Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-07-31. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 205, 1916-07-31. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Juli 1916 ────────── Russische Angriffe am Stochod gescheitert. ────────── Englisch-französische Teilangriffe an der Somme ergebnislos. — Ungeheure Verluste der Russen. — Luftschiffangriff auf die englische Ostküste. — Eine bulgarische Warnung an Rumänien. ────────── Im Westen dauert das schwere Artillerie­ feuer an. Englische Teilangriffe bei Pozieres und Longueval blieben ebenso ergebnislos, wie ein französischer Angriff bei Barleux. Auch« in der Gegend "Kalte Höhe"—Fleury wurden mehrere französische Angriffe abgeschlagen. Im Osten haben die russischen Anstürme noch nichts an Heftigkeit eingebüßt. An der Front von Stobhchwa amStochod bis Beresteczko stürmten die russischen Massen wiederholt an, wurden aber unter ungeheuren Verlusten für sie abgewiesen. Nur die bei Trysten am DP ufer des Stochod gelegenen Stellungen muß­ ten von den Unsern aufgegeben und die Linie hinter den Fluß zurückverlegt werden. Weiter nördlich im Stochodbogen wurde die keilför­ mig vorgebogene Stellung der Unsern in die Gerade gelegt, ohne daß der Feind diese Ope­ rationen zu stören vermochte. In Galizien wurden russische Angriffe äm Korpiecabschnitt bei Buczacz abgeschlagen. ' ! Unsre Marineluftschiffe haben nach! soft dreimonatiger Pause wieder einen Angriff aus die englische Ostküste unternommen, der den Engländern erheblichen Schaden zugefügt hat. Es wäre nur zu wünschen, daß nach! der langen Rüh«epause die Luftangriffe wieder die Dichte erhielten, die sie vom 1. April bis zu dem plötzlichen Ende am 4. Mai Hütten. In die­ ser Zeit fanden 10 Angriffe auf ganz Nordund Ostengland 'statt. Eine Zusammenstellung unsrer bisherigen Erfolge gibt anläßlich der zweijährigen Kriegsbauet eine Meldung des WTB. Nach dieser haben wir 431000 Quadratkilometer feind­ liches Gebiet besetzt, während unsre Feinde nur 22 000 Quadratkilometer deutsches und österr.-ungar.l Gebiet besetzt halten. Tie (Se= samtzähl der Kriegsgefangenen in Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Bulgarien und der Türkei beträgt 2 658 283, hiervon befinden sich 1 647 225 Mann in deutscher Gefangenschaft. Eine entsprechende Kriegsbeute ergänzt die Er­ folge unsrer heldenhaften Kämpfer in Ost, West und Süd. ' ' An der italienischen Front wurde ein An­ griff der Italiener bei Paneveggio Abgewiesen. Tie Bulgaren haben an der griechischen Grenze feindliche Angriffe abgeschlagen und selbst Erfolge erzielt. Interessant ist hierbei, daß die Entente hier die serbische Armee wie­ der än vorderste Linie schiebt und sie bluten läßt, um ihre Kräfte zu schonen. Eine deutliche Warnung an Rumänien bringt das Organ des bulgarischen Kriegsmini­ steriums. Dieses sagt den Rumänen ,rundweg daß ihnen nach wie vor nicht getraut wurde, und daß alles zu ihter Vernichtung bereit sei, sobald sie sich offen als Feinde' des Vier-/ bundes bekennen. 1 Tie Türken haben vor dem russischen An­ sturm in Armenien ihr Zentrum« zurückgenom­ men. Ta aber selbst die Russen keine Mateirialbeute melden, handelt 'es sich wohl lediglich um eine strategische Maßnahme, die vielleicht bald wieder ausgeglichen wird. In Persien dagegen behalten die Türken ihre Erfolge fest in der Hand. ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, foen 29. Juli. Mittags. .'Große- $aut>t Quartier.) Westlicher KrieMiirM. Im SomMe-Gebiet fanden lebhafte Artilleriekämlpfe statt. In der Gegend von Pozieres scheiterten starke englische Angriffe, hart nördlich der Somme wurden Angrifssverrsuche durch Feuer unterdrückt. JmMaasgebiet verlief der Tag ohne Jn* fanterietätigkeit. Englisches Feuer auf französisch Comines verursachten Verluste unter der Bevöl­ kerung und großen Sachschaden, indessen kei­ nerlei militärischen. I Ein feindliches Flugzeug wurden beiRoc1 lincourt (nördlich von Arras) durch« VollI treffet der Abwehrgeschütze heruntersteschos -> I sen. Lestlicher Kriegsschauplatz. § Hfer---,-o«ppe des Gmrerakfelvmarschalls I tto« ylusouvurg. I An der Front keine besonderen EreigI Nisse. Unsere Flieger griffen mehrfach mit Ersvlg feindliche Truppentransportzüge und Bahnanlagen an. Heeresgruppe »es ««»eralfeldMarschall» Prinz Leopold Von Bayern Auch die gestern frü«h noch« nicht abgeschlos­ senen Kämpfe an der Front Skrobowa—Wy- göda sind völlig zu unseren Gunsten entschie­ den. Heeresgruppe des Generals b. Linsingen. Tie Russen haben ihre Angriffe gestern auch auf. Teile des Stochod-Abschnittes und der Front nordwestlich von Luck ausgedehnt. ($;tn nordwestlich von Sokul angesetzter starker Angriff wurde mit schweren Verlusten für den 'Feind abgewiesen. Schwächere Vorstöße an anderen Stellen der Stochodfront sind ebenfalls gescheitert. Nordwestlich von Luck ist dem Feind nach mehrmaligen vergeblichen Anlauf gelungen, in unseren Linien in der Gegend von Trysten ein­ zudringen und uns zu veranlassen, die hier bisher noch vorwärts des Stochod gehalte­ nen Stellungen auszugeben. Westlich von Luck ist der russische Angriff durch unseren Gegenstoß zum Stehen gebracht worden. Bei Zwinisce (östlich von Gorochow) wurde der Feind glatt abgewiesen. Ein russisches Flugzeug ist südlich« von Perespa im Luftkampse abgeschossen worden. Armee des Generals Grafe« von Bothmer Mehrfach wiederholte russische Angriffe in der Gegend nordöstlich und südöstlich von Monasterzyska brachen unter großen Verlu­ sten für den Gegner.zusammen. Balkankriegsschar-Platz. Die Lage ist unverändert. Am 26. Juli stürzte ein feindlicher Flie­ ger nach Luftkampf über dem Doiran-See ab. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, 30. Juli, mittags. — (Großes Hauptquartier.) Westlicher KriesrfchmM. Das feindliche Feuer zwischen Ancrebach und Somme hat sich zu größter Heftigkeit ge­ steigert. Englische Teilangrisfe bei Pozieres und I Longueval blieben ergebnislos, j Südlich der Somme und östlich der Maas f heftige Artilleriekämpfe. | Bei La Chalade (Westargonnen) setzte I Leutnant Baldanus seinen 5. Gegner im Luft| kämpf außer Gefecht. Außerdem wurde je ein I feindliches Flugzeug am Ostrande der . Ar | gönnen und östlich von Sennheim abgeschossen. ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Hinvenburg. Starke feindliche Patrouillen wurden' durch Feuer am überschreiten der Tüna ge­ hindert. , Bahnanlagen an der mit Truppentrans­ porten belegten Strecke Wileijka—Molodetschno —Minsk, sowie vor der Heeresgruppe des Generealseldmsarschalls Prinzen Leopold von Bayern die Bahnhöfe Pogorjelzh und Horadzieja wurden erfolgreich mit Bomben belegt. Am Abend brach ein russischer Angriff südlich von Skrbowa in unsrem Feuer rest­ los zusammen. Heeresgruppe des Generals t>. Linsingcn. Tie feindlichen Angriffe hüben an Aus­ dehnung und Stärke noch zugenommen. Sie erstreckten sich mit Ausnahme einzelner Ab­ schnitte aus die Front von Stobhchwa (am Stochod, Nordöstlich! von Kowel) bis westlich von Beresteczke. Sie sind unttcr ungäheuven Verlusten für den AnArcifer. meist im Sperrfeuer gescheitert. Nur an we­ nigen Stellen der ganzen Front ist es zum Nckhkampf gekommen. Eingedrungener Feind wurde durch Gegenstoß, wieder zurückgeworfen oder seinem Fortschreiten ein Ziel gesetzt. Nachts wurde die längst beabsichtigte Zurücknahme der Truppen auf einem nach Osten vorspringenden Stochodbogen nördlich der Bahn Kowel—Rowüo auf die kurze Sehne ohne Störung durch den Gegner durchgeführt. Armee des Generals Grafen d. Bothmer Auch gestern haben russische, zum Teil starke Angriffe nordwestlich und westlich von Buczaez keinerlei Erfolg gehabt. Valkaukriegsschaup l a tz. Keine wesentlichen Ereignisse. Oberste Heeresleitung ────────── Bericht des Admiralstabes. Angriff deutscher Luftschiffe auf die englische Ostküsle. MTB. Berlin, '29. Juli. (Amtlich.) In der Nacht vom 28. zum 29. Juli hat ein Ma­ rineluftschiffgeschwader den mittleren Teil der englischen Ostküste angegriffen und dabei die Bahnanlagen von Lincoln, Jndustrieanlageu bei Norwich, die Flottenstützpunkte Grimsbh und Jmminghajni, sowie Vorpostenfahrzeuge vor dem Humber müt Bömlben belegt, Ein Leuchtturm an der Humbetmlündung wurde vernichtet. Trotz Beschießung mit Brandge­ schossen sind Saite Luftschiffe unbeschädigt in ihre Heimathäfen zurückgekehrt. Ter Chef des Admiralstabs der Marine. ────────── Der österr.-ung. Heeresbericht. WTB. Wien, den 29. Juli. Amtlich wird uerlautbart: Russischer Kriegsschauplatz Ter Feind hat gestern seine Angriffe am ausgedehnten Frontabschnitte wieder aufge­ nommen. Südlich des Dnjestr wurde der russische Anlprall vor unserer östlich von Tlumacz ver­ lausenden zweiten Linie zum Stehen gebracht. | Nordöstlich und südöstlich von Monaster- j zhska führte der Feind bei Tag und Nacht un- | unterbrochen seine lAngrifsskolonnen an die Stellungem der österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen bor; sie wurden überall zurückgeschlagen. Tas Vorfeld ist mit toten und schwer verwundeten Russen bedeckt. Ebewso scheiterten lalle Versuche des Geg­ ners bei iZwinisce durchzudringen. Westllich von 'Luck gewannen die verbünbündeten Trüppen leinen beträchtlichen Teil des gestern /aufgegebenen Geländes zurück. Zwi­ schen der Turha und der von Rowno nachKowel führenden Bahn wurden nach Abwehr mehrerer Anstürme die noch vor dem 'Sto­ chod stehenden Verteidiger hinter den Fluß zurückgenommen. Ein heute früh nordwestlich von Sokul angesetzter russischer Massenstoß scheiterte un­ ter großen Feindverlusten. FtulieniW«er Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Südwestlich von Paneveggio würde ein Nachtangriff abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An her unteren Vojusa erhöhte Gefechts­ tätigkeit. Lsr stellvertretende Cdef des GeneralstaSes v. H v e f e r, Feldmarschalleulnant. WTB. Wien, 30. Juli, mittags. — Amtlich wird verlautbart: Russischer Kriegsschauplatz. Tie Schlachten in Ostgalizien und in Wolhynien dauern unvermindert fort. In Ostgalizien wurde namentlich bei Molodylow, nordwestlich von Kolomea und im Westen und Nordwesten von Buczacz erbittert gekämpft. Ter Feind setzte seine Angriffe Tag und Nacht über fort. Alle seine Anstrengungen schciterton unter schwersten Verlusten. Ebenso brachten ihm die zwischen Beresteczko und Stobychwa am Stochod angesetzten Angriffe trotz größtten Menschenverbrauchs keinerlei Erfolg. Meist gebot den gegnerischen Sturm­ kolonnen schon das Artillerie- und Jnfanterie| Teuer der Verteidiger Halt. Wo es den Rus­ sen, wie westlich von Luck bei der ende Offiziere erzählen, daß dort in den letzten Tagen zahlreiche türkische Offi­ ziere auf der Durchfahrt zu den Kommandos an der Front eingetroffen sind. — Ter Trans­ port der türkischen Truppen ist im Gange, es ist erstklassiges Soldatenmaterial, vorzüglich gekleidet und ausgerüstet und in ausgezeich­ neter Stimmung. Tie Entsendung türkischer Truppen nach dem galizischen Kriegsschauplatz ist seit lan­ gem geplant und nicht etwa durch die mo­ mentane Kriegslage veranlaßt worden. Tie Türken kommen nach den Schlachtfeldern Ga­ liziens und Wolhyniens, um mit unsren Trup­ pen auch dort den Erbfeind der Türkei zu be­ kämpfen. Tie vollkommene Solidarität der Zentralmächte und die Beherrschung der in­ neren Linie ermöglichen es auch diesmal, deM Grundsatz der Oekonomie der Kräfte zu ent-' sprechen und einen Teil der türkischen Kräfte die nach den Erfolgen aüf 'Gallipoli und in Mesopotamien, sowie durch die Entwicklung der Kriegslage auf den anderen Kriegsschau­ plätzen der Türkei frei geworden sind, an dem Punkte des größten gegnerischen Druckes einzusetzen. . Hohe Kosten, wenig Gewinn. Aus Wisbh wird gemeldet: "Rußki In­ valid" schreibt zur neuen Kriegslage, die rus­ sischen Fortschritte in der letzten Woche seien ganz unbedeutend. Im Abschnitte von Riga brachten russische Angriffe einige deutsche Gräben ein, die aber wieder aufgegeben wer­ den mußten, da die Teutschen aus dem äußer­ sten linken Flügel ein Umgehungsmanöver ein­ geleitet hätten. In Südwolhhnien waren die russischen Erfolge von sehr schweren Verlusten begleitet. Man müsse zugeben, daß man die Widerstandskraft des Feindes stark uüterschätzt habe. (Z.) Tjest schwimmende Ministärrat. "Birschewja Wjedomosti" melden, daß die Sitzungen des neuen russischen Kabinetts nicht mehr im Marienpalast, sondern an Bord der Jacht "Newa" stattfänden, die aus der Newa kreuze. ────────── Am Balkan. Eppe bulgarische Mahnung an Rumänien. Mofia, 29. Juli. Tas Verhältnis zwi­ schen Bulgarien und Rumänien klärt sich/. Tas Organ des Kriegsministeriums schreibt an lei­ tender Stelle: Rumänien hat bereits beim Ausbruche des Krieges das Bündnis mit den Zentralmächten gebrochen. Tiefer Umstand er­ weckte bei der Entente die Hoffnung, daß es ihr gelingen werde, den Anschluß Rumäniens zu erzielen. Tie Zentralmächte haben sich! be­ treffs Rumäniens keinen Illusionen hinge­ geben und ihre Verteidigung gegenüber Ru­ mänien vorbereitet. Wir werden Rumänien sofort unschädlich machen, wenn es gegen uns in den Krieg eingreift. Tie Zentralmächte sind in voller Rüstung vorbereitet. Aus Rumänien. Bukarest, 29. Juli. König Ferdinand empfing dieser Tage außer dem deutschen Ge­ sandten von der Bussche auch den italienischen Gesandten und Führer der konservativen Par­ tei Alexander Marghiloman. Rußland hat in Südbeßarabien eine Ex­ peditionsarmee gegen Bulgarien aufgestellt. Tie russische Regierung wird auf diplomati­ schem Wege versuchen, daß ihr der Durchzug durxp Rumänien und der Angriff von der Donau aus gestattet wird. Tas Bukarester Ententeblatt "La Politique" schreibt, daß aus Teupschl': ab 23 Wag­ gons mit Kupfersulfat eintrafen, wodurch den Weingärtenbesitzern ermöglicht werde, ihre Weingärten zu versorgen. Tas genannteBlatt schreibt weiter: Dies tut unser "Feind" Deutsch­ land! 'Wie viel Kupfersulfat hat unser "Freund" England geschickt, obwohl wir es schon lange mit barem Gelde bezahlt haben? Ter bulgarisch« Bericht. Sofia, 28. Juli. (Ag. Bulgare.) Der bul­ garische Generalstab teilt unter dem 27. Juli mit: Längs der ganzen mazedonischen Front täglich schwaches Geschützfeuer und Patrouil­ lengefechte, die für uns günstig verlaufen. Ein mit Maschinengewehren ausgerüstetes feind­ liches Bataillon versuchte, von einer Gebirgs-Haubitzenbatterie unterstützt, am 25.Juli unsere vorgeschobenen Abteilungen an der Front Bahovo—Sborsko (ungefähr 25 Klm. nördlich von Vodena) anzugreifen. Alle An­ griffe wurden mit großen Verlusten für das feindliche Bataillon abgeschlagen. UnsereTruppen schritten sodann zum Gegenangriff und bemächtigten 'sich der feindlichen Schützen­ gräben. Am 26. und 27. Juli versuchten mchrere Kompagnien der serbischen Schumadia-Division, die Höhen nördlich des Dorfes Pozar (ungefähr 25 Klm. nordwestl. von Vodena) zu gewinnen und sich festzusetzen; sie wür­ den jedoch durch unseren vorzeitigen Angriff in die Ebene zurückgeworfen, nachdem sie be­ deutende Verluste erlitten hatten. UnsereTruppen lasen 84 feindliche Leichen auf, darunter einen Hauptmann, und machten 3 Mann zu Gefangenen. Unsere Verluste sind ganz ge­ ring. ────────── Juli warf ein englischer, von einem Flug, zeugmutterschiff, das von französischen Tor­ pedobooten beschützt war, aufgestiegener Flie­ ger, Bomben auf Haisfa und Umgebung, wo­ durch einige Kinder und eine,Frau verwundet wurden. An der ägyptischen Front "in Gegend von Katia dauern die,Patrouillenzu­ sammenstöße zu unseren Gunsten an. "K o n sta nt i n ope l, 28. Juli, 8 Uhr abends. Hauptquartiersbericht:Jnfolge der rus­ sischen Angriffe, die in der Richtung auf,Bai­ hurt und Mamachatun gegen unsere Stellun­ gen im Zentrum auf befall Südufer des Tschoiut" unternommen wurden, führten unsere Truppen .indem sie sich in den Hintereinan­ der "liegenden Linien behaupteten und Ge­ genangriffe machten, einen geordneten Rück­ zug durch. Unsere Truppen auf dem linken Flügel nördlich des Tschoruk in der Küsten­ gegend zogen sich gleichfalls auf unseren Befehl freiwillig zurück, indem sie der Bewegung des Zentrums folgten. Infolgedessen sind dieOrtschaften Baihurt, Gümüschlhame und Erzindjan in die Hände des Feindes gefallen. 12ie Fortschritte welche die Russen nur unter blu­ tigen Verlusten erreichten, können unsere all­ gemeine Lage an dieser Front nicht beeinträch­ tigen. Ter allzusehr übertriebene Inhalt der russischen amtlichen Berichte über unserenRückzug-, der nur eine Notwendigkeit der Lage gewesen ist, ist 'ohne Begründung. Tie Rus­ sen versuchen unsere Bewegung als Flucht darzustellen. Es ist aber hervorzuheben, daß unsere Armee außer zwei Matelli-Geschützen, die durch das feindliche Feuer zerstört wa­ ren, nichts im Stiche ließen. Tie Mitnahme der gesamten Artillerie und des übrigen Ma­ terials beweisen die vollkommene Ordnung des Rückzuges- den unsere Armee aus bestimmten Erwägungen aufgenommen hat. Während die­ ser Operationen machten wir bei mehreren Gegenangriffen an verschiedenen Abschnitten eine große Zahl Gefangener. Ter. Verlust Erzindjans ist bedauerlich, aber da es eine offene Stadt ist, wird er keinen Einfluß tauf unsere allgemeinen Operationen haben. Auf dem rechten Flügel in den Abschnitten von Musch und Bitlis ist die Lage unverändert. Tie von Zeit zu Zeit vom Feinde entwickeltes Tätigkeit wird durch unsere Gegenbewegungen angehalten. Tie russischen Streitkräfte, denen es gelungen toafe, den Abschnitt von Rcoanduz zu erreichen, wurden infolge meh­ rerer für uns glücklicher Kämpfe von derGrenze verjagt. Von den drei Armeen, die wir auf einer sich von Südpersien bis zum Schwarzen Meer erstreckendenFront aufgestellt haben,ist der linke Flügel wenig zurückgebogen woroen. Ties ist von den Russen als großer Erfolg gemeldet worden, dennoch rückt unsere Armee des rechten Flügels in Südpersien beständig vor und die des Zentrums beherrscht voll­ kommen den Abschnitt von Asserbeidjan und die westlichen Gegenden der genannten Land­ schaft. Tie nächsten Operationen, die in kur­ zer Zeit stattfinden werden, toterben beweisen, wie sehr die Russen sich mit der Verbreitung dieser Nachrichten von angeblich großen Er­ folgen übereilt und wie führ sie sich in ih­ ren Mitteilungen getäuscht haben. ────────── gegen Lothar stieg ihn ihm auf. Dieser wußte doch, daß er und Anne-Rose sich liebten, wie Tam er 'dazu, ihn so beiseite zu schic-" ben und Anne-Rose so mit Beischlag zu befc" legen? An seine Braut mochte er gar nicht den­ ken. Das bevorstehende Wiedersehen mit ihr erfüllte ihn mit Widerwillen. Und als nun zwischen den vier Personen lachend darüber debattiert wurde, wer am meisten Anwartschaft auf die Erbschaft hätte, da schoß Hans Rathenow plötzlich ein Ge­ danke durch den Kops: "Wenn nun Anne-Rose von Billach oder ihr Vater die Haüpterben von Malte Metz? bach würden?" _ Heiß und kalt wurde ihm bei diesem Ge­ danken. Gr fühlte, daß er dann nicht ruhig i-w-ichien könne, daß er dann um jeden Preis versuchen müßte, sich, Anne-Rose zurückzuer­ obern. Denn wenn sie reich wurde, dann trennte ihn doch nichts mehr von ihr. Aber Christa? Er war doch verlobt.Wie abwehrend wqrf er den Kopf zurück. Was kümmerte ihn Christa Langendorf. — Wenn er Anne-Rose gewinnen konnte, wenn sie reich toqr, dann gab es für ihn nur eine Wahl. ... st Ein lautes, herzliches Lachen schreckte ihn aus seiner Versunkenheit, auf die niemand geachtet hatte. Und er sah um sich, wie jaus einem Traum erwacht. Torheit, sich in sol­ che Hirngespinste zu verlieren, — Anne-Rose wurde schwerlich, jemals solch eine reiche Er­ bin wie Christa, und er Tonnte sich glücklich schätzen, der Verlobte dieses reichen Mäd­ chens zu sein. Nur diese unverhoffte Be­ gegnung mit Anne-Rose hatte ihn aus dem Gleichgewicht gebracht. Aber trotzdem er sich so zu beruhigen versuchte, fühlte er ein bren­ nendes Gefühl der Eifersucht, als er stah, wie sich Lothars und Anne-Roses Augen in so herzlichem Verstehen begegneten. Tante Jettchen strahlte über das ganze Gesicht vor "Freude über Anne-Roses führn# kerkert. Sie hätte Lothar so rocht warm und herzlich die Hände drücken mögen, daß er das Kind aufheiterte. ■ Er freute sich über das leise frühe La­ chen Anne-Roses, über den schelmischen Aus­ druck des süßen Gesichtes, als hätte er ein köstliches Geschenk erhalten. Und er, der sonst im Grunde ein sehr ernster Mensch war, wurde wahrhaftig erfinderisch in luftigen Einfäl­ len, nur um imStter wieder das hmrfate klare Mädchenlachen zu hören. ; ! , i , _ 1 (Gortfetzung folgt.) j | , j t werden uns gegenseitig mancherlei zu erzäh­ len haben." ( Sie plauderten in der angeregtesten Weise miteinander. Lothar war ein so interessant ter Gesellschafter, daß schnell alle Steifheit aus dem Verkehr wich. In kurzer Zeit fühl­ ten sich die vier Personen so vertraut, als hätten sie sich immer gekannt. Hans von Rathenow kam sich sehr über­ flüssig vor, sozusagen von Lothar in den Schatten gedrängt. Sein schönes Gesicht bekam einen unmutigen, gelangweilten Ausdruck, der ihn entschieden schlecht kleidete. Er ärgerte sich hauptsächlich, daß Anne-Rose so gar keine Notiz von ihm nahm und sich so angeregt fatit Lothar unterhielt. Einigemale lachte sie so­ gar laut und herzlich auf, Lothar schien es darauf angelegt zu haben, sie zu erheitern. Und Hans Rathenows Eitelkeit verlangte doch, daß Anne-Rose traurig sein sollte/ weil sie nicht die Seine werden konnte. Wie das so kommt — Hans Rathenow fühlte sich förmlich, beleidigt, daß 'Anne-Mose vergnügt sein konnte, und ihn gar nicht zu beachten schien. Und gerade das schürte die neu aufflackernde Flamme seiner Leidenschaft für das schöne Mädchen. Was hätte er jetzt darum gegeben, wenn er ein Recht hätte an ihr geltend machen dürfen. Ein heftiger Groll ────────── 'Dor Luftschjffangjrisf auf England. London, 29. Juli. (Amtlich.) Teutsche Luftschiffe unternähmen frühmorgens einen Ueberfall auf die Ostküste. Ihre Zahl ist noch unbekannt. In Berichten, die aus Jorkshire und Lincoln einliefen, wird mitgeteilt, daß sie Bomben abwarfen. Der Luftkrieg. ────────── Der Krieg zur See. '8 englische 'Fischerboote värsenkt. London, 29. Juli. Tie Mannschaften von acht durch ein deutsches Unterseeboot ver­ senkten Heringsfischerbooten wurden in Tynemouth gelandet. Bon den Lngländern verschleppt. Kopenhagen, 29. Juli. "NationalTidende" meldet aus Bergen: Der norwegische Dampfer Flora wurde an der isländischen Küste von Engländern aufgebracht und nach Larwick geführt. An Bord befanden sich 150 Isländer der ärmsten Klassen, darunter zahl­ reiche Kinder und Frauen, die auf dem Weg nach den isländischen Fjorden waren, um hier am Heringsfang mitzuarbeiten. Der'Kapitän bat, diese bemitleidenswerten Menschen erst landen zu dürfen, was jedoch abgeschlagen wur­ de. Tie Isländer litten schwer auf der Reise: Tie Angelegenheit hat die größte Erbitterung auf Island hervorgerufen. Die "Deutschland "ausgelaufen? Zürich, 29. Juli. Ter Secolo berich? tet, das Handels-Unterseeboot "Deutschland" sei aus Baltimore ausgelaufen. (Z.) ────────── Aus den Kolonien. Für Algariefa-s Freiheit. "Sabäh" veröffentlicht eine Ansprache eines Algeriers an seine Landsleute, worin diese ausgefordert werden, sich gegen die Fran­ zosen zu erheben, die den Algeriern alle Rech­ te und Freiheiten raubten und den unterdrück­ ten Muselmanen auch die arabische Sprache rauben wollten. (Z.) ────────── leistet haben, die Tag und Nacht und in jeder Minute mutig und furchtlos, im Grauen der Schlacht dem sie überall umlauernden Tode ins Auge blicken, die den Boden des Vater­ landes, Weib und Kind, die höchsten Güter der 'Nation mit ihren Leibern schützen, mit ihrem Blute verteidigen. Nur der heilige, unerschütterliche Glaube an die Gerechtigkeit unsrer Sache konnte sol­ ches Heldentum gebären. Nur das reine Ge­ wissen des deutschen Volkes vermochte auch die Begeisterung jener ersten Kriegslage zu wecken, deren sittliche Größe uns in jenen Augustwochen des Jahres 1914 den Mut und die Kraft gegeben hat, dem vereinten Ansturm aller Welt von Feinden AU trotzen. Wir sehen heute im Geiste wieder unsre Regimenter hin­ ausziehen, wir erleben von neuem die un­ sagbare Spannung der ersten Kriegslage, die uns in ihrem Bann hielt, bis die Meldungen von den ersten Ruhmestaten, die Kunde von Lüttich, von den siegreichen Schlachten gegen die Franzosen, von Hindenburgs Befreiungs­ siegen in dem von den Kosakenhorden ver­ wüsteten Ostpreußen den Zurückgebliebenen da­ heim die Gewißheit gaben, daß die. altbe­ währte Tapferkeit der deutschen Heere unser Volk vor Vernichtung, vor fremder Knecht­ schaft bewahren würde. Aber da sie mit Waffengewalt betn deut­ schen Volke nicht beizukommen vermöchten, ver­ suchten die Feinde uns auszuhungern. Tie russische "Dampfwalze" zerbeult und zerschla­ gen, wälzte sich rückwärts über die Leichest der eigenen Landesangehörigen, die franzö­ sische Zähigkeit, angestachelt durch eine scham­ lose Hetze zu wildem, wütenden 'Völkerhaß, ermattete an der Unerschütterlichkeit unsren Front. Da glaubte England, das Blut seines eigenen Volkes in Strömen vergießend, aus durch die Blockade die Kehle zuschnüren, Deutschland durch Hunger auf die Knie zwin­ gen zu können. Es hat sich getäuscht. Gewiß, unsre Vorräte sind knapp, unsre Ernährungs­ schwierigkeiten nicht gering — wer Wollte es leugnen? Mühen und Entbehrungen müssen vom Volle getragen werden. Mer das Volk daheim verträgt sie mit ruh!geint Gleichmüt, in betn Bewußtsein, daß diese Leiden nichts sind gegen das,was seineMänner, seineVäter, Söhne und Brüder draußen im Felde erdul­ den. Das deutsche Volk ertzxägt sie in der festen Zuversicht auf die Stärke unsrer Waffen, auf die Treue und Tapferkeit der Bundes­ genossen, die vor zwei Jahren mit uns in den Kampf gezogen sind, und der, die im Laufe des Krieges sich unsrer Sache angeschlos­ sen haben. Und während in West und Ost die Feinde ihre größten gewaltigsten Anstren­ gungen machen, während jüe vergebens He­ katomben opfern, um die unerschütterlichen Deutschen Linien zu durchbrechen, ist eine rei­ che, gesegnete Ernte herangereift/die im Ver­ ein mit unsrer vorsorglichen Organisation dev Kriegswirtschaft alle Aushungerungsabsichten der Feinde endgültig zunichte machen wird. Das dritte Kriegsjahr beginnt und noch immer sehen die Gegner das Vergebliche ihres Ansturms nicht ein. Die Schürer und Hetzer in den feindlichen Ländern über deren ver­ brecherische Häupter das Meer von Blut kommt, das schon vergossen worden ist und noch immer vergossen wird, wagen nicht, ihren irregeleiteten Völkern einzugestehen, daß die Partie verloren ist. So müssen wir weiter kämpfen, bis durch die Sprache unsrer Waf­ fen der volle Sieg errungen, bis die bereits schwer erschütterte feindliche Kriegsmacht voll­ ends gebrochen ist. Das dritte Kriegsjähr beginnt und auf den Schlachtfeldern Litauens und Wolhyniens, vor Verdun und an der Somme wird in beispiellos wütenden Kämp­ fen um die Entscheidung im Weltkriege ge­ rungen. Deutsche Tapferkeit, deutscher Opfermut, deutscher Siegeswille haben in zwei langen, schweren Kriegsjahren Uebertnenschliches ge­ leistet und der Rühm unsrer Siege auf dem Schlachtfeld wie daheim lassen in diesen Tagen derErinnerung an die einmütigeErhebung des deutschen Volkes unsre Herzen höherschlagen, die erfüllt sind von tiefer Trauer um die Männer, die für das Vaterland gefallen, von Dankbarkeit und Bewunderung für diejenigen, die draußen in heißem Kampfe ihr Leben in die Schanze schlagen. Von solchen Enpsindungen beseelt, erfüllt von der weltgeschichtlichen Bedeutung der so unsäglich härten, aber auch, so großen und erhebenden Zeit wird das deut­ sche Volk ausharren wie bisher, wird TnWh^testtz, Weiterkämpfen und Ziegen! ────────── Gefährdung des Pananratanals. Aus Montreal berichtet "Daily Ehpreß/, wonach die Jngenieurkreise Englands überzeugt sind, daß das Schicksal des Panamakänals besiegelt sei. Die Bestätigung dieser Ansicht duvch, die Regierung der Vereinigten Staaten könne nicht mehr lauge hinausgeschoben werden. Das Blatt berichtet weiter, daß amerikanische In­ genieure während der letzten Monate in Eng­ land weilten, um die Ansicht britischer Fach­ leute über die Nicaragua-Route einzuholen. Es mag daran erinnert werden, daß zahlrei­ che Ingenieure das Panama-Projekt zugun­ sten der Nicaragua-Route bekämpften. J£ie böse Stelle des gegenwärtigen Kanals ist der Culebra-Tnrchstich. Die gegenwärbge Stö­ rung ist aber nicht auf einen Erdrutsch selbst, sondern aus die Tatsache zurückzuführen, daß der Culebra-Tnrchstich ein riesiger Sumpf ist. Der Kanal ist jetzt feit 7 Monaten geschlossen. Er sollte im Februar wieder geöffnet werden. Und jetzt heißt es, daß daran nicht vor dem Herbst zu denken sei. (Z.) Ein amerikanisches Muniliansdopot in die Luft geflogen. Hunderte von Waggorrladungett und mehrere Barken mit Munition sind in den Werken der National Storage Company in der Nähe von Cornrnunipaw in NÄöjersey in die Luft geflogen. In ganz Newhork War die Erschütterung zu spüren. Tages-Uebersicht. ────────── Bayerische Nachrichten. Tyr König und die Königin haben 10 000 Mark für den Opfertag gezeichnet. Technikum Nürnberg. Auf das in der heutigen Nummer erscheinende Inserat des K. Bayer. Technikums in Nürnberg wird auch, an dieser Stelle aufmerksam gemacht. Ter Be­ such des Technikums dürste besonders Jenen zu empfehlen sein, welche vor ihrer Berufs­ wahl stehen und die Berechtigung zum Ein­ jährig-Freiwilligen besitzen. Nachdem das K. Technikum Nürnberg sowohl der Privatindustrie als auch den Staatsbetrieben schon eine große Anzahl ausgezeichnet vorgebildeter tech­ nischer Kräfte geliefert hat, ist das Stellen­ angebot alljährlich sehr groß, sodah. die Ab­ solventen in der Regel unmittelbar nach Ver­ lassen der Ilnstalt in guten Stellen ihr Unter­ kommen finden. ────────── Allerlei. Vom Blitz erschlagen wurde die Frau und die Tochter des Bauern Lorenz in Lutzingenbei Dillingen. Durch spieloüdc Kinder entstand einBrand in Hermsdorf bei Bamberg, der das Anwesen des Schneiders Lesselmann mit Ernte und Vieh einäscherte. Ein zweijähriges Kind kam in den Flammen üm. Beim RettNngswerk verunglückt. Ter 18 Jähre alte Schreiner Bayer aus München wurde beim Kahnfahren aus dem Main in Schweinfurt von der Strömung ersaßt und über ein Wehr hinabgerissen. Ter 45jähr. Landsturmmann Merklein aus Ebensseld warf dem um Hilfe Schreienden einen Rettungsring zu, wobei er abglitt, in den Strudel -stürzte und von den.Fluten fortgerissen wurde. Ter Leichnahm konnte noch, nicht gefunden wer­ den. Bayer selbst wurde gerettet/ Für 70000 Mchrk Malz und Gerste sind bei einem Brand in der Brauerei des Gutsbe­ sitzers Jansen aus Einrichshos bei Brückenau berimmnt., , ; . , , , i t . . ; i ────────── Niederbayerische Nachrichten. Straubing, 29. Juli. (Das Luitp old kreuz) wurde dem Aufseher bei dem ZuchthauseStraubing Johann Kästner verliehen. Passau, 29. Juli. (Milchpantscherin.) Bei einer am Donnersatg durch den Marktinspektor vorgenommenen Milch kontrolle wurde die Oekonomeusfrau Flieher von Aassau-Haidenjfjtof in dem Momente erwischt, als sie die zu den Kunden zu liefernde Milch mit einem ge­ hörigen Quantum Wasser vermischte. Passau, 30. Juli. (Wert der Brotmarke.) | Auf der Tonau-Luitpoldbrücke gab es Sams| tag nachmittags eine Menschenansammlung. I Einem Kinde hatte der Wind 6 Brotmarken entführt. Zum Glück blieben sie aber unter der Bstücke auf dem Gerüst liegen. Wie sie aber wieder herausbringen? Ter Jammerndes Kindes war natürlich groß, nachdem es zu spät erkannt, welchen Schatze es verloren. Ta kam ein menschenfreundlicher Mann, sah das "Unglück" und ohne sich lange zu besinnen, kletterte er unter die Brücke und kam als­ bald mit den entflogenen Brotmarken glücklich zurück. Gespannt verfolgten die zahlreichen Zuschauer das Unternehmen und ein hörbares Aufatmen war der Tank für die vollbrachte ; "Rettung". Ganz ungefährlich war die auch nicht; aber was tut man nicht alles für sechs Brotmarken im Betrag von 1250 Grantin?! ────────── I JnstizdielNst. Der Sekretär am Amtsget richte Deggendorf Jos. Lehner wurde zum Amtsrichter am Amtsgerichte Scheßlitz in et. Weise befördert, der gepr. Rechtspraktikant u. Rechtsanwalt Anton Seiler in Deggendorf zum Sekretär am Amtsgerichte Deggendorf in et. Eigenschaft ernannt; der Sekretär am Amts­ gerichte Mainburg, Amtsanwalt Adolf Lindner zum Amtsrichter asm! Amtsgerichte Waldsassen in etatsm. Weise befördert; der gepr. Rechtspraktikant u, Rechtsanwalt Frz. Geislinger in Ellingen zum Sekretär am Amtsge­ richte Mainburg.in etatsm. Eigenschaft er; nannt; der im zeit!,, Ruhestand befindliche Oberamtsrichter am Amtsgerichte Landau a. I. Amtsgerichtsrat Jos. Otto Kerling auf sein Ansuchen wegen dauernder Tienstunfähigkeit unter Anerkennung seiner Dienstleistung im Rähestand für immer zu belassen. Der Titel und Rang eines Oberlandesge­ richtsrates wurde gebührenfrei dem Landge­ richtsrat Karl Hieber in Deggendorf verlie­ hen; der Titel und Rang eines Amtsgerichts­ rates dem Oberamtsrichter Rudolf Müller in - Vilsbiburg; der Titel und Rang eines Ober­ amtsrichters den Amtsrichtern Karl Albrecht in Dingolfing und Edmund Fumian inStraubing; der Titel und Rang eines Obersekretärs den Sekretären Jos. Vogl in Deggendorf und Joh. Leichtenstern in Mitterfels. Schuldienst. Tie Volksfchullehrer-, Mes­ ner- und Organistenstelle in Inkofen, K. Distriktsschulinspektion Rottenburg 2 in Ander­ mannsdorf, tomimt ab 1. Oktober T. Jrs. zur Erledigung. Endtermin für Bewerbungen 24. August c. Dienstesnachrichten. ────────── —* Beerdigung. Am Samstag nach­ mittags wurde im stöbt Friedhöfe der tat! Reservelazarett im Solanushaus seinen Ver­ letzungen erlegene Musketier des 143. Jnf-Regts. Stanislaus Koczorowski aus Posen mit militärischen Ehren zur letzten Ruhe bestat­ tet. Herren Offiziere und verwundete Kame­ raden, der/Veteranen- und Kriegervertzin und eijte große Anzahl anderer Leidtragender ga­ ben dem Sarge des verstorbenen Helden das letzte Geleite. Herr Militärkurat Weber hielt eine ergreifende Gedächtnisansprache. ..Herr Oberleutnant Walther legte int Namen der verwundeten Offiziere "un Solanushaus un­ ter herzlichen Gedenkworten einje prächtige Kranzspende nieder, ebenso ein Unteroffizier im Namen der verwundeten Kaimieräden. Herr M.-R. Wicklmahr legte im Auftrag der Stadt einen mit den Stadtfarben gezierten Kranz am Grabe nteber. —* Das Bürgerrecht wurde verliehen gegen Gebühr den Herren: Anwaltsbuchhalter Anton Vogl, Kaufmann Ferdinand Neuhau­ ser und gebührenfrei den früheren Feldzugs­ soldaten von 1870/71 ehem. Postschaffner Jul. Schulz, Pens. Postbote Josef Bauer und Äug. Harlander. / —* Der Lazajrettzug Z 2 Bremen kam gestern mittags kurz vor 2 Uhr über Regensburg, wo er 123 Verwundete abge­ geben hätte, hierher. Es wurden 44 Ver­ wundete hier ausparkiert und durch die frei­ willige Sanitätskolonne in die Lazarette in der Reiterkaserne, im Solanushaus, Kolon­ nenhaus, und stöbt. Krankenhaus verbracht. —* Ein 'Seelengottesdienst für den auf dem Felde der Ehre gefallenen Feldwebel der Reserve im ;16. Inf-Regt. Herrn Karl Maierhofer von hier, früher Schutzmann in Passau, fand am Samstag in der Pfarrkirche St. Martin statt. Zu demselben war auch eine Abordnung der Passauer SchutzmanUschaft er­ schienen, während der Kreisverein der niederbayerischen Polizeibeamten eine prächtige Kranzspende am Katafalk niederlegen ließ. —* Die Kinderkommunion sah ge­ stern in den Pfarrkirchen St. Martin, St/ Jodok u. St. Nikola die Kinder, vielfach beglei-tet von den Eltern, an der Kommunionbank. In Berg und Achdorf fand die Kinderkommunion während des Hauptgottesdienstes statt. —* Fleischpreiserhöhung. Die Lebensmittelstelle hat in ihrer letzten Sitzung über die Eingabe der 'Metzgerzwangsinnung beraten, in welcher eine Erhöhung der FleischPreise um 10 Pfg. pro Pfund gefordert wurde. In Berücksichtigung der Tatsache, daß die An­ lieferung vo nGiroßpieh entgegen den beste­ henden Vorschriften in stark angefüttertem Zustande erfolgt, Wurde ein Preisaufschlag von 5 Pfg. für Ochsen- und Kuhfleisch üben-' all mit Ausnahme von Filet genehmigt. Die übrigen Fleischpreise bleiben wie bisher. Tie ViehübernahMekomlmlission wird in Zukunft auch übermäßig angefüttertes Vieh beanstan­ den und den Kreisbevollmächtigten auf die Fälle Hinweisen. Auch der Deklarierungs zwang der Metzger soll strenge gehandhabt werden, damit sticht, wie es jyfteber vorgekom­ men ist, ein Metzger Stierfleisch als Ochsensleisch verkauft. Herr Rechtsrat Costa betonte in der letzten Magistratssitzung noch, daß die Anlieferung von Bieh in überfüttertem Zu­ stande Wohl keinen ausreichenden Grund zur Fleischpreiserhöhung ergeben hätte, da dieser Mißstand durch die berufenen Stellen beseitigt werden müßte. Es sei hiefür vielmehr die Erwägung maßgebend gewesen, daß die Metz­ ger mit den Fleischpreisen kaum auf ihre Rech­ nung kommen. 1 —* "Billige Lebens mitte l". Unter diesem Stichwort hatte Herr G.-B. Fellerer dem Gemeindekollegium eine Eingabe zuge­ leitet, i n. welcher gefragt wird, ob etwas Wah­ res daran sei, daß Frau Haberl durch ihre Ar­ beit im KomiMunalverband horrende SuMinen verdiene. Es bestünden Gerüchte, wonach diese aus eine Jahreseinnahme von 50—60 000 Mark kommen solle. Wenn Man 1—2 Prozent Provision annehme, sei dies allerdings mög­ lich. Zugleich wird angeregt, ob es nicht mög­ lich wäre, für die Dienste der Frau Haberl eine Person fliegen Fixum anzustellen und den UeberschuP dem Komimtunalsäckel zuzuwenden oder für denfelben billige Lebensmittel zu beschaffen.. Las Gemeindekollegium hätte die Eingabe iin geheimer Sitzung behandelt und dann denn Magistrat zugeleitet. Tiefer hät nun in ösffentlicher Sitzung ant letzten Sams­ tag die Älngaben als ungerechtfertigt bezeich­ net. Fram Haberl sei auf Vorschlag des Handelsgremitums und der Kauststannschaft als Vermittleirin zwischen den Kaufleuten und den beiden hiesigen Kommunalverbänden tätig. In dieser Eigenschaft besorgt sie den Gesamtbezug der Kauflieute in Teigwaren, Reis ,Gries etc. und verteiilt die Waren nach Maßgabe des zwi­ schen den Kommunalverbänden und den Kauf­ leuten getroffenen Verteilungsplanes. Frau Haberl hätt auch das gesamte Inkasso unter eigener Haftung zu besorgen. Für ihr keines­ wegs angenehmes Geschäft erhält jte für Zucker 1 Prozent und für die übrigen Waren 2 Prozent, hät aber hiervon auch alle Aus­ gaben, Telephon, Porto etc. selbst zu tragen. Wie nach den Rechnungen festgestellt wurde, sei der Verdienst ein vollkommen angetafejlfe* ner. Die Provision der Frau Haberl gehe auch nicht zu Lasten des Publikums, das lediglich! die Höchstpreise für die Waren zu bezahlen habe, sondern zu Lasten der Kaufleute. Ter Magi­ strat erachtet daher die angezogenen Gerüchte als jeder Begründung entbehrend. Herr M.R. Kohlnidorfer betont hiezu, daß die in der ,Eingabe Feilerer angegebene Summe kolossal! übertrieben sei. (Zuruf: Eine Null zu viel.) Lurch die Bemühungen der Frau Haberl sei Landshut tatsächlich! oft beslser Mit Waren be­ dacht als andere Städte, welche diese Einrich­ tung nicht so ausgebaut haben. Sie sei mit den Bezügen des Handels hier seit Jahren vertraut und er könnte keinen anderen Vor­ schlag bringen, welcher für die Stadt von größerem Vorteil wäre. Frau Haberl sei keine Amtsperson, sondern lediglich Vermittlerin zwischen Kaufleuten und Kommunalverband. Sie habe daher mit vollständig gebundener Marschrotute ihre Tätigkeit auszuüben. Herr Gierstenecker fügt noch an, eß werde vielfach Mnstoß genommen, daß man einen solchen Ptosten einer Frau gebe. Frau Haberl sei die Frau eines zum Felddienste einge­ rufenen Mannes und führt an seiner 'Stelle das Geschäft weiter. Er glaube daher, daß nichts dagegen zu sagen fei, daß man dieser Frau die Möglichkeit gebe, daß sie sich selbst fortbringe und nicht auf Unterstützung zu warten brauche. Herr Rechtsrat Costa weist noch darcauf hin, daß die genauen Zahlen des | Gewinnes, (Zuruf: der ein sehr mäßiger ist,) ] der Firma dem Magistrat bekannt feien, daß i aber die Firma Anspruch habe, daß die Zahlen ! geheim gehalten werden. —* De r herumziehe nde Korbflech­ ter J0h