Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-09-01. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 237, 1916-09-01. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Im Weste» thm es zu keinen größeren Zu­ sammenstöße». Vom Osten werden nur Artillleriekämpfe gemeldet. Nun wixd auch der Judaslvhm bekannt, den die (Entente Rumänien für feine Lossagung von den Mittelmächten versprochen errhielt. Ru­ mänien hat zugesagt erhalten: Abtre:tung eines Teiles von Beßaxabien, in der Gegrend südlich vom Tnjestss und westlich vom Kogrolnick. Die Grenze soll härt an Krischinew vornibergehtzch. Weiter^die Bukowina, das Banat mnd Trans­ sylvanien, sowie eine der kleinen Inseln, die den Dardanellen vorgelagert sind, jgier soll Rumänien das Recht erhalten, einte Kohlen­ station für seine Flotte zu errichten. Weiter ist Rumänien die Aufteilung 'Bulgariens zu­ gesagt worden. Aus dieser Austeilung soll Rumänien ebenfalls namhafte Gebietserwei­ terungen erhalten. Rußland verpflichtet ftcfji, eine größere Truppenmacht Rumänien zur Ver­ fügung zu stellen, um diese zum Angriff auf Bulgarien zu dirigieren. Tie Entente ver­ pflichtet sich!, Rumäniens finanzielle Erforder­ nisse während des Krieges in weitgehendem Maße zu übernehmen. Dieses Abkompien war zum Teil bereits im Juni im Grundriß fest­ gelegt. Ter Getreideverkauf an die Zentral­ mächte setzte Rumänien in die Lage, erstmalig die Finanzverhältnisse des Landes wesentlich aufzubessern und zweitens die arg zusämmentzeschmolzenen! Vorräte Btt Textilwaren und Chemikalien wieder aufzufrischen. Ter erste Judas hat seinen Lohn erhalten und sich dann gehängt. Auch der neue Judas wird seinen Lohn erhalten. Es frägt sich nur, in welcher Form. 1 Tie bulgarische Kriegserklärung an Ru­ mänien ist noch nicht erfolgt, doch soll der rumänische Geschäftsträger in Böfta bereits seine Pässe verlangt haben. Es dürfte da­ her in Bälde der Ausbruch der Feindseligkeiten auch zwischen Bulgarien und Rumänien zu er­ warten sein. 1 • Ae Heeresberichte. 9er deutsche Bericht. WTB. Berlin, 31. August. Mittags. (Großes Hauptquartier.) Westliches Kriegsschauplatz, r Im Frontabschnitt beiderseits von Armentieres entwickelte der Gegner rege Tätigkeit. Seine im Anschluß, an starken Feuerüberfall Der Krieg ist in ein entscheidendes Stadium getreten. Die Anstrengungen der Feinde haben ihr Höchstmaß erreicht. Ihre Zahl ist noch größer geworden. Weniger als je dürfen Deutschlands Kämpfer, draußen wie drinnen, jetzt nachlaffen. Noch müssen alle Kräfte, angespannt bis aufs Äußerste, eingesetzt werden, um unerschüttert festzustehen, wie bisher, so auch im Toben des nahenden Endkampfes. Ungeheuer sind die Ansprüche, die an Deutschland gestellt werden, in jeglicher Hinsicht, aber ihnen muß genügt werden. Wir müsse» Sieger bleiben, schlechthin, Otts jedem Gebiet, mit den Waffen, mit der Technik, mit der Organisation, nicht zu­ letzt auch mit dem Gelde! Darum darf hinter dem gewaltigen Er­ folg der früheren Kriegsanleihen der der fünften nicht zurückbleiben. Mehr als die bisherigen wird sie maßgebend werden für die fernere Dauer des Krieges; auf ein finanzielles Erschlaffen Deutschlands setzt der Feind große Erwartungen. Jedes Zeichen der Erschöpfung bei uns würde seinen Mut beleben, den Krieg verlängern. Zeigen wir ihm unsere unverminderte Stärke und Ent­ schlossenheit, an ihr müssen seine Hoffnungen zuschanden werden. Mit Ränken und Kniffen, mit Rechts­ brüchen und Plackereien führt der Feind den Krieg, Heuchelei und Lüge sind seine Waffen. Mit harten Schlägen antwortet der Deutsche. Die Zeit ist wieder da zu neuer Tat, zu neuem Schlag. Wieder wird ganz Deutsch­ lands Kraft und Wille aufgeboten. Keiner darf fehlen, jeder muß beitragen mit allem, was er hat und geben kann, daß die neue Kriegsanleihe werde, was sie unbedingt werden muß: Für uns eilt glorreicher Sieg, für den Feind ein vernichtender Schlag! ────────── Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. WTB. Berlin, 31. August. Mittags. (Großes Hauptquartier.) Westliches Kriegsschauplatz, r Im Frontabschnitt beiderseits von Armentieres entwickelte der Gegner rege Tätigkeit. Seine im Anschluß, an starken Feuerüberfall vorgehenden Erkundungsabteilungen sind ab­ gewiesen. Bei Roclincourt, nördlich von Arras, machte eine.deutsche Patrouille int englischen Graben eine Anzahl Gefangene. Beiderseits der, Somme Hält sich der Feuer­ kampf auf großer Stärke. Wie nachträglich! gemeldet ist, ging gestern früh südlich von Martinpuich! ein gegen die feindliche Stellung vorspringender Graben verloren. Im Maasgebiet herrschte, abgesehen von kleinen HandgranatenWmpsen bei Fleury, Ruhe. ’ r , Oestlicher Kriegsschauplatz. Westlich von Riga, im .Brückenkopf von Tünaburg, im Stochod-Bogen, südöstlich von Kowel, südwestlich von Luck und in einzelnen Abschnitten der Armee des Generals Grafen von Bothmer fanden lebhafte Artilleriekäm­ pfe statt. In den Karpathen haben wir bei der Erstürmung des Kukul 1 Offizier, 199 Mann gefangen genommen. Feindliche Gegenstöße sind hier abgewie!sen. Bei Durchführung von Angriffen auf militätische Anlagen von Luck und Torczhn schvssen unsere Flieger 3 feindliche Flugzeuge ab. Ein weiteres wurde am 29. August bei Listopady an der Beresina außer Gefecht ge­ setzt. , ■ . f Balkan-Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von Bedeutung. Ter 1. Generalquartiermeisteri: i Ludendorff. ler östen.-W. Bericht. WTB. Wien, den 31. August. Amtlich wird gemeldet: Oestlicher Kriegsschauplatz,. Auf den Höhen östlich von Herkules-Fürdö wurden rumänische Angriffe abgos.chlageu.Die im Czük-Gebirge kämpfenden k. u. k. Trup­ pen bezogen auf den Höhen westlich vonCzükSzyryda neue Stellungen. Sonst an der un­ garischen Front keine wesentliche Aenderung der Lage. An der russischen Front entfaltete bet Gegner an zahlreichen Stellen erhöhte Artil­ lerietätigkeit. . ! Italienischer Kriegsschmchlatz. und ! Südöstlicher Kriegsschauplatz. ' Keine wesentlichen Ereignisse. Der stellvertretende Chef des Generalstabesr v. H o e f e r, Feldrnarschalleutnant. ────────── Der österr.-ung. Bericht. WTB. Wien, den 31. August. Amtlich wird gemeldet: Oestlicher Kriegsschauplatz,. Auf den Höhen östlich von Herkules-Fürdö wurden rumänische Angriffe abgos.chlageu.Die im Czük-Gebirge kämpfenden k. u. k. Trup­ pen bezogen auf den Höhen westlich vonCzükSzyryda neue Stellungen. Sonst an der un­ garischen Front keine wesentliche Aenderung der Lage. An der russischen Front entfaltete bet Gegner an zahlreichen Stellen erhöhte Artil­ lerietätigkeit. . ! Italienischer Kriegsschmchlatz. und ! Südöstlicher Kriegsschauplatz. ' Keine wesentlichen Ereignisse. Der stellvertretende Chef des Generalstabesr v. H o e f e r, Feldrnarschalleutnant. ────────── Der bulgarische Bericht. Sofia, 31. Aug. Keine wesentliche Aenderung an der mazedonischen Front. Un­ sere Truppen haben die befohlenen Stellun­ gen erreicht und "besetzt und befestigen sich! darin. Ter Feind beschränkt sich nach den Niederlagen, die wir ihm beigebracht haben, und nachdem seine Offensive gescheitert ist, darauf auf der ganzen Front wirkungsloses Artilleriefeuer zu unterhalten. . Nur nörd­ lich des Ostrovo-Sees im Tale von Matnitza bemüht sich, de,r Gegner sich« durch vergebliche Gegenangriffe wieder in den Besitz, der ver­ lorenen Stellungen zu setzen und feine unhalt­ bar gewordene Lage zu verbessern. Aber alle seine Versuche wurden zurückgewiesen. JmTaHinos-See versenkten wir durch Artilleriefeuer zwei Tampfboote. Die feindliche Flotte beschost wirkungslos die Mündung des Mesta. Ein Luftgeschwäder griff die Brücke nahe des Bahnhofes Buk an. Schaden wurde nicht an­ gerichtet. Es sind auch, keine Menschenopfer zu beklagen. Irr türkische Bericht. Konstjantinopel, 30. Aug. Das tür­ kische Hauptquartier meldet: Von der Jrakfront und persischen Frlvnt ist nichts Neues zu melden. An der Kaukasusfront wurden auf dem rechten Flügel Gegenangriffe, die der Feind an verschiedenen Abschnitten unternahm, um unser Vorrücken aufzuhalten, mit Ver­ lusten für ihn zurückgeschlagen. Im Zen­ trum werden die Schanzarbeiten des Feindes durch unser Artilleriefeuer gestört und seine Schützengräben vernichtet. Auf dem linken Flügel nur heftiges Jnfanterfefeuergefecht,Ein feindlicher Flieger, der von Jmbros aufstieg, um Seddil-Bah,r zu überfliegen, wurde durch üser Feuer vertrieben. An der Südostküste von Tscheame warf ein feindlicher Monitor etwa 20 Geschoste gegen zwei Punkte, ohne Wirkung zu erzielen. Er zog sich darauf zurück. Von den übrigen Fronten ist nichts Wichtiges zu melden. ────────── Der türkische Bericht. Konstjantinopel, 30. Aug. Das tür­ kische Hauptquartier meldet: Von der Jrakfront und persischen Frlvnt ist nichts Neues zu melden. An der Kaukasusfront wurden auf dem rechten Flügel Gegenangriffe, die der Feind an verschiedenen Abschnitten unternahm, um unser Vorrücken aufzuhalten, mit Ver­ lusten für ihn zurückgeschlagen. Im Zen­ trum werden die Schanzarbeiten des Feindes durch unser Artilleriefeuer gestört und seine Schützengräben vernichtet. Auf dem linken Flügel nur heftiges Jnfanterfefeuergefecht,Ein feindlicher Flieger, der von Jmbros aufstieg, um Seddil-Bah,r zu überfliegen, wurde durch üser Feuer vertrieben. An der Südostküste von Tscheame warf ein feindlicher Monitor etwa 20 Geschoste gegen zwei Punkte, ohne Wirkung zu erzielen. Er zog sich darauf zurück. Von den übrigen Fronten ist nichts Wichtiges zu melden. Lischeä'eiabkmniuau zwischen .Holland und England. Haag, 31. Aug. Wie das Korrespondenz­ bureau erfährt, wurde in der Heringsfrage ein Abkommen erzielt, wonach Mindestens 20 Prozent des Fanges in Holland bleiben. Es dürfen 20 Prozent nach Teutschland gehen, die übrigen 160 Prozent dürfen nach allen Ländern ausgeführt werden, die nicht Feinde, Englands sind. Soweit die Ausfuhr weniger einbringt als den von Deutschland angebotenen Preis wird ein Zuschlag von 30 sh. für 115 Kilogr. bezahlt werden. TieserZuschlag kommt nicht für Heringe in Betracht, die über die für die Niederlande bestimmten 20 Prozent hinaus im Lande bleiben. Tiefes Abkom­ men gilt bis Ende der Fischereisaison, März 1917. Ten Schiffern wird der direkt zuge­ fügte Schaden vollständig vergütet. Tie Durchführung dieser Bestimmungen wird von einer Kommission überwacht. Tie Tätigkeit deir schwedischen Flotte. Stockholm, 31. Aug. Ter oberste schwe­ dische Flottenbesehlshaber hat neue verschärfte Bedingungen übex die Wachttätigkeit der schwe­ dischen Kriegsflotte in den ostschwedischen Ge­ wässern zwischen Lulea und Kalmar ausgear­ beitet, die schon am 1. September in Kraft treten. erer in Passau. ────────── Letzte Posten. bisherigen Erfolge zu zeitigen, und er ver­ langt deshalb, daß am Ende noch Franzosen übrig sind, um die Segnungen des Friedens genießen zu können. c!t deutschen Schiffe tu Italien. Rotterdam, 1. Sept. Zu der Einzieh^ung deutscher Schiffe in Italien wird aus Paris gemeldet, daß die italienische Regierung beschloß, 30 deutsche internierte Schiffe von zusammen 142 000 Tonnen als konfisziert zu erklären. kleinere Zeichnungen un­ entbehrlich, um einen vollen Erfolg zu sicherm. Tieser Erfolg ist aber notwendig, sowohl um uns einem siegreichen Frieden näherzubringen, als auch, um die bestmögliche Ausrüstung und Versorgung unserer Krieger im Felde, die Für­ sorge für >die Kriegsinvaliden, für die An­ gehörigen von Kriegsteilnehmern und für die Hinterbliebenen der Gefallenen zu ermöglichet Kricgsanlcihezcichnung. Ter Magistrat Ansbath hat die Beteiligung der städtischen Sparkasse an der Zeichnung der 5. Kriegsan­ leihe mit einem Betrage von 700 000 Mark einschließlich, der Sparer beschlossen. Ein Obstbaukurs für Obstbaum- und Srraftentoirrtet, Landwirte und sonstige Interessen­ ten findet bei der K. Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau tlt Veitshöchheim statt. Ter erste Teil des Kurses wird vom 11. mit 16. September, der zweite Teil vom 9. bis 28. Oktober abgehalten. Tie Teilnahme an diesem Kurse ist kostenlos. Bedürftige Teil­ nehmer aus dem Regierungsbezirke Unter­ sranken Können Beihilfen bis zum Höchstbe­ trage von 35 Mark erhalten. Gesuche "sind spätestens bis 5. September bei der Direktion der Lehrainstalt in Vorlage zu bringen. Tie Teilnahme an dem Kurse empfiehlt sich be­ sonders auch für Kriegsbeschädigte. Zar Massenspeisung hat Kommerzienrat August Röchling in Ludwigshofen der Stadt­ verwaltung die Summe von 100 000 Mark zur Verfügung gestellt.