Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-09-25. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 261, 1916-09-25. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Dentfche Erfolge in den Karpathen und in SiebeuSiürgea. — 35 feindliche Flugzeuge im Westen abgefchoffeeu. r Im Westen ist die Schlacht an der Somme nach nur kurzer Pause wieder mit neuerHeft tigkeit entbrannt. Am Freitag rannten die Franzosen gegen unsere Linie zwischen ComjblespRancourt und die Engländer bet'Coreei­ lettes an, am Samstag bei Courcelettes, Rancourt und Bouchavesnes. Alle Angriffe 1 der Feinde scheiterten. Der Artilleriekampf hat eine bis jetzt selten erreichte Heftigkeit angenommen, was auf neue Angriffe fchlistzstn läßt. An der Maas lebte die FeuertätiK feit gleichzeitig erneut auf. Unsere Flieger hatten zahlreiche für sie erfolgreiche Luftkämpfe zu bestehen. 'Ts "wur­ den an den letzten zwei Tagen 35 feindliche Flugzeuge herabgeschossen, während wir nur sechs Flugzeuge einbüßten. Für ihre schlechten Erfolge rächten sich die Franzosen durchFliegerangriffe auf Mannheim und die Orte hin­ ter unseren Linien, bei denen in Mannheim 1 und in Lille 6 Bürger das Leben einbütz-, ten. y l : * 11 '{ ‘ Im Osten erneuerten die Russen ihre Maffemmgriffe bei Zborow. Wo sie in unsere Linien einzudringen vermochten, wurden sie bald wieder hinausgeworfen, wobei sie über 700 Gefangene zn unseren Handen lassen muß­ ten. In den Karpathen ßonnte an der Lu,dowa und an der Baba Ludowa früher ver­ lorenes Gelände zurückerobert werden. Bei Kirelibaba ist der Kampf von neuem enx< brannt. f In Siebenbürgen wurden beiderseits von Hermannstadt und am Vulkanpatz rumänische Angriffe blutig abgewiesen. In per Dobrudscha wurden rumänische Vorstöße zurückgeschlagen. . In Mazedonien hat der Gegner das Ge­ lände südlich der Bela Planina bis zum Krusa Balkan geräumt, v 1 Auf dem italienischen Kriegsschauplatz wurden im Karstgebiet, an der Dolomitenp und an der Fassaner Front italienische Ani-griffe abgewiesen. Der Gipfel des Monte Cimone wurde von den österreichisch-ungarischen Truppen.in die Luft gesprengt. "Hierbei Wun­ den mehr als 400 Italiener gefangen genomimen. ' Unsere Marinelustschiffe haben in meh­ reren Geschwadern wieder einmal London einen - Besuch abgestattet und ihre Fahrt sogar bis in •Hie Mitte von England ausgedehnt. Brände Und Trümmer bezeichneten Hren Weg. 'Leider sind zwei der Luftschiffe den feindlichen Brand-bomben zum Opfer gefallen, von Ideren einem die Besatzung den Heldentod geffunden hap. .Ihr wird ein ehrendes Gedenkenn in allen deutschen Herzen bewahrt bleiben.. ────────── hange der Cimbroslawa in früheren Gefechten eingebaute Teile unserer Stellung im Um­ griff zurück. ( Nordöstlich von Kirlibaba /sind hartnäckige Kämpfe im Gange. Kriegsschauplatz in Sietzenbürgerst. Am VuMnpaß und westlich davon wurden mehrere rumänische Angriffe abgeschlagen. Bnlkanftriegsschanplatzi. HveresfroUt des Geueralseldmarschalls vvnl Mackensen. Keine wesentlichen Ereignisse. 'Ter 1. Generalquartiermeister!: Ludendorff. ────────── Der österr.-ung. Bericht. WTB. Wien, den 23 . September. — Nnttlich wird gemeldet: westlicher Kriegsschauplatz,. 'Krocht gegen Rnnräuieu. Der Vulkan-Paß ist vom Feinde gesäu­ bert. Bei Nagh-Rzeben IHermannstagt) wurde der Angriff Weier rumänischer Divisionen ab­ geschlagen. Es blieben 3 Offiziere und 526 Wann in unserer Hand. Südlich' von Holczmanh (Holzmengen) drückte der Gegner unsere Sicherungstruppen etwas zurück. Heemsfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. In der Dreiländerecke südlich von Dorna Watra warfen wir rumänische Abteilungen durch Gegenstoß. Bonft wurde nur südwest­ lich des Gestütes Luczina und im Ludowa«Gebiet stärker gekämpft. Heeresfront d«s Geueralfeldmarschalls PxichKen Leopold von Bayern. Aus dem Berichte der Armee des Ge­ neralobersten von Böhnv-Ermolli wird nach­ träglich gemeldet, daß am 19. ds. ein österr-ungar. Kampfflieger zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen hat. , Bei der Armee des Generalobersten von Terszthanski ruhte, vom Geschützfeuer abge­ sehen ,seit gestern vormittags der Kampf. Italienischer Kriegsschauplatz. Auf der Karsthiochfläche wurden mehrere Annäherungsversuche bei Gegners abgewiesen. An der Dolomitensront scheiterte ein feindli­ cher Nachtangriff auf unsere Stellungen am Hange des Monte Sief. Nördlich Arsiero sprengten unsere Truppen heute früh den am 24. Juli von den Italienern besetzten Gipfel des Monte (Simone in die Luft und nahmen dabei 13 Offiziere, 378 Mann gefangen. Ein Geschwader feindlicher Seeflugzeuge warf bei der Punta Salvore, südwestlich von Pirano, wirkungslos Bomben ab. Südöstlhchpr Kriegsschauplatz. Keine Ereignisse von besonderer Bedeu­ tung. Der stellvertretende Chef des Generalstabes i v. H o e f e r, Feldmarschialleutnant. WTBi. Wien, den 24. September. — Amtlich wird verlautbart: westlicher Kriegsschauplätze Front gegen Rumänien. Im Bereiche des Vulkanpasses wurden ru­ mänische Vorstöße abgeschlagen. Bei Nagy Szeben (Hermannstadt) pich an der siebenbürgischen Ostfront nichts von Belang. Heevesfront des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl. ; Oestlich und nördlich von Kirlibaba setzt der Feind feine Angriffe hartnäckig fort. OestzIlich der genannten Stadt wurden seine Massen nach geringen Anfangserfolgen zum Stehen gebracht und weitere Vorstöße. abgewiesen.Südswestlich des Gestütes Luczina "brach auch!' ge­ stern ein starker, russischer Ansturm, der sie­ bente in den letzten. Tagen, vor der Front der Budapester Honveds zusammen. JmGebiete der Kudowa wurden dem Feinde die von ihm in den lüngsten Gefechten errungenenBoriteile wieder entrissen. Heeresfront des Generalfeldmarschalks Prinzen Leopold von Bayern. Zwischen Zborow und dem obersten Gereth trieben die Russen nach tagelanger Artillerich Vorbereitung gestern erneut starke Kräfte zum Angriffe vor. Schon waren mehrere Maflsenstürme abgewiesen, als es ihnen nachmittags nordöstlich von Perepolniki gelang, in. unsere Liyien einzubrechen. Ein nächtlichler Gegen­ angriff führte nach erbitterten Kämpfen zu völ­ liger Wiedergewinnung aller Stellungen. Es wurden über 700 Gefangene eingebracht und sieben Maschinengewehre erbeutet. Die blu­ tigen Verluste des Gegners entsprechen seiner gewohnten Kampfesweife. Italienischer Krieg-schauplatz. Im südlichen Abschnitte der Karsthochs­ fläche kam es zu Nahkämpfen, in denen unsere Truppen ein Maschinengewehr erbeuteten. An der Fassaner Front wurde ein Angriff eines feindlichen Bataillons gegen unsere Stellumgen auf dem Cardinal durch Feuer Abgewiesen,. Wie nun festgestellt ist, war die von Ober­ leutnant Mlaker ungeachtet seiner Verwuwdung vorzüglich geleitete Sprengung des Ctzmono-Gipfels von vernichtender Wirkung.Eine italienische Kompagnie wurde ganz verschüsttet. Abteilungen des Jnf.-Rgts. Nr. 59 fax­ ten die übrigen Teile der überraschten Besatz­ ung in Flanke und Rücken. Die Zahl der Gefangenen hat sich auf 427 erhöht; auch wurtden zwei Maschinengewehre erbeutet. Der Monte (Simone steht seither unter lebhaftem Feuer der feindlichen Artillerie. - Südöstlicher Kriegsschauplatz: Keine Ereignisse von besonderer Bedeu­ tung. wer stellvertretende Chef des Generalstab«», v. tzoeker, MdmarfchalleUtnant. Der bulgarische Bericht. Sofia, 22. Sept. Generalstabsbericht: Mazedonische Frönt: Alks den Höhlen der Stara Merecka Planina, zwischen demPrefpasee und Florina, nördlich der Biglahöhe, wurde die feindliche Artillerie durch unser Artilleriefeuer zersprengt. Unsere vorderenAbteilungen nähmen die feindlichen Gräben. 'In der Moglenica-Nieberung wurde ein feindli­ ches Bataillon das gegen Sborsko und die Höhe Preslab vorzudringen versuchte, durch Feuer zersprengt. Westlich des Wardar Ruhe. Oest­ lich des Wardar ist die feindliche Infanterie nach starker Artillerievorbereitung vorgegan­ gen; sie wurde durch unser Feuer zuruckgewoß:-- | fen und zum Rückzüge in die alten Stellun­ gen gezwungen. An den Hängen der Belasica Planina nahmen wir die Dörfer Calmisch, Sveti und Petka. Zwischen den letztgenannten Orten und der Höhe Dewa^Tepe ließ der Feind ein Lager mit viel Kriegsmaterial zurück. Strumafront: Schwaches Artilleriefeuer. An der ägäischen Küste Ruhe. Rumänische Front: Längs der Do- I nau Ruhe. In der Dobrudscha entwickelte sich am 21. dU. in der Linie Casieci—Enghez—Kch- I räköj ein großer Kampf. Der Feind griff mit I etwa 20 Bataillonen, drei Batterien und neu» I Eskadronen an. Er wurde durch unseren Ge- I genangriff in die Flucht geschlagen und bis I zum Einbruch der Dunkelheit von unserer Ka- I vallerie verfolgt. | Deutsche Flugzeuge beschossen erfolgreich I die Donaubrücke bei Cernawoda und feindliche I Lager bei den Dörfern Cochivleni- und Jvri- I nez. ' I An der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe;. I Sofia, 23. Sept. Amtlicher Heeres- I Bericht: Mazedo Nische Front:-Auf der I Höhe von 'Staranereischka Planina haben wir I den Kamm des Gebirges südlich vom Dorfe I Popli int Sturm genommen. Der Feind zog I sich in Unordnung zurück und ließ eine große I Zahl, von Toten und Verwundeten zurück. In I der Gegend von Serin (Florinas Ruhe. Auf I der Höhe von Kaimakralan heftiges öeiderseü- | I jtrges Artilleriefeuer und schwache Infanterietätigkeit, Im Mogleniea--Tal schwaches Ge^ schützfeuer. Unsere Artillerie zerstreute zahl­ reiche Ansammlungen des Feindes. Westlich vom Wardar schwaches Artilleriefeuer. Deft#= stich davon war das Feuer heftiger, aber tetJfc weise unterbrochen. Am Fuße der Valastca und an der Front der Struma schwaches bei­ derseitiges Artilleriefeuer. An der Aegäischen Küste Ruhe., I Front gegen Rumänien: Bon der i Donau nichts zu melden. In der Dobrudscha war der gestrige Tag etwas ruhiger. Ein Versuch des Feindes, gegen das Dorf Mustafazi vorzugehen, wurde durch unser erfolgreiches Artilleriefeuer und das Erscheinen unserer Kavallerie vereitelst. Der Feind kehrte auf demselben Wege um und zog sich in seine Steh lungen zurück. An der übrigen Front ent­ wickelten sich schwache Kämpfe der Vortruppen zu unseren Gunsten. An der Küste des Schwar­ zen Meeres Ruhe. Der türkische Bericht. Konstantinopel, 22. Sept. Das tür­ kische Hauptquartier meldet: An der Front von Fellahie fanden Ar­ tillerie-, Infanterie- und BoMberMmpfe statt. Feindliche, getrennt vorgehende Truppen wur­ den durch unser Artilleriefeuer zurückgeschla­ gen. ! An per Kaukasusfront Patrouillewscharmützel und von Zeit zu Zeit Infanteriekämpfe. Wir verhinderten den Erkundungsflug et= yes feindlichen Flugzeuges über der Halb­ insel Gallipoli. Bei dem Angriff vom 18. ds. gegen Tschiolacki-Ada fanden wir große Mengen Dumj-DunchGeschoffe. Oestlich Suez griffen wir feindliche Trup­ pen in der Umgebung des Brunnens von Tavale an und zwangen sie, sich zurücktzkrziehen. " Im Schwarzen Meer warf eines un­ serer Flugzeuge 10 Bomben auf das Linien­ schiff' "Kaiserin Maria" und auf «inen Tor­ pedobootszerstörer. Es wurde beobachtet, daß mehrere Bomben das genannte Linienschiff trafen. ' > , Der Vizegeneralissimus. ────────── sonstwo Irgendwelche Vermerke darüber sich befanden. Die Stempel auf den Plomben er­ gaben jedoch, daß die Wagen bereits mehr als ein Jahr auf dey russischen Eisenbahnen spa­ zierengefahren sind." ────────── Gegen Rumänien. Ter Eernawobacr Brückeukopf unter Feuer. A Nap erfährt aus Sofia über die Kämpfe der vereinigten bulgarisch-deutsch^tür­ kischen Truppen: Wie bereits gemeldet, ge­ lang es in den letzten 'Kämpfen auch in die neue Verteidigungslinie per rumänisch-russsilschen Kräfte Zwischen Rasowa und Tuzla eim= zubringen und denWufolge auch diese Vevteidigungslinie zu durchbrechen. Infolge des überaus bedeutenden ^Erfolges stehen die den ti­ schen Regimenter bereits unmittelbar vor der äußeren Festungslinie des Cernawodaer Brükkenkopses und schwere deutsche Geschütze haben bereits die Beschießung der feindlichen Verlteidigungsstellen aufgenommen. Ebenso stehlen die südlich von Medzidie befindlichen stark ausgebauten und sowohl von den zurückgewtu­ chenen wie .auch von den neu herangezogenen rumänisch-russischen Truppen verteidigtenStellungen unter schwerstem Feuer. Die entlang der Meeresküste vordringenden bulgarischen Kräfte gefährden bereits Constantza. (Z.) Reue Eiulberusitffgen '« Rumänien. ^Genf, 24. Sept. Rach einer Bukarefter Meldung des Lyoner Nouvelliste wird die ru­ mänische Jahresklasfe 1918 am 8. Oktober ein­ berufen werden. (Z.) ────────── Der Krieg mit England. Der Krieg mit England. Englands -Inverfchämtheit. New Y or k, 18. Mept. (Durch Funkspruch vom Vertreter.des WTB. Verspätet eingetrof­ fen.) In einer Rede über die Ausdehnung der britischen Beschlagnahme sagt der demokratische Senator Ghamberlain u. a.: Das ist einfach ein neues Beispiel von Englands Unverschämyheit in der Behandlung von Handelsfragen, die die Rechte der Neutralen berühren. Wir scheinen nichts weiter zu tun als papierne Pro­ teste anzufertigen, durch die nichts erreiche wird; meiner Meinung nach sollte es eine wirksamere Art einer Behandlung dieser Un­ gesetzlichkeiten geben. " Geistige und körperliche Njutereruähruug iul Eluglaud. Haag, 24. Sept '.Die "Nation '"hofft, d«lß selbst durch den lauten Kriegsslärm die furchtbare und erschreckende Mitteilrung nicht übertönt werde, die Lord George Nelwman so­ eben machte, daß von sechs Millionem Kindern aus den verschiedenen Schulen Englands 1 Million geistig und körperlich so heeruntergefotrmten sei, daß sie von dem Unterriicht keinen Nutzen ziehen könnten. Dieser Berichst fällt zu­ sammen mit den Enthüllungen, daß r:unb 60000 Kinder widerrechtlich dem Unterricht; entzogen würden. Aus diese Weise, so sagt kdas Blatt schließlich, fließt das Blut des Lamdes fort, nicht nur auf den Schlachtfeldern ^Flanderns und Frankreichs, sondern bis vor urnsere Tü­ ren. Das ist die schwere Strafe füre die Vev» Härtung unserer Herzen und die ^Dunkelheit unseres Geistes. (Z.) Tie allgemeine Dienstpflicht in Mustralieus. ' Reuter meldet: Der Senat de-es austra­ lischen Bundesstaates beschloß in drritter Les­ ung, die allgemeine Dienstpflicht einner Volks­ abstimmung zu unterbreiten. ────────── Der Luftkrieg. Reue Luftangriffe aus Eugleand. WTB.'Berlin, 24. Sept. In:'der Nacht zum 24. September haben mehesrerce Marineluftsch isfgeschwader Lonpon und militärisch wichtige: Plätze am Humber und in den mittleren Grafschaf­ ten Englands, darunter Nottinghamn undShefsield, ausgiebig mit Bomben beteggt. Der Erfolg konnte überall int starken Bränden beobachtet werden, die noch, lange nach! Ablauf sichtbar waren. Die Luftsüchifse wur­ den aus dem Anmarsch, vor dem Meberschreiten der englischen Küste von Bewaächungssahvzeugen und beim Angriff selbst ddurch zahl­ reiche ' Abwehrbatterie'n außerordemtlich stark mit Brandgeschossen unter Feuer genommen und haben einige der Batterien durch gitf ffc* gende Salverschüsse zum Schweigen gebracht. Zwei Luftschiffe sind dem feindlichen Abwehrfeuer über London zum Opfer gefallen, alle übrigen unbeschädigt zurückgekehrt. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Amsterdam, 24. Sept. Cf fügtet! wird aus London gemeldet: Eine AnUahl feindslicher Luftschiffe besuchte heute (Samstag) nachts die Ost- und Südostküste Englands und warf auf verschiedene Städte Bomben ab. Der Angriff dauert noch fort. Ter englische Berscht über best Luft­ angriff. London, 24. Sept. (Amtlich.) 14 oder 15 lenkbare Luftschiffe nahmen an dem Angriff mtf Großbritanien in der letzten Nacht teil;. Dre Grafschaften im Güdosten, Osten und in der Mitte des Landes und Ostlincoln svurden hauptsächlich heimgesucht. Der Angriff auf London wurde von zwei Luftschiffen aWgeP führt, die aus' südöstlicher Richtung zwischen Mitternacht und 1 Uhr kamen. Flugzeuge stiegen auf und die Kanonen des Spezial?-, dienstes eröffneten das Feuer und trieben die Luftschiffe zurück. Immerhin wurden aus die südlichen und südöstlichen Teile' Bomben ab­ geworfen. Leiden wurden 28 Personen getöstet und 99 verletzt. Zwei Luftschiffe wurden über Essex abgeschossen. Beide waren große Luftschiffe neuer Bauarb Eines fiel in Flantzmen gehüllt herab und ging mit der Besatzung zu Grunde, die Bemannung von 22 Offif* zieren und Mannschaften des anderen wurden gefangen. Genaue Nachrichten über die Zahl der Opfer und den angerichteten Schaden sind noch 'nicht eingegangen. ,/ Ein deutsches Flugzeug über Dover. WTB. Berlin, 24. Sept. Am 22. Septr abends wurden durch eines unserer in Flan­ dern stationierten Flugzeuge die Militär-BcP racken bei Dover mit Bomben belegt. Fliegerangriff in Rußland. Stockholm, 24. Sept. Die "Birschewijai Wjedomosti" bringt erst jetzt die Mitteilung, von einem Fliegerangriff, der am 5. Septbr. gegen Zarswse Selo (Mililärla^rs gerichtet wurde. Die Flieger hatten 10 Bomben abge­ worfen. Drei Mann wurden verwundet und acht Pferde getötet. Ueber den Fliegerangriff! hüben die russischen Blätter bisher kein Wort gebracht. (Z.) Russischer Fliegerangriff. Berlin, 24. Sept. Am 23. September früh griffen drei ruffische Großflugzeuge die Seestation Angernsee ohne Erfolg an. Eines unserer Kampfflugzeuge brachte bei der Ver-folgung einen dieser feindlichen Doppeldecker östlich Dünamünde zum Absturz. UnsereFlugzeuge sind sämtlich wohlbehalten zurückgekehrt. ────────── toter Vekgtschen leichtern tnt "Schlepptau nach England abfuhren, kehrten im Laufe des Abends ohne Leichter zurück. Die Leichter wa­ ren von einem deutschen Unterseeboot in der Nahe des MagDleuchtschifses versenkt worden. ────────── Mädel bleibt sie doch. Und wir sehen uns natürlich, einen Feiertag verleben “mir doch wenigstens zusammen. Hm!" ,Mewih, Herr von Langendorf. Wir er­ warten Sie alle am zweiten Feiertag zu Tisch," sagte Anne-Rose freundlich. "Top, wird gemacht. Ich melde es, gleich zu Hause. Aber jetzt adieu, Herrschaften, ich will jetzt im Zuckeltrab nach Hauses Astf Wiedersehen also, und einen schönen Gruß an Ihren Herrn "Vater und Tante Jettchen, mit der ich wohl am zweiten Feiertag in Venedig herumgondeln werde." Wachend trennten sie sich. Tie jungen Leute bestellten noch Grütze an "Frau von Lanigenborf, dann ritten sie im schlanken Trab davon. • ' ( Am nächsten Nachmittag, als Lothar mit Annch--Rose wieder durch den Wald ritt, be­ gegnete ühnen die Langendorfer Equipage. Darinnem sah Frau von Langendorf mit Christa und ihrem Gatten. . Christa ließ halten und begrüßte AnnöRose und Lothar in lebhaft herzlicher Weises Ebenso ihre Mutter, die Wchelnd ein Stück Zucker aus der Tasche zog und es Aadh" zu fressen gab. i "Lady" wieherte, als wolle sie ihre frühere Herrin begrüßen. Anna-Rose lobte sie sehr" und klopfte ihr den Hals. ’ In, der allgemeinen Begrüßung siel es nicht aus, daß Hans Rathenow ein wenig blaß und nervös wurde und sich nur flüchtig mit Anne-Rose und Lothar begrüßte. Aber seine Augen ließen nicht von der schlanken anmutigen Reiterin. Und als man sich nach j (einigen freundlichen Worten trennte, sah er j mit einem unbeschreiblich neidvollen Gefühl j Lothar an Anne-Roses Seite weiter reitern, Als sie seinen Blicken entschwunden waren, . da wandte er sich seiner jungen Frau wieder s zu, die sich eifrig mit der .Mütter unterhielt. Christa sah nicht sehr gut und vor- * teilhast gus und ihr Gatte empfand das sehr wohl. I Christa war bisher restlos glücklich ge­ wesen in ihrer jungen Ehe. Ihr Gatte ersetzte Pas ihm mangelnde tiefe Gefühl durch äußer­ liche Galanterien und Zärtlichkeiten. Er hatte sich auch soweit mit seiner Ehe abge­ funden. Aber das Wiedersehen jetzt mit AnneRose riß, die Wunden wieder aus, die seiner Eitelkeit geschlagen worden waren und sachte die Eifersucht auf Lothar wieder an. , i * (gortfeiung lolflf.J Er führte Anne-Roses Hand mit umständslicher Galanterie an die Lippen und schüttelte die Lothars herzlich. Die jungen Leute begrüßten ihn lachend!. Er schmunzelte. , * "Wie das Freifräulein so elegant und sicher trtt Sattel sitzt! Da haben Sie ein Meisterstück vollbracht, lieber Lothar." "Das lag an der Schülerin," wehrte Lo­ thar lächelnd. , i "D nein, es lag am Lehrer!" rief AnstelRose. . "Hm! Na, dann werden wohl beide das Ihre getan haben. Und "Lady" hebt den Kopf so stolz, als wisse sie, welch eine schöne Rei­ terin sie trägt." "Herr von Langendorf, Sie werden mich noch eitel machen." f "Nee, nee, Herrin von Retzbach, das Libts ja garnicht, wenn Sie auch allen Grund dazu hätten,. Aber, ehe ich eins ins andere rede — morgen kommt unsere Christa mit ihrem Gatten aus vierzehn Saget . Mutter tobt schon wie ein Kreisel durch das Lanze Haust Sie trifft Vorbereitungen, als wenn wir Ein­ quartierung betonten. Na ja, so ein Mutter­ herz! Ich freue mich aus mein Mädel, wchi so, ist ja nun eine junge Frau. Aber mein ────────── Kriegsbriefe aus dem Westen. Berlin, den 24. September 1916. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Me Sage im Westen. I Telegramm! unsres Kriegsberichterstatters. Gr. Hauptquartier, den 23. September. Unverändert nehmen die Dauerkämpfe an der Somme den Hauptteil der beiderseitigen Unternehmungen in Anspruch. An der gan­ zen Sommefront bleibt der Artilleriekampf um­ erhört heftig. Der Feind unternahm größere Angriffe nur zwischen Rancourt und Comjbles. Sie scheiterten fast vollständig. Teil­ angriffe zwischen der Mouquetferme und Comjibles waren. ergekmisws, bei Lesboeufs kam es zu Handgranatenkämpfen. An der übri­ gen Westfront war es verhältnismäßig ruhig. Nur in Flandern und im Artois spielten 9Ir£ tillerie- und Minenkämpfe sich weiter im ge­ wohnten Umfange ab. Daneben kam es zu vereinzelten Patrouillenunternehmungen. Im Verdunabschnitte und zwischen Maas und Mo­ sel bleiben die Artilleriekämpfe heftig. In 'zahlreichen LuftWmpfen an der Somme be­ haupten sich unsere Flieger trotz ihrer zahlen­ mäßigen "Unterlegenheit dauernd meisterhaft. m.) W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. Berlin, den 23. September 1916. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) €m englisches Schützengrabenaulomobil an der Somme erbeutet. (Telegramm unsres Kriegsberichterstatters.) Gr. Hauptquartier, am 22. Seht. ' Einer unserer Gegenangriffe setzte uns gestern in den Besitz eines der neuen eng­ lischen Schützengrabenkampfwagen. Diesem erst seit wenigen Tagen an der Somme verwendeten Kampfmittel schrieben die feindlichen, um) in besonders ruhmrednerischer Weise die fran­ zösischen Berichte, namentlich! nach dem Vor­ stoße auf Courcelette und Flers, eine unsgeheure Bedeutung zu. Es sind schwer gepan­ zerte Wagen, von denen der von uns erbeutete sechs Maschinengewehre enthält. Der Zweck ist, diese fahrbaren gepanzerten Werte zur Niederkämpfung unserer Maschinengewehrun­ terstände zu verwenden. Die Wagen sind so gebaut, daß sie auch größere Geländeunebenf heiten, Granattrichter und Schützengräben si­ cher überwinden und Drahthindernisse durchs­ schneiden sollen. Der Wagen sollte nach den französischen Lobpreisungen ein "solches techsni- sches Wunderwerk sein, daß es den Deutschen innerhalb dieses Krieges nicht gelingen werde, sein Rätsel zu ergründen. Nun wird wohl die Bekümmernis groß.Jein, daß man uns die Lösung so zuvorkommend schnell in die Hand gegeben hat. i (Kb.) W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter. ────────── sche Regiment kann inzwischen in erbitterten Stößen die Russen zurückdrängen und die tiefe Einbruchstelle abflachen. Am 2. September beginnen die Russen den Angriff auf die SlotmGora mit nych größerem Artillerieeinsatz. Planmäßig wer­ den alle Reservestellungen, Artilleriedeckun^gen, Unterstände, Annäherungswege unter Feuer genommen, während der Graben.selbst mit Gasgranaten beschossen wird. Gegen Abend zwischen *o und 6 Uhr entwickelt sich der Jnsanteriehauptangriff wieder gegen die gesamte Front Slota-Gora Jaroslawice, er scheitert an der unerschütterlichen Kraft deVerteidigung, ebenso wie ein zweiter Angriff um 8 Uhr abends, bei dem es zu erbitterten Nahkämpfen kommt. 91m 3. September wird vormittags ein starker Angriff in 8 Jnflm,reriewellen vorgetragen, er bricht an den zer­ schossenen und' zersetzten Hindernissen zufammen; um 2. Uhr nachmittags beginnt eine Reihe von Stürmen, die sich bis zum Abend 5 Mal wiederholen. Die Stellung vom 31. August bleibt fest in der Hand der deutschen Verteidiger, die russischen Leichenhügel häufen sich, die Angriffskrast der Russen ist erschöpft, sie können ihre Infanterie selbst unter Anwen­ dung stärkster Mittel nicht mehr aus den Grä­ ben herausbekommen. Diese Erschöpfungspause dauert bis zum 6. September, an dem ein Angriff in drei Wellen auf die ganze Slota-Gorcy-Front vor­ getrieben wird; er scheitert vor den schon wie­ der ausgebesserten Hindernissen'. Ein An-griffsverfuch auf die nördlicher gelegenen Frontteile bei Hükalowce ist am 5. gar nicht recht zur Entwicklung gekommen. Seit dem 6. September geht dann die Eefechtstätigkeit in den Stellungskrieg über. Das Vorfeld wird aufgeräumt, die Gräben gesäubert und ausgebaut die Lembergs Front hat sich stark und fest behauptet. Jedes Lobes wert waren die tapferen deut­ schen Truppen, erklärt General von Eben in einem Befehl, nachdem die Sommerschlacht bei Lemberg abgeschlossen ist. x ! * Vom Unionsberge sehe ich Lemberg im matten Licht eines verschleierten Frühherbshtagesh Die Kuppeln und Türme heben sich in das stumpfe Grau des lastenden Himmelst. Plötzlich leuchtet ein gelber Schjein durch das Wolkengrau, die Sonne kämpft für ein paar Minuten die Wolken zurück. Heller liegt 2em£ berg im Mittagslicht, die noch vollgrünen Parks und Gärten glänzen in dem schönen Stadtbilde. Irgendwo spielt eine Militär­ kapelle. Das fruchtbare Stück Land, die schön gestellte polnische Stadt muß das Auge wie zärtlich umfassen. Der helle Schein eines deut­ schen und österreichischj-ungarischen Heldenkampses glänzt mit dem Namen der schönsten Stadt Galiziens. (Kb.) Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. ────────── Tages-Uebersicht. Unsere griechische!» Mäste. Der griechische Gesandte hat in mündlicher vertrauensvoller Aussprache mit dem Staatssekretär des Aus­ wärtigen Amtes zu erkennen gegeben, daß es seiner Regierung lieb wäre, wenn die nach Deutschland geführten griechischen Truppen bald nach der Schweiz geleitet wurden, um von dort auf einem noch zu vereinbarenden Wege nach Griechenland befördert zu werden. Im Einvernehmen mit der Obersten "Heeres­ leitung hat der Staatssekretär dem Gesandjten erwidert, daß Deutschland die griechischen Truppen in loyaler Beobachtung der mit ihrem Befehlshaber getroffenen Vereinbarung ledig­ lich als Mäste betrachtet und daher grundsätzlich gerne bereit sei, dem Wunsch der griechischen Regierung entgegenzukommen. Wir müßten je­ doch tatsächliche und wirksame Sicherheiten da­ für erhalten, daß die in deutschen'Schutz oufgek uommenen Truppen von der Entente nicht unterwegs ihrem Vaterland entzogen oder für ihre Neutralitätsj-Gesinnung und Betätigung bestraft werden. (WTB.) ────────── Einladung zum Abonnement für das 4. Quartal 1916. Wir ersuchen hierdurch allle unsere Abonnenten bis zum 1. Oktoböer 1916 das Abonnement auf unser Wlatt er­ neuern zu wollen. Neubestellungen können jetzt schon gemacht werlden und werden jederzeit auswärts von t der Post, in der Stadt von unseren Seitungsträgerinnen und in unserer Exxpedition angenommen. Wie seither, so werden rwir auch in der Folge über alle Vorgänge auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen unsere Leser schnell und gewvissenhaft unterrichten. Auch den Ereigrnissen der engeren Heimat wenden wir sorgfältigste Aufmerksamkeit zu. Wir dürfern deshalb erwarten, daß unsere geschätzten Abon­ nenten uns das bisher geschenkte Wohl­ wollen bewahren und durch Anführung von neuen Abonnenten unserem Leser­ kreis erweitern helfen. Als unbedingte Notwendigkeit ge­ hört in jeden Hausstand eine gute Tageszeitung, um stets unterrichtet zu sein über die Vorgänge und Er­ eignisse der Gegenwart. Im nächster Zeit werden wir aller Woraussicht nach wichtige Begebenheiten erleben, ob im Fortgang des Krieges oder in der Anbahnung des Friedens, und es wird doppelt notwendig sein, eimeZeitung zu halten, die für Alt uind Jung Jntressantes bietet. Unser "Kurier für Niederbahern" darf als vorzügliches Familienblatt empfohlen werden; der allgemeine Beifall, welchen diie Leitung unseres Blattes gefunden hat, führt uns stets neue Leser zu. Lurch die Post be­ zogen ist der Biierteljahrespreis Mk. 1.80 (Zustellgebühr 42! Psg), in nuferer Expedition oder Filiale avigeholt 180 Mk., durch die Zettnngs-Trügerii« ins Hans gebracht Ml 1.80. ────────── I« der sozialdemokratischen Reichskonft» vonz siegte die bisher gemäßigte Mehrheit gegen die radekale Minderheit mit gut zwei Drittel Mehrheit. ────────── Bayerische Nachrichten. Schule und Landwirtschaft. In Derücksichjtigung der bestehenden wirtschaftlichen Ver­ hältnisse hat das Kultusministerium die in Betracht kommenden Stellen neuerdings da­ raus hingewiesen, daß für die weitere Dauer des Krieges Schulpflichtige zur Beihilfe best! Landwirtschaftlichen Arbeiten oder zur Ent­ lastung der durch solche Arbeiten von ihren hauswirtschaftlichen Arbeiten abgezogenen Er­ wachsenen vom Schulbesuch • befreit werden können, soweit ein dringendes Bedürfnis vor­ liegt. Sinkt durch die notwendigen "Tchulbefreiungen die Schülerzahl einer Klaffe'oder einzelner Klaffen soweit hvrab, daß ein ord­ nungsmäßiger Schulbetrieb sich nicht mähr lohnt, so können die Lokal- und 'Bezirksschul^ Inspektoren zeitweise die Aussetzung des Un­ terrichtes ganzer Schulen oder Schiulabteilungen verfügen. Das Kultusministerium hält eine derartige Regelung für zweckmäßiger als die neuerlich angeregte allgemeine Verlänge­ rung der Schulferien, da eine derartige Maß­ nahme da und dort über das örtliche Bedürf­ nis hinausgehen würde. SchwindelsirmeN. Das stellv. General­ kommando 1. baher. Armee-Korps teilt mit: Das stellv. Generalkommando hat schon in den ersten Kriegsmonaten wiederholt imr dem Geschästsgebahren der Stickereigeschäftsinha­ berinnen Marie Koneberg, Marie Kriege!, Kreszenz Kolb und Klara Rotenhäusler, sämt­ liche in Kempten, und der Rosa Gebhardt in Scheidegg, k. Bezirksamt Lindau, öffentlich ge­ warnt. Bekanntlich versuchen die Genannten durch zahlreiche Zeitungsannoncen, in denen sie sich gegen Einsendung von 30 oder 40 Pfennig zur Verschaffung lohnender häusli­ cher Nebenbeschäftigung erbieten, ziemlich! wert­ lose Stickereiapparate zu einem dreifach über­ setzten Preis zu vertreiben. Da trotz aller Warnungen immer wieder Frauen aus ^>en ärmsten Kreisen diesem Schwindel zum Opfer gefallen sind, sah sich das stellvertretende Ge>neralkommanöo veranläßt, den genannten Per­ sonen jede öffentliche oder briefliche Reklame zu verbieten. Bei Nebertretungen des Verbots haben die Schuldigen außer der gerichtlichen Bestrafung die Sperre ihres Geschäftes zu ge­ wärtigen. Der Haupttreffer per EiscnbalMcrlottcrie im Betrage von 20 000 Mark fiel einem unkelen Eisenbahnbeamten von Lindau zu. Die Firma H. u. H. Marx hätte dem Beamten eine Anzahl von Losen zum Weiterverkauf zuge­ schickt. Der Empfänger verkaufte alle Lose bis auf das letzte, das er für sich behielt und das mit de mHaupttreffer gezogen wurde. 1 Flüchtig gegangen ist der Briefträger Awdreas Hild von Schweinfurt, der sich an Sol­ datenpaketen vergriffen haben soll. ────────── Lokales. Laudrhut, 25- September. —* Das Eiserne Kreuz wurde dem Gefreiten eines Jägerbataillons Herrn Tho­ mas Kern, Gärtner von hier, verliehen. Der Ausgezeichnete 'fyat leider infolge einer schwe­ ren Verletzung im Kampfe einen Arm verlorertz —* Der Bayer. Militär-Verdienshorden 4. Klasse mit Schwertern wyrde dem Kapitänleutnant Herrn Gg. Meyer, Sohn des hier verstorbenen Herrn k. BrandversicherungstOberinspektors Fritz Meyer,' verliehen. Der Ausgezeichnete wurde bereits nach der See­ schlacht am Skagerrak mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse dekoriert. —• Deo He lbentod für das Vater­ land starb Herr Rechtsanwalt Friedr. Frank in Regensburg, Vizefeldwebel d. R. und Of­ fiziersaspirant im k. 14. bayer. Res>Jnf,l-Rgt!, Sohn des früheren Präsidialsekretärs Ludwig Frank der K. Regierung von Niederbayern/ —* Von der Beschlagnahme ist das Obst, das sich besreits im Kleinhandel befand, nicht betroffen. Als Kleinhändler gilt aber auch der Erzeuger, der seither regelmätzigObst im kleinen an Verbraucher abgegeben hat.; An Verbraucher darf daher in unserem Bezirke Obst abgegeben werden nicht aber an Händler oder Aufkäufer, die nicht im Besitze eines sie zum Kaufe berechtigenden Ausweises sinh. Eine Ausfuhr von Obst ist nur mit Genehmig ung des Magistrates oder Bezirksamtes ge­ stattet. ' ' —* Pferdeversteigerung. Am Mitt­ woch vormittags halb 11 Uhr lätzt der Sättig wirtschaftliche Kreisausschutz von Riederbahern am Biehmarktplatze hier 13 räudebehandelte Pferd e an Oekonomen versteigern. —* In die Isar sprang gestern mittags der verheiratete Zimmermann Johann WagD per vion Gries. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Wagner dürfte die Tat ln etntetn Anfalle von Schwermut infolge eines unheilbaren Leidens verübt haben. —* Zechprellerei verübten gestern zwei ca. 20jährige Männer in einer hiesigen Gasti­ wirtschaft!. Sie mieteten sich dort ein und züchten wacker braus los, worauf sie unter Hinterlassung einer Zechschuld von U0 Mark verschwanden. 5)te beiden Betrüger werden bereits von Auswärts gesucht, wo sie ähnliche Schwindeleien verübten. Sie sind entkommen. Der eine trägt geschnittenen blonden Schnur­ bart, hellgrauen Anzug gtit Mütze, der andere schwarzen Schnurr- uno Spitzbari, Brille und dunklen Anzug. —* Ein Fahrrad wurde gestern mittags aus dem Zimmer des Hausmeisters einer hie­ sigen Gastwirtschaft gestohlen. Das Aahr^ rad Marke Opel, 473 214, dgs einen Wert von 120 Mark hat, war von einem Wirtssohn der Umgebung bei dem Hausmeister hinterstellt worden. -—* Der letzte Septenibersonntag brachte uns in den Morgenstunden erhebliche Kühle. Gegen Mittag aber gewann dieSonne -die Oberhand und ihre wärmenden Strahlen lockten die Stadtbewohner hinaus in die bereits stark herbstliche Natur. —* Zum Goldankaus, den, wie "Herr Rechtsrat Costa in der letzten Magistratssitzung betonte, die Bereinsbanffiliale Landshut in uneigennütziger Weise übernommen habe, er­ suchte diese, ihr eine Aushangtafel zur Ver­ fügung zu stellen. Der Magistrat genehmigte dies und besürwortete auch die Anbringung von Plakaten, die auf die Goldsammlung hiwweiserr, in den Auslagen hiesiger Geschäfte eich —* Ortspolizeiliche Vorschriften für Vrorgartenlinien, Umzäunungen und Einfrieduingen waren bereits vor längerer Zeit im Magistrat angeregt worden. Es wurde nun eine Umfrage über derartige Bestimmungen in anveren Städten gehalten und ein reiches Material erhalten, besonders aus Kempten, Würzburg, Erlangen, Bayreuth, Straubing u. Hoff. Dieses Material wird nun dem Stadt­ bauamte zugeleitet, das entsprechende Vor­ schriften vorbereiten und dem Bauausschutz zur Vorbereitung zuleiten soU, worauf der Ma­ gistrat in dieser Angelegenheit Beschlutz fassen wird. ! —* Die städt. Volksküche erhält nach einer Mitteilung des Herrn M--R., Gerstenecker in der letzten Magistratssitzung immer grö­ ßeren Zuspruch. Sie war am letzten Donners­ tag von 370, am Freitag sogar von 430 Gätsten besucht. Insgesamt sind an 450 Familien mit über 1000 Personen Bezugsscheine ausge­ stellt. Hierdurch wurde auch eine Erweiterung der Küche notwendig. Es soll daher noch ein Suppenkessel aufgestellt und weiteres Eßge­ schirr beschafft werden. Hierzu sowohl, wie für die Ueberschreitung der bisherigen Kre­ dite, die dadurch erwachsen sind, datz bie Ein­ richtung nicht provisorisch! gemacht wurde, wie zuerst angenommen wurde, sondern dauernd bleiben soll, um nach dem Kriege als Supper*anstalt weiter zu dienen, wurden vom Ma­ gistrat neuerdings 400 Mark aus den Er­ übrigungen der 'Mehlverteilungsstelle geneh­ migt. Herr M1>R. Gerstenecker konstatierte noch hiezu, datz nach eingezogenen Informa­ tionen die Landshuter Volksküche die billigste im ganzen Lande und ihr Speisezettel der reich­ haltigste von allen Volksküchen ist. In Berlin gibt es die ganze Woche nur Gemüse und Suppe, nur am Sonntag Fleisch, in Landshuk auch während der Woche. In Berlin und an­ deren Städten kostet die Portion 30 Pfg>., in Landshut für Angehörige von Kriegsteil­ nehmern nur 20, für andere Personen 25 Pfgi, Er fügte noch an, wenn in Landshut irgend etwas paffiere, alles komme in die auswärtige Presse, derartige für Landshut günstige Dinge aber »würden verschwiegen. -* D a s s i n d G e s ch ä s t e. Zu dieser Notiz übersendet uns die ZentraL-Darlehenskaffe un­ ter Berufung auf das Pretzgesetz folgende Zu­ schrift: "Das sind Geschäfte". Die im Kurier für Niederbayern Nr. 256 unter obiger Ueberischrift gebrachten Mitteilungen sind unwahr. Nicht Futtergerste, sondern Braugerste wird seitens der Zentrah-Darlehenskasse an Brau^ ereien abgeliefert; 1 Braugerste kostet aber nicht, wie der Artikelschretber berichtet Mk.280 sondern Mk. 340 per Tonne vom Erzeuger. Dazu kommen folgende Zuschläge, die seitens der Reichsgerstengesellschaft angeordnet wur­ den :Mk. 20 per Tonne Zuschlag an die Staats­ kasse zur Verbilligung von Lebensmitteln sowie von Futtergerste. Mk 10 per Tonne Zuschläge a) für die amtlich festgesetzten Sackleihgebühfren, b) für Lagerspesen, c) für Brauereizu(schlag und d) Zuschlagsgebühren, die dieReichisgerstengefellschast vereinnahmt. Mk. 8 für die Einkaufstätigkeit des jeweiligen OberkomMissionärs, wovon dieser die Hälfte an Unterfang Missionäre '(Kaufsvermittler) abgibt. In Sa. Mk. "378.— per Tonne Braugerste. Daraus geht klar hervor, datz die ZentralsDarlehenskasse, wie "jeder andere Oberkommis­ sionär der Reichsgerstengesellschast für ihre EinkaufsHätigkeit' nur Mk. 4.— per Tonne Gerste vereinnahmt, somit kein Gewinn von 28 Prozent, sondern nur rund ein Prozent hichür erzielt wird. Es dürste deshalb in der heutigen schweren Zeit vernünftiger sein, sich zuerst über die ganze Sachlage zu infor­ mieren, wenn schon jemand sich. zum Schreiben eines Artikels berufen fühlt." Wir haben der Zuschrift voll Raum ge­ geben, obwohl sie nicht in allem den Bsstimmungen des Pretzgesetzes entspricht. Nach eingezogenen Erkundigungen ist es richtig, datz der Höchstpreis für Braugerste auf 340 Mark per Tonne festgesetzt ist. Der Zentraldatzlehenskafse kann daher ein Vorwurf aus die­ sem Geschäft nicht gemacht werden. Ob diese Hochschraubung des Höchstpreises für Brau­ gerste gerechtfertigt "ist, ist allerdings eine an­ dere Sache. Ein Wunder ist es dabei nicht, wenn sm Lande über Mattgel an Futtkergerste geklagt wird, umsomehr als auch die Kommnnalverbände, wie man hört, für die von ihnen benötigte Gerste den Höchstpreis für Braugerste bezahlen müssen. —* Die Forstbetriebsanträge für die Waldungen des Hl. Geistspitals für das Jahr 1917 sehen in Einnahmen aus Holz­ nutzungen 60 000 Mavk, aus Nebennutzungen 1000 Mark, somit insgesamt 61 000 Mark vor, denen an Ausgaben für Holzhauerlöhne 7000 Mark und für Forstkulturen 4200 Mark, so­ mit 11 200 Mark gegenüberstehen. —* Die Rechnung pro 1915 der K. Re­ alschule schließt bei 102 229,72 Mark Einnah­ men und 96 975,97 Mark Ausgaben mit ei­ nem Aktivrest von 5253 — Mark ab. Der Ver­ mögensausweis ergibt 132 363. Mark In­ ventar phne Gebäude. —* Einsammeln von Brennesseln. In dieser Woche (am Mittwoch) wird, wenn es die Witterung gestattet, das Einsammeln der Brennesseln in der Umgebung von Lands^ Hut durch Schüler der Landshuteri-Mttelschjulen unter Führung der Wehrkraft vorgenommen;, Wie schon so oft, stellen sich hierdurch! die! Jungens wieder in den Dienst des Vaterlandes und es darf "daher erwartet werden, "datz die­ selben in ihrem Bestreben möglichst ' viele, brauchbare Nesseln einzubringen allseits ge­ fördert werden. Insbesondere sei an die Grundeigentümer die herzliche Bitte gerichtet, nicht nur das Einsammeln der Nesseln auf ihren Grundstücken zu dulden, sondern, wenn möglich, den sammelnden.Jungen dadurch ihr« Arbeit zu erleichtern, datz ihnen Nwa vorhan­ dene Neffelherde gezeigt werden. Ts verftehis sich von selbst, datz die Jungens streng ange­ wiesen sind, bei ihrer Arbeit so vorzugehen« datz jede Beschädigung fremden Eigentums aus-geschlofsen ist. ────────── Letzte Posten. Graf Tisza bei Kaiser Kranz Joflpy. Der ungarische Ministerpräsident Graf Tisza ist am 23. in Men eingetroffen und im ungarischen Palais abgestiegen. Im Laufe des Vormittags erschien der Ministerpräsident beim Kaiser in Schönbrunn in Privataudiienz^. Mittags Hatte Graf Tisza mit dem Minister des Aeußern Baron Burian eine Unterredung. Der ««erhörte österreichische Widerstand. Lugano, 24. Sept. Verschieden« ita­ lienische Blätter beschreiben den Widerstand der öerreichischen Truppen an der italienischjen Front. Nach dem Eingreifen Rumäniens schen Kräfte an der italienischen Front erwarihatte man eine Abschwächung der österreichjltet, aber diese Erwartung traf sticht zu. Im Gegenteil, durch neue Verschanzungen, ausge­ wählte Truppen, neue schweren Batterien, so­ wie leicht bewegliche Batterien wurde die ita­ lienische Offensive zurückgehalten. Der feind­ liche Widerstand wird am Karst mit einer Zä­ higkeit und Kühnheit ohnegleichen durchgeh führt. (Z.) . ' ' , Die Bedeutung der Dobrudschafrouil, 1 Bern, 25. Sept. Dr. Dillon vetvffentft licht im Daily Chronicle einen Arttikel, In dem er auf die große Bedeutung der bulgasrisch-rumänischen Front hinweist., Meiner Mei­ nung nach, sagt Dr. Dillon, wird.es Hinden^burg gelingen, eine furchtbare Armee am Bal­ kan zu konzentrieren. Ich hoffe, daß die Alliierten imstande sein werden, seinen Vor­ marsch aufzuhalten. Gerade an der Balkawfront hätte unmittelbar nach der Intervent tion Rumäniens die Offensive der Alliierten einsetzen müssen. Diese Fehler räche sich für die Folge schwer und könne zu unheilvollen Wendungen Anlaß geben. (Z.) Eine ttcttc russische Dobtudschch-Arme«. Nach den Meldungen Petersburger Blät­ ter wurde im letzten russischen Kriegsrat die Absendung beträchtlicher russischer Verstärk­ ungen in der Dobrudscha beschlossen. Als er­ stes Kontingent sollen 150 000 Mann abgehen. Diesem Zwecke werden neue Aushebungen die­ nen. da die vorhandenen Bestände erschöpft sind.