Raum einnehme. Tie Beratungen des Mi­ nisterrates, die jetzt untep dem Vorsitze des 1 Zaren an der Front abgehalten werden, mü|r= i ten für die wichtigsten gehalten werden, die i ■ seit Kriegsbeginn stattfanden. (Z.) Wien, 19. Juli. Tie "Wiener Allge­ meine Zeitung" meldet über Stockholm über den letzten russischen Kriegspat, der unter dem Vorsitze des Zaren und Teilnahme der Ver­ treter der Generalstäbe Frankreichs und Eng­ lands stattfand. Es kam zu heftigen Aus­ einandersetzungen zwischen Brüssilow und Kuropatkin, da dieser auf die ungeheuren Ver­ luste und den vollständigen Mißerfolg der letz­ ten, unter dem Befühle Brussilows stattge-&gt; fundenen Kämpfe hinwies. Brüssilow soll ge­ reizt geantwortet haben, daß der Sieg gegen die Zentralmächte nicht durch fortwährendes Zögern, sondern durch, fortwährendes Andrin­ gen gegen die feindliche Front erzwungen wer­ den könne. Auch! die Vertreter Englandsund Frankreichs verlangten entschieden, daß die Offensive ohne Rücksicht aus die Verluste fort­ gesetzt werde. So blieb dem Zaren nichts anderes übrig, als nur widerstrebend seine Zustimmung zu dem Beginn neuer Kämpfe zu geben.</p>
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          <p>Die Türkei im Kriege. Ter türkische Bericht. Konstantinopel, 18. Juli. Tas tür­ kische Hauptquartier teilt mit: Aus neuen Nachrichten über die mit Erfolg ausgeführten militärischen Operationen gegen die Italiener in Tripolis und gegen die Eng-' länder im Westen von Aegypten geht hervor, daß Nury Bey Pascha, der die Operationen der ottomanischen Freiwilligen in diesen Ge­ genden leitet, sich! entgegen dem englischen Bericht, der seinen Tod in einer der letzten Schlachten meldet, tmt Leben befindet und seine Aufgabe glänzend erfüllt. In den letzten Ge­ fecht, das er den Italienern in der Umgegegend von Mißrata lieferte, und das mit einer Niederlage demselben endete, nahm er den Italienern 200 Offiziere, 6000 Soldaten, 24 Geschütze ab. Tie Ortschaften Mißrata und Djedahie be­ finden sich! im Besitz, der Freiwilligen. Zwi­ schen den beiden Ortschaften und der Küste steht kein Italiener mehr. Unsre Freiwilligen be­ finden sich! int Westen von Aegypten in für uns siegreichen Kämpfen, über die wir noch keine Einzelheiten erhielten. ! An der Jrakfront änderte sich! int Ab­ schnitt von Felahie nichts. Am 15. Juli griff eines unsrer Kampfflugzeuge ein englisches Flugzeug' an und beschoß es. Es stürzte be­ schädigt hinter den feindlichen Linien ab. Im Euphrat-Abschnitt machten unsre Freiwilligen und fliegenden Abteilungen gelungene Uebersälle aus feindliche Lager und Etappenlinien. Sieben vollkommen mit Lebensmitteln bela­ dene Schisse wurden von uns aus den Etap­ penstraßen erbeutet. Nach den letzten vonJbu Sud Iteschi Pascha erhaltenen Nachrichten, der als Oberbefehlshaber unsrer Haulptstreitkräfte und Freiwilligen befehligt, die in der Gegend von Redja und Zubcir operieren, sind dick in der Umgebung von Bassoräh angetroffenem! englischen Abteilungen besiegt Worden; außer­ dem würde ein englisches Flugzeug abgeschos­ sen und erbeutet. An der Kaukasusfront fanden auf dem rechten Flügel Scharmützel unsrer vorgescho­ benen Abteilungen und Angriffe der beidersei­ tigen "Erkundungsabteilungen statt. Aus dem linken Flügel keine Veränderung. Ein feind­ liches Flugzeug warf wirkungslos drei Bom­ ben aus die Umgebung des Bähnlhofes von Bulair; es wurde durchs das Feuer unsrer Bat-' terien in die Flucht geschlagen. Unsre an der pepsischen Front gegen die Russen fortschreitenden Bewegungen entwik^ kein sich! zu unsren Gunsten unter Beihilsq der persischen Mudjähids. Tiefe sind dank der! Bemühungen Niza Mel Saltanes, der sie unter seinem Oberbefehl vereinigte und dep einen ausgezeichneten Generalstab besitzt, vortrefflich organisiert. Sie operieren erfolgreich! gegen den gemeinsamen Feind und leisten unsren 'Truppen durch ihre Beihilfe sehr wertvolle Tienste. Wenn dank der Gnade des Allmäch­ tigen dieser allgemeine Krieg dürch unsren vollständigen Sieg gekrönt wird, 'erden diese wertvollen Anstrengungen der MuZjähdis zur Befreiung Persiens von der russisch m und eng­ lischen Gewaltherrschaft in goldenen Lettern aus den Seiten der ottomanischen und per­ sischen Gelschichte verzeichuet werden. Was un­ sere bei dieser Gelegenheit gemachten Anstren­ gungen betrifft, so haben sie nur den Wunsch! zum Ziel, unsren mohammedanischen Nachbar Persien für immer! itn Genusse voller und unbeschränkter Freiheit zu sehen. Sie sind begründet durch! die aufrichtige Ueberzeugung, die wir in betreff seines glücklichen, künf­ tigen 'Schicksals hegen.</p>
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          <p>niidtfit abgehalten, den Krieg zu beginnen,, ein­ fach darum, weil er sich den Krieg reben wünschte. — Vor Erscheinen des Artikels hat das Blatt äußerst lebhaft die Reklame­ trommel gerührt und erklärt, daß Churchill ein Honorar von unechtzörter Höhe für den Artikel erhalten habe. — (Jedermann weiß nun, daß unter den britischen Ministern Chur­ chill die größten Fantasien und die — gering­ sten historischen Kenntnisse und den größten Mangel an Objektivität besitzt. Er hat schon monatelang unausgesetzt Prophezeiungen von Stapel gelassen, ohne daß jemals eine sei­ ner Prophezeiungen sich erfüllte. Sein neue­ stes Werk ist der Beweis für seine vollständige Urteilslosigkeit, bisher konnte man aber nicht annehmen, daß er über die Vergangenheit schlechter unterrichtet ist als über die Zukunft.) Die Aufstanvbewegung in Irland. Tie "Daily News" melden aus der Graf­ schaft Galway: Tie Behörden mußten die Hilfe der Truppen in Anspruch! nehmen, um die Ordnung wieder herzustellen. Trotz. Verstär­ kung der Polizei mehren sich! die ViehdiebMhle. Viele Verhaftungen wurden neuer­ dings vorgenommen.</p>
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          <p>mal d»en Kbps recht energisch zurechtrücken. Er solllte uns mal für einige Wochen ein­ laden. Herrgott im Hiürmel, das wäre eine Wonne:, wenn man einmal ein paar Wochen sorgenllos auf so einem schönen Gute leben könnte.. Es liegt wohl mitten int Walde?" "Jfa, int wundervollsten Eichen- und Buchenwaild, den Tu dir denken kannst," erwi­ derte (Jost lächelnd. Tante Jettchen seufzte tief. pJZammerschade, datz wir nicht hinkom­ men köönnen! Man müßte es dem alten Son­ derling; einmal nahelegen, wie glücklich! er drei Menschen durch eine Einladung machen könnte.." "Alber, liebste Schwester, Tu willst doch 'nicht d&gt;arum 6titeln?" ' , , Tarnte Jettchen machte eine großartige Handbeewegung. "Betteln? Nun bitt' ich! Tich, das ist doch nicht gebettelt. Wir sind doch durch Teine Frau iimmerhin mit ihm verwandt, und un.ter Verwandten kann man sich&gt; doch ungeniert jmat einen Besuch ansagen. Und meinst Tu .nicht, idaß dieser arme reiche Mann einigen -Gewinnt von unsrer Gesellschaft hätte? Ich ^wollte ihn schon aufheitern." "Dazu wird es gar nicht komwen, Jettchen. Hortense war damals dev besten und red­ lichsten Vorsätze voll, und sie war doch wiirk-» lich eine Frau, deren Frohsinn ansteckend war. Es hat alles nichts genutzt. Wir haben da­ mals angefragt, ob ihm unser Besuch! er­ wünscht sei. Darauf erhielten wir eine Ein­ ladung, die mehr einer Absage glich. Hortense bestand aber auf den Besuch. Wir wurden nichts weniger als freundlich empfangen. Malte selbst ließ sich kaum sehen. Tie Dienerschaft schlich umher und flüsterte, und wenn Hortense lachte, sahen sie uns entsetzt und vorwurfsvoll an. Das Haus lag immer wie ausgestorben da. Ich sage ja, wir atmeteten auf, wenn wir einmal nach, Langendorf führen und dort laut lachen und sprechen konnten. Zeitiger als wir geplant, reisten wip wieder ab. Und dafür küßte er Hchckense dankbar die Hand, es war das einzige Mal, daß er etwas freund­ licher war, als wir uns verabschiedeten. Und gleich nachher brach er jeden schjristliehen Ver­ kehr ab. Er zeigte uns deutlich, daß man ihn in Ruhe lassen sollte." "In welcher Weise war Mama eigentlich mit ihm verwandt?" fragte Anne-Mose in» teressiert. &gt; , | (Fortsetzung folgt.) , j i Menschen nach Retzbach geladen und hätte wie­ der Freude am Leben gefunden." Jost von Billach! lächelte über den Eifer seiner Schwester. "Tu urteilst nach! Dir, Jettchen. Tu meinst, weil das Retsen T!ir eine so große Freude bereiten wüsrde, müßte es anderen Menschen auch Vergnügen machen." "Nun bitt' ich Dich, Jost. Meinst Du, es gibt einen Menschen, dem das Reisen fein Vergnügen macht? Es muß doch jeden Men­ schen auffrischen und glücklich mächen. Wes­ halb verreisen denn sonst so viele Menschen? Ich dürfte nicht an Mattes von Retzbachs Stelle sein. Außerdem ist es eine wahre Sünde, daß er sich so auf feinem herzlichen Besitz einschließt. Wer hat denn nur einen Genuß von alledem? Kein Mensch!, er am allerwenigsten." "Vielleicht ist es ihm gerade ein Genuß, das alles allein zu genießen." "Ausgeschlossen. Wenn man keinen Men­ schen an seiner Freude teilnehmen läßt, kann man eben keine Freude empfinden." "Tas ist unlogisch, Jettchen," scherzte Jost gutmütig. Sie machte eine abwehrende Bewegung. "Unlogisch oder nicht, Tu weißt schon wie ichs meine. Und ich möchte diesem Malte</p>
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          <p>Der Krieg zur See. Kanonade in den östlichen Gewässer«. Kopenhagen, &gt;19. Juli. Nach, einem Telegramm aus Christiansand in Südnorwe­ gen ward dort deutlich! eine Kanonade ver­ nommen, deren einzelne Schüsse sich unter­ scheiden lassen. Tie Küste entlang gegen Uwesund bewegte sich! langsam ein Zeppelin, der gegen 12 Uhr über dem Meere verschwänd. Aufgebracht. Kopenhagen, 19. Juli. (Meldung des Bureaus Ritzau.) Zwei dänische Tampfer mit Papiermasse sind heute von deutschen Wachtschiffen südlich von Trogden aufgebracht und nach Swinemünde gebracht worden. Versenkt. Nyborg (Fünen), 19. Juli. (Meldung des Bureaus Ritzau.) Ter schwedische Tampfer "Onsala" landete heute die Besatzungen oes schwedischen Schooners "Bertha" und des nie­ derländischen Eisenschiffes "Benula", welche von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden sind. Amsterdam, 19. Juli. Nach einer Mel­ dung des Reuterschen Bureaus ist der englische Tampfer "Wiltonall" (3887 Tonnen) versenkt worden. '</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Bas gemeinsame Parteifchwein. Das fol­ gende reizende Geschichtchen wird der "Morgenposst" aus einer großen Handelsstadt im Nordnvesten Teutschlands berichtet. Wie über­ all be-kämpfen sich auch dort die Kriegskreditbewilliger und die Kreditweigever aufs hef­ tigste. In großen Parteiversammlungen tobt der Sitreit. In einer der letzten Versammlun­ gen stunden sich, zwei fast gleich große Grup­ pen gegenüber, der Parteisekretär, der zum Parteiivorstand und der Fraktionsmehrheit steht, führt den rechten Flügel, der leitende Redakteur, der zugleich Reichstagsabgeordneter und Mitglied der Haase-Gruppe ist, den linken. Stundenlang schon währt der Redekampf. Ein Genos'se vom linken Flügel zieht besonders gegen den ^Parteisekretär persönlich los. Er sagt, her Parteisekretär, habe es leicht, den Masse,n das Turchhalten zu empfehlen, da er zu Hause ein halbes Schwein, Schinken, Speck, Pökelfleisch pnd einen halben Zentner Wurst im Rcauchfang .hängen habe. Tie Entrüstung über Iden Hamster nimmt gewaltige Timenjtonen: an. Ta beschwichtigt der Redakteur und Albgeordnete die Gemüter. Er fleht die Genossen an, fachlich zu diskutieren und alle persönlichen Tinge beiseite zu lassen. Tie in­ neren Gründe für die Kreditgewährung seien überzeugend genug, andere brauche man nicht. Ter P arteisekretär nahm tief gerührt das Wort, er dankte seinem parteigenössischen Widersacher für diie loyale Art, seine Gegnerschaft zum Ausdruck zu bringen, aber er meinte, viel anders hätte in diesem Falle fein Gegner nicht reden können, denn sie hätten dasSchwein zusammen geschlachtet, und die zweite Hälfte hänge im Raüchfang seines radikalen Reichs­ tagsgenossen. Tie, Wirkung dieser Enthüllung war erschütternd. Lähmende Verblüffung. Am schnellsten faßte sich der die Versammlung leitende Genosse, der mit feinem Vorschlag, die Versammlung zu vertagen, der köstlichen "Schwsinerei" ein Ende machte. Hiitze in Amerika. Tie "Basler Nachrich­ ten" mnelden aus Newyvrk, Stadt und Distrikt Newymrk leiden unter großer Hitze, die seit einigem Tagen eine Temperatur von 40 Grad im Schatten erreicht. Etwa 200 Personen sind wem Hitzschlag erlegen. Bei schweren Gewitterm wurden außerdem mehrere Personen getötete.</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Mtaatssckretär Tr. Helfferich, der Stellvertvettejc des Reichskanzlers, traf gestern zu eintzm Antrittsbesuche in München ein, wo er vom König in Audienz empfangen wurde. Siiiie Eisenbatznfrcikarten der bayerischen Reichsrräte und Landtagsabgeordneten bleiben während der Kriegszeit auch für die Zeit der Vertagung des Landtages in Giltigkeit.</p>
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          <p>Sonderbare Schiebungen. Ter "Bayerischen Landeszeitung" wird u. o. geschrieben: "Tie Deutsche Handelsgesell­ schaft in Berlin, wahrscheinlich ein Ablegeir der Zentral-Einkauss-Gesellschast, bot schon bor Wochen, da bei uns in Bayern die Fleischaussuhr aus einem Bezirk in den anderen verboten war, den Städten die Lieferung von geräuchertem Fleisch im Großen an. Eine Stadt, die tausend Pfund bestellte, erhielt alsbald das verlangte Quantum. Als Ver­ mittlungsgebühr forderte die Handelsgesell­ schaft 60 — sage und schreibe — sechzig Pfen­ nig für das Pfund. Also betrug die Ver­ mittlungsgebühr für das eine Geschäft 600 — sage und schreibe — sechshundert Mark. Tie gelieferte Ware entsprach aber keines­ wegs den bescheidenen Erwartungen: Tie Schweine waren im ganzen geräuchert, so daß also der Kopf und der Schwanz an den Stücken hing. Tie Räucherung war'un^enügend und mauche Stücke hatten bereits angefangen zu verderben. Tie Stadt verkaufte das Pfund um 3 Mark 60 Pfennige, doch die meisten Käufer schimpften über das Mißverhältnis Zwischen dem Preis uW der Güte des Flei­ sches. Auf meine Erkundigung, woher denn das Fleisch stamme, erhielt ich die Auskunft, es stamme aus Landau a. Isar, also aus Niederbayern, wv bekanntlich! das beste Geselch­ te (geräuchertes Fleisch) hergestellt wird. Tie Teutsche Handelsgesellschaft beeinträchtigt also zu alledem noch den guten Ruf der niederbayerischen Rauchfleischlieferanten. Abgesehen hievon, möchten wir aber noch fragen, welche bayerische Behöxde der Berli­ ner Gesellschaft in einer Zeit, da bei uns den Bauern die Hausschlachtungen verboten und für die gesamte Bevölkerung die Fleischmärkc eingeführt war, hie Erlaubnis zur Ausfuhr dös geräucherten Fleisches aus Niederbayern, die Möglichkeit eines solchen Verdienstes und einer dercwtigen Preistreiberei und Fleisch­ verteuerung gÄvähsrt hat. Auch bitten wir die Behörde um Aufschluß, aus welchen Patrioteu die Teutsche Handelsgesellschaft besteht und unter Wessen Schuß und Schirm sie ihre Profitgeierei betätigt." Stadel des Bauern Guggenberger zu TiefenfcctidEj', Gemeinde Semmerskirchen, ein und zün­ dete. Stadel, Maschinenhaus, der ganze Heu­ vorrat, sämtliche Wagen und Maschinen sind ein Raub der Flammen geworden.</p>
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          <p>auch günstige Aussichten für die Zukunft ge­ währen, wenn sie mit Eifer an ihrer Aus­ bildung arbeiten und in dem gewählten Be­ rufe Tüchtiges leisten.</p>
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          <p>den "Affondatore", zu besteigen. Tas Schlachtbild zeigte im wesentlichen zwei Knäuel, in­ nerhalb deren die Gegner sich, zum Teil be­ schossen, zum Teil mit voller Kraft einander zu rammen suchten. Tie Schrecken der See­ schlacht waren dadurch erhöht, daß hier zum ersten Male Panzerschiffe in offenem Kampf standen, die mit vollem Tampf gegeneinander fuhren und sich, in die Flanke des Gegners zu bohren suchten. Es erscheint nicht übertrieben, wenn man später aus sprach,, daß in dieser ersten 'Panzerschiff-Schlacht die ursprüngliche Taktik des modernen Seegefechtes geboren wür­ de. Tie Entscheidung fiel im Zentrum des Ge­ tümmels, wo die Admiralsflagge Tegetthosfs von dem Mast seines Panzerschiffes "Ferdinand Max" wehte. Der große italienische Panzer "Re d'Jtalia" wurde durch den anrennenden "Ferdinand Max" zersplittert und so in den Grund gebohrt. Tegetthosfs Hauptziel war erreicht, die damals weltberühmten Panzer­ schiffe des Admirals Persano hatten deM öster­ reichischen Ansturm nicht standzuhalten ver­ mocht. Damit war die Schlacht entschieden, und als um halb 3 Uhr nachmittags im Angesicht beider Flotten der für damalige Verhältnisse gewaltige italienische Panzer "Palestro" mit einem Donnerschlag entzweibarst und versank, hatte der Schlußakt des ungeheuren Schau­ spiels — der ersten Seeschlacht mit Panzer­ schiffen — mit dem unbestrittenen Siege der Lesterreicher sein Ende erreicht.</p>
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          <p>Letzte Posten. Kein neuer Winterfell» Mg? Amsterdam, 20. Juli. Nach einer Lon­ doner Mitteilung gab Briand in der Geheim­ sitzung des französischen Senats die Zusiche­ rung, den Senat und die Kammer davon zu unterrichten, falls ein neuer Winterfeldzug notwendig werden würde. Er fügte gleichzeitig hinzu, daß die Entente einen solchen nicht mehr für notwendig erachte. Tie Jagd auf die "Bremen". - Berlin, 20. Juli. Ter "Berl. Lok.-' Anz." erhält aus Kopenhagen Londoner Mel­ dungen über eifrige Jagd vieler feindlicher Hilfskreuzer chus das Handels-,U-'Boot "Bre­ men", auf dessen Unschädlichmachung hohe Prä­ mien ausgesetzt sind. Tie "Morning Post" erklärt, die Ententemächte könnten die "Deutschland" als Kriegsschiff behandeln, denn das Völkerrecht kenne keine Handels-U-Boote umd so könne jede Regierung ihren Standpunktwählen. | 1 ' ^ ! ~ I &gt; " I C-[ |/#j. 150 nieverläuvifche Fsicherfahirzeuge von den Engländern weggenommen. $ Rotterdam, 19. Juli. Nach! einem ein­ getroffenen Bericht sind jetzt ungefähr 150 Fischersahrzeuge nach England aufgebracht worden.</p>
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          <p>Vermischtes. Tie "Pafsaner liuttft-". Auch! während des jetzigen Krieges war schon mchrfach von Leuten die Rede, die "ku­ gelfest" sein sollten. U. a. wurde es von Na­ poleon und vom alten Haeseler behauptet, von letzterem sogar "Mtnefen". Ter Glaube an diesen vortrefflichen und Doch gleichwohl un­ heimlichen Zustand, für den auch die jetzt er­ öffnete Kriegsaberglauben-Ausstellung in Ber­ lin mancherlei bezeichnende Proben beibringt, ist wühl ungefähr genau so alt, wie das Schießen selbst, zuM mindesten das Schießen mit Feuerwaffen. Tas interessanteste und be­ rühmteste Beispiel hierfür führt nach« Passau, bekannt unter dem Namen "Passauer Kunst", und zwar war es der dortige Henker, der sich! so meisterlich darauf 'verstand. Taß es gerade ein Henker oder Scharfrichter War, bars nicht Wunder nehmen. Es war ein Vorgang der Syrupathie, der demjenigen, die die beson­ dere Gewalt hatten, Missetäter vom Leben zum Tode zu befördern, sie des Lebens oder gar mttr eines einzelnen Gliedes ihres Leibes zu beramben, 'wuchs die Gabe zuschrieb, zu heilen oder in Unserem 1 Falle gegen Stich!, Hieb und Kugel zu machen. Ueber die Passauer Kunst wird nun folgendes erzählt: Ms Kaiser Matthias mt Jahre 1611 in der Gegend bei Passau ein Heer versammelte, um seinew'Bru­ der, dem Kaiser Rudolf, Böhmen abzuzwin­ gen, fiel der Henker von Passau auf den Ge­ danken, hiervon feinen Vorteil zu ziehen. Gr druckte mit einem Stempel allerhand geheiwinisvolle Zeichen und Figuren auf ein Stück­ chen Papier und verkaufte diese Zettelchen den Soldaten, welche weniger Herz als Moneten hatten, gegen bare Bezahlung, indem er ihnen einredete, Wenn sie diese Zettel im Leibe hät­ ten, würden ihnen wtder Schuß, Hieb, noch Stich!. schaden, sondern sie Würden fest sein. Ta die schlecht bezahlten und unzufriedenen Soldaten Kaiser Rudolfs fast keinen Wider­ stand leisteten, konnten die Soldaten seines Gegners, die die Zettel verschlungen hatten, sie leicht besiegen, und sie kamen fast alle ohne Verwundung davon. Tas erhöhte natür­ lich! 'den Glauben an bfe geheime Kraft der i Passauee * Kunst,, Und diese wurde dann itn 1 darauffolgenden Dreißigjährigen Kriege so be­ rühmt, daß Ihr Erfinder und seine Nachkommen kaum so viele bedruckte Zettel liefern konnten, wie die Landsknechte verschlingen wollten. Daher war die Henkerei zu Passau viele Jahre lang die einträglichste im ganzen heiligen römischen Reiche. Wer in den Krieg ging, wällte auch&gt; .fest werden, und das konnte man nur vom Henker in Passau erlangen. Auch die Predigten und Schriften der Geist­ lichen wider die Teufelskünst konnten dem all­ gemein verbreiteten Glauben an ihre Wirk­ samkeit keinen 'erheblichen Eintrag tun. Was deutsche Forschungsarbeit in Polen ge­ leistet hat. Tie landeskundliche Erforschung Polens, die seit Jahrzehnten aufs schlimmste vernach­ lässigt war, kann heute infolge des Verlaufes des Weltkrieges bereits bedeutsame Ergebnisse verzeichnen. Mit regem Eifer wurden in der letzten Zeit auf Anregung des Generalgouver­ neurs von Beseler die Arbeiten auf diesem Gebiete betrieben und zu diesem 'Zweck eine besondere landeskundliche Kommission beim Generalgouvernement in Warschau eingesetzt. Nach! den Ergebnissen der Nachforschungen des Landesgeologen Prof. Tr. Michael ist die Be­ deutung der Kohlenbezirksgebiete in Polen viel größer als "bisher angenommen wurde. Für die oberschlesische Industrie ist besonders 'erfreu^chi die festgestellte weite Verbreitung nutz­ barer Eisenablagerungen in Form von Braun­ eisenerzen, Toneisensteinen, Rasenerzen und Schlacken,, was für den Erzbezug von großer Wichtigkeit ist. Eifrig betrieben werden wei­ ter die Forschungen auf meteorologischem, geogrckphischem und landeskundlichem Gebiete. Tie Geschichtswissenschaft hat nicht zuletzt eine außerordentliche Bereicherung erfahren infol­ ge der wissenschaftlichen Durchforschung der öffentlich&gt;e&gt;n und privaten polnischen Samm­ lungen. Teutsche Gründlichkeit hat hier über­ aus wichtige Ergebnisse zutage gefördert und längst verloren geglaubte Quellen der For­ schung ersschlossen. -Eor allem für die Geschichste der Provinzen Ost- und Westpreußen, Posen und Schlesien sind Taufende neuentdeckter Ur­ kunden von größter Bedeutung — umsomehr, als es sich! um eine wichtige Periode der Ge­ schichte Preußens handelt: die der ersten deut­ schen Herrschaft in dem im jetzigen Weltkrieg wieder befreiten Lande — "1793—1806. Tw bedeutsame wissenschaftliche Erfolg ist in erster Linie dem um die ostdeutsche Geschichtsfor­ schung hochverdienten früheren Posener MeI Heimen Archivrat Prof. Tr. Warschauer zu verdanken, der viele Jahre lang als Dozent für Landesgeschichte an der Posener Akademie | wirkte, mit der Geschichte Polens (bei'völliger Beherrschung der polnischen Sprache) hervor­ ragend verkraut ist und vor etwa Jahresfrist | zum Direktor des Archivs in Warschau ernannt I wurde, nachdem er seit 1912 kommissarischer Direktor des Staatsarchivs in Danzig gewe­ sen war. "Er ist der persönliche Berater des Generalgouverneurs beim Schutz der polni­ schen Archive, wie er durch Artikel 56 der Haager Landkriegsordnung vereinbart ist. Eine längere Veröffentlichung der Früchte deut­ scher Forschungsarbeit steht bevor. Von den Beamten der Archivverwaltung wird das freundliche Entgegenkommen der polnischen Geschichtsforscher bei den Nachforschungen be­ sonders anerkannt. Tiefe förderten u. a. eine Kabinettsorder Friedrichs des Großen zutage, die an einen polnischen Magnaten gerichtet ist, worin er seine Auffassung als pater Patricke darlegt . (Z.) Ter Kraftwagen als "Eisfabrik" au der Front. Tie Konservierung der Lebensmittel bei einem über mehrere Sommer sich erstreckenden Stellungskrieg spielt für die Front keine ge­ ringere Rolle als im Inland. Tie Zuhilfe-, nähme der Kälte stößt nun bei den primitiven Lebensbedingungen, unter denen die Tpnppen im Felde, auch! noch in der Etappe, natur­ gemäß zu leben haben, aus große Schwierig­ keiten. In manchen Fällen hat man sich durch Aufspeicherizixg von Natureis in.zu diesem Zweck teilweise dicht bei der Front eingerich­ teten Eiskellern zu helfen vwm^cht: - Tok Ausbau solcher "Kriegseiskeller" ist aber schon durch! die auf großen Strecken vollkommen un­ geeigneten topographischen Verhältnisse sehr eingeengt/ außerdem aber noch' in seiner Ver­ wendbarkeit von denl Zufälligkeiten kleiner Frontverschiebungen u. a. beeinträchtigt. Es ist darum der hochentwickelten deutschen Kälte­ technik ckls ein besonderes Verdienst anzu­ rechnen, daß sie auch den hier vorliegenden, ganz neuen Anforderungen in verhältnismäßig kurzer Zeit durch! den Bau von Eiserzeugungs-, kraftwagen zu entsprechen vermochte. Diese sollen, wie aus der Zeitschrift für "Eis- und Kälte-Industrie" zu ersehen ist, überall dort, wo ortsfeste Erzeugungsanlagen sich! von selbst verbieten, besonders also in nächster Nähe der Front, das benötigte Kunsteis zu liefern im­ stande sein. Tie ganze Apparatur ist bei diesen Wagen auf einem einzigen schweren Lastautomobil untergebracht. Tie Eiserzeu­ gung erfolgt mit Hilfe eines besonderen, voM Fahrzeugmotor Wiabhängigen Benzinmotors, der auch während der Fahrt seine Arbeit fort­ setzen kann. Um Platz bei der Austeilurrg der erzeugten Eismenge zu schaffen, sind die Sei­ ten- und Stirnwände des Wagens zum Herab» »lappen eingerichtet und mit Stützen versehen, sodatz sie Bedienungsbühnen bilden, welche die ganze Anlage bequem zugänglich machen. (Z.)</p>
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          <p>Der Krieg im Alpenrot von Karl Hans Strobl. Das neuest • Ullsteln-Kriegsbuch. Preis 1 Mk. Von Oesterreichs Krieg gegen Italien handelt Strobls Buch, vom Kampf zwischen Felshörnern, auf schmalen Graten über den Gletscherspalten, von der Wacht hoch oben im Alpengebiet. Ein Dichter hat diese großartigen Naturbtlder gesehen, in eines Dichters Sprache stnd Menschen und Ereignisse hier daroestelltStammbaum 5er Insekten. Von Wilhelm Bölsche. Mit Abbildungen nach Zeichnungen von Pros. Heinrich Harder und Rud. Oeffinger. Preis geh. 1 Mark, gebd. 1.80 Mark. Stuttgart, Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde, Geschäfisstelle Franckhsche Verlagshandlung. Der Türmer. Halbmonatsschrift für Gemüt und Geist. Herausgegeben von I. E. Freiherrn von Grotthuß Verlag von ©reiner u. Pfeiffer m Stutt­ gart. Vierteljährlich 6 Hefte, 4 50 Mar? "So leben Wir!" Lustiges Kriegsbilder­ buch des Landwehrmanns Schusser. Reich und schreckhaft illustriert vom Landsturmmann Sommer. Mit reizvollem bunten Titelbild. Preis 1 Mark. (Verlag der Lustigen Blätter in Berlin SW. 68.) Literarisches.</p>
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          <p>Städtische Schwimmschule. 20. Juli 1916. Luft . . 17 Grad C. Wasser . 15 Grad C.</p>
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          <p>Tie Probe auf Deutschlands Unbesieg­ barkeit. Anmlsterdam, 19. Juli. Wie der Gewährsmaann der Voss. Ztg. aus London berichtet, geht in den letzten Tagen aus den Aeußermngen ernster Politiker und Parlamen­ tarier cals Englands Meinung hervor, daß die näckchsten zwei Monate Teutschlands Wi­ derstand) entweder brechen müßten oder Deutsch­ land häilbe bewiesen, daß es unbezwinglich! sei. Tie Osffensive in Frankreich ruhe zum größten Teiil auf Englands Kraft, die aber, wie jeder wiisse, nicht unerschöpflich sei und nicht die Opster von Monaten nachfüllen könne. — Reiche 'diese Kraft nicht aus, die Teutsches auf deuttschen Boden zurückzudrängen, so müsse das millitärifche Gleichgewicht festgestellt wer­ den, alsio mit anderen Worten, dann sei keiner Sieger. In zwei Monaten werde sich» auch seststellem lassen, ob Teutschiland wirtschaftlich durchhallte. Jetzt sei der Blockadedruck am stärk­ sten. Sestt Kriegsbeginn sind in T'eutschiland alle Vorrräte aufgezehrt, aber trotz allem Spür- ftnn der englischen Presse konnte der erste Hungertod in Deutschland noch nicht gemeldet werden. Birgt Deutschland in vier Wochen seine Ernte, dann sei auch» der Wirtschaftssieg der Alliierten nicht erreicht. In zwei Monaten müsse man daher ernst und nüchtern fragen können, ob der Krieg beendet werden müsse, da man ihn ja nicht als Wahnsinnstat führe. Eholera an Borv eines französische» Trulppentransportb ampfers. Ein Transportdampfer, welcher aus Haifong über Colombo nach! Marseille bestimmt wär, mußte in Suez wegen Choleraverseuchung in Quarantäne gehen. An Bord des Dampfers befanden sich! 2800 Anamiten. Ter Dampfer war bereits in Colombo wegen Cholevaverdachtes festgelhalten wurden. Von 18 in Suez ausgeschifften cholerakranken Mannschaften starben gleich! nach der Zlusschiffung 13 und während der Quarantäne ereigneten sich, an Bord weitere 6 Todesfälle an Cholera. Von 23 Choleraverdäch,tigen starben während der Quarantäne stoch, 16. Das Schiff setzte darauf die Reist mit den noch gefunden Mannschaften fort, nckchdem es vorher desinfiziert worden</p>
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