Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-08-14. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 219, 1916-08-14. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Engl.-franz. Angriff zusammengebrochen. und ein Vorstoß am Stochodbogen zurückge­ schlagen. In den Karpathen schreitet der An­ griff der verbündeten Truppen vorwärts. Bei­ derseits der Höhe Capul, nordwestlich von Kirlibaba sind deutsche Truppen in den Kampf getreten. Tie Höhe ist dem Borkutpaß vorge­ lagert. . _ : Ter italienische Ansturm gegen die Hoch­ fläche von Toberdo, der nach! der Einnahme von Görz mit verdoppelter Kraft einsetzte, Hat weitere Erfolge gezeitigt, die nicht zu ver­ hindern waren. Tie Österreicher haben infol­ gedessen neue Stellungen im Osten bezogen, die sich an das WiPPachtal anlehnen. T ie Hoch­ fläche einschließlich des Monte San Michele ist damit in italienische Hand geraten. Tie neue Front unserer Verbündeten verläuft nun­ mehr in der Hauptsache von den Osthöhen von Görz südlich über San Marco, am Berdojbaral entlang zur Wippach und von hier in ziemlich gerader Linie nach dem Meer. Ter im italienischen Bericht als genommen bezeichvon Wonfalcone, die Tobelihöhe dicht östlich des Monte Cocich. Rubbia liegt nördlich des Monte San Michele, der Crni Brib östlich von Toberdo. Der Monte San Gabriele erhebt sich 646 Meter hoch nördlich von Görz am Jsonzoknie dem Monte Sabatk.no gegenüber. Ter Monte San Marco ist östlich von Görz ,gu finden. Die gegen die neuen österreichischen Stellungen gerichteten italienischen Angriffe — .gegen die Höhen östlich von Görz stürmten die Italiener siebenmal — wurden abgewiesen. Tie öfterr-chng. 'Flieger haben in den letzten Tagen reiche Erfolge gehabt. In den Lüftschisfhallen von Campalto bei Venedig wurde Hierbei auch ein italienisches Luftschiff zerstört. An der griechischen Grenze kam es an mehreren Stellen zu Kämpfen, die für die Bulgaren erfolgreich Verliesen. Tie feindliche Artillerie beschoß die Stadt Toiran. Tas Haudels-iU-Boot "Bremen" soll sich Newhork nähern. Tie Türken trieben in Persien die Russen weiter zurück. Am rechten Flügel ihrer Kaukasussront wurden die Russen über den Mu-. radfluß, 100 Kilometer südöstlich Erzerum, geworfen. Am Suezkanal haben die Türken in ihrer Hauptstellung bei Katia die Angriffe der Engländer abgewiesen. Die Türken sitzen also nete Monte Toeich liegt unmittelbar nördlich allen englischen Meldungen entgegen noch, im-, mer fest in der Nähe des Kanals. In ganz Tripolis befindet sich außerhalb der Städte Homs und Tripolis kein italieni­ scher Soldat mähr. Ten Italienern hat also die Sucht nach« fremdem 'Gut den eigenen wertvol-, len Besitz von Trtpolitannien gekostet. Im Westen haben die Engländer und Franzosen den Beginn der siebenten Woche des schrecklichen Wütens an der Somme durch einen neuen zusammenhängenden Massenangriff eröffnet, ohne dabei aber einen Erfolg zu erzielen. Auf der ganzen Linie waren unsere Gegner vorgebrochen, aber teils schon in unserem Feuer unter schwersten Verlulusten abgewiesen, teils im Nahkämpfe erledigt, der bei Maurepas und Hem noch andauert. Südlich der Somme scheiterte ein französischer Angriff. Unsere Gegner lassen kein Mittel unversucht, um unsere Linie zu durchbrechen. Bald versuchen sie es mit Einzelvorstößen, bald mit mehr oder Minder zusammenhängenden Operationen. Aber alles nützt ihnen nichts, unsere Feldgrauen halten jedem Anstürme Stziand. Es ist daher fein Wunder, daß die Unzufriedenheit in Frankreich über die Miß-, erfolge der "großen" Offensive immer mehlr an Boden gewinnt, aber ihre infolge der schweren Verluste geschwächten Truppen, deren lich bedenkliche Armeebefehle angefeuert wer­ den mußte, vermögen nicht zu vollbringen, was die Entmutigung der französischen Be­ völkerung bannen könnte. Ter britischeKriegsminister Lloyd George hat mit [einem! franzö­ sischen Kollegen Roques sowie mit dem Mu­ nitionsminister Thomas und den Heerführern Joffre und Castelnau sich beraten, aber auch! sie werden keine Möglichkeit entdeckt haben, den Widerstand unserer 'heldenmütigen Feld­ grauen zu brechen. Schwer lastet die Sorge auf den Männern des Vierverbandes wegen des lähmenden Stillstandes an der Somwe. Schwer drückt sie aber auch das Versagen des großen französischen Gegenstoßes bei Verdun. In äußerst heftigen Kämpfen Haben die Teut­ schen im Thiaumont-Derke wieder iRaum ge­ wonnen und halten ihre Stellungen, allen stürmischen Vorstößen der Franzosen trotzend. Tie Erkenntnis von der Aussichtslosigkeit, den deutschen Ring zu sprengen, muß mit der Zeit niederdrückend aus die Feinde wirken. Wir wollen die Spuren von Ermattung, die sich hier und da bemerkbar machen, nicht über-, schien. Aber es ist doch! sehr beachtlich, daß die Havas-lAgentur aus das Schwanken des Kriegsglückes hinweist und damit die französische Bevölkerung auf neue Enttäuschungen vorzubereiten scheint. Im Osten wurden russische Angriffe bei Smorgon, Zaloeze und Stanislan abgewiesen Kampfbeseiter schon vor Wochen durch inhalt- ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 12. August, mittags^ (Großes Hauptquartter.) ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Thiepval und dem Foureauxwalde sowie bei Guillemont griffen starke eng­ lische Kräfte an. Nördlich von Ovillers und bei Pozieres wurden sie im Nahkampfe und durch Gegen­ stöße zurückgeworfen, nördlich von Bazentinle-Petit und bei Guillemont scheiterten die Angriffe im Feuer der Artillerie, Infante­ rie und Maschinengewehre . Zwischen Maurepas und der Somme brach ein heftiger Angriff der Franzosen zusam­ men; sie drangen nordöstlich von Hem in ein kleines Waldstück ein. Südlich der Somme rnjißlang ein feindli­ cher 'Teilvorstoß bei Barleux. e Rechts der Maas sind in 5er Nacht zum 11. August Handgranatenangriffe nordwestlich des Werkes Dhiaumont, gestern abends starke Znfanterieangriffe gegen das Werk selbst un­ ter schweren Verlusten für die Franzosen ab­ geschlagen. Südlich von Leintreh glückte eine deutsche Patrouillenunternehmung; es wurden Gefan­ gene gemacht. ────────── Starke feindliche Angriffe wurden beider­ seits von Troscianiec (westlich von Zalocze) abgewiesen. Unsere Fliegergeschwader fanden in den letzten Tagen an der Bahn Kowel—Sarnh u. nördlich derselben in umfangreichen Truppen­ lagern wiederum lohnende Ziele, die sie aus­ giebig mit Bomben belegten. Ein russisches Flugzeug wurde nördlich von Sokul im Luftkampfe abgeschossen. Front des Generals der Kavallerie Erz­ herzog Karl. Südlich von Zalocze wurde abends noch! lebhaft gekämpft. Am übrigen ist es nördlich der Karpathen zu Jnfanterietätigkeit nicht ge­ kommen. Tie eingeleiteten Bewegungen voll­ ziehen sich planmäßig. In den Karpathen nahmen wir in fort­ schreitendem Angriffe südlich von Zabie 700 Mann gefangen und erbeuteten drei Maschinen­ gewehre. Beiderseits der 'Höhe Capul sind deütsche Truppen ^ns Gefecht getreten. »vattankriegsfchauiplatz. Tie gestern wiederholten schwächlichen Scheinangriffe des Gegners südliche des Doiransees erstarben schnell in unserem Artil-' leriefeuer. Oberste Heeresleitung. WTB. Berlin, den 13. August Mittags. (Großes Hauptquartier.) ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Thiepval und der Somme faß­ ten gestern unsere verbündeten' Gegner ihre ganze Kraft zu einem einheitlichen Angriff zusammen, der nach vorangegangeneMl be­ grenztem Kampfe aint Nachmittag im Abschnitt Ovillers—Pozieres, nachts auf der ganzen Li­ nie vorbrach. Unter den schwersten Verlusten für den Angreifer ist der Stoß zwischen Thiep­ val und Guillemont zusammengebrochen.Wei­ ter südlich bis zur Somme kaM es mit den immer wieder anlaufenden Franzosen zu schweren Nahkämpfen. Sie wurden die ganze Nacht hindurch! fortgesetzt und sind beiMaurepas und östlich von Hem noch! im Gauge. Hart südlich der Somme scheiterte ein franzö­ sischer Angriff gegen Braches restlos bereits in unserem Feuer. Auf der übrigen Front hat sich nichts von besonderer Bedeutung er­ eignet. Unsere Patrouillen machten nordöstlich von Vermelles, bei Cambres und südlich von Suffe in der feindlichen Linie Gefangene. Un­ ternehmungen gegnerischerErkundungsabteilungen an mehreren Stellen wurden abgewie­ sen. Ein englischer Doppeldecker ist südwest­ lich von Bapaume abgeschossen. Tem in dem erfolgreichen Lustkampfe südlich von Bapaume am 9. August beteiligten Leutnant Frankl hüt S. M. der Kaiser den Orden Pour le merite verliehen. ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. , Russische Vorstöße südlich! von Smorgon und bei Lubieszow blieben erfolglos. Westlich von Zalocze wurden feindliche Angriffe abgewehrt. Front »es Generals der Kavallerie Erz­ herzog Karl. Westlich von Monasterzhska, sowie an der Bystrzyca-Front, südwestlich von Stanislau wurden die angreifenden Russen zum Teil durch Gelgenstoß, zurückgeworfen. «attankriegsscha «platz. Keine wesentlichen Ereignisse. Oberste Heeresleitung. ────────── Der österr.-ung. Heeresbericht. Ereignisse zur See. Sepflugzeuge haben in der Nacht vom 11. zum 12. August die feindlichen Batterien an der Jsonzomündung, die feindliche Flug­ zeugstation Gorgo und die Adria-Werke bei Monfaloone sehr wirksam mit Bomben belegt. Sie kchrcken trotz, heftigster Beschießung unver­ sehrt zurück. Flottenkommando. WTB. Wien, den 13. August. Mittags. Amtlich! wird verlautbart r Russischer Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Südöstlich von Worochta behaupteten unsere Truppen ihre Stellungen gegen neuer­ liche festige Angriffe. Ter Feind erlitt einen vollen Mißerfolg. Unmittelbar westlich von Stanislau wür­ den zwei russische Divisionen in erbitterten, Tag und Nacht über andauernden Kämpfen zurückgeworfen. Oestlich des Tnjestr standen auf unserer Seite nur Truppenteile untergeordneter Be­ deutung im Gefecht. Heeresfront des Generalfeldmarschalls v. Hrnldenburg. Westlich und nordwestlich« von .Zalocze wehrte die Armee des Generalobersten von Böhm-Ermolli abermals russische Massenstöße ab. Im Raume von Brody schoß ein k. und k. Kampfflieger ein feindliches Albatros - Flug­ zeug in Brand. Es stürzte ab. In Wolhynien und am Stochod flaute der Kampf ab. Es ist zuverlässig festgestellt, daß bei den letzten großen, völlig gescheiterten An­ griffen des Feindes gegen die Stochodfronk auch alle Abteilungen der russischen Garde eingesetzt worden sind, und daß diese hierbei noch schwerere Verluste als die anderen feind­ lichen Heereskörper erlitten hüben. Italienischer Kriegsschauplatz^ Tie Italiener, gingen an unsere neue Front zwischen dem Meer und dem Monte San Gabriele mit starken Kräften heran. Im Abschnitt östlich« des Valone-Tales hatten un­ sere Truppen mchrere Angriffe abzuweisen. Zu sehr heftigen Kämpfen kam es wieder auf den Höhen östlich von Görz, wo 7 starke Stür­ me des Feindes unter schwersten Verlusten scheiterten. Seit Beginn des italienischen An­ griffs blieben 5000 Gefangene, darunter über 100 Offiziere, in unserer Hand. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Außer der gewöhnlichen Gefechtstätigkeit cm der unteren Vojusa keine besonderen Be­ gebenheiten. stellvertretende Chef des Generalstad««i v. H o e f e r , Feldmarschalleutnant Ereignisse zur See. "In der Nacht vom 12. gum 13. August wurden die Lustschiffhallen von Campalto bei Venedig von einem Seeflugzeuggeschwader voll­ kommen zerstört. In einer Halle explodierte ein Luftschiff mit 500 Meter hoher Stichs­ flamme. Tie andere Halle brannte öhne Ex­ plosion nieder. Gleichzeitig belegte ein an­ deres Seeflugzeuggeschwader die Flugzeughal­ len von Gorgo, die Anlagen in Grado, die Batterien an der Jsonzomündung und die Adriäwerke mit sehr gutem Erfolg. Mehrere Volltreffer in die FlUgzeughällen und die Batteriestellungen und ein halbes Dutzend Brände wurden einwandfrei festgestellt. Ein drittes Geschwader erzielte mchüere Volltref­ fer in den Batterien der Jsonzomündung und militärischen Objekten in Pieris und San Canzia. Trotz heftigen Abwehrfeuers bei allen Angriffen sind sämtliche Flugzeuge wohlbehalten zurückgekehrt. Flottenkommando. WTB. Wien, den 12. August. — Amtlich wird gemeldet: Russischer Kriegsschauplatz. Heeresfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. Ter Angriff der in den Karpathen kämppfenden deutschen und österr.-fung. Truppen schreitet erfolgreich! vorwärts. Sie nahmen dem Feinde gestern 700 Gefangene und 3 Ma­ schinengewehre ab. Südöstlich von Worochta versuchte russische Gegenstöße wurden restlos abgewiesen. Sonst kam es im Bereiche der Heeresfrant des Erzherzogs nur mehr an der unteren Zlote Lipa und südlich von Zalocze zu lebhafter Gesechtstätigkeit. Heeresfront des Gencralfeldmarschalls v. Hindenburg. Tie Armee des Generalobersten vonBöhmErmolli schlug westlich! von Zalocze mehrere starke Angriffe ab. Westlich von Kaszowka würden bei einem Ueberfall aus eine feindliche Vorfeldstellung 170 Gefangene und drei Maschinengewehre ein­ gebracht. Südlich von Stobhchwa brachen abermals russische Uebergansversuche zusammen. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Abschnitte zwischen dem Meere und dem Wippachtale wurden mehrere Versuche der Italiener:, sich unseren neuen Stellungen zu nähern, durch Feuer vereitelt. Auf den Höhen östlich von Görz schlugen unsere Truppen wieder einen'starken Angriff ab und nahmen hierbei 10 Offiziere, 140 Mann gefangen. Ter Monte San Gabriele und der Monte Santo ste-Herr unter heftigem feindlichen Artillerie feuer. 'An der Tiroler Front brachten uns klei­ nere Unternehmungen 89 Gefangene, darunter 5 Offiziere, und ein Maschinengewehr ein. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von besonderer Bedeutung. Ter stellvertretende Chef des GeneralstabeSi d. Hoefer, Feldmarsch alleutnant. ────────── Zahlreiche Verhaftungen vorgenommen wor­ den, die sich auf Angelhörige der gesamten Intelligenz erstrecken,. Namentlich " jüngere Leute aus den besten Familien sind an der Verschwörung beteiligt. Ter Sohn des Staats­ rates Grafen Perschitz jotoie die 15 jährige Tochter des Staatsrates Wickusky gehören Zu den Leitern der Verschwörung (!) und würden verhaftet. * (Z.) ────────── Versenkt. Tailh Telegraph meldet: Die beiden Schiffe "Agenda" und "Preference" wurden vom Feinde in Brand geschossen und sind ge­ sunken. Ter Schoner "Demaris "wurde versenkt. Aus Marseille meldet Central News: Ter Tampfer "Ascara" ist in Algier angekommen, nachdem er von einem deutschien Unterseeboot mit dreißig Granaten beschossen worden war. Tie Ankunft eines französischen Hilfskreuzers veranlaßte das Unterseeboot zum Verschwinden. Ter dänische Dampfer "Dannevang" mit zugeschnittenem Holz von Haparanda nach! Hüll unterwegs ist in der Nordlee von einem Un­ terseeboot torpediert worden. Tie Besatzung wurde gerettet. Tie Agence Havas meldet aus London: Ter englische Dampfer "Sphere" wurde durch ein Tauchboot versenkt. Ter französische Segler "Annette Marie", der französische Tampser "Henry Elisa", der Tampfer "Roberts und der Dampfer "San Bernardo" aus Glasgow würden versenkt.Tie Besatzung von "San Bernardo" ist gerettet. Ter Temps meldet aus Toulouse: Der spa­ nische Tampfer "Ganekogorta Mendi" (3061 Tonnen) ist am 9. August von einem öftere.* ungar. Unterseeboot vexjettkt worden. Tie 24köpfige Besatzung ist in zwei Rettungsbooten in Port Vendres gelandet. Ter englische Dam-, pfer "Bah-!.Craig" landete in Marseille die Mannschaft des englischen Dampfers "Impe­ rial" (3818 Tonnen), der kürzlich im Mit-: telmeer versenkt worden ist. Ter zwischen. Kristianssand und Hoeganses verkehrende schwedische Tampfer "Enio" brachte 16 Mann von der Besatzung des Bergener Tampfers "Ragnarök "an Bord desOxoer Lotsenschiffes. Tie Regnarok ist am 5. August abends mit Stückgut nach Rouen abgegangen. Am 7. August sank das Schiff mitten in der Nordsee binnen 2eitthalb Minuten nach einer Explosion. Tie Besatzung wurde durch einen schwedischen Schooner aufgenommen und spä­ ter aus die "Enid" übergeführt. Ta die Ex-, pplosion im Achterteil stattfand, ist sie nach, der Meinung des Kapitäns nicht auf die Wir­ Der Krieg zur See. kung einer Mine, sondern auf eine im Last­ raum untergebrachte Höllenmaschine zurückzu­ führen. Reuter meldet: Ter japanische Tampfer "Tenmei Maru" wurde im Mittelmieer torppediert. Tie Besatzung ist gelandet. Lloyds meldet, daß der britische Tampfer "Newburn" (3354 Tonnen) von einem Untersee­ boot versenkt worden ist und das Segelschiff "Langdale" (2000 Tonnen) verloren gegangen ist. ' Lloyds meldet aus Barcelona: Ter ita­ lienische Tampfer "Sebastino" wurde von ei­ nem Unterseeboot vierzig Meilen vom Kap San Sebastian entfernt versenkt. Tie Be* satzung wurde in Barcelona gelandet. Tas Handels-N-Boot "Bremen". Ge nf, 13. August. Nach einer HavasMeldung traf in Newhork ein Funkspruch ein, daß sich das U-Boot "Bremen" dem dortigen Hafen nähere. Tie Newyorker Interessenten trafen Vorbereitungen zum Empfang. Ans eine Mine gelaufen ist ein englischer Zerstörer in der Nordsee. Tie Mannschaft konnte sich retten. In Brand geratenes Schiff. Athen, 13. Aug. Ter Dampfer "Eleutheria", auf der Fahrt von Saloniki nachVolo mit einer Ladung Petroleum und 1200 Passa­ gieren, meist demobilisierten griechischen Sol­ daten an Bord, geriet gegenüber von Skiathos in Brand. Tie Maschinen explodierten. Es gab 40 Tote, zahlreiche Verwundete.Dem Kapitän gelang es, das Schiff an Strand zu setzen. (Z.) ────────── Die Türkei im Kriege. Ter türkische Bericht. > Ko nst a n ti nope l, 11. Aug. Das tür­ kische Hauptquartier teilt mit: An der Jrakfront hat sich nichts wich­ tiges ereignet. Ein Teil der englischen Streit­ macht, die unsere freiwilligen Abteilungen kn der Nähe von Nassirieh im Abschnitt des Euphrat angriffen, mußte nach zweistündigem Kamps den Rückzug antreten und ließ eine 2tn* zahl von Toten und Verwundeten zurück. In Persien vertrieben unsere Abteil­ ungen an der russischen Front die Russen aus ihren Stellungen westlich von Kankaver und trieben sie östlich von dieser Ortschaft zurück. Sie machten einige Gefangene. Ter von den Unsrigen verfolgte Feind zieht sich mit dem Gros seiner Streitmacht nach Effadabad auf der Straße nach Hamadan zurück. Unsere vor­ geschobenen Abteilungen erreichten Pakmedabad, 17 Km. nordöstlich von Kankaver, und Husseinabad, 10 Km. von der genannten Ort­ schaft. Unsere Truppen, die den Feind am 6. August aus dem Orte Songur Vertrieben hatten, verjagten ihn ebenfalls aus dem Eng­ paß von Elmis, 23 Km. östlich des erwähnten Ortes, und besetzten den Paß, Gefangene sagen aus, daß. in dem letzten Gefecht außer einer Haubitze ein Gebirgsgeschütz und vier Feld­ geschütze durch unser Feuer unbrauchbar ge­ macht und hinter die Front gebrächt worden sind. An der Kaukasusfront entwickeln sich 'unsere Operationen auf dem rechten Flü­ gel am Westufer des Wan-Sees sicher weiter. Ein Teil unserer Truppen warf die südlich von Tatoan gebliebenen Russen durch einen Ueberfall nach Norden zurück. Das Gebiet, das sich bis> zum Mnhradfluß nördlich, von Musch ausdchüt, ist vom Feinde gesäubert. Die feind­ lichen Truppen, die sich, in dem Abschnitt von Ognott und westlich von Kighii befanden, zie­ hen sich in verschiedenen Richtungen weiter zu­ rück. Im Zentrum und auf deW linken Flü­ gel hindern unsere Truppen durch ihrenTruck den Feind, in gewissen Abschnitten Verschan­ zungen auszuführen. - Am 10. August haben 18 feindliche Kriegsschiffe verschiedener Klas­ sen in verschiedenen Gruppen die Orte Mermeris, Fethie ,Femik und Mersina leinhalb Stunden lang beschossen, sie zogen sich' dann zurück. Es wurden nur einige Gebäude in Mersina beschädigt. An der Front in Aegh iten grTf* fen die Engländer ant !9. August mir Kavallerie und Infanterie, die durch Artillerie und Ma­ schinengewehre verstärkt Waren, unsere Stel­ lungen in der Umgebung von Katia an. Ter Kampf dauerte 13 Stunden und endete zu un­ seren Gunsten infolge der heftigen Angriffe, die unsere Truppen auf beiden Flügeln gegen den "Feind ausführten, der ungeheure Ver­ luste erlitt und "sich in Richtung auf Roumanie zurückzog. TSitte erbeutete italienische Fahne, die bei Misrata in die Hände der Türken fiel, wurde von Enver Pascha dem Sultan über­ geben, der ihre Verbringung in den kaiserlichen Schatz anordnete. ────────── ievgang zu bewahren. Das wär nur dadurch möglich, daß. die durchl die französi sche Beschieß­ ung in Hellen Flammen stehenden Häuserblocks Mit Dynamit gesprengt wurden. Dadurch hat Man verhindert, daß die Glut die noch unbe­ rührten Straßenteile ergriff. Der besonders erfreuliche Erfolg dieser Eindämmung-arbeit, die im Hagel der französischen Granaten aus­ geführt wurde, ist die Rettung der durch das Flammenmeer schon bedrohten spätgotischenSt. Johannishauptkirche, von der nur die Turm­ bekrönung durch einen französischem ^Voll­ treffer zerschmettert worden ist. Für die schon durch den ersten Volltreffer vernichtete Ge­ mäldegalerie kam die Hilfe leider zu ^ spät. (Kb.) W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter ────────── lichkeit den beiden alten Damen entgegen kam. Auch Lothar gewann die Herzen der bei­ den alten Damen im SturM!. Teils aul eigenem Antriebe, teils um Anne-Rose zu ge­ fallen, zeigte er sich den beiden Stiftsfräuleins gegenüber so galant und zuvorkommend, daß sie ihn ganz strahlend ansahen. Bisher waren sie von jungen Herren nicht mit Artigkeiten verwöhnt worden. Ganz selig waren die Stiftsfräuleins im Kreise der liebenswürdigen Verwandten. Es inar ihnen bisher so selten in ihrem bescher-/ denen Schattendasein soviel freundliche Auf­ merksamkeit zuteil geworden. Ein wenig würde diese Glückseligkeit ge­ trübt, als der Oberst, erschien. Er begrüßte die Anwesenden laut und lärmend und mit einer gewissen Art, fast als ob er der Herr des Hauses wäre, der Gäste bewirtete. Die Tamen behandelte er ein wenig mürrisch, ver­ neigte sich kurz und.schnarrte einige Begrüßungsworte. Den beiden Herren aber schüt­ telte er die .Hände, als wollte er sie aus den Gelenken reißen. Nun ging man zu Tisch. Jost von Bil­ lach führte Fräulein Sabine von Uechteritz, und Lothar auf einen verstohlen'bittenden Blick Anne-Roses, Fräulein Reinholdine. Verschämt, "Sie beschämen mich!, Herr Doktor," erwi­ derte Anne-Mose errötend. Sie freute sich, daß.sie Lothar gegenüber saß. Zu beiden Seiten von ihm saßen die beiden Stiftsdamen mit ganz erregt strahlen­ den Augen. Glückselig nickten sie Anne-Rose zu. Ter Oberst machte sich! nach Kräften un­ beliebt. Er schrie aus Leibeskräften und ge­ stikulierte aufgeregt, während er Tante Jett­ chen auseinandersetzte, daß er die begründet­ sten Aussichten hübe, Retzbach zu erben. Da­ bei sprach er dem auserlesenen Mahle, wel­ ches Frau Brigitte Engel auftragen ließ, in sehr unmäßiger Weise zu und trank viel Wein dazu. Tante Jettchen ließ ihn eine Weile schreien. Dann sagte sie seelenruhig, als er gerade mit einem Hühnerbein beschäftigt war: "Uebrigens irren Sie sich, Herr Oberst, ich bin nicht schwerhörig. Sie können ganz leise mit mir sprechen, sonst stören wir die Unterhaltung der anderen Herrschaften." Er sah sie konsterniert an und bemerkte nicht das verstohlene Lächeln auf allen Ge­ sichtern. i (Fortsetzung folgt.) | , j aber glückselig schritten sie zierlich, am Arm ihrer Kavaliere dahin. Ter Oberst erkor sich Tante Jettchen als Opfer. Tie sah aber aus, als sei sie nicht gewillt, sich, ohne weiteres von dem bärbeißigen Oberst verspeisen zu lassem. Doktor Haffner verbeugte sich mit einem feinem Lächeln vor Anne-Mose. "Mein gnädiges Fräulein, so gut ist es mir (ältern Mann seit langen Jahren nicht geworrden. Eine so junge und reizende Tisch­ dame war mir Wohl noch nie beschiedeN." ; Lächelnd sah Anne-Rose zu ihm auf. "/Hoffentlich enttäusche ich Sie nicht zu fähr, Herr Doktor. Sie sehen aus, als könn­ ten Sie recht anspruchsvoll sein inbezug aus die Unterhaltung." "/Wenn ich noch so anspruchsvoll wäre, mein gnädiges "Fräulei«. Sie würden mich ganz sicher nicht enttäuschen, dafür bürgen Ihre klugen Augen." Ein schelmisches Lächeln umspielte ihre Lippen. ",($i, Herr Tottor, ich habe garnicht ge­ wußt, daß Sie so galant sein können." "Rechnen Sie es meinen grauen Haaren zugute, daß ich mich! an so viel Jugend, Schönheit und Klugheit freue, und es auch noch auszusprechen wage." • ────────── meebefähl aus — wie uns Gefangene erzähl­ ten. Tret Kavalleriedivisionen sind bereite gestellt. Das Zusammenarbeiten unserer Ar­ tillerie und Infanterie ist großartig. Tie Batterien feuern Tod. die Maschinengewehre sicheln, die Infanterie ist ruhig, ruhig, bis das Visier sein Recht hat, und im Sumpfland sinken die Massen. Gleichzeitig ist am Nachmittag auf der ganzen Linie in immer wiederholten Wellen der Angriff vorgetragen worden. Er fand nirgends Türen in der Mauer. Es geht nun Artilleriespiel, Angriff, Artilleriespiel, Um­ gruppierung, Angriff Tag und Macht. Tie neue Front am Stochod wird am Abend des 29. zum erstenmal bei Ostrow und Witoniec angegriffen, so vergeblich, wie alle anderen Stellen der Front. Turch den Wola-Wald westlich! Trhsten greift die russische 2. Gardedivision an; im­ mer wieder stößt sie durch Lichtungen vor: immer wieder werden die Stürmer oft im Wetteifer der Maschinengewehrschützen abge­ schossen. Am Vormittag des 30. Juli tritt die erste Atempause ein. Tie Russen sind nicht mehr in der Sage, anzugreifen; sie ziehen Reserven heran; am Abend beginnen die Stürme aufs Neue. Sie führen bei Witoniez zu Nahkämpfen. Das Gut Witoniez zwischen zwei StochodArmen wird geräumt, und es gelingt den Russen, sich von dort hinausschiebend, auf der Höhe 192 Fuß zu fassen. Gegenstöße führen zu erbitterten Nähkämpfen. Ein glänzender Angriff kommt vor, Muß vor neuen russischen Verstärkungen zurück, schließlich« ihalten wir den Südhäng des länggesenkten Hügels, während die Russen ant Nordhang sitzen. Dazwischen liegt eine Mulde. Wer den Kamm überfchrete tet, ist gutes Ziel. Ter tapfere Angriff in der schweren Nacht hat auch hier die gut halt­ bare Stellung erzwungen. Der Hügelhäng bei Witoniez war der letzte kaum greifbare Erfolg der Russen, das Torf selbst' blieb ihnen uner­ reichbar. Wohl setzen die Angriffe auch am 31. nachts und am 1. August nicht aus, wohl kann man ein Tutzend Angriffe und Angriffs-. versuche alt einem Tage an der ganzen Linie noch zahlen, wohl haben die Truppen, (die nun seit dem 27. im Feuer stehen, noch harte Stunden, der Eindruck wird aber bestimmter, daß die Höhe der russischen Kraftentfaltung überschritten ist. Am 2. morgens Melden alle Truppenteile schwere Verluste der Russen, die russische Jnfanterietätigkeit setzt aus. Noch wogt der Artillerielärm, wie Meeresbrausen nach Sturm­ tagen, aber am Nachmittag wird auch! die Ar­ tillerie stiller. Tie Nacht zum 3, August bleibt ruhig. Tie Russen beginnen wieder, Hindernisse auszubauen. Die Sanitätsmannschaften ar­ beiten: die Toten werden begraben. Deutsche Patrouillen klaren das Vorgeläude. (Kb.) Rolf Brandt, Krregsberichterstatter. Berlin^ den 12. August 1916. Telegramm unsres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. pte Schlacht in Molhymen. ^Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Armee Linfingen, den 11. August. Nach den Opfern des Massensturmes am 8. August — die Feldpopen hatten hinter der Front gepredigt, Kowel müsse und Werde fal­ len, — ging der 9. August unter ziemlicher Rühe vorüber. In der Nacht vom 9. zum 10. kam es bei Bol-jPorsk zu HandgranatenLämpfen, auch ein lieberfall wurde im StochodBogen ohne Erfolg versucht. Nur bei Zarecze wurden wieder mehrere nächtliche An­ griffe mit stärkerer Energie vorgetrieben.Tie feindlichen Truppen wurden im Gegenstoß ge­ worfen, niedergemacht oder gefangen. Heute wurde bei Rudka-Mirynska von österr.-'ung.' Truppen ein vorgeschobener Russengraben im | Ueber fall genommen, die ge satte Besatzung I erledigt. Neue Angriffe bei Zarecze wurden schon im Artilleriefeuer erstickt. — Die Ge-' faugenenzahl an der Einbruchstelle westlich ; Kuchary wächst noch immer, da die iw Sumpf Verirrten sich nun, durch Hunger getrieben, ergeben. Im Laufe des Artilleriekampses, der den ganzen Tag über heftig tobte, hatten die Russen allmählich 20 Geschütze, frei ant jen­ seitigen Waldrande gegenüber dem deutschen! Graben aufgestellt und ließen die Granaten unaufhörlich einhauen. Das stürmische Wet­ ter «hinderte Flieger und Fesselballon amAufstieg. Als gegen Abend doch eine halbe Stunde lang Aufklärung mögllich war, sah man die dichte feuernde Batteriereihe. Unsere Artil­ lerie tat gute Arbeit da. Tier deutsche Gegen-, angriff wurde noch in der Nacht von beiden Flügeln der Einbruchstelle ausgeführt. Tie Handgranaten arbeiteten, es war ein grauen­ haftes Gemetzel int Suhsps und irrt Graben selbst. Noch vor .Morgen wär das Graben­ stück, das die Russen unter allergrößtem Ein-, satz der Garde gestürmt hätten, wieder unser. Tie beiden ersten Gardedivisionen, die Regi­ menter Jmailowski, MoskoWski, Grenadterski sind furchtbar mitgenomttn, sie haben seit­ dem Ruhe gehalten. Nordwestlich Kucharh sprach ich die deut­ schen Mannschaften im Schützengraben. "Tie Augustsonne meinte es endlich gut und warm. Tie Niedersachsen streckten und sonnten sich,, auch ihre Stimmung stand auf gut Wetter., Ihnen war der erste Sonnentag nach schier endloser Regenzeit ein Geschenk, aber die GeI danken waren in der Stille des Tages — I der Russe verschoß kein Tutzend Granaten — | noch mehr als sonst bei dem goldenen Ernte-' I Wetter ,das diese Sonne der Heimat schenkt. I Kampfpause .Feiertag ,ben die eigene Tapferj feit erzwungen hätte. .Es gibt Leichenwälle, I die auch die Russen nicht leicht übersteigen. Ein russisches Flugzeug, das einen deutschen Fesselballon angreifen wollte, Wurde durch Maschinengewehrfeuer und den Fesselballon selbst heruntergeholt. Es ging 400 Meter hin­ ter unserer Linie bei Mielntca nieder, da der ^Flugzeugführer schwer verwundet wär. Das unbeschädigte Flugzeug, ein Voisin-Apparat, wurde geborgen. (Kb.) Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. ────────── Tages-Uebersicht. 3. M. vcr Kaiser besichtigte nach, seiner Rückkehr zur Westfront die an der flandrischen Küste stehenden Teile des Feldheeres sowie der Marine und begab sich darauf zunächst in das Sommegebiet, uitrt den dort kämpfenden Führern und Truppen seine dankbare An­ erkennung auszusprechen. Seine Majestät be­ grüßte dabei eben aus dem Kampfe zurück-» kehrende Truppen. (WTB.) Für General Emmich läßt die Stadt Han­ nover ein Ehrengrabmal errichten. Tier Pour le turnte wurde dem General der Artillerie von Krrchbach verliehen. Tie Tonankonferenz findet unter Einbe­ ziehung der deutschen, österreichischen und un-, garischen Donaustädte im September statt. , Entlaust wird auf Anordnung des Ver­ waltungschefs die gesamte Bevölkerung des Generalgouvernements Lodz. ────────── Bayerische Nachrichten. S«r Staatssekretär des ReichsMatamtes Graf Rödern ist am Samstag in München an. gekommen und vom König Empfangen worden. Ter Opfertag hat in München über 500 000 Atark erbracht. I Städtische Bauschule Rcgensburg. Wie I aus dem Inserat in der heutigen Nummer zu I er sehen ist, beginnt der Unterricht an der SchuI le, wie an den übrigen bayerischen Bauschulen, I ant Montag, den 16. Oktober d. I. Die Auf| nahmegesuche sind längstens bis zum 1. Okt. $ schriftlich! einzureichen. Ci —. ────────── Krcisregierung. Ter Regierungsakzessist der Regierung von Niederbayern, Kammer der Finanzen, Ed. Walter wurde zum Finanzassessor dieser Regierungsfinanzkammer in etat. Weise ernannt. Postvcrwaltuug. Versetzt in etatsm. Weise auf Ansuchen: ab 1. September c.: der^ßoste bote Franz Krennleitner von Metten nachTitt-tnoning. Ernannt in etatsm. Weise wurde zurrt Postboten der avers. Hilfspostbote Paul Birckl von Königstein (Opf.) in Schwarzach. In den Ruh>estand versetzt wurde der Postbote Mich. Reindl in Sangquaib auf ein halbes Jahr. Dienstesnachrichten. ────────── Niederbayerische Nachrichten. Tieggertdorf, 13. August. (Der König Ludwigs-Orden) Wurde dem Pfarrer Joseph Weber in Schwarzach verlielhen. Passau, 13. August. (Ter König-LudwigsOrden) wurde dem Dekan und Pfarrer Andr. Osterkorn in Höhenstadt, B.-M. Passau, und dem Pfarrer Joseph' Zacher in Büchlberg, B.-> A. Passau, verliehen. Freyung, 10. August. (Im Betreffe He­ bung der Schafzucht) hat sich das Bezirksamt Wolfstein mit einem Ausschreiben an die Ge­ meinden gewandt, worin die Haus-Schafhate tnng und die Zucht im kleinen empfohlen wird. ────────── Herbst in Mieten und Kellern hier eingelagert und jederzeit verfügbar ist, sodaß ein Kartoffel­ mangel im heurigen Winter nie zu befürchten sein wird. —* Kriegsausschutz,. Nach! Ministerial­ entschließung vom 24. Juli wurde auch! hier eine Organisation für Kriegshinterbliebenen-l fürswge durch Errich-tuug eines Bezirksansschuslses geschaffen. In denselben wurden vom Magistrate gewühlt: Herr Oberbürgermeister Hofrat Marschall als Vorsitzender, Herr Rechts­ rat Costa als Stellvertreter, Herr Magistrats-, sekretär Karl als Schriftführer und Kassier, Herr Magistratsassistent Tvrnecker als dessen Stellvertreter; dann als Mitglieder die Herren Magistratsräte Gerstenecker (Vorsitzender der Kriegsangehörigen-Fürsorgestelle) und Koller (Mitglied des Lieferungsverbandes und des Armenpflegschaftsrates), Herr Landgerichts arzt Tr. Grahammer als stellt). Amtsarzt, Herr Geistl. Rat Stadtpfarrer Tr. Eirainer, Herr Protest. Hilfsgeistlicher Hanemann, Herr Oberlehrer Geiger (als Vertreter der Geistlich­ keit und Schule) und sämtliche Kriegsfürsorge­ pflegerinnen (als Vertrauenspersonen). Für die Vormnndschaftsbehörde wird Herr kgl. Amtsrichter Stoffleth zum Eintritt in den Ausschuß ersucht werden. In den ebenfalls zu bildenden ^eisausschuß wird Herr M.-R, Koller abgeordnet. —* Die freiwillige Feuerwehr hat­ te gestern ihre Bezirksinspektionsübung. Ter Bezirksvertreter Herr Baumeister Wagner hielt hierbei eine Ansprache an die Mannschaften, in welcher er betonte, daß die Feuerwehr wohl infolge der Einberufungen zum Heeresdienste in ihrem Mannschaftsbestande stark zurück­ gegangen sei, dennoch aber ihre Aufgabe voll und ganz zu erfüllen imstande sei, wenn jeder der Zurückgebliebenen seine übernommenen Pflichten erfülle. Vor allem jei es in event. Brandfällen notwendig, daß jeder irgend ab­ kömmliche Mann auf seinen Posten eile. Tie anschließende Inspektion und Uebung verlief zur Zufriedenheit des Herrn Inspekteurs. —* Karambolage. Eine Tampfstraßenwalze fuhr gestern durch die untere. Alt­ stadt, wobei der Führer an den dort stehenden Kandelaber der elektrischen Beleuchtungsanla­ ge geriet. Ter schlanke Kandelaber hielt dem Anprall stand, die Achse der schweren Walze aber ging in die Brüche, sodaß das Ungetüm nun zerlegt vom Platze geschafft werden muß. —* Diebstahl. Ein 17jähriger Bursche stahl in einem hiesigen Industrie-Unternehmen eine größere Anzahl Säcke. —* Ein Fahrrad wurde aus einem stöbt. Gebäude gestohlen. Ter Täter ist noch nicht ermittelt. —* Eine Geldbörse mit Inhalt — auch der Urlaubsschein befand sich- in derselben — wurde gestern von einem Soldaten der hiesi­ gen Garnison verloren. Ein Finder hat sich nicht gemeldet. . —* Ein G lü ckshafe n 'zum Besten der Kriegsfürsorge wird wähtend der Bartlmädult in der Neustadt abgehalten. Zur Er­ zielung eines besseren Reingewinnes Wird auch Heuer wieder um Ueberlassung von GeWinnsten gebeten. Spenden von solchen werden im Rat-' haus Zimmer Nr. 2 dankbarst angenomlmen, auf telephonische oder schriftliche Mitteilung auch gerne abgeholt. —* Die Handa rbeitenausstellung im Kinderhort bietet einen Einblick in das reiche Tätigkeitsfeld der Handarbeitsschnle dort und ihrer tüchtigen Leitung^ Kleidungs­ stücke, Wäsche aller A-t, Decken, Kissen, Läufer und sonstige Gebrauchsgegenstände von ein­ facher bis feinster Ausführung finden das leb­ hafte Interesse der zahlreichen Besucher dieser sehenswerten Ausstellung. —* Zwei Theaterstücke, "Ter Burg­ geist" und "Tie Heldin vom Sundgan" brach­ ten gestern abends die Schülerinnen der Handarbeitsschule im Kinderhort zur wohlgelüngenen Aufführung. Vor allem das letztere Stück, mit seiner auf patriotischer Grundlage aufge­ bauten Handlung, fand die lebhafteste Aner­ kennung, die Spielkunst der Tarstellerinnen reichen Beifall der zahlreichen Zuschauer. Mor­ gen TienstÄg abends 7 Uhr folgt eine zweite Aufführung der beiden Stücke. —* Währ end der Bartlmädult wird auf eine Eingabe des Pächters Herrn Ludwig Wieser hin die Gastwirtschaft zur Festwiese als Ausflugsort behandelt. Tie Schankzeiten werden infolgedessen festgesetzt auf die Zeit an Werktagen mittags 11—1 Uhr, nachmittags 3—8 Uhr, an Markttagen mittags halb 11 bis halb 1 Uhr, nachmittags 3—8 Uhr und an Sonntagen, mittags 10 bis halb 1 Uhr und nachmittags halb 3—8 Uhr. Tie Bediensteten von Schaustellungen genießen außerdem das Recht der Arbeiter auf Brotzeitbier. —"Die neuen Briefmarke« als kleine Kriegsunterstützuug. Tie am 1. August erschie­ nenen bahec. und Reichspostbriefmarken zu 2.5, 7.5 und 15 Pfg., sowie die neuen bayerischen Dienstmarken der amtlichen Behörden stellen jetzt in der ersten Zeit ihres Erscheinens einen gewissen Sammelwerk dar. Diese abgesteppt ppelten Marken, welche vielfach nicht beachtet und meist weggeworfen werden, könnten man­ che Not lindern, Tie Leitung des kath. grauen»' bundes dahier veranstaltet eine Sammlung dieser Marken, um den Erlös der Kriegsfür­ sorge zuzuwenden. Es werden daher beson5 ders die derehrlichen Firmen, Geschäfte und I auch das Gesamtpublikum gebeten, diese einI fache und ziemlich! kostenlose Unterstützung der Kriegsfürsorge nicht zu versagen und diese gebrauchter Marken für diesen edlen Zweck zu sammeln. Tie Marken werden feverzert Bei Irl. Retzl '(Altstadt 360) in Empfang ge­ nommen oder auf Wunsch iitnf Hause abgeholt; es wird auch namentlich, in den Geschäften, eine Haussammlung vorgeno'msmen. Tie Mar­ ken sollten breitrandig aus dem Kuwert ausge­ schnitten (nicht abgerissen) werden. Möge Landshut auch in dieser Form seinen alten Ruf eblejt Wohltätigkeitssinnes bewahren. 1 —*UeberMangel an Gänsen auf den | Stoppelfeldern berichteten wir gestern. Mun| mehr stellt sich heraus, daß. dieser Mangel zum I großen Teile der Ansführ der ohnehin I nicht allzmvielen Gänse aus Bayern zuzn5 schreiben ist, wetzhalb die Bayer; Fleischdervorgnngsstelle folgenden Erlaß herausgegeben hat: Tie Ausfuhr von Gänsen, meist Mager-, gänsen, aus Bayern hat einen solchen Um­ fang angenommen, daß die Eigenversorgung des Landes ernstlich gefährdet ist. Tie Aus­ führ der Gänse wurde bis jetzt fast, ausnahms-, 1 los genehmigt, weil geltend gemacfjt wurde, 1 daß es in Bayern an Futter und Absatz fehle). | Nachdem aber in Bayern genügend WeidegeleI genhjeit für Gänse vorhanden ist, und die GeI treibeernte die Gewinnung von Abfallgetreide ermöglicht, liegt es im Interesse der Fleischtz wie der Fettversorgung Bayerns, wenigstens einen Teil der Gänse dem eigenen Lande zu er­ halten . Es ergeht daher an die inländischen Master das Ersuchen, ihren Bedarf an Mager­ gänsen bei der Fleischversorgnngsstelld anzu­ melden. Die Landesfnttermittelstelle ist in der Lage, der Fleischversorgnngsstelle eine bemes­ sene Menge Kraftfutter zur Verfügung zu stel­ len. Bei der Verteilung wurden solche Ma­ ster berücksichtigt, die sich! verpflichten, die ansgernästetenl Gänse behufs Verteilung an die Kommnnalverbände der Fleischversorgnngs» stelle zur Verfügung %u stellen. —* Da.s patriotische Karnssel. In der letzten Magistratssitznng wurde darauf hin­ gewiesen, daß die Schaubudenbesitzer, wie einer der Herren Magistratsräte hörte, ein Gesuch ant den Magistrat richten wollen, daß ihnen das Spielen patriotischer Musikstücke ge­ stattet werden möge. Tie Mehrzahl der zu erwartenden Schaustellungen besteht ans Karnssels verschiedener Art. Man könnte daher das "herrliche", Schauspiel haben, daß, die Karussels sich nach de.r "Wacht am Rhein" dre­ hen, die Schaukeln nach-,,Deutschland, Deutsch­ land über alles" schaukeln und vielleicht die Berg-, und Talbahn, wenn sie kommt, nach unserem Nationallied "Heil unserm König Heil" ihre. Fahrten machten. Diese Profanier­ ung unserer patriotischen Lieder fand denn auch im Magistrate allgemeine Verurteilung, doch soll zu einem Bescheide erst die Einrei- chnng einer Eingabe abgewartet werden. Viel­ leicht unterbleibt dieselbe, nachdem die Stim­ mung im Magistrate nun geklärt ist und, da Musikaufführungen jetzt verboten sind, braucht sich der Magistrat mit dem patriotischen Karussel nicht weiter zu beschäftigen. —* Das Wetter des zweiten AugustsonnItages brachte uns vormittags wohl Sonnen­ schein aus bewölktem Himimiel, doch blieb die Temperatur eine gemäßigte. Zu Ausflügen war die Witterung daher besonders geeignet und es wurde auch ausgiebig von dieser gün­ stigen Gelegenheit Gebrauch gemacht. Aller­ dings jene Ausflügler, welche in die Wälder zum Schwämme suche n gezogen waren,, kanten nicht auf ihre Rechnung. ────────── vom 12 August 1916. Ein Dankschreiben des bayer. Ka­ valleriedivistonskommandos für den komimnnalen Beitrag zur Kriegsweihuachtssttftung wird zur Kenntnis genommen. Ein Bangesuch des Konditors Herrn August Gaderhuber am Bismarckplatz Nr. 1, Umbau des Kellergeschosses in einen Arbeits» taum wird genehmigt. Ein B a n g e s n ch des Baumeisters Herrn Alois Harlander, Regensburgerstraße 50, zur Erbauung einer Stallung mit Remise jotrb ohne Erinnerung belassen. Ein Dampfgesätz, will die Landshuter Bisanit- und Keksfabrik in ihrer Fabrik zur Aufstellung bringen. Wird genehmigt. Einen Dultstand will während einer Bauvornahme in seinem Anwesen Herr Bäcker-meister Bücherl untere Altstadt, vor dem Hanse zur Aufstellung bringen. Wird unter der BeI dingnng gegen Bezahlung von Miete und Ans-; I stellnngskosten genehmigt, doch darf die Auf| stellung erst nach der Tult erfolgen und der I Straßen- und Passantenverkehr nicht behin| dert werden. , 1 Die Kies entnahme in der Isar wnr| de vom Straßen- und Flnßbauamt dewl^Ban| geschäste Cormean genehmigt. Zur BesörderI nng des Kieses will die Firma nun eine Roll-! $ bahn errichten, die über den städtischen Tamm 1 an der Isarseite gegenüber den Grietserwiesen. 1 führt. Ter Magistrat genehmigt das Gesuch, I doch müssen Tmümkrone und -Böschung in I ihrer ganzen Breite genügend geschützt und die tarifliche Benütznngsgebühr für städtischen Grund bezahlt werden. 31. Sitzung des Stadtmagistrats Landshut ────────── Druck u. Verlag I. F. Rietsch, Landshnt. Ver, antwort!. Redakteur F. X. Wagner, Landshut. ────────── Inserate. ────────── Kriegsbriefe aus dem Osten. Berlin, den 13. August 1916(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Säuberung des Vorfeldes am Stochod. Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. Armee Linfingen, 12. August. Tie Truppen des Generalobersten von ßin=t fingen haben auch heute an der wolhynischeu Front, die ln dem großtu Sieg am 8. und 9. August wohlverdiente Ruhe vor den er­ schöpften Russen, die ihre zerschossenen Divi­ sionen wieder neu ausfüllen, gehabt. Man ging nordöstlich Wielick daran, nach der In­ standsetzung der Stellungen, die überall auf gutem Wege ist, das Vorfeld von unbequemen russischen Vorstellungen zu säubern. In einem größeren Patrouillenunternehmen von deut­ schen und auch! österreichisch-jnngariWen Trup­ pen wurde ln der Nacht zum 12. nach.kurzer Artillerievorbereitung ein russisches Graben­ stück gestürmt, 170 Mann, 3 MaschinengewM-re als Beute zurückgebracht. Ter Rest der Be­ satzung siel iht Nahkampf, der Graben wurde eingeebnet, russische Gegenstöße leicht abge­ wiesen. , ^Kb.) Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.