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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-08-25"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 230</biblScope>
          <date when="1916-08-25">1916-08-25</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Der bulgarische Vormarsch.</p>
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          <p>Fortdauer der Schlacht an der Somme. — Ein Zeppelin an der englischen Ostküste. — Die griechischen Truppen ziehen sich zurück. Im Westen unternahm der Feind nördlich der Somme neue vergebliche Anstrengungen. Er wurde überall, bei Maurepas nach Hartz tem Kampfe abgewiesen. Ebenso blieben frank zösische Angriffe im Maasgebiet bei Thiaumont erfolglos. Im Osten tont es nur zu kleinen Untertz nehmungen unserer Truppen, die Erfolg hät­ ten. ' An der italienischen Front kam es nur in den Dolomiten zu einem Angriff der Jtaf liener, der aber abgewiesen wurde. Am Balkan scheiterten die feindl. Wiederer^ I oberungsversuche am TzemaatJeri. Der gestrige I Heeresbericht konstatiert ausdrücklich, daß. alle I Meldungen der Feinde über Erfolge ihrer;! Truppen frei erfunden sind. Die Bulgaren haben auf ihrem rechten Flügel bereits Kastoria, 35 Klm. südlich von Florina besetzt. Westlich des Ostrowsees wur­ den die Serben neuerdings geschlagen und weiter zurückgedrängt. Hierbei fiel reicheBeute in die Hände der Bulgaren. Am Doiransee wurden Angriffe der Franzosen abgeschlagen, wobei das 176. französische Regiment die Hälfte seines Bestandes verlor, Am Ostslügel ist im Strumatale das linke Ufer des Fluskses vom Feinde geisäubert. Tie Griechen zie­ hen sich hier vor den Bulgaren zurück, wobei sie von den Ereignissen derart überrascht wursden, daß sie sogar Kanonen und Munition zufrücklasisen müssen. Bericht des lortfdjei HauMMiers. WTB. Berlin, 24. August. Mittags. ^Großes Hauptquartier.) Bchllcher KkieMWiG. Nördlich der Somme sind gestern nachjmittags und nachts neue Anstrengungen uwserer Gegner zum Scheitern gebracht worden. Tie Angriffe per Engländer richteten sich! wieder gegen den vorspringenden Dogen zwi­ schen Thiepval und Pozieres, sowie gegen un­ sere Stellung um Guillemont. s Bei und besonders südlich von Maurepas wurden starke französische Kräfte nach teilweise ernstem Kampfe zurückgeschlagen. Rechts der Maas nahm der Artillerie­ kampf nachmittags iyr Abschnitt Thiaumont-</p>
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          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, 24. August. Mittags. ^Großes Hauptquartier.) Bchllcher KkieMWiG. Nördlich der Somme sind gestern nachjmittags und nachts neue Anstrengungen uwserer Gegner zum Scheitern gebracht worden. Tie Angriffe per Engländer richteten sich! wieder gegen den vorspringenden Dogen zwi­ schen Thiepval und Pozieres, sowie gegen un­ sere Stellung um Guillemont. s Bei und besonders südlich von Maurepas wurden starke französische Kräfte nach teilweise ernstem Kampfe zurückgeschlagen. Rechts der Maas nahm der Artillerie­ kampf nachmittags iyr Abschnitt Thiaumont- Fleurh, im Chapitre- und Bergwalde an Hef­ tigkeit bedeutend zu. Mehrfache französische Angriffe südlich des Werkes Thiaumont sind zstsamptengebrochen. In den letzten Tagen ist je ein feindliches Flugzeug im Lufttompf bei Bazentin und Wests lich von Peronne, durch Abwehrfeuer in der Gegend von "Richebourg und La Bassee abge­ schossen. Destillier MMmM. Abgesehen von kleineren erfollgreichen Untz ternehmungen gegen russische Vortruppen, Wok bei Gefangene und Beute eingebracht wurde, ist nichts von Bedeutung zu berichten. Balkan-Kriegsschauplatz. Auf den Höhen nordöstlich des Ostrowotz sees setzten die Serben dem bulgarischen Antz griff noch Widerstand entgegen. Ihre Angriffe gegen den Tzemaat Jeri sind gelscheitert. Alle Berichte aus dem feindlichen Lager über serbischtzfranzösischl-englische Erfolge, ^so­ wohl hier wie am Wardar und Struma sind frei erfunden. Oberste Heeresleitung.</p>
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          <p>Der österr.-ung. Heeresbericht. WTB. Wien, den 24. August. Amtlich wird verlautbart: Russischer KriegssckauMatz. Außer einigen kleinen erfolgreichen Vorßeildunternehmungen weder bei den Streitkräften des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl noch bei der Front des Generalfeldmartz' fchalls von Hindenburg Ereignisse von Be­ lang. . Italienischer Kriegsschauplatz. Nach heftiger Beschießung des Kammes der Faslsenser Alpen uttB unserer Höhenstellungen beiderseits des Travignolos-Tales setzten die Italiener gegen die 'Front Coltorondo—Cima di Cece mehrere Angriffe an, die abgeschlagen wurden. Sonst keine Ereignisse von Belang. Südöstlicher Kriegsschanplayr An der unteren Vojusa Geplänkel. Der stellvertretende Chef des Generalstabe»! , v. Hoefer, geldmarsthatteutnant.</p>
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          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Der Verzicht. | Bern, 23. August. In einem Artikel I "Tie Kampfschwierigkeiten an der Westfront" I bespricht "Jtalia" den Stillstand der englischj| französischen Offensive. Deutschland habe I allein jnt Juli 23 neue Tioisionen an die WeW front geworfen. Gegenüber diesem energischen Widerstand sind die Engländer und Franzosen vor die Wahl gestellt, entweder außerordentiliche Menschenopfer zu bringen, um die neuen Hindernisse, die gleich von Anfang an als un­ überwindlich betrachtet wurden, mit starkem Angriff zu nehmen, oder zum alten Grabentz krieg zurückzukehren, und sie hätten sich für diesen entschlossen. Tie Alliierten begnügten sich mit der Annahme, daß die neuen 23 beutfr scheu Divisionen wenigstens den Russen bei ihrem Vormarsch keine Schwierigkeiten map chen könnten. Hierdurch werde Oesterreich be­ stimmt zu Boden geworfen (?). Dieses Kampfsystem zeitige allerdirrgs keine schnellen Er­ folge, doch das beunruhige die Franzosen und Engländer nicht, die fest hofften, den endgül­ tigen Sieg int günstigen Augenblick erringen zu können. Vorläufig begnügten sie sich, ört&amp; liche Erfolge von untergeordneter Bedeutung zu erringen, um'alsdann später die großen Operationen vorzubereiten. Als Spionin erschossen. Von der französischen Grenze, 24. Aug., wird berichtet: Als Spionin ist in Marseille die 28 jährige Luise Pfaadt, deren Berufung gegen das vom Marsetller Kriegsgerichtshof gefällte Urteil der Pariser Kassationshos ver­ warf, am Dienstag erschossen worden.</p>
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          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. Das strategische Ziel. Berlin, 24. August. Das "Bert. Tagei­ blatt" berichtet aus dem K. K. Kriegspressei­ quartier: Ein charakteristischer Tagesbefehl des russischen Generals Bagratow fiel in die Hände unserer Truppen. Ter Befehl, der am 2. August den Truppen erläutert wurde, besagt unter anderem: In den nächsten Tagen wird der Zarewitsch unsere Front besuchen. Es ist notwendig, daß die russische Armee bis zu diesem Zeitpunkt ihr strategisches Ziel erreicht hat, und darum fordere ich alle Unterführer auf, die Truppen dahin zu informieren, daß die nächsten Operationen so energisch! durchge­ führt werden müssen, daß wir beim Besuche unseres Thronfolgers den starken Widerstand des Feindes gebrochen haben und unseren fei­ erlichen Einzug in Lemberg vollziehen kön­ nen. Tie Truppen sind qufzuklären, daß mit der Erreichung dieses Zieles der Abschluß des' jetzigen Feldzuges in nicht allzu weiter Fern« steht. . , . . , . , . : . ' I</p>
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          <p>Rat»« M mmummm* düngen hrrt die Nachricht von der Niederlage der serbischen Tivision in Saloniki eine panik­ artige Verwirrung veriursacht. Ter geschla­ gene Teil: der.serbischen Armee flüchtete in großer Unordnung, viele ohne Waffen, nach Saloniki zurück. Die englischen Soldaten Und die Bevölkerung wurden hierdurch von Vers Wirrung Gefallen. Jeder wollte auf die Schiffe flüchten. Nur das Eingreifen französischer Trulppen stellte einstweilen die Ruhe wieder her. Sofia, 24. August. Laut einer Athener Meldung hat das Vordringen der bulgarischen Armee und die provisorische, in strategischer^ Hinsicht gebotene Besetzung griechischen Ge­ bietes keine schlechte Wirkung auf Griechen^ land gehabt. Tie griechische Bevölkerung ju­ belt dem Vordringen der bulgarischen Trup­ pen zu, da der Terror der Entente bereits unerträglich war. Tie betrübten Lohgerber. Genf, 24. August. Ihrem Unmut über den Verlust von Florina und die dadurch be­ wirkte Wiederherstellung der direkten Verbinidung zwischen Griechenland und den Mitteil­ mächten geben die Pariser Offiziösen unverss hohlen Ausdruck. ^ Tie Italiener am Balkan. Laut einer Meldung des Corriere della Sera aus Athen schreibt das antivenizelistissche Blatt Embros zur Landung italienischer Truppen in Saloniki: Nach aus Saloniki eingetrofsenen Nachrichten sind die italienischen Truppen für den Nordvpirns bestimmt; sie sollen nach Koritza, Tremeri und Tepeleni ge­ schickt werden, wo sie sich mit den italienischen Vorposten der Armee von Valona vereinigen sollen, um so den Nordepirus vollständig abzuschließun und diplomatische Verwickelungen zu vermeiden, wie sie Truppenlandungen in Santi Quaranta nach sich- gezogen haben würh den. ' (Wie aber die Italiener von Saloniki nach betn Epirus komplett sollen, ist nicht ge­ sagt. Es ist nicht anzunehmen, daß Grieschenland seine 'Erlaubnis zu einem Transs­ port durch das ganze Land geben würde.) Enttäuschung in Rumänien . Bukarest, 24. August. Tas Vordringen der bulgarischen Armee in Mazedonien hat den russenfreundlichen Kreisen große Etr'thäuschung bereitet, die in ihrer Presse stets ausposaunten, Sarrail werde die Offensive er­ greifen und in Bulgarien einmarschieren. Tie russenfr.eundliche "Gazetta" schrieb, Sarrails Offensive werde die Seele der rumänischen Intervention bilden. T'!e bulgarischen Sie­ gesmeldungen veranlassen jetzt die "Treptatea", auszuführen, daß Dtumänien in Anbe­ tracht der Niederlage Sarrails neutral bleibe! Tie Hoffnung schwindet. Berlin, 24. August. Tie "Deutsche Tagesztg." meldet aus Genf: "Eclair" bemerkt zur Haltung Rumäniens: Tie Hoffnung auf eine Mihhilse dieses Staates ist seht gering, es fei dienn, daß es Sarrail gelänge, einen vernichtetnden Schlag gegen die Teutschen und Vulgärem zu führen. Nur ein solches mili­ tärisches Ereignis würde Rumänien mitreilßen. Ter frühere französische Gesandte Blon­ de! besuchte nad? demselben Blatt die Dobrudscha und besichtigte die russischen Besestigungsanlagen. (Z) Haferausfuhr aus Rumänien Verbote«. Bukarest, 24. Aug. Ter Hauptausfuhrs ausschuß hat in seiner gestrigen Sitzung be­ schlössen, daß Hafer von nun an nur mehr an das Kriegsministerium verkauft werden darf. ~ 1 Der Krieg mit England. Tie innere Blockade Englands. Ter N. Rotterdamsche Courant meldet aus London: In der Sitzung im Unterhause be­ tonte Churchill die riesigen Gewinne, die durch die Reeder gemacht wurden. Er sagte, durch feine eigenen Bürger werde England Am Balkan. Ter bulgarische Bericht. (Sofia, 24. August. Ter Generalstab meldet vom 23. August: Aus dem' rechten Flch gel besetzten die auf Lerina vordringenden Truppen gestern die Stadt Kastoria. Tie hauptsächlich! einem freiwilligen Regiment an­ gehörenden, geschlagenen Serben zogen sich' nach Süden zurück. Tie in der Richtung Lerirm, Banica, Cornitschewo, Ostrowos-See ope­ rierenden Truppen rückten, nachdem sie ant 21. August die stark befestigte Stellung des Feindes auf dem Kample des Malta NidzeBerges erobert hatten, vor. Am 22. August griffen sie die serbische Donau- und Pie serbi­ sche Wardar-Tiviision in ihren neuen 'Stellun­ gen beim Kloster des heiligen Spiridion — Höhe 207 (Tscheganska Planing) — an. Bis­ her haben wir 7 Offiziere, 200 Mann gek langen genommen. Wir erbeuteten 5 ganz neue französische Schnellfeuergeschütze, die vollkommen unbeschädigt waren, mit ihren La­ fetten und ihren Pferden, 9 Munitionswagen, 6 Maschinengewehre, 1 Bombenwerfer, viele Gewehre (Muster 1916) und 15 Waggons rol­ lendes Material. Ter Kamps geht weiter. Wir richteten uns in entscheidender Weise guf der Höhe des Tzemaat Jeri, nördlich des Ostrowok Sees und im Moglenika-Tale ein. Bedeu­ tende Kräfte der SchmadichTivision griffen den Abschnitt KukurughKowil an. Alle An­ griffe wurden unter großen Verlusten für die Serben abgeschlagen. Im Wardartale verlief der Tag int allgemeinen rphig. Tätigkeit der beiderseitigen Artillerien. Nur an der Front Mdwestlich des Toiran-Sees suchte der Feind gegen 10 Uhr abends unsere vorgeschobene Stellung anzugreifen, wurde aber abgeschlch gen. Ergänzende Mitteilungen und Gefach genenaussagen ergeben, daß das 176. französi­ sche Regiment, das an dem KaMlpf aW 21. Aug.' teilgenommen statte, 50 bdtttl Hundert seines Bestandes verloren hat. 250 Leichen wurden auf dem Schlachtfelde zusammen mit vielen ^militärischen Gegenständen gefunden. Auf betn linken Flügel säuberten wir im Strumpf tale das linke User des Flusses vollkommen vom Feinde. Tie Zahl der gestern von uns bch gratienen Feindesleichen übersteigt 500. Zahl­ reiche Tote und eine große Menge von milch härischen Gegenständen, die das Schlachtfeld bedecken, bezeugen die vollkommene Nieder^ läge der Brigade Brotier. Bei ihrem Vorr marsch südlich! Trama begegneten vorgeschch bene Abteilungen unserer Truppen einer eng­ lischen Schwadron, die von einer Radfahrerkompagnie begleitet war. Nach kurzem Feuer­ wechsel zogen sich die Engländer in der Richß tung auf Orfano zurück, nachdem sie vorher zwei Brücken über den Angista-Fluß zerstört hatten. Wir besetzten den Bahnhof von AnBltfta. Gegenwärtig befindet sich die Eisenlbahnstrecke Oktschilar— Buk--Trama—Angista —Ceres- Temir Hissar in unseren Händen. Rückzug der griechischen Truppen in OstMazedonien. Basel, 24. Aug. Nach dem Blatte Hestia haben die griechischen Militärbehörden den neuen strengenBefehl an dieTruppen von Seres ergehen 'lassen, durch den diesen eingeschärft wird, sich zurückzuziehen, um einen Konflikt zu vermeiden. Ter "Agence Radio" zufolge setzen die griechischen Truppen ihren Rückzug vor den Bulgaren fort, die fortgesetzt im östslichen Mazedonien vorrücken . Drei griechische Divisionen find in Kavalla eingeschifft wor­ den. In den griechischen Forts wurden den bulgarischen Truppen Äanonen und Munition sübergeben, da die Zeit fehlte .um sie mitzch nehmen. (Z.) Ein albanisches Kontingent. Einem Amsterdaimer Blatt zufolge meldet die Times aus Saloniki, baff die internas tionale Balkanarmee der Verbündeten nun­ mehr um ein albanisches Kontingent unter Oberst Aliriza Bey vermehrt wird. Panik in Saloniki. Budapest, 24. August. "Az Est" meLdet aus Sofia: Nach vertrauenswürdigen Melf einer Blockade unterworfen, und empfahl der Regierung, die ganze Handelsflotte zu über­ nehmen. Ter Staatssekretär des JnnernSamuel teilte mit, daß eine Anzahl russischer Juden sich bei ihm angemeldet und bereit erklärt habe, in London und anderen Städten unter den Landsleuten für den freiwilligen Eintritt in die Armee zu werben. Alle, die freiwillig Dienst nähmen und sich das eng­ lische Bürgerrecht erwerben müßten, würden nach drei Monaten kostenlos in den britischen Untertanenstand aufgenommen. Ferner wur­ den eigene Gerichtshöfe gebildet, bei denen die Russen zu denselben Bedingungen wie die Emglünder um Befreiung vom Militärdienst ersuchen könnten. Ter freiwillige Eintritt in die Armee ist bis zum 30. September möglich. Verschiedene Abgeordnete, "die für eine Ab­ schiebung der russischen Untertanen nach Ruß­ land sind, verlangten, daß in Pfeifer Angelegenheil nichts unternommen werde, bis das Par­ lament im Oktober wieder zusamünientritt und ihm Gelegenheit geboten wird, über diesen Ge­ genstand zu verhandeln. Der Luftkrieg. ngland. L o n d o n, 24. Aug. (Amtlich.) Ein feind­ liches Luftschiff kam kurz vor. Mitternacht über die Ostküste. Es wurden mehrere Brandbom­ ben und einigeHochexplosivbomben auf offenem Felde abgeworfen, kejn Schaden angerichtet, niemand verletzt. Tas Luftschiff kehrte vor 1 Uhr nach der See zurück. Der Krieg zur See. Seesähnrich Bamos &gt;\ Ter Stab der Seeslugstation in Pola ver­ öffentlicht den Heldentod des Flugzeugfüh­ rers, Seefähnrich Vamos. Vamos ist noch! in deutlicher Erinnerung . Er hat bekanntlichAnsang April bei einem Fliegerangriff auf Ancona im heftigsten Feuer und angesichts herannahender feindlicher Torpedoboote meh­ rere seiner Gefährten, die infolge Motorischadens auf dem Meere landen mußten, geret­ tet und mit seinem Flugzeuge wieder auf­ steigend in Sicherheit gebracht. (Z.) Tjer russische NeutraliMtsbruch. Ter an Bord des deutschen Dampfers "Desterro" gewesene schwedische Kronlotse wurde in Abo an Land gesetzt, kam in Haparanba an und berichtete, daß die ^Testerro" nicht nur in schwedischem Seegebiet gekapert wurde, sondern das russische Unterseeboot habe auch die schwedische Flagge geführt. Diese neue schwere Neutralitätsverletzung verstimmt in Schweden allgemein. Verschärfter Itz-Bootskrieg im Mittelmeer. Haag, 24. August. Tie "Central News" meldet: In italienischen 'Schiffahrts'kreisen hat die Verschärfung des ILBootkrieges im Mittel­ meer, die sich offenbar besonders stark gegen tue italienische Schiffahrt richtet, große Be­ sorgnis erregt und wird übertall besprochen. Es verlautet, tzaß. vom 1. bis 20. August von der italienischen Handelsflotte 22 Schisse mit rund 46 000 Tonnen Laderaum versenkt wor­ den sind. Tie Furcht vor den Erfolgen unseres ULBoote. Rom, 24. August. (Agenzia Stefaui.) Man hat festgestellt, daß Nachrichten über die Tätigkeit feindlicher Unterseeboote fern von der Heimatküste dem Feinde sehr vorteilhäst sind, da er Iso über die Tätigkeit unP den Ort feiner Unterseeboote unterrichtet wird, mit denen er keine unmittelbare Verbindung hat. Infolgedessen haben die Alliierten beschlossen, die Veröffentlichung solcher Nachrichten zu un­ tersagen. (Notiz des MTB.: Von unterrich­ teter Seite erfahren wir htertzu: Selbstver­ ständlich ist es Unsinn, zu behaupten, daß die deutsche Flotte und die ihrer Verbündeten</p>
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          <p>vermag, har der Präsident den Kongreß von den Tatsachen zu unterrichten, damit ein be­ sonderer Schritt zu diesem Zwecke unternomh men wird. Die Größenmaße der "Deutschland". Einem Mitarbeiter des "B. T." gegenüber äußerte sich der Vorsitzende der Deutschen Ozean Reederei, Alfred Lohmann, über die Größenmaße des Handelstauchbootes "Deutschland". Danach beträgt die Länge des Schiffes 65 Meter, die Breite 8,9 " der Tiefgang • 4,50 " die Wasserverdrängung ca. 2000 Tonnen, die Tragfähigkeit 750—800 " Aufgebracht. Ter dänische Dampfer "Avanti", auf der Reise von Schweden nach England mir einer Holzladung unterwegs, wurde nachmittags von einem deutschen Kriegsschiff aufgebracht und nach Swinemünde geführt. Versenkt. Maasluis, 24. Aug. Heule früh wurde 10 Meilen vom Maasluis-Leuchtschifs der nor­ wegische Dampfer "Velox", der mi tLebensmitteln von Rotterdam rxach London unterwegs war, torpediert. Die aus 11 Mann bestehende Besatzung ist gerettet. Zur Wegnahme holländischer Fischerboote vurch England. Amsterdam, 24. Aug . Aus ZmAideri wird gemeldet, daß die Mannschaften von Fi­ scherfahrzeugen sich weigerten, auszuführen, wenn ihren Familien nichr im Falle der Aussbringung der Schiffe nach, England Geldunteriftützungen zugesichert würden. Tie Reeder be­ willigten die Forderung der Seeleute für den Fall, daß die Schiffe außerhalb der verboitenen Zone von englischen Kriegsfahrzeugen angehalten und aufgebracht werden sollten. Gegen die englische schwarze Liste. Washington, 23. August. (Funkspruch vom Vertreter des WTB.) Ter demokratische Senator Fletcher brachte einen Ergänzungss antrag zur Schiffahrtsbill ein, der, wie man glaubt, die Wirkung der englischen schwarzen Liste vereiteln wird. Ter Antrag erwächtigt den Schiffahrtsrat, jede unterschiedliche Be­ handlung der amerikanischen Schiffahrt seitens fremder Regierungen festzustellen. Falls ein diplomatischer Schritt nicht Abhilfe zu schaffen aus Lloydmeldungen über versenkte Schiffe wichtige Nachrichten für die Operationen der Unterseeboote erhielten. Ter wahre Grund für unsere Feinde, das Versenken von Schiffen in Zukunft nicht mehr zu veröffentlichen, liegt auf anderen Gebieten . Man will der ergentslichen Oesfentlichkeit die Erfolge der feind(lichen Unterseeboote vorenthalten, um die Stimmung nicht noch weiter zu drücken, utit 1 die SchiWbesatzungen nicht noch ängstlicher zu machen und damit das Anheuern von Mannsschaften zu erschweren, um die Versicherungs­ prämien nicht noch, weiter steigen zu lassen usw.) -</p>
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          <p>Aus den Kolonien. Tic .bewertkämpfe in Ostafrika. D.-Ue. Ueber die letzten deutschf-belgischen Kämpfe, die die Teutschen zur Aufgabe des ganzen Gebietes zwischen Viktoriafee und dem Nordende des Tanganjeka zwangen, gibt die belgische Regierung folgende Mitteilung her­ aus: "Nachdem General Tombeur die Teut­ schen am 25. Juli bei Biaramulo geschlagen hatte, rückte die Abteilung Molitor gegen den Viktoriasee vor, um die Deytschlen, die zwi­ schen diesem und dem Kagerasluß standen, ab­ zuschneiden. Am 27. erreichte Molitor die Orte Namirembe und Busirayclmlbo in der Südwestecke des Sees. Nach einer Woche, am 3. Juli, machte der Gegner einen verzweifelten Turchbruchsversuch am Niakarimsufluß. Sie­ ben Stunden dauerte der erbitterte "Kampf, bis der Feind vollkommen geschlagen und zer­ streut war. Neben einer großen Beute fielen uns viele Farbige und siebzehn Weiße als Ge­ sungene in die Hände, unter ihnen der deut­ sche Kommandant. Tie deutschen Verluste wa­ ren äußerst schwer. Zahlreiche Tote, nutest ihnen vierzehn Weiße, mußten sie auf dem Platze lassen." ' i Spätere Nachrichten gestehen übrigens zu, daß es einem Teil der deutschen Kräfte doch! gelang, südwärts zu entkommen. (Z.) Tnges-Ueberficht. Als Leiter der Refchsfuttermittelstelle wurde der k. sächsische Wirkt. Geh. Rat Tr. Mehnert ernannt. Zur 5. Kriegsanleihe. Angesichts der be­ vorstehenden 5. Kriegsanleihe sei nochmals darauf hingewiesen, daß. nach Paragraph! 32 des Kriegssteuergesetzes bei der Entrichtung der Kriegsgewinnsteuer die üprozenttge Reichs­ anleihe sowie die öprozentigen Schatzanweissungen des Teutschen Reiches zum Nennbetrag angenommen werden. Das bedeutet gegen­ über dem Ausgabekurs einen Gewinn. Auch für die 4.5!prozentigen Schatzanweisungen ist jetzt vom Reichsschatzamt bestimmt worden, daß sie zu einem den Ausgabekürs übertreffenden Kurs, nämlich zu 96.50 für je 100 Mark Nenn­ wert an Zahlungsstatt angenommen werden. Hiernach ergibt sich die Möglichkeit, mit einem Kursvorteil Kriegsanleihen für die Zah­ lungen der Kriegsgewinnsteuer zu verwenden. Tler Kaiser und die Bischöfe. Die Köln. Volksztg. meldet aus Fulda: Tie Fuldaer</p>
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          <p>Tic .bewertkämpfe in Ostafrika. D.-Ue. Ueber die letzten deutschf-belgischen Kämpfe, die die Teutschen zur Aufgabe des ganzen Gebietes zwischen Viktoriafee und dem Nordende des Tanganjeka zwangen, gibt die belgische Regierung folgende Mitteilung her­ aus: "Nachdem General Tombeur die Teut­ schen am 25. Juli bei Biaramulo geschlagen hatte, rückte die Abteilung Molitor gegen den Viktoriasee vor, um die Deytschlen, die zwi­ schen diesem und dem Kagerasluß standen, ab­ zuschneiden. Am 27. erreichte Molitor die Orte Namirembe und Busirayclmlbo in der Südwestecke des Sees. Nach einer Woche, am 3. Juli, machte der Gegner einen verzweifelten Turchbruchsversuch am Niakarimsufluß. Sie­ ben Stunden dauerte der erbitterte "Kampf, bis der Feind vollkommen geschlagen und zer­ streut war. Neben einer großen Beute fielen uns viele Farbige und siebzehn Weiße als Ge­ sungene in die Hände, unter ihnen der deut­ sche Kommandant. Tie deutschen Verluste wa­ ren äußerst schwer. Zahlreiche Tote, nutest ihnen vierzehn Weiße, mußten sie auf dem Platze lassen." ' i Spätere Nachrichten gestehen übrigens zu, daß es einem Teil der deutschen Kräfte doch! gelang, südwärts zu entkommen. (Z.) Tnges-Ueberficht. Als Leiter der Refchsfuttermittelstelle wurde der k. sächsische Wirkt. Geh. Rat Tr. Mehnert ernannt. Zur 5. Kriegsanleihe. Angesichts der be­ vorstehenden 5. Kriegsanleihe sei nochmals darauf hingewiesen, daß. nach Paragraph! 32 des Kriegssteuergesetzes bei der Entrichtung der Kriegsgewinnsteuer die üprozenttge Reichs­ anleihe sowie die öprozentigen Schatzanweissungen des Teutschen Reiches zum Nennbetrag angenommen werden. Das bedeutet gegen­ über dem Ausgabekurs einen Gewinn. Auch für die 4.5!prozentigen Schatzanweisungen ist jetzt vom Reichsschatzamt bestimmt worden, daß sie zu einem den Ausgabekürs übertreffenden Kurs, nämlich zu 96.50 für je 100 Mark Nenn­ wert an Zahlungsstatt angenommen werden. Hiernach ergibt sich die Möglichkeit, mit einem Kursvorteil Kriegsanleihen für die Zah­ lungen der Kriegsgewinnsteuer zu verwenden. Tler Kaiser und die Bischöfe. Die Köln. Volksztg. meldet aus Fulda: Tie Fuldaer | Bischofskonserenz telegraphierte an den deut| scheu Kaiser: An den gewaltigen Kämpfen! von ganzer Seele Anteil nehmend, erflehen die deutschen Bischöfe am Grabe des heiligen Bonifazius für Euer Majestät Heere und Volk unbefiegliches Gottvertrauen und opfermutige Ausdauer bis Gott uns den Frieden sendet. Kardinal von Hartmann. —'Die Antwort des Kaisers an Kardinal Hartmann lautet: Ten dort vereinten deutschen Bischöfen meinen wärmsten Tank für die freundliche Begrüßung und die treue Fürbitte. Tem aus dem Schlacht­ feldern wie in der Heimat unerschütterlich im Kampfe uW seine Existenz und Freiheit durchhaltenden deutschen Volke wird Gottes Gerechtigkeit den Sieg verleihen. — Zur inuerpolitischen Neuorientierung hat aus Anlaßt der Frankfurter Rede des Herfen v. Hehdebrand auch die Berliner National), liberale Korrespondenz das Wort ergriffen. Sie stellte hinsichtlich! der äußeren Kriegsziele zunächst fest, daß der konservative Führer sehr; bestimmt von dem! extremen Standpunkt abge­ rückt sei, den die Denkschrift des früheren Generallandschaftsdirektors Kapp etngenomsnten habe. Hehdebrand hätte sich so sehr auf den durch die Erklärungen des Reichskanzlers gegebenen Boden gestellt, daß 'man hinsichtlich dieser äußeren Fragen auf eine weitgehende Uebereinstimmung zwischen der Rechten und der Regierung rechnen dürfe r b daß sich, allmählich jene Annäherung anzuirhnen schei­ ne, die auch dem Ireikonservativen Führer Frhrn. v. Zedlitz vorgeschwebt fei, als er ein Zusammenarbeiten der verschiedenen Friedensiausschülsse angeregt habe. Tagegen scheine eine solche Annäherung in den inneren Friedenssfragen noch recht ferne. Tte Berliner! Nationalliberale Korrespondenz verweist an dieser Stelle auf die Stellungnahme des Herrn v. Hehdebrand zur Wahlrechtsreform und zur ^Sozialdemokratie. Und sie kommt zu . dem Schlüsse, daß es mit der Orientierung der Par^ I teien vermutlich für längere Zeit noch, so ' stehen würde, wie es der Abg. Tr. Friedbestg in einer bedeutsamen Kundgebung für die Na­ tionalliberalen dargelegt habe: "Wenn im Reichstag in der jttr uns augenblicklich wichctigsten Frage der Kriegs- und Friedensziels eine größere Uebereinstimmung der Nationafliberalen Partei mit den rechtsstehenden Par­ teien als mit den linksstehenden obwaltet, so werden sich dagegen im 'preußischen Landtag naturgemäß die Berührungspunkte nach links ergeben." Tsie Berhaudlurrg Liebknecht. In der Strafsache gegen den ArmierungssoldatenKarl Liebknecht hat am Mittwoche nachmittags das Oberkriegsgericht dahin erkannt, daß Liebs­ knecht wegen versuchten Kriegsverrats, er» schwerten Ungehorsams und Widerstands gegen die Staatsgewalt zu vier Jahren und einem Tages-Uebersicht.</p>
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          <p>Monat Zuchthaus, worauf 1 Monat Unten* suchungshasr anzurechnen ist, zur Entfernung aus betn Heere und zur Aberkennung der bür­ gerlichen Ehrenrechte aus die Tauer von 6 Jahren $u verurteilen fei. Die Verhängung einer schwereren Strafe als in elfter Instanz scheint trotz voller Würdigung der zugunsten des Angeklagten sprechenden Umstände gerechtlsertigt, wenn man berücksichtigt, daß. Lieb­ knecht seine Pflichten als Soldat und Staatsibürger zur Kriegszeir zum Schaden des bedvohsten Vaterlandes in schwerster Weise verletzt hat. Er hat auch selbst eingestanden, daß er durch die Flugblattverteilung und durch die Veranstaltung einer öffentlichen Demonstration eine Schwächung der deutschen Kriegsmacht be­ zweckte. Ueberdies war Liebknecht bereits frü­ her wegen eines ähnlichen Vergehens mit eig­ nem Jahre und sechs Monaten bestraft. Gegen das heutige Urteil steht Liebknecht das RechtÄmittel der Revision zu. Ein Sozialdemokrat über unsere Kolo»rial-Polftik. D.sUe. Innerhalb der Sozial­ demokratie ist vor einiger Zeit ein Streit aus­ gebrochen über unsere zukünfrige Rohstoffver­ sorgung. Er wird u. a. ausgefochren zwischen dem Genossen Eckstein, der im "Vorwärts" die Sicherung der Rohstoffversorgung behan­ delt hat und dabei die Notwendigkeit von Kolonien verneint, und dem Sozialisten Ju­ lius Kaliski. Eckstein geht davon aus, daß uns in Zukunft Kolonien nichts nützen wer­ den, da wir in einem Kriege von der Zufuhr aus den überseeischen Schutzgebieten doch abge­ schnitten werden. So schreibt er u. a.: ^Neh­ men ivir an, in Ostasrikä oder Deutsch-NetO guinea lagern Millionen von Baumwollballen. Wie will die deutsche Regierung diese während des Krieges nach Deutschland schaf­ fen, wenn dies nicht einmal den amerikanischen BaumwoUpslanzern, die immerhin aus ihre Regierung und damit auf die englische einen Truck auszuüben vermögen, gelungen ist/' Im Anschluß daran bemerkt Eckstein, daß im Frie­ den niemand die Freiheit der Meere vermißte, daß die Unfreiheit erst im Kriege entstand. Sie fei nur ein anderer Ausdruck für die Tat­ sache, daß Englands Kriegsflotte im Kriege die Meere beherrsche und daß die englische Regierung von dieser Herrschaft rücksichtslos Gebrauch mache. Im Anschluß daran wirft er die Frage auf, wie denn eine solche Herrschaft m Zukunft verhindert werden sollte. .Liese Frage beantwortet der sozialdemokratische Wirtschaftspolitiker Julius Kaliski in einem sehr interessanten Aufsatz: "Rohstoffversorgung und Wissenschaft", der vor einiger Zeit in der "Volksstimme" erschienen ist. Kaliski, der von jeher sich durch! ein tiefes Verständnis wirt­ schaftlich-politischer Erfordernisse auszeichne­ te, antwortet auf die Frage mit Recht: "Her­ gestellt tastn die Freiheit der Meere, oder richtiger ein Gleichgewicht der Herrschaft zur See, konnte sie zunächst auch! nicht, aber sie preßte Anus-Roses Arm wieder fest an sich. Und Lothar Retzbach? Ihn überraschte und enttäuschte es nicht, daß ihn Malte von Retzbach in seinem Te­ stament völlig totgeschwiegen hatte. Er hatte gewußt, daß dieser seinen GroN mit ins Grab nehmen würde. Lothar konnte das verstehen, es traf ihn vorbereitet. Und doch verfärbte sich sein Antlitz ein wenig, als er hörte, daß Anns-Rose von Retz­ bach nun eine reiche Erbin war. Ter 'harte Zug um den Mund schien noch ,härter zu werden und die tiefliegenden Augen blickten wie im Schmerz auf das blonde, gesenkte Haupt vor ihm. Anne-Rose schien ihm lntit einemmale so ferngerückt zu sein. Es hatte sich plötzlich! eine Kluft aufgetan zwischen ihm und ihr. Das war nicht mehr die arme, schlichte Anne-Roise von Villach, der ein Mann wie er ein sicheres, sorgenloses, wenn auch! schlichtes Los hätte bieten können. Sie war jetzt eine reiche Erbin, die Herrin dieses stolzen Besitzes. Wenn er jetzt um sie werben wollte, dann könnte man glauben, er sei ein MitgffL^Wger, er trachte auf diese Weise, Retzbach an sich zu bringen. Und dieser Gedanke war ihm, dem Stolzen, Aufrechten, demütigend. - "Ergeben Sie sich in Ihr Schicksal, Her­ rin von Retzbach," sagte er lächelnd. Aber in diesem Lächeln lag zugleich! eine leise Re­ signation. Aber diese Resignation galt nicht dem Umstand, daß er leer ausging, sondern der Gewißheit, daß er jetzt neben Annei-Rose ein armer Schlucker war, der die Hand nicht mehr so ftisch und frei nach der HevrlN von Retzbach ausstrecken.durfte, als nach der armen. Rose von Billach. Es folgte nun ein großer Tumult. Alles drängte beglückwünschend auf Anne-Rose und ihren Vater ein. Die beiden Stiftsftäuleins umarmten Anne-Rose weinend und glückstrah­ lend. __ ei \ i ! "Wir sind ja |fb glücklich, liebe Anne-Rose. Sie glauben nicht, wie glücklich wir sind," schluchzte Holdchen. "Denken Sie nur, jede zehntausend Mark, jetzt sind wir so reich, denken 'Sie doch nur, AnnchRose. Ach, der gute, edle Malte!" So schluchzte Binchen. Tiefe beiden bescheidenen Seelen gönnten Anne-Rose neidlos den großen Reichtum und kamen sich nicht weniger beneidenswert vor wie Anne-Rose. - Ußi.) Ganz klar überdachte er sich das jetzt nicht. Wer es flog ghm durch den Sinn und be­ drückte ihn, so daß er mit finsteren Plicken vor sich hinsah. Er zwang jedoch sofort nie­ der ,was jetzt in ihm wach würde. Nicht an sich wollte er jetzt denken, sondern nur an AnnS-Rose. Und als erster trat er vor AnnchRose hin, reichte ihr die Hand und sagte warm: "Nun sind Sie aller Sorgen ledig, AnngRose. Darf ich der Erste sein, der Ihnen Glück wünscht zu böser Erbschaft?" Sie sah ihn hilflos an und suchte in seinen Augen den Ausdrucks der sie heute Morgen so bis ins innerste Herz getroffen harte. Aber den fand sie nicht mehr. Seine Augen blickten Wohl ehrlich und warm in die ihren — aber mit einem ganz anderen Aus­ druck. Das heiße, drängende Werben war da­ rin erloschen. "Ach nein, ach! nein, das darf ja nicht sein," stieß 'sie hervor, "isiie komme ich dgzu, so bevorzugt zu werden? Sie hatien ein so viel größeres Recht auf diese Erbschaft, Lothar, und Sie sollen leer ausgehen? Nein, nein, das dürfen wir nicht leiden. Papa, lieber Papa, das darf nicht sein, nicht wahr?" ' Lothar zog ihre Hand an jeine Lippen.</p>
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          <p>Monat Zuchthaus, worauf 1 Monat Unten* suchungshasr anzurechnen ist, zur Entfernung aus betn Heere und zur Aberkennung der bür­ gerlichen Ehrenrechte aus die Tauer von 6 Jahren $u verurteilen fei. Die Verhängung einer schwereren Strafe als in elfter Instanz scheint trotz voller Würdigung der zugunsten des Angeklagten sprechenden Umstände gerechtlsertigt, wenn man berücksichtigt, daß. Lieb­ knecht seine Pflichten als Soldat und Staatsibürger zur Kriegszeir zum Schaden des bedvohsten Vaterlandes in schwerster Weise verletzt hat. Er hat auch selbst eingestanden, daß er durch die Flugblattverteilung und durch die Veranstaltung einer öffentlichen Demonstration eine Schwächung der deutschen Kriegsmacht be­ zweckte. Ueberdies war Liebknecht bereits frü­ her wegen eines ähnlichen Vergehens mit eig­ nem Jahre und sechs Monaten bestraft. Gegen das heutige Urteil steht Liebknecht das RechtÄmittel der Revision zu. Ein Sozialdemokrat über unsere Kolo»rial-Polftik. D.sUe. Innerhalb der Sozial­ demokratie ist vor einiger Zeit ein Streit aus­ gebrochen über unsere zukünfrige Rohstoffver­ sorgung. Er wird u. a. ausgefochren zwischen dem Genossen Eckstein, der im "Vorwärts" die Sicherung der Rohstoffversorgung behan­ delt hat und dabei die Notwendigkeit von Kolonien verneint, und dem Sozialisten Ju­ lius Kaliski. Eckstein geht davon aus, daß uns in Zukunft Kolonien nichts nützen wer­ den, da wir in einem Kriege von der Zufuhr aus den überseeischen Schutzgebieten doch abge­ schnitten werden. So schreibt er u. a.: ^Neh­ men ivir an, in Ostasrikä oder Deutsch-NetO guinea lagern Millionen von Baumwollballen. Wie will die deutsche Regierung diese während des Krieges nach Deutschland schaf­ fen, wenn dies nicht einmal den amerikanischen BaumwoUpslanzern, die immerhin aus ihre Regierung und damit auf die englische einen Truck auszuüben vermögen, gelungen ist/' Im Anschluß daran bemerkt Eckstein, daß im Frie­ den niemand die Freiheit der Meere vermißte, daß die Unfreiheit erst im Kriege entstand. Sie fei nur ein anderer Ausdruck für die Tat­ sache, daß Englands Kriegsflotte im Kriege die Meere beherrsche und daß die englische Regierung von dieser Herrschaft rücksichtslos Gebrauch mache. Im Anschluß daran wirft er die Frage auf, wie denn eine solche Herrschaft m Zukunft verhindert werden sollte. .Liese Frage beantwortet der sozialdemokratische Wirtschaftspolitiker Julius Kaliski in einem sehr interessanten Aufsatz: "Rohstoffversorgung und Wissenschaft", der vor einiger Zeit in der "Volksstimme" erschienen ist. Kaliski, der von jeher sich durch! ein tiefes Verständnis wirt­ schaftlich-politischer Erfordernisse auszeichne­ te, antwortet auf die Frage mit Recht: "Her­ gestellt tastn die Freiheit der Meere, oder richtiger ein Gleichgewicht der Herrschaft zur See, konnte sie zunächst auch! nicht, aber sie preßte Anus-Roses Arm wieder fest an sich. Und Lothar Retzbach? Ihn überraschte und enttäuschte es nicht, daß ihn Malte von Retzbach in seinem Te­ stament völlig totgeschwiegen hatte. Er hatte gewußt, daß dieser seinen GroN mit ins Grab nehmen würde. Lothar konnte das verstehen, es traf ihn vorbereitet. Und doch verfärbte sich sein Antlitz ein wenig, als er hörte, daß Anns-Rose von Retz­ bach nun eine reiche Erbin war. Ter 'harte Zug um den Mund schien noch ,härter zu werden und die tiefliegenden Augen blickten wie im Schmerz auf das blonde, gesenkte Haupt vor ihm. Anne-Rose schien ihm lntit einemmale so ferngerückt zu sein. Es hatte sich plötzlich! eine Kluft aufgetan zwischen ihm und ihr. Das war nicht mehr die arme, schlichte Anne-Roise von Villach, der ein Mann wie er ein sicheres, sorgenloses, wenn auch! schlichtes Los hätte bieten können. Sie war jetzt eine reiche Erbin, die Herrin dieses stolzen Besitzes. Wenn er jetzt um sie werben wollte, dann könnte man glauben, er sei ein MitgffL^Wger, er trachte auf diese Weise, Retzbach an sich zu bringen. Und dieser Gedanke war ihm, dem Stolzen, Aufrechten, demütigend. - ■ttgfXi Pt BWWWftlPBft, im I ■■ * "'”1-**^ WM. * «een* - ^ "n wraa«BMMBa nur dadurch werden, daß sich, andere Länder, die an wirtschaftlicher 'Leistungsfähigkeit und Schöpsungs kraft England überflügelt haben, von demselben England nicht das Recht streitig machen lassen, ihre Seemacht nach eigenem! Gutdünken auszubauen. Das hat in aller­ erster Reihe für Deutschland Geltung. Steht der englischen Flotte eine gleichwertige Macht gegenüber, dann wird die Freiheit der Meere um so eher verbürgt, weil bamt Jür die Ent­ scheidung der kleinen Staaten in ihrer poli­ tischen und militärischen Haltung nicht mehr allein die Furcht vor dem Imitaten Terror Englands den Ausschlag geben wird. Aus der mächtigen Entwicklung der ProduktionsFräste, wie sie sich in Deutschland vollzogen, ergibt sich nicht nur die Notwendigkeit, den Kamps für dieses Gleichgewicht in der Beherr­ schung des Meeres zu führen, um die Voraus­ setzung für einen -wirklich freien Verkehr zu schassen, sie führt auch! ju dem Recht und mehr noch zu der Pflicht, dem Reich für die Erhal­ tung und weitere Entfaltung der deutschen Volkswirtschaft unabhängige Gebiete zur Ge­ winnung der wichtigsten Rohstoffe — Bauim wolle, Kupfer und Pflanzenfette usw. — in wirtschaftlichem Sinne zu sichern. 'Ein Volk von 70 Millionen und mehr darf in betn Bezug seiner unbedingt notwendigen Rohpro­ dukte nicht von der Gnade eines anderen Lan­ des — sagen wir England —, dessen Produktiv­ kräfte dazu sich in absteigender Linie entwickelst und das tutf die Tauer mit betn wachsenden Erfolg der Konkurrenz Deutschlands rechnen muß, abhängig fein." Dieses Urteil von Kaliski ist durchaus zutreffend und widerlegt klar und sachgemäß die Einwände, die von sozialdemo­ kratischer Seite gegen eine zukünftige kolo­ niale Betätigung Deutschlands gemacht wor­ den sind. &lt;Z.) 1 Ter Verlauf von Dänischj-Westinvicn. Die Verhandlungen zwischen dem dänischen Mi­ nisterium und den Vertretern der politischen Parteien wurden gestern fortgesetzt. Ta eine Einigung weder über den Verkauf der westlindischen Inseln, noch! über die Zusammensetz­ ung des menen Ministeriums erzielt werden konnte, schloß der Ministerpräsident die Ver­ handlungen mit dem Ausdrucke des SBebaup erns, daß diese Verhandlungen die Unmögslichkeit erwiesen hätten, neue Reichstagswahß. len durch die Bildung eines Koalitionsmim» steriums zu vermeiden. Ter Landsthing hielt gestern nachmittags eine Sitzung über die Verkaufsfrage ab.</p>
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          <p>Bayerische Nachrichten. Tie Teutsche Ozeaw-Rceverei hat dernKönig die glückliche Heimkehr des HandelchUnterseebootes "Deutschland" telegraphisch mit­ geteilt. Ter König gab kn einem Telegramm seiner Freude und seinem herzlichen Glüchwunsch Ausdruck. Ju der Bayer. Staatszeitustg steht, wie die Münch. Post berichtet, ein Redaktionswechsel bevor. Cheftedakteur Phel. Frick wird sei­ nen Posten verlassen; an seine Stelle tritt Herr Max Scharre, der frühere Ehesredakteur der Münchener Zeitung.</p>
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          <p>Besihwechsel. Das herrlich gelegene Oekonomieanwesen des Herrn Johann Bichler in Kleineichenhausen ging mit sämtlichen Grund­ stücken, lebendem und rotem Inventar an Herrn Andreas Preis, Privatier aus München, über. Die Verkaufsvermittlung betätigte das Jnch mobrlienbüro Ed. Bachberger in München, Tal 12. 400 -verstriche Postillione in Berlin. Tie Zahl der Postillione hät sich in der letzten Zeit immer stärker vermehrt und ist jetzt auf 400 angewachsen. Tie Postverwaltung ist mit ihnen recht "gut gefahren". Es sind meistens jKriegerftauen, ein Examen hat man von ihnen nicht verlangt, sie haben nur nachweisen müs­ sen, daß sie Fahrkvnntnisse besitzen. Allerlei.</p>
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          <p>ges abgebrannt ist, eine Spende von 50 Mark Ankommen lassen. Walvlirchen, 24. Aug. (Tie Reue.) Der Tienstknechr Valentin Stvckinger von Kaltwasjser schwor in einer Dienstborenlohnstreitigkeit mit dem Bauern I. Kelmpinger von Hinter»eben im Jahre 1912 vor dem dljmWgerichte Waldkirchen einen Meineid. Nun nach 4 Zahlren packte ihn das Gewissen, weshalb er sich wegen dieser Tat splbst den Gerichten "stellte. Waidtirchen, 22. August. (Tie WaldbawGenossenschaft Waldkirchech-Wolsstein) hat am Samstag im Baron Münsterschen Lokale ihre außerordentliche Generalversammlung abge­ halten. Ter Wert des Grundbesitzes mit 77.55 Tagwerk wurde auf 17 362 Mark feftzgesetzt (der seinerzeitige Ankaufspreis dieser Grundstücke betrug 4076 Mavk), was einer Verzinsung der Geschäftsanteile samt Zinses­ zins von annähernd 7 Prozent gleichkommt. Beschlossen wurde, nachdem eine Summv von übe tr,2000 Mark zur Verfügung steht, neue Waldgrundstücke anzukaufen. Ascha, 24. Aug. (Hohes Alter.) Ter Ausnahmbauer I. Ankerl begeht in Bälde seinen 94. Geburtstag. Trotz des hohen AH ters hat er bei den Erntearbeiten rüstig mite geholfen und verrichtet wie auf dem Felde so auch im Stalle die täglich anfallenden Ars beiten. Er ist ein Mann von gutem Humor und von altem Schrot und Korn. Grafenau, 25. Aug. (Eisenbahnurtfall.)Jn der Station Grafenau fiel der 9jähr!ge Sohn des Führerheizers Vierling von Grafenau, der vermurlich auf den Puffern eines Wagens spielte, ab und bchach, (sich das Genick. Zum Anbau des Winterroggens. Wohl die lästigste Erscheinung beim An­ bau des Winterroggens ist das in manchen Jahren häufige Auswintern der Saat. Als Ursache hiervon gelten strenge Kälte und rauhe Winde, namentlich, wenn die schützendeSchneedecke fehlt, rascher Wechsel zwischen Wärme und Kälte, stauende Nässe, zu langes Lagern der Schneedecke u. a. m. Richtig ist, daß die geschilderten Verhält­ nisse Auswinterungen verursachen können, je­ doch ist das keineswegs in dem Maß der Fall, als man gewöhnlich annimmst. Abgesehen von stauender Nässg, in der das Saatkorn verfault, werden klimatische Einwirkungen in der Re­ gel von einigermaßen winterhartem Saatgut erstaunlich gut vertragen, wenn nicht die Läs­ tigkeit einer bestimmten Gruppe von Schädklingen dazu kommt. Neueste Forschung hat nämlich; ermittelt, daß die hauptsächlichste und weitaus häufigste Ursache der Auswinterungserscheinungen ein Pilz ist (Schneeschimmel oder Fusarium), des­ sen Lebens- und Entwicklungsfähigkeit sich unter den oben angeführten Verhältnissen am sichersten und falschesten vollzieht. Durch Abtötung dieses Pilzes, der an den Roggen- aber auch den Weizenköruern hastet, durch Beizen mit Fusariol kann man die Auswinterungserscheinungen wirksam bekämlpsen. Bei Weizen geschieht die BeWng gleich­ zeitig mit derjenigen gegen Steinbrand (Ruß) mittels betn unlängst empfohlenen Sublimvfortn. Daher sollte jeder einsichtige Landwirt das Vorstehende beachten und die nur geringen Kosten und die verhältnismäßig wenige Arbeit nicht scheuen, die das Bejzen verursacht. Tann kann er, wenn sonst die Saat gut bestellt wurde, mit Ruhe dem Winter entgegensehen,' spart sich Arbeit, Verdruß und Getreide, das jetzt so notwendig ist. Fusariol ist von der unterzeichneten Stelle zu beziehen und sind Beizmittel und Anweit­ fungen stets vorrätig. K. Landw. Winterschule Landshut.</p>
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          <p>Dienstesnachrichten. WesBodWei. Katholisch^ Kirche. Tie fatf) 1 . Pfarreien Tiorsbach, Bs-A. Passau, wurde dem Pfarrer Markus Nie^ermeier in Kirn, B.-A. Pfarr­ kirchen; Küuziug, B.-A. Vilshosen, dem Expositus Joseph Preis in Gergweis, B.-A. Vils­ hosen, übertragen; genehmigt, daß vom Btzschose von Pässau die kath. Pfarrei Büchlberg, B.^A. Passau, dem Kooperator Karl Birkeneder in Altötting verliehen werde. Bahnivienst. In den Tauernden Ruhestand versetze unter Anerkennung seiner Dienstlei­ stung wurde Wagenwärtergehilse Georg Sandleitner in Landshut, Bahnwärter Johann Braun in Bm. Frontenhausen; versetzt in etatsmäßiger Weise aus Ansuchen Eisenbahwsekretär Georg Siegerstetter von Teggendorf Bf. zur Ablösegruppe der Eisenbahndirektion Regensburg, Turmwärter Heinrich Steiner von Plattling nach Straubing; berufen in etatsimäßiger Weise Stationsausseher Anton Hart­ hauser von Pilsting nach Kothmaißling, Sta­ tionsdiener im gdmichsten Dienst JohannHirsch von Osterhofen nach Neumarkt (Rott); beför­ dert in etatsmäßiger Weise ab 1. August 1916 zum Amtsassistenten Eisenbahnrechner Wartin Fichtel von der Bm. Plattling bei der Güter»station München Hbf.; Bauassistenten Gehilfe Jakob Bachmann 'bei der Bauinspektion Plattb ling; Stationsaufseher Gehilfe Gg. Winkl bauer in Pleinting; Lokomotivheizer (Führer­ bewerber) Gehilfe Joseph Probst in Plattling; Sratwnsdiener im Nebenbahndienst Gehilfe Johann Schmidt in Kötzting, Ludwig Reichinlger in Frehung; Peter Schneider in Grsasenau; Schrankenwärter Gehilfe Joseph Reichertseder in Bm. Osterhofen, Ludwig WimMrr in Bm. Sirnbach (Inn).</p>
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          <p>von Gewittern und Niederschlägen durchsetzt. Immerhin gab es auch 'hier reichlich schöne Tage, die es ermöglichten, den Rest der Ernte zu bergen, die in unserer Gegend Engst voll eingebracht ist —* "Set Hias", der hier seine Premiers erlebte und nun als 'Spiel der Feldgrauen für die Feldgrauen durch die SEdte Deutsch­ lands zieht, wird gegenwärtig in Berlin mit großem Erfolge aufgeführt. Vor allem ist es, wie die O'erliner Presse hervorhebt, das bayerische Element im Spiele, das demselben in Berlin, zu solchen Erfolgen verhielst.</p>
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          <p>Vermischtes. Ratzt) tdild aus Saloniki. Eine ziemlich melancholisch gestimimte Schilderung der in SalMiki angekommenen Reste des serbischen Heeres, das im Gegensatz zu anderen französischen Berichten hier nicht gerade als besonders kraftvolle 'Kampftruppe gezeigt wird, findet sich in einem nächtlichen Stimmungsbild des Saloniki- Bericherstatters des "Journal": "In dem dichten Dunkel der Nacht, das das Lächeln des Mondes noch nicht erbleichen ließ, herrscht eine ernste Stille, die von den Sternen der Nacht herabzufallen scheint. Tie Stadt Saloniki schläft, das Meer ist tot, kein Segel, kein Schiffsmast ist zu er­ blicken. Es ist eine warme Nacht im Orients Plötzlich wird ein Geräusch! hörbar, es ist wie der dumpfe Lautakkord eines fernen Gewäs­ sers. Wir horchen auf und blicken auf die Straße. Immer näher fdmlmt der Lärw, immer deutlicher in seine!m&gt; Rhythmus erkenn­ bar, und nun wissen wir, daß eine Truppe auf dem Marsch sich! nähert, und bald können wir auch die ersten Männer erblicken. Voran zwei Offiziere zu Pferde, hinter ihnen eine lange, stumme Kolonne, ihre Silhouetten schwanken seltsam in der Nacht, als seien es Traumfiguren einer tmuttgen Legende. Ein .Bataillon nach dem andern zieht vorbei. In­ fanterie, Kavallerie, dann Einheimische, mit Gepäck beladen, und schließlich ein Troß von Lastwagen aller Art. Es ist eine serbische Division, die an die Grenze 'zieht. Gewöhn­ lich singen die Serben, wenn sie marschieren. In dieser Nacht aber, unter diesen mit gesenk­ ten Köpfen eiUherschreitenden Leuten singt kein einziger. Sie sind stumm, und nichts ist hörbar als das Schleifen ihrer Stiefel und Sandalen auf der" Straße. Wahrhaftig, so steht eine Armee von Geistern aus. Jetzt sollte ich sicherlich bäte lange Beschreibung folgen fassen über die Begeisterung der ge­ retteten serbischen Armee, ich sollte noch ein­ mal in lyrischen Worten diese übrig, gebliebe­ nen serbischen Truppen feiern. Doch ich will weniger legendenreich und poetisch! sein und lieber eine wahre Schilderung geben, die da­ tum keineswegs weniger exgreifend ist. Ten Blick zu Boden gerichtet schreiten diese Leute einher, niedergedrückt von schmerzlicher Er­ innerung und dumpfer Müdigkeit, mechanisch, mit schleppenden Füßen wie Verbrecher, die zu einem nimstiepmehr endenden Weg der Ver­ bannung verurteilt sind. Es ist, als schliefe eine ungeheure dunkle Traurigkeit in ihnen. Manchmal tritt ein Mann aus der Reihe, setzt sich einen Augenblick auf den Straßenrand nieder, als wollte er auf irgend eine über­ menschliche Hilfe warten. 'Unter allen Bäu­ men sieht man solche Unglückliche, die ms nu­ tenlang Rast halten. Tas Herz zieht sich vor Mitleid zusammen, wenn Man diese Leute stehlt, die der grimmige Feind aus ihrer Hei­ mat vertrieben hat. Wenn wir auch glauben, daß die serbischen Soldaten mit ihrem Helden­ muk mithelfen werden, damit wir bald den Tag des Sieges mit seiner ganzen Größe er­ reichen, so soll doch auch.daran erinnert wer­ den, daß diese Männer heute bereits an der Grenze ihrer /Kräfte sind. Die Kranken sind zwar Wheült, die Erschöpften wieder ajufgerichtet, aber ihr Organismus hat schwere, nicht wieder gmtzumachende Wunden erlitten. . /' (Z.tz</p>
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          <p>Letzte Posten. Berlin, 24. Aug. Aus allen Teilen des Reiches voerden Meldungen verzeichnet, die von der großen Freude über die glückliche Heimkehr des Handelsunterseebootes "Deutsch­ land" zeugen . Bei der Einfahrt des Tauche bootes in die deutsche Bucht erschien ein Flie­ ger, der auf die "Deutschland" zuhielt. Sein Kurs erweckte zunächst eine gewisse Unruhe, indessen war das Flugzeug bald an den Kreu­ zen kenntlich. Es senkte sich, bis auf einige Meter auf das Tauchboot herab und "Will­ kommen in der Heiim!at(" klang es.herab. Es war der erste Gruß, der Kapitän König und seinen Leuten bei der Rückkehr zuteil wurde. Gleich wie bei der Ankunft der "Deutschland" in Baltimore begeisterte Deutsch-Amerikaner erhebliche Summen für die Mannschaft und ihren tapferen Kapitän zeichneten, hat auch! jetzt eine große Anzahl Großkaufleute ugd Reedereien für die Mannschaft, den Kapitän und sogar für die Beisatzungen der künftigen Unterseehandelsboote beträchtliche Summen zur Verfügung gestellt, die nahe an die Hundert­ tausend reichen. Bremen, 24. Aug. Ueber die Einfahrt des Handelsunterseebootes "Deutschland" er­ fahrt das WTB. folgendes -Herr Alfred Löhimann fuhr der "Deutschland" bis auf die Höhe von Helgoland entgegen. Er begrüßte i$rt den Kaipitän, die Offiziere und Mannschaft, die sich in großartiger Stimmung befanden und sämtlich erklärten, sich, für die neueReise wieder anmustern zu lassen. Herr Lohmann nahm bt&lt;e wichtige Kurierpost in Empfang. Tas Schilfs hatte eine sehr gute Ladung ge­ nommen; ratsachlich&gt; wurden die 'Erwartungen der Reederei in Bezug auf die Ladefähigkeit des Bootes übertreffen. Es war geradezu ein erhebender Anblick, wie die "Deutschland" am Horizont sichtbar wurde, das Teck von Wetter und Wogen hart mitgenommen, Kapi­ tän König stand in schlichter Seemannsart auf pemTurm des Schiffs und gab ruhig u. be­ stimmt seine Befehle: trotz des Arötzen Augen­ blicks schien ihm nichts mehr am! Herzen zu liegen, als die kostbare Ladung dem deutschen Volke sicher zuzuführen. Rotterdam, 25. Aug. Ter N. Rotterdamsche Courant schreibt: Me "Deutschland" ist also zurückgekehrt. Dies ist von großer moralischer Bedeutung ater auch! von 'prak­ tischem Werte. (Z.) H a a g, 25. Aug. Große Bedeutung mißt der Ankmnst der "Deutschland" auch das Allg. HandelsElaad bei, indem es ausführt: Wich­ tiger als alle die Kämpfe auf den Schlacht­ feldern iist die glückliche Rückkehr dps Handelslli-Bootes "Deutschland", das nun zum zweitenmale die gefährliche Reise über den Atlan­ tic zurückgelegt hat.'' Tie erste Fahrt hätte man vielleicht glücklichen Zufällen zuschreiben können, da damals das Bestehen des Bootes niemanden bekannt war. Die Rückkehr jedoch w'derlegt diese Ansicht. Sie war umso schwie­ riger , als eine Anzahl Schiffe versucht hat, allerdings vergeblich, auf die "Deutschland" Jagd zu machen. Tie wohlgelungene Fahrt legt ein glänzendes Zeugnis ab von der Ge­ schicklichkeit des KaPiEns König und von der Tüchtigkeit der BemanMNg der "Teutschiland". (Z.) Weitere Zusammenstöße in der Nordsee. Ge ns, 24. Aug. Ter französische Marinekritiker Admiral Tegony schreibt den Haüptanteil des deutschen Erfolges im See treffen vom 19. August der hervorragenden Manöverierfähigkeit und höchsten technischen Vollendung der deutschen Unterseeboote und Zeppeline zu. Fraglos stehen neue britisch­ deutsche Zusammenstöße auf der See bevor, da EngEnd den Betkehr mit Skandinavien vor­ nehmlich wegen der Holzkransporte selbst mit großen Opfern sichern müsse. (Z.) Tie Bulgarein im Besitze von Seros? Ter Corriera della Sera meldet: An der Struma herrscht Ruhe. Tie Bulgaren be­ drohen Seres oder sind, wie Gerüchte bereits melden, dort eingedrungen. Tie englischen u, italienischen Konsularagenten und einige Ita­ liener sind aus Seres in Saloniki eingetrof­ fen. (Z.) * . f Städtische Schmmschuke. 25. August 1916. Luft . . 20 Grad C Wasser . 17 Grad C. Mhrzeil Her elektrische» SttigötiHi. Ab Dreisaltigkeitsplatz: Vorm. Nachm. Abend! 8.49 9.00 9.22 9.54 10.26 11.10</p>
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