Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-09-19. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 255, 1916-09-19. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Neue feindliche Maffenangriffe an der Somme fast restlos gescheitert. — 10 feindliche Flieger abgeschossen. — $500 Russen gefangen. — Erfolgreiche Kämpfe in Siebenbürgen und in der Dobrndfcha. — Die italienische Offenfive i« Karstgebiet abgewiesen. — In 10 Tage« 56 feindliche Schiffe versenkt. | träfe Schiffe, somit insgesamt 5>3 Schiffe mit 74 086 Tonnen innerhalb 10 Tagen auf den Grund des Meeres befördert wmrden. Im Westen waren neue heftige Kämpfe aus titrier Breite von 45 Kilometer nördlich der Somme für uns erfolgreich, südlich der Somme führten sie zur Aufgabe der Trüimsmer der einstigen Dörfer Berny und Denicourt. Im Luftkampfe "haben unsere Flieger 10 feindliche Flugzeuge an einem Tage abgesthos- . fen. , i Im Osten dauern die schweren Kämpfe an der südlichen Hälfte der Front weiter an. West­ lich von Lnck Hinderte unser Sperrfeuer die Russen an der Entwicklung ihrer Angriffe in einem Kampfgebiet, das bolmi Vortage her von 'vielen tausenden russischer Leichen bedeckt ist. Zwischen Sereth und Strhpa hielten die Trup­ pen des Generals von Eben einem neuen An,griff der Russen erfolgreich stand'. Westlich der Zlota-Lipa schlugen türkische Truppen rus­ sische Angriffe ab, während an der Narajowkp deutsche Truppen des Generals Gerock das vorgestern verlorene Gelände in kühnem An­ griffe den Russen wieder abnahmen, wobei ihnen 3500 Russen als Gefangene in die Hän­ de sielen, t I 1 i ( In Siebenbürgen sind bei Hötzing neue Kämpfe mit den Rumänen im Gange, die Erfolg für die Unsern versprechen, umsomehic als unsere Truppen bereits bis zur feindlichen Artillerie durchgestoßen sind und 7 Geschütze genommen haben. In der Dobrndfcha versuchen die geschla­ genen Rumänen und Russen in einer ca. 20 Kilometer südlich der Bahn Czernawoda—Constantza vorbereiteten Linie sich mit Hilfe neu herangeeilter Truppen zu halten. Ta auch hier deutsche Truppen des linken Flügels be­ reits bis zur feindlichen Artillerie durchge­ stoßen sind, dürfte die Aufwllung auch dieser Front nicht allzu lange dauern. Die italienische Offensive im Karstgebiet hatte auch am vierten Tage ihrer Dauer keinen Erfolg. Die tapferen österreichisch-ungari­ schen Verteidiger wiesen alle Angriffs der Italiener ab. Wo diese jedoch in ihre Linien einzudringen vermochten, wurden sie durch Ge­ genstoß sofort wieder hinausgeworfen. Unsere U-Boote haben noch weitere 'Er­ folge erzieltz. Außer den bereits mitgeteilten 26 feindlichen und 7 neutralen Schiffen, die vow! (?,. vis 11. September versenkt wurden, sind nach einer neuen Meldung vom 3. bis ,13. September weitere 20 feindliche und neu- ────────── Die Heeresberichte. die Gruppe des Generals von 'Eben mit einem in gleicher Weise verlustreichen völligen Mißerfolg, wie am vorhergehenden Tage. , Heerosfront. des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. In schweren Kämpfen haben sich türkijW Truppen, unterstützt durch die ihnen verbün­ deten Kameraden westlich der Zlota-Lipa der Angriffe des überlegenen Gegners erfolgreich erwehrt. Eingedrungene feindliche Abteilun­ gen sind wieder geworfen. Deutsche Truppen unter dem Befehl des Generals von Gerock traten beiderseits der Narajowka zum Gegenstoß an, hem die Russen nicht Stand zu halten vermochten. Wir ha­ ben den größten Teil des vorgestern verlorenen Bodens wieder in der Hand. Abgesehen von den hohen blutigen Verlusten hat der Feind ! über 3500 Gefangene und 16 Maschinengewehre eingebüßt. In den Karpathen sind russische Angriffe abgeschlagen. In Siebenbürgen sind südöstlich von Hö­ tzing (Hatszec) neue für uns günstige Kämpfe im Gange. Wir nahmen unter anderem 7 Geschütze. Balkankriegsschauplatz. Heoresschocht -es Generalfeldmarschalls von Mackensen. Nach dreitägigem Rückzug vor den 'ver­ folgenden verbündeten Truppen haben die ge­ schlagenen Russen und Rumänen in einer vor­ bereiteten Stellung in der allgemeinen. Linie Rasova—Cobadinu—Tuzla bei neu herange­ führten Truppen Aufnahme gefunden. Deut­ sche Bataillone sind längs der Donau südlich von Rasova bereits bis zur feindlichen Ar­ tillerie durchgestoßen, haben 5 Geschütze er­ beutet und Gegenangriffe abgewiesen. Nlazedonische Front. Mehrfache vereinzelte Angriffe des Geg­ ners an der Front zwischen demPrespäsee und dem Wardar blieben ergebnislos. Ter 1. Generalquartiermeister!: , Ludendorss. WTB. Berlin, 18. Septennber. Mittags. (Großes Hauptquartier.) Die Kampfe im Westen mnd Osten dauern an. Westilichpr 'Kikie'K^t;ar.platz. FronK des Getteralfeldmarschall Kronprinz Rupp recht tion Bayer». Die gewaltige Sommeschlacht führte auf | 45 Kilometer Front von Dhiepval bis südlich I von Vermandovillers zu äußerst erbitterten | Kämpfen, die nördlich der Semnte zu unseren l Gunsten entschieden sind, südlich des Flusses 1 die Ausgabe völlig eingeebneter StellungsI teile zwischen Barleux und Vermandovillers mit den Dörfern Berny und Denicourt zur Folge hatten. Unsere tapferen Truppen ha­ ben glänzende Beweise ihver unerschütterlichen Ausdauer und Opsersreudigkeit geliefert; ganz besonders zeichnete sich das westfälische In­ fanterie-Regiment Nr. 13 südlich von Bomchavesnes aus. i Starken feindlichen Luftgeschwadern war­ fen sich unsere Flieger entgegen und schossen in siegreichen Gefechten 10 Flugzeuge ab. ' Fracht des deutschem Kronprinzen. , Zeitweise lebhafte Feuerlämpfe im Maas­ gebiet. Oestlich von Fleuch vorgehende feindliche Abteilungen wurden zur Umkehr gezwungen. Oestllicher Kiriegsschauplatzi. Firant des Generalfeldmarschall Prinz Leopold von Bayern. Westlich von Luck verhinderten wir durch unser wirkungsvolles Sperrfeuer ein erneutes Vorbrechen des Feindes aus seinen Sturm­ stellungen gegen die Truppen des Generals f , von der Marwitz. Es kam nur nördlich von Szelwow zu einem schwächlichen Angriff, der leicht abgewiesen wurde. Biele Tausend gefallener Russen bedecke« das Kampffeld vom 16. September. Zwischen dem Sereth und der Strhpa en­ deten die wiederholten russischen Angriffe auf Die Heeresberichte. Irr deutsche Bericht. ────────── folgreiche Kämpfe . Es wurden gestern sieben rumänische Geschütze und mehrere M-aWinengewehre eingebracht. Nördlich von Fogaras ist der Feind ohne Kastchf in Röhalom (Reps) eingerückt. HccreSfrout des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. , In den Karpathen griff der Feind zwischen der Dreiländerecke südwestlich von Dorna Watra und Hrhniawa an zahlreichen Stellen an. Die Verbündeten Truppen schlugen ihn überall zu­ rück. ! Beiderseits von Lipniea Dolna führte ein Gegenangriff der dort kämpfenden deutschen Tpuppen fast zur völligen Wiedergewinnung der vorgestern born Feinde gWBDftntjenen Stel­ lungen. Nordöstlich des eben genannten Or­ tes wehrten ottomanische Regimenter iM Ber­ lin mit den Verbündeten starke russische Vor­ stöße in erbittertem Mngen siegreich ab. Die Armee des Generals Grafen von Bothmer brachte 16 Offiziere, mdhr als 4000 Mann, 16 Maschinengewehre ein. Heeresfront des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayer«. Bei der Armee des Generalobersten von Böh>m-Ermolli, erneuerte der Gegner gestern Nachmittags zwischen Zborow und Perepelniki seine Angriffe. Die feindlichen Massen mutzten überall der zähen Ausdauer der Verteidiger weichen. Die Armee des Generalobersten von Terszthanski hatte nur mehr einen schwächlichen Angriffe abzuwehren. Andere Angriffsversuche wurden bereits im Keime erstickt. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern erneuerte die italienische 3. Ar­ mee die Angriffe gegen unsere ganze Front auf der Karsthochfläche. Auchj an diesem vier­ ten Schlachttage behaupteten die zähen Vertei­ diger ihre Stellungen. Wo der Feind in die ersten Gräben eindrang, wurde er durch Ge­ genangriff zurückgeworfen;! an vielen Stel­ len aber brachen seine Borstötze schon im kon­ zentrischen Feuer unserer braven Artillerie unter schweren Verlusten zusammen. Das be­ währte 'Infanterieregiment Nr. 87 hatte bei Lokvics hervorragenden Anteil an der erfolg­ reichen Abwehr des feindlichen Ansturmes. Im Nordabschnitte der Hochfläche schlugen Abtei­ lungen des Infanterieregiments Nr. 39 drei Angriffe der italienischen Grenadiere blutig ab. Das lebhafte Geschützfeuer von der Wippach bis in die Gegend von Pläva hält an. An der Fleimstalfront wiederholten sich die vergeblichen Vorstöße schwächlerer Abteilungen gegen unsere Stellungen auf dem Fasfaner Kamm. ! [ ■' Südöstlich« Kriegsfchauplayi Unverändert. Ter stellvertretende Chef des Generalstabe*n. Ho ö i c r ^»idmarschaUeutnant. Ereignisse zur See. In der Nacht vom 17. zum 18. ds. hat ein Seeflugzeuggeschwader neuerdings die Bahnhofanlagen von Mestre erfolgreich mit schweren und leichten Bomben belegt und in Bähngebäuden zahlreiche Treffer erzielt.Trotz heftigster Beschießung sind die Flugzeuge un­ versehrt eingerückt. * t Flottenkommando. ────────── Der bulgarische Bericht. Sofia, 17. Sept. Amtlicher Heeresbe­ richt: Mazedonische Front: Die Trup­ pen des rechten Flügels stehen im Kampf südlich Florina. Während des ganzen Tages am 16. ds. beiderseits starkes Artillerlefeuer. Alle Nachtangriffe des Feindes wurden abgewie­ sen. In der Moglenica-Niederung herrscht Ruhe. Am rechten Wardarufer ruhig. Am linken Wardarufer heftiger Artilleriekampsf. Ein schwacher Angriff des Gegners westlich Dolceli wurde durch unser Feuer abgeschlagen. Wir haben mehrere dutzend Gefangene gemacht und drei Maschinengewehre erbeutet. An der Bolasica Planina-Front ruhig. Im Strumatal versuchte die feindliche Infanterie nach! star­ ker Artillerievorbereitung einen Angriff ge­ gen die Dörfer Komarfan, Osman-Kämila und Dschami Mahale, wurde jedoch durch! einen Ge­ genangriff aus das rechte Strumaufer zurück­ geworfen. An der ägäischen Küste lebhaftes Kreuzen der feindlichen Flotte. Rumänische Front: An der Donau, in Gegend Tetija, beiderseitiges schwaches Ärtilleriefeuer. Wir haben im Hafen von TurnSeverin einen Schlepper versenkt. Die Vor­ rückung in der Dobrudscha dauert an. Der Gegner hat die befestigte Stellung bei Cobadinu besetzt. Unsere Truppen sind in unmittel­ barer Fühlung mit dem Gegner. Die Kaval­ lerie lhat den Bahnhof von Agemlar besetzt und daselbst 16 mit Lebensmitteln beladene Wag­ gons erbeutet i Gestern versuchte eine feind­ liche Brigade einen Gegenangriff gegen un­ seren äußersten linken Flügel beim Dorfe Potucci, wurde aber mit schweren Verlusten zu­ rückgeschlagen, wobei sie mehrere 'dutzend Ge­ fangene, ein Geschütz, acht Munitionswagen, vier Maschinengewehre und anderes Kriegs­ material in unseren Händen zurücklietzen. Aus der Zahl der Toten und Verwundeten sowie aus der großen Menge der auf dem Kampffeld zerstörten Kriegsmaterials geht hervor, datz der Gegner in den Kämpstn am 12., 13. und 14. ds. enorme Verluste erlitten hat. An der Schwarzen Meerküste herrschtRuhe. ────────── Flügel war ein türkischer Ueberfall von Er­ folg gekrönt. Auf dem linken Flügel dräng­ ten wir feindliche Erkundungsabteilungen un­ ter Verlusten für sie zurück. Front gegen Aegypten: 10 Bomben, die zwei feindliche Flieger, begünstigt vom Mondschein, auf El Arisch abwarfen, richiteten seinen Schaden an. Eine feindliche Rei­ terabteilung, die östlich von Suez vorzudrin­ gen versuchte, wurde zurückgeschlagen. Kein Ereignis von Bedeutung an den üb­ rigen Fronten. Der Vizegeneralissimus. Die Neutralität Hollands und Dänemarks. Berlin, 18. Sept. In manchen Kreisen waren vor kurzem unsinnige Alarmgerücht« über eine angebliche Probemobilmachung in Holland verbreitet. Wie wir erfahren, ist die­ ses Gerücht umsoweniger begründet^ ckls 'ja die niederländische Armee genau wie die an­ deren neutralen Staaten, schon feit längerer Zeit vollständig mobilisiert ist. Aehnliche Ge­ rüchte waren auch über Reservisteneinberufun­ gen in Dänemark in Umlauf und sind auch hier völlig grundlos. Der türkische Bericht. Konftantino pel, 14. Sept. (Verspä­ tet eingetroffen.) Bericht des Hauptquartiers vom 14. Sept.: An der Felahie-Front sprengten wir einen Teil der feindlichen Stellung. Am 12. Sept'. verursachten wir in einem feindlichen Lager durch überraschendes Feuer erheblichen Scha­ den und zerstörten Artillerie-Beobachtungssteblungen. In Persien wollen die Russen, wie sie in einem ihrer Berichte bekannt gegeben haben, die Ortschaft Dane besetzt haben. Ge­ genwärtig befindet Pch kein russischer Sol­ dat in diesem Ort. Aus den anderen Fronten hat sich nichts Wichtiges ereignet. Konstanttnopel, 15. Sept. (Verspä­ tet eingetroffen.) Bericht des Hauptquartiers vom 15. September: An der Marriie-Front wurden Versuche des Feindes mit beträchtlichen 'Kräften vor­ zurücken, mit für ihn schweren Verlusten zu­ rückgeschlagen. Wir erbeuteten eine große Menge von Waffen und machten andere Beute. An der Felahie-Front unternahmen wir gegen bett Feind glückliche überraschende An­ griffe. An der Kaukafusfront dauern die Gefechte der Aufklärungsabteilungen auf dem rechten Flügel an. Wir machten eine Anzahl Gefangene. Auf dem linken Flügel wurde ein feindlicher Angriff abgeschlagen. Zwei feindliche Flugzeuge, die von zwei Flugzeugschiffen, die sich dem Orte Gaza an der Küste von Palästina genähert hatten, auf­ gestiegen waren, erschienen über Bir-est-S>4baa. Sie wurden aber von unserem Feuer vertrieben. Von den übrigen Fronten ist keine wichtige Meldung eingegangen. An der Front unserer Truppen in Gali­ cien fanden Gefechte von Aufklärungsabtei­ lungen zu unseren Gunsten statt. Der Vizegeneralissimus. Konstantinopel, 17. Sept. Das tür­ kische Hauptquartier meldet: Kaukasus front: Auf dem rechten ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Im zerschossene« Berdun. Der Parsier Tempskorrefpondent berichtet über einen Besuch an der Front vor Verdun und der Stadt selbst. Ueberall sieht man ge­ borstene Mauern und blickt durch die offenen Gebäudereste, in denen die zerstörten Mobilien liegen. Mle Straßen und Plätze sind mit Mauergeröll bedeckt, infolge der täglich ein­ schlagenden Granaten. In Verdun gibt es nur ein einziges noch unbeschädigtes Haus, das den Besuchern als Sehenswürdigkeit gezeigt wird. Im Zentrum der Stadt ist von dem mo­ deren Verdun fast nichts übrig geblieben. Da­ für sind 'aber die Reste der alten Römeransiedlung aus den Ruinen emporgeschossen. Sie wurden von den, den Boden aufwühlenden Granaten bloßgelegt. Man hat ein altes römi­ sches Lager gefunden, dessen Grenzen deutlich zu erkennen find. Auch die Stelle, wo die römischen Wachtürme fijch befanden und die alten römischen Befestigungsmauern, welche eine Ausdehnung von 1.5 Kilometer haben. m Reims unter schwerem Feuer. Der Basier Anz. meldet aus Paris: Wie Mattn berichtet, steht Reims fortgesetzt unter schwerstem feindlichen Artilleriefeuer. In der Stadt und Umgebung herrscht eine unbeschreib­ liche Panik. ────────── Gegen Rußland. Hebung russischer Weichseldampfer. Die beiden russischen Dampfer Melstyn u. Wanda, die im September 1914 bei Sandomirez in der Weichsel versenkt wurden, konn­ ten dieser Tage wieder gehoben und repariert werden. Die beiden Schiffe werden demnächst nach Krakau gebracht werden. (Z.) ────────── eingettoffen ,die von furchtbaren Zuständen im ganzen Königreiche berichten. In meh­ reren Garnisonen meuterten die Truppen, als sie den Befehl zum Abmarsch erhielten. Sie gingen zu tätlichen Angriffen aus die Offi­ ziere über, sobald Gehorsam erzwungen werden­ sollte. Regimenter, die sich schon in derFront' befanden, weigerten sich, in die Feuerlinie aus­ zurücken. In Bukarest herrscht am Tage Verzweif­ lung, in der Nacht aus Furcht vor 'Zeppelinen Panik. Die Bevölkerung fordert stürmisch die Absetzung Brattanus und die Berufung Peter Carps zum Ministerpräsidenten. Alle Sozi­ alistenführer wurden verhaftet. In Bukarest und Galatz kam es zu schweren Ausschreitun­ gen gegen russische Offiziere. In Braila, Ga­ latz, Constantza mußten ruffische Kommsandos mit der ausübenden Gewalt zur Aufrechterhal­ tung der Ordnung betraut werden. (Bit rumänisches Munstionsdepot in ' , " die Lust geflogen. ; Wie der Berl. Lok.-Anz. von der russischen Grenze berichtet, fft in den letzten Tagen aüs noch nicht aufgeklärten Gründen ein Mtenitionsdepvt in Fort St. Cate'l (zur Festung Bukarest gehörig) in die Luft geflogen. Die ge­ samten Munitionsvorräte wurden vernichtet, insgesamt 72 Soldaten getötet und verwundet. Man vermutet, da ßes sich um einen Anschlag gegen das Fort handelt. Durch die Explo­ sion wurden auch zahlreiche Befestigungsbau­ ten in starke Mitleidenschaft gezogen. Erbeutetes rumänisches Schiff. Der Pester Lloyd meldet: Vor ein paar Tagen haben sich die bulgarischen Soldaten des wertvollsten rumänischen Handelsschiffes— der "Elisabeta" — bemächtigt. Das Schiff ist jetzt aus den Namen "Rahowo" umgetauft wor­ den. ────────── dieses Krieges teilgenommen. Nach seiner Ver­ abschiedung von Europa und Berufung nach den Dardanellen wurde er dort schwer ver­ wundet. Er ist mit seinen 44 Jahren viel­ leicht der jüngste französische General. (Z.) Die Abberufung Sarrails bestätigt. Die N. Zürch. Ztg. meldet aus Mailand: Der Pariser Korrespondent der Perseveranza berichtet, die Abberufung des Generals Sarrail werde bestätigt. General Castelnau befinde sich auf der Reise nach Saloniki. Mit ihm reist der zum Nachfolger Sarrails bestimmte Ge­ neral Gouraux. Redaktionell fügt das Blatt hinzu, es habe nach dieser Bestätigung unter Angabe von Einzelheiten keinen Grund, länger an der Wahrheit der Meldung zu zweifeln. Der König gegen Benizelos. Aus Athen wird gemeldet, dajß keine Un­ terredung zwischen König Konstantin und Ve» nizelos stattfinden werde. Für Samstag war ein Kronrat einberufen, zu dem all« führenden Männer des Landes Einladung erhalten haben mit alleiniger Ausnahme Venizelos. Nähereüber den Kronrat ist noch nicht bekannt. (Z.) Am Balkan. Am Mini. Reiche Beute. Basel, 17. Sept. Die Bulgaren haben Getreide, Mehl, Oel und Munition und für 200 Millionen Tabak, die in Kavalla auf Lager waren, nach Bulgarien geschafft. Sarrail geht. Wie der fast immer wohl informierte Be­ richterstatter der Stampa Sobrero aus Rom meldet, gilt die Abberufung Sarrails jetzt als endgültig beschlossen. Sarrail soll durch Ge­ neral Gouraud ersetzt werden, der eine Zeidlang aus Gallipoli kommandierte und dort einen Arm verlor. Gouraud der vor dem Krieg gegen den Sudan und die Marokkaner kämpfte und einige Zeit Kommandant von Fez war, hat laut B. Ztg. an der deutschen West­ front an den ersten französischen Niederlagen ────────── Der Krieg mit England. (Sitte neue englische Riesenarmee? Die Basler Nachr. melden aus London: Aus Andeutungen im Daily Expreß, geht hervor, daß, eine neue englische Armee auf mehr als hundert Dampfern nach dem Festlande geht. ────────── Der Luftkrieg. Die deutschen Flieger an der flarndrischen .tüfte. I WTB. Berlin, 18. Sept. Deutsche See­ flugzeuge haben am 17. September mittags vor der flandrischen Küste stehende feindliche Seestreitkräfte ausgiebig HM Bomben belegt. Aus einem Flugzeugmutterschiff wurden ein­ wandfrei Treffer beobachtet. Ein feindlicher Flieger wurde durch Abwehrfeuer verdrängt und zur Landung auf holländischem Gebiet gezwungen. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. ────────── schiffen versenkten unsere Unterseeboote int Englischen Kanal vom 3. bis zum 13. Sep­ tember weitere zwanzig feindliche und neutrale Handelsschiffe, von insgesamt 36,900 Brutto­ registertonnen, letztere, weil sie Bannware nach feindlichen Ländern führten und die Einbringt fang unmöglich war. , > Im ganzen sind demnach in der Zeit botet 3. bis 13. September im Englischen Kanal «und im Atlantischen Ozean 53 Schiffe mit 74,088 Tonnen versenkt worden. Diese Zahlen erklären deut­ lich genug, warum der Vierverband die amt­ liche Berichterstattung über seine Verluste int U-Bootskriege eingestellt hat. Der Krieg zur See. Tie 11-Bootsbeute in 10 Tagen. Berlin, 18. Sept. Außer den in der Veröffentlichung vom 16. September bekannt «gegebenen feindlichen und neutralen Handels- ────────── feuern, um die Sturmkolonnen aus dem Gra­ ben zu bringen; auch Kavallerie mutzte die Zurückflutenden vorwärts peitschen. Es ist ein Tag furchtbaren Gemetzels, an dem die Russen feinen Meter Boden gewinnen. Abends um 6 Uhr läßt die russische Artillerie, die immer wieder neue Stürme vorbereitet hätte, nach. In der Rächt knattert noch das nervöse Schietzen nach einer großen Schilacht, weil sieh! Sanitätssoldaten, Krankenträger ans den Vor­ feldern begegnen und man die Bewegung mitzbentet}. Vom 4. September an herrscht dann völlige R^'he an der Front. Trotzdem ein eifriges Begraben angeht und wir die Russen nicht am Abtransport ihrer Leichen Ijinbern, sieht man am 6. noch dichte Kolonnen, wie von der Sense gemäht, nebeneinander aus den Hängen östlich von Bienewhof liegen. Wenn man von jeder Schätzung, die Ba­ taillone und Regimenter eingereicht haben, die niedrigsten Zahlen nimmt, kommt man auf 17 50© russische Tote. Die Verluste an Ver­ wundeten sind drei- bis vier Wal so groß. Es heißt wahrscheinlich, die Zahl viel zu niedrig lbegrenzen, wenn man 75000 Mann russische ^Verluste errechnet. Man ist diesen Zahlen gegenüber mit Recht zurückhaltend geworden. Ueberall gingen ja die russischen Angriffe weiter trotz der Riesen­ verluste. Aber auch die russische Flut, die im (Bornimer so unerschöpflich scheinbar gegen Wolhynien brandete, hat nun im Herbst die Höhe ihrer Kraft überschritten. Eine Nieder­ lage, wie die von Swiniuchy, mutz in dieser Zeit höchster Anspannung ihren guten Teil zu einer weiteren günstigen Entwicklung auf der gesamten Ostfront 'beitragen. (Kb.) Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. ────────── Schlarg heran, sagte ihr Sprüchlein puf und reichtie Anne-Rose die Blumen. Diese war sehr bewegt. "Ganz feierlich war ihr zumute, als ssie sich sagte, datz jetzt Das Wohl und Wehe: all dieser Menschen, die sie begrüßten, von ihr abhängig war. SvTvr etttem feuchten strahlenden Blick er­ hob ssie sich im Wagen und überflog die ganze Verseammlung. Ein liebes, gütiges Lächeln lag tauf ihrem schönen Gesicht. Ein vielstimmigerr Begrühungsruf scholl ihr entgegen. Sie winktte bewegt mit der Hand und. sprang, aus Doktror Haffner gestützt, aus dem Wagen. Sie hätte in ihrer Herzensfreude jedem etwas Freumdliches gesagt. Da das nicht anging, eilte sie auf Frau Engel unb den Inspektor zu, statzte ihre Hände und bat sie. den Leuten zu sclkgen, daß sie sich immer, bemühen wollte, eine gerechte und gütige Herrin zu sein, und daß dieser Tag für alle ein Festtag sein sollte!. Taube Jettchen aber hielt an Anne-Roses Stelle eine kleine humorvolle .Ansprache an die Leute und hatte den Erfolg, lauter lachende Ge­ sichter vor sich zu sehen. .: r ",Ra, Gott fei Dank, Leute, datz Ihr wie­ der Lachen könnt. Run, bin ich möcht einmal so gern ist Retzbach.. Und das Lachen wollen wir tolle nicht wieder verlernen, es.soll uns bei d,er Arbeit und in den Feierstunden nicht ausgehen. Bergetzt nicht, daß der liebe Gott fröhliche Menschen gerne sieht." i Mit diesen Worten folgte sie ihrem Bruder und Anne-Rose ins Haus. Es begann nun ein ganz anderes Leben in Retzbach. Ein heller ffischer Zug ging durch das ganze Haus. "Da­ für sorgte in der Hauptsache Tante Jettchen, deren fföhliches Gottvertrauen auf alle Men­ schen belebend wirkte. Gleich "am nächsten Tage ließ der In­ spektor Anne-Rose um eine geschäftliche Unter­ redung bitten. Sie empfing ihn in Gegenwart ihres Vaters in dem ehemaligen Arbeitszim­ mer -Malte von Retzbachs. Dhne Umschweife brächte der Inspektor sein Anliegen vor. "Gnädiges Fräulein verzeihen, ich wollte Mir nur die Anfrage, erlauben, dB ich be­ fürchten mutz, meine Stellung zu.^ verlieren, wenn Herr von Retzbach hierher kömmt. Ich will im Herbst Giraten und möchte Meine Stellung natürlich nicht gern verlieren. Muß es aber.sein, dann mächte ich es gleich! wissen, damit ich mich nacht Mvas anderem umsehen kann." . , ( ' ■ (Fortsetzung folgt.) flankierten, zu umwinden. Das sah sehr lustig ztwo feiltet) aus. und wenn Xante Jettchen hätte hören und sehen können, wie lebhaft die Mägde bei diesem Geschäft scherzten u.nd lachten, dann wäre sie wohl zufrieden ge­ wesen. Stau Brigitte hatte nicht viel Mühe gähabt, den gar zu düsteren, stillen Ernst aus dem Hause zu treiben. Jhtt: einige der älteren Diener konnten sich nicht so leWt in den neuen Ton finden. Die Fenster standen fast alle, offen, um der storeilig warmen März­ sonne ungehinderten Einlatz zu gewähren, und drüben von den Wirtschaffsgebäuden herüber hörte man Gesang. Um die iMjittagszeit sammelten sich die Be­ amten und Diener um den Inspektor und Frau Engel auf der Freitreppe. Auch Doktor Haffsner hatte sich eingefunden, Uly die An­ kommenden yt begrüßen. Alle trugen festliche Gewänder, und ein hübsches Hausmädchen stand ijn weißen bleibe mit einem Blumenstrauß für die. junge Herrin von Retzbach hör Frau Brigitte und .sagte zur Probe noch einmal ihr eingelerntes Begrützungsberslein aüf. Cs Hing recht gut. Und nun sah, män den WätzeN fohtmeh. Äleich datäirf hielt ‘er bor tfec FreMepve. Das weißgekleidete Hausmädchen trat an den ────────── Tages-Uebersicht. Ter Kaiser hat dem deutschen Kronprinzen das Eichenlaub zum Orden Pour le merite ver­ liehen . _ Ter Orden Pour le merite wurde, den württernbergischen Generälen der Infanterie Frhrn. v. Matter und Frhrn. v. Hügel ver­ liehen. _ / Ter Gerstenhöchstpreis wurde von 300 Mark auf 280 Mark herabgesetzt. Tie Obsternte wurde infolge des Zu­ rückhaltens der Besitzer und des Handels in mehreren preußischen ^Armeekorpsbezirken ent­ eignet und für den Ankauf von Zwetschgen der Preis von 10 Mark, für abgefallenes öder geschütteltes 'Tafelobst 7,50 Mk. per Zentner festgesetzt. Für Fabrik- und Wirtschaftsobst wird der Preis erst bestimmt. Sven Hedin, der von einer sechmonatlichen Studienreise in Syrien, Mesopotamien, Arabien und der Halbinsel Sinai zurückgekehrt ist, berichtet in den Blättern über seine ausge­ zeichneten Eindrücke, namentzich in Syrien, wo Dschemla Pascha ein wahrhaft grötzartigesWerk vollbracht habe, das ihn als grötzen Mili­ tärs- und notzh größeren Staatsmann zeige. Die Zahl der in Syrien gegründeten Fabriken, der Ueberflutz an Getreide und Nahrungsmit­ teln sei geradezu verblüffend. Sven Hedin, der morgen nach Stockholm zuurückreist, wipd ein Werk über die Türkei veröffefentlichen. Wie aus Kartoffelmehl GÄold gemacht wirb. Unter der Überschrift , "Pudding-In­ dustrie" bringt der holländische e Groninger "Rieuwsblad van der Noorden" " unter dem 1. September folgenden sehr beachtetenswerten Ar­ tikel: "Das Unglück in einer Puiuddingfabrik zu Amsterdam, wobei eine Anzahl E Mädchen ohn­ mächtig wurde, weil sie in vielel zu Wärmen und zu kleinen Räumen arbeiteten mutzten — die Fabrik ist bereits durch die 1 Arbeitsinspek­ tion geschlossen — hat die AAusmerksamkeit auf eine Industrie gelenkt, die sisich in der letz­ ten Zeit gewaltig entwickelt hhat. Ueberall entstehen augenblicklich Puddingagfabriken und -fabrikchen infolge der grotzep T Verdienste, die im Puddingpulver zu holen sindad. ,L>et Volk" vernimmt darüber von einem ^.Fachmann das folgende: "Es werden in Deutätschland große Geschäfte in Kartoffelmehl gemmacht, das mit Erlaubnisschein aus unserem Lamnde ausgeführt werden darf. Die hohen Verdioienste nahmen aber ein 'Ende, als in Deutschlaland alles ein­ geführte Karlöffelmehl zu einetem bestimmten Uebernahmepreis an die Zentralalstelle abgelie­ fert werden mutzte. Die Kriegs;sgewinnmacher wutzten aber auf diest Matzregejek eine andere Melodie zu finden. Sie machtyten etwas Es­ senz zwischen das Kartoffelmehchl, so datz es Farbe und Geschmack bekam. Atzluf diese Weise wurde aus Kartoffelmehl Puddivingpulver oder Puddingmehl gewonnen, welcheses in Deutsch­ land frei eingeführt und verhchandelt werden durfte, ohne der Preisbestimmmung einer Zen­ tralstelle zu unterliegen. Fabnriken und Fa­ brikchen wuchsen nun wie Pilze t aus der Erde, und das sogen. Puddingmehl t wurde in ge­ waltigen Mengen in Paketen uunb Ballen bei Waggonladungen über unsere ösMlichen Grenzen gebracht, und das deutsche Volk,?, webchies Hun­ ger litt, kaufte dies chemisch gesefärbte Kartogi­ felmehl zu 'höhen 'Preisen. Alss Folge davon ging der Kaptofselmehlpreis aurch in unserem Lande in die Höhe . Früher kosstete die Ware 11—13,50 Gulden die 100 Killogramm. Jetzt ohne Ausfuhrerlaubnisschein 263 Gulden, und mit Ausfuhrerlaubnisschein "murr" 60 Gulden für 100 Kilogramm. Jnzwischeen ist nun in Deutschland beschlossen, datz aauchi das Pud­ dingmehl der Zentralstelle zu eetnem bestimm­ ten Uebernahmepreis ausgeliefgert werden mutz, so datz augenblicklich einigge Unsicherheit herrscht, aber die Herren Kriegqsgewinnmacher werden auch hierauf schon wiedder etwas fin­ den." Zu diesen Aussührungeen des hollän­ dischen Blattes bemerkt der int Leer erschei­ nende Allg. Anzeiger für Oststfriesland, datz die Firma Leo Wijnberg, "Golddbronzefabrik", Abt. "Puddingpulverfabrik" * (C5hem. Fabrik "Reform") in Amsterdam dieser -Tage ihr Pud­ dingpulver in Kisten von 5000 Paketen zu je 45 Gramm mit 35 Gulden glckeich 80,50 Mk. per Kiste gegen bar ab Amstzteirdam anbotRechnet man die Herstellungskkosten aus 69 Mark für 100 Kg., so verbleibt l dem Fabrikan­ ten der "bescheidene" B?rdiensist von *28 800 Mark — düf je 10000 Kg. Muddingpulver. Bei Wnahme ganzer Ladungern auf einmal ist die Firma bereit, den Preis etwas billiger zu stellen, ebenso bei Abnahme ivon 200 Zent- nern in Säcken. In letzterem Falle werden die 100 Kg. mit 70 Gulden gleich 161 Mark berechnet, so datz lebenWaggon den, wenn auch nicht so grotzen, doch immerhin noch! -unstän­ digen" Gewinn von 9200 Mark abwirft. Man merkt, dje Firma Leo Wijnberg versteht es dyrzüglich, "Goldbronze" in echtes Gold zu verwandeln. Auch hier in Deutschland gibt es Puddingfabriken, die auf die angegebene oder ähnliche Weise in Holland Kartoffelmehl zu 'Puddingpulver umarbeiten und dann eben­ falls über die Grenze bringen. Welche fabel­ haften Summen auch diese Fabriken verdienen müssen, kann, man vielleicht daraus ersehen, datz; der billigste Pudding von "45 Gramm' dem Händler im Einkäufe 0,15. Mk. oder 3.32 Mark pro 100 Kg. kostet. Jedenfalls wäre es sehr zuwünschen ,wenu wie in Holland, auch bei uns die Anständigen Behörden sich dieses einträgliche Gewerbe einmal etwas nä­ her ansehen würden. . Französische Ehrungen von kinderreichen Müttern. Der Abgeordnete Peyroux brachte in der französischen Kammer folgende Vorlage ein: Die Familienmütter, die zwölf oder irtetjr lebende oder verstorbene Kinder haben, wer­ den auf dem Tableau des Legion d'HonneurOrens eingetragen werden, immerhin mlit Aus­ nahme derjenigen, die der Ordensrat für un­ würdig !hält, darauf zu figurieren. (Z.) Eine Niederlage der kanadischen Regie­ rung. Daily Telegraph berichtet am Freitag aus Vaneouver: Die Liberalen erhielten bei den Wahlen eine überwältigende Mehrheit.Ver­ mutlich haben sämtliche Minister ihren Sitz in der Kammer verloren. Man erwartet deuRücktritt der Regierung. (Z.) ────────── Allerlei. Eiche Knh mit drei Kälbern. Im Hause des Wagners Säger in Ganetsreit (Cberöfterr.) warf eine Kuh drei lebende Kälber. Es war für den Besitzer um so mehr eine Ueberraschung, als die Tiere nächtlicherweise ohne jede Menschliche Hilfe zur Welt kamen und früh morgens beim Eintritt in den Stall gesund und frisch vorgefunden wurden. Drei Arbeiter verbrüht. In bet Kafsenfabrif Bauer in Zürich, waren mehrere Arbei­ ter damit beschäftigt, Stahlplatten von dem Härtevfen in das Abkü hlungsbaffin zu schaf­ fen. Aus unbekannter Ursache stürzten nun mehrere weißglühende Stahlplatten in das Wasser, das sofort zu Sieden kam. Zwei Ar­ beiter wurden durch die hervorquellenden Dampswolken gräßlich verbrüht, ein dritter Arbeiter, dessen Kleider durch das glühende Härtepulver Feuer gefangen hatten, erlitt le­ bensgefährliche Brandwunden. unermüdliche sie« Patrouilleusühirer des 11. Jnf.-Rgts.. hatte Unteroffizier Heinrich Seidl der 1. Kom­ pagnie aus Schwarzenbach, B.-A. Kötzting, schon fast ein halbes tausend Schleich,gänge hinter sich und dabei nicht.nur das Eiserne Kreuz und das Militär-Verdienstkreuz, sondern auch die Tressen errungen, als er sich neuer, dings auf mehrfachen Erkundungen von der Möglichkeit überzeugte, innerhalb des franzöfischen Drahtverhaues einen Horchposten auf­ zuheben. Selbst zur Ausführung erböttg, mach. te er sich, nachdem er in einer der vorausgehen, den Nächte das Hindernis unauffällig durch­ schnitten hatte, beim Morgengrauen des 20. April 1916 nebst dem Unteroffizier Georg Träxler von Thannstein, B.-A. Neunburg v. 83$., dem Ersatzreservisten Johann Legl aus Neunburg v. W. und ckinem weiteren Frei­ willigen aus den Weg und verbarg sich nach Abzug des feindlichen Horchpostens samt seinem Gefährten Legl in dem vom französischen Gra­ ben-nur 10 Meter entfernten und zum Teil mit Wasser gefüllten Loch, wo beide eng zu­ sammengekauert volle 16 Stunden unter eisi­ gem Wind und zeitweilig schweren Regengüs­ sen regungslos aushielten. Inzwischen sorgte Träxler in einem seitlichen Granattrichter für die Sicherung und mutzte mit dem vierten Ka­ meraden halb im Wasser liegend die gleichen Unbilden des Wetters über sich ergehen lassen. Ms die Franzosen endlich am Abende den Horchposten wieder bezogen, kamen nicht wie sonst 2, sondern 8 Mann dicht hintereinander in gebückter Haltung anmarschiert. Trotzdem verzichtete Seidl keineswegs darauf, einen Franzosen lebend einzubringen, ließ vielmehr die Gruppe ruhig herankommen, stürzte sich, sobald Legl den vordersten, in seine Deckung hineinblickenden Mmn über den Hausen ge­ schossen hatte, auf den Feind und suchte unge­ achtet eines wütenden Angriffes der anderen den in den Drahtverhau geratenen und laut­ aufschreienden Verwundeten herauszuziehen, griff auch Träxler mit seinem Begleiter in das Handgemenge ein, streckte zwei Franzosen nieder und trieb den Rest zurück, doch brach nunmehr von allen Seiten so heftiges Feuer aus den Gräben los, datz sich Seidl, um das Leben seiner Leute nicht unnötig aufs Spiel zu setzen, zum RückAtge veranlaßt sah. Wäh­ rend er und Legl sich aus dem Drahthindernis herausarbeiteten, boten ihnen Träxler und sein Gefährte durch Schnellfeuer einigenSchiutz. Vollständig durchnäßt und erstarrt, aber sonst wohlbehalten, kehrte die Patrouille nach 18 Stunden Bettn. Für diese ungemeM kühne, mit aller Beharrlichkeit ausgeführte und nur durch unabwendbare Umstände erfolglos ge­ bliebene Unternehmung sahen sich der schneidige Führer Unteroffizier Seidl mit der Goldenen, seine Begleiter Träxler, ebenfalls einer der besten Kundschafter des Regiments, und der erst kurze Zeit an der Front stehende Ersatz­ reservist Legl mit der Silbernen Medaille be­ lohnt? Träxler und Seidl befanden sich be­ reits im Besitze des Eisernen Kreuzes wie des Militär-Verdienstkreuzes. Trister«, 17. Sept. (Einbruchsversuch.)Der Sohn des Schreinermstrs. Zeilinger in Neu­ kirchen sah sich in einer der verwichienen Nächte plötzlich in seinem Schlafraume zwei Einbre­ chern gegenüber. Der beherzte Bursche ergriff sofort einen Revolver und schoß "damit auf die Eindringlinge. Diese flüchteten eiligst, wo­ bei einer Schmerzenslaute ausstieß, ein Zeichen, daß er getroffen wurde. Beute konnten die Einbrecher nicht machen. Passau, 18. Sept. (Der Aufsichtsrat) der Bayer. Löwenbrauerei Frz. Stockbauer A.-G. in Passau? schlägt Nach Rückstellungen und Abschreibungen in bisheriger Höhe wieder 6 Prozent Dividende zur Verteilung vor. Für die Familien im Felde stehender Bedienste­ ter der Brauerei sowie für Kkiegsunterstützungen wurden ähnlich den Vorjahren "10 000 Mark bereitgestellt. Die Generalversammlung findet am 28. Oktober c. in Pasfau statt. ────────── Lokales. Landrhut, 19. September. —* Das Eise rne Kreuz 1. Klasse wurde betn Major d. Res. und Bataillonskom­ mandeur im 12. daher. Landwehr-JnffMgt. Herrn Max Wagner. Regierungsrat an der K. Regierung von Mederbahern verliehen . —* Das Eifer ne Kreuz wurde dem Unteroffizier einer Maschinengewehrabteilung Herrn Josef Huber, Sohn des Herrn Kupfer­ schmiedmeisters Huber hier verliehen. —* Mahnung zur Sparsamkeit. Das K. Stacitsministerium des Innern für Kir­ chen- und Schulangelegenheiten erläßt eineBekanntmnchung, in der es die weitere Ausbrei,tung des Schulsparwesens für angezeigt und wünschenswert bezeichnet. Die jetzigen ern­ sten Zeitverhältnisse erfordern allgemeinesZusammenwirken zur Erhaltung und Stärkung der finanziellen Leistungsfähigkeit des Vol­ kes, dazu sei auch notwendig, daß in wei­ terem Umfange und nachdrücklicher als bis-her schon bei der heranwachsenden Jugend zur Vermeidung unnützen Geldverbrauches und zur Ansammlung von Mitteln für gute und wich­ tige Zwecke Sinn für Sparsamkeit und Ent­ haltsamkeit geweckt und gepflegt wird. —* Vorsorgen oder Hamstern! In Kriegszeit hamstern ist etwas häßliches, und die Hamster nennt man darum auch mit Recht Feinde im eigenen Lande. So schädlich das Hamstern für das Allgemeinwohl ist, ebenso schädlich kann aber auch! eine zu geringe Vor­ sorge feein. Wer vorsorgt hamstert noch lange nicht. )Z. B. ist es unbedingt notwendig, daß sich die; Familien rechtzeitig mit Kartoffeln eindecken, denn bei demMangel anGefpannen und der geringen Zahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte ist mit Sicherheit da­ rauf zu rechnen, daß im kommenden Frühjahr und Sommer Perioden großer Kartoffelknapp­ heit kommen werden . Wie wir zuverlässig wissen, hat die stöbt. Lebensmittelstelle da­ durch Vorsorge getroffen, daß die Stadt selbst große Kartoffelmengen kaust und einlagert, I ob diese Mengen aber unbedingt ausreichend sind, ist natürlich staglich, nachdem mangels anderer Lebensmittel der Kartoffelkonsum ge­ waltig steigen wird. Deshalb kann nur drin­ gend empfohlen werden, daß alle Familien deren Mittel es erlauben, sich Kartoffelvor­ räte in den Keller legen. — Eine Not droht dann auch Lus dem "Gebiete der Milchversorg­ ung. Schon vor Wochen hat die stöbt. "Lebensmittelstelle die Kaffees, Hotels und Gasthäuser aufgefordert sich mit Trockenntilch und kon­ densierter Mflch einzudecken. Es würde" gewiß im Interesse der Milchversorgung der Bevöl­ kerung Landshuts liegen, wenn auch Private, die sich große Auslagen leisten können, Trokkenmilch und kondensierte Milch vorkaufen würI den. Trockenmilch eignet sich vorzüglich zur Bereitung von Mehlspeisen, während aber kon­ densier te Milch verdünnt die Frischmilch! vollftönbtg; ersetzt. Es kann ein mäßiger Vorkauf von beiden Milcharten nur dringend empfohilen werden, denn die Milchknappheit wird Wie schon erwähnt einen ganz erheblichen Umfang I annehmen. 8 —*Die Einstellung von Mo torp ostI linie n hat auch bet uns die Frage gezeiI tigt, tote lange die Motorpostlinie nach Vel­ den Wohl noch verkehren wird. Diese Frage ist allerdings nicht zu. beantworten. Die Postfl Verwaltung wird die Linie aufrecht erhalten, fl so lange ihr die Lieferung von Gummi dies | gestattet. -Von den 18 niederbaherischen LiI men verkehren gegenwärtig noch sechs und diese 8 werden den Betrieb wenn auch nur beschränkt, | aufrecht erhalten, so lange dies irgend möglich I ist. Wir dürfen auch versichert sein, daß die Postverwaltung alles tun wird u. den Betrieb, dieser letzten Linien erst einstellen wird, wenn die eiserne Notwendigkeit sie hierzu ztöingt. —* Ein Fahrrad "wurde gestern aus ei­ nem Hause in der Land von einem noch unbe­ kannten Täter gestohlen. —* Der Diebstahl von Obst uAb Feld­ früchten wird heuer, tote schon des öfteren er­ wähnt, in gewissenlosester Weise betrieben. Ge­ stern wurde bei einem Taglöhner in Achdovf ein solches Diebsnest ausgehoben. Dieser hatte sich mehrere Zentner Kartoffel, Kraut, Blau­ kraut und andere Feldstüchte zusammengestohlen, die er in seiner Wohnung verwahrtes. Der Dieb wurde zur Anzeige gebracht. —* Vorsicht mit Zündhölzern. Wel­ ches Unheil Zündhölzer in Ktndeshänden an­ stiften können, zeigt ein neuer Fall in der benachbarten Moosburger Gegend. Dort er­ wischte der 5jährige Maurerssohn Emlander in Freundbach Gd. Schweinersdorf, während seine Mutter mff dem Felde arbeitete, in der Küche Zündhölzer und zündete ln der Schupfe des Anwesens ein Feuer an, das fn kürzester Zeit das ganze Anwesen in Asche legte. Nach­ barn konnten nur das Vieh retten. Alles übrige, Inventar und Ernte, wie Futtervor­ räte sind verbrannt. Der Vater des Kna­ ben steht im Felde. Der Schaden ist um so größer, als das Inventar nicht versichert war. ────────── 35. Sitzung des Stadtmagistrats Landshut vom 16. Seplem' er 1916 Vorsitzender: Heir Rechtsrat Cosia (Schluß.) Inder V ol kskü che hat sich die Kamin­ anlage als unzureichend erwiesen. Soll geän­ dert werden. Das Bang esuch des k. Eisenbahnsekre­ tärs Johann Steber auf Erbauung eines Wohnhauses wird zu den üblichen Bedingun­ gen genehmigt. Das Baugefuch des Metzgermeisters Andreas Schöner aus ^Erbauung eines Rück­ gebäudes wird erinnerungslos genehmigt. Zur Kiesentnahme aus der Isar benützt Herr Baumeister Cormeau städt. Grund am Hochwasserdamm. ^s war feinet* zeit beschlossen worden, daß Cormeau hiefüv die Benützung von Gemeindegrund innerhalb der Stadt bezahlen solle. Cormeau ersuchte nun, ihm nur die Gebühr für Benützung von Grund außerhalb der Stadt zu berechnen. Es wird beschlossen, eine Gebühx von drei Mark | Pro Monat zu erheben. Nach Benützung ist der Gründ wieder vollständig gereinigt der Stadt zu übergeben. ────────── Letzte Posten. Tie französische!» Drückeberger. Wie aus Paris gemeldet wtzcd, setzte das französischer Ktkegsministerium einen Aus­ schuß ein, der die verschiedenen Lazarette und Hospitäler besuchen und Maßnahmen treffen soll, um dem Simlulantenunwesen unter den Soldaten ein Ende zu machen. Es soll festge­ stellt sein, daß die Verwundeten überhand neh­ men uno eine Masse den Aufenthalt in den Lazaretten mit Fleiß verlängern, sö daß es vielfach unmöglich ist, für die täglich! eintref­ fenden Scharen neuer Perletzter aus der Of­ fensive an der Somme Platz zu schaffen. Das französische Rote Kreuz richtete an das ameri­ kanische Rote Kreuz die Bitte um Ueberlassung von Sanitätspersonal. (Z.) Ei« Politisches Duell. r Genf, 19. Sept. Zwischen dem früheren Sekretär des Königs Konstantin, der wegen der Haltung des Königs seinen Rücktritt er­ klärt hatte, und dem ehemaligen Minister des Aeußeren Streit wird in den nächsten Tagen ein Duell stattfinden. Streit gilt als intim­ ster Vertrauensmann und Berater des Königs'. ────────── Inserate. ────────── Dienstesnachrichten. Staatseisenbahnverwaltung. Berufen in «tatsm. 'Weise: Vorarbeiter "im Rangierdienste Jos. Eis«Ie von München Hbf. nach Passau Hbf. In den Ruhestand versetzt: ab 1. Sept. c. Streckenwärter Joh. Strobl Bm. 2 Landshut für immer.