Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-08-09. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 214, 1916-08-09. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 69 Nummer 214 9. August 1916 ────────── Die italienische Offensive dauert an. ────────── Feindliche Angriffe an der Somme und im Maasgebiet abgeschlagen. — Erweiterung unserer Vorteile in den Karpathen. — Türkische Erfolge in Persien und im Kaukasus — Eine Schlappe der Engländer am Suezkanal. ────────── Im Westen setzte der Feind seine Teilan­ griffe nördlich der Somme fort, die nie ist so­ fort abgewiesen wurden und nur an einzelnen Stellen zu Nahkämpfen führten. Südlich der Somme kam! es nur zu Handgranatenkämpfen. Im Maasgebiet wird bei dem Werke THiaumont weitergerungen. •' Im Osten wurden russische Angriffe im Serwetschabschnitte, am Stochod abgewiesen. Westlich von Luck sind neue Kämpfe im Gange!. Bei Zalocze, wo unsere Truppen der ruffi­ schen Uebermacht ausweichen mußten, wurden die Russen geischlagen und über 700 von ihnen gefangen. An der Linie Tlumacz—Ohtynia mußten die Unsern dem ruffffchen Drucke aus» weichen ,in den Karpathen dagegen geht es unentwegt vorwärts. Hier wurden neue Hö­ hen gewonnen und nahezu 1000 Russen ge­ fangen. An der italienischen Front dauern die schweren Kämpfe litt Görzischen weiter an. Es wird dort erbittert gerungen und weit überlegene italienische Angriffe wurden von den österr-sung. Verteidigern abgeschlagen/ Trotzdem mußten die Verteidiger des vorgescho­ benen Brückenkopfes von Görz hinter den Zsonzo zurückgenommen werden, um unnötige Verluste zu vermeiden. Ueber 3000 Italiener blieben an der Jsonzofront in den Händen der österr.chrng. Verteidiget. Tie Türken haben in Persien die Russen bis 60 Kilometer hinter Kermanschah zurückge­ worfen. An der.Kaukasusfront schreiten die türkischen Erfolge am rechten Flügel weiter vorwärts, während es im Zentrum gelang, den russischen Ansturm zu brechen. Von 'der iLghptischen Front liegt nun-l mehr die türkische Meldung vor. Es waren türkische Erkundungsabteilungen, welche gegen Roumani am Suezkanal vorfühlten mfb sich dann wieder auf die Hauptmacht zurückzogen. Hieraus machten die Engländer einen eng-! lischen Sieg. Tie Freude dauerte aber nicht lange, denn, wie der türkische Bericht nun meldet, versuchten die Engländer dann, die türkische Hauptmacht bei Katia anzugreifen, wurden aber hierbei von den Türken mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Diesen Teil der Episode hat Reuter bis jetzt geschämig verschwiegen. . , ────────── Bericht des deutschen Hauptquartiers. WTB. Berlin, den 8. August. Mittags. (Großes Hauptquartier.) Westlicher Mpschp-lp. Südlich des Kanals von La Bassee bis in die Gegend von Loos Herrschte lebhafte Feuertätigkeit. Zwischen Dhiepval und der Somme, be­ sonders bei Pozieres, bei 'Bazentin le Petit und südlich von Maurepas setzte der Feind seine heftigen Angriffe fort. Sie führten an einzelnen Stellen zu erbitterten Nahkämpfen, die im wesentlichen zu unseren Gunsten ent­ schieden sind. Nur an einzelnen Stellen, so bei Pozieres und östlich von Hemm wird noch gekämpft. Südlich der Somme wurden Vorstöße fran­ zösischer Handgranatenabteilungen bei Eftrees und Soyecourt abgewiesen. "Im Maasgebiet war der Artillerrekampf beiderseits des Flusses sehr ffebheft. Nordwestlich, westlich und südwestlich des früheren Werkes Thiaumonr 'brachen 'feind­ liche Angriffe in unserem Feuer zusammen. Weiter südlich wurden Angrifssabsichten im Keime erstickt. Mehrere Hundert Gefangene sind eingebracht. Ein englisches Flugzeug fiel südöstlich von Cambrey in unsere Hand. Seitlicher SriipfWB Front des Gcneralfcldmarschalls b. Hindenburg. Im Serethabschnitt und südliche davon wurde die Feuertätigkeit gestern lebhafter. . Feindliche Einzelangriffe wurden abge­ schlagen. Wiederholte Bemühungen der Russen bei Zarecze am Stochod Boden zu gewinnen, blie­ ben erfolglos. Ter Feind erlitt schwere Ver­ luste. Westlich von Luck sind seit heute früh Nähkämpfe im Gange. Nordwestlich von Zalocze sind feindliche Angriffe gescheitert. Südlich von Zalocze wurde im Verein mit Truppen der Armee des Generals Grafen von Bothmer dem russischen Vordringen durch! Gegenangriff Halt geboten. Hier sind 9 Offiziere, über 700 Mann gefangen genommen und 5 Maschinengewehre erbeutetFront des Feldmarschalleutnants Erz­ herzog Karl. Südlich des Dnjestr sind starke russische Kräfte gegen die Linie Tlumacz—Otthnia zum Angriff vorgegangen. Tie verbündeten Trup­ pen haben vorbereitete rückwärtige Stellungen bezogen. " ; In den Karpathen sind beiderseits des Bialy-Czeremosztales die errungenen Vor­ teile erweitert worden. valkankrtegsschaupla-. Abgesehen von Vorpostengefechten in der Gegend von Ljumica, westlich des Wardar, keine Ereignisse. Oberste Heeresleitung. ────────── über 700 Russen gefangen, 5 Maschinengewehre erbeutet. Heeresfront -es Gencralseldmarschalls v. Hin-enburg. Bei Zaloeze verlies bet gestrige Tag ver­ hältnismäßig ruhig. Südwestlich von Tore-. gijtt in Wolhynien schlug die Armee des Ge­ neralobersten Tersztyanszky heute früh.eine Reihe heftiger russischer Vorstöße zurück; der Feind wurde teilweise im (Gegenangriff gewor­ fen. Tie Truppen des Generals Fath ver­ eitelten südlich von Stobychwa mehrere rus­ sische Uebergangsvev,suche. Italienisch«« Kriegsschauplatz. Tie erbitterten Kümpfe int Görzischen dau­ ern mit unverminderter Heftigkeit fort. Tie ant Kürzer Brückenkopf westlich des Jsonzo sümpfenden Truppen schlugen seit dem 6. August nachmittags zühlreiche, weit überlegene feindliche Angriffe blutig ab. Hierbei wurden 2932 Italiener, darunter 72 Offiziere gefangen. Um die tap­ fere Besatzung des Brückenkopfes, gegen die sich immer neue wütende Angriffe der Ita­ liener richten, vor großen Verlusten zu bewahren, wurde sie heute auf das östlicheJsonzo-Ufer zurückgenommen. Auf der Hochfläche von Tvberdo scheiterten ant Monte San Michele und bei San Mar-' itino alle feindlichen Angriffe unter den schwersten Verlusten des Gegners. Ebenso brachen weiter südlich! starke italienische An­ griffe in unserem Feuer völlig zusammen. Alle Stellungen sind hier int Besitze unserer Truppen. An der Kärntner und Tiroler Front stel­ lenweise lebhafte Artillerietätigkeit. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse. ?:et stellvertretende Chef des Generalstabes. v. H o e f e t, Feldmarsch alleutnant. * Ereignisse zur See. Ein Seeflugzeuggeschwäder hüt in der Nacht vom 7. auf den 8. August die feindlichen Batteriestellungen an der Jsonzomündung, die feindliche Seeflugstation Gorgo mit schwer­ sten ,mittleren und Brandbomben ausgiebig und erfolgreich belegt. Tie Seeflugzeuge wur­ den heftig beschossen, kehrten jedoch unver­ sehrt zurück. Flottenkommando. ────────── Ter Friedenssonntag in Schweden. Stockholm, 8. Aug. Zur Feier des Friedenssonntags wurden in Schweden zahl­ reiche Versammlungen abgehalten. JnStockholm fand ein Demonstrationszug der Arbei­ ter statt, der 12 000 Teilnehmer zählte. In einer Resolution, die auf den Versammlungen zur Annahme gelangte, wurde die Notwen­ digkeit eines baldigen, dauernden Friedens be­ tont, der den Völkern freie Entwicklung si­ chert und eine Rechtsordnung herbeiführt, die Waffenrüstungen unnötig macht. Tie schweb dische Regierung wird aufgefordert, an bet 1 Einberufung einer Konferenz aller Neutra­ len mitzuarbeiten, die in dem geeigneten Augenblick den Frieden vermitteln werden und einen Weltkongreß zur Gründung einesStaatenshstems auf den Prinzipien des Rechts statt der Macht vorbereiten sollen. (Z.) Steigenpe norwegische Erbitterung gegen England. Seitdem die englische Regierung durch ihre letzten Maßnahmen gegen die norwegische Ein­ fuhr von Lebensmitteln und durch ihr Auf­ treten gegenüber der Verwertung des norwegi­ schen Fischfanges ihre Absicht, Norwegen zu "portngalisieren", deutlich an den Tag ge­ legt hat, ist hier, wo bisher ausgesprochene Sympathien für den "großen britischenFrennd" weite Kreise der Bevölkerung beherrschten, ein scharfer Stimmungsum'schwung zuungunsten des falschen Albions im Begriffe sich zu vollzie­ hen. Tas angesehene Christianiaer Oerebladet äußert sich u. a. wie folgt: England hat jetzt jegliche norwegische Einfuhr von Ge­ treide und Kolonialwaren unterbunden. Tie Nachricht von diesem Schritt wird überall in Norwegen mit Erstaunen und Verstimmung empfangen. Man glaubte bisher hierzulande, daß man in England einen Freund besitze, der uns gestatten würde, unseren Handel zu trei­ ben, soweit es die jetoetilgen Verhältnisse mög­ lich machen — zum Mindesten meinten wir, daß das mächtige England, das sich mit Vorliebe den "Beschützer der kleinen Nationen" nennt, nichts unternehmen würde, was dazu beitra­ gen könnte, die norwegische Bevölkerung bis an den Rand der Hungersnot zu bringen. Jetzt sieht es aber tatsächliche so aus, als wollte die englische Regierung uns unser tägltchBrot versagen. Welchen Einfluß dies auf die Sym­ pathien des norwegischen Volkes üben wird, ist ohne weiteres klar." Amerika und die Hinrichtung Casements. Die gesamte englische Presse kann sich, 1 nicht verhehlen, daß die Hinrichtung Sir Ro­ ger Casements einen sehr schlechten Eindruck in Amerika hervorgerufen hat. Es scheint, daß als einziges Blatt die Newhork Tribune ein versöhnendes Wort zu sagen hatte, das denn auch von -den meisten englischen Blat­ tern nachgedruckt wird. Tiefe muß irtbeffen gleichzeitig eingestehen, daß die übrige ame­ rikanische Presse anders urteilt. So zum Bei­ spiel ist das bedeutende amerikanische Blatt "Newyork Ameriean" mit Trauerrand erschie­ nen. (Z.) Amerika und die Sicherung -es PanamaKanals. Kopenhagen, 7. Aug. Ter Vereinig­ ten Stowten haben mit der Regierung der Re­ publik Ecuador Verhandlungen zwecks An­ kauf der Galapagos-Jnseln eingeleitet. Tie Inseln liegen 950 Kilometer von der Mündung des Panamakanals im Stillen Ozean. Tie Verhandlungen sind jedoch gescheitert, da die Regierung von Ecuador es ablehnte, die In­ seln zu verkaufen. (Z.) Aus Nicderliiudisch-Jndien. Tas holländische Kolonial-Ministerium wurde benachrichtigt, daß sich in Batavia ein Ausschuß bildete, der sich! zlur Aufgabe ^setzt, für eine wirksame Verteidigung von Niederländischl-^Jndien einzutreten. Man will zu diesem Zwecke ant 31. August 'in Batavia eine Volkskundgebung veranstalten und im Herbst eine Abordnung nach Holland entsenden, um mit maßgebenden Stellen über die Einführung einer Miliz und andere wichtige Interessen Niederländtsch-Jndiens zu verhan­ deln. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Tie Kämpfe im Westen. Iw einer Pariser Meldung des Lyoner Nouvel ist wird zugestanden, daß entegegen dem amtlich,en französischen Berichte die Teutschen nicht nur das an der Straßenkreuzung Bras— Vanx—Fleurh—Thianmont gelegene Haupt­ werk halten, sondern auch die zwei außer­ halb dieses Werkes gelegenen Schanzen sowie die starken Befestigungen längs der Straße Bras—Vaux. (Z.) Perdu« bleibt der Brennpunkt. Berlin, 8, August. "Taily Ehronicle" berichtet: Es find neuerdings Anzeichen dafür wahrzunehmen, baß die Verbündeten den Kämpfen bei Verdun keine geringere Beden-, tung beimessen als der Offensive an bet Som­ me, ja, baß einige annehmen, daß die Haupt? traft der Verbündeten bald an einer anderen Stelle als an der Somme eingesetzt > werden müsse. Tiefe Auffassung findet man sowohl in politischen wie in militärischen Kreisen. In einer Hävasmeldung vom vorigen Samstag heißt es z. B.: Obschon die Tätigkeit der beut», scheu Artillerie bei Verdun an einzelnen Stell», len etwas geringer geworden ist, scheint die Schlacht bei Verdun doch mehr und .mehr der Brennpunkt der ganzen Kriegslage zu roetfe den. Tatsache ist, fährt das englische Blatt fort, daß die Offensive an der Somme den Truck der Deutschen auf Verdun nicht ^gerin­ ger gemacht hüt. Tatsaiche ist ferner, Haß die Deutschen an einer Stelle nur ungefähr 5 Kilometer, wenn auch durch Waldabwehr­ anlagen getrennt, von dem Kernpunkt der Festung entfernt sind. Tatsache ist schließlich auch ,daß, wenn Verdun fällt, das letzte BoWwerk der französischen Verteidigungtzlinie vor Paris verschwunden fein wird. Verdun ist für Frankreich mehr a*§ eine 'Festung, es ist ein Symbol, ein Amulett. Ter Fall Verduns würde nicht nur militärische, sondern auch große politische und moralische Folgen nach sich ziehen. .Es wird sich deshalb bald darum handeln, die Gefahr, die Verdun droht, durch Aufbietung aller Kräfte zu beseitigen. "(Z.) Pcronne in Flamme«. Berlin, 8. Aug. In einem Bericht von der Westfront heißt es u. a.: An der Somme sind die 'Gegner zwar räumlich nicht weiter gekommen, aber sie haben Peronne in Brand geschossen. Seit gestern steht die alte Stadt, die sich zum Teil auf den Grundfesten rö­ mischer Kastellbanten erhebt, in hellen Flam­ men. Schon vor Tagen war das sehr wert-,' volle Museum samt fetneml Inhalt durch ein­ schlagende Granaten zerstört, die schon aus dem Ansang des 16. Jahrhunderts stammende Kirche St. Jean und das alte Stadthiaus schwer beschädigt worden. (Z.) Tier belgische König in Lebensgefahr. Tie "Nene Zürcher Zeitung" meldet aus dem Haag: Ter Ahjntant des Königs der Bel­ gier, Major Tavrenx, der sich an bet; Seite des Königs Albert befand, wurde durch eine Granate getroffen und auf der Stelle getötet. ────────── stören konnten. Sobald die Russen zum An­ griff übergehen, treten überall Maschinengemehre in Tätigkeit, aber von den feindlichen Sch,ätzen ist keine Spur zu sehen. Tie Stürmenden werden mit einettt 1 Hagel von Kugeln überschüttet, und kommen sie trgtzdeM in die erste Verteidigungslinie, so ziehen sich die Deutschen mit der Gewandtheit von Ei­ dechsen in die zweite Linie zurück. Die deut­ sche Artillerie nimmt dann sogleich die von den Russen besetzten Gräben unter Feuer und zergr vaver eine cruyerorvenklrch größe Zretfttyerheir. ttnter orchen schwrerrgen VerWirnissen müssen die russischen Soldaten kämpfen, und es liegt auf der Hand, daß sie sehr schwere Verluste erleiden. Die Russen käm­ pfen nicht nur gegen Menschen, sondern auch gegen Maschinen, die mit einer unheimlichen Genauigkeit arbeiten und den Fortgang der Offensive gewaltig erschweren. Angesägter russischer Admiral. Vice-Admiral Koltschk wurde an Stelle des zurücktretenden Admirals Eberhardt zum Kommandanten der Schwarzenpileerslotte er­ nannt. (Z.) Petersburger Meldungen zufolge, die in Kopenhagen eingetroffen sind, ist Admiral Eberhardt durch kaiserlichen Ukas entlassen worden. (Z.) ────────── ist zu konstatieren. Tie ^Bevölkerung weicht den Soldaten nicht aus, sie wickelt ihre Ge­ schäfte mit ihnen ab und die jungen Mädchen sind den Reizen der Uniform gegenüber kei­ neswegs blind. Man muß hier allerdings be­ merken, datz ein großer Teil der österreichischungarischen Soldaten aus Kroaten besteht, die dieselbe Sprache sprechen wie die Bevölker­ ung. 4 Tie Militärverwaltung hat viel getan, um die Wohlfahrt der Bewohner von Bel­ grad zu heben. Für die Arbeitsuchenden hat sie Plazierungsbureaus eingerichtet, die die Wiederaufnahme der Arbeit erleichtern, und sie. beschäftigt selber eine große Anzahl männ­ licher und weiblicher Handwerker für die öf­ fentlichen Arbeiten. . . . Sie beschäftigt sich auch eingehend mit der Armenfrage und ver­ teilt außer Kleidungsstücken Tag für Tag 14 000 Mundportionen an die Bedürftigen. Vor dem Sturz der serbischen Regierung zählte Belgrad mit seinen Vororten ungefähr 120 000 Bewohner. Im Oktober 1915 war diese Zahl auf 40 000 gefallen, während sie jetzt wieder auf 80 000 gestiegen ist. Und diese Zahl ist noch im Wachsen begriffen, denn Tag für Tag treffen serbische Ausgewanderte in Bel­ grad ein. (m.) , Machtbefugnis der alten serbischen Regierung übernommen, anerkennt aber ito einzelnen alle früheren serbischen Beamten, denen sie 50 Prozent ihrer Besoldung zahlt, falls sie sie nicht beschäftigt. Desgleichen zahlt sie Pen­ sionen an serbische Beamte oder deren Witwen und läßt sogar den Frauen und Kindern von serbischen Soldaten, die noch! der nationalen Armee angehören, die reglementarischen Pen­ sionen zukommen, selbst wenn sie gegen Oester­ reich kämpfen. Einer großen Zahl von Serben, Zivilisten und Militärs, die in Oesterreich in­ terniert waren, hat sie erlaubt, in die Heimat Zurückzukehren. Mit einem Wort, sie tut alles, um das normale Leben in Serbien wieder herzustellen. .... Tie Stadt Belgrad, die von den Oesters-' reichern und Ungarn und den Teutschen nach heroischem Widerstand der Serben erstürmt worden .war, ist von der feindlichen Artillerie arg mitgenomlnten worden. . . . Tie öfter* reichisch-ungarische M ilitärverwaltung hat sich, sobald die militärischen Operationen beendigt waren, daran gemacht, die Schäden des Krieges wieder auszubessern. Tie Straßen wurden vom Schutt gereinigt, die zahlreichen durch Granaten gerissenen Löcher ausgefüllt, die steinernen und hölzernen Böden wieder her­ gestellt, bie_ aufgerissenen Kanalisationen und Leitungen für Trinkwasser wieder 'instand ge­ setzt; das Kraftwerk für die elektrische Be­ leuchtung funktioniert wieder und die Stadt ist strahlend hell erleuchtet, die Trams haben ihre fahrplanmäßigen Fahrten wieder aufge­ nommen, Mit einem Wort, die öffentlichen Einrichtungen sind wieder in Betrieb gesetzt und der Verkehr funktioniert tadellos. Tie Stadt ist von einer erstaunlichen Sauberkeit. Tas Handelsleben W nach einem vollstän­ digen Stillstand wieder in Gang gekommen. An Handwerker und Handelsleute aller Art, die ihre Arbeit wieder aufgenommen haben, sind 6000 Arbeitslizenzen vergeben worden. Tie Kaufläden sind zum größten Teil geöff­ net, desgleichen die Hotels und Cafes. Alle Bedarfsartikel sind in Belgrad wieder zu haben, wennschon Luxusgegenstäude natür­ licherweise teuer sind. Für die nötigsten Ge­ genstände aber sind mäßige Preise festgesetzt worden. Nach und nach nimmt die Zivilbe­ völkerung ihr gewohntes Leben wieder auf und beginnt wieder zu arbeiten. Wenn man an den Abenden und Sonntagen die schönen Toi­ letten der Tarnen auf den Straßen und Pro­ menaden sieht, denkt man kaum mehr an die schreckliche Krise, aber man wird wieder daran erinnert durch die große Zahl von -Trauer tragenden Personen, die man in diesem Lande sieht, das in nicht ganz vier Jahren die schrecklichen Heimsuchungen verschiedener Krie­ ge erlitten hat. Ter Verkehr zwischen der Zivilbevölkerung und den Okkupationstrup­ pen ist korrekt, kein Zeichen von Gereiztheist ────────── Preis. Er brauchte ihr schließlich nur sein wahres Ermpfinden über Hans Rathenow zu sagen. "Wie das so kommt, Anne-Rose, man nennt sich als Student mit vielen Menschen Freund, Me es nicht sind. M't Herrn von Rathenow hatte ich eigentlich weiter nichts Gemeinsannes, als daß wir bei derselben Wirtin wohnten. Bei einer Kneiperei hatten wir bann: Schmollis getrunken, ohne uns innerlich näher zu kommen. Ich' glaube sticht, daß daraus eine Freundschaft geworden wäre, die auch für ernste Stunden Ausreichte, selbst wenn uns das Leben nicht auseinander gejüh-rt hätte. Wir sind zu verschiedene Charaktere, und in der Freundschaft gibt es meiner An­ sicht nach nichts, was mit der Anziehungskraft ungleicher Pole zu dergleichen ist. Ich habe bisher nicht erprobt, wie weit er mir freund-, schaftltch gesinnt ist und werde es auch nicht erproben. Und ich selbst empfinde nicht viel für ihn — jedenfalls keine Freundschaft, wie ich sie auffasse. Wir Verkehren im Grunde nur rein formell miteinander, mit einem 1 klei­ nen Einschlag von Biertischgemütlichkeit. Eo, das ist meine erschöpfende Antwort auf Ihre Frage. Ich bin ausführlich geworden, weil Herr von Rathenow als früherer Unterge­ bener Ihres 'Paters wohl ziemlich viel bei es nicht die eichte, rechte Liebe gewesen war, die sie für ihn empfunden hatte, und eine tiefe Empörung, daß er es gewagt hatte, sie so namenlos zu demütigen. Wieder mußte sie denken, svenn er das alles wüßte, wenn er wüßte, daß ich ihn geküßt habe. Sie meinte, vor Scham Müßte sie 'in die Erde sinken, wenn er es je erführe. Es kam plötzlich eine heiße, unsinnige Angst über sie, daß Hans von Rathenow den Freund, vielleicht gar in einer leichtfertigen Art, dgrüber spre­ chen könnte. Junge Leute sind untereinander oft indiskret und ungeniert. Das wußte 'sie. Es ist zwar in solchen Fällen Kavalierpflicht zu schweigen. Aber hatte sich! der Assessor bisher ihr gegenüber nicht reicht wenig kavaliermäßig benommen? War es nicht mög­ lich, wenn er mit Lothar intim befreundet war, er sprach diesem von dem "übermütigen kleinen Flirt", wie eres bezeichnet hatte? Sie wurde vor Angst und Unruhe ganz bleich und stieß in großer Hast hervor: "Sie sind wohl sehr intim mit Herrn von Rathenow befreundet, Vetter?" Ihm war es wieder, als könne er in ihrer Seele lesen. Er erkannte ihre Unruhe, als hätte sie ihr Namen gegeben. «Und er fühlte, daß er sie beruhigen mußte, um jeden Ihnen verkehrt Hat und weil ich mich: nicht unter der falschen Flagge eines Freundes von ihm bei Ihnen einführen will. Ich möchte mir Ihre Freundschaft ganz allein verdienen, Anne-Rose." Es schien ihm, als ob sie aufatmete. "Tas werden Sie auch sicher tun, Vetter," sagte sie mit einem erlösten Lächeln. Armes Ding, wenn.sie ahnte, daß/Rathe­ now mir so leichtsinnig ihre Gefühle für ihn ausgeplaudert hat, dachte er m7Ueidig. Und es kam eine stille Wut über ihn, daß Haus Rathenow so indiskret und selbstgefällig das Geheimnis dieses Mädchenherzens preis­ gegeben hatte, zumal er sich doch in kühler Berechnung mit einer anderen verlobt hatte. Anne-Rose strich sich über die Stirn und sagte leise: "Ich glaube auch, paß Sie und Herr von Rathenow sehr verschiedene Charaktere Find." Lothar nickte energisch. "Ja, Gort sei.Dank! Tas heißt, ich meine,, es muß doch nun mal verschiedene Menschen geben," versuchte er feinen "impulsiven Aus­ ruf abzuschwächen. . ; ,, ; (Fortsetzung folgt.) ; | , j ────────── befindliche Gebäude mit Bomben. — Feind­ liche Reiterei, die am 22. Juli im Tefilee Aboudjera östlich von Suez angriff, wurde nach achtstündigem Kampfe zurückgeschlagen.Ge­ wehre und Bajonette wurden erbeutet. ────────── Lord Wimborne Vizekönig von Irland. London, 8. August. Tie "Timesschreiben zur Ernennung Kord Wimborstes zum Lordleutnant von Irland, daß sie nach der seinerzeitigen Erklärung Ilsquiths über die ZwecklofiAkeit des Amtes nur bedeuten kann, daß .eine entsprechende Aenderung in der Politik eingetreten ist. Man will wahr-, schernlich! bett Nationalisten dadurch entgegen­ kommen, indem trnfctn ein, wenn guch nur deW Namen nach, liberales Element in die Re­ gierung des Dubliner .Schlosses bringt. (Z.) Der Krieg mit England. ────────── ZcPPclirijangriffe auf FischÄamptzer. Aus Amsterdam wird der "Voss. Ztg." ge­ meldet: Während der Ueberfahrt nach Eng­ land in der Montagnacht griffen verschiedene Zeppeline auch einige Fischdampfer aus Grimsbh an, nämlich die "Adelaide" und die "Lhric". Ter Kapitän des ersten Dampfers berichtete dem "Daily Telegraph": Es war ungefähr 8 Uhr abends^ als wir bei ruhigem Wetter fischten. Plötzlich! erschienen vier Zep­ peline. Einer von ihnen drehte bei, hart auf uns zu und ging so tief herunter, daß! ich seine Nummer sehen konnte. Es war Nstmlh mer eins. Wir sahen die Mannschaften des Luftschiffes, als es nur wenige Meter von uns entfernt war. Sie warfen eine Bombe ab, die in der Nähe des Schiffes explodierte. Wir kappten sofort die Netztaue und flüchteten im Der Krieg zur See. Zickzackkurs. Die "Lhric" entkam dem Zeppe­ lin in ähnlicher Weise. Brennende Tampfer in der Nordsee. Tie "Neue Zürcher Zeitung" meldet q-zus Ehristiania: Hier eingelaufene Tampfer be­ richten, daß der ganze südöstliche Teil ,der Nordsee von brennenden Tampfern gefüllt sei. Ein Dampfer'bemerkte auf der Reise von Eng^ land nach Norwegen nicht weniger als vier-« zehn mit Holz beladene in Brand gesteckte Segelschiffe oder Tampfer. Versenkt. Reuter meldet: Der norwegische Dam­ pfer "Spiral" (1378 Bruttotonnen) wurde tor­ pediert. Angehalten. National Tidende meldet aus Christiania: Gestern nachts wurde vor Arendal ein norme? wegisches Schiff aus Christiania von einem deutschen Unterseeboot angehalten. Ta gleich«zeittg ein englischer Tampfer auftauchte, gab das Unterseeboot das norwegische Schiff frei und brachte den englischen Dampfer auf und fuhr mit ihm südwärts davon. Angeschwemmte Minen. . Haag, 8. Aug. Im Juli wurden an dex niederländischen Küste 68 Minen ange» spült. Davon waren 39 englischer, eine fran­ zösischer, 7 deutscher und 21 unbekannterNa-l tionalität. Bisher wurden 656 englische, 62 französische, 219 deutsche und 180 Minen un­ bekannten Ursprungs angespült. ────────── ren. Der Lroße Saal des Museums enthielneben einem bekannten Werke des Salvator Rosa eine bedeutende Sammlung von italieni­ schen und flämischen Bildern und bemerkens-> werte Jugendwerke. französischer Meister des 19. Atlhrhunderts. Bier oder fünf schwere Volltreffer haben diese Galerie völlig ver­ nichtet. Nur noch« zerschlissene und versengte Fetzen hängen an den Wänden. Tie einzigar­ tige Sammlung der gallischen Münzen, welche eine lückenlose Geographie Frankreichs zurZeit der Eroberung durch Cäsar darstellte, die Fay­ encen Dstfrastkreichs, die prachtvollen Edel­ metallfunde und Halbedelsteinarbeiten der ger­ manischen Völkerwanderungszeit, dies und die übrigen wohlgeordneten Abteilungen des Mu­ seums bilden nur noch einen unkenntlichen Schutthaufen. Unterdessen kracht Einschlag aus Einschlag aus den französHchen Batterien in die noch stelhenden Häuser, um der alten Stadt an der Somme den Rest zu geben, die einstmals •ben stolzen Namen führte: "Tie Uneinnehm­ bare". ,(Kb.> W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Kriegsbriefe aus dem Westen. Berlin, den 8. August 1916. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Me Zerstörung von Peromne. Telegramm unsres Kriegsberichterstatters. _@r. Hauptquartier, am 7. August. Seit gestern steht Peronne, in Brand ge­ setzt von den Granaten der französischen Ar­ tillerie, in hellen Flammen. Ganze Viertel sind der sicheren Vernichtung preisgegebeu. Ob die Kathedrale des Hl. Johannes, ein aus fünf gleichmäßigen Querschiffen im reichen Flambohantstil gefügter Bau, ob die beiden einzigartigen geschnitzten Holzhäuser vom Uebergang des 15. zum 16. Jahrhundert die Einäscherung überdauern werden, muß zweifel-f haft erscheinen, da es nicht die Ausgabe der kämpfenden Truppe ist, den Franzosen die von ihnen selbst in Brand geschossenen Denkmä­ ler Zu retten. Als gänzlich verloren muß leider schon jetzt die Bibliothek und dasMuseum betrachtet werden, welche beide im Obestge^ schoß des alten Stadthauses untergebracht wa­ ────────── Erklärung einstimmig angenopchlen und u. a. dem Mg. Bassermann drahtlich übermittelt: Tie Vertrauensmänner und zahlreiche andere Mitglieder der Nationalliberalen Organisation des Wählvereins Osnabrück gaben nach An-/ hörung einetz "Vortrages des Generalsekretärs Tr. Hugo der steten Ueberzeugung Ausdruck, daß Deutschland in dem ihm duvchj Englands Schuld aufgezwungenen Weltkrieg nur dann einen Frieden erxingen kann, der die unsagbar großen Opfer an Gut und Blut durch die Si-> cherung der militärischen, politischen und Wirt-, schaftlichen Zukunft Deutschlands lohnt, wenn England unter rücksichtslosester Benützung aller verfügbaren Kampfmittel niedergezwun­ gen wird. (Z,) ────────── um ihre Hoffnung betrogen. Also auch dies­ mal werden die Engländer nicht durchbrechen, um uns zu befreien?, fragt man sich. Wann aber wird denn das geschehen? Wird es also in den pritten Kriegswinter hineingehen? Oder . ^ .(? Oder wird man das Nutzlose des Widerstandes einsehen und den Teutschen die Hand zum Frieden bieten? Wie ein banger Truck lastet es auf dem Volke. : . . (Z.) Weltkrieg und Verbrechertum. Regier­ ungsrat Dr. Lindenau vom Polizeipräsidium Berlin betont in der Teutschen Juristenzeitung vom Standpunkte der kriminalistischen Praxis, es sei unabweislich, daß nach Friedensschluß aus dem Gebiete der internationalen Kriminals Polizei die Fäden wieder aufgenommen wer-' den müssen. Er sagt in dieser B«Aiehung: "Tas Verbrechertum wird weder bei den Vor­ bereitungen und Ausführungen seiner oft weit­ verzweigten Pläne und Unternehmungen noch bei der Flucht und der Verschleppung der Beute Landesgrenzen und Völkerabneigungen beachten. Es würhe im Gegenteil aus den künstlichen Hindernissen, welche die Nationen dem Zusammenwirken ihrer Strafverfolgungs­ behörden bereiten können, seine Vorteile zu ziehen wissen. Tie Polizeibehörden müssen dem internationalen Gaunertum gleichwertige, ineinandergreifende Abwehreinrtzhtungen ent­ gegensetzen, oder sie werden sich zur Ohnmacht verdammt sehen, zum schweren Schaden der Volkssicherheit und Volkswirtschaft." ────────── Allerlei. Wegen» Straßenraubs in vierzig Fällen wurde in Neukölln bei Berlin die 16jäHpige Arbeiterin Luise Levermann aus Mahlsdorf festgenommen, die zurzeit bei Wer Schwe­ ster auf Besuch weilte. Diese Zeit benutzte sie, • um kleinen Kindern auf der Straße aufzu­ lauern und ihnen das Geld, für das sie Ein­ käufe besorgen sollten, wegzunehmen. Auch Lebensmittel nahm sie den Kindern einfach aus der Tasche. ' Tie gefährliche Person gestand vierzig Fälle des Raubes ein. Weil «m«! ihn Wicht zu den Soldaten «ahm Ter 17jä!hr. Gymnasiast Albert Degebrodt in 'Schöneberg bei Berlin wurde in seinem Schlaf­ zimmer erhängt aufgefunden. Er hatte schon mehrmals sich als Fahnenjunker beim Heere gemeldet, war aber iminier wieder abgewiesen worden. ────────── Niederbayerische Nachrichten. ApnPovf, 8. Aug. (Tie Besichtigung der hiesigen Jugendwehr) fand am Sonntag durch Herrn Oberstleutnant Shfsert von Wasserburg statt. Sie nahm einen befriedigenden Verlauf. AvnPorf, 8. Aug. (Tas Ergebnis desOpfertages) erhöhte sich erfreulicherweise dahier auf 660 Mk. 50 Pfg. | Evnjstors, 8. Aug. (Besitzwechsel.) Ter Ottlhvf in Ed ging durch Kauf um 23 000 Mark von Alois Bachmeier in den Besitz des Bauerssöhnes Jos. IZ'porrer von Saleck über. Mitterfels, 8. Aug. (Ertrunken.) Beim Baden in einem Weiher ertrank der 22jähä. Söldnerssohn Janker von Haunslach. TriftcsrN, 9. Aug. (Besitzwechsel.) Tas schöne Oe'konomiegut des Herrn Aug. Kastl in Garham ging durch Kauf an Herrn Pri­ vatier Konst. Kreuzer in Regensburg übeö. Die Vermittlung lag in den Händen des Immobil ; lienbür os Ed. Bachberger in München. \ B«m Trersesselgebiet, 6. Aug. (Wilderer- 5 unwesem.) Seit 14 Tagen abgängig War der Häusler Moser vom nahen Oberschwarzenberg (Oberössterr.), welcher sich mit einem Nachbarn angeblich nach! Böhmen zum Torfsetzen begab. Nun traf beim Ortsvorsteher in Schwartzenberg die Nmchricht ein, daß Moser in wen Fürst Schwar/zenbergschen Waldungen erschössen auf­ gefunden wurde. Genannter und sein Genosse I wurden: von einem sürftl. Rievirjäger beim Wildern betroffen und Moser mußte bei dem Zusammenstoß sein Leben einbüßen, während sein Kiomplize mit einigen Streifschüssen da­ vonkam und duxch die Flucht sich der vor­ läufigen Festnahme entzog. Ter unseligeHang zum Wildern hat nun dem fast 70jährigen Mann das Leben gekostet, während dem andern eine längere Freiheitsstrafe blüht. Fiußterau, 9. Aug. (Ein Hundertjähriger gestorben.) Hier ist 100 Jahre alt der Ein­ wohner Franz Salvator gestorben. ────────── Lokales. Landshut, 9. August. —* Die Verdien st Medaillen des * daher. Jndustriellenveröandes wurden am letz­ ten Sonntag im kleinen Rathaussaal in Ge­ genwart der Chefs der Ausgezeichneten durch Herrn Oberbürgermeister Hofrat Marschall ver­ teilt. Es erhielten: die Goldene Medaille der Kesselschmidmeister TUma bei der Firma F. I.' Sommer, die Silberne Medaille die Fabrik­ arbeiterin Frl. Pracher der Chem. Fabrik vorm. 'H. Scheidemandel, der Vorstand der Versandabteilung der Brotfabrik Bartmann Herr Albrecht, die Wachsbildnerinnen Frls. Lettner und Pröls der Firma Luckner, der Kalkulator der Firma Somwer, Herr Häberlein, der Fuhrmann der Vereinigten Kunst­ mühlen Herr HundhamMer uikd der Maurer der Brauerei Gebrüder; Wittmann Herr Joh. Koller. — s 5Di e Reichsfleischkar'te soll nach einer Meldung der Köln. Ztg. am 2. Oktober in Kraft tzreten und jeweils für die Tauer von vier Tagen gellen. *■ Ein starker Fremdenverkehr ist in den letzten Tagen in den Straßen unserer Sradt zu bemerken, doch handelt es sich wohl in der Hauptsache um Durchgangspassanten, die dem Sehenswürdigkeiten unserer Stadt ei­ nige Stunden widmen. —* Leichenfund. Gestern wurde die Leiche eines neugeborenen Kindes männlichen Geschlechts in der Isar gm Rechen der Bayer". Elektrizitätswerke angeschwemmt, die anschei­ nend kurz vorher ins Wasser geworfen wor­ den worr. 'Tie Kindsmutter konnte noch nicht ermittelt werden. —* Äuf großem Fuß lebten vor einigen Lagen zwei sechzehnjährige Schöne. Sie trieben: sich, fesch gekleidet, in hiesigen Re-: stauramts (yenim, wo sie sogar nach Sekt ge­ lüstete. Ta griff die hl. Hermandad mit rau­ her Harnd ein, zerstörte die jugendlichen Illu­ sionen und stellte fest, daß. das Geld ,das die beiden Dämchen so gerne los 'sein "wollten, nicht «ruf rechtmäßige Weise erworben toar. Zu (Stube war der schöne Traum von Sekt und anderem Schönheiten des Lebens. —* Unsere Schwimmschule hat nun* mehr Hochbetrieb. Tie heißen Tage der letz­ ten Ze:it brachten ihr einen Massenbesuch, der allerdi.ngs nicht an den in Friedenszeiten her­ anreicht, soweit das männliche Geschlecht in Betracht kommt, ijnchnlerh'in aber stich. sehen lässen kamn. Aych das Freibad war in den letzten Tagen, besonders in den Spätnachmittagsstulnden, stets dicht besetzt. —* Die Eru te geht dank dem herrlichen Erntewetter rasch ihrem Ende zu. In son­ nigen Höhenlagen ist zum Teil bereits der Ha« ber eingebracht. Bei weiterem Anhälten dev gegenwärtigen Witterung ist die Ernte bis Mitte nächster Woche überall in unserer Um­ gebung beendet, umsomehr als von den Mi­ litärbehörden reichlich Arbeitskräfte zur Ver­ fügung gestellt wurden. Teilweise sind die Stoppeln bereits wieder gebrochen und mit einer Nachfrucht, meist Weißrüben bestellt. —* Der Bezirkslehrerverein Lands­ hüt hält am nächsten Samstag den 12. August nachmittags 2 Uhr in der Brauerei Reichhardt eine Versammlung ab. ────────── Letzte Posten. 2lie Lage im Westen. Ter Berl. Lok.-Anz. schreibt: An dersel­ ben Stelle, an der sie sich in den letzten Tagen blptige Köpfe geholt hatten, haben auch am 7. August die Engländer und Fran­ zosen ihre Angriffe zwischen Ancre und Som­ me fortgesetzt. Die Hartnäckigkeit, mit der die Engländer auf der Front Thiepval-Somme inWer wieder Vorgehen, bestätigt offen­ bar die Annahme, daß in der Ruhepause, die diesen Käntzifen vorangegangen war, die Sturmtruppen durch frische, noch nicht ermat­ tete abgelöst wurden. Tie Gegend von Pozieres, Bazentin le Petit Maurepas blieb auch diesmal der Brennpunkt des heißen Ringens, welches zum Teil in erbitterten Nahkämpfen in der Hauptsache bereits zu unseren Gunsten entschieden war, als der gestrige Generalstabsbericht abging. (Z.) Hindenburg in Lembprg. Wien, 8. Aug. Generalfeldmarschall von Hindenburg ist am Tonnerstag zu einem kur­ zen Besuche in Lemberg eingetroffen. Zum Empfang am Bahnhöfe waren u. a. auch Ge­ neraloberst Boöhm-iErmolli und der Stadt-! Kommandant von Lejmjberg erschienen. Uw 1 Uhr mittags reiste der Generalfeldmarfchall wieder weiter. (Z.) Tic Italiener in Tripolis. Nach den letzten Berichten römischerBlätter haben die Araber nunmehr auch den letz­ ten Rest tripolitanischen Gebietes erobert. (Z.) ────────── Ein hervorragendes dramatisches Lebensbild in 3 Akte«. In der Hauptrolle: Eine zeitgemäße Komödie 1« 3 Akten. In der Hauptrolle der gelungene ^avt£ bemann. KlnemotMiWschtt Wochenbericht om KrieerschWlatz. ,»« Kronprinz-Lichtspiele Liditspielhaas I. Ranges. Hotel Kronprinz. 0 Spielplan vom 9. bis 11. August Mittwoch, Dovuerstag uud Freitag. ▼ DDD Großes Wildwest Schauspiel tu 3 Akten. Sott m deine Gesetze! Ans dem Leben der Cowboys. Sein Kind aus erster Ehe! ────────── Der Krieg mit Portugal. Ministevrat in Portugal. Eine Lissaboner Meldung des Lyoner Nouvelliste besagt, daß. seit der Rückkunft des portugiesischen Finanzministers Costa und des Minister des Keußern von London, Parts und San Sebastian zahlreiche Sitzungen des Mini­ sterrates stattgefunden haben, ohne bog, aber über deren Ausgang irgend etwas bekannt geworden Wäre. Einer Matin-Depesche zufolge stecht ein Mtnisterwechfel und die Bildung ei­ nes nationalistischen Kabinetts bevor. X8-) *