Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1916-09-29. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 69. Jahrgang Nr. 265, 1916-09-29. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 69 Nummer 265 29. September 1916 ────────── England der Hauptfeind. ────────── Die Kanzlerrede im Reichstag. — Neue gewaltige feindliche Angriffe an der Somme abgeschlagen. — Das 4. sibirische Armeekorps vernichtet; über 2800 Russen gefangen. Im Westen steigerten die Feinde ihr Ar­ tilleriefeuer an der Somme zu einer die bis­ herigen Erfahrungen fast noch übersteigender Heftigkeit. So meldet der Bericht. Wenn man dazu die gestrige Meldung der Pariser Silierte über das Feuer an der Somme bet? ! gleicht, in welchem von einer Sintflut von Geschossen gesprochen wird, von Explosionen, die in Intervallen von weniger als einer Sekunde folgen, so kann man sich ein Bild dieses Granatenregens machen. Und doch nicht.' Es dürste kaum jemand imstande fein, eine derartige Hölle sich auszumalen in Far­ ben, die der Wirklichkeit auch nur annähernde gleich kommen. Trotzdem aber halten un­ sere tapferen Streiter unentwegt stand. Die Feinde konnten sogar diesmal noch weniger erzielen, als vorgestern. Pur in kleinenTeilen unserer Stellung bei Raneourt und bei Bouchavesnes vermochten sie sich, festzu­ setzen. Sonst wurden sie überall, vor allem an der Linie Marval— Bouchavesnes blutig abgewiesen. Bei Thiepval—Faucourt l'Abbahe tobt der Kampf noch weiter. [ ' ! ' Unsere Flieger haben wieder sieben feind­ liche Flugzeuge abgeschossen. FeindlichpFlugzeuge warfen über Brüssel Bomben, denen 13 Belgier zum Opfer fielen, während wei­ tere 28 verwundet wurden. Ueber neutra­ les holländisches Gebiet kommende und wieder heimkehrende Flieger warfen erfolglos Bom­ ben auf Alost in Belgien. Im Osten haben die Unsern die am 22. September verlorenen Stellungen bei Karytniea wieder zurückgenommen und den Angriff sogar darüber hinausgetragen. In denKämpfen an dieser Stelle, wurde, wie festgestellt wurde, das 4. sibirische Armeekorps nahezu völlig aufgerieben. Auch an der Zlota Lipa wurden die Russen im Angriff weiter zurück­ gedrängt, in den Karpathen mehrere russi­ sche Angriffe abgeschlagen . In Siebenbürgen dauert das hartnäckige Ringen bei Hermannstadt noch immer an. Bukarest wurde neuerdings von Fliegern bombardiert. Es brennt noch an verschie­ denen Stellen vom letzten Angriffe her. Die leichtlebige Hauptstadt des Vertragsbrüchigen Volkes hat daher ausgiebig Gelegenheit, die Schrecken des Krieges am eigenen Seibe zu ver­ spüren. , Die Bulgaren warfen die Serben und Franzosen in Mazedonien weiter zurück. * Das deutsch - schweizerische Uebereinkoiwmen ist nun vollendet. Nach demselben gibt jeder Staat dem andern, was et nicht selbst unbedingt braucht. ────────── Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. WTB. Berlin, 28. September. Mittags. .Großes Hauptquartier.) Westlicher Kriegsschauplatz!. Kraut des Geueralfelvmarschalls Kronpninz Rnpprecht von Bayer». Zwischen Ancre und Somme habem die Engländer und Franzosen nach einem, bic bis­ herigen Erfahrungen fast noch übersteigendem Vorbereitungsfeuer ihre starken Angriffe er­ neuert. Auf dem größten Teile der Schlachtftont hat unsere durch die Artillerie und Flieger wirksam unterstützte unerschütterliche Infanterie unter dem Befehl der Generale Sixt von Armin, von Hügel und von Schenck den Feind siegreich abgeschlagen. Bei Thiepval und östlich von Faucourt l'Abbahe ist d er er­ bitterte Kampf noch nicht zum Abschluß gekom­ men. Besonders heftig waren die aus der Linie Morval—-Bouchavesnes vorgetragenen Angriffe, die der Gegner ohne Rücksicht auf die bei dem ersten gänzlich gescheiterten Sturm erlittenen blutigen Iß er lüfte gegen Abend wie­ derholte. Eingedrungene Abteilungen wur­ den sofort aus unseren Linien zurückgeworfen. In kleinen Stellungsteilen nordwestlich von Raneourt und östlich von Bouchavesnes ver­ mochte sich der Gegner zu halten. Unsere Flieger haben gestern 7 Flugzeuge, havon 4 im Sommegebiet, abgeschossen. Ein kleines, über holländisches Gebiet an­ geflogenes und ebenso zurückgekehrtes feind­ liches Geschwader griff Alost erfolglos an. Bei einem englischen Bombenangriff auf Brüssel wurden 15 Häuser zerstört, 13 Belgier getötet, 28 verwundet. Oestlicher Kriegsschauplatz. Avant pes Generalfcldmarschalls Priuz Leopold von Bayern. Schwächere russische Vorstöße an der Aa (westlich von Riga) sowie zwischen Miadziolunb Naroezsee wurden leicht abgewiesen. Die im Tagesberichte vom 22. September erwähnten verloren gegangenen Teile unserer Stellung bei Korhtnica sind gestern durch einen vollgelungenen Gegenangriff der Trup­ pen des Generals von der Marwitz nach fchwetfem Kampf wieder erobert und darüber hinaus noch Vorteile errungen. AUe Versuche des Feindes, uns wieder zurückzuwerfen, sind ge­ scheitert. i Das russische 4. sibirische Armeekorps hat nach den Meldungen unserer Truppen Verlu­ ste erlitten, die einer Vernichtung des Korps 'nahe kommen. r 41 Offiziere, 2800 Mast« sind gefangen in unsere Hand gefallen, ein Geschütz und 17 Maschinengewehre erbeutet. I Krönt des Generals der Kavallerie ErzHerzog Karl. < Zur Verbesserung der Stellung schoben wir westlich von Folw Krasnolesie (zwischen Zlota Lipa und Narajowka) unsere Linien vor, nahmen 130 Ruffen gefangen und erbeuteten vier Maschinengewehre." Gegenstöße blieben er­ gebnislos. i In den Karpathen griff der Feind an verschiedenen Stellen an und ist zumteil erst nach Nahkampf zurückgeschlagen. Nordöstlich, von Kirlibaba sind Gegenangriffe noch im Gange. , , Kriegsschauplatz i« Sievendürge». Bei Hermannstadt wird erfolgreich und hartnäckig gekämpft. Balkankriegsschauplatz» Keine Ereignisse von besonderer Bedeu­ tung. Unsere Flieger warfen auf das von den letzten Angriffen nvch an mehreren Stellen brennende Bukarest erneut eine große Zahl Bomben. Ter 1. Generalquartiermeister': , , Ludrndorff. ────────── Südlich von Lipnica Dolna stießen deut­ sche Truppen erfolgreich vor. Es wurden 130 Russen und vier Maschinengewehre einge­ bracht. Bei der Armee des Generalobersten von Terszthanski gewannen die Streitkräfte des Generals von der Marwitz den noch in Feindes!hand gebliebenen letzten Teil der vor einer Woche verloren gegangenen Stellungen in er­ bitterten Kämpfen zurück. Der Feind erlitt außerordentliche Verluste, er büßte 41 Offi­ ziere und 2800 Mann an Gefangenen und ein Geschütz und 17 Maschinengewehre ein. Italienischer Kriegsschauplatz. Keine Ereigniss« von besonderer Bedeu­ tung. Südöstlicher Kriegsschauplatz: Nichts Neues. 0 Der stellvertretende Chef des Generalstabes i v. H o e f e r, Feldmarfchalleutnant. Ereignisse zur See. Am 26. September, vormittags haben 5 feindliche Flugzeuge über Durz zahlreiche Bomben abgeworfen, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Zwei unserer Seeflug­ zeuge stiegen sofort zux Abwehr auf. Eines davon, Beobachter Seekadett Bartha, Führer Fliegerquartiermeister Haschte, zwang im Lust­ kamps ein feindliches Wasserflugzeug zum Nie­ dergehen auf das Wasser, wo es von einem italienischen Zerstörer geborgen wurde, ver­ folgte ein zweites, gegen Brindisi fliegendes Flugzeug, schoß es 40 Meilen von der Küste ab und Ii<$ sich neben dem zertrümmerten Flugzeug nieder. , Der Beobachter, ein ita­ lienischer Seeoffizier war tot, der Pilot durch Kopfschuß schwer verwundet. Letzterer wurde aus dem sinkenden Flugzeug in das eigene herübergerettet und nach Durz eingebracht. Flottenkommando. ────────── Der bulgarische Bericht. Sofia, 28. Sept. Bericht des bulgari­ schen Generalstabs vom 27. Sept. (Verspätet eingetroffen.) Mazedonische Front: Auf der Stara Nerecka Planina warfen wir den linken Flügel des Feindes zurück und besetzten die Linie der Berge Lisetz (1150 Meter) und' Tschitfchewo (1550 Meter). Auf der Front von Lerin (Florina) lebhaftes Artilleriefeuer. Auf dem Gebirgsrücken von Steikowgrob und aus der Höhe Kaimakcalan warfen wir den Feind und erbeuteten zwei Kanonen, viele Maschinengewehre und Bombenwerfer. Im Moglenicatale lebhafte Artillerietätigkeit, auf der übrigen Front nichts Nennenswertes. Rumänische Front: Längs der Do­ nau stellenweise Feuerwechsel zwischen Grenz­ posten. Schwaches beiderseitiges Artilleriefeuer zwischen den Dörfern Magura und Korabia. In der Dobrudscha schwachjes Artilleriefeuer. ' Schwarzes Meer: Zwei seindlicheTorpedoboote beschossen 45 Minuten lang die Stadt Mangalia, wo mehrere Häuser zerstört wurden und ein Tatarenkind getötet wurde. ────────── kehrt. Am 17. September schoß einer unserer Flieger über dem 'Meer von El Arisch ein eng­ lisches Wasserflugzeug ab. Nichts von Belang von den anderen Fron­ ten. , , ' < ; Der Vizegeneralissimus. Der türkische Bericht. Konstantins pel, 27. Sept. Das tür­ kisch« Hauptquartier meldet: Kaukasus front: Auf dem rechten Flügel Scharmützel. Auf dem linken Flügel wurde der Feind, der unsere Truppen angriff, mit Verlusten für ihn zurückgeschlagen. Am 31. August warfen unsere Flugzeuge zwischen 6 Uhr 15 und 6 Uhr 30 Minuten vormittags auf Materiallager und die Eisenbahn bei Port Said Sprengbomben im Gewicht von 92 Kilo­ gramm ab. Es wurde beobachtet, daß die Bom­ ben wiederholt die Ziele sehr wirksam trafen. Unsere Flugzeuge sind unbeschädigt zurückge­ DaS dentsch-schweizerifche Ueberemkommen. Zürich, 28. Sept. Ueber den Inhalt der zwischen Deutschland und der Schweiz ab­ geschlossenen wirtschaftlichen Vereinbarungen, die bis jetzt noch nicht beiderseitig genehmigt wurde, teilte Bundesrat Hoffmann in der heu­ tigen Sitzung des Ständerates mit: Jeder be­ teiligte Staat gibt, was er sticht dringend für seine eigenen Landesbedürfnisse notwen­ dig hat und soweit er nicht durch anderweitige Verpflichtungen gehindert ist. In diesemRahmen werden Ausfuhrbewilligungen erteilt. Die für deutsche Rechnung in der Schweiz liegenden Waren sollen bis zum Friedensschluß rmLande aufbewahrt und dann ohne Entschädigung ab­ geliefert werden. Es ist ein Ausfuhrausschuß vorgesehen, dem u. a. ein Vertreter der Re­ gierung und zwei Vertreter der Treuhand­ stelle für Ausfuhr nach Deutschland angehören sollen. Dieser Ausschuß entscheidet über die Ausfuhrbewilligungen. Die schwarzen Listen sollen mit Ausnahme der von Munitions- u. Waffenfabrik verschwinden . Spaniens Neutralität. Berlin, 28. Sept. Das "Tageblatt" meldet aus Genf: Nach einer "Matin"-Depesche aus Madrid erklärte der König von Spanien dem Vorsitzenden des Verbandes zur Hebung der spanischen Industrie: "Ich ermächtige Sie, zu wiederholen, daß Spanien seine Neutralität bewahren und nicht im europäischen Krieg intervenieren wird. Hierfür gebe ich Ihnen meine ausdrückliche Versicherung." v (3.) ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Die Lage au der Somme. Berlin, 28. Sept. Der militärische Mit­ arbeiter des "Berliner Tageblatt" schreibt: Es ist selbstverständlich, daß die feindlichen Hee­ resberichte auf einen Ton gestimmt sind, die Operationen der letzten Tage hätten "in jeder Hinsicht ihr Ziel erreicht". Aber was ist denn das Ziel? Sicherlich nicht die Linie der er­ oberten Dörfer. Als unsere verbündeten Trup­ pen im Frühjahr 1915 während dreier Monate die russische Millionenarmee vor sich herge­ drückt hatten, erreichten sie Tn 'Mutigen u. zahl­ reichen Schlachten einen Geländegewinn von 75—125 Kilometern. Auf dieser Siegeslcchrfbahn wurde das starke Przemhsl, die San- und die Grodec-Linie der Russen zertrümmert. Durch eine Minderheit an Zahl, Das iyts an Menschen und wohl auch an Artilleriemaierial weit überlegene englisch-französische Heer be­ zwäng in drei Monaten einige, deutsche Feld­ linien aus einer Breite von 45 Kilometern und in einet Tiefe von höchstens 15Kilometern. Immer beweisen Zahlen nichts, aber in diesem Falle reden sie Bände. _ (Z.) Die gemäßigte Siegesfreude in Paris. N. Rotterdamsche Courant meldet aus Paris: Die Presse äußert sich mit Zurück­ haltung und Mäßigung über die Erfolge der Alliierten an der Somme und erwartet, daß während die Deutschen im Westen sich in der Defensive halten, Hindenburg im Südosten er­ widern werde. (Z.) ────────── Gegen Rußland. Der russisch« Kaufmann und die Handels- ! beziehnnge« zu Deutschland. Die "Birshewija Wjedomosti" schreiben nach fMoskowskija Wjedomosti" vom 5. Sept.: Die zwei Kriegsjahre haben nicht im geringsten 1 aus die Entwicklung der russischen Industrie eingewirkt, nicht die Emanzipation hervorge­ rufen, auf welche die Verfechter eines sich! selbst genügenden Handels- und Jndnstrielebens Rußlands rechneten. Die Nishni-Nowgoroder Messe wenigstens, welche stets einen sehr feinen Gradmesser für jede Evolution in Handel und Industrie bildet, hat keinerlei neue Erschei­ nungen auf diesen Gebieten festgestellt. 'So sind die von der "Messe verschwundenen aus­ ländischen Waren nicht durch« solche russischer Herstellung ersetzt worden, und die ausländi­ sche Nachfrage nach! einigen russischen Waren ist nicht durch die innere kompensiert. Daduvchj entstaub eine äußerst interessante Erscheinung. 'Die Kaufleute, welche mit ausländischen Waren handeln, warten gegenwärtig geduldig die Li­ quidation des Krieges ab, um aufs neue Be­ ziehungen mit den ausländischen Fabriken an­ zuknüpfen, wobei natürlich weder Deutschland noch Oesterreich vergessen werden. Diejenigen Kaufleuteaber, welche ihre Waren hauptsächlich im Auslande absetzen, haben nach einigen we­ nigen Versuchen der Ersetzung 'der deutschen Kundschaft durch amerikanische und englische ihre Bestände wesentlich herabgesetzt und eben­ falls zu warten beschlossen, bis die Wiederher­ stellung der alten Beziehungen aus den einge­ fahrenen, Hauptsächlich nach Deutschland oder über Deutschland führenden Handelswegen möglich ist. Das ist sehr traurig. Wann wer­ den denn unsere 'faul gewordenen verehrten Kaufleute endlich erwachen? ────────── und «am 15. fanden schon die Nachhutkämpfe mit den Flammen überliefert worden war, während die Bewohner von den Rumänen nie­ dergemacht oder fortgeschleppt wurden. Ferner besichtigten sie die Dörfer Karlias unb Niradim, die gleichfalls durch rumänische Untaten schwer Heimgesucht wurden. Am 19. ds. fuh­ ren sie nach Silistria, wo sie die von den Rumänen begangenen Verbrechen aufs ge­ naueste untersuchten. Sodann besichtigten die Herren die Dörfer Kolipetrowo, Aidemir, Rabuck, Bolaetadschi, Jeniköj, Kara Omer und Strberna. Mit Rücksicht auf die kurze zur Verfügung stehende Zeit und die Schwierigkei­ ten in den Verbindungen konnte der Untersuch­ ungsausschuß die meisten Dörfer nicht besichjtigen. Schveckciusregimcnt in Bukarest. Stockholm, 28. Sept. Russische Blat­ ter berichten: Der Bukarester MilitärbefehlsHa6er erläßt eine Verordnung, daß alle öffent­ lichen Lokale, Gasthäuser, Klubs, Kaffees,Kon­ ditoreien usw. vorläufig dauernd geschlossen zu halten sind, weil sich das Publikum dort in ungeeigneten Erörterungen über die kriege­ rischen Ereignisse einlasse und zur Verbrei­ tung lügenhafter und böswilliger Gerüchte bei­ trage. Weitere Befehle verbieten das unnütze Spazierengchen auf den Snutzen, welche aus­ schließlich als Wege zu den Arbeitsstätten be­ nutzt werden dürfen. Sogar das Stehenblei­ ben vor den Schaufenstern ist verboten. Nach zuverlässigen Berichten wird im Polizeidepar­ tement eine Liste von Personen ausgegeben, die aus der Hauptstadt ausgewiesen "werden sollen: darunter befinden sich der Chesredakteur des Adeverul Mille, sowie andere, die bisher unter den schlimmsten Kriegshetzern wa­ ren, wie Oberst Majnescu. (Z.) ────────── Am Balkan. Mißtrauen gegen Venizelos. Lugano, 28. Sept. Corriere della Sera nennt die Revolten in Saloniki eine Farce und die Haltung Venizelos verdächtig. Dieser habe die Revolution immer als Mit­ tel zu seinen Zwecken betrachtet. Während nun das ganze alte Griechenland sich ruhig verhalte und in Saloniki eine revolutionäre Komödie aufgeführt worden sei, hätten die guten Kretenser die Sache ernst genommen, deshalb sei Venizelos auch zu ihnen und nicht nach Saloniki gekommen. Venizelos ist nicht der Mann, sich den sogenannten Revolutinären in Saloniki unterzuordnen, er verfolgt seine Ziele und wird nach Saloniki kommen, nach­ dem er in Kreta gewesen. Venizelos nimmt dem Könige die Admirale, aber nur um sie ihm zurückzugeben. ' Sein Beginnen ist keine Revolution nur ein Geivaltakt und vielleicht ein letzter Schritt, um den "Bönig seiner Po­ litik gefügig zu machen. Der Vierverband jedoch hat kein Interesse an der Haltung 'Veni­ zelos und der Bestand eines Anarchie ver­ fallenen Griechenlands ist für ihn wertlos. Es hieße an der Urteilsfähigkeit eines Mannes wie Venezelos zweifeln, wenn man ihm zu­ trauen wollte, daß er noch ferner daran dächte, sich den Dank der Entente zu verdienen. (Z.) ────────── Der Krieg mit Italien. Die Kohleinpreise in Italien. Bern, 27. Seht. Der "Secolo" berichtet: Die Kohlenpreise in Italien zeigten wieder Neigung zu steigen. Die Frachtsätze, die für Genua bis auf 60 .Shilling gesunken waren, betrügen bereits wieder 66 bis 72 Shilling, während die Versicherungsprämien für die Mittelmeerhäfen zurzeit 6 Prozent betrügen. Man frage sich also, ,was eigentlich an den Ab­ machungen hierüber zwischen der englischen und der italienischen Regierung sei, von denen man besonders in letzter Zeit so viel sprach. Viele .tonnten es sich nicht erklären, warum England seit Ende Mai > Frankreich günstigere Bedingungen,für die Kohlenlieferungen stelle, als Italien. Das werde besonders damit be­ gründet, daß die Mittelmeerschiffahrt vielfachivon neutralen Schiffen besorgt werde, auf deren Frachtsätze die Verbandsregierungen kei­ nen Einfluß hätten. Im laufenden Jahre lie­ ferte England nach dem "Carriere della Se­ ra" .2 456 462 Tonnen Kohlen an Italien. ────────── Die Türkei im Kriege. Russische Grausamkeite» in der asiatischen Türkei. Konstantinopel, 28. Sept. Ueber die von den Russen in mehreren Gebieten der asiatischen Türkei verübten Greuel liegen jetzt ausführliche Mitteilungen vor, die von durch­ aus glaubwürdigen Zeugen, darunter hohen Beamten und Geistlichen, herrühren. Durch diese Schilderungen wird ein .furchtbares Bild der Gewalttaten aufgerollt, die von den Rus­ sen im Namen der Zivilisation begangen wur­ den. Provinz Bitlis: An 100 Waisenkinder, die in Bitlis zurückgelassen worden waren, wurden getötet. Die Einwohner des Dorfes Pezintan wurden nach furchtbaren Mar­ tern getötet. Im Dorfe Surindsch wurden Greise lebend verbrannt und Kinder getötet. ( Provinz Erzerum: Aus Passinder würden mehr als 2000 Muselmanen weggeschleppt und niedergemacht. In Tardschan wurden mehr als 400 Muselmanen nach einem Scheinprozeß,'hin­ gerichtet. Die 'Bevölkerung von "Narman und anderer Grenzdörser ,die zehntausende von Personen zählte, wurde bis auf wenige, denen die Flucht gelang, ausgerottet. In der Ge­ gend von Tavskerde und Artvin fielen mehr als 4000 Personen den Russen und armenischen Banden zum Opfer. Provinz Wan: Mehr als 800 muselma­ nische Flüchtlinge ,die nach! Bervari zu entkom­ men suchten, wurden in der Nähe von Mamhuran zum größten Teil niedergemacht. Tau­ sende von Frauen und Kinder wurden zu Tode gequält und ihre Leichen dann verstreut. In den Orten des Bezirks von Mah.udi wurden über 2000 Frauen und Kinder getötet. In den Dörfern Aschkani und Haniß wurden 500 Per­ sonen lebend verbrannt. 300 Juden, die sich aus Hetkari flüchteten, wurden schonungslos niedergemetzelt. 800 Soldaten, die sich in Spitälern befanden, wurden lebend verbrannt. Nach der zweiten Zurückziehung der 'türkischen Truppen aus Wan wurden an 12 000 Perso­ nen zwischen Wustan und Eskil niedergemacht. Provinz Trapezunt: Auch in Akrche-Abud wurden die Bewohner lebendig verbrannt. Die Dörfer Pirvara, Jnoz Tasch, Sumla etc. tour» den dem Erdboden gleichgemacht, die Bevöl­ kerung niedergemacht. Provinz Erzerum: In der Stadt Wartn wurden mehr als 500 Personen getötet, die Frauen "ln besonders grausamer "Weise. Sämt­ liche Einwohner des Dorfes Mergeni wurden verbrannt. In der Provinz Konia waren die Orte Melazgerd, Aktsche Piran und Liz Schau­ plätze von entsetzlichen Gewalttaten der Russen. Viele tausende Einwohner der zu Tutak und Eßmer gehörenden Dörfer wurden nach großen Martern getötet. '(Z.) ────────── Jost von Villach erhob sich mühsam und zog den Pelz an. Herr von Langendorf mächte einige gut­ mütige Scherze, Werl'ihm die blaffen Gesich­ ter der beiden Damen leid taten. Wenige Minuten später führten Lothar und Herr von Langendorf den Kranken durch eine Hintertür hinaus. Man hatte den Wagen hier halten lassen, damit die übrigen Gäste nicht erschreckt würden. Die Wirte verabschiedeten sich herzlich! und teilnahmsvoll von ihren Mästen und der Wa­ gen fuhr davon. Ihm folgte der Wagen Dr. Schildbachs. *Jn sehr bedrückter Stimmung saßen AnneRose und "Xante Jettchen ihrem Kran7en ge­ genüber. . ; ! Dieser suchte die Sorge seiner Damen fortzuscherzen und verbarg, so gut er konnte, seine Schmerzen. Vothar ßaß neben dem Kutscher und kutschierte selbst, damit man so­ bald ckls möglich nach Hause kam. Und es währte kaum eine halbe Stunde, bis man Retz­ bacher Gebiet erreichte. Und das war gut. Je länger, die Fahrt dauerte, je elender fühlte sich Jost von Villach. Nach abermals einer halben Stunde hatte man ihn auf sein Lager gebettet und Doktor Angstvoll sah sie zu ihm auf. Aber sie suchte sich tapfer Hoffnung zu geben. "Ja, wir fahren heim, nicht wahr, lieber Papa?" i Jost von Billach richtete sich wieder empor, i "Nicht doch, Kind, mir ist schon wieder viel besser. Laßt tzuch nicht in Eurem Ver­ gnügen stören, ich ruhe hier ein wenig und dann ist alles wieder gut," protestierte er, wie immer rücksichtsvoll und gütig. Anne-Rose schüttelte ernst den Kops. i "Nein, Papa, Du weißt, daß uvtö setzt der Sinn nicht nach Vergnügen steht. Du.hättest dies Fest gar nicht besuchen dürfen, aber Du wolltest es ja nicht anders. Nun fahren wir aber ganz sicher heim, sobald Du Dich ein wenig erholt hast." Auch Tante Jettchen bestand darauf, daß man nach Retzbach fuhr. Der Arzt kam zurück mit einem Medika­ ment aus der Hausapotheke. Herr und Frau von Langendorf begleiteten ihn. Alle suchten sich den Anschein zu geben, als glaubten sie nur an ein vorübergehendes Unwohlsein. Tante Jettchen bat Frau von Langendorf imt eine wärmere Decke für den Bruder. Da schleppte diese den Pelz ihres Mannes herbei. Schildbach war bereits um ihn bemüht. Die Damen hätten sich noch keine Zeit gelassen, sich umzukleiden. Nun bat sie Dr. Schildbach -jedoch, sich vorläufig zurückziehen, da er den Kranken untersuchen wolle. . Tante Jettchen fragte: "Können Sie mich nicht brauchen, Herr Doktor?" 1 Der sah sie an. Dann sagte er: "Gut. bleiben Sie, aber das gnädige Fräu­ lein führen Sie wohl hinaus, Herr von Retz!back." i 1 " Lothar führte Anne-Rose hinaus. Im Nebenzimmer sagte er bittend: "Sie müssen jetzt eip bequemes Kleid an­ legen, Anne-Rose, wer weiß, ob Sie heute nicht lange bei Ihrem Vater wachen müssen. Es scheint doch ein sehr ernster Anfall seines Leidens zu sein. Sie sah mit recht angstvollen Augen zu ihm aus. "Ich habe so große Angst um Papa, Lo­ thar. Hat Ihnen Doktor Schildbach nichts ge­ sagt? Bitte, verheimlichen Sie mir garnichts." Er faßte ihre Hände fest. "Sie müssen ganz tapfer sein, liebe AnneRose." ' ; , - i *«r WortseInng folgt.) ────────── Der Krieg zur See. Ein Neuer deutscher N-Booh-Dhp? Aus London melden die Basler Nachr.: 30. Juli 1875 wurde er geboren. Er besuchte das Katharineum zu Bübeck. Mit 17 Jahren ging er gegen den Willen seiner Eltern zur See. Im April 1892 begann er "feine see­ männische Laufbahn und wurde bald Leicht­ matrose auf der Hamburger Bark "Selene", die der Reederei Wachsmuth u. Kregmann ge­ hört. Weiter besuchte er die Lübecker Navi­ gationsschule und erwarb am 30. Juli 1897 sein Steuermannspatent. Im April 1899 trat er als vierter Offizier beim Nordd. Lloyd ein. Er fuhr aus den Dampfern "Krefeld" u. "Kaiser Wilhelm der Große"; 1901 bestand er die Kapitänprüfung. Er fuhr dann aus einer großen Zahl von Dampfern des Nordd.Lloyd als erster Offizier und Kapitän u. a. auf "Prinzessin Irene", dem "Neckar", "Gneisenau", "Prinz Heinrich", "Kronprinz Wilhelm", "Göttingen", "Rhein", "Barbarossa", "König Albert "und der "Bremen". Wuf N-Deutschllag herausgegeben. (Z.) Die Marinekritiker berichten über das Auftau­ chen eines neuen Unterseebootthps auf deutscher Seite. Die Zahl ihrer Torpedos ist um ein mehrfaches gestiegen, sie können von allenSeiten gleichzeitig abgefeuert werden. BerseNkt. Berlin, 28 .Sept. Eines unserer Un­ terseeboote hat am 23. ds. vormittags in der Nordsee 11 englische Fischdampfer mit zusam­ men 1600 Bruttotonnen, ein anderes Untersee­ boot am gleichen Tage am Eingang desKanals vier belgische Seeleichter versenkt. Nach einer im Corriere della Sera ver­ öffentlichten Statistik verlor Italien ttn Juli fünf Dampfer, zwei Segelschiffe mit zusammien 16 871 Tonnen durch den Unterseebootskrieg, im August mehr als das Dreifache, nämlich sieben Dampfer und 39 Segler mit zusamtnien 54135 Tonnen. Der Schiffsverkehr eingestellt. Rotterdam, 27. Sept. Einige Dampfschiffahrtsgesellschaften, deren Dampfer nach London, verkehren, nehmen, da in den letz­ ten Tagen mehrere Dampfer nach Zeebrügge aufgebracht wurden, eine abwartende Haltung ein. Der zur Ausfahrt.fällige Dampfer der Batavier-Linie wurde zwar beladen^-fährt aber heute nicht aus. Die Harwichlinie stellte eben­ falls vorläufig den Dienst nach 'London ein. Gerettet. , ' Kopenhagen, '27. Sept. Einem hier eingetroffenen Telegramm zufolge rettete der Drammener Dampfer "Tromp" in der Nord­ see am 26. ds. auf der Reise von Rotterdaw nach dem Thne IU Menschen. Der englische Postraub. Haag, 28. Sept. Das niederländische Fachorgan für den Buchhandel veröffentlicht einen Artikel des Buchhändlers Van Stockum, worin dieser mitteilt, daß die unter Kreuzband nach Amerika und Indien geschckten deutsichjen Zeitschriften und Bücher durch die englischen Behörden beschlagnahmt worden seien. Dies geschehe bereiits seit Mai, aber erst im Septem­ ber sei dem Absender von der englischen Be­ hörde Kenntnis von diesem Bücherraub gegeben worden. Ebenso wurden deuffche Zeitschriften und Bücher, die Van Stockum an seine hollän­ dische Kundschaft in Batavia und an den niederländischen Vizekonsul in Newyork ge­ schickt hatte, wiederholt durch die Engländer weggenommen. Der Minister des Aeußern hat erklärt, daß er gegen dieses Vorgehen der englischen Zensur protestieren werde. Kapitän Schwartzkopff, der Führer der "Bremen", gehört ebenso wie seine beiden ersten Offiziere Liebermann von Sonnenberg und Posse dem Schiffsoffizierkorps des Norddeutschen Lloyd an. Er entstammt einer alt eingesessenen Lübecker Familie. Am ────────── men Bataillon selbst scheitern sehen. Auch die Artilleristen der Gebirgsartillerie schlossen /ich mit ihren Karabinern den vorgehenden Jägern an. Die in einem Latschenfeld am Gipfel einNenisteten Russen geben bald alle Angriffs­ absichten auf. Nachdem um 5 Uhr nächmittMs die russischen Gebirgskanonen die Stellungen und das Vorgelände wieder sehr lebhaft be­ schossen Hatten — man sah die riesigen Tan­ nen an den Hängen unter dem Geschoßhagel zusammenstürzen —, beschränkte sich die russi­ sche Infanterie aus regelloses Schießen, war scheinbar zum Sturme nicht vorzubringen. Der schwere Tag endete so im Großen in dem heißen Gefecht an der Ludowa und im Kleinen mit einem vollen Erfolg für die deutschen Karpathentruppen und die Verbündeten. (Kb.) Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. ────────── Tages-Übersicht. Der Reichskanzler hielt gestern sm Reichs­ tag die erwartete Rede, in der er eine einge­ hende Schilderung der Verhältnisse zu Italien und Rumänien gab bis zu deren Kriegserklä­ rung an uns. Bezüglich Rumäniens bestätigte der Kanzler alles, was über das Verhialten König Ferdinands und seiner Regierung be­ reits berichtet wurde. Indessen sei unsere Di­ plomatie durch das verräterische Verhalten der leitenden Personen nicht getäuscht worden, son­ dern stets von den laufenden Ereignissen un­ terrichtet gewesen. Von Kriegs- und Friedens^ zielen sprach der Kanzler nicht. Wie könne man ihm zumuten, jetzt boto Frieden zu spre­ chen, da unsere Feinde den Willen, uns zu ver­ nichten, schärfer als je kundgegeben haben und ihn erbitterter als je durchzusetzen suchen. Selbst ein Hinweis auf be&, Osten unterblieb. Er zählte die Eroberungswünsche unserer Geg­ ner aus und betonte, daß wir uns gegen diese verteidigen. Seit seinem ersten Tage war uns der Krieg nichts anderes, als die Verteidigung/ unseres Rechts auf Leben und Freiheit. Eng­ land widmete er ein besonderes Kapitel, 'wobei er resümierte: Darum ist England unter allen der egoistischste, erbittertste und hartnäckigste Feind. Ein deutscher Staatsmann, der sich scheute, gegen diesen Feind jedes taugliche, den Krieg wirklich abkürzende Kampfmittel zu gebrauchen, ein solcher Staatsmann sollte gehängt werden .(Stürmischer Beifall.) Daraus sei auch zu ersehen, welchen Grad von Wieder­ willen und von Verachtung er für die im­ mer wieder verbreitete Behauptung empfinde, daß laus unbegreiflicher Schonung ,auZ ver­ alteter Derständrgungsneigung oder gar aus dunklen Zusammenhängen, die das Licht des Tages scheuen, nicht alle Kampfmittel in ih­ rer vollen Gebrauchsmöglichkeit angewendet würden! (Bravo!) Der Kanzler besprach hier­ auf die Lebensmittelversorgung ;er kenne die heftigen 'Beschwerden über Fehler der Orga­ nisation . Der Heldensinn, mit dem die vie­ len Opfer der Heimat getragen werden, wachse über das gewohnte Maß der Menschenleistung hinaus. Aber Höher und größer ist derTodesmut, mit dem unsere Söhne und Brüder draußen die wütenden Anstürme der an Zahl und Geschossen weit überlegenen, mit der äu­ ßersten 'Tapferkeit kämpfenden Feinde beste­ hen. (Bravo!) ■ Sein Schlußwort galt der Kriegsanleihe. Er wisse, daß jeder Deutsche, der sein Vaterland liebt, als seine Ehrenpflicht ansehe, durch Hingabe verfügbaren Geldes die Riesenarbeit unserer Streitmacht zu unterstü­ tzen und dadurch zur Beschleunigung 'des Sie­ ges beizutragen . Die Zähne auf einander ge­ bissen, aber Herzen und Hände weitaus — so wollen wir hinter ihnen stehen, ein Mann und ein Volk. (Bravo!) Der Kriegsbrand habe gezeigt, aus wie gewaltigem und unzer­ störbarem Fundemente unser ganzes Haus aufgebaut ist . Was sich im Kriege so wun­ derbar bewährt, müsse auch im Frieden 'le­ ben und wirken. Freie Bahn für alle Tüch­ tigen. Das muß unsere Losung sein. (Stür­ mischer Beifall und Händeklatschen im Hause und au/ den Tribünen.) MiWänve im .Handel. Es wurden Klagen laut, daß in einzelnen Geschäften die gleichen Waren zu verschiedenen Preisen angeboten werden und zwar so, da hsie entweder zu billigem Preise gegen Bezugschein oder zu hö­ herem Preise ohne Bezugschein erhältlich seien. Dem Publikum wird sogar häufig zugeredet, den höheren Preis zu bezahlen, um die Unbeguemlichkeit des Bezugscheines zu vermei­ den. Derartige Mißbräuche sind in hohem Maße bedauerlich; sie vergrößern die Zahl der Gegner der sogenannten Freiliste über­ haupt und führen zur gänzlichen Beseitigung der Freiliste, Die beteiligte Handelswelt hat also ein besonderes Interesse an der Abstellung solcher Mihstände. Die auf solche Weise Ge­ schädigten haben aber das Recht, wegen Min­ derung des bezahlten unangemessenen Kauf­ preises das bei der Handelskammer bestehende Schiedsgericht anzurufen und Strafanzeige zu erstatten. (WTB. Amtlich.) Unsere griechische« Gäste. Am Mittwoch! nachmittags kam bereits ein Teil der griechi­ schen Truppen in Görlitz an, wo sie feierlich empfangen wurden. ────────── Bayerische Nachrichten. i Ueberleituug von Kriegs- im Friebensswirtschaft. Eine aus Anregung der Handels­ kammer München als Vorort des Bayer. Han­ delskammertages am 27. Sept. nach München einberufene Delegierten-Konserenz