Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-08-21. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 226, 1916-08-21. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Gin neuer Ansturm der Feinde au der Somme und der Maas abgewehrt. — Erfolgreicher Vorstoß nuferer U-Boote au vie englische Oftküste. — Weiteres Fortschreiten der Offensive in den Karpathen — Der deutsch-bulgarische Bormarsch am Balkan. — Erfolgreiche Kampfe der Türken gegen die Rnffen in Persien. Rumänien und die Mittelmächte. Zwei feindliche Kriegsschiffe versenkt. ────────── Im Westen hatte der Feind sich in der letz-t ten Woche selbst überboten. Vorgestern aber hatte er zu der gewaltigsten ÄraftanV strengung im Sommegebiet und an der Maas gleichzeitig ausgeholt. Trotz der nummerischen Ueberzahl konnte er nur beiderseits des Tor­ fes Guilkemont, das selbst in unserer Hand blieb, in einigen unserer Gräben sich bis jetzt behaupten. Mit' ungeheuren Blutopfern hat er seine kaum nennenswerten Erfolge bezahlt. 8 englische und 4 französische Divisionen hat­ ten an diesen Angriffen teilgenommen, wur-) den aber von Garde-, rheinischen, bayerischem», sächsischen- und Württembergischen Truppen .blutig heimgeschickt. Leichenhaufen türmen sich ■ bot unserer Front > und furchtbar lichtete der Tod die Reihen der Armee Kitcheners. Fast wäre man versucht zu sagen, das, was die Entente jetzt an der Somme und an der Maas unternimmt, ist nicht mehr Taktik, nicht -wehr Strategie, es ist Wahnsinn. Wenn die Gegner hier die Abnützungstheorie zur Geltung brin-s gen wollen ,so dürfte wohl niemand im Zwei­ fel sein, auf welcher Seite die Abnützung am reißendsten fortschreitet. Mit Recht sagt eine neutrale Zeitung, das schwedische "Aftonbla-l bet": "Hat die Entente nun das Recht zu dem optimistischen Glauben, auf diese Wehe die Teutschen aus Frankreich, zu vertreiben, oder haben die Teutschen recht, wenn sie die aufge-» haltene Offensive als einen deutschen Sieg be­ trachten? Kann man annehmen, daß, die En­ tente die Kraft hat, so Monat nach Monat forrzstsahren? Ihre Truppen nahmen noch nicht die kleinste Stadt oder den kleinsten Ei­ senbahnknotenpunkt. Bei diesem Schnecken­ tempo würde der Krieg 30 Jahre dauern, bis man die deutsche Grenze in Lothringen erreichte. Lange vorher wäre Frankreich, ent-' völkert". Und der amerikanische Berichter­ statter Wiegand schreibt a. u.: "In nahezu zwei Monaten haben die Franzosen und Eng­ länder annähernd 150 Quadratkilometer zu­ rückgewonnen und dabei halten die Teutschen in Nordsrankreich 21000, in Belgien 29 000 Quadratkilometer besetzt. Tie 150 Quadrat­ kilometer sind buchstäblich mit Blut getränkt. Ter Angriff und die Verteidigung dieser 150 Quadratkilometer sind von britischer Seite mit Verlusten von sicherlich 300 000 bis einer halben MMon Menschen bezahlt. Jeder Qua­ dratkilometer kostet den Alliierten nach beffcheidenster Schätzung mehr als 1000 Tote, Verwundete und Vermißte .... Ich habe die deutsche Front vom äußersten nördlichen Punkt der Alliierten-Offensive bis gum südlichsten kennen gelernt. Nach dem, was ich sah, scheint mir für den englisch«sranzö fischen Durchbruch wenig Aussicht vorhanden zu sein." Im Osten kam es am nördlichen Teile der Front nur zu kleineren Kämpfen. In den Karpathen wurden die Magurahöhe nördlich des Capul und die Höhe Kreta südlich von Zabie von den Unsern genommen. Auch über -die Kämpfe im Osten ist die Stimme eines Militärlritikers im schwedischen "AZonbladet" von Interesse. Dieses schreibt: "Die Russen ste­ chen Eingekeilt zwischen den Karpathen und den deutsch-fösterreichischen Linien in Wolhynien. Ihr Vormarsch ist immer Mehr zusammenge­ schrumpfte.Sie nahmen 1500 Quadratkilomtr. Man kann wohl auch hier mit vollem Grund fragen, entspricht der Gäwinn den großen Opfern an Menschen? Teutschland steht jetzt chitten in der Erntezeit. Man darf daher annehmen, daß es während des August den Krieg mit so wenig Truppen führt, wie die Heeresleitung ohne Gefahr es für möglich hält? Tann aber kann die neue Entscheidung be­ ginnen. Die Voraussetzung für das Gelin­ gen sind weit günstiger als sie am Dunajec waren. Am Balkan schreiten die Operationen der deutsch-bulgarischen Truppen rüstig vorwärts. Bei Florina sind unsere Truppen in füdwestli-: cher Richtung bereits bis B,iklista und Ba-. Uika vorgedrungen, während sie am linken Flügel gegen das Strumatal vorrücken und den VrundiWalkan überschritten haben. 'Im Zentrum wurden Gegenangriffe des Feindes am Toiransee abgewiesen und westlich davon die serbische Trinadivijsion von den. beherrschen­ den Höhen üördlich des Oftrowsees geworfen. Es geht also auf der ganzen Linie vorwärts. Tie Offensive Sarails,, von der so oft und viel in der Ententepresse zu lesen war, ist jetzt auf unsere und die bulgarischen Truppen übergegangen. Unsere Unterseeboote haben an der eng­ lischen Oftküste einen feindlichen kleinenKreu-. zer und einen Zerstörer versenkt, einen wei­ teren Kreuzer und ein Linienschiff schwer be­ schädigt. . ────────── Bericht der deutschen Hauptquartiers. Bericht der deutschen HWtWMtiers. WTB. Berlin, den 19. August. Mittags. .Großes Hauptquartier.) Westlich« Kriegsschauplatz. Einer geivaltigen Kraftanstrengung unse­ rer verbündeten Gegner haben unsere tapferen Truppen gestern in opferfreudiger Ausdauer siegreich getrotzt. Etwa zu gleicher Zeit setz­ ten nachmittags nach, dem bis zur äußersten Heftigkeit gesteigerten Vorbereitungsfeuer eng­ lisch-französische Massen nördlich der Spmme auf der etwa 20 Km. breiten Front Oo'illersClery und sehr erhebliche französische Kräfte gegen unsere Stellungen im Chapitre- und Bergwalde an. 1 Nördlich der Somme wütete der Kampf bis in die Nacht. An mehreren Stellen drang der Gegner in unsere vorderste Linie ein und wurde wieder geworfen. Beiderseits des fest in unserer Hand gebliebenen Guillemonr hält er gewonnene Grabenteile besetzt. Zwischen Guillemont und Maurepas haben wir nachts unsere vorgebogene, Linie durch Befehl plan­ mäßig etwas verkürzt. Mit ungeheuren Blutsopfern hat der Feind seine itn ganzen gescheiterten Anstrengungen bezahlt. Garde-, rheinische, bayerische, sächsische und Württembergische Truppen behaupteten unerschüttert ihre Stel­ lungen. Rechts der Maas ist der wiederholte franl zösische Ansturm nach, teilweise erbittertem | Ringen unter schwersten Verlusten für den Angreifer gebrochen. Am.Torfe Fleurh wird der Kamps noch fortgesetzt. Im Ostteil des Chapitrewaldes wurden f im Gegenstoß über 10O Gefangene gemacht1 Im Bergwalde wurden völlig zerschossene I vorgeschobene Grabenstücke dem Gegner über« ! lassen. ! Micher MtMWlitz. f Front »cs Generalfelvmarschalls I v. Hindenvurg. I Tas Gefecht westlich, des Nobel-Dees wurde § gestern fortgesetzt. Tie angreifenden Ruffech ────────── Westlicher Kriegsschauplatz. Bericht der deutschen HWtWMtiers. WTB. Berlin, den 19. August. Mittags. .Großes Hauptquartier.) Westlich« Kriegsschauplatz. Einer geivaltigen Kraftanstrengung unse­ rer verbündeten Gegner haben unsere tapferen Truppen gestern in opferfreudiger Ausdauer siegreich getrotzt. Etwa zu gleicher Zeit setz­ ten nachmittags nach, dem bis zur äußersten Heftigkeit gesteigerten Vorbereitungsfeuer eng­ lisch-französische Massen nördlich der Spmme auf der etwa 20 Km. breiten Front Oo'illersClery und sehr erhebliche französische Kräfte gegen unsere Stellungen im Chapitre- und Bergwalde an. 1 Nördlich der Somme wütete der Kampf bis in die Nacht. An mehreren Stellen drang der Gegner in unsere vorderste Linie ein und wurde wieder geworfen. Beiderseits des fest in unserer Hand gebliebenen Guillemonr hält er gewonnene Grabenteile besetzt. Zwischen Guillemont und Maurepas haben wir nachts unsere vorgebogene, Linie durch Befehl plan­ mäßig etwas verkürzt. Mit ungeheuren Blutsopfern hat der Feind seine itn ganzen gescheiterten Anstrengungen bezahlt. Garde-, rheinische, bayerische, sächsische und Württembergische Truppen behaupteten unerschüttert ihre Stel­ lungen. Rechts der Maas ist der wiederholte franl zösische Ansturm nach, teilweise erbittertem | Ringen unter schwersten Verlusten für den Angreifer gebrochen. Am.Torfe Fleurh wird der Kamps noch fortgesetzt. Im Ostteil des Chapitrewaldes wurden f im Gegenstoß über 10O Gefangene gemacht1 Im Bergwalde wurden völlig zerschossene I vorgeschobene Grabenstücke dem Gegner über« ! lassen. ! Micher MtMWlitz. f Front »cs Generalfelvmarschalls I v. Hindenvurg. I Tas Gefecht westlich, des Nobel-Dees wurde § gestern fortgesetzt. Tie angreifenden Ruffech ────────── Ski,- 2 sind restlos zurückgeworfen. , herrschung des Kanals sich ohne Schwierig­ keiten durchführen lassen. Uns könne ein eng­ lisches Calais nicht gleichgültig, sondern es müsse uns in höchstem Grade unangenehm sein. Man werde dafür zu sorgen haben, daß uns auch ein englisches Calais keine allzu großen Sorgen zu bringen brauche. Taß dies natürlich auf die Ausgestaltung der realen Garantien vpn wesentlichem Einfluß sein muß, liegt auf der Hand. In welcher Weise und »n welcher Art überläßt Tiek dem Urteil des Lesers. Er ist der Ansicht, daß die von maß­ gebender Seite und auch in den Zeitungen so viel erörterte mittlere Linie nicht ganz damit in Einklang zu bringen ist. (Z.) ────────── Vom östlichen Kriegsschauplatz. Vom östliche« KriWschWtaz Gegen russische Lügen. Im "Petit Journal" straft General Berthaud die Behauptung der Petersburger Telegraphen-Wgentur Lügen, als hätten die Russsen den Jablonicapatz besetzt. Wir haben, sagt Berthaud, eine Auskunft über die 'Vorgänge den Karpathen eingeholt. Tie Nachrichten IJtnb gut; aber > nicht so, wie wir Minsichen möchten. Tie Russen haben die Ortschaft Jablonica besetzt, die vom Patz 10 Kilometer ent-* sernt liegt, aber der Patz ist der Punkt, auf den es ankommt, und wir hoffen, die Russen bald als Herren des Passes zu sehen. ────────── Der Krieg zur See. Der Krieg zur 6«. «-"Tvutjchland". Tie Frkfr. Ztg. meldet aus dem Haag: Einer Londoner Depesche der Ag. Havas zu­ folge vernehmen die dortigen Zeitungen aus Newhork: Von Boston kommende Reisende ver­ sichern,- atz sie am 12. August U-"Deutschland" aus der Höhe von Newjfoundlanld-Bank gef sehen hätten. (Zp Ein Zeppelin im Seekrieg. Ter Kapitän des schwedischen Dampfers "Gothia" berichtet, datz er ungefähr, drei Mei-r len westlich von Jmuiden sah, wie ein großer Zeppelin auf einen niederländischen Schlepp­ dampfer zukam und einigemale über den Schleppdampfer hin- und herfuhr, als wenn er mit dem Kapitän sprechen wollte. Tann stieg der Zeppelin wieder aus und verschwand in westlicher Richtung, gefolgt von demSchlepp-, dampfer, der in voller Fahrt hinterherdampfte. | Vermutlich hat der deutsche Kommandant den | Kapitän um Beistand für irgend ein zum f Sinken gebrachtes Frachtschiff ersucht. | Tic Taten der "Emden". 1 Ueber die Heldenfahrt der "Emden" be­ richtet ein früher in Ceylon internterterTeutscher, der jetzt freigelassen ist, folgendes: Im September und Oktober war durch die "Em­ den" der Handel in Indien, sogar in Birma erheblich gestört. Rangoon war wochenlang von jeder Postverbindung abgeschnitten. Nach! dem Bombardement von Madras flohen die Eingeborenen nicht nur von dieser Stadt, sötte dein auch von Kalkutta und Bombay ins In­ nere. Am 1. Oktober lagen im Hafen von Kalkutta nicht weniger als 60 große Handels­ dampfer, die sich nicht aus dem Schutz ' der Hafenbatterien hervorwagten. (Z.) Seehelden! Tie "Tägl. Rundschau" meldet aus dem Haag: Ter Kapitän des in Umuiden eingelau­ fenen holländischen Fischerbootes "Sch 46“ be­ richtet: Tret holländische Fischerfahrzeuge wur­ den vor einigen Tagen von einem englischen Patrouillenfahrzeug, einem alten Raddam­ pfer, aufgefordert, die Netze einzuziehen und mit nach England zu fahren. Als dies dem Kapitän noch zu langsam ging, befahl er, die Netze zu kappen. Plötzlich rief ein Mann aus dem am weitesten abliegenden Fischer­ fahrzeug: Backbord ein Periskop! Alle dreh­ ten sich nach der Richtung, in welche der Arm des Fischers wies und unverzügliche riefen zwei andere Matrosen: U-Boot in Sicht! Von allen Seiten rief man jetzt: U-Boot in Sicht! So kam der Ruf auch zu den Ohren des englischen Kapitäns, der nun nichts Eiligeres zu tun hatte, als sich mit seinem Raddampfer aus dem Staube zu machen. T-ie HolWnder schütt leiten sich vor Lachen, als der alte klapprige Raddampfer in einem wilden Zickzackknrs das Weite suchte. Tann flüchteten auch die hol­ ländischen Fahrzeuge unter dem Schutze der Tunkelheit. Von einem U-Boot war selbst­ verständlich nichts bemerkt worden. (ZI ────────── Der Krieg mit Italien. Quirinal wie beim Vatikan, wie sich auch ein italienischer Vertrauensmann bet dem Archiv der italienischen Botschaft in Wien be­ findet. (Z.) 9er Krieg mit Statte«. Stic Kämpfe um Görz. Bei den Kämpfen um Görz sind die ita­ lienischen Generale Tancredi und Pittaluga gefallen. Endliche erwacht. Lugano, 20. Aug. Ter Siegesrausch der Italiener wegen der Einnahme von Görz jjbft Verflogen. In der Presse machen sich! be­ reits Besorgnisstimmen bemerkbar, die vor ei­ nem Umschlag in das Gegenteil, in Entmutig­ ung, warnen. Giornale d'Jtalia, Trtbuna und Secolo schildern übereinstimmemd die unge­ heuren Schwierigkeiten, die zu überwinden sind, um die Oesterreicher bei Görz aus ihren Stellungen zu vertreiben, deren Eroberung für den ungestörten Besitz von Görz unerläß­ lich ist. Secolo unterläßt es nicht, auch der Berichterstattung des Hauptquartiers einen Teil der . Schuld für die übertriebenen Erwar­ tungen des Publikums aufzubürden, da diese von einer Kavallerieverfolgung berichtet hatte, wodurch der Glaube entstanden sei, der Feind wäre bereits auf der Flucht begriffen. ; Tie Konfiskation des Palazzo Benctm. Gegenüber der Agitation für die KonMkation des Palazzo Venetia in Rom, ber österreichisches Staatseigentum ist, meldet die "Jnformatione", nach der Voss. Ztg., datz die italienische Regierung die Sache in Ruhe prü­ fen wolle und nur gemäß den Gebräuchen des Völkerrechts entscheiden wolle. Im Palazzo befinden sich die Archive beider österreichisch^ ungarischen Botschafter,sowohl desjenigen beim ────────── lungett Auslands und Frankreichs mit den ru­ mänischen Gesandten noch im Gange. (Z.) (Jofsre hat aber vergessen, auch Mackechsen von dieser Verschiebung zu benachrichtigen, u. so hat inzwischen dieser die Offensive eröffnet.) Rumänien und die Mittelmächte. Bukarest, 20. August. Zu betn kürzlich unterzeichneten Vertrag der Mittelmächte mit Rumänien betreffend den Ankauf von Haber und Gerste schreibt "Politique": Ter dritte Vertrag zwischen dem Ausfuhrautz schuß urid den Vertretern der Mittelmächte ist unterzeichn net, Tie Beförderunig der Ware muß bis Ende September.. erfolgt sein. Tie Unter« Zeichnung des Vertrags bezeugt die Aufrecht­ erhaltung guter wirtschaftlicher Beziehlungen Rumäniens mit den Mittelmächten, wozu jeder­ mann nur Glück wünschen kann. 'Steue Ver­ handlungen über den Ankauf des verfügbaren Weizens aus den Ernten der Jahre 1915 und 1914 stehen bevor. Ter rumänische Landwirt wird somit neue Gelegenheit finden, unter günstigen Bedingungen die Ware loszuwer­ den, die schwer auf seinem Budget lastet.Nach diesen Nachrichten zu schließen, legt die Re« gierung Wert auf die Aufrechterhaltung wirt­ schaftlicher Beziehungen mit den Mittelmäch­ ten, was zugleich das konkreteste Tementi ge­ gen die Gerüchte der Föderalistenpresse dar­ stellt. Wir sehen, es sei dies nochmals ge­ sagt, die Lage mit Ruhe und Kaltblütigkeit an, was auch gewisse interessierte Zeitungen sagen mögen. Bis 1. August (neuen 'Stils'» trafen hier 72 Carmen-Züge mit 2037 Bidhnwagen und zwanzig Schlepper ein. Ter Carmendienst brachte Zöeinhalb MillionenKilogramm Waren im Werte von 28 Millionen Lei ins Land. Zu den Kämpfen am Balkan veröffentlicht die bulgarische Presseleitung eine Note, in der u. a. gesagt wird: "Es ist nicht unsere Schuld noch! die der Verbündeten, wenn griechisches Gebiet zum Schauplatz ernster Käm­ pfe wird. Wir und unsere Verbündeten dürfen vielmehr erwarten, daß bei dieser Abwehr die verbündeten Truppen dieselbe Handlungsfrei­ heit genießen, wie jene, deren sich die Entenrerruppen so lange Zeit zu unserem Schaden erfreuten. Tas griechische Volk hat wahr­ scheinlich bereits eingesehen, daß unsere Trup­ pen bei dieser Abwehr keineswegs als Feinde griechischen Boden betreten und daß sie sich der griechischen Interessen klar bewußt und bereit sind, diese bis zu der unter den gegen-! Mrtigen Umständen möglichen äußersten Gren­ ze zu wahren. Ter Gegenstoß wird zu dem einzigen, klar umschriebenen Zwecke begonnen, um den bulgarischen Boden gegen die Offen-; sive und die Anwandlungen des Generals Sarrail zu sichern und ihn der Möglichkeit zu berauben, bulgarische Städte und Törser zu bombardieren und Einbrüche in bulgarisches dieses Gegenstoßes, bei deffen Turchführung bulgarische und deutsche Truppen zusammen unter einem gemeinsamen Oberbefehl vorge­ hen, um dem gememfdmien Feinde jedes Ge­ lüste zu nehmen, in bulgarisches Gebiet einzuskllen. Keiner Trohung wird es gelingen, diesen gebieterischen Att berechtigter Abweht anzuschwärzen, wozu unsere Truvpen gereizt werden. Es werden durch ihn von oer bulga­ rischen Grenze jene verjagt werden, welche Hort beständig die Ordnung stören und es wird eine Bürgschaft dafür geschaffen, daß diese sich nicht werden als Herren aufspielen können in einem Lande, in betn sie nichts zu suchen haben." Grenzgebiet zu versuchen. Tas ist der Zweck 8 macht zu weiterem Aushalten zu bestimmen. ────────── i Solche unselbständige' Frauen findet man heutzutage nur noch sehr selten. Da ist Tante Jettchen ein ganz anderer Charakter." "Ja, sie sind nicht zu vergleichen. Ich glaube auch, sie sind furchtbar arm, die bei-! den alten Damen, noch viel ärmer, als wir. Im Stift haben sie ja das Nötigste frei, aber für eine kleine Annehmlichkeit bleibt ihnen nichts, jtnb doch sind sie so zufrieden mit ihrem Schicksal. Sie fragten Papa gestern Abend ganz schüchtern, ob wohl einige Hoff­ nung sei, daß. .sie ein paar Hundert Mark erben wkirden. Und die Möglichkeit machte sie schon ganz glückstrunken. Ich weiß nicht, sie sind so viel älter als ich und ttotzdem kommen 'sie mir wie Kinder vor, die ich ein wenig bemuttern möchte. Hoffentlich hat ihnen Malte von Retzbach ein hübsches Legat ausgesetzt. Tas würde mich freuen, als er­ hielt ich es selbst. Tas würde ja eine Freude geben!" "Sicher, so sicher, als es eine fürchterliche Katastrophe gibt, wenn der Herr "Oberst leer ausgehen sollte." "O weh, das fürchte td* auch." , : , I (Fmffctzung folgt.) es heraus: Tas ist ein Eisenkopf, ein ganzer Mann. Gespannt blickte er in ihre jetzt wieder lachenden Augen. "Also ich erregte Ihre Aufmerksamkeit, trotzdem —" Er stockte plötzlich. Fast hätte er gesagt: "Trotzdem Hans von Rathenow Ihnen gegen­ übersaß," Aber zum Glück hielt er diese Worte zurück. "Trotzdem?" fragte sie, ahnungslos, was er hatte sagen wollen. "Nun, ttotzdem Sie doch nicht wußten, wer ich war." "Ja, ttotzdem. Solche Gesichter, wie das Ihre, müssen ausfallen, mtm vergißt sie nicht wieder." "Tann darf ich also hoffen, daß Sie das meine im Gedächtnis behalten?" Sie nickte schelmisch,. "Ja, das dürfen Sie bestimmt hoffen, zu­ mal es in unserer Bekanntschaft nicht eben viel interessante Menschen gibt." "Und mich rechnen Sie zu den interessan­ ten Menschen, Büschen?" neckte er. Sie lachte. "Unbedingt, Vetter. Aber eben entdecke ich doch einen recht schlimmen Fehler an Ihnen." "O, hoie schade! Welchen Fehler denn?" "Sie sind eitel, wie alle Männer." Er lachte vergnügt. "Hm" stimmt! Von einer schrecklichen Ge­ fallsucht Ibiit ich> befallen, feit ich Sie kennen gelernt habe." Ta Ivurde sie ein wenig rot. "Mü ssen wir nicht ins Haus zurück? Sie müssen pich doch! umziehen. Und ich denke, die anderen Herrschaften sind nun auch sicht­ bar. Hoffentlich ist der Herr Oberst heute etwas erträglicher." "Tas wäre zu wünschen. Wenn er, wie er sehr Bestimmt zu hoffen scheint, der Erbe von RetzBach wird, ich glaube ,dann fetzt er uns alle gleich heute noch an Ne Luft." Lachend schritten sie die Anhöhe hinab. "Tas glaube ich in allem Ernst auch!, Vetter. Tiefer Verwandte .ist nicht so nach meinem Herzen wie die beiden goldigen Gtistsfräuleins. Sind sie nicht rührend in ihrem ganzen drolligen Wesen? Und wie dankbar sie für ein wenig ANfmerksarnkeit sind." Lothar dachte an das kleine Intermezzo aus der Geffterstunde und lächelte . "Ja, es ist etwas Rührendes um solche hilflose alte Tarnen, die dem Leben so fremd gegenüberstehen wie schutzbedrüfrrge Kruder. ────────── Die Türkei im Kriege. Sie %Mt\ ist Kriege. Der türkische Bericht vom 19. August berichtet lt. kt. aus Per si e n: "Am linken Flügel wurden die von östlich Revanduz an die Grenze getriebenen Russen I genötigt, infolge unserer Angriffe sich auf Saudschboulak und Uschnu zurückzuziehen. Tie Unsrigen verfolgen sie." Von der Kaukäsusfront: "Gestern wiesen wir einen Ueberraschnngsversnch des Feindes durchs einen Gegen­ angriff zurück und nahmen ihm Gefangene und Waffen ab. " Außerdem meldet der Bericht vom 20. August aus Persien: "An bfettufjif* scheu Front wurde der Feind infolge unseres Angriffes auf die Russen in der Gegend von Zuka, 25 Klm. südlich des Ortes Ochnu und 15 Klm. östlich der Grenze gezwungen, sich auf Ochnu zurückzuziehen, wobei er 150 Tote und einige Gefangene zurückließ." Tie englische Tigris-Armee abgeschnitten? Baseler Blätter berichten: Die Londoner Zeitungen enthalten die zensurierte Nachricht, daß seit über zehn Tagen alle Verbindungen mit der englischen Tigris-Armee unterbrochen I sind. Tas wäre eine für die Engländer aller­ dings höchst Manzenehme Nachricht, die aber bei der Kopflosigkeit, mit der das ganze Un­ ternehmen eingeleitet wurde, nicht unerwar­ tet käme. Sie letzten Nachrichten brachten eine Niederlage der Engländer bei Nasrieh am Euphrat, also weit südlich des Standpunktes der englischen Armee. Es wäre daher nicht unmöglich, daß der englischen Entsatzarmee ebenfalls ein Kut et Amara blüht. ────────── Der Krieg mit England. Ser Ärief vli 6iglai6. Gegen die Fricvcnsströmnng in England. Amsterdam, 20. Aug. Alle möglichen Mittel werden angewendet, um das englische Volk, das bereits aus seiner Unzufriedenheit über die lange Tauer des Krieges kein Hehl Um betn Einfluß der Friedensfreunde ent­ gegenzutreten wird der britische Reichsverband einen systematischen Feldzug durch! alle Lon­ doner Distrikte anstellen, 30 Freiluftversamm­ lungen sind für die kommende Woche in dem Stadtteil Jslington vorgesehen. Tie Redner werden in ihren Ausführungen auf die Ge-> fahren eines übereilten Friedensschluslses hin­ weisen. Resolutionen sollen eingebracht wer­ den, die der Regierung die Versicherung der ganzen Nation geben, dem Kri^ bis zum sieg­ reichen Ende duvchzuhalten. ,(Z.) Grenzgebiet zu versuchen. Tas ist der Zweck 8 macht zu weiterem Aushalten zu bestimmen. ────────── Aus den Kolonien. Bagamohl! von den Engländern besetzt. Nach einer Reutermeldung ist die Hafen­ stadt Bagamoho in Deutsch-Dstafrika am 15. August von englischen Mariuettuppen besetzt worden. General van Teventer rückt au der Zenttaleisenbahn vor und General Northey führt seinen Vormarsch nach! Süden aus, indem er den Feind zwischen seinen Truppenabtei-, hingen und Dem Hauptheer einschließt. ────────── “Stic Portugiese» kommen. Ter Temps meldet aus Lissabon: Die portugiesische Regierung bereitet eine neue Ex­ pedition gegen Deutsch-jOstafrikü vor. ────────── alles im besten Zuge, und die Ernte geht wie am Schnürchen ein. Tie französischen Flieger haben neulich kurz vor dem Schnitt Brand­ bomben in die Haferselder geworfen, aber keinen Erfolg gehabt. Tas Gut hat zwei Nebenbahnen nach den nächsten Stationen, und jede Einzelheit ist gründlich, und solid eingerichtet, wie für die Ewigkeit. Bei alledem kriegt man ein Summen wie von Bienenschwärmen in den Kopf, wenn man einmal an einen Tag denkt, der ferner oder näher in der Zukunft liegt. Tas Ganze ist aus der Einöde und Verwüstung geschaffen worden. Tabei hat man, als man die Felder und Baugründe absteckte, keine Rücksicht darauf nehmen tonnen, wie hier einmal in den sagen­ haften Frredenszeiten die Katastergrenzen ge­ laufen find. Es hätte es auch niemand be­ kunden können, denn die Einwohner waren weg und die Bürgermeisterei-Akten verbrannt. Beispielsweise hat sich zufällig später in Er­ fahrung bringen lassen, daß das neue Herren­ haus auf einem Pfarreigrundstück steht. Tie Steine zum Bau der Molkerei sind aus den Trümmerhaufen der zerschossenen Torfhäuser gewonnen worden. Viele Baumaterialien, be­ trächtliche Werte, sind aus den Heeresbettieben und selbst aus der Heimat herbeigeschafft wor­ den. Schließlich: gber gehört Schloß Claire­ sontaine doch dem Herrn Tuplong-Dupont in Paris, der, wenn ich die Juristen rchttig ver­ standen habe, zwar seine Eigentumsrechte zur Zeit nicht ausüben, aber doch, wahrscheinlich am Tage des Friedensschlusses wird nächwei-, sen können. Nur daß Schloß Clairesontaine bei seinem letzten Verkauf 40 000 Franken kostete, denn alle diese verlotterten und ber« sallenetn französischen Landgüter sind lächer» lich billig, während es heute eine Musterherr­ schaft ist, deren sich, kein Fürst zu schämen brauchte. Tas gibt Fragen, vor denen einem schwindeln kann. Ich: glaube, wenn der Krieg ausgeht, brauchen die Juristen nicht zu fürch­ ten, daß ihnen die Arbeit ausgeht. Wb.) W. Schenermann. Kriegsberichterstatter Kriegsbriefe aus dem Westen. KrWMese m dm Westes. Ber lin, den 17. August 1916. -(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Clairesontaine. Bon unsrem Kriegsberichterstatter. Ein Stückchen Geschichte hinter der Front. (Schluß.) Clairesontaine war nun lange Zeit ein öder Platz, entlegen von den Kriegsstraßen. Gegen das Frühjahv wurde die feindliche Front weit zurückgedrängt, und die Gegend lag nicht mehr im Bereiche der feindlichen Geschosse. Ta kriegte eines Tages ein Unter­ offizier den Befehl, sich nach: einem geeigneten Erhvkungsplatz für die in Rußland marode gewordenen Pferde seines Artillerieregiments umzusehen. Ten führte der Zufall, wie er so mit der Freiheit der Wahl eines Uransied-lers im wilden Westen durch das Gelände ritt, ein großartiger Zufall nach dem wüstenSchilotz .Clairesontaine. Als er die Ruinen der Pracht-^ stallungen des enthaupteten Marquis faß 1 , tat der Mann einen lauten Jauchzer und ritt spornstreichs zu seinem Regimente. Von diesem Erkundungsritte ab datiert die Geschichte der Wiederauferstehung von Clairesontaine. Schon am nächsten Tage war ein Kommando damit beschäftigt, die große Mallruine auszukehren, zu bedachen, zu wei­ ßen, mit Toren ttnb Fenstern zu versehen. Zwar das ArtiUerieregiment blieb nicht lange souverän in der Besitzung, denn es kam jemand viel mächtigerer, nämlich die hohe Jnspektivn und fand, daß, Clairesontaine der lange ge­ suchte, unübertreffliche Platz zur Einrichtung des Armeepferdelazarettes sei. Als Herrscher Zog ein verwundeter Hauptmann ein, der nicht umsonst im Frieden Admiuistrator großer Güter in Mitteldeutschland gewesen war. Er war der Ansicht, daß sich: über 3000 Morgen klee- und weizenfähigen Bodens doch ganz an­ ders ausnutzen ließen, denn als Weideland, wie es seit über 100 Jahren geschehen war. Er forderte die entsprechende Anzahl gefan­ gener Russen an, und heute würde Monsieur Tuplong-sDupong, wenn er seinen Besitz zur Erntezeit wiedersähe, große Augen machen. Vom alten Clairesontaine ist nichts mehr übrig, als der Pferdestall! des Marquis, der freilich so stattlich dreinschaut, daß jedermann an dem prächtigen Rokolobau seine Freude hat. Ein Landsturmmann, der sonst auch noch: Aka­ demieprofessor ist, hat in seinen dienstfreien Stunden sogar die Allegorie des Triumphes der französischen über die engliislche Pferde­ zucht wieder hergestellt. An der Stätte des zerschossenen Schlosses erhebt sich eine blitz­ blanke Molkerei, die in alle Lazarette und Mart'etendereien des Armcebezirkes Butter und Käse, und zwar einen ganz köstlichen, liefert. Tas neue Schloß ist ein moderner Bau von kräftigen deutschen Formen. Ent­ wurf und Bauleitung: Ein berühmter deut­ scher Städtebaumeister. Es ist als Ofsizierserholungsheim errichtet. An den langen grad­ linigen Beeten des weiten Gartens dahinter sieht man genesende Offiziere in weißem Zwil­ lich arbeiten. Im Park sind drei Karpfen­ teiche entstanden. Tas war sehr einfach. Sie hatten dort früher schon existiert; man brauch­ te nur durch ein paar Mann die zerfallenen Dämme flicken und mit neuen Schleusen ver­ sehen zu lassen, dann staute sich die Quelle, die dem Schloß den Namen gegeben hat, von selbst wieder zu ablaßbaren Weihern an. Au­ genblicklich wird der Schweinestall vergrößert. Ter Gutslelter hofft unter Ausnutzung der Kantinenabfälle und der Bucheckernmast des benachbarten Laubwaldes seinen Bestand im nächsten Jahre verdoppeln zu können. So ist ────────── Tages-Uebersicht. TWS-AebttW. Für 13000 Mart.Geschoß;Linder verun­ treut. Eine zeitgemäße Unterschlagung ver­ üble der 25 jährige Kaufmann Willy Seiffert in Dresden. Er hatte für seine Firma wieder» holt Lieferungen von Geschotzzündern vom Bahnhof in die Fabrik zu gelesien. Um schnell zu Geld zu kommen, setzte sich Seiffert mit dem Agenten einer andern Fabrik in Verbin­ dung und lieferte diesem für 13 000 Mark Geschoßzünder gegen 6000 Mark in bar aus. Seiffert ist geflüchtet. Rotes und grünes Aeitungspapier. Nach­ dem die Breisgauer Zeitung in Freiburg in dieser Zeit des Zeitungspapiermangels sich schon mehreremale genötigt sah, aus rotem Pläkatpapier zu erscheinen, hat das Mark­ gräfler Tagblatt in Schopfheim aus dem glei­ chen Grunde seine Auflage am 25. Juli .auf grünem Papier herausgegeben. Tas Blatt schreibt zum Erscheinen dieser Kriegsnummer: "Tie Schwierigkeiten des Papiermangels für Zeitungsdruck — ttotz der doppelten Preise — nötigt uns, die heutige Nummer aus grü­ nem Prospektpapier herzustellen, um die Aus­ gabe zu ermöglichen. Tie verehrlichen Leser werden die Hindernisse und Lasten des Zeirungsgewerbes auch mit dieser Erscheinung zu würdigen wissen." ────────── Bayerische Nachrichten. Wtfdje MchrW«. Tas Postgeheimnis in Bayern. In der letzten Zeit sind Aeußerungen in der Presse er­ schienen ,daßj in Bayern das Postgeheimnis bei Paketsendungen nicht gewahrt werde. Tiefe Annahme ist unzutreffend. Tie Postanstalten sind vielmehr schon mir Erlaß des Versandverbotes gewisser Lebensrnittel angewiesen Wor­ den, sich, der Prüfung des Inhalts der Sen­ dungen zu enthalten. Sie hüben sich darauf zu beschränken, Pakete ,die offensichtlich ei­ nem polizeilichen Beförderungsverbot unter­ liegende Gegenstände enthalten, ohüe daß der erforderliche Genehmigungsfiempel auf der Paketkarte angebracht ist, von der Annahme auszuschließen. Ueber bett Berkehr mit Heu hüben die drei bayerischen stellvertt. Generalkommandos folgende Anordnung erlassen: In Abänderung der Paragraphen 2 und 5 der gemeinschast<-i lichen Bekanntmachung über den Verkehr mit Heu vom 18. Februar ds. Jrs, darf Heu durch die militärischen Beschaffungsstellen insoweit ohne Vermittlung der Heuverteilnngsstelle be­ schafft werden, als das Heu vom Erzeuger mit Fuhrwerk unmittelbar angefahren wird. ────────── Niederbayerische Nachrichten. Siäft&sfriföf MchrichM Loham, 19. Aug. (Auf gräßliche Weise ums Leben gekommen) ist ein Chevauxleger aus Straubing. Beim Hvlzarbetten in. der Breitendorfer-Daldung geriet der Mann um ter einen Eichenstamm und wurde dabei zu einer formlosen Matze zerdrückt. Deggendorf, 19. Aug. (Teures Obst.) Der "Degg. Donaub." schreibt: Unser Svmmer- und Herbstobst ist in diesem Kriegsjahre wieder tu reichlichem Maße vorhanden, an manchen Or­ ten so reichlich:, wie kaum in zwanzig Jahren vorher, so daß.mindestens die Obstpreise fest­ gesetzt werden müßten. Tie Bäume brechen häufig unter ihrer Obstlast. Tie Preise füir dieses Obst aber find namentlich Friedensprei­ sen gegenüber bis zum vier- und sechsfachen Bettag in die Höhe getrieben. Hier .wird also mit einem Nutzen von 500 bis 1000 Pro­ zent gewuchert. Las ist sogar noch, mähr wie Wucher. Passau, 19. August. (Erttnnken.) Gestern nachmittags 4 Uhr. ertrank beim Baden in der Donau der 12 Jahre alte Sohn .Max des Bahnarbeiters Michael Schwiewagner vonHaibach. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. ────────── Dienstesnachrichten. VirOttMchrichM Lvhrüntt. Vom 1. September lfd. Jrs. an wurde der Seminarlehrer am Schulkehrerfeminare Straubing unter Anerkennung seiner Tienleistung aus sein Ansuchen in den dauern» den Ruhestand versaht; der Seminarlehrer Mi­ chael Hirblinger am Sch.ullehrerseminareSttaubing als Präparackdenhauptlehrer an die Präparandenschule Pas sau auf sein Ansuchen in etatsm. Weise versetzt; der Präparandenlehrev Bruno Kestel an der Lehrerbildungsanstalt. Lauingen, z. Zt. im Felde ,zum Seminarlehrer am Schullehrerseminare Straubing in etatsm. Weise befördert. Vom 1. Süpt. an wurden in etatsm. Weise berufen die Präparandenlehrer Rich. Gumpinger von der Präparanden-» schule Landshut an das Schullehrer seminar zu Straubing; zu Pväparandenlehrern in et. Eigenschaft ernannt: an der Lehrerbildungs­ anstalt Bamberg der Aushilfskehrer amSchullehrerseminare Sttaubing Rudolf Rupprecht, am Schullehrerseminare Sttaubing der Seminarassistent dieser Anstalt Karl Katzenberger, an der Präparandenschule Landshut der Seminarassistenr an der Lehrerbildungsanstalt Umbertz Joh. Knörl, z. Zt. im Felde, an der PMparandenschule Passau der Aushilfslehrer an dieser Anstalt Frz. Schwabenbauer. Justizverwaltung. Ter Inzipient bei dem Amtsgerichte Sttaubing, Otto Solleder wurde zum Gerichtsassistenten außer dem Status bei diesem Gerichte in etatsm. Eigenschaft ernannt. Bezirksämter. Vom 1. Sept. c. ab wird der Bezirksamtssettetär Emil Fleckenste in in Wegscheid auf sein Aussuchen in gleicher Dien--, jsteseigenschaft in etatsm. Weife an baS Be-, zirksamt Landsberg versetzt sowie der Bezirksamtsassistent Adam Katzenmaier in Pfaffen­ hofen zum Bezirksamtssettetär bei dem Be­ zirksamt Wegscheid in etatsm. Weise beför­ dert. ────────── Städtische Schwimmschule. 21. August 1916. Suft . . 15 Grad C. Wasser . 15 Grad C. ────────── Lokales. MltltS. Landshut, 21. August. —* Das Eiserne Kre uz wurde dem Zahlmeisterstellvertreter der 1. daher. Landfiurm-Dionier-Komp. Herrn F. Blitz, früher Bezirksfeldwebel am Bezirkskommando Lands­ hut verliehen. Tie Brust des Ausgezeichne­ ten ziert bereits das Militär^Verdienstkreuz 2. Kl. mit Krone und Schwertern am Bande für Kriegsverdienst. —* De n Heldentod für das Vater1 an d starb der Offtziersstellvertreter im daher. Pionier-Rgt. Herr Edmund Schwingenschlögl, Sohn des Herrn Baumeisters Schwingenschlögl hier. Ter gefallene Held stand unmittelbar vor Beförderung zum Reserveoffizier, für die erj bei der persönlichen und dienstlichen Wert-! Schätzung, deren er sich, bei seinen Vorgesetzten und Kameraden erfreute, vollberechtigte Aus­ sichten hatte. Er mäß igung der Kartoffeltz reis! e. Auf Veranlassung des Kriegsernälhrungsamtes und der Landeskartoffelstelle sind die Höchstpreise für Frühkartoffel neu zu regeln und festzustellen. Bisher war hier der Preis auf il3 Mg. für (bo§ Pfund festgesetzt/ Nunmehr müssen dem bedeutend ernOtzigten Preise des Großhandels auch die Kleinhandels­ preise angepaßt werden. Ter Magistrat setzte nun in seiner letzten Sitzung folgende Preise für Frühkartoffel im Kleinhandel fest: Vom 20. August ab höchstens 15 Pfg. für 2 Pfund und bann alte 10 Tage um 2 Pfg. für je 2 Pfund weniger bis zum Preise von 9 Pfg. für 2 Pfund herab. Es dürfen somit kosten: ab 20 August 2 Pfund 15 Pfg., ab 30. August 2 Pfund 13 Pfg/, ab 9 September 2 Pfund 11 Pfg. und ab 19. September 2 Mund 9 Pfennig. —* Zwei jugendliche Di e b e, 13 und M Jahre alte Burschen, schlichen sich vor­ gestern abends in den Güterbahnihvf, entfern-/ ten die Blombe eines Getreidewaggons, schnit-s ten einen Sack auf und stahlen ca. ,20 Pfund Weizen. —* Die Dult hatte gestern trotz des un­ beständigen Wetters einen sehr starken Besuch aufzuweisen. In dichten Schären zogen die Tultbesucher durch! die Ständereihen in der Neustadt, wo sich ein reges Leben entwickelte. Auch die Festwiese war stets gut besucht, aller­ dings nicht in dem Maße, wie wir eberlehrer Tenk, Oberlehrer Salisko, und die Damen: Frau Rentiere Rieger und Frl. Matrie Müller. Ter'Ausschuß hat auch! das Recht der Zuwahl neuer Mitglieder. —* D, i e National st iftung für die Hinteirbliebenen der int Kriege Gef allen e n erläßt folgenden Aufruf: "Unser Vaterlamd chat einen gewaltigen Krieg gegen eine Wellt von Feinden zu bestehen. Millionen deutscher: Männer bieten ihre Brust dem Feinde dar. Viiele von ihnen werden nicht zurückkeh­ ren. Umsere Pflicht ist es, für die Hinterblie-! benen wer Tapferen zu sorgen. Ausgabe des Reiches ist es zwar, hier in erster Linie zu helfen, «aber diese Hilfe muß ergänzt werden durch freeie Liebesgaben, als Tankopfer von der Gesamtheit unserer Volksgenossen den Helden dargebrarcht, die in der Verteidigung des Teut­ schen Vtaterlandes zum Schutze unser Aller ihr Lebern dahingegeben haben. Teutsche Männer, Temtsche Frauen gebt! Gebt schnell! Auch die Heimste Gabe ist willkommen!" —* Wauer, bleib auf deinem Hof! Unter bnefettt Titel schreibt das Wochenblatt des Lanidw. Vereins: Welchen Wert ein autzgedehnterr klein- und mittelbäuerlicher Besitz für die Wolksernährung besitzt, haben mit gro­ ßer Teuttlichkeit die zwei verflossenen Kriegs­ jahre beewiesen . Tie bestehenden landw. Besitzverhälltniffe in Bayern nach Tunlichkeit beizubehaltcen, erscheint daher als ein erstrebens­ wertes jZiel. Entgegengearbeitet wird bedauerlichertoeise solchen Bestrebungen, wenn Land­ wirte, tmie es in letzter Zeit seitens einer Münchner Grundstückverkaufsgesellschaft ge­ schieht, auf die große Nachfrage speziell des Großkapitals nach bayerischen landw. Gütern hingewiesen werden, Wobei besonders hervor­ gehoben wird, daß erst kürzlich der Verkauf eines grroßen Gutes an einen autzerbayerischen Großindmstriellen vermittelt wurde, und die Landwirete zur Bekanntgabe eines beabsichtig­ ten 'Verkaufs aufgefordert werden. Daß das Zusammrenkaufen von landw. Besitz durch In­ dustrielle für die allgemeine Wirtschaft nicht immer von Nutzen ist, bedarf keiner langen Begründung; daß bei solchen Aufkäufen häu­ fig der Erwerb einer ausgedehnten Jagd eine Rolle spielt, dürfte nicht zu bestreiten sein, daß solche Betriebe nicht selten viehlos oder viehschwach Wirtschaften, desgleichen. Wenn daher an den Landwirt solche Anzeigen ge-, langen, wird er, soferne nicht ganz gewichtige Gründe zum Verkauf zwingen, gut tun, sich dabei nicht weiter aufzuhalten. Ter Ver­ kauf des Hofes besonders zur Kriegszeit unter­ bleibt aus mehr als einem Grunde am besten überhaupt Diese Warnung gilt auch für Niederbayern und besonders für unsere Um­ gebung, in welcher in der letzten Zeit zahl­ reiche Kaufsangebote durch! Vermittler an Oekonomen gelangt sind, denen bisher jeder Ver­ kauf ihrer Anwesen ferne gelegen hat. Cs ist nur zu wünschen, daß unsere niederbaheruschen Bauern ihrer Scholle treu bleiben uns uns vor Salonbauern bewahren, die wir nicht wollen und nicht brauchen können. ────────── Letzte Posten. Letzte Posten. Beschränkung der Zestsur. Tas Berl. Tgbl. meldet aus Stettin: Eine von den Nationalliberalen veranstaltete Ver­ sammlung, die von 500 Personen besucht war, stimmte dem Reichtstagsabgeordneten 'Basser­ mann, der in einer Rede die Verwendung aller Kriegsmittel forderte, zu und erklärte sich ein­ stimmig mit den Richtlinien der nationalljbe-: traten Partei vom 31. Mai einverstanden. Fer­ ner forderte man die Beschränkung der Zensnrl auf die militärischen Tinge. Erfolge der Luftangriffe aus Benedig. Lugano, 20. August. Aus zuverlässi­ ger ^Quelle verlautet, daß die unmittelbar ne­ ben betn Bahnhof in Venedig gelegene Spin­ nerei Cottonificio Veneziano, in der 1000 Arbeiter beschäftigt sind, bei betn letzten öfters reichischen Fliegeratzgriff gänzlich zerstört wurde. Rumänien und der Bierverband. Budapest, 20. August. Einer Bukarester Meldung zufolge berichtet die "Opinia", daß nach Gerüchten aus Kreisen der russischen Gesellschaft zwischen Bratianu und dem Vierverband wegen übertriebener Forderüngen Bratianus eine gewisse Spannung eingetre-' ten sei. Ter russische Gesandte hätte selbst über Bratianu gesagt, es sei unmöglich, mit ihm zu verhändeln, denn er verlange schon ganz Rußland. Wie verlautet, fordert Bra--> tianu die Ueberlassuntz des Kilja-Armes und die ganze TonaumüNdung zu beherrschen, j Stockholm, 20. August. Aus diploma­ tischen Kreisen erfährt die "Nowoje Wremja", daß zwischen dem Petersburger und Bukarester Kabinett lebhafter Meinungsaustausch statt-, findet, daß jedoch Bratianu die Verhandlungen absichtlich! verzögere und dieser bindende Ab­ machungen einstweilen vermeide. Ter rufsiq sche Gesandte sandte neuerdings sehr detaillier-, te Tepeschen, die jedoch! keine besondere 'Zu-! verficht im Ministerium des Aeußern erweckten. ────────── Literarisches. Literarisches. Das Schicksal der Agathe Rottenau, Roman von Karl von Perfall Das neueste Ullsteinbuch Preis 1 Mk. Karl von Perfalls neuer Roman spielt in den Kreisen des bayrischen Adels, auf einer Fideikommißherrschaft, in einem Stadthaus, daß der Zeit des Rokoko entstammt, und in der Residenz mit ihren winterlichen Hofempfängen und Ballfesten. Tragische Wucht hat die straff geführte Handlung. Das alte Kriemhitvmotiv kehrt, aus Menschen der Gegenwart übertragen, darin wieder. Geftaltenreich ist der Hintergrund des Romans, der in den Tagen des Krieges ausgeht. Farbig ist der Münchener Karneval gesehen, mit Liebe zur Heimat das traute Idyll eines bayrischen Städtchens, ein bayrisches Schützenfest und seine derbe, volkstümliche Lustigkeit. Der "Baumeister", Monatshefte für Architek­ tur und Bauproxis, (Verlagsbuchbehandlung Georg D. W. Callwey). Das Heft ist zum Preise von Mark 3.— durch alle Buchhandlungen zu beziehen. ────────── Im Waldgebirge setzten deutsche Truppen sich in. den Besitz der Höhe Kreta südlich,' von Zaibie und wiesen starke feindliche Gegenangrtffie an der Magura ab. BakkankriegsschaNplatz. Mklista, südlich des Presbasees und Baniki simd genommen. 1 Nördlich des Ostrowosees ist die esrbische Trinad ivision von den beherrschenden Höhlen Dzemaat Jeri und Meteriv Tepesi geworfen. Gegenangriffe sind abgewiesen. Oberste Heeresleitung. Bericht der Admiralstabcr. 2 feindliche KriegssMfse von unseren U-Boote« versenkt. WTB. Berlin, 20. Aug. (Amtlich,)Turch unsere Unterseeboote ist am 19.8August in den Gewässern der englischen Ostküste ein feind­ licher kleiner Kreuzer und ein Zerstörer ver­ nichtet, ein weiterer kleiner Kreuzer und ein Linienschiff durch, Torpedotreffer schwer be-' schädigt worden. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Bericht des Admiralstabes.