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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-08-01"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 206</biblScope>
          <date when="1916-08-01">1916-08-01</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Der Kaiser an Volk und Armee. Neuer englisch - französischer Generalsturm au Ser Sommefront abgeschlagen. — Ein Fliegerangriff ans Müllheim i. B. vereitelt. — Russische Angriffe in Wolhynien blutig abgewiesen. — Erfolgreiche Vorstöße Sentscher mtl österreichisch-ungarischer Truppen in Galizien u»S der Bukowina</p>
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          <p>Berlin, 31. Juli. Seine Majestät der Kaiser hat die nachfolgende Kundgebung er­ lassen: An die deutsche Wehrmacht zu Lande und zur See. Kameraden! Tas zweite Jahr des Weltkrieges ist vol­ lendet. 'Es war, wie das erste, für Teutschlands Waffen ein Ruhmesjahr! Aul allen Fronten habt Ihr dem Feinde neue, schwer« Schläge versetzt. Ob er niedergekämpft der Wucht Eures Angriffs wich oder ob er, durch, fremde, aus aller Welt zusammengeraffte und erpreßter Hilfe verstärkt, Euch den Preis der bisherigen Siege wieder zu entreißen suchte: Ihr habt Euch ihm stets überlegen gezeigt. Auch da, wo Englands Gewaltherrschaft! unbestritten war, auf den freien Wogen der See,, habt Ihr siegreich gegen erdrückende Uebermacht gefochten. Tie Anerkennung Eueres Kaisers un§ die stolze Bewunderung der dankbaren Heimat sind Euch für diese Taten unerschütterlicher Treue, kühnen Wagemutes und zäher Tapferkeit ge­ wiß. Wie das Andenken an die gefallenen Hel­ den so wird auch Euer Ruhm bis in die fernsten 'Zeiten wirken. Was die Wehrmacht vor dem Feinde an Lorbeeren pflückte, trotz Not und Gefahr stets hochgemut, weil ihr das stolzeste Los des Sol­ daten beschert war, ist unzertrennlich ver­ knüpft init der hingebungsvollen und uner­ müdlichen Arbeit des Heimatheeres. Intimer frische Kräfte !hat es den hechtenden Truppen zugeführt, immer wieder das Schwert ge­ schärft, das Deutschlands Zuversicht und der Feinde Schrecken ist. Auch dem .Heimatheek gebührt mein und des Vaterlandes Tank! i Noch aber sind die Macht und der Wille des Feindes nicht gebrochen. In schwerem Streite müssen wir Wettert ittgen um die Si­ cherheit unserer Lieben, um des Vaterlandes Ehre und für die Größe des Reiches. Wir wer­ den in diesem Entscheidungskampfe, gleichviel ob der Feind ihn mit Waffengewalt oder mit kalt berechnender Tücke führt, auch im dritten Kriegsjahr die alten bleiben. Ter Geist der Pflichttreue gegen das Va­ terland ünd der unbeugsame Wille zum Siege durchdrängt heute, wie am ersten Tage dos Krieges, Wehrmacht und Heimat. Mit Gottes gnädiger Hilfe, dessen bin Ich gewiß, werden Eure 'zukünftigen Taten der vergangenen und der 'gegenwärtigen würdig sein! Großes Hauptquartier, den 31. Juli 1916.. L , , Wi lhelmJ. R. Der Kaiser an die Armee.</p>
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          <p>Der Kaiser an das Volk. WTB. Berlin, 31. Juli. (Amtlich.) Der Kaiser hat an den Reichskanzler folgenden Erlaß gerichtet: "Zum zweiten Male kehrt der Tag wie­ der, an dem mich die Feinde zwangen, Teutscklands Söhne zu den Waffen $u rufen, amt Ehre und Bestand des Reiches zu schützen. Zwei Jähre beispiellosen Heldentums in Ta­ ten und Leiden hat das deutsche Volk durch«messen. Heer und Flotte haben stn Verein mit treuen und tapferen Bundesgenossen in Angriff und 'Abwphr den höchsten Ruhm er­ warben. Viele Tausende unsrer Brüder haben ihre Tsreue gegen das Vaterland mit ihrem Blute besiegelt. In West und Ost bestehen unsre heldenmütigen Feldgrauen in unerschüt­ terlicher Festigkeit den gewaltigen Ansturm der Gegner. Unsre junge Flotte hat am ruhm­ reichen Tage von Skagerrak der englischen Armada einen Harten Schlag versetzt. Leuchtend stehen mir die Taten nie er­ müdenden Opfermutes und treuer Kamerad­ schaft an der Front vor Augen. Aber auch, da­ heim ist Heldentum: Bei Mann und Frau bei jung und alt, bei allen, Pie Trauer und Sorge still und tapfer tragen, die ordnen und helfen, um die Leiden des Krieges tzu mildern in der Arbeit derer, die Tag und' Nacht unermüdlich schaffen, um unsre kämp­ fenden Brüder im Schützengraben und auf per See mit allem notwendigen Rüstzeug zu ver­ sorgen. Tie Hoffnung der Aei.rde, uns in der Herstellung von Kriegsmitteln zu über­ flügeln, wird ebenso zuschanden werden, wie ihr Plan, durch Hunger zu erzwingen, was ihr Schwert nützt erreichen kann. Auf Teutschlands Fluren löhnt Gottes Gnade des Land­ manns Fleiß mit reicherer Frucht als wir zu hoffen wagten. Süd und Nord wetteifern darin, die rechten Wege für eine brüderliche Verteilung von Rührung und anderem Le­ bensbedarf zu finden. Allen, die draußen und daheim für Volk und Heimat kämpfen und streiten, ihnen allen gilt mein heißer Tank. Noch liegt Schweres vor uns. Zwar regt sich nach den furchtbaren türmen Zweier | Kriegsjahre die Sehnsucht nach! Sonnenschein I des Friedens in jedem menschlichen Herzen. I Aber der Krieg dauert fort, weil die Losung ' der feindlichen Machthaber auch heute noch Deutschlands Vernichtung ist. Aus unsre ! Feinde allein fällt die Schuld des E weiteren Blutvergießens. Niemals hat mich die feste Zuversicht ver­ lassen, ^ daß Deutschland trotz dchp Ueberzahl seiner Gegner unbezwingbar ist', und jeder Tag befestigt sie aufs neue. Tks deutsche Volk weiß, daß es um sein Dasein geht. , lernt* seine Kraft und ver­ traut aus Gottes Hilfe. Darum kann nichts seine Entschlossenheit und Ausdauer erschüt­ tern. Wir werden diesen Kampf zu einem Ende ßühren, der uttjer Reich vor neuem lieber fält schützt und der friedlichen Arbeit deutschen Geistes und deutscher Hände für alle Zu­ kunft ein freies Feld sichert. Frei, sicher und stark wollen wir wähnen unter den 'Völkern des Erdballs. Dieses Recht soll und wird uns niemand rauben. Ich beauftrage Sie, diesen Erlaß zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Großes Hauptquartier, 31. Juli 1916. Wilhelm I. R. An den Reichskanzler." Des Kaisers Dank an dieHeimat. WTB. Berlin, 1. August. (Amtlich.) Tas Armeeverordnungsblatt veröffentlicht nachstehenden Allerhöchsten Tankerlaß: Ueber der unauslöschlichen Tankespflicht gegen unsre todesmutigen Kämpfer draußen werde Ich und wird ganz Deutschland nie­ mals derer vergessen, die in der Heimat in treuer Pflichterfüllung rastlos tätig waren und tätig sind, alle Streitpttttel in vorbildlicher Vollkommenheit zu schaffen, die Heer und Marine zur Erfüllung ihrer gewaltigen Auf­ gaben Tag für Tag gebrauchen. Ich beauf­ trage Sie Meinen und des Vaterlandes be­ sonderen Tank allen denen auszusprecheu, die in nimmer ruhender Geistesarbeit oder an der Werkbank, am Schmiedefeuer oder im tiefen Schacht ihr Bestes 'hergeben, um unsre Rü­ stung stahlhart und Mtdurchdringlich zu erhal­ ten. Gleicher Tank gebührt auch!' den tap­ feren Frauen, die dem Gebote der Stunde gehorchend, zu ihren in dieser Zeit wahr­ lich nicht leichten Frauenpflichten gern auch, harte Männerarbeit aus Ich nehmen. Sie alle dürfen mit Recht das stolze Bewußtsein in sich tragen, an ihrem Teile mitgew.irIt zu haben, wenn die Anschläge der Feinde ver­ eitelt wurden und der 'Sieg auf unsrer Seite war. Daß diese Männer und Frauen fortfah­ ren werden, in der Zeit des schwersten Ringens mit dem bisher bezeugten Opfermut mit treue­ ster Hingabe dem Vaterlande bis zum sieg­ reichen Ende zu dienen,, dessen bin Ach gemißt Großes Hauptquartier, 1. August. Wilhelm. ; An den Kriegsminister. Großes Hauptquartier, 1. August. Vor­ stehenden Allerhöchsten Tankerlaß bringe ich hiermit zur Kenntnis aller zuständigen Mi­ litärbehörden mit dem Aufträge, ihn unver­ züglich den in Staats- und Privatbetrieben bei Herstellung von Hesresbedars jeglicher Art tätigen Männern und Frauen bekanntzugeben und ihnen den Kaiserlichen Tank in geeignet</p>
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          <p>erscheinender Weise durch Ansprache oder An­ schlag zu übermitteln. Kriegsminister Wild von Hohenborn.</p>
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          <p>Ein Tagesbefehl des stellvertr. Generalkommandos 1. bayer. Armeekorps. Tas stellvertretende Generalkommando 1. Bayer. ' Armeekorps veröffentlicht folgenden Tagesbefehl des kommandierenden Generals: Ein 'zweites Kriegsjahr geht seinem Ende entgegen, ein Jahr gewaltiger Erfolge unsrer Waffen und der unsrer Verbündeten. Im Osten wurden in unvergleichlichem Siegeszuge Galizien vom Feinde befreit, die russischen Massen aus Polen und dem deutschen Kur­ lande weit hinter die Grenzen des Zaren­ reiches zurückgedrängt, in treuer Zusammen­ arbeit mit den neuverbündeten Bulgaren Mon-i tenegro und Serbien besetzt und der Weg zur verbündeten Türkei geöffnet, während diese den Feind von Gallipoli ins Meer warf, bei Kut el Amara Englands Ansehen einen mäch­ tigen Stoß versetzte und im Kaukasus erfolg­ reich den russischen Anstürmen die Stirne bietet. " Im Süden wehren nach glänzenden Er­ folgen Oesterreich-Ungarns Truppen die ver­ geblichen Angriffe der bundesbrüchigen Ita­ liener mit bewunderungswürdiger Ausdauer und Tapferkeit von ihren altehrwürdigen Grenzen ab. In der Nordsee hät unsre Marine in der größten Seeschlacht aller Zeiten durch ihren herrlichen Sieg den Glauben an die englische Beherrschung des Weltmeeres in der ganzen Welt erschüttert. Nun erheben sich upsre Fein­ de in Ost und West zu neuen Anstürmen? doch unerschütterlich stehen unsre braven Trup­ pen und wehren dem Sturm, während sie ihre Anstrengungen um Verdun erfolgreich verdoppeln. \ Tankbar blickt unser Vaterland auf seine heldenhaften Söhne, die so Gewaltiges ge­ leistet und die Heimat vor dem Greuel des j Krieges bewahrt haben. Tie Wiederkühr des Jahrestages der Kriegs­ erklärung gibt mir aber auch willkommenen Anlaß, um allen Angehörigen des Besatzungs­ heeres, allen Stellen und Behörden innerhalb des Korpsbereiches, die unermüdlich, an der Erhaltung und Erhöhung der Schlagfertigkeit mitgearbeitet und an der Sicherstellung und Regelung der Volksernährung mitgewirkt s haben, meinen Tank und meine Anerkennung auszusprechen. Manche Gewohnheit mußte eingeschränkt werden, an Stelle freier Verfügung über die Lebensmittel ist sparsame Regelung des Ver­ brauches getreten. Aber es besteht die Ge­ wißheit, daß die unmenschlichen Aushungerungsbestrebungen unsrer Feinde zu schänden werden, die nicht nur unser Heer bekämpfen,, sondern auch gegen unsre wehrlosen Kinder, Frauen und Greise Krieg führen. Tie Bevölkerung des Korpsbereiches ist mit mir dabei durchdrungen von dem! uner­ schütterlichen Bewußtsein, daß nur der end­ gültige Sieg unser Heil, ein Nachlassen unsrer Unbeugsamkeit im Waffen- und Wirtschafts­ kriege dagegen unser Aller Verderben wäre. Entschlossen und standhaft wird das deutsche Volk mit Ruhe und Zuversicht im felsenfesten Vertrauen auf seine Führung aus­ harren und durchkämpfen, bis ihm nach sieg­ reich durchgeführtem Kampfe ein ehrenhafter, segenvoller Friede beschieden ist. vom der Taun. General der Infanterie Im Westen unternahmen die Engländer und Franzosen einen neuen starken Angriff zwischen Pozieres und der Somme, der überall gescheitert ist. Hervorragendes leisteten in der Abwühr bayerische und 'sächsische Reservetrüppen und Schleswig-Holsteiner. Französische klei­ nere Angriffe in der Champagne und bei Thiaumont wurden gleichfalls abgeschlagen. Tie Luftkämpfe waren sehr rege. Ein französisches Flugzeuggeschwader griff Conflans an. Dieser Angriff wurde von unsrer Seite sofort durch schweres Feuer auf Pont a Mousson beantwortet. Ein aus Müllheim in Baden zum Luftangriff vorgehendes feind­ liches Geschwader Würde von unsren Fokkern verjorgt und das Führerflugzeug abgeschossen. Außerdem wurden vier weitere feindliche Flug­ zeuge außer Gefecht gesetzt. Im Osten stürmen die Russen in Wol­ hynien noch immer mit starken Kräften gegen unsre Linien an der Turya und Lipa. Tie An­ griffe wurden siegreich abgewehrt und bei Stobhchwa die Russen Wieder zurückgeworfen. Auch bei Buczaez in, Galizien blieben die Unsern in schweren Kämpfen Sieger. Die österr.-ungar. Truppen unternahmen bei Kirlibaba einen erfolgreichen Vorstoß, der die Russen dort zurückdrängte. An der italienischen Front wiesen die österr.-ungar. Truppen italienische Angriffe in den Dolomiten ab.</p>
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          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, den 31. Zuli. Mittags.' .Großes Hauptquartier.)</p>
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          <p>Westlicher Kriegsschauplatz. lich von Pont a Mousson und südlich pon Thiaucourt, dieser durch Abwehrfeuer, abge­ schossen. Tie englischen Unternehmungen bei Po­ zieres und Longueval Erstreckten sich bis in den gestrigen Tag. Sie leiteten einen neuen estglisch-französrsch«« Angriff ein, her zwi-' scheu Longueval und der Somme am Morgen unter Einsatz von ' x mindestens 6 Divisionen " ; einheitlich erfolgte, während er zwischen Po­ zieres und Longueval tagsüber durch unser Sperrfeuer niedergehalten wurde und erst abends in einzelnen Angriffen mit ebenfalls sehr starken Kräften zur Durchführung kam. Neberall ist der Feind unter schwersten bluti­ ges Verlusten abgewiesen wojrden. Keinen Fuß Boden hat er gewonnen. Wo es zu Nähkämpfen kam, sind sie dank dem schneidigen Drausgehen bayerischer und : sächsischer Resürvetruipppn, sowie tapfere Schleswig-Holsteiner zu unseren Gunsten ent­ schieden. 12 Offiziere, 769 Mann des Gegners wurden gefangen genommen, ,13 Maschinengewehre erbeutet. Südlich der Somme Artilleriekämpfe. In der Gegend von Prunah (Champagne) brach ein schwacher französischer Angriff in unserem Feuer zusammen. Oestlich der Maas verstärkte fitty das Artilleri.efeuer mehrfach zu größerer Heftigkeit. Südwestlich des Werkes Thiaumont fanden kleine Handgranatenkämpfe statt. Ein feindlicher Fliegerangriff ans Conflans wurde mit Feuer auf Pont g Mousson beantwortet. Ein auf Müllheim in Baden angesetztes französisches Flugzeuggefchwader Wurde bei Neuenburg am Rhein von unseren Fokkern ge­ stellt, in die Flucht geschlagen und verfolgt. Das feindliche Führerslugzeug wurde vlordwestlich von Müllhausen zum Absturz gebracht. Leutnant Hoendors setzte nördlich von Bapaume den 11., Leutnant Wintzens östlich von Peronne den 12. Gegner außer GefechtJe ein französischer Doppeldecker ist west­</p>
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          <p>Oestlicher Kriegsschauplatz. Beiderseits von Friedrichstadt wurden rus­ sische Aufklärungsabteilungen abgewiesen. Angriffe gegen unsere Kanalstellung west­ lich von Lygischin und bei Nobel (am Strumien südwestlich von Pinsk) sind gescheitert. Tie gegen die Heeresgruppe des Generals von Linsingen fortgesetzten starken Anstürme der russischen Trüppenmassen sind auch gestern siegreich abgewehrt worden. Sie haben dem Angreifer wiederum die größten Verluste ein­ getragen Den Hauptdruck legte der Feind auf die Abschnitte beiderseits der Bahn Kowel—Särny, zwischen Witoniec und der Turya, südlich der Turya und beiderseits der Lipa. , Ein wohlvorbereiteter Gegenangriff warf den bei Zarecze (südlich von Stobychwa) vor­ gedrungenen Feind zurück. Soweit bisher fest­ gestellt, wurden gestern 1889 Russen, darunter 9 Offiziere ,gefangen genommen. , Unsere Fliegergeschwader haben während der letzten Kampftage dem Gegner durch An­ griffe aus Unterkunstsorte, marschierende und bivakierende Truppen &lt;Howie die rückwärti­ gen Verbindungen erheblichen Schaden zuge­ fügt. . Armee des Generals Grafen von Bothmer In Fortsetzung der Angriffe im Abschnitt nordwestlich und westlich von Buczaez gelang es den Russen, an einzelnen Stellen in die vordersten Verteidigungslinien einzudringen. Sie sind zurückgeworfen. Alle Angriffe sind siegreich abgewehrt. Balkan-Kriegsschauplatz. Nichts Neues. , Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>Italienischer Kriegsschauplatz. In den Dolomiten wurde gestern im Gebiete der Tofanen der Angriff mehrerer^ AHnni-Bataillone blutig abgewiesen. 135 Italiener, darunter 9 Offiziere, wurden gefangen, zwei Maschinengewehre erbeutet. An der Jsonzofront unterhielt die feind­ liche Artillerie ein heftiges Feuer gegen den Tolmeiner- und den Görzer Brückenkopf, so­ wie gegen unsre Stellungen am Monte San Michele. Süvöstlicher Kriegsschauptaq: Keine wesentlichen Ereignisse. Der stellvertretende Cbef des GeneraistabeS v. Hoeser, Feldmarschaltentnant. 3iie Kriegsverdienffte Amerikas. Bern, 31. Juli. Aus Newyork wird ge­ meldet: Tie Newyork Times" veröffentlichen eine bemerkenswerte Statistik, in der die Kriegsverdienste Amerikas aus dem Weltkriege genannt werden. Tiefer Aufstellung zufolge sind nach den Vereinigten Staaten Bestellun­ gen für Kriegsmaterial in der Höhe von 600 Millionen Pfund gegangen, darunter der größ­ te Teil für bje Bethlehem Steel Company, die zuletzt in der Lage war, monatlich 350 000 Granaten von allen Kalibern zu 'liefern. An zweiter Stelle sei die Tupont Potober Com­ pany zu nennen, die Lieferungsverträge in der Höhe von 40 Millionen Pfund abschloß. Tas 'Blatt hebt noch besonders die Lieferung von ,115 472 Pfund Chemikalien für die Er­ zeugung besonderer Explosivstoffe hervor, die dem Weekly Trug Martels am 19. Juli nach Schweden mit unbekannter BestimMbng ge­ liefert wurden.</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Tie Schlacht an der Somme. Genf, 31. Juli. Die französischen Fachkritik glaubt, daß eine gesteigerte Heftigkeit des Kampfes im Gebiete von Thiepval zu er­ warten ist, tob die stark befestigte deutsche Stellung allen bisherigen Anstrengungen der Briten getrotzt hät. Ungünstige WitterungsVerhältnisse gebieten dort der tobenden Schlacht keinen Eickhalt. Unaufhörlich brüllen d&gt;eKanonen von beiden Seiten. Diese Kanonade« dehnte sich wie die Pariser Blätter versichern, aus die gesamte englisch-französische Somtcke-« front aus. Ter Gegner beantwortete die schwe­ re Artillerie der Verbündeten seinerseits mit ausgezeichnetem Material mittleren Kalibers, in dem 100,5 und 150er besonders zahlreich vertreten sind. Ta die Deutschen gegenwärtig eine Tefensrvschlacht liefern und keine stark be­ festigten Hindernisse zu bekämpfen haben, ge­ nügen ihre mittleren Kaliber vollständig, um die von den Verbündeten Beim Vorgehen in der Eile hergestellten Teckungen zu vernich­ ten, weil die deutschen Schnellfeue^ge schütze die ihnen zugewiesene Rolle, nämlich denAngreifern den Weg zu sperren ,leider mit grö­ ßer Wirksamkeit erfüllen. (Z.) Tie deutsche Artillerie so stark wie zuvor. Amsterdam, 31. Juli. Ter Daily MailKorrespondent im britischen Hauptquartier meldet über die SomMeschlacht von der "feind­ lichen Artillerie, die heute noch' so stark Ist wie zuvor". In seinem Bericht vom Don­ nerstag hob er hervor, daß die deutsche Ar­ tillerie zu gleicher Zeit drei verschiedene Sperr­ feuer gäbe, während anLetoissen anderen Stel­ len das Sperrfeuer verdoppelt sei. "Daily Mail" sagt hierzu: Die britische Artillerie hat also das Schlachtfeld nicht mehr nach eigenem Belieben in der Hand, sie kärnpsit also auf gleicher Basis mit dem Feinde. Ein französisches Riesengeschütz^ Am 17. Juli fand in St. Vincent bei Pa­ ris auf dem Militär-Uebungsplatze ein Ver­ suchsschießen mit einem neuen französische» Riesengeschütz, walhrscheinlich Kaliber41,5,statt. Beim zweiten Schuß, zersprang ein Geschütz. Tie Splitter töteten drei Soldaten der Bedie­ nungsmannschaft und verwundeten 15 schwer. Eine Untersuchung über die Ursachen der Ka­ tastrophe ist in die Wege geleitet worden, da behauptet wird, es läge Sabotage (absichtliche Zerstörung) vor. Tie Geschütze wurden von Schneider-Kreuzot nach« Plänen eines fran­ zösischen Marineingenieurs hergestellt.</p>
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          <p>Am Balkan. Tie Lage in Rumänien. Budapest,' 31. Juli. "A Nap" meldet aus Bukarest: Der hulgarische Gesandte Radew, der wiederholt Konferenzen mit bem Mi­ nister des AeußKrn Porumbaru hatte, erklärte einem Journalisten: Mit dem Minister des Aeußern 'habe ich Fragen besprochen, die in­ folge der veränderten Lage aktuell geworden sind. Ich beurteile die Lage mit dem aller­ größten Optimismus und sehe überhaupt keine Erscheinung als eine solche an, daß man sich vor einer Aenderung der politischen Lage fürchten müßte.</p>
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          <p>nett. Von jetzt an sind das ottomanische Ka­ lifat und England unversöhnliche Feinde. Auchnach Wiederherstellung des Friedens wird un­ sere Stellung zu unsren Glaubensbrüdern nicht mehr dieselbe fein, tote einst. Wir toterbeto, um sie zu schützen, die Waffen, tote wir sie in Händen hüben, nach unsrem Gutdünken ge­ brauchen. Da die Engländer aus diesem Kriege sicherlich geschlagen hervorgehen werden, wer­ den das ottomanische Kalifat, Oesterreich-Un­ garn und Deutschland eine gemeinsame Po­ litik gegen die gemeinsamen Feinde huben. (Z.)</p>
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          <p>Der Luftkrieg. 5fte Wirkung des Luftangriffes aus Ocsel. London, 31. Juli. Bei dem deutschen Fliegerangriff aus die Insel Oesel am 25. Juli sind fast alle von England dorthin ge­ lieferten .Flugzeuge verbrannt. 2 englische und ein russischer Flieger wurden getötet und 9 schwer verletzt. (Z.) Tie Deckung des Schadens der Luftangriffe. Ter "Berl. Lok.-Anz." meldet aus Rot-, terdam: Aus London wird gemeldet, daß der bisher durch die Luftangriffe entstandene Scha­ den durch den Staat ersetzt wurde. Das Han­ delsministerium best'mlmt aber jetzt, daß die Gemeinden oder Provinzialverwaltungen den Schaden tragen sollen.</p>
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          <p>heran, dann kam her Befehl: "Ruhig zielen! Jede Kugel einen Mann! Schnellfeuer!" Jeder schoß, was die Flinte hergab. Tie Maschinen-, gewehrp, die plötzlich, wie durchs einen Zau­ berschlag, aus 'der zerwühlten Erde gewach­ sen dastanden, begannen wie rasend zu Häm­ mern. Reihenweise zusammengemäht sanken die Engländer. Tie verhängnisvolle Ueberraschung war für sie so groß, daß viele ganz entgeistert stehen blieben und.nicht mehr wuß? ten, ob sie vor oder rückwärts sollten. Noch drängten die tiefgestaffelten Massen der Hin­ teren die Zaudernden vorwärts. Tann begann eine kopflose Verwirrung, einer suchte !sich hinter dem andern zu decken. Schließlich' wen­ deten sich alle zu wilder Flucht, aber «ehe, der Rest den schützenden Graben erreichte, war die Mehrzahl von den Deutschen Geschossen niedergestreckt. Namentlich, die Maschinen­ gewehre hatten furchtbare Ernte gehalten. Ein fast liniengerader Wall von Leichen bezeichnete I die Stelle, wo der englische Sturm in unserem I Feuer zusammengebrochen war. I fünfmal versuchten die Engländer, jeI desmal mit frischen Truppen, an dieser Stelle S den Angriff aufs Neue in derselben Weise, | nur daß die neuen Sturmkolonnen nicht mehr I im gemütlichen Schlenderschritt ankämen, sonI been in langen Sprüngen das mit Leichen be1 säte Zwischengelände zu durchmessen versnchI ten. Aber sie fanden unsere Schützen jedes$ mal auf der Wacht, und keiner kam über den ] Leichenwall hinaus. Tann ließen sich! die I neuen Sturmwellen trotz scharfer Besohle nützt mehr aus diese entsetzliche Schlachtbank vor­ treiben, wo viele Hunderte ihrer Kameraden tot oder sterbend lagen. Tie fünf Massenstürme hatten dem Feind an dieser Stelle keinen Meter Bodengewinn gebracht. Sofort nach jedem Angriff Hätte man begonnen, die Stellungen wieder etrokts auszubessern und. die Granattrichter zu ver­ binden, sodaß am nächsten Morgen die Stel­ lung schon wieder einige Festigkeit gewonnen hatte. Tie Engländer versuchten es von 'da ab hier nicht mehr mit offenem Sturm, fon* dern bemühten sich, mit allerhand Kniffen sich der deutschen Linie zu nähern. Sie hat­ ten auch damit nur vorübergehend Teiler­ folge, die sie se!hr blutig bezahlten. Aber schon am ersten, schlimlmisten Angrissstage stand bei unseren Verteidigern die Ueberzeugung fest: durchkommen sie nicht! Ter feste Wille: Tie Engländer dürfen uns nicht unterkriegen, denen wollen wir zeigen, was deutsche In­ fanterie ist, gab jedem Manne 'im Graben Riesenkräfte, die 'ihn befähigten, tagelang fast ohne Schlaf abzuwechseln zwischen harter Schanzarbeit und heißem Vecteidigungskampse, an dem die. Uebermacht zerschellte. (Kb.) W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter Unvorsichtigkeit der Betroffenen zurückzufüh­ ren, die trotz 'wiederholter Einschärfung die Gasmasken nicht angelegt hatten. Für das scheinbare Wunder, daß unsere Leute in den Gräben die gewaltigste Beschie­ ßung, die jemals Menschen auszuhalten hat­ ten, mit so völlig.ungebrochener Widerstands­ kraft ertragen haben, wissen.sie selber keine Erklärung. Die Erde bebte ununterbrochen, die Luft in den Unterständen war verbraucht, auf den Strohschütten fühlte man die %töjje der Granataufschläge, durch den ganzen Kör­ iper ununterbrochen, sieben Tage lang, wie der Schlafende in einer SHisfskabine das Stam­ pfen der Maschinen spürt. Aber wie dieser ge­ wöhnte man sich schließlich daran. Daß die Unterstände, die während der langen Monate des Stellungskrieges so viel saure Schweißftrbpfen gekostet hatten, glänzend hielten und ihre Decken wiederholten Volltreffern der schwersten Schiffsgeschütze widerstanden, gab ein befriedigendes Gefühl der Sicherheit. Das warme Essen kam trotz des Sperrfeuers regel­ mäßig heran, und auch das war wichtig. Tenn man mußte sich in ununterbrochener Verbin­ dung mit den Hinteren Stellungen, aus denen im schlimmsten Notfälle Hilfe komwen wüßte. Mit großer Genugtuung wurde festgestellt, daß die Treffsicherheit der englischen Artillerie von Tag zu Tag abnahm. Auch andere Be­ obachtungen hoben die Stimmung. Tie eng­ lischen Patrouillen, die in Zwischenräumen vorgingen, um den Erfolg des bisherigen Trommelfeuers zu erkunden, benahmen sich ziemlich schlapp. Man hatte den Eindruck, ohne sagen zu können, woher, daß die Eng­ länder mit ihren Menschen nicht recht heran wollten, sondern versuchten, die Entscheidung nur mit Geld und Materialaufwand herbeizu­ führen, indem sie die tapferen Teutschen mit einer Granatenmenge für einige Millionen Pfund zu begraben versuchten. Freudig stimm­ te die Feststellung, daß die Txähthindernissä den Hagel von Eisen und Feuer sehr gut überstanden. Wo Lücken gerissen wurden, be­ eilte man sich, diese trotz des Trommelfeuers! sofort zu schließen. In den Nachtstunden, wo das Feuer etwas nachließ, arbeitete allep fieberhaft an der Ausbesserung der Draht­ hindernisse und der sehr verschütteten Gräben. Aber am meisten stärkte die Widerstandskraft doch der Gedanke: es ist der Erzfeind, her jetzt zur Entscheidung antreten mutz. Wenn uns Teutsche eine Welt von anderen Feinden nicht hat überwinden können, der Engländer darf uns ganz gewiß nicht klein kriegen! &gt; Am frühen Morgen des 1. Juli verlegte die englische Artillerie das seit 24 Stunden' auf den vordersten Graben gerichtete Trom­ melfeuer plötzlich mit einem! Ruck nad} rück­ wärts. Man blufrte, jetzt handelt es sich nur um Minuten, dann sind sie da! Emsig wurde an einzelnen verschütteten Eingängen von Unterständen gearbeitet, denn jeder wollte da­ bei sein. Aber erst, als die ersten englischen Sturmkolonnen den Graben verließen, kam der Befehl: "Alle Leute aus Schützenstand". "Gott strafe England!" riefen unsere Helden. Zm Nu war jeder auf seinem Platze. Von Schützenständen war natürlich! keine Rede mehr. Der vordere Graben war so eingeebnet, daß man kaum hin und wieder noch ein Störs Brustwehr erkannte. Aber die Trahthinderr nisse waren noch bq, und die Granattrichter boten Deckung, wo man solche suchte. Viele verschmähten sie. Offiziere und Mannschaften standen frei Und offen auj dem Rande der ehemaligen Gräben, das Gewehr in der Hand, einen ordentlichen Hausen Patronen neben sichbrennend vor Begier, den Engländern einen Emipfang zu bereiten, an den sie denken soll­ ten. Es bot sich nun ein Anblick dar, den Teinetf vergessen wird, der ihn erlebt hat. Welle auf Welle in unerschöpflicher Zahl hintereinander, sprangen die thakigelben englischen Sturm­ kolonnen mit einem Ruck aus den Gräben. Sie kamen ganz gemächlich! daher, fast iM Spctziergangerrrolt, denn sie glaubten ja bestimmt, in den beiden vorderen deutschen Graben nur Leichen und im dritten einen nur noch! schwa­ chen Widerstand zu stöben. ,Man ließ sie bis .aus kaum 100 Meter vor die Trahthtödernisse</p>
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          <p>Kriegsbriefe aus dem Osten. den großen Angriffsschlachten nur immer in Reservestellung gestanden hatte, wurde in den Kampf geworfen. Es entwickelten sich hart­ näckige Gefechte, die no$i nicht abgeschlossen sind, ebenso wie die heftigen Kämpfe weiter südlich. Südwestlich 'von Luck vei Kolonie Pustomyth wurde unsererseits eine Höhe ge­ stürmt, die die deutsch-österreichische Front ver­ besserte, und bei Zwiniacze in größeren Patrouillen-Unternehmungen ein Maschinenge­ wehr erobert und Gefangene gemacht. Das Wetter ließ der Fliegertätigkeit bei diesen neu entbrannten, schweren Kämpfen viel Raum. Unsere Flieger schossen den Bahnhof Rozhzcze, auf dem die Bussen Ausladungen vornähmen, in Brand und zerstörten alle Anlagen gründ­ lich, zwei russische Flieger, die hoch gingenwurden dabei abgeschossen und stürzten nieder. (Kb.) Berlin, 30. Juli. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verböte«.) Kampfe in Wolhynien. Täiegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. Kowel. 29. Juli.Mit frisch aufgefüllten und seit einiger Zeit neu herangebrachten starken Kräften ha­ ben die Russen ihre Angriffe in Wölhynierp wieder aufgenommen. In der Nacht vom 27. zum 28. setzte die russische Artillerietäftgkeit zu beiden Seiten der Bahn Kowel—Sar­ ah ein, um sich von morgens 5 Uhr an zu er­ heblichem Feuer zu verstärken. Tie StochodStellungen bei Sitowicze, westlich Hulewicze, | und der gesamte Streifen von der Bahn bis f Smolarh standen unter lebhaftem Feuer, denk 1 das Vorfühlen stärkerer AusklärungspatrouilI len, die abgewiesen Wurden, 'folgte, jj Etwas später begann südlich der Bahn | Kowel—RohMo sehr kräftige Artillerievorbe1 reitung, nach der Massenangriffe mit besonI derem Nachdruck auf dW Front JasienowkaI Trhsten angesetzt wurden. Tie russische Garde, | die seit Monaten geschont war und selbst bei</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Versteigerung des Ronacher Theaters. Das Ronacher Theater in Wien, dessen Besitzer, eine englische Gesellschaft, seit zwei Jähren keine Steuern gezahlt haben, wurde nun verstei­ gert. Tas Theater wurde von der Baufirma Roller und Nesse um den Preis von 1101000 Kronen erworben. (Z ) 15 Millionen Rubel Brandschaden. Wie aus Werdö gemeldet wird, würden bei einem Brand in Archangelsk am 20. Juni riesige Warenlager von Del, Maschinen und Kolo­ nialwaren im Werte von 15 Millionen Rubel zerstört.</p>
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          <p>Niederbayerische Nachrichten. * Boltenfchwauv, 30. Juli. (Ter Blitz) schlug gestern nachmittags in den Stadel pes Oekonomen Simon Gebendorser in Ulrichsried, Gemeinde Martinszell. Tier Stadel mit den Erntevorräten und verschiedenen landwirt­ schaftlichen Gerätschaften wurde vernichtet. $ite Nebengebäude konnten durch die schnell erschie­ nenen Feuerwehren gerettet werden. Ter Scha­ den ist zum größten Teil durch Versicherung gedeckt. * Lachgquaid, 31. Juli. (Tas Efferne Kreuz) wurde dem Gefreiten im 7. Feld-Art--' Regt. Herrn Privatier unh Bürgerlneister Hans Steiger von hier verliehen. Ter Aus­ gezeichnete liegt zur Zeit in einem Feldlaza­ rett. &lt; '</p>
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          <p>Lokales. Landshut, 1. August. —* Das Eiserne Kreuz wurde dem Kriegsfreiwilligen, Jäger Josef Graßl, Sohn des Bürodieners Kaspar Graßl in Landshut, für tapferes Verhalten vor dem Feinde ver­ liehen. —* Den Heldentod für das Vater­ land starb in einem Lazarett in Norddeutsch­ land der Unteroffizier im 16. Jnfanterie-Regt. Herr Toni Maier, Söhn des Herrn k. StabsOberwachtmeisters Maier der k. GendarmerieAbteilung für Niederbahern. Tie Leiche wird hierher überführt. Ein Bruder des gefallenen Helden befindet sich seit 20 Monaten in engli­ scher Kriegsgefangenschaft. —* Beerdigung. Gestern nachmittags wurde im stöbt. Friedhöfe der int hiesigen Garniso nslazarette seinen Wunden erlegene Landsturmmann Frz. Lader Mähler des 15. daher. Res.-Jnf.-Regts. von Schongau zur letzften Ruhe bestattet. Herr Militärkurat Weber widmete dem Verstorbenen einen ehrenden Nachruf. Ein Kamerad legte im Narrten der Verwundeten der Station IU, Herr M.-R. Wicklmayr im Auftrag der Stadt je eine präch­ tige Kranzspende nieder. —* In den Heeresdienst tritt als Feld­ geistlicher Herr protestantischer Stadtpsarrer Georg Seidel von Wer. Nach dem Gottes­ dienste am letzten Sonntag verabschiedete sich der Herr Stadtpfarrer ln herzlichen Worten von seinen Pfarrangehürlgen, deren beste Wünsche den treubesorgten Seelenhirten in sein neues Amt begleiten. —* Besitzwechsel. Tie Firma Limmer und Heilmeier von hier Kaufte das Oekonomieanwesen des'Herrn Lorenz Staller inGötzdorf um den Preis von 18 000 Mark. Dieser erwarb nunmehr das Anwesen .des Herrn Mar­ tin Haderstorfer in Salmannsberg mit 14 Tag­ werk Grund. —* Als Vertrauensmänner für den Schöffen- und Geschworenendienst hät der Ma­ gistrat wiederum die Herren Wilhelm Belstner, Rentier, Josef Hubrich, Kaufmann und Paul Weiß, Magistratsrat aufgestellt. —* Schlachtvieh und Milchknappheit. Der Schwaigerverein Landshut weist in einer Eingabe an den Stadtmagistvat da­ rauf hin, daß in der Tagespresse vielfach zu lesen sei, daß Viehhalter Schlachtvieh ni|it abgeben trotz per hohen Preise. Dieses Ver­ halten wird als Wucher etc. bezeichnet. Tas sei nicht richtig, der Grund dieser Zurückhal­ tung schlachtreifen Viehes liege in der Schwitz-, rigkeit eines preiswerten Ersatzes durch Ma­ gervieh. Auch in den hiesigen Stallungen mit Melkwirtschaft stütze viel schlachtreifes Vieh, das längst abgesetzt wäre, wenn ein Ersatz dafür zu angemessenen Preisen möglich wäre. Ein Mitglied des Vereins habe zum Beispiel einen fetten Ochsen für 1400 Mark abgegeben, während er für einen erheblich schlechteren mageren Ochsen 1700 Mark bezahlen 'sollte. Auch bei Kühen sei dasselbe Verhältnis, so daß bei jedem Ankauf einer Kälbevkuh mit einem Schaden von 300—400 Mark gerechnet werden müsse. Demgegenüber sei auch der Einwand, daß nunmehr Höchstpreise für Ma­ gervieh bestehen, nicht stichhaltig, weil diese nur aus dem Papier stünden, wie der Letzte Monatmarkt wieder gezeigt habe, der das min­ deste Angebot mit den höchsten Preisen ge­ bracht habe. Tas Angebot von Kälberkühen sei deshalb so ungenügend, weil die überaus hohen Viehpreise viele Züchter veranlassen, die Kälber aufzustellen. In vielen Ställen, jn denen üisMtzt kein Vieh» aufgestellt wurde, geschehe dies jetzt. Zur Aufzucht brauche man aber Milch, darum werde Weniger Butter er­ zeugt und herrsche Milchknappheit. Die heurige reiche Heu- And Strohernte begünstige diese Verhältnisse. Dadurch entstehe eine große Ge­ fahr für unsere gegenwärtigen und zukünfti­ gen Wirtschaftsverhältnifse. Es herrsche keine Viehnot; die Ställe seien voll mit Vieh be­ setzt. Niemand aber verkaufe jetzt fettes Vieh, wenn er, um mageres dafür zu .erhalten, 2—300 Mark daräusbezahlen müsse. tSine weitere Erscheinung liege darin, daß die PerNufer von Vieh 3—4 Wochen kein Geld erhal­ ten, während mageres Vieh- sofort bezahlt werden muß. Wenn aber die hiesigen Ab­ melkwirtschaften ihr fettes Vieh nicht durch magere Kühe ersetzen können, sei für den Win­ ter auch hier eine katastrophale Milchnot zu erwarten. Herr Schlachthosdirektor Saurer bestätigte diese Angaben im allgemeinen. Es solle strengstens auf Einhaltung der Höchst­ preise für Nutz- und.Zuchtvieh gesehen werden. Eine Reduzierung dieser Preise bezweifle er. Die A ngelegeüheit soll, wie der Magistrat in seiner letzten Sitzung beschlössen hat, der daher. Fleischversorgungsstelle in München zugeleitet werden. —* Ueber den Perkehr mit Web-, Wirk- und Strickwaren treten am 1. August die neuen Bestimmungen in Irgft. Die vom hiesigen Komimlunalverband zu bil­ dende Organisation wird der Lebensmittel­ stelle angegliedert, die somit die Abgabe der Bezugsscheine vorzunehmen »hat. Tie noch in der Berordnyng vorgesehene Prüfungsstelle soll den Referenten des Magistrats ctS Vor­ sitzenden und als Beisitzer je einen Vertreter des Handelsgremiums, &gt;des Gewerbever­ eins, des »kath. Frauenbundes, des Verein für Fraueninteressen und der Ortskrankenkässe um­ fassen. —* Großes Glück hatte gestern der Kna­ be Geisenfelder, Sohn des im Felde stehenden Schneiders Herrn Geisenfelder, der am Mitterwöhr beim Spielen mit Kameraden einen Baum bestieg. Er glitt aus und ftürzte ab. Im Fallen stieß er.sich einen Ast in den Hals, der ihm ein Stück Fleisch herausriß, &gt;doch&gt; glücklicherweise Luft- und Speiseröhre nicht beschädigte. Ter Junge Wurde in das ^achtlokal des Gefangenenlagers gebracht und von dort durch die Freiw. Sanitätskolonne in Hie elterliche Wohnung verbracht. —* Ertrunken ist am 26. Mai in der Isar bei Achdorf beim Baden der 11jährige Knabe Jakob Gruber von Achdorf. Nunmehr' wurde die Leiche auf dem rechten Donauufer bei Niederalteich angeschwemmt und geborgen. —* Fahrraddieb stäh l e. Gestern mit­ tags wurde einem Unteroffizier des hiesigen Ersatzbataillons sein Fahrrad aus dem Häusgange einer hiesigen Wirtschaft gestohlen. Nach­ mittags entwendete' ein unbekannter Dieb einem Landsturmmann sein fast neues Fahr­ rad aus dem Hausgang des Cafe Fischer.</p>
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          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. Tie polnischen Legionen im Kampfe. Bern, 31. Juli. Von der wokhhnischen Front wird gemeldet: Am 15. ds. Mts. de­ filierte nach schweren Kämpfen eine Division der polnischen Legionen 'vor dem Gruppenkommandanten und bekannten Militärschrist­ steller General von 'Bernhardt, der aus die­ sem Anlaß an das polnische Offizierskorps fol­ gende Worte gerichtet hat: "In Eurer Hand liegt die Ehre der großen, durch so viel Un­ glück heimgesuchten und sympathischen polni­ schen Nation. Seine Hoffnungen scharen sich um Eure siegreichen 'Reihen. In den neuen Kämpfen, die Euch erwarten, werde ich' Euch nach Möglichkeit schonend nur dann und dort verwenden, tob dies eine entschiedene und umumMNgliche Notwendigkeit der Lage erfor­ dern wird. (Z.) Tie Kosakcu in Gurahumoxa. DDP. Wien, 31. Juli. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Aus Gurckhumora geflüchtete Einwohner berichten von einem großen Pogrom, den die Kosaken in der bukowinischen Stadt veranstaltet haben. Gleich nach' dem Einmarsch der.Russen in Gurahumora gab General Graf Keller den Be­ fahl, die Stadt einzuäschern. Als Begrün­ dung wurde angeführt, daß die Teutschen in Russisch-Polen alles niedergebrannt hätten. Auch befänden sich in GurahUrnora zuviele Juden, mit denen man ein wenig Ordnung machen müßte. Tie Kosaken, die unter dem Befehl des Obersten Riemer standen, zündeten dann mit Petroleum und Brandpatronen viele Häuser an, plünderten Läden und Apothleken und be­ hinderten die Bevölkerung am Löschen. Viele Frauen wurden geschändet, zahlreiche Juden geschlagen. Tie Russen aber trachteten nach Möglichkeit, die Spuren d es Brandes zu ver­ wischen. Offiziere erzählten, es werde ein gro­ ßer Herr erwartet. Uebrigens klagen die Flüchtlinge meist nur über die. Roheit der Kosaken. Offiziere des Heeres, die ffich mit den Kosaken gar nicht vertrügen, feien mensch­ lich gewesen. Sie erleichterten den armen Leu­ ten sogar den Abzug über die rumänische» Grenze.</p>
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          <p>Jost machte ihn mit Anne-Rose und der Schwester bekannt und Herr von Langendorf sagte ihr ein paar artjge Worte. Und (dann wandte er sich mit Prüfend»m Blick an Lothar, der ruhig und wartend im Hintergrund stand. »,Tas ist, meiner Seel, ein Wetzbach, .ich! stehe es an der kantigen Stirn! Sind alle Dickschädel und Trotzköpfe gewesen, die Retz-bachK. Und der da scheint mir nutzt aus der Art geschlagen. Tie Auge» aber, die gemahnen mich an Fritz von Retzbach,, mit denk ich als Junge und in beu Brau'-jähren ma ‘taten tol­ len Streich zusammen ausgeführt habe. Nun brauche ich Ihre Visitenkarte nicht mehr. Sie find Lothar von Retzbach, nicht währ?" ."So ist es, Herr von Zangeudorf." ."Na, das freut mich. Hab es oft ge­ dauert, daß mir der Fritz lst, ganz Aus bert Augen kam. Aber nach Retzbach ist er nicht mtehr gekommen, feit er mit feiner jungen Frau nach dem Badensthen ging und ich komme nicht viel von meiner Gchvlle hierunter. Aber nun geben Sie tttjir Ihre Hand, .junger Mann und seien Sie mir Herzlich wiWommien Pm Thüringer Wald, wo Ihre Vorfahren Wurjzeln schlugen. Vielleicht werden wir über ein Kurzes Nachbarn, denn Sie haben ja die größte (Fortsetzung folgt.) zu uns finden würden! Malte von Retzbach hat sich so sachte aus dem Leben geschlichen und man hat ihn auf seinen Wunsch, ohne Sang und Klang beigesetzt. Niemand hat fei­ nem Sarge folgen dürfen als einige seiner alten treuen Diener. Und nun ist man in der ganzen Umgegend heftig gespannt auf sein Testament. Ich habe mir aber gedacht: Jetzt sitehst Tu endlich, Jost von Billach wieder. Und richtig, da steht er vor mir. Also Grüß Gott, alter guter Freund!" Die Herren schüttelten sich die Hände und dann fuhr Herr von Langendorf, jetzt erst seinen Schwiegersohn gewahrend, fort: "Ta bist Du auch, mein lieber Hans. Ich bin erstaunt, die Herrschaften kennen sich? Hast mir nie davon erzählt, Hans, hast (nie in meiner Gegenwart den Namen Billach ausgesprochen." Ter Assessor verbarg seine Verlegenhteit. "Ich konnte ja nicht ahnen, daß Tu mit Herrn von Billach befreundet bist, lieber Papa." Herr von Langendorf lachte. "Richtig, wir haben uns zufällig darüber ausgeschwiegen. Na, freut mich nun um so mehr,, daß wir uns sehen. Aber nun, sich bitte um Verzeihung und um das Vergnü­ gen, den Tamen vorgestellt zu werden." Antwartschaft, der Nachfolger Maltes zu toter­ den. Na ja, ich weiß schon, Was «Sie sagen wollen. Aber, obwohl Malte Retzbach ein Sonderling und Menschenfeind geworden war, für ungerecht halte ich.ihn nicht. Aber davon später. Jetzt will ich keine langen Reden mehr? halten.. Aber nach der Testamentseröffnung, da stehle ich Sie alle zusammen in Dangen-! dors — und nicht nur ans eine SAvppvisite — nee, nee, auf einem dauerhaften Besuch daß man ein Wort reden kann. Auf dem Lande hängt man sich mit Inbrunst an Diebe Gäste, die ein bischen Leben in die Bude bringen." So plauderte Herr von Langendorf in jo­ vialer Weife. Man wechselte noch, .einige Wor­ te her und hin. Tann rief Herr von Langen« dorf: "Und nun an die Wagen, Herrschaften! Von Retzbach ist ein geräumiger Landauer hier und ein Gepäckwagen. Sie toterden gut Platz haben." Er begleitete die Herrschaften zu dem Wagen und ein Diener kam herbei, um das Gepäck zu verstauen. Tann verabschiedete sich, Herr von Sem* gendorf. '</p>
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          <p>Tie schwedische Minensperre. Kopenhagen, 31. Juli. Wie Politi­ ken meldet, ist durch die neuesten schwedischen Minensperrungen jetzt die Rückkehr englischer Dampfer aus der Ostsee nach England längs der schwedischen Küste unmöglich gemacht wur­ den. Bei Kriegsausbruch befanden sich über 100 englische Dampfer in schwedischen, russi­ schen und finnischen Häfen, die von der eng­ lischen Admiralität angesichts des herrschen­ den Tonnagemangels den Befehl erhielten, die Heimreise zu versuchen. Bisher gelang es einer Anzahl von Dampfern, diese Reise zu bewerk­ stelligen, indem sie sich während der ganzen Fahrt innerhalb der schwedischen Hoheits­ grenze hielten. Tie neue Minensperre zwingt sie indessen, die internationalen Gewässer auf­ zusuchen, wo sie von deutschen Wachtschiffen abgefangen werden können. Auch der Schiff­ fahrtsverkehr Kopenhagen—Raumo—Finnland längs der schwedischen Küste hat damit sein Ende gefunden. Auf ein Gesuch von Handels­ firmen, den Dampfern die Fahrt längs der Küste weiter uzgestalten, tote Rn sie keineBann- Der Krieg zur See. waren führen, ist bisher von der schwedischen Regierung nicht geantwortet worden. Tire Verluste der alliierte« Handelsflotte im Mai. Bern, 31. Juli. Nach einer Aufstellung des Büros Beritas sind von den Handelsstottern der Alliierten im Mai 18 Dampfer und 17 Segler, insgesamt 67 000 Tonnen durch Tauchboote oder Minen versenkt worden. Die englische Handelsflotte verlor 12 Schiffe oder 33 000 Tonnen d. i. ein Trittel ihrer Ver­ luste im April, während die Verluste der fran­ zösischen Handelsflotte um etwa 1000 Ton­ nen stiegen. (Z.) Tic "Slppitin" doch keimte Prise. Die "Franff. Ztg." meldet aus dem Haag: Reuter berichtet aus Newhork: Ter Bundesge­ richtshof hat beschlossen, daß die von der "Möwe" im Januar erbeutete und nach Ame­ rika gebrachte "Appam" den britischen Eigen­ tümern zurückgegeben werden soll. Der Bun­ desgerichtshof kam zu dem Urteil auf Grund der Erwägung, daß ein zur Prise gemach­ tes Schiff nicht ohne Konsignterung nach neu­ tralen Gewässern gebracht werden dürfte. Die Art, in der die "Appam" eingebracht worden sei, sei eine Verletzung der amerikanischen Neutralität. r (Z.)</p>
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          <p>Fortgang der wolhynischen Kämpfe. Telegramm unsres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. Kowel, 29. ^ult4 In der Nacht zum 29. wurden die Stel­ lungen nördlich Kieselin in die allgemeine Stochod-Linte zurückgenommen. Tie Russen gingen nur zögernd gegen die Hauptstellung vor, sodaß sich in dem Kampfraum südlich der Bähn Kowel—Row'no keine Weiteren Kämpfe im Lause des Tages entwickelten. Zu beiden Seiten der Bähn Kowel—Sarny dauerten hef­ tige 'Angriffe fast den ganzen Tag über an. Südlich des Stochod-Knies zwischen Padalowska und Porskaje-Wolka gelang es den Russen, bei Morgengrauen in die Gräben ein­ zudringen. Ein Gegenstoß warf sie um ,6 Uhr morgens wieder zurück. Bisher wurden 3 Offiziere und 223 Mann als Gefangene ge­ zählt. Tie russischen blutigen Verluste waren außerordentlich schwer. Auch nördlich des Sto­ chod-Knies warf ein gelungener Gegenstoß die Russen, die bei Zaresze eingedrungen waren, mit schweren Verlusten wieder heraus. Im Stochod-Knie sind Kämpfe im Gange. Alle übrigen Angriffe brachen schon vor oder in den Hindernissen im Artillerie-Sperrfeuers Maschinengewehr- und Jnfanterieseuer zusam­ men. (Kb.) Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>Die Kampfe in Molliymen. Telegramm unsres zuml Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. Kowel, 30. Juli 1916. Tie Artillerretätigkeit dauerte den gan­ zen Tag an, sie war besonders hebhäft in dem Abschnitt nördliche der Bahn Kowel— Sarny; bei Stobhchwa folgte nachmittags ein Angriff, der bis in die Gräben gelangte. Ein sofort angesetzter Gegenstoß säuberte das Gra­ benstück und brachte über 300 Gefangene, dar­ unter 3 Offiziere. Tie Gesangenenzahl int ungefähtren Abschnitt zwischen den Bahnlinien Kowel—Roßüno und Kowel—Sarnh und bis Stobhchwa ist damit seit gestern auf etwa 1000 Mann und 9 Offiziere gestiegen. 3 Ma­ schinengewehre .Wurden erbeutet. An der Front südlich der Bahn Kowel—Rowuo setzte die Artillerie den ganzen Tag über kaum aus. Nördlich der Lilpa wurden Angriffe, die kräf­ tiger vorgetragen wurden, nachmittags abge­ schlagen. Alle Gefangenenaussagen bestätigen die Verluste der Russen in diesen drei Kampf­ tagen als außerordentlich schwer. Selbst Wenn man von solchen Aussagen die durch die nie­ dergeschlagene Stimmung uttlb persönliches Mißgeschick leicht mitlaufenden Uebertreibun­ gen abzieht, bleibt der Eindruck, daß die Ver­ luste der russischen Armee in Wolhynien wie­ der ungewöhnlich sind. Eine eichwandfreie Zahlenangabe mag sprechen: Bei Sienawka (nördlich Kieselin) wurden vor der Front eines unsrer Regimenter 1000 Tote gezählt. (Kb.) Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter» Kriegsbriefe aus dem Osten. Berlin, 31. Juli fl.916... (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Die Kampfe in Wolhynien. Telegramm unsres zürn! Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. Kowel, 30. Juli.. Während nach den heftigen Kämpfen vom 28. Juli an dem Stochod-Frontteil südlich der Bahn Kowel—Rowno bis etwa Kieselin gestern wie gemeldet, Ruhe herrschte, gingen die Rus­ sen gegen die Front bei Kieselin selbst mit außerordentlich starken Massenangriffen vor. Nach heftiger Artillerievorbereitung stürmten sie in immer neuen Kolonnen gegen die in heldenhafter Festigkeit ausharrenden Truppen an. Zwanzig Wellen tief, sogar in Gruppen­ kolonnen, gingen die Angreifer vor, um den Durchbruch, wenn auch mit höchsten Opfern, zu erzwingen. Gegen Spätnachmittag ließen sie Kavallerie anreiten, die schon von unsrer Ar­ tillerie blutig zusammengeschossen wurde. Neue Jnfanteriestürme folgten, die auch nachts nicht aussetzten. Sie sind alle unter auch in dieser opferreichen 'Kriegshöhe selten schwe­ ren Borlustcn abgewiesen worden. Auch im Südwesten von Luck entwickelten sich starke Angriffe, die zu HandgranatenWmpfen führten. Sie blieben erfolglos und opfer­ reich für die russischen Stürmer. Im Stochod-Knie wurden die Stellungen auf die Höhe bei Wielick zurückgenommen. In den Kämpfen bei Zarzeeze, nördlich der Bahn Kowel—Sarnh, würden die über den Stochod gedrungenen Russen zurückgeworfen, etwa 2000 Gefangene gemacht. Me ersten Tage der neuen großen Schlacht in Wolhynien haben, um dies zusammenzufassen, den Russen wieder unge«icttre Opfeck gekostet, ohne ihnen andere als kleine örtliche Vorteile einzubringen. Tie Stimmung der deutschen Truppen, zu denen ich an die Front kam, westlich HuleWicze und Swidniki, wär ruhig und zuversichtlich, trotz­ dem heiße Tage bevorstanden und bevorstehen, und die Verhältnisse, unter denen sie starker Uebermacht trotzen müssen, nicht leicht sind. (Kb.) Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>terec Mann und Familienvater, ein Messer gezogen und einem seiner Gegner nicht nur einen Stich in den Oberarm viersetzt, sondern ihm auch die Nase abgeschnitten. Tie ärzt­ liche Kunst hat es verstanden, betn Bedau­ ernswerten sein Riechorgan wieder so Weit zusammenzuflicken, daß kaum von einer Ver­ unstaltung gesprochen werden kann. Tas Schöffengericht hatte den Messerhelden zu 1 Jähr Gefängnis verurteilt. Tie Berufungs­ kammer bestätigte das erste Urteil, rechnete aber, dem Angeklagten drei Monate der Un­ tersuchungshaft an.</p>
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