<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1916-08-29"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">69. Jahrgang Nr. 234</biblScope>
          <date when="1916-08-29">1916-08-29</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
        <segmentation>
          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
        </segmentation>
        <correction status="low" method="silent">
          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
        </correction>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <pb n="1"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Deutschlands Kriegserklärung an Rumänien.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Vergebliche englisch-französische Angriffe au der Somme. — Die ersten Ränkeleien an der rumänischen Grenze. — Bulgarische Fortschritte an der Salonilifront. — Tripolis von den Italienern geräumt. lich von Zborsko besetzt und serbische Angriffe an der Ciganskaplanina abgewiesen. Griechenland steht gegenwärtig erneut un­ ter schwerem Drucke der Entente, die es zwin­ gen will, an dem Kampfe der Armee Sarrail teilzunehmen. : Vllicht des deutschen " WtllvMers. 'WTB. B er l i n, 28. August. Mittags. (Großes Hauptquartier.) Im Westen Haben unsere Gegner ihre An­ strengungen an der Sommefront erneuert. Alle Angriffe wurden aber von den Unsern abge­ wiesen. Nur an einzelnen kleinen Graben­ stücken wird noch gekämpft. Tie Franzosen wollten wieder einmal flunkern. Um ihre großen Verluste und die der Engländer an der Somme zu vertuschen, behaupteten sie, daß die Teutschen in den Kämpfen an der Somme bisher bereits 40 Divisionen eingesetzt hätten, das sei so viel, wie die Franzosen litt den fünf Monaten der Kämpfe bei Verdun an die Front brachten. Demgegenüber wird nun von unserer Seite konstatiert, daß die Franzosen Hei Verdun bisher 66 Divisionen, an der Somme 23 und die Engländer 37 Di­ visionen zum &gt;-Einsatz brachten. Im Osten wurden russische Angriffe bei Swinjuchh und nördlich des Tnjestr, ebenso in den Karpathen nordwestlich des Kukul und auf die Stara Wipczhna abgeschlagen. An der italienischen Front drangen die Italiener am Caurkol in die Gipfelstellung' ein, wurden aber im Gegenstoß wieder hinaus­ geworfen. Ter Krieg mit Rumänien hat begonnen. An der Grenze von Siebenbürgen wurden die ersten rumänischen Gefangenen bereits einge­ bracht. Tie Kriegserklärung Rumäniens zeigt sich immer Mehr als ein Akt des,gemeinsten Treu­ bruches, gemeiner noch, als der seinerzeitige Abfall Italiens. Rumänien war fast 30 Jähre lang durch Verträge mit Deutschland und Oe­ sterreich-Ungarn verbunden. Wähirend nun Italien vor der Kriegserklärung wenigstens den Bündnisvertrag kündigte, hielt Rumänien es nicht für notwendig, ein gleiches zu tun. Tie "Köln. Volksztg." sagt daher mit vollem Recht: "Unter den Empfindungen, die die ru­ mänische Kriegserklärung weckt, wiegt die des Ekels über. Es war eine verbrecherische Ge­ meinheit, die sich 'zum Kämpfe gegen die Mit­ telmächte ansamptelt. Im Mai 1915 erlebten wir das Schauspiel, daß ein Bundesgenosse dem anderen nach Banditenart den Dolch, in den Rücken zu stoßen versuchte. Run glaubt ein Aaasgeier, der schon lange über Europas Schlachifeldern freiste, den günstigen Augen­ blick für gekommen, RiMäniens Krieg ist ein -Raubkrieg." ? Am Balkan haben die Bulgaren an der Woglenafront am Ostrowosee die Höhen süd­</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bericht des deutschen Hauptquartiers. 'WTB. B er l i n, 28. August. Mittags. (Großes Hauptquartier.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Westlicher Kriegsschauplatz. Im SdmjMegebiet Machten abends und nachts unsere westlichen Gegner unter Einsatz starker Kräfte nach ausgiebiger Feuervorberei­ tung erneute Anstrengungen, unsere Linien nördlich des Flusses Lu durchHrechen. Gegen die Fronten Dhiepval—Monquet Fe. und Telvillewald—Ginchy stürmten die Engländer, gegen unsere Stellungen zwischen Maurepas und Clery Franozsen an. Tie An­ griffe scheiterten teils nach! Nahkampf, teils durch Gegenstoß; "südwestlich, Don Monquet Fe. und im Telvillewald wird in kleinen Graben­ teilen nyK' weitergeWmpft. Aus der übrigen westlichen Front, abge­ sehen von leWästerer Feuertätigkeit in den Abendstunden beiderseits des Kanals von La Baslsee und am Ostufer der Maas, Mchts wesentliches. ; , * • v -f Schlich« Kritgsschmlch. Froyt des Generalfeldmarschalls ' v. Hlndenvurg. ^ Bei Lenewaden brachte ein Patrouillen­ vorstoß 2 Offiziere, 37 Mann als Gefangene ein. Nordöstlich von Swinjuchh im Lucker Bogen Wiesen Österreichisch-ungarische Truppen Angriffe russischer Abteilungen ab. Front des Generals der Kavallerie Erz­ herzog Karl. Nördlich des Tnjestr brachen abends starke russische Kräfte zum Angriff vor. Ein An­ fangserfolg des Feindes Tbet Telejow wurde durch nächtlichen Gegenstoß völlig ausgegli­ chen. ' Weiter nördlich kamen zwischen Toustobabh und Zawalow Angriffstruppen unter der</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Oestlicher Kriegsschauplatz. Froyt des Generalfeldmarschalls ' v. Hlndenvurg. ^ Bei Lenewaden brachte ein Patrouillen­ vorstoß 2 Offiziere, 37 Mann als Gefangene ein. Nordöstlich von Swinjuchh im Lucker Bogen Wiesen Österreichisch-ungarische Truppen Angriffe russischer Abteilungen ab. Front des Generals der Kavallerie Erz­ herzog Karl. Nördlich des Tnjestr brachen abends starke russische Kräfte zum Angriff vor. Ein An­ fangserfolg des Feindes Tbet Telejow wurde durch nächtlichen Gegenstoß völlig ausgegli­ chen. ' Weiter nördlich kamen zwischen Toustobabh und Zawalow Angriffstruppen unter der Wirkung des Sperrfeuers nicht zur Entwick­ lung aus den Sturmstellungen.- i In den Karpathen wurden russische Vor­ stöße gegen die Kammhöhen nordwestlich von Kukul und auf Stara Wipczyna zurückge­ schlagen. &lt; . . .--4 113. ; An der Grenze von Siebenbürgen wur­ den rumänische Gefangene eingebracht. 1 «alkaukriegsschaulplaAn der Moglenafront fetzten sich die Bul­ garen io Besitz der Höhen südlich Zborsko; an der Ciganska-Planina sind serbische Gegen" stöße gescheitert. ‘ Oberste Heeresleitung..</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>«kitr 2. felstellung einzudringen; heute früh warf ein Gegenangriff den Feind wieder hinaus. - An der küstenländischen Front wurden der Monte San Gabriele und die Gegend von Nova Vas von der italienischen Artillerie leb­ haft beschossen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei den f. u. k. Streitkräften nichts von Belang. Der stellvertretende Chef des Generalstctb«»! v. H o e s e r, Feldmarschalleutnant. , Schweden ! lieh durch seinen Gesandten in Petersburg! eine in scharfer Form abgefaßte Protestnote Wegen der Aufbringung des deutschen Dam­ pfers "Testerro" durch ein russisches U-Boot unter schwedischer Flagge in schwedischem Ho­ heitsgebiet überreichen. Ein holländisches Fischereiabkomme«. Amsterdam, 28. Aug. Tem Handels­ blad Zufolge ist. die Vlaardinger Fischereiver­ einigung zu einem AbkomirNen mit der brilfischen Regierung gelangt, wonach die Fi­ scherei fortgesetzt werden kann und die in Eng­ land zurückgehaltenen Mitglieder der Ver­ einigung freigelassen werden sollen. Tie Londoner "Daily Mail" meldet: Am Samstag wurde von Vertretern der hollän­ dischen Ftschjereivereinigung und der britischen Regierung ein Abkommen über die zukünftige Verteilung der von holländischen Fischern ge­ fangenen Heringe unterzeichnet. Tie in Schott­ land zurückgehaltenen Fischerfahrzeuge wurden unter der Bedingung freigelassen, daß Deutsch­ land nur 20 Prozent des ganzen Fanges der Saison erhält; Holland behält weitere 20 Proz. und die restlichen 60 Prozent gehen an die Neutralen. Amerikas Scheinprotest gegen England. Haag, 28. Aug. Ein aus Washington eingetrossener britischer Beamter versichert in einem Interview, England brauche die ameri­ kanische 0^3Option gegen die schwarze Liste nicht mehr ernst zg nehmen. Leitende Ameri­ kaner gäben zu, daß. Washington in gleicher Lage bedenkenlos ebenso handeln würde. Daß die beim Kongreß eingebrachte Vorlage über ein Verbot der Kriegsbedarfausfuhr, die Wil­ son als Vergeltungsmaßregel eingebracht hat, jemals Gesetz, werde, fei ganz ausgeschlossen. Wilson 'werde "nie: die Gans töten, die goldene Eier lege. I wer a Kanon. Innsbruck, 28. Aug. Aus dem hiesigen Hauptbahnhofe langten dieser Tage aus Vor­ arlberg sechs reichgeschmückte Glocken an. Auf die größte der Glocken stand mit Kreide ge­ schrieben: "Draußen hear i schiaßen S' Läuten tuat mi verdriaßen Meine Buam von der Gmoan Laß i a nit alloan I geh auf und davon Und wer a Kanon". (Z.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Was die Gegner and.er Somme opferten. WTB. Berlin, 27. Aug. Ter französi­ sche (Lyoner) Funsspruch' vom 24. August 1916 abends behauptete, daß die Teutschen im' Laufe der Kämpfe an der SomitNe vierzig Di­ visionen eingeisetzt hätten; das sei ebensoviel wie die Franzosen in der fünfmonatlichen Schlacht bei Verdun. Demgegenüber ist folgendes einwandfrei festgestellt: In der Zeit vom 21. Februar bis 20. Juli setzten die Franzosen int Kampf­ abschnitt von Verdun nicht vierzig, sondern sechsundsechizig Divisionen ein. In der Schlacht an der Somme sind bis jetzt von den Fran­ zosen 23 Divisionen, von den Engländern 37 Divisionen, im ganzen also 60 feindliche Di­ visionen iln vorderster Linie festgestellt wor­ den. Titer Mißerfolg an der Somme. Haa&lt;g, 28. August. Tie "Daily Mail" meldet aurs Washington, die deutsche draht­ lose Skatvon in Sahville sei 24 Stunden lang von den «amerikanischen Korrespondenten auf der deutschen Westfront belegt worden, um der Welt mitMteilen, daß die Offensive des Vier­ verbandes ein Mißerfolg ist, und daß sie inner­ halb eineig Monats zusammenbrechen wuß. Bayard erklärt im "Newyork American", daß das britis'che Heer eine ungeheuer große, aber 1 buntscheckige Gesellschaft sei. Jeder neue Ver­ such der Franzolsen und Briten, die Linien, gegen die sie bereits dreimal vergeblich ange­ rannt sind, zu durchbrechen, könne nichts an­ deres bedeuten, als ein ausschweifendes Opfern von Menschenleben. Ter amerikanische Kor­ respondent b. Wiegand betont die Unmöglichkeit eines Durchbruches, indem er auf die neuen Reihen von Verschanzungen und Laufgräben hinweist, die die Teutschen mit der sie charak­ terisierenden Vorsorge hinter der früheren ersten Linie hergestellt haben. Alle Korrespon­ denten sind darin einig, daß die Alliierten an der Somme eine zehnfache Ueberlegenheit über die Deutschen haben. . , . Es fehlt nach viel! L o n d o n, 27. August. Der militärische Korrespondent der "Times" schreibt: Es fehlt noch viel an der Erreichung unseres Zieles, der endgültigen Besiegung der deutschen Heere. Es fehlt an Mannschaften und Mu­ nition. (Vor Beginn'der SömmekääNpfe hieß es, an beiden sei jetzt Ueberfluß!) Ti e jungen Truppen bewährten sich, a&amp;erjfie sind doch bis zu einem gewissen Grade noch improvisiert und Dilettanten. Vor dem nächsten Früh­ jahr sind pe kaum fertig ausgebildet. Für die Offensive an der Somme waren tofr nicht so vorbereitet, als wir würtschen mußten. Eine allgemeine Offensive auf der ganzen Linie in Flandern nnd Frankreich konnte mit Erfolg erst unterrnommen werden, wenn die englischen Armeen itnt Norden in demselben Verhältnis mit schwerem Geschütz ausgerüstet sind wie die Armeen i&lt;m der SomllNe. Oberst Repington bedauert, daß sein Wunsch, 30 neue Div(fö­ nen aufzustellen, unerfüllt bleiben mußte.Man kann in diesem Jahre nur für Reserve für die alten und neuen Truppen sorgen. "Gute Unterhaltung". Berlin, 27. Aug. Aus einem Briese eines französischen Gefangenen entnimmt die Dgl, Rdssch. folgende Stelle: "Ich' teilt Dir noch erzählen, daß wir uns in Verdun gut unterhalten haben. Tenn wir haben die ganze Stadt geplündert und haben EhämPagner im Strömen getrunken. Ich habe ein Andenkent (Souvenir) für Dich, das ich! Dir mitbringen werde, wenn ich wiederkomme." (Z.) Iler Mörder von Jaures. Gemf, 28. Aug. Alle Anzeichen sprechen dafür, diaß der Mörder Jaurvs durch seine Verbring,ung ins Irrenhaus dem Richter ent­ zogen werden wird. Ein 'Gutachten von vier Gerichtsäirzten stellte jetzt bei dem Mörder eine auf erblicher Belastung beruhend^ Geistes­ schwäche fest, die von vielfachen geistigen De­ fekten utnb einer Schwächung der moralischen und intellektuellen Widerstandskraft begleitet sei. (Main Merkt, daß die Anstifter des Krie­ ges sich immer unbehaglicher fühlen.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Vom östlichen Kriegsschauplatz. Tie Kriegsschäden in GalizieN. Krakau, 28. Aug. Die polnische Mo­ natsschrift "Rok Polski" veröffentlicht eineStatistik über die Verluste Galiziens in denKriegsjahren 11914, 1915 und 1916. Darnach soll die Zahl der zerstörten Wohnhäuser ge­ gen 100&gt; 000, die Zahl der zerstörten Wirtschaftsgelbäude gegen 175 000 betrugen Ob­ dachlose find nahezu 60 000 Familien. (Z.) Aus der Bukowina. Bukarest, 27. Aug.. Aus Burdujeni wird gemeldet: Tie Russen treffen Vorbe­ reitungen, Kimpolung zu räumen. Das ent­ behrliche Kriegsmaterial und das Mili-tärge1 päck wurde bereits fortgeschafft. Ein Teil der russischen Truppen wurde in Richtung Czernowitz konzentriert. Ter Angriff der deut­ schen und österr.-ung. Truppen, entfaltet sich« immer Mehr. Bukarest, 27. Aug. Ein Vertrauens­ mann des Blattes "Ziua", der jetzt von einer Bukowina-Reife zurückkehrte, berichtet, daß auf die russischen Truppen in der Bukowina die Kunde eine starte Wirkung ausgeübt hat, daß Hindenburg zum OberkomsnWndierenden er­ nannt wurde. Auch die Bevölkerung erfuhr davon und der Name Hindenburg wird oft erwähnt. Ein hoher Offizier gestand, daß die Russen bei Kirlibäba und KiMpolung trotz! vor­ züglich ausgebauter Stellungen nicht vordrin­ gen konnten. General Letschitzki weigerte sich trotz mehrfachen Ersuchens, Truppen an diese Front nachzuschieben. Als die Offensive be­ gann, kam die Weisung, die Bukowina um je­ den Preis zu erobern, weil davon der Anschluß Rumäniens abhängig sei. Jetzt hat man uns zum Stehen gebracht. Wenn wir die Bukowina wieder räumen müssen, ist Rußlands Sache in diesem Kriege verloren, KanonjeNfntter aus Sibirien. Aus der Schweiz wird der B. Ztg. a. Mgeschrieben: Ter russische Minister des Innern, Herr Chwostow, beabsichtigt, eine sehv große Amnestie für die näch Sibirien Verbannten eintreten zu lassen. Wie man darüber in Rust land denkt, ergibt folgende auf eine Frage erteilte Antwort: Möglicherweise wird diese 'Amnestie erfolgen. Nur setzt man voraus, daß die Begnadigten sofort in das Heer ein­ treten. Tenn Brussilow braucht "Rekruten". Ta nun niemand daran zweifeln wird, daß die russische Regierung sehr geeignete Mit­ tel hat, die Voraussetzung in die Tat umzuse­ tzen, so ist allerdings möglich, daß die "Si­ birier" aus Gefängnis und Verbannung ent­ lassen werden, um als Kanonenfutter zu die­ nen. (Z.)</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Tripolis von den Italienern geräumt? Zürich, 28. August. Wie die "Züricher Nachrichten" aus zuverlässiger Quelle er­ fahren, häben die Italiener Tripolis geräumt 1 . Tie Araber bombardierten die Stadt mit schwe­ rem Geschütz modernster Konstruktion. Die jüngst gemeldete Rückgabe von 1000 Italienern, die durch die Araber gefangen genommen wur­ den, ist durch schweres Lösegeld geschehen, das in Gold bezahlt werden mutzte; der Loskauf betraf nur verwundete Gefangene. Eine er­ hebliche Anzahl Italiener befindet sich, noch in arabischer Gesängenschjaft, darunter ein Oberst, für dessen Freigabe die Araber 1 Mil­ lion Lire verlangen. Der Krieg mit Italien.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>'die rumänische Negierung ihre militärischen Vorbereitungen ungeschwächt -fort. Es wur­ den als Kommandant der ersten Arwee be­ rufen General Culeer, der zweiten Armee Averescu, der dritten und vierten die Ge­ nerale Aslan und Bresan. (Z.) &gt; Die KcLcrgabe der rumänischen Kriegscrkläru«^. Wien, 28. August. Gestern nachts ist der Kgl. rumänische Geisandte im Ministerium! des Aeußern erschienen, um eine Note zu über­ geben, derzusvlge sich Rumänien ab 27. August 9 Uhr abends als im Kriegszustand mit Oesterreich-Ungarn befindlich betrachtet. Tier doppelzintgigc Bratianu. Wie die Wiener N. Freie Presse von diplomatischer Seite erfährt, empfing der ru­ mänische Ministerpräsident Bratianu noch. am Sonntag früh! den österr.-ung. Gesandten Gra­ sen Czernin und erklärte ihm, er könne, wolle und werde die Neutralität aufrechterhalten, und der Kronrat, der nachmittags stattfinde, werde dies beweisen. MittleräVile war jeDod) das Schriftstück, .das die Krregserklärung ent­ hielt und- mit der eigenhändigen Fertigung des Ministers des Aeußern Proambaru Verssehen war, bereits int Besitze des rumänischen Gesandten in Wien. Am 26. August vor­ mittags wurde Graf Ezernin vom König Fer­ dinand empfangen, der dem Gesandten er­ klärte, er wolle keinen Krieg und hoffe, der Kronrat werde sich im Sinne der AufrMtzerhaltung der Neutralität entscheiden. Bereits Durchmarsch. Die Basler Nachr. melden aus Mailand: Ter Secolo berichtet, daß bereits am Freitag abends russische Truppen mit dem Durchjlstarsch durch Rumänien begonnen haben. Die Kämpfe an der Balkanfrcknt. Lugano, 28. Aug. Dieser Tage haben mehr als 3000 verwundete Serben Saloniki verlassen. Fortgesetzt laufen weitere Verwun­ detentransporte von der Front ein. Hier sind Abteilungen albanischer Freiwilliger einge­ troffen, die Essad Toptani in Valona aus­ rüstete, u rnsich in die Heere Sarralis einreihen zu lassen. (Z0 Die Italiener auf dem Balkan. Schweizer Blätter zufolge meldet Rußkoje Slowo aus Rom, daß. verflossene Woche die ita­ lienischen Truppen in Valona auf sechs Di­ visionen gebracht wurden. Neue Truppen u. Geschütze landeten in Santi Quaranta. Griechenland wird genötigt. 'Petit Parisien schreibt zu der Meldung des Athener Blattes Patris über den Gedan­ kenaustausch der Ententemächte zur militäri­ schen und politischen Lage Griechenlands Tie Alliierten können nicht zugeben, daß ihr rech­ ter Flügel durchs den bulgarischen Vormarsch bedroht wird. Sie sind zu der Frage be­ rechtigt, oh die Untätigkeit des griechischen Generalstaches sticht eine Mitschuld bedeutet. Angesichts der öffentlichen Stimmung in Grie­ chenland sind wir im Rächte, neue Forderungen aufzustellen. Ta wir Griechenland vor einem bulgarischen Einmarsch schützen, müssen wir es zur Mitarbeit seiner eigenen Sicherstellung auffordern. "Mit Glockengeläute empfangen. Tie Frkf. Ztg. meldet aus Bern: Die fran­ zösischen Blätter melden aus Athen: Tie bul­ garischen Truppen wurden, wie aus Kastoria berichtet wird. bet der Verfolgung der ser­ bischen Abteilungen von den Einwohnern des Torfes Niveska mit Glockengeläute empfanden. (SO</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Die Türkei im Kriege. Aus Persien. Kopenhagen, 28. Aug. Rußkoje Slowo meldet aus Teheran, daß im Falle eines weite­ ren Vormarsches türkischer Truppen östlich hon Hamadan die persische Regierung Teheran ver­ lassen und die Regierung nach Norden, in 'die Provinz Masandaran am Kaspischen Meer ver­ legen wird. Nach dem Plane der persischen Regierung (b. h. der Gesandten Englands und Rußlands. D. Red.) , sollte auch der Schah Teheran verlassen und zwar in Begleitung aller sich in Teheran befindlichen persischen Streitkräfte. Diesem Befehl der englisch-rus­ sischen Diktatur habe sich der Schah aber ent­ schieden widersetzt und kategorisch' erklärt, daß er Teheran nicht verlassen und gegenüber dev Türkei auch im Falle eines weiteren Vormar­ sches türkischer Truppen absolute Neutralität bewahren -werde. Infolge dieser Weigerung des Schahs habe sich! für England, und Rußfland in Persien eine ganz nette Situation ergeben. In betn Augenblick, da die. bisherige Negierung Teheran verlasse —'was in An­ betracht des türkischen Vormarsches eine Not­ wendigkeit sei — werde der Schah ein neues Kabinett einsetzen und sofort alle Pläne, die die bisherige Regierung mit England undRuß,land vereinbart habe, zunichte machen.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>deutlicher wird das Angstgefühl der Erwachs senen gemalt, also der Eindruck auf die ur­ teilsfähige "Bevölkerung" selbst. Tie meisten Familien Jinb, wach den Kinderaufsätzen zu urteilen, wochenlang nach dem Angriffe be­ kleidet %*' Bett gegangen und haben sich stets bereit gehalten, sofort in den Keller zu flüch­ ten. Ein zehnjähriges Mädchen sch.ildert den Volksauflauf recht drastisch,: "Alle Leute liefen wild durcheinander wie wildgewvrdene Bul­ len, und die Fenster fielen aus den Häusern wie Regentropfen." Bezeichnend für'das See­ lenleben der Kinder ist es, daß sie sich in ihrer Tarstellung seltener mit Vater und Mutter beschäfititzen, dafür aber um so mehr und in rührender Weise mit jüngeren Geschwistern. Tie Kinder haben kleinere Geschwister, ja so­ gar Puppen und Spieltiere unter vermeint­ licher Lebensgefahr gerettet. Alles war ihnen mindestetts ebenso wichtig wie erwachsene Men­ schen. Wo aber die Kinder überhaupt von Vater und Mutter erzählen, da wird jedes­ mal ausdrücklich die bleiche Furcht von Vater oder Mutter betont. Tie Mutter hat immer geweint, gezittert und gebebt. Ter Vater kommt am schlechtesten weg. Schon äußerliche denn nur in 5 v. H. der Niederschriften taucht er auf und auch da in wenig schmeichelhaft entworfenen Bildern: "Mein Vater ängstigte sich furchtbar während des Angriffs. Er rannte hin und Dr und lief dann in eine Kneipe und versteckte sich, dort unter i&gt;enfSchanktisch. Ta blieb er, bis alles vorüber war." Außer.Schutzleuten, Soldaten und Feu­ erwehrleuten werden Tille Männer so ähnlich geschildert. "'Ein Mann stürzte in eine Schenke und schrie: Geben Sie mir einen halben Liter. Wenn ich sterben muß, dann will ichs wenig­ stens nicht merken und will mich, lieber be­ trinken!" Solch ein Aufsatz entMiftigt alle englischen Versuche, die Wirkung zu leugnen. Mit den übrigen Schilderungen der Kinder zusammen und Mit der bekannten Tatsache, daß ein Teil der englischen Abgeordneten aus der Unterhaussitzung spornstreichs entfloh,'er­ geben diese Wirklichkeitsausschnitte, daß die physiologische Wirkung des Luftüberfalls ganz außerordentlich war: jäh erschreckend, quälendbeängstigend erschütternd, zum Teil demora­ lisierend. Tr. Kimmins hat uns einen großen Tienst erwiesen, indem er sich und uns durch! Kinderbeobachtungen darlegte, daß diese seeli­ schen Wirkungen noch, verheerender find als der beträchtliche Sachschaden, 'den die kühnen Luftschiffer anrichten.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Anrne-Rose hätte ihrem Vater jauchzend um dem Hals fallen mögen und Tante Jettchen nackte vergnügt, als wolle sie sagen: "Slo ift's xecht, das ist gmnznach memem Sinne."' Lmtihar sah eine Weile vor sich hin. Tas Anerblleten lockte ihn sehr. Trotzdem feine jetzige ^Position glanzend zu nennen.war, hier wurde ihm eine noch glänzendere geboten'. Tort tmar er immer von Graf Hucks Willen abhängsig, und Leo Huck verlangte gleichfalls seine Strafte zu regen. Hier sollte er ganz frei verfügen dürfen und er sollte die Scholle: bebauen, auf der seit Jahrhunderten seine Wo.rfahren gesessen hätten. 'Tas war verlockend. Aber noch verlockender war die Aussicht, immer in Anne-Roses Nähe sein zu dürfen,, all seine Kräfte, all fein Können für sie in die Wagfchale zu werfen. , Aber er durfte sich auch, nicht verhehlen, 'daß es 'sehr schwer für ihn fein toürbe, immer in ihrer Nähe. ;zu weilen, trotzdem er seine Wünsche imbezujg auf sie tief in fein Herz verschließen mußte.. Eü durfte ja fetzt nicht mehr frei und ojffen imt sie werben, durfte ihr nicht' zeigen,, wie es in ihm aussah. Täs mußte vorbei sehn. 1 Würde er die Kraft haben, wunschlos in ihrer Mähe zu leben, Tag für Tag? Er cjtmete tief aus und sah zu ih!r hinüber. Und da blickte ex ist ihre flehenden Augen hinein. Diese Augen hatten eine große Macht über ihn. Heiß und eng wurde es in feiner Brust. Warum sollte er sie fliehen, warum nicht Wit beiden Händen fassen, was sie ihm bot? — Hatte er jemals kleinlichen Bedenken Raum gegeben, wenn es ihm galt, ein erstrebend wertes Ziel zu erreichen? Und war es nicht kleinlich, sich von erbärmlichen Aeußerlichkeiten fein Ziel aus den Augen rücken zu lassen? Er liebte Anne-Rose, schon ehe er wußte, daß sie eine reiche ,Erbin fei. "Es ist wohl zuviel, was wir von Ihnen fordern, lieber Vetter," sagte Anne-Rose leise in seine Gedanken Hinein. Er sttich sich, Iber die Stirn und schüttelte den Kopf. "Nein, nein, Anne-Rose, Sie dürfen ohne Bedenken mehr von mir fordern. Ich wollte mich nur bedenken, ,ob ich Ihnen auch wirk­ lich von Nutzen fein kann. Sie sagen es, und Onkel Jost sagt es auch. Aber vielleicht kön­ nen Sie doch meine Tienste entbehren. Ueber» legen Sie sich alles erst in Ruhe. Sie schenken mir so unbedingtes Vertrauen, daßffch es auch voll und ganz verdienen möchte. Wir wollen noH die 'wenigen Tage meines Hierseins ver­ streichen Taffen, ehe wir uns gegenseitig binden." . (Fortsetzung folgt.) , Ser Stieg j«r See. Versenkt. Ter als Minenleger ausgestattete engli­ sche Tampftrawler "Claeton" ist im Mittelmeer Retzbach sein. Aber in Wirklichkeit sollen Sie der Herr sein und hier alles nach Ihrem besten Ermessen verwalten. Ich weiß, daß ich mich, auf niemand so unbedingt verlassen könnte, als auf Sie. Ein Stein wäre mir vom Herzen gefallen und Papa gewiß auch. Nicht wahr, Papa?" "Ganz gewiß, Anne-Rose," erwiderte dieser überzeugt und doch auch! erfassend, daß Anne-Rose Lothar auf diese Weise irgendwie entschädigen wollte, "iidf bin ganz Deiner An­ ficht. Nur dürften to.tr nicht vergessen, daß wir von Lothar sehr viel verlangen. @r soll eine sichere und angenehme Lebensstellung aufgeben, um uns all seine Kräfte zu weihen. So wäre es an uns, ihm ebenfalls eine sichere Lebensstellung zu bieten ünd ihn pekuniär so zu stellen, daß er sich nicht verschlechtert. Im Gegenteil, daß sich feine Stellung mit den Jahren bei 'Graf Huck noch verbessern würde, so müßten wir ihm auch da entgegen tomfmen. Trotz alledem würde der Tienst, den er uns ertoeift, noch immer so groß fein, daß wir es ihm nur mit dem Herzen' danken könnten. Tenn auch ich bin der Ansicht, daß wir Retz­ bach ohne Lothar nicht auf Ser jetzigen Höhe halten können, auf die es Malte von Retzbach gebracht hat. Also, lieber Lothar, erbarmen Sie sich unserer Hilflosigkeit."</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Der Krieg zur See. Versenkt. Ter als Minenleger ausgestattete engli­ sche Tampftrawler "Claeton" ist im Mittelmeer storpediert! worden und gefunden. Fünf Mit­ glieder de:r Mannschaft wurden verwundet, 5 wertere Wierden vermißt. (Z.) . Nutlcrgegangencr ja&gt;pa«isM-r Kreuzer. Kop,enhagen, 28. Aug. Wie aus Tokio gemeldet Nvird, ist der bei Hokkaido auf Grund gelaufene japanische Kreuzer ^Kasati" im Sturm umtergegangen.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>haben zwei Kameraden, ein Holzhauer und ein Droschkenkutscher, die ihren Teil schon fertiggebracht hatten, meine ganze Arbeit ge­ macht, und ich- habe dabei gesessen und mich geschämt wie ein geprügelter Jagdhund. Tie ganze Zeit habe ich mich, gefürchtet, daß. die Leute erführen, wer ich sei. Wenn sie meinen' Titel hören, dachte ich mir, hübe ich keine ruhige Minute mehr. Eines Tages kam es durch einen Feldpostbrief heraus.' An dem Abend hat mir ein Kamerad seine Wolldecke zur Verbesserung meines Bettes angeboten. "Nimm mhtt, Kamerad Generaldirektor," sagte er. "Ich als Schifserknecht kann mich besser an den Strohhaufen gewöhnen als Tu." Sehen Sie," sagte der dicke Mann gerührt, "das ist die Kameradschaft unter uns Schippern. .Ich habe von allen ©eitert nur Liebes erfah­ ren. Ich habe nie geahnt, daß alle Menschen so gut find. Inzwischen leiste i# mein Teil an Marsch und Arbeit schon leidlich, wie ein anderer. Ich bin zwar noch, heute nicht über­ zeugt, daß, es gerade die rationellste Aus­ nützung meiner Fähigkeiten für das Vater­ land ist, wenn ich dicker, unbeholfener Kerl schippe, und ich'/höre, daß ich anderweitig verwendet werden soll. Am Anfang war ich verzweifelt. Nur hinaus aus der Qual, dachte ich mir. Mögen wir den Krieg gewinnen! oder verlieren, wenn ich nur wieder zuhause wäre. Und dabei fühlte ich mich« so klein! Ter Flickschuster und der Hundefänger, die in meiner Kompagnie sind, hatten mehr Opferwillen für das Vaterland als ich. Aber mm bin ich dem Schicksal dankbar für jeden Tag, den es mich hier hat Kameraden kennen lernen lassen. Tas verdanke ich dem Kriege, daß ich! weiß, was Kameradschaft ist und wie gut und hilfsbereit im Herzensgründe alle die Men­ schen sind, die ich früher kaum gesehen habe." "Tickerchen, beeile Dich,, Du bist zum Waschen dran," sagte ein Vorübergehender. Ta die Waschgelegenheiten nicht für seht viele auf einmal ausreichten, mußten sich die Schipper in Gruppen einteilen, die sich an dem Wassertrog ablösten. Ter dicke Generaldirektor kram­ te Seifendose, Nagelbürste und Rasierapparat aus seinem Gepäck. "Na, und dann geht’s zum lecker bereiteten Mahle. Heute gißt’S Graupensuppe mit Backobst. Ich habe mich! schon erkundigt, denn ich- habe einen Bären­ hunger. Dann wird geputzt, und dann be­ ginnt das Vereinsleben. Unser Bataillon fetzt sich nämlich, zusäUig aus zweierlei Märkern zusammen, fast zur Hälfte aus Berlinern und fast genau zur anderen Hälfte aus Leuten aus dem bergisch-märkischen Land. Tie sind gewal­ tige Sänger vor dem Herrn, und es ist erstaun­ lich, was sich, unter diesen Messerschmieden und Schleifern für begnadete Kehlen finden. Nun haben wir über ein Dutzend Gesangvereine «nBataillon begründet und veranstalten in den Ruhestunden Wethgefänge zwischen den östli­ chen und westlichen Märkern. Ein Vergnügen muß doch der Menslch, haben. Ich zum Bei­ spiel bin Mitglied- der "Schipper-Sangeslust Wilmersdorf". Nach der Vereinsstunde wird noch etwas gepennt, dann essen wir, und mit Einbruch der Dunkelheit geht es in die Stel­ lungen, an die Arbeit. Na ,auf Wiedersehen!" Ich sah die Schipper am Abend ausziehen. Es war kein sehr stattlicher Anblick. Man&gt;chem fiel das Gehen sauer. Aber am näch­ sten Morgen, ganz früh, weckte mich mein Quartiergenosse: "Sehen Sie nur unsere Schipper an! Was ist denn in die gefahren?" Ta kamen sie bis Straße entlang gezogen, in festem Schritt und Tritt, die Schippen ge­ schultert, wie Gewehre ,und fangen, aus voller Brust: ; "O, Teutschland hoch in Ehren, Du altes Land der Treu!" Deutlich hörte man die hellen Stimmten der bergischen Schleifer aus dem Chor. Wie die Kontpagnien so daher kamen, hätte »man ifie für altgediente Soldaten halten können, die aus einer siegreichen Schlacht kamen. In der Nacht hatken die Schlipper ihre Feuertaufe bekommen. Sie waren schwer be­ schössen .worden, und es hatte einige Verwun­ dete gegeben. Auch der dicke Generaldirektor hielt 'so wacker Tritt, wie «ö gehen wollte. Er grüßte von wertem zu uns herauf. "Es war sauer!" rief er. "Aber nicht für ein Vermögen werdeich die Erlebnisse meiner Schipperzeit her­ geben!" Tier Hauptmaum aus dem Schützengraben. Wir waren vorn gewesen und wdllten zum Tivisionsstabsquartier zurück. Unterwegs nahm uns ein Kraftwagen auf. Bald darauf überholten wir einen Hauptmann, der dem Wagen winkte und auch einstieg. Er kam ganz von vorn, aus dem Minentromwelseuer, aus einer Stellung, wo jede Minute ein Wun­ der war. die er am Leben blieb. Er mußte eine wichtige Meldung zur Division bringen und gleich wieder zurück in 1einte /Stellung. T-er Hauptmann, ein schöner, langer Mensch mit federnden, stählernen Sehnen, faß wie im Halbschlaf in das Polster gelehnt und sah die Welt nur mit halben Äugten. Einmal sagte er, und feine Stimme faM tose von weitem: "Ter gemeine Mann Äm&gt; vordersten Graben, der machks! Tonnerwetber, das sind Helden Mh springe jedem an die Kehle, der mir nach dem Kriege etwas über dieses deut­ sche Volk sagt!" Tann schwieg er wieder wähitzend der ganzen Fahrt. Man lud ihn bei der Division zum Frühtstück. "Ist vielleicht Sekt da?" fragte er. Ja, es war noch eine Flasche da. "Nun fehlt nur noch Kaviar!" jubelte er. "Sollen Sie haben, lieber Hauptmann", rief ein Oberleutnant,lief in sein Zimmer und holte ein ganz kleines Büch scheu Kaviar aus einer Liebesgabenschach­ tel. Es war kaum ein Löffelche n voll, aber der Hauptmann lachte wie ein glü ckliches Kind. Tann sagte er: "Ist das nicht atlles wie ein Märchen? Vor zwei Stunden saß üchi im Minentrommelfeuer dicke daran, dann Autofahrt! Meine Herren, Autofahrt! Ein Sprung aus dem Tode mitten tn die KulturITarnn Sekt und Kaviar, und in zwei Stunden hosofe ich wieder von Minentrichter zu Minentrichter und passe auf, daß es mich nicht erwischt!" Er schwieg wieder, und alle schwiegen, bis er leise begann: "Ist denn das alles wahr? Ist das alles Auglauben? Neulich, in der Ruhestellung, fand ich einen zerzausten Rasenstrauch in dem zerschossenen Garten. Er hatte noch zwei Knospen. Ich- band ihn auf, goßj ihn, er erholte sich. Nach zwei Tagen blühte die erste Knospe aus. Aber am nächsten Mor­ gen ,als ich mich! .über die zweite freuen woll­ te ,hatten Leute, die in der Dunkelheit nach. einem Quartier suchten, meinen Rosenstrauch umgebrochen und zerstampft. Ta habe ich bei­ nahe gchvult. — In der nächsten Nacht waren wir in Stellung. Schwarze brechen in den Vorgraben ein. "Tu Swin!" sagen meineLeute und zerschlagen ihnen die Schädel Mt dem Kolben. Ich selbst habe, ich,/weiß nicht wie, ein Gewehr in den Fäusten und haue jeden zusammen, der über den Grabenrand springt. An einem Tage macht pan sich- Herzeleid uw ein verwelktes 'Blümchen, am anderen schlägt man mit Hochgefühl Menschen tot. Ist- das alles wahr? Ist . das alles möglich?" Tann trank er schnell seinen Rest- Sekt aus, grüßte alle kurz und in sich gekehrt, und durch das Fenster konnten wir seine ger­ tenschlanke Gestalt noch! , einmal einen Augen­ blick sehen, wie er mit leichten, schwebenden Schritten dem Graben im TroMwelfeuer zu­ strebte, wo man Menschen totschlägt mit Hoch­ gefühl. (Kb.) 83. Scheuermann, Kriegsberichterstatter Tages-MerW. Zuschüsse zur Brotkarte. Temnächst steht eine Erhöhung der Zuschüsse auf die Brotra­ tionen in Aussicht. Tie Grundlage für eine solche Maßnahme, die vom Kriegsernährungsamt bereits beschlossen ist, gibt der günstige Ausfall der heurige» Ernte. Ueber das zahllenmäßige Ergebnis liegen bereits Angaben vor, die damit rechnen lassen, Latz die heu­ rige Ernte an Brot- und Futtergetreide etwa 6 Millionen Tonnen mehr ergeben wird als die schlechte Ernte von 1915. Wenn auch Heuer die rumänische Einfuhr wegfallen wird,</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Tages-Uebersicht. Zuschüsse zur Brotkarte. Temnächst steht eine Erhöhung der Zuschüsse auf die Brotra­ tionen in Aussicht. Tie Grundlage für eine solche Maßnahme, die vom Kriegsernährungsamt bereits beschlossen ist, gibt der günstige Ausfall der heurige» Ernte. Ueber das zahllenmäßige Ergebnis liegen bereits Angaben vor, die damit rechnen lassen, Latz die heu­ rige Ernte an Brot- und Futtergetreide etwa 6 Millionen Tonnen mehr ergeben wird als die schlechte Ernte von 1915. Wenn auch Heuer die rumänische Einfuhr wegfallen wird, so stehen wir immer noch viel günstiger als im. Vorjahre. Tie Gewährung der Zuschüsse zuden Brottationen ist nicht so aufzufassen, als ob eine allgemeine ErWhung einträte; es werden vielmehr nur Zulagen in Frage kom­ me» für besondere Bevölkerungsschichten, so vor allem für die Schwerarbeiter, die inBergtoerfen, vor dem Feuer usw. tätig sind, so­ wie für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jah­ ren. — .—Mitunter wurde in der letzten Zeit auch der Anschauung Ausdruck gegeben, daß die heurige günstige Ernte eine erhöhte Frei­ gabe von' Gerste für Brauzwecke möglich mache. An zuständiger Stelle wird hierzu jedoch er­ klärt, daß eine Erhöhung des Braugerftekornkontingents unter allen Umständen ausgeschlössen ist. (8.) KojnAreß für KriegsfürsoLge. In Cöln tagte dieser Tage ein Kongreß für Kriegsfürjsorge als Einleitung zu einer Ausstellung, die die Kriegsfürsorgearbeit des ganzen Teut­ schen Reiches darstellt. Aus Bayern 'sprachen Oberregiernngsrat am Min. d. I. Tr&gt;. Schweher München und Rechtsrat Dr. Fischer Nürnberg. Auf der Ausstellung ist Bayern vertreten durch das Kriegsministerium, bfe Regierungen von Ober- und Niederbahern, die Städte Würz­ burg und Kaiserslautern. Tie nlederbayer-ifche Ausstellung zeigt, in welcher Wesse die Landwirtschaft den heimkehrenden Kriegsver­ letzten fernerhin Betätigungsmöglichkeiten zu bieten vermag, und wie dem Handwerker Ge­ legenheit ergeben ist seinen alten Beruf mit der Verstümmelung neu zu erlernen und wie früher erworbene Fertigkeiten auf einen neuen Beruf nutzbringend zu übertragen find. An dieser Ausstellung sind beteiligt die $gl. Kreisackerbauschule Schönbrunn und die Jnvalidenschule in Pckssau. Ei« Ausfuhrverbot für Tee erließ die dänische Regierung. Der amerikanische Eisenbahnerstreik. Reu­ ter meldet gus Washington: Ta die Präsiden­ ten der Eisenbahnen die Vorschläge Wilsons öffenbar en'dgiltig abgelehnt haben und auch die Eisenbahner eine unversöhnliche Haltung einnehmen, besteht- ernste Gefahr für einen Stteik ans allen Eisenbahnen des Landes.Man glaubt, daß nur ein schnelles Eingreifen des Kongresses der Lage ihren Ernst nehmen kann. Tie Eisenbahner fflnb bereit, aus den Ruf ihrer Führer sofort die Arbeit niederzulegen. Bayerische Nachrichten. teilte AcnvLrnug in der Bekleivuug für Angehörige der freiwilligen Krankenpflege ist von S. M. dem König verfügt worden. Dar­ nach tritt an die Stelle der weißen Mütze und Feldmütze für Angehörige der freiwil­ ligen Krankenpflege eine solche aus grauem! Tuch in der Farbe des Rocktuches mit Blauen Besatzstreifen. Ter bisher vorgesehene weiße Mützenüberzug für Delegierte der sveiw.Kran­ kenpflege, soweit sie Offiziersuniform oder die Felduniform der St. Georgs-, Johänniter- und Malteser-Ritter tragen, kommt in Fortfall. Tas zur Uniform der freiwilligen Kranken­ pflege an der Mütze zu führende rote Kreuz auf weißem Grund ist künftig auf einem W Durchmesser etwa 2.5 Zentimeter großen, kreis­ runden Weißen Emailleschild über den Kokar­ den am oberen Mützenteil zu tragen. An die Stelle der bisherigen viereckigen Patten aus Tuch ant Rock- und Mantelkragen des männ­ lichen Personals der freiwilligen Kranken pflege tritt ein int Durchmesser etwa "4.2 Zenti­ meter großes, Weißes kreisrundes Emailleschild mit dem roten Kreuz. Zur Kriegserklärung Rumäniens anOestevreich-Ungarn schreibt die Münch. Post in einem Leitartikel: Wir Sozialdemokraten sahen das Kommen der Stunde voraus, da sich noch ein neuer Gegner der Koalition der Entente an­ schließen würde. Das ist jetzt mit der KriegsKriegserklärung Rumäniens geschehen, und nun gilt es, alle Kraft bis aufs Aeußerste M sammeln und zu entfalten für die Selbst­ behauptung des deutschen Volkes. , Für die Armenpflege hat die Stadt Mün­ chen im Jahre 1915 den Betrag von 1 358 644</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="6"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Mark aufgewendet. Die Mehrausgaben gegen den Voranschlag rühren hauptsächlich von den Aufwendungen für Suppenanstalten und Volksküchen her.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Niederbayerische Nachrichten. Landsbut, 29. August —* Da s Eiserne Kreuz wurde dem Vizefeldwebel Herrn Joachim Fick, Magistrats­ sekretär hier, der bereits mit dem MilitärVerdienstkreus ausgezeichnet ist, verliehen. ! —* Das Militär-Verdien st kreuz 3. Klasse mit Krone und Schwertern wurde dem bereits mit depts Eisernen Kreuz ausge­ zeichneten Unteroffizier Herrn Karl Sschöninger, Mechaniker der Bayer. Elektrizitätswerke, Sohn des Herrn Badmeisters Schöninger hiev, verliehen. -* Das Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Krone und Schwertern wurde dem Reservemann Ludwig Eichele, "Sohn des Herrn Dbergärtners Eichele hier, und dem Infanteristen im 12. Landwehr-Infanterie Regiment Josef Reiter, Sohn des Herrn Josef Reiter, Schwaiger hier, verliehen. —* Das Militär- Verdie nstkreuz 3. Kl. mit Schwertern wurde dem Reservisten Jakob Straßer, Sohn des Gütlers Herrn Josef Grillmeier im Hagrain Hier, verliehen. —* Da s Verdienstkreuz für freiwillige Krankenpflege wurde dem Delegierten der frei­ willigen Krankenpflege bei einer Armee Adolf Grafen von ,Spreti-KaPsing verliehen. —* Das König Ludwig kreuz wurde dem Militär-Krankenwärter Anton Högl, Fri­ seur von hier verliehen. —* Unsere Kriegserklärung anRumänien brachte gestern nachmittags der Tele­ graph. Es war ja vorauszusehen, daß unsere Regierung dem heimtückischen Angriffe Ru­ mäniens auf unseren Bundesgenossen nicht un­ tätig zusehen werde. Kurz und bündig, ohne lange Umschweife und gewundene Erklärungen kündigte unsere Regierung dem neuen Ver­ tragsbrüchigen an, daß sie sich als im Kriegs­ zustände mit ihm befindlich betrachte. Tie Kunde hat niemand überrascht und konnte nicht überraschen, denn es hat kaum jemand bei uns auch, nur die Möglichkeit erwogen) daß wir nicht sofort 1 an die Seite unseres Bundesgenossen treten werden. Tie Würfel sind jetzt gefallen, ein Feind mehr ist auf der Seite unserer Gegner. "Viel Feind, viel Ehr" meinte unser erhabener König. Tie Feinde haben sich seither vermehrt, doch deutscheTatkraft und Energie haben sie bisher nicht zu bezwingen vermocht und werden sie wvhl auch in Zukunft nicht. bezwingen können. —* Zur Lebensmittel Versorgung hat das Kuratorium der Reichsgetreidestelle beschlossen, die Arbeiter-Brotzulagen,die in den letzten Monaten gewährt wurden, weiter zu belassen und außerdem allen jugendlichen Per­ sonen zwischen 12 und 17 Jahren ab 1. Ok­ tober eine Zulage von 50 Gramm Mdhl für den Tag zu gewähren. Der Preis des Brotge­ treides bleibt derselbe. Ebenso werden die Mehlpreise der Reichsgetreidestelle keine Tr-</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Lokales. Höhung erfcahren; ja es war möglich, den Preis für Roggemmehl ab 1. August um 1 Mark für den Tvvpeelzentner herabzusetzen. Sodann machte bte: Geschäftsabteiluug der Reichsge­ treidestelle es möglich, den Preis für Weizen­ gries aus den von ihr belieferten Griesmüh!len, .und zswar für den Kleinhandelspreis von 45 Pfg. «ruf 28 Pfg. für das Pfund herab­ zusetzen. Much die Verhandlungen im KriegsernährungGamt wegen vermehrter Herstellung und "Verbiilligung von Suppenstoffen, Grau­ pen, Grützze, Haferflocken sind soweit geför­ dert, daß «auch in dieser Hinsicht eine baldige Verbesseru ng der Versorgung zu erwarten ist. Die Verbiilligung und vermehrte Bereitstellung dieser Susppenstoffe, die sich ja erfreulicher­ weise durchführen ließ, entspricht vielfach ge­ äußerten Wünschen aus der Bevölkerung und ist bei der unvermeidlichen Knappheit an Fet­ ten von «erheblicher Bedeutung für die Er­ nährung. Alles in allem kann sonach gehofft werden, daß die Versorgung der Bevölkerung mit Brot, Mehl, Gries und den übrigen aus Getreide hergestellten Nährungsbeihilfe- und Erfatzmittsln eine bessere werden wird wie bisher. D as König-Iudwig-Rreu; wurde in Landshut verliehen: dem Gymnasialkonrektor Gebhard HinÄnler, dem Gymnasialprofessor Karl Rausch­ mayer, dem Realschulassistenten Georg Märkl, dem Präparandenhauptlehrer Josef Haslrditer, dem Ghmnasialprofessor, Direktor des Er­ ziehungsinstituts für Studierende in Landshüt Jos. Jungwirth, dem Finanzrechnungskominissär Sebastian Kollmannsperger, dem Rent­ amtssekretär Leonhard Wagner, dem Rent­ amtsdiener Seb. Goderbauer, dem Obersorsträt Andreas Abele, dem Bankvorstand Edmund Bayerdörffer. Landsbut, 29. August —* Da s Eiserne Kreuz wurde dem Vizefeldwebel Herrn Joachim Fick, Magistrats­ sekretär hier, der bereits mit dem MilitärVerdienstkreus ausgezeichnet ist, verliehen. ! —* Das Militär-Verdien st kreuz 3. Klasse mit Krone und Schwertern wurde dem bereits mit depts Eisernen Kreuz ausge­ zeichneten Unteroffizier Herrn Karl Sschöninger, Mechaniker der Bayer. Elektrizitätswerke, Sohn des Herrn Badmeisters Schöninger hiev, verliehen. -* Das Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Krone und Schwertern wurde dem Reservemann Ludwig Eichele, "Sohn des Herrn Dbergärtners Eichele hier, und dem Infanteristen im 12. Landwehr-Infanterie Regiment Josef Reiter, Sohn des Herrn Josef Reiter, Schwaiger hier, verliehen. —* Das Militär- Verdie nstkreuz 3. Kl. mit Schwertern wurde dem Reservisten Jakob Straßer, Sohn des Gütlers Herrn Josef Grillmeier im Hagrain Hier, verliehen. —* Da s Verdienstkreuz für freiwillige Krankenpflege wurde dem Delegierten der frei­ willigen Krankenpflege bei einer Armee Adolf Grafen von ,Spreti-KaPsing verliehen. —* Das König Ludwig kreuz wurde dem Militär-Krankenwärter Anton Högl, Fri­ seur von hier verliehen. —* Unsere Kriegserklärung anRumänien brachte gestern nachmittags der Tele­ graph. Es war ja vorauszusehen, daß unsere Regierung dem heimtückischen Angriffe Ru­ mäniens auf unseren Bundesgenossen nicht un­ tätig zusehen werde. Kurz und bündig, ohne lange Umschweife und gewundene Erklärungen kündigte unsere Regierung dem neuen Ver­ tragsbrüchigen an, daß sie sich als im Kriegs­ zustände mit ihm befindlich betrachte. Tie Kunde hat niemand überrascht und konnte nicht überraschen, denn es hat kaum jemand bei uns auch, nur die Möglichkeit erwogen) daß wir nicht sofort 1 an die Seite unseres Bundesgenossen treten werden. Tie Würfel sind jetzt gefallen, ein Feind mehr ist auf der Seite unserer Gegner. "Viel Feind, viel Ehr" meinte unser erhabener König. Tie Feinde haben sich seither vermehrt, doch deutscheTatkraft und Energie haben sie bisher nicht zu bezwingen vermocht und werden sie wvhl auch in Zukunft nicht. bezwingen können. —* Zur Lebensmittel Versorgung hat das Kuratorium der Reichsgetreidestelle beschlossen, die Arbeiter-Brotzulagen,die in den letzten Monaten gewährt wurden, weiter zu belassen und außerdem allen jugendlichen Per­ sonen zwischen 12 und 17 Jahren ab 1. Ok­ tober eine Zulage von 50 Gramm Mdhl für den Tag zu gewähren. Der Preis des Brotge­ treides bleibt derselbe. Ebenso werden die Mehlpreise der Reichsgetreidestelle keine Tr-</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Letzte Posten. Vortruppen. U. a. fanden Zusammenstöße äWl Tömöfer-, Töresvarer- und Vörsöstorony-Paß statt. Ueberall griffen die Rumänen an. Wie mitgeteilt wird, schlugen wir in dem größten Gefechte am Vöröstorony-Paß 1—2 Bataillone zurück. Unsererseits kamen nur kleinereGrenzschutzabteilungen in den Kampf. (Z.) Andrassy zur rumänischen Kriegserklärung. Budapest, 29. Aug. Az Eft veröffent­ licht eine Unterredung ihres Berichterstatters mit dem Grafen Artdrassy über die rumäni­ sche Kriegserklärung. Andrassy sagte: Rumä­ niens Kriegserklärung ist ein einfacher Räu­ berüberfall. Wir brauchen indeß nicht er­ schrecken. Siebenbürgen ist von "Natur aus ein starkes Bollwerk. Unsere Regierung und unsere Heeresleitung sahen längst die Gefahr voraus. Und so können wir hoffen, daß wir nicht unvorbereitet sind. Wir Ungarn wissen, daß wir für unsere Existenz kämpfen. Ohne Siebenbürgen ist kein Ungarn denkbar. Die Rumänen wollten vielleicht nicht abwarten, bis Bulgarien an der SalonikHront völlig siegen und (feine Armee dort ganz frei wird. Ich hoffe aber, daß ihre Berechnungen ihnen nicht viel nützen werden. Rumänien treibt ein verwegenes Spiel, weil seine strategische Lage die denkbar schlechteste ist. Auch ist der größte Teil der Bauernschaft gegen den Krieg. Was nun auch kommen wag, wir sind in der Lage, in der wir bis zum Ende kämpfen müssen. Rückkehr der Teutschen und OesterreichärD Budapest, 29. August. Az Est meldet aus Kronstadt: Aus Bukarest treffen seit ge­ stern massenhaft deutsche und österreichisch-un­ garische Staatsbürger ein. Alle erzählen, die Kriegserklärung sei eine große Ueberraschung gewesen ,weil auch in russophilen Kreisen Ru­ mäniens die Entscheidung" für spätere Zeit erwartet wurde. Man glaubt, Rumänien werde das gesamte Odium "der Kriegserklärung aus Rußland wälzen und sich damit zu verteidi­ gen suchen, daß Rußland an der rumänischen Grenze so große Streitkräfte versammelte und diplomatisch so großen Truck auf die rumä­ nischen Entschließungen ausübte, so daß Ru­ mänien nicht mehr der Kriegserklärung aus-" weichen konnte. Es sollen mehrere russische Infanteriedivisionen in Reni konzentriert sein, die die Aufgabe haben sollen, über Rumä­ nien die Bulgaren anzugreifen. (Z.) Russischc Truppen in Rnmänien. Bukarest, 29. August. Ten Blättern zufolge wurde der deutsche Gesandte in Buka­ rest noch davon am Sonntag verständigt, daß bereits russische Truppen in der rumänischen Dobrutscha ständen. (Z.) Nene Einberusurigen in Rußland. Stockholm, 29. Aug. Tie Einberufun­ gen in Rußland werden fortgesetzt. Ein neuer Erlaß beruft die Marinelandwehr 11. Kategroie bis z u37 Jahren ein. (Z.) '* Chinesen in Paris. Laut Petit Parisien kamen die ersten Tau­ send Chinesen "ln Daris an, wo sie in den Munitionsfabriken Verwendung finden sollen. Tic cv'ifictt 10 Millionen für die 5. Kriegs-Anleihe. Elb erfeld, 29. Aug. Tie stöbt. Spar­ kasse in Elberfeld wird auf die kommende 5. Kriegsanleihe für sich und ihre Sparer einen Betrag von 10 Millionen Mark zeichnen. (Z.) Tie Tabakbewirtschaftung. Wie die "Vereinigten Tabakzeitungen" er­ fahren, ist die Errichtung einer Reichseinkaufsstellee für Tabak in Aussicht genommen. Rücktritt des Gesandten Grant Tmsf. Bern, 28. Aug. Journal de Geneve meldet: Graut Tuff, der Gesandte Englands in Bern,, scheidet aus Gesundheitsrücksichten aus dem diplomatischen Dienst. Rumänien mußte. Wie die Bukarester Timineata mitteilt, mußte diie Kriegserklärung Rumäniens intl Sinne be;r mit Rußland abgeschlossenen Kon­ vention mm 28. August erfolgen. Tie Mobilisatiomsordre ist auch von diesem Tage da­ tiert. Rtutzland habe Rumänien in der Kon­ vention «ganz Siebenbürgen und die südlichen, von Rurmänen bewohnten Gebiete, ferner die Bukowinca bis Czernowitz und das Recht zuge­ sichert, steine Grenzen mit dem bulgarischen Gebiet zwischen Rustschuk und Varna zu er­ gänzen. Diese Gebiete sind Rumänien auch für den Fall zugesichert, daß dieses selbst nicht alles inAt eigenen Waffen erobern sollte. Im Sinne b&lt;er militärischen Konvention wird die an der Donau-Front operierende Mssisch-rumänische Arrmee unter rumänisches ftc'mWanöo ge­ stellt. • Tic ersten Kämpfe. Der Korrespondent des Berl. Lok.-Anz., Kirchlehrner meldet aus dem k. u. k. KriegsprefsequArtier vom 28. August: Während am Sonntag die Kunde von der Kriegserklärung bekannt wurde, bestanden "bte zur Front des Thronfolgers EüzherAog Karl gehörigem kriegsbewährten Truppen bereits ihre ersten siegreichen Gefechte mit rumänischen</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Literarisches. Das nette bayrische Armenrecht. Am 1. Januar 1916 wurde in Bayern das Unterstützungswohnsttzgesep eingeführt" und damit der Heimatbegrifs beseitigt. Unser ‘ altes Armcnrecht verschwand und an dessen Stelle trat ein neues Armengesetz. Auch sonst brachte diese Umwälzung auf dem Gebiete des neuen Armenrechts viele einschneidende Aenderungen anderer Gesetze, die mit dem Armenrecht im Zusammenhange stehen. Fast alles ist auf diesem wichtigen öffentlichen Gebiete neu geworden. Aus der Not der Praxis heraus entstand den Armenräten eine recht willkommene Helferin in der neuen Zeitschrift "Blätter für Armenpflege und soziale Versicherung", die seit Juli L. I. 'im Bayer. Kommunalschriften-Verlag München, Arcisstr. 47, erscheint.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
