Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-09-18. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 254, 1916-09-18. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Tie feindlichen Angriffe an der Somme dauern an. — Gewaltige ruffische Anstürme zusammengebrochen. — Die Verfolgung in der Dobrudscha dauert an. — Deutsche Flieger­ angriffe in der Dobrudscha. — Das neue griechische Kabinett. Wellen vorgetragen wurden, sind unter Ver­ lusten gescheitert, die selbst unsere Heeres­ leitung, die an russische Hinopserung der Men­ schenmassen schon gewohnt ist, mit "ungeheuer'" bezeichnet. Rur an der Narajowza konnte der Feind die Front der Unsern in geringe Tiefe zurückdrücken. ' | In Siebenbürgen fühlen tote Rumänen 1 über die Alt bei Fogaras umd gegen den I Kozelabfch tritt bei Oderseiden vom. 1 Die Schlacht in der Dobr'udsIHa endete | mit der vollständigen Vernichtung des Feindes. | Sechsrumänisch-russisch-jserbsiche Infanterien f Divisionen und drei russische Kavalleriedivch- ! sionen standen den deutsch-bulgarisch-türkislchten Truppen im Kampfe gegenüber. Sie wurden geschlagen und vernichtet. Die Verfolgung der Ueberreste der geschlagenen ülrmee Dauert noch an, es können daher auch noch keine Zahlen I I von Gefangenen und Beute angegeben werden. I | An der italienischen Front dauert der An- j I sturm der Italiener an der Karsthvchfläche noch 1 I immer an, doch hielten die österreichisch-ungar. I Truppen heldenmütig allen Angriffen Stand. * Im Ringen um die Karstkuppe aM Toberdosee allein erlitten 7 italienische Regimenter schwere Verluste. Im Griechenland hat Dimitrakopulos die Bildung des Ministeriums abgelehnt. Nun hat Calogeropnlos die Kabinettsbildung übernom­ men. Er war bereits zweimal Finanzminister und dreimal 'Präsident Der griechischen Siam* mer und es geht ihm der Ruf voraus, datz er unbedingt königstreu ist. König Konstantin I scheint also trotz aller Machenschaften der EnI tonte die Führung in Griechenland zu besitzen I und auch bis aufs äutzerste verteidigen zu wollen. Rach den letzten Erfahrungen dürste ! die Entente auch die Gewißheit gewonnen ha- |l Ben, datz ihr Weizen in Griechenland nicht I blühen wird. * I Unsere U-Boote haben im August tüchtige i I Arbeit geleistet. 126 feindliche Handelsfahr- I I zeuge mit 170 779 Brutto-Registertonnen sie- | I len ihnen zum Opfer. Außerdem wurden 35 | I neutrale Fahrzeuge mit 38 568 Tonnen der- | | senkt, die Bannware führten. Hoffentlich hält ij dieses Tempo in der Arbeitsleistung unserer I U-Boote an, denn hier ist der wundeste Punkt S Englands, an dem wir dieses treffen können. Im Westen rast die Riesenschlacht an der Somme ftrtit ungemindeter Heftigkeit fort. 20 feindliche Divisionen, also mindestens 300 000 Mann setzten Fum Sturm zwischen Ancre und Somme an, ittal endlich, ant Schluffe der elften Woche des ungeheuren Ringens, die deutschen Linien zu durchbrechen. Vor dem überwäl­ tigenden Druck der feindlichen Massen mutzten unsere Feldgrauen zwar die Dörfer Courcelettes, Martinquich und Flers räumen, Combles dagegen wurde gegen alle feindlichen An­ stürme gehalten. Trotz des Riesenaufgebots und der damit natürlich zusammenhängenden Riesenopser ist es dem Feinde nicht gelungen, unsere Front zu durchstvtzen. Der Stotz rich­ tete sich diesmal auf Bapaume. Aber der Feind ist noch 7—8 Kilometer von diesem Ziele seiner Sehnsucht entfernt und der Weg dahin nur unter ungeheuren Blutopfern möglich, Blntopfer, über die sich auch in England be­ reits Stimmen des Entsetzens vernehpwn las­ sen. "Manchester Guardian" ist entsetzt über solche "Schlächterei" und verwirft das Prin­ zip", durch die Masse zu siegen. Er fürchtet mit Recht, datz unter den Schlägen der deut­ schen Verteidiger die Massen der Angreifer immer mehr zusammenschwinden, datz ihre Ka­ sernen immer leerer, ihre Friedhöfe und ihre Lazarette immer voller werden, und datz schlietzltch doch einmal der düstere Tag bit­ terer Einsicht kommen 'wird, der Einsicht, datz eben die Deutschen in der Feldschlacht unbezwinglich sind. Und deshalb mutz, so meint das Blatt, der Krieg "durch den endgültigen Triumph von Geist über Geist" gewonnen wer­ den. In diesen Worten liegt eine mittelbare Anerkennung der gewaltigen Fähigkeiten der Deutschen, die es eben disher immer verstanden haben und auch in der Zuznnst verstehen werden, die Masse durch den Geist zu zwingen. Den Geist unserer Führer und unserer Solda­ ten aber können uns die Feinde eben nicht nehmen und so bleibt uns die sichere Gewähr, datz wir eben zuletzt doch ruhmvoll als Sieger aus dem blutigen Kampfe hervorgehen wer­ den. Im Osten unternahmen die Russen eine Entlastnngsoffenside, die von Luck bis zur rumänischen Grenze zu grötzter Kraftentsaltung des Feindes führte, der anscheinend mit allen Reserven, die er verfügbar hatte, zum Stotze ansetzte, um seinen geschlagenen Heeren in der Dobrudscha Lust zu machen. Aber vergebliche Alle seine Angriffe, die zum Teil in vielen ────────── Balkanikriegsschanplatz» Hevrcsftionlt des Generalfeld marschalls - von Mackenscir. Ein entscheidender Sieg krönte die ge­ schickt und energisch geführten Operationen in der Dobrüdscha. Die deutschen, bulgarischen und türkischen Truppen verfolgen die geschla­ genen russischen und rumänischen Kräfte. Aazcwonstsche Front. Nach Verlust der Malta Nidza haben die bulgarischen Truppen eine neue vorbereitete Verteidigungsstellung eingenommen. Wieder­ holte serbische Angriffe gegen die MoglenaFront zwischen Pozlar und Preslap-Höhe sind gescheitert. Oestlich des Wardar nichts Neues. Ter 1. Generalquartiermeister!: Ludendorff. äblazedonische Front. Keine Ereignisse von besonderer Bedeu­ tung. Einzelne feindliche Angriffe an der Mpglenafront und nordwestlich des Tasinofsees wurden abgeschlagen. Kavalla wurde von See her beschossen. 'Ter 1. Generalquartiermeister>: Lu dendorff. WTB. Berlin, den 1' 7. September. (Großes Hauptquartier.) Kampfe im Weste« und Osten. Westlichen: Kriegsschauplatz^ Bei der Armee des Generledmarschalls Herzog Albrecht von Württemberg und auf dem Nordflügel der Heeresgruppe des Kron­ prinzen Rupprecht von Bayern hielt die rege Gefechtstätigkeit an. Die Tanerschlacht an der Somme nimmt ihre« Fotrtgaing. Nördlich des Flusses sind alle Angriffe, zum Teil schon durch Sperrfeuer abgeschlagen. Um kleine Engländernester bei Courcellettes, bei Flers und westlich von Les Bonus wirp noch gekämpft. Nördlich von Oviellers errangen wir im Angriffe Vorteile. Südlich der Somme kam es zu keinen ausgesprochenen Angriffen. Der Artilleriekampf erfuhr auch hier keine Unterbrechung. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarfchalls Prinz Leopold von Bayern. Aus der ganzen Front südlich von Pinsk macht sich eine Steigerung der russischen Feuertätigkeit geltend. Westlich von Luck griff der Feind morgens, mittags und gegen abends aus der etwa 20 Kilometer breiten Linie Zaturcy (an der Turija)—Pustomhth, die unter dem Oberbefehl des Generalobersten von Terzhanskh stehenden Truppen des Generäls von der Marwitz mit starken Kyäfton, darunter den beiden Garde­ korps in vielen Wellen an. Pestlos und un­ ter den größte«, zum Teil, wie Meldungen' laute«, "ungeheuren" B^rlusten ist der Stotz gescheitert. An der Armeesront des Generalobersten von Böhm-Ermolli brachen zwischen dem! Sereth und IdersStrypa nördlich von Zborow ebenfalls die stärksten Angriffe auf die deutschen Linien des Generals von Eben vollkommen zusammen. Front des Generals der Kavallerie Erz­ herzog Karl. Auch an und östlich der Narajowka holte der Feistd mit einer starken Stotzgruppe gu einem Schlage aus. Mehrmals lief er ver­ gebens an. Schlietzlich drükte er die Front in geringer Tiefe zurück. Nördlich von Stanislau wurde ein russischer Teilangriff nach kurzem Nahkamps abgeschlagen. j In den Karpathen warf der Gegner ver­ geblich dichte Sturmkolonnen gegen unsere Stellungen beiderseits der Ludowa vor. Er wurde hier wie an den Grenzhöhen Westlich des Schipath und südwestlich von Dornawatca aufs blutigste abgewiesen. In Siebenbürgen fühlen die Rumänen ge­ gen den Kokelabschnitt beiderseits von Ader­ hellen (Szekely—Udvarfely) vor. Balkanikriegsschanplatzi. Hevresfronit des Getneralfeldmarschalls von! Mackepseu. In der Dobrudscha wird die Verfolgung des Feindes fortgesetzt. ; ────────── Der österr.-ung. Bericht. WTB. Wien, den 16. September. — Amtlich wird gemeldet: Oestlicher Kriegsschauplatz^ Front gegen Rumänien. Bei Fogaras überschritt ein rumänisches Regiment die Aluta (Alt). Es wurde zurück­ geworfen. Nördlich von KoÄhalom (Reps) be­ standen unsere Sicherungstruppen erfolgreiche Gefechte. » Sonst autzer den bereits gestern gemeldeten Kämpfen bei Hatszeg (Hötzing) keine beson­ deren Ereignisse. Heerasfront des Generals der Kavallerie Erzherzog jwrl. Am oberen Czerny-Ezeremosz stellenweise heftiger Jnjanteriekampf. Heeresfront des Generalfeldmarschalls Pxinze« Leopold von Bayern. Die Armee des Generalobersten von Tersztyansky steht unter schwerem Artilleriefeuev. Italienischer Kriegsschauplatz». Die Schlacht an der Karsthochssläche dauert ununterbrochen mit gleicher Heftigkeit fort. Wieder waren die von stärkstem Artillerieund Minenseuer unterstützten Jnfanterieangrifse der Italiener gegen die ganze Front zwischen der Wippach und dem Meer gerichltet. Am Nordslügel dieses Abschnittes epzielte der Geind geringen Geländegewinn; hier verläuft umiere Linie nun nahe 1 östlich von San Grad>o di Mevna. Im übrigen blieb die Kampfffront dank der zähen Ausdauer un­ serer Truppen unverändert . 500 Italiener wurden gefangen genommen, 3 Maschinenge­ wehre erbeutet. Nördlich der Wippach dehnte fühl der Ar­ tilleriekampf auf die meisten Frontteile bis zum Krn aus. Ein östlich von Görzs gegen unsere Stellungen südlich des Rosentales an­ gesetzter Angriff konnte in unserem Feuer nicht Raum gewinnen . Auch bei Flitsch ist das Geschützfeuer feh!r lebhaft geworden . An der Tiroler Front greift der Gegner den Fassaner Kamm an. Vor dem Abschnitt Cima di Cece—Coltorondo gebot unsere Artillerrewirkung der feindlichen Vorrückung halt. Am Caurivl gelang es Alpini-Abteilungen, sich eines Stützpunktes in der Scharte westlich des Gipfels zu bemächtigen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei unseren Truppen nichts Neues. Set stellvertretende Ehef des Generalstabe» v. Hosfer, Aeldmarfchalleutnant WTB. Wien, 17. September. Mittags. Amtlich wird verlautbart: Destlicher Kriegsschauplatz^ Südöstlich von Hatszeg (Hötzing) vollführ­ ten Honvedkompagnienen und deutscheAbteilungen einen erfolgreichen Vorstotz; sonst an der Front gegen Rumänien nichts von besonderer SBebeutung. An der russischen Front bot per Feind gestern neuerlich außergewöhnliche Anstren­ gungen auf, die Linien der Verbündeten ins Wanken zu bringen. Der Kampf entschied sich überall zu unseren Gunsten. Die Heeresfront des Generals der Kaval­ lerie Erzherzog Karl von^Dorna Watra, zwiländerecke, südwestlich von Dorna Watra, zwi­ schen dem Capul und der Czerna Hora, west­ lich des Jablonicapasses, nördlich von Gtanislau an iber Narajowkä und südöstlich von Brzezann von meist überlegenen Kräften an- gegriffen . Die feindlichen Anstürme endeten — von einem unbedeutenden örtlichen Vorteil Bei Lipntca Dvlna abgesehen — überall für die Russen im einemt vollen Mißerfolg. Das gleiche Ergebnis zeitigten die feindlichen An­ griffe gegen die zwischen Zborow uend dem obersten Sereth unter dem Befehl des Ge­ nerals von Eben kämpfenden verbündeten Streitkväfte der Armee des Generalobersten von Böhnr-Ermolli; der Feind wurde dank dem erfolgreichen Zusammenwirken von Infanterie und Artillerie überall restlos abgewiesen. Einen Hauptschlag gedachten die Ruffen westlich von Luck gegen die Armee des Gene­ ralobersten von Terszthans'ki zu führen, ge­ gen die sie auch wieder dsie «neu angefüllten Gardedivisionen in den Kampf warfen. In zahlreichen Wellen gegliedert stürzten sich die russischen Massen zwischen Pustomhty und Zaturah immer wieder auf den von General von der Mrrwitz befehligten Abschnitt. Die feindlichen Kolonnen brachen meistens schön vor unseren Hindernissen zusammen. Gelang es ihnen an einzelnen Punkten in unsere Stel­ lungen einzudringen, so wurden sie im Ge­ genangriffe wieder geworfen. Das Schlachtfesb ist von toten und schwer verwundetenRufsen bedeckt. Die verhältnismätzig geringe Zahl von Gefangenen zeugt für die Erbitte­ rung, mit der gekämpft wurde. Unsere Ver­ luste sind verhältnismätzig gering. Italienischer Kriegsschauplatz. , j Auf der Karsthochfläche "setzten die Jtalieneti hre Angriffe Tag und Rächt fort. Un­ sere Front blieb unerschüttert. Im nordwest­ lichen Abschnitte erlahmte die Kraft des Geg­ ners nach vielen fruchtlosen Vorstötzen. ÄjM heftigsten war die Schlacht zwischen Lokvica 1 und der Karstkuppe südöstlich des DoberdoSees. Obwohl der Feind gegen dieses Front­ stück unaufhörlich frische Kräfte heranführte u. stellenweise in unsere Linien einbringen konnte, entschied sich der Nah'kampf tm'mfer wieder zu Gunsten unserer Truppen, unter denen sich doA Infanterieregiment Nr. 96 besonders her­ vortrat. Die Verluste der Italiener sind ent­ sprechend dem Masseneinsatz auf engem Kampf­ räume äußerst hoch. So verbluteten in dem großen Ringen um die erwähnte Karftkuppe sieben feindliche Regimenter. An der Front nördlich der Wippach bis zum Krn hat der Artilleriekampf an Lebhaf­ tigkeit zugenommen. Zm Flitfcher Abschnitt griff der Feind nach starker Feuervorberettung den Drstc, Ravelnik und Romton vergeblich an. In den Fassaner Alpen wurden mehrere Versuche der Italiener, den Col Torondo zu erklettern, abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. , Eier stellvertretende Chef des Generalstabe»: d. Hoefer, Aeldmarfchalleutnant. Ereignisse zur See. Ein .Seeflugzeuggeschwader hat in der Nacht vom 16. zum 17. Septcknjber die Bahn­ anlagen von Mestre mit schweren Bomben er­ folgreich belegt. Alle Flugzeuge sind unver­ sehrt zurückgekehrt. v Flottenkommando. ────────── ber Belaste« Planina haben wir nordwestfich von Palmisch einen Posten vom 63. italieni­ schen Infanterieregiment verjagt und eine kleine Abteilung gefangen. Am 12. ds. haben wir die Stadt Kavalla eingenommen. Zufolge eines Abkommens zwischen der Obersten Hee­ resleitung und dem Kommandeur des 4. grie­ chischen Korps werden die griechischen Truppen nach Deutschland abtransportiert. Der Ab­ transport hat am 15. September c. begon­ nen . Gestern hat die feindliche Flotte den Ha­ fen van Kavalla. und die äußersten Stadt­ viertel beschossen. Die Kasernen am Weshende der Stadt stshen in Flammen. Opfer sind keine zu beklagen. Rumänische Front: Längs der Donau herrscht Ruhe. In der Dobrudscha dauerte die Verfolgung der geschlagenen feindlichen Ar­ mee fort. An der Schwarzen Meerküste herrscht Ruhe. gestellt teilgenommen die 2., 5., 9. und 19. rumänische Division, die 61. russische Infante­ rie -Division, eine gemischte russtsch-ferbifchje Infanteriedivision und drei russische 'Kaval­ leriedivisionen. Aus Gefangenenaussagen geht hervor', daß, im Tutrakaner Brückenkopf ge­ fangen genommen wurden die 15. und 17. rumänische Division und zwar das 34., 36., 74. 75., 76., 79. und 80. Jnfanteriekegiment, fer­ ner ein gemischtes Regiment und zwei Grenzsinfanterieregimenter, alles in allem neun Regi­ menter ,ferner das 5. Haubitzenregtment und das 3. Festungsartiller.ieregiment sowie die ganze in Tutratäu befindliche Festnngsartillerie. Bis jetzt sind als in Tutrakan ge­ fangen im ganzen festgestellt 462 Offiziere, darunter die Brigadekommandeure, Obersten Raschkanu und Marschescu, 40 Aerzte und 5 Kapellmeister, ferner 25 000 Soldaten; der Chef der 15. Division, Generäl Grigorescu, ist nach 'Gefangenenaussagen entflohen, der Chef der 17 .Division, General Todorescu, in der Donau ertrunken. Als Trophäen wur­ den eingebracht: 2 Fahnen, 100 Geschütze, 62 Maschinengewehre und vieles andere Kriegsma­ terial. Bei den Kämpfen bei Kurdbunar, Dobrie und Silistria wurden noch 15 Offiziere, 3000 Soldaten gefangen genommen und 30 Geschütze erbeutet. Alles in allem wurden seit Beginn des Krieges bis zum 12. September! einschließlich 522 Offiziere und Aerzte,^ 28000 unverwundete Soldaten, 2 Fahnen, 350 Ge­ schütze, 62 Maschinengewehre und vieles an­ dere Kriegsmaterial eingebracht. Mazedonische Front: Im Westen undSüdwesten des Ostrovosees wirst» heftig gekämpft. Es wurden bedeutende feindliche Kräfte fest­ gestellt ,unter ihnen im Mvglenatal russische Regimenter. Die Kämpfe werden beiderseits mit großer Heftigkeit geführt. In Gegenan­ griffen schlugen unsere Truppen alle An­ griffe zurück und brachten dem Gegner große Verluste bei. Am rechten Wardarufer herrscht Rühe, am linken heftiges Artilleriefeuer. —, Bei einem Angriff in Richtung aus dem Dorffe Schimnu gelang es den Engländern, vorüber­ gehend in einen Schützengraben einzudringen; sie wurden aber bald wieder hinausgeworfen und ihre fiüheren Stellungen wieder einzu­ nehmen gezwungen. An der Front der Delasitzer Planina und der Struma schwaches Ar­ tilleriefeuer; am ägäischen User Ruhe. Sosih, 16. Sept. Der bulgarische Ge­ neralstab teilt untern 16 .ds. mit: Mazedonische Front: Nach einem erbitter­ ten Kampf beim Ostrovosee gelang es dem Feind, die Nidze Planina einzunehmen. — In der Moglenaniedepung haben wir feind­ liche Angriffe am Bahobo-Hügel und auf der Höhe Kovil Mir großen Feindesverlusten abge­ schlagen. Bor dem Bahobo-Hügel wurden über 100 Feindesleichen gezählt. Im Wardartale beiderseitiges schwaches Artillerieseuer. Auf ────────── Am Balkan. Die griechische Miniftckvkrise. Reuter meldet aus Athen: Calogervplos wurde beauftragt, das Kabinett zu bilden. Er war Mitglied des Kabinetts Theotofis. Das neue griechische Kabinett. Reuter meldet aus Athen: Das neue Ka­ binett ist heute folgendermassen gebildet wor­ den: Calageropulos übernimmt den Vorsitze iM Ministerium und zugleich das Kriegs- und Finanzministerium; Damianos wird Marine­ minister; Roufos Minister des Jmnern, Carapanos Minister des Aeußern, Bokwtopulos über­ nimmt das Justizministerium, lCamaris das ,Ministerium für Unterricht, Castiangoglon das Verkehrs- und Bassios das Vollkswirtschaftsministerium. ────────── Der Luftkrieg. Deutsche Fliegerangriffe in der Dobrudscha. WTB. Berlin, 17. Sept. Deutsche Seefiugzeuge haben am 16. September Eisen­ bahnanlagen und feindliche Kolonnen in der nördlichen Dobrudscha mit Erfolg angegriffen. Ein feindliches SeeflugzeuggeschNvader auf dem See bei Tuzla wurde mit Bomben belegt und .ein Flugzeug getroffen. Die Flugzeuge kehr­ ten unbeschädigt zurück. , Ter Luftkrieg int Westen int August. Die Ergebnisse des Luftkrieges im Westen werden jetzt in einer halbamtlichen Mitteilung bekannt gemacht. Sie zeigen folgendes Bild: Feindliche Verluste 78. Davon in deutsche Hände gefallen 49; darunter sind: englische Flugzeuge 31, ftanzöstsche Flugzeuge 18. 28 feindliche Flugzeuge wurden, wie einwandfiei festgestellt wurde, hinter den feind­ lichen Linien abgeschossen, 1 jenseits der feind­ lichen Linien zur Landung gezwungen. An deutschen Fulgzeugen sind im Monat August 17 vor und hinter der feindlichenFront verloren gegangen. Die Namen der 49 erbeuteten feindlichen Flugzeuge und ihrer Besatzung werden in der Nordd. Allg. Ztg. ausführlich veröffentlicht. Unsere Gegner haben trotz wiederholten Auffordequngen es vermieden, die von ihnen angeblich abgeschossenen deutschjen Flugzeuge in ähnlicher Weise beweiskräftig bekannt zu geben. Umso ausgiebiger arhefien sie mit nicht nachzuprüfenden Zahlen. So enthält das Journal vom 5. ds. die Behauptung, daß im August 121 deutsche Flugzeuge vernichtet wor­ den seien, davon 88 durch die Franzosen und 33 durch die Engländer, 'Zweifelhaft kann nur sein, ob das Journal täuscht oder getäuscht wird. Die Unwahrhastigkeit der Angaben ist unzweifelhaft. ────────── legramm des Kapitäns an die Reederei antf " Mittwoch im Kanal in der Nähe der normanni­ schen Inseln von einem U-Boot torpediert wor­ den. Ein Boot mit neun Mann der Besatzung, darunter der Kapitän, traf in betn brerömi­ schen Hasen Paimpol ein, das zweite mit neun Mgnn, darunter der erste Steuermann, wird vermiet. Der Dampfer war mit einer Kohlen­ ladung von Newcastle nach Cisitavecchia un­ terwegs. Ferner wurde der dänische Darnpfer"Hans Zeusen" auf der Reise von Newcastle nach Ge­ nua mit einer Kohlenladung im Kanal tor­ pediert. Die gesamte Besatzung mit 19 Mann wurde von einem Fischerfahrzeuge aufgenom­ men und in Saint Malo gelandet. Nach einer ^Meldung des Temps aus Mad­ rid ist der spanische Dampfer "Luis Vives" (2160 Tonnen) von einem Unterseeboot ver­ senkt worden. ────────── auf das Zusammenleben in Retz buch, so fra­ gen Sie mich. Liebe Anne-Rose, seit Jahren weiß ich nicht mehr, wie es Ist, mit Menschien, die zu mir gehören, ein Weihnachtsfest zu feiern. Ich will das nächste Jahr ganz 'sicher mit Ihnen unter einem Retzbacher Tannen­ baum stehen. Auf das Zusammenleben freue ich mich so sehr, daß ich! die Zeit nicht er­ warten kann, bis es so weit ist. Daraus ersehen Sie wohl zur Genüge, daß mir meine Zusage nicht leid geworden ist. Heute habe ich auch eine Vermählungs­ anzeige von Hans und Ghrista von Rathenow erkalten. Inzwischen wird eine solche wohl auch den Weg zu Ihnen finden, und ich hoffe, sie stört Ihren Frieden nicht." 1 Der Brief, den Anne-Rose hierauf an Lothar richtete, traf einige Wochen später ein. Sie schrieb: "Nein, die Vermählungsanzeige hat mei­ nen Frieden nicht gestört. Ich hoffe und wünsche nur, daß Ghrista die Illusion ihres Glückes erhalten bleibt, daß sie nie die Wahrheit erfahrt, aus welchem Grunde ihr Gatte sich um sie beworben hat. Wir sind nun auf der Rückreise in Ve­ nedig. Es. gefällt mir hier sehr gut und ich schwelge in den herrlichsten Kunstgenüssen. Aber das Programm wird bis zuM Schluß durchgehalten. Tante Jettchen ahnt nichts von unserer Sehnsucht, sie würde sonst'schleunigst zur Heimkehr: 'rüsten. Und das soll nicht sein. Sie hat uns, Papa und mir, jahrelang uner­ müdliche Opfer gebpacht und nie an sich selbst gedacht. So können auch wir ihr einmal ein kleines Opfer briittgen. In Rom war es auch sehr schön, dort hat uns Htzrr von Heerfurt endgültig ver­ lassen." Diese letzte kurze Notiz über Herrn von Heerfurr interessierte Lothar mehr, wie AnneRose glaubte. Daß dieser Herr von Heer­ furt Anne-Ro^ in ganz bestimmter Ahsicht von Ort zu 'Ort gefolgt war, stand für ihn außer Zweifel. Er mußte also eine besondere Ver­ anlassung gehabt haben, sich jetzt endgültig von Billachs zu trennen. Mit -dieser Vermutung hatte Lothar recht. Herr von Heerfurt war von seinem Onkel tritt Mitteln zu dieser Meise ausgerüstet'worden, damit er regelrechte Jagd auf den Goldfisch machen sollte. AnneRose von Billach war i