Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-08-30. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 235, 1916-08-30. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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August 1916 ────────── Hindenburg Chef des Generalstabs. ────────── Ludendorff erster Generalquartiermeister. — Ein englischer Hilfskreuzer von einem U-Boot versenkt. — Die ersten rumänischen Angriffe abgeschlagen. — Kühner Vorstoß der österr.ungar. Donauflottille: eine rumänische Petroleum-Raffinerie in Brand geschossen. Im Westen wurden englische Angriffe zwi­ schen Thiepval und Pozier es blutig abgewie­ sen. Bei Ovillers wird noch erbittert gekämpfte Bet Thiaumont und Fleurh griffen die Fran­ zosen an, ihre Angriffswellen brachen aber in unserem Feuer zusammen. Schwächere fran­ zösische Vorstöße bei St. Mihiel hatten keinen Erfolg. Im Osten kam es nur am Stochod Bet Rudka Czerwicze und nördlich des Tnjestr zu russischen Angriffen, die abgeschlagen wurden, In den Karpathen griffen russische Truppen verstärkt durch Rumänen vergeblich an. An der rumänischen Grenze käm es bereits an allen Uebergängen zu Gefechten zwischen Rumänien und österr.-ung. Grenz sicherungsitruppen. An der italienischen Front wurden italie­ nische Angriffe an mehreren Punkten abge­ schlagen. Der Cauriolgipfel in den Fässanaer Alpen blieb in den Händen der Italiener. 1 Die Türken haben den Russen auf dem rechten Flügel der Kaukasusfront eine schwere Niederlage beigebracht. Auch! int Zentrum nah­ men die Türken den Russen mehrere Schützen­ gräben ab. j Eines unserer Unterseeboote hat einen bri­ tischen 'Hilfskreuzer in der nördlichen Nord­ see versenkt. Wie das WTB. hierzu be­ merkt, dürfte es sich um den von englischer Seite bereits gemeldeten Hilfskreuzer "Duce Df Albany" handeln. ────────── Westlich« KrieMüsM. ' In vielen Abschnitten dev Frwnt machte sich eine erhöhte Feuertätigkeit beS Feindes bemerkbar. Im Somme- und Maasgebiet nahm der Artilleriekampf wieder große Heftigkeit an. Nördlich der Somme wiedtrhokten sich die mit erheblichen Kräften unternommenen eng­ lischen Angriffe zwischen Thiepval und Pozieres. Sie smd blutig gescheitert, zum Teil führten sie zum Nahkampf, der nördlich von Ovillers mit Erbitterung fortgesetzt wird. Mehrere Handgranatenangriffe wurden im Telvillewald und südöstlich von Guillemont abgewiesen. Rechts der Maas griffen die Franzosen zwischen dem Werke Thiaumont und Fleury, sowie im Bergwalde an. Im Feuer der Ar­ tillerie, der Infanterie und Maschinengewehre brachen die Angriffswellen zusammen. Schwache feindliche Vorstöße südlich und südöstlich von St. Mihiel blieben ohne Erfolg. Drei feindliche Flugzeuge sind im Luftkampf abgeschossen und zwar eines südlich von Arras, zwei bet Bapaume; ein viertes fiel östlich von St. Quentin unversehrt in unsere Hand. Lestlicher WMchinM. Tie Lage ist im allgemeinen unverändert. An einzelnen Stellen war die Feuertätig­ keit etwas lebhafter. Westlich des Stochod bei Rudka-Czerwicze kam es zu Jnfanteriekämpfen. Nördlich des Tnjestr wurden bei Abwehr schwächerer russischer Angriffe über 100 Ge­ fangene gemacht. Bericht des deutschen Hauptquartiers. ────────── Oestlicher Kriegsschauplatz. Tie Lage ist im allgemeinen unverändert. An einzelnen Stellen war die Feuertätig­ keit etwas lebhafter. Westlich des Stochod bei Rudka-Czerwicze kam es zu Jnfanteriekämpfen. Nördlich des Tnjestr wurden bei Abwehr schwächerer russischer Angriffe über 100 Ge­ fangene gemacht. ────────── i Eine unnötige Verlängerung des Krieges. Zur rumänischen Kriegserklärung schreibt der Berner Bund: Es ist nicht wie bei Italien ein Bruch zwischen ehemals Verbündeten. — Deutlicher drückt sich! das Berner Tgbl. aus: Ter rumänische Krieg ist ein Eroberungskrieg im dunkelsten Sinne des Wortes. Tste bestimmst vorauszusehende Folge des rumänischen Ein­ greifens wird eine unnötige Verlängerung des Krieges sein; aber eine entscheidende Wendung zugunsten der Entente wird dieses rumänische Heer von einer halben 'Million Mann nicht herbeizuführen vermögen. £3-) Sei?« 2. Infanterie an mehreren Stellen mit kräftiger Artillerieunterstütznng vorzugehen. Tiefe Versuche wurden überall vereitelt. LüdöMcher «riegGchaupla,: Unsere Tonauflottille schoß die PetroleumRaffinerie bei Giurgiu in Brand. C«c stellvertretende Chef des Generalstabe«! b. Hosfer, Keldmarschalleutnant. Unser 10. Gegner. Die gestrige Kriegserklärung Deutschlands an Rumänien ist die zehnte. Wir stehen im Kriege mit: Rußland .... seit dem 1. August 1914 Frankreich . ... n » 2. ,, » Belgien ,, 3. " n England " 5. " * Serbien • ff 6, " ff Montenegro ... " " 6. " * Japan . .... ff » 23. " " > Portugal 9. Mai 1916 Italien " " 28. August " Rumänien 28. " " 1. Oesterreich—Serbien 2. Deutschland—Rußland 3. Deutschland—Frankreich 4. Belgien—Deutschland 5. England—Deutschland 6. Montenegro—Oesterreich 7. Deutschland—Serbien 8. Oesterreich—Rußland 9. Deutschland—Montenegro 10. Frankreich—Oesterreich 11. England—Oesterreich 12. Japan—Deutschland 13. Oesterreich—Japan 14. Oesterreich—Belgien 15. Türkei—Rußland 16. Türkei—Fra »kreich 17. Türkei—England 18. Türket—Belgien 19. Italien—Oesterreich 20. Türkei—Italien 21. Bulgarien—Serbien 22. Frankreich—Bulgarien 23. England—Bulgarien 24. Italien—Bulgarien 25. Rußland—Bulgarien 26. Deutschland—Portugal 27. Rumänien—Oesterreich 28. Italien—Deutschland 29. Deutschland—Rumänien ────────── Bern iftßdjei KrirMWlch. Stic Verwaltung Polens. Lublin, 29. Aug. Ter Armeekomman­ dant verlieh Kielce, Lublin, Petrikan und Ra­ dom sowie 34 anderen Orten laut Verord­ nungsblatt der österreichisch-ungarischen Mili­ tärverwaltung in Polen eine neue Städteord­ nung. ~ Tie Gärung in Russisch-Zentralasieu. Stockholm, 29. August. Ter neue Gou­ verneur von Russchisch-Zentralasien, General Kuropatkin, hat vor seiner Abreise nach dem Turkestan seinen Freunden gegenüber erklärt, er fei beauftragt worden, in Samarkand, Tasch­ kent und Merw mit den 'Aeltesten der dortigen mutn m wmnmmm, Eingeborenen ausführliche Beratungen in Sa­ chen der Einberufung der Eingeborenenbevöl­ kerung zram Militärdienst zu pflegen. Er hoffe, dasß, diese Beratungen der politischen Gärung im Rufsisch-Zentralafien ein Ende ma' chen würden. Sollte sich diese Hoffnung nicht bewährheiiten, so sei er beauftragt uno ent­ schlossen, auch! vor Gewalt nicht zurückzuschrekken. Kuropatkin betonte ausdrücklich, daß er nach dieser Richtung hin von Krone und Regie­ rung mit ganz außerordentlichen Vollmachten ausgestattet worden sei. Im übrigen meinte er, befinden sich hinter Kuschka genügend mili­ tärische Kräfte einer Rußland verbündeten Und befreundeten Nation. — Tiefer letzte Ausspruch des russischen 'Generals ist besonders bemerkenswert: Ist die Gärung im russischen Zentral-Asien bereits !so gefahrdrohend und baut Rußland auf seine eigenen in Turkestan befindlichen Bataillone so wenig, daß man mit der Notwendigkeit rechnet, englischi-indi sche Truppen nach dem Turkestan zur "Beru­ higung der Geister" zu entbieten? (3-) Bern iftßdjei KrirMWlch. Stic Verwaltung Polens. Lublin, 29. Aug. Ter Armeekomman­ dant verlieh Kielce, Lublin, Petrikan und Ra­ dom sowie 34 anderen Orten laut Verord­ nungsblatt der österreichisch-ungarischen Mili­ tärverwaltung in Polen eine neue Städteord­ nung. ~ Tie Gärung in Russisch-Zentralasieu. Stockholm, 29. August. Ter neue Gou­ verneur von Russchisch-Zentralasien, General Kuropatkin, hat vor seiner Abreise nach dem Turkestan seinen Freunden gegenüber erklärt, er fei beauftragt worden, in Samarkand, Tasch­ kent und Merw mit den 'Aeltesten der dortigen ────────── 9er Krieg M Italien. Italienische Stimmen zur Kriegserklärung an Tjeutschland. Lugano, 29. August. Tas "Giornale d'Jtalia" schreibt: Welche immer die militäri­ schen Folgen unserer Kriegserklärung sein mö­ gen, die Nation wird ihnen zu begegnen wissen. Aber außer moralischen wird unser Schritt auch Wirkungen ziviler Natur nach,sich ziehen, er wird unser Land von den Fremden und in ihrer Tätigkeit feindlichen Elementen befrei­ en, gegen welche die ntchr erfolgte Kriegs­ erklärung uns am Vorgehen verhinderte. Tie­ fer Gedanken wird vom "Popolo RomanG deutlicher ausgesprochen, indem er einen be­ sonderen Artikel den deutschen Spionen wid­ met, die das Land als naturalisierte Schweizer und Amerikaner, oder auch als Italiener be­ völkern, welche, wenn sie schon seit vielen Jahjren in Italien ansässig seien, doch nicht ihr barbarisches Blut verleugnen könnten. Tas Schlimm« sei Pur, daß sich unter diesen viele in hohen und einflußreichen Stellungen be­ fänden, und daß namentlich viele hervorragen­ de Persönlichkeiten "mit deutschen Frauen ver­ heiratet seien. Gerade dich« letzteren seien besonders gefährlich, selbst dann, wenn sie, wie es vielfach der Fall sei, Söhne beim ita­ lienischen Heere hätten. Es müsse deshalb rücksichtslos vorgegangen werden. (3-) Lu gano, 29. Aug. Nach dem "Eorriere bellet Sera" fst dieKriegserklärung an Teutsch­ land im Ministerrat am Donnerstag grund sätz­ lich beschlossen worden. Ter genaue Text wurde am Tage darauf von Sonnino versaßt. Tem Papst ist die Nachricht buvd) den.spani­ schen Botschafter beim Vatikan mitgeteilt wor­ den. i ' (3-) 9er Krieg M Italien. Italienische Stimmen zur Kriegserklärung an Tjeutschland. Lugano, 29. August. Tas "Giornale d'Jtalia" schreibt: Welche immer die militäri­ schen Folgen unserer Kriegserklärung sein mö­ gen, die Nation wird ihnen zu begegnen wissen. Aber außer moralischen wird unser Schritt auch Wirkungen ziviler Natur nach,sich ziehen, er wird unser Land von den Fremden und in ihrer Tätigkeit feindlichen Elementen befrei­ en, gegen welche die ntchr erfolgte Kriegs­ erklärung uns am Vorgehen verhinderte. Tie­ fer Gedanken wird vom "Popolo RomanG deutlicher ausgesprochen, indem er einen be­ sonderen Artikel den deutschen Spionen wid­ met, die das Land als naturalisierte Schweizer und Amerikaner, oder auch als Italiener be­ völkern, welche, wenn sie schon seit vielen Jahjren in Italien ansässig seien, doch nicht ihr barbarisches Blut verleugnen könnten. Tas Schlimm« sei Pur, daß sich unter diesen viele in hohen und einflußreichen Stellungen be­ fänden, und daß namentlich viele hervorragen­ de Persönlichkeiten "mit deutschen Frauen ver­ heiratet seien. Gerade dich« letzteren seien besonders gefährlich, selbst dann, wenn sie, wie es vielfach der Fall sei, Söhne beim ita­ lienischen Heere hätten. Es müsse deshalb rücksichtslos vorgegangen werden. (3-) Lu gano, 29. Aug. Nach dem "Eorriere bellet Sera" fst dieKriegserklärung an Teutsch­ land im Ministerrat am Donnerstag grund sätz­ lich beschlossen worden. Ter genaue Text wurde am Tage darauf von Sonnino versaßt. Tem Papst ist die Nachricht buvd) den.spani­ schen Botschafter beim Vatikan mitgeteilt wor­ den. i ' (3-) ────────── meldet aus Budapest: Tie Bukarester "Libertatea" schreibt: Wir sind in der Lage, interes­ sante Aeußerungen Filipescus, des Führers der rumänischen Kriegspartei, mitzuteilen, aus denen hervorgeht, bas; der gewesene Minister die rumänischen Kriegsaussichten nicht njit vol­ ler Zuversicht beurteilte. Aus sehr glaub­ würdiger Quelle entstammen Aeußerungen Filipescus, die er vor einigen Tagen machte. Tie Front unseres Krieges von den Karpathen und der Donau -zur neuen Dobrudscha mächt etwa 1400 Kilometer aus. Zur Verteidigung dieser Grenzen sind wenigstens 1 400 000 Sol­ daten notwendig, wenn man das oberste Ge­ setz der Strategie, auf jeden Meter mindestens einen Soldaten -zu stellen, befolgen teils. Ru­ mänien verfügt aber fast über die Hälfte die­ ser Menge nicht, weshalb wir darauf rechnen müssen, daß entweder Sarrail völlig besiegt wird, oder Rußland uns eine halbe Million Mann zur Verfügung stellt. In letzterem Fall ist die Beantwortung der Frage wichtig, wer den Oberbefehl führen soll. '(Z.) . , Rumänische Ehrenwörter Budapest, 29. Aug. Wie dem österr.ung. Gesandten Grafen Ezernin, so hat Kö­ nig Ferdinand kürz vor dem Kronrat auch dem deutschen Gesandten, Herrn von dem Bussche-Haddenhausen, die bestimmteste Erklärung gegeben, daß er niemals seine Zustimmung zur Kriegserklärung Rumäniens an die Mit­ telmächte geben würde. Er deutete sogar an­ geblich an, daß er eher auf seine Krone ver­ zichten würde. — Die telegraphischen Ver­ bindungen mit Rumänien sind seit Sonntag abends vollständig unterbrochen. "Ein Tlokument der Schamlosigkeit". Das offiziöse Wiener Fremdenblatt schreibt zur rumänischen Kriegserklärung unter ande­ rem: Die Rote der rumänischen Regierung ist ein Dokument unerhörtester Schamlosigkeit, und Rumänien ist der traurige Ruhm erblüht, selbst Italien an Niedrigkeit übertroffen zu haben, das wenigstens einige Wochen vor der Kriegserklärung den Bündnisvertrag mit Oesterreich-Ungarn einseitig außer Kraft setzte. Rumänien aber war bis gestern neun Uhr abends noch unser Verbündeter. Das rumä­ nische Kabinett hob den Bündnisvertrag ein­ fach durch! die Kriegserklärung aus. In der Geschichte steht dieser unvermittelte Sprung vom Bündnis in den Krieg einzig da. Noch widerlicher erscheint die abscheuli­ che Persidie Bratianus und Genossen durch den Umstand, daß noch anläßlich der Ankündigung des gestrigen Kronrates in Bukarest dieSprächrohre der rumänischen Regierung das Trei­ ben Filipescus und Take Jonescus mit (Ent­ rüstung und Hohn geißelten und jene Poli­ tiker an den Pranger stellten, die aus der Beratung des Königs mitHervorragendenMännern des Staates beunruhigende Schlüsse zie- heu wollten. Auch der Umstand, daß der Be­ ginn des Krieges mit der Ueberreichung dev Kriegserklärung zusammenfällt, ist ein Ereig­ nis, welches ohne Beispiel in den Annalen der Diplomatie dasteht. Rumänien hat alle Rücksichten, die Anständigkeit, Selbstachtung u. Sittlichkeit erfordern, mit Füßen getreten und ist — man hätte das nicht mehr für möglich» gehalten — auf eine noch tiefere Stufe ge­ sunken als selbst Italien. Die rumänischen» Staatsmänner, die den Namen ihres Landes hüt so beispielloser Schmach bedecken, wer­ den einst von ihrem Volke verflucht werden wegen des furchtbaren Unheils, das sie über dieses heraufbeschworen. Mit ergrimmtemGeni'üt und gerechtem Zorn, aber auch» müt Ruhe und Zuversicht treten wir in diesen neuen uns aufgezwungenen Kamps ein, fest entschlossen, auch diesen verräterischen Bundesgenossen nie­ derzuwerfen." ────────── Am Balkan. M Will«. Tie Bulgaren in Kavalla. Haag, 29. Aug. Reuter meldet: Tie Bulgaren sind am 25. August in Kavalla ein­ gezogen. Außer einem Fort sind alle Forts mit der artilleristischen Ausrüstung und Mu­ nition den Bulgaren auf Befehl von Athen übergeben worden. Nach Meldungen aus Saloniki beträgt die bulgarische Armee, die in der Richtung auf Kavalla ging, etwa 75 000 Mann. Tie Bul­ garen rücken sehr rasch vorwärts. Teutsche sind in dieser Armee nicht vorhanden. Der Vormarsch der Bulgaren kennzeichnet sich üben all durch Ruinen. Tie türkische Bevölkerung hat die Waffen gegen die griechische Bevöl­ kerung ergriffen. In Kavalla und Drama sind große Mengen griechischer Flüchtlinge an­ gekommen. Viele stammen aus vier Gegend von Florina. (Z.) ────────── Kaukasusfront: Ter rechte Flügel brach den Widerstand der Russen, die sich» in beherrschenden Stellungen hielten. Durch er­ folgreiche Angriffe gelang es ihnen, schrittt weise vorw»ärts zu kommen. Allein bei eineall einzigen Angriff, der von einer unserer An­ griffsabteilungen am 26. August mit gutem Erfolge ausgeführt wurde, ließ der Feind über! 1000 Tote auf dem Gelände zurück. Wir mach? ten 60 Gefangene, darunter einen Offizier, erbeuteten über 600 Gewehre, 250 Munitions­ kästen, eine Menge Pioniermaterial und Bom­ ben. In der Mitte wurden vereinzelte Ueberfälle mit Erfolg ausgeführt. Wir nahmen einen Teil der feindlichen Gräben und zwan­ gen die Verteidiger zur Flucht; wir erbeuteten militärische Ausrüstungsgegenstände und zerstörten einen Teil der feindlichen Gräben. I Auf betn linken Flügel im Küstenabschnitt örtZ liches, zeitweilig aussetzendes heftiges Ge& schützfeuer. 1 Am 27. August warfen Flieger, die von I einem Mutterschiff aufgestiegen waren, die von | der offenen See in der Gegend von Tripolis in Syrien und von Jaffa kamen, auf einige Abschnitte des Küstengebietes wirkungslos Bomben ab und zogen sich darauf wieder zurück. Tie Bomben verletzten drei Perso­ nen unter der Bepölkerung. Auf dem jüngst in der Umgebung von Gaza abgeschosse­ nen Flugzeug wurde ein Maschinengewehr ge­ funden und erbeutet. Keine Nachrichten von Belang von den anderen Fronten. - I Die Türkei im Kriege. 2er türkische Bericht. Konstantinoptel, 29. August. Das tür­ kische Hauptquartier meldet: An der.Irak-Front ist die Lage un­ verändert. Persien: An der russischen Front warf unser rechter Flügel russische Trtchpen, auf die er in der Gegend von Tevelet Abad, süd­ östlich von Hamadan, streß, zurück, erreichte diese Ortschaft und säuberte die Umgegend von ihnen. In der Mitte und auf dem linken Flügel nichts von Bedeutung, außer Schar­ mützeln. " ! ────────── gierung scheint Griechenland für den einzigen Staat zu galten, der sich in einer Zeit der Be­ drängnis allgemeine Wahlen erlauben kann." Große Heiterkeit begrüßte diesen wohlangeLrachten Hohn. Bei einem gerecht denkenden Volke hätte die Heiterkeit sich allgemach- in Scham verwandeln müssen. Tenn wie läßt sich! die ehrlose Heuchelei der englischen "Politik stärker brandmarken als durch diesen'Vergleich,? In ihrem eigenen Lande, das im Innern seine freie Bewegung genießt, soll die Schwere der Zeit Parlamentswahlen unmöglich Machen/ Griechenland aber, von England und seinen Mitkämpfern für die Freiheit der kleinen Na­ tionen ohne jeden Schein von Recht in die Zwangsjacke gesteckt und mit Aushungerung bedroht, wird gezwungen, nicht nur Wahlen vorzunehmen, die es selbst für überflüssig'an­ sieht, sondern erhält überdies gebundenen Marschbefehl für das Ziel dipser Wahlen.Wählt ihr nicht den Landesverräter Venizelos, so ist es um dxn letzten Rest eurer Selbständigkeit geschehen. So ruft ihnen Britannia, die Schutzgöttin der Freiheit, zu. ────────── zumal ihn seine Schwester mit ihrem! prakti­ schen Sinn zur Seite stehen würde. Aber die Bewirtschaftung eines so großen landwirt­ schaftlichen Betriebes war ihm völlig Neuland. Doktor Haffner konnte ihm auch nur den Rat geben, sich eine geeignete Persönlichkeit zu engagieren, die in Retzbach die Oberleitung übernehmen würde. Als er hörte, daß Bil­ lachs Lothar bereits darum gebeten chatten, sagte der alte Herr mit einem warMen Blick auf Lothar: "Ich glaube, Herr von Retzbach wäre die geeignete Persönlichkeit, der Sie, meine ver­ ehrten Herrschaften, vor allen Trugen unbe­ dingtes Vertrauen entgegenörrngen können. In meinem Beruf lernt jn'an es. Menschen richtig einzuschätzen, und Herrn von Retzbach habe ich in der kurzen Zeit, da ich ihn zu kennen die Ehre habe, sehr hoch schätzen gelernt." Lothar sah, daß. Anne-Roses Augen bei diesen Worten aufleuchteten. ,Mtb da wurde ihm wieder so heiß.und eng in der Brust, daß er am liebsten aufgesprungen und hin­ ausgeeilt wäre ins Freie, um seine Erregung niederzuzwingen. Tie geschäftlichen Verhandlungen wurden bis zur'Tinerzeit fortgesetzt. Frau Brigitte Engel hatte für diesen Tag ein besonders festliches Mahl Hergericht eh Bei Tisch fanden sich, "die jetzigen Bewohner des Schlosses mit Doktor Haffner zusammen. Auch der Inspektor war von Jost von Billachaufgeforvert worden, an der Tafel teilzu­ nehmen. Tie beiden Sristsfräuleins hatten sich in­ zwischen ein wenig gefaßt, vergossen jedoch während der Tafel immer wieder einige Rührungstvänen. Nur einer fehlte an der festlichen Tafel. Ter Oherst chon Aechterrtz. Er war-'wutent­ brannt abgereist und hatte nicht einmal ange­ geben, wohin ihm die Briefmarkensammlung und seine uneröffneten Briefe an Malte von Retzbach nachgesandt werden sollten. Es be­ dauerte niemand seine Abwesenheit. Holdchen von Uechteritz seufzte sogar ein erlöstes: JSott sei Tank!" als sie von seiner Abreise hörte. Die beiden alten Damen wandten sich gleich nach» der Suppe an Anne-Rose. "Liebe Anne-Rose, wir bitten sehr ,daß Sie uns gestatten, noch einen oder zwei Tage in Retzüach zu verweilen. Wir sind durch die große fteudige Erregung ganz von Kräflen gekommen, daß wir uns erst noch ein wenig erholen müssen, ehe wrr die Rückreise antreten können," sagte Brüchen als Wort­ führerin. Anne-Rose faßte lächelnd die beiden Da­ men bei den Händen. "Sie brauchen doch, darum nicht zu bitten', meine lieben verehrten Tomen. Wenn Sie es mir gestatten wollen, lade ich Sie hier­ mit herzlich ein, längere Zeit in Retzbach- zu bleiben. Sie, könnten ruhig hier verweilen, bis die schöneü Sommertage zu Ende find und sich rechst erholen in der ,guten Luft. Frau Engel wird Si,e, wenn ich darum bitte, recht gut verpflegen, auch fvenn wir nach Berlin zurückkehren, wo wir noch allerlei zu ordnen haben. Und dann müssen Sie uns jeden Sommer auf einige Zeit besuchen, hier jn Retzbach. Darauf will ich! mich freuen." Die beiden alten Damen verfielen darauf wieder in einen Rührungstaumel. Sie konn­ ten vor Glück und Freude garnicht sprechen. Endlich schluchzte Holdchen: "Ach, lieber Gott, es kommt jetzt mit einemmale so viel Glück über uns. Wie sollen wir Ihnen nur danken, liebe Anne-Rose?" "Aber unsere Kleider, Holdchen!" rief Binchen plötzlich- erschrocken. j ,*?i« v; ■ , (Fortsetzung folgt.) ────────── Der Luftkrieg. Berlin, 29. August. Tie "Deutsche Ta­ geszeitung" meldet aus dem Haag: Tie eng­ lische Küste ist gestern von sechs deutschen Flug­ zeugen überflogen worden. Ein deutsches LushschiMeschwader erschien gleichfalls, b&§ zwei Riesenzeppeline umfaßte, die eine ungeheure Größe hatten. sZ.) ────────── Der Krieg zur See. Ein englischer Hilfskreuzer versenkt. WTB. Berlin, 29. August. (Amtlich.) Am 24. August hat eines unserer Unterseeboote in der nördlichen Nordsee einen englischen Hilfskreuzer versenkt. (Notiz des WTB.: Es handelt sich offenbar um den von amtlicher englischer Seite als gesunken gemeldeten Hilfs­ kreuzer "Duce of Albany".) Versenkt. Kristiania, 29. Aug, Tie britische Ad­ miralität teilte der norwegischen Gesandtschaft in London mit, daß der Tampfer "Jsdalen" im Mittelmeer durch ein Unterseeboot versenkt worden sei. Tie Besatzung sei gerettet und befinde sich in Toulon. Eine Lloydmeldung besagt: Ter griechische Tampfer "Leandros" wurde am 25. August iM Mittelmeer versenkt. Tie Besatzung würde ge­ rettet. r R otterdam, 29. Aug. Ter hier einge- \ bangen Fragen nach der Haltbarkeit und Trag- laufene Logger "Vlaardingen 25" hätte 19 Mann der Besatzung des norwegischen Dam­ pfers "Rentaria" an Bord, der von Kristiania nach B.ilbevo unterwegs war und in der Nord­ see auf eine Mine gestoßen.imb .untergegangen ist. Kriegsausgong treB wirtschaft­ liches Vertraue«. Bon Tr. K. v. Wangoldt. So verschieden auch bte Kriegsziele sein mögen, die Forderung ist doch allgemein, daß Handel und Wandel, daß unsere große Industrie und unsere Aus- und Einfuhr nach dem Frie­ densschlüsse wieder kräftig 'emporblühen sol­ len. Aber wenn man nun aus die Bedingungen hierfür näher eingeht, so scheint uns, haß eine Seite der Sache bisher doch! noch fast gar nicht beachtet worden ist, nämlich! die psychologische. Unsere Kaufmannschaft, die sich! mit Ausund Einfuhr befaßte, die Aussirhrindustrie, die Reedereien, kurz: fast all die Unternehmun­ gen, die von unserem Warenaustausch mit dem! Auslande lebten, haben bekanntlich durch den Krieg ganz außerordentlichen Schaden erlit­ ten, soweit es sich nicht um den Verkehr nach den verbündeten Ländern handelte. Tas im Auslande befindliche Eigentum ist großenteils beschlagnahmt, die Forderungen uneinziehbar, die Verbindungen unterbrochen, die Geschäftsgeheimnislse von den Engländern ausspioniert, ja, sogar die mit uns in Verbindung stehende Kundschaft, seien es Lieferanten, seien es Ab­ nehmer, durch die englischen schwarzen Listen verfolgt, drangsaliert und kopsscheu gemacht. Und wenn auch in vielen Fällen durch flotte Jnlandslieferungen für den Kriegsbedarf einst­ weilen ein gewisser Ersatz geschaffen worden ist, so ist doch die ganze wirtschaftliche Existenz für später bei Unternehmern wie Arbeitern auf das schwerste bedroht. Es ist unmöglich, daß solche Erfahrungen nicht noch lange und tief über den Krieg hinaus wirksam sein soll­ ten. Tas alte Vertrauen, mit dem wir unter dem mäckhtigen Schutze des Reiches unbeküm­ mert unsere Geschäfte ins Ausland trieben, ist jedenfalls schwer erschüttert. Man wird sich nach dem Friedensschlüsse die bange Frage vorlegen: können wir es überhaupt wagen, so viel Arbeit, Mühe und Kosten in Geschäfte und Geschäftsverbindungen zu stecken, die uns eines schönen Tages eine fremde Macht so völlig zunichte machen kann? Ganz besonders aber wind diese Unsicherheit natürlich im Ueberseegäschäft herrschen. Die überseeischen Länder sind uns an -sich ferner und entrücktest, und ayf dem Wege zu ihnen liegt unser mäch­ tigster, brutalster und rücksichtslosester Geg­ ner: England. Es liegt nun auf der Hand, daß solche ────────── Wenn tn oen Jahrzehnten nach 1870/71 Handel und Industrie bei uns so mächtig auf­ geblüht sind, so war gewiß, nicht der letzte Grund dafür das feste Vertrauen auf den Schutz des siegreichen und mächtigen Reiches. Auch "ein anderer wichtiger Umstand ist.noch zu bedenken. Nach dem Abschluß dieses Krie­ ges wird sich in Welthandel und Weltindustrie vermutlich die Tendenz bemerkbar Machen, sich bis zu einem gewissen Grade allmählich nach Dem siegreichen Lande zu ziehen. Schließlich (sönnen doch Welthandel und Weltindustrie die notwendige Grundlage einer Staatsorganisa­ tion, die ihnen wirklich Schutze und Sicherheit für Ähre Interessen verbürgt, nicht auf die Tauer entbehren. Auch der Neutrale, auch Der Ausländer wird, nachdem die Welt solche Erschütterungen wie jetzt erlebt hat, für seine Unternehmungen, soweit sie den Rahmen seines eigenen Landes überschreiten und dort nicht ganz besonders günstige Bedingungen finden, mit Vorliebe denjenigen Staat aufsuchen, der ihm der mächtigste und sicherste zu fein scheint. So werden 'dem siegreichen und "den @i Handen .ist, der wegen der beschränkten Aus'schankzeiten nicht abgesetzt werden kann. Ta am schwersten die (späte Zulassung Des Abendausschankes empfunden wird, bittet der Ver­ band, wenn die Beschränkung nicht ganz fal­ len gelassen werden kann, die allgemeine Abendausschankzeit um mindestens eineinhalb Stunden früher, also von 5 Uhr nachmit­ tags an zuzulassen und bei abgeänderten Aus­ schankzeiten eine Verlängerung der täglichen Ausschankzeiten um eineinhalb Stunden zu bewilligen. Die praktische Erfahrung und die Kenntnis der Verhältnisse lassen die Be­ hauptung zu, daß auch nach der Verlängerung der Ausschankzeit kein Biermangel eintritt. — Gleichzeitig richtete der Verband ein Rund­ schreiben an (sämtliche Münchener Brauereien, worin unter ausführlicher Begründung gebe­ ten wird, den 'Wirtschaftspächtern Pachtnach­ lässe zu gewähren und keinesfalls mehr wie 2 Mark Pacht vom Hektoliter des verkauften Meres zu fordern. — Auf die Eingabe an das Staatsministerium des Innern uw Zu­ weisung von Mehl und Hüljsenfrüchte ging von diesem eine Antwort ein, daß die Zu­ weisung Sache der Kommnnalverbände sei. Auf die .Eingabe um Aufhebung der fleischlosen Tage allgemein oder wenigstens an Maria Himmelfahrt (15. August), an Maria Epipfängnis (8 Dezember), erwiderte das Mi­ nisterium, daß angesichts der geringen, auf den Kops der Bevölkerung treffenden Fleisch­ menge und der bevorstehenden (inzwischen er­ folgten) weiteren Einschrätikung des Fleisch!Verbrauches z. Zi. 'kein Anlaß besteht, dem Gesuche stattzugeben. «erblnierischk Winten Plattlintz, 29. August. (Brand.) Gestern nachmittzags halb 1 Uhr meldete die Feuersirene einen Brand int Stadtbezirk. Im An­ wesen des Herrn Schmiedmstr. Bühler, geriet eine auf dem Tachboden hinterlegte Matratze f ────────── Niederbayerische Nachrichten. aus unbekannten Gründen in Brand, wodurch der Tachstuhl Feuer fing. Durch schnelles Ein­ greifen konnte sich der Brand nicht weiter ent­ wickeln. , ,T(cr Bayer. GastwirteverbaNd richtete nach einer Mitteilung in seine mBerbandsorgan an die drei daher. Generalkommandos eine Eingabe um gänzliche Aufhebung oder erheb­ liche Verlängerung der Ausschanikzeiten. Das Gesuch wird damit begründet, daß der grüßte Teil der Ernte schon eingebracht ist und es sich gezeigt Hatz, daß in Bayern fein Biermangel sondern sogar »in erheblicher StertÜberschuß bei Brauern und Gastwirten bm> Handen .ist, der wegen der beschränkten Aus'schankzeiten nicht abgesetzt werden kann. Ta am schwersten die (späte Zulassung Des Abendausschankes empfunden wird, bittet der Ver­ band, wenn die Beschränkung nicht ganz fal­ len gelassen werden kann, die allgemeine Abendausschankzeit um mindestens eineinhalb Stunden früher, also von 5 Uhr nachmit­ tags an zuzulassen und bei abgeänderten Aus­ schankzeiten eine Verlängerung der täglichen Ausschankzeiten um eineinhalb Stunden zu bewilligen. Die praktische Erfahrung und die Kenntnis der Verhältnisse lassen die Be­ hauptung zu, daß auch nach der Verlängerung der Ausschankzeit kein Biermangel eintritt. — Gleichzeitig richtete der Verband ein Rund­ schreiben an (sämtliche Münchener Brauereien, worin unter ausführlicher Begründung gebe­ ten wird, den 'Wirtschaftspächtern Pachtnach­ lässe zu gewähren und keinesfalls mehr wie 2 Mark Pacht vom Hektoliter des verkauften Meres zu fordern. — Auf die Eingabe an das Staatsministerium des Innern uw Zu­ weisung von Mehl und Hüljsenfrüchte ging von diesem eine Antwort ein, daß die Zu­ weisung Sache der Kommnnalverbände sei. Auf die .Eingabe um Aufhebung der fleischlosen Tage allgemein oder wenigstens an Maria Himmelfahrt (15. August), an Maria Epipfängnis (8 Dezember), erwiderte das Mi­ nisterium, daß angesichts der geringen, auf den Kops der Bevölkerung treffenden Fleisch­ menge und der bevorstehenden (inzwischen er­ folgten) weiteren Einschrätikung des Fleisch!Verbrauches z. Zi. 'kein Anlaß besteht, dem Gesuche stattzugeben. «erblnierischk Winten Plattlintz, 29. August. (Brand.) Gestern nachmittzags halb 1 Uhr meldete die Feuersirene einen Brand int Stadtbezirk. Im An­ wesen des Herrn Schmiedmstr. Bühler, geriet eine auf dem Tachboden hinterlegte Matratze f ────────── der Magistrat in seiner letzten Sitzung, diesen ! rangiermeistsr Joh. Wallet, den OberlokomoBetrag abzulehnen. Nun müsse die K. Re- | tivführern Karl Fellerer, dem Zugführer Ehr. gierung entscheiden, ob. sie diese Position auf den Kreis übernehmen wolle. Werde dies wiederholt, abgelehnt, so hat der Magistrat beschlossen, die Entscheidung des Verwaltungs­ gerichtshofes in dieser Angelegenheit anzu­ rufen. —* Abgabe von Süßstoff. Tas der Stadt zugewiesene Saccharin wird in den hie­ sigen Apotheken und Drogerien zur Abgabe gelangen, jedoch nur gegen Bezugsscheine, die an Minderbemittelte und kinderreiche Fami­ lien ausgegeben werden. Solange der Vorrat reicht, werden diese Bezugsscheine gegen Vor­ zeigung der Brotkarten ausgestellt. EiuPäckchen Saccharin kostet 25 Pfennig. Auch an Kaffeehäuser wird Saccharin abgegeben. Vor­ aussichtlich! beginnt die Abgabe von Süßstoff am nächsten Freitag. —* Jeder Petroleumverkauf ver­ boten. Lurch eine Bekanntmachung desReichskanzlers vom 28. August ist der Absatz von Pe­ troleum zu Leuchtzwecken sowohl an Wieder­ verkäufer wie an Verbraucher bis auf wei­ teres verboten. (WTB.) ' < • . —* Petroleum wird nur ein Drittel ' des Friedensbedarfes den hiesigen Kaufleu­ ten zugewiesen. Es besteht daher aller Atk laß, wirtschaftlich! und sparsam mit Petroleum! umzugehen. Aus diesem Grunde wurde auch angeregt, Petroleumkarten zur Ausgabe zu bringen, was der Magistrat in seiner letzten Sitzung beschloß. Auch das K. Bezirksamt wird Marken zur Ausgabe bringen. Im In­ teresse der Fortdauer der Handelsbeziehungen zwischen Stadt und Land ist ein gemeinsames Vorgehen wünschenswert. Es darf daher von heute (Mittwoch) an im Stadtbezirke Petroleum nicht mehr abgegeben und vom 1. September an nur noch gegen Marken zur Abgabe ge­ langen. Tie vom Bezirksamts ausgegebenen Marken berechtigen zum Einkäufe von Petro­ leum in der Stadt. Tie Ausgabe von Petro­ leum-Marken erfolgt in erster Linie an Min­ derbemittelte, welche sich! Gas- oder elektrische Beleuchtung nicht einrichten lassen können.Tie Ausgabe der Marken erfolgt morgen Donners­ tag, den '31. August y im Rathause gegen Vor­ zeigung der Brotmarken. Es soll proWoche und Haushalt nicht mehr als ein halbes Pfunde Petroleum zugeteilt werden. Gegen die Ab­ gabe eines Monatsquantums an einen Haus­ halt auf einmal besteht keine Erinnerung.Für die Lieferung des durch die Marken ausge­ wiesenen Quantums wird keine Gewähr ge­ geben. In der gestrigen Magistratssitzung ent­ spann sich nach eine Debatte wegen der Stiegenhausbeleuchtung, wobei die Frage aufge­ worfen wurde, ob der nicht bedürftige Haus­ besitzer hierzu Petroleum erhalte. Herr M.-R. Jllinger schloß diese mit der vollkommen riHtigen Bemerkung ab, daß es wichtiger sei, wenn die armen Leute Petroleum erhalten, als wenn die Stiegenhäuser beleuchtet wer­ den. —* Die Nesjselverwertung wird auch hier in die Wegeg eleitet. Als Leiter des Be­ triebes wurde Herr LandwirtschaftslehrerKraus gewonnen. Tie Sammlung der Nesseln wird durch Wehrkraftjungen vorgenommen. Zup Aufbewahrung der gesammelten Nejsseln wurde der Stadel der Vinzentiusaustalt im städt. Holzhofe zur Verfügung gestellt. In der letz­ ten Magistratssitzung bemerkte hierzu Herr M.R. Gerstenecker, daß das Sammeln der Nesseln fein schlechtes Geschäft sei, da für die Stengel 7 Mark per Zentner bezahlt werden und die abgestreiften Blätter und Blüten ein vorzügli­ ches Geflügelfutter seien. ────────── Das König-Ludwig-Kreuz. wurde in Landshut verliehen: 1 dem Oberpostrat Eduard Linsenmair, dom, Oberpostinspektor Wilh. Seidel, den Postver­ waltern Jos. Bgrtl, Karl König, Joh. Leidel, del, den Postsekretären Friedr. Techelmann, Joh. Grau, den Oberschaffnern Joh! Nögel, Lorenz Römer, dem Oberpackmeffter Jos. Beer; der Postassistentin Hedwig Nagler, dem Ober- der Magistrat in seiner letzten Sitzung, diesen ! rangiermeistsr Joh. Wallet, den OberlokomoBetrag abzulehnen. Nun müsse die K. Re- | tivführern Karl Fellerer, dem Zugführer Ehr. Leindl, dem Turmwärter Joh!. Loichiuger, beim! Lokomotivführer Joh. Berger, dem Schaffner Joh. Nickl, d,em Lokomotivheizer Phil. Stumpf, dem WageMwärtergehilfen Joh. Magerl, dem Gehilfen tntt Maschinenhausdieust Peter Wa­ denspanner, dem Gehilfen im Werkstättendienst Jos. Hartmann; dem Oberleutnant MaxiM.: Maier der 9tef. des 16. Jnf.i-Rgts.^ den Feldwebelleutnamten Gg. Mittermeier, Gg. Dietz und. Kvnr. Veh des ErspBatl. des Laudw.Jnf.i-'Rgfs. Nr. 2, dem Stabsveterinär auf Kriegsdauer Jos. Saurer bei der,EÄ--Esk. des 2. Schw. Reiter-Rgts., den Offiziersstellver itretern Vikt. Lukas und Jos. Rotier des Ers.-' Batl. L--JPR. Nr. 2, den Feldwebeln der L, Wilh. Koller und Jos. Nunner des Erf.-Bätl. des L.-JPR. Nr. 2; dem Wachtmeister d. L, Franz Beherl der Ers.-Esk. des 2. Schw. Reff ter-Rgts. dem Vizefeldwebel der Landw. Frz. Wiedemann des Ers.-Batl. des L.-J.-R. Nr,2, ────────── Letzte Posten. Timitriew, der als AbschnittskomMandant an der Nordostfront tätig ist, und bisher den Riga-Abschnitt der russischen Front komman dierte, in die Kriegsresidenz berufen wurde. Es heißt daß der ehemalige Bulgare auserfehen sein soll, in der nächsten Zeit ein wich­ tiges Kommando an der Südfront zu überuehmen. Es wird versichert, daß Timitriew als Heerführer bei einem direkten Feldzug ge­ gen Bulgarien ausersehen fein soll. (Z.) Tie Lage in Griechenland. Ein Telegramm der Zürcher Post ans Lugano besagt: Tie Vertreter der Entente in | Athen haben in der letzten Zeit ihre AuI strengungen verdoppelt. Tie Leitung der ArI mee ist nach wie vor eher deutschfreundlich!. Daher richtet sich! das Bemühen der Ententediplomatie und der Venizelosparter darauf, in der Armee deutschfreundliche Offiziere durch andere zu ersetze«. (g.Jj < [ ! '■ tilt MiMoneNzeichnuug für dse nette • Kriegsanleihe. Wie der Berl. Lok.-Anz. erfährt, haben die Verwaltungsorgane der landwirtschaftlichen Zentraldarlehenskaffe für Teutschland beschlos­ sen, für die. Zentralkasse und für angeschlossene Spar- und Darlehenskreisvereine (Reiffeisenorganrsation) zur 5. Kriegsanleihe vorläufig 60 Millionen Mark zu zeichnen. An den frü­ heren Kriegsanleihen ist die Reiffeisenorgani­ sation insgesamt mit 267 Millionen Mark be­ teiligt. Eine Erklärung des rumänischen Gesandten in Paris. Genf, 30. August. Laut einer Meldung des Pariser Journal erklärte der rumänische Gesandte Lahovarh nachträglich dem Mitar­ beiter dieses Blattes, daß der beabfichtijgte! Uebersall gegen die ungarische Grenze zum Plaue des Bukarester Generalstabs gehört. Des­ halb sei diie Ueberreichung der Kriegserklärung an die össterr.-nng. Regierung bis zum letz­ ten Augenblicke geheimgehalten worden. Ter Gesandte fügte Hinz n,daß die rufsischenTrüppen sich bereits auf rumänischem Boden be­ finden, um den Aufmarsch für weitere Ope­ rationen vorzunehmen. Ter Matin gibt bekannt, daß schon seit Jahresfrist eine rumänische Militärkomwission unter Führung des Abteilungsvorstandes' des Kriegsministerinms, Ruudcauo, in Paris für die Versorgung der rumänischen Armee mit Kriegsmaierial, namentlich mit Flugzeugen lä­ stig war. Dieses Material wurde von den französischen und englischen Fabriken über Ar­ changelsk nach! «Petersburg versandt.und von dort Weiher befördert. (Z.) Tie rumänische Schieinheil igkcit. Wie die Wiener Allg. Ztg. erfährt, brachte der rumä nische Militärattajchee die Note, welche die KriegserWrung enthielt, vou'Bukarest nach Wien. Won vertrauenswürdiger Seite wind erzählt, daß der Militärattachee nach! seiner Rückkehr aus Bukarest, als er schon die Kriegs­ erklärung in der Tasche hatte, verschiedenen Personen erzählte, die Lage in Rumänien sei noch nicht geklärt und es Jet ebenso möglich, daß Rumänien auf die Seite der Entente wie der Zentralmächte treten werde. Welche Even­ tualität er vorziehe, brauche er wohl bei fei­ nen bekarnnten Gesinnungen uicht zu erwäh­ nen. (Z.) Rmsijsche Truppen in Rumänien. Lugano, 30. Aug. Tie Tribuna berich­ tet aus Bukarest unter dem 27. nachts: Bedeu­ tende ruffische Truppenmaffen befinden sich! bereits seit gestern auf rumänischem Boden und marschieren gegen Bulgarien. Tie ru­ mänische Bevölkerung hat (sie mit brüderlicher und warmer Herzlichkeit empfangen. (Z.) T!er Renegat Timitriew lampst gegen sein Paterland. Bon der russischen Grenze, 30. Aug. Ter "Armeebote" teilt mit, daß General Radko ────────── Literarisches. An Bord. Kriegserlebnisse bei der schwimmenden' und fliegenden Wehrmacht Deutschlands. Von Anton Fendrich. Preis geheftet Mk. 1,60. (Stuttgart, Franckh'sche Verlagshandlung.) Vom Heldentum unsrer Marmesoldaten erzählt Anton Fendring, der bekannte Kriegsschriftsteller, dessen Büchlein:' dem Auto an der Front" so berechtigtes Ansehen erregt hat. Das ganze Bändchen ist ein Heldenlied von. den Taten und dem Schaffen unsrer Marine. Druck u. Verlag I. F. Rietsch, Landshut. Ber