Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-01-11. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 8, 1918-01-11. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Tägliche Information der Parteiführer im Auswärtigen Amt. — Wieder 36000 Tonnen versenkt. ────────── Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. ! WTB. Berlin, den 10. Januar 1918. WvvHsS Hauptauartter.l «-Blicker »r1-sSf»««tzl»tz. Gr-«r »e* «-WeralfewMarsckallS Krenvri», recht Batzer» ' Südöstlich von Ätzern am Nachmittag leb­ hafter Artilleriekamps. Westlich bort Zandvoorde scheiterte ein star­ ker nächtlicher Erkundungsvorstoß de»: Eng-, länder. v / An der übrigen Front blieb die Gefechts-, tätigleit gering. Im Dezember beträgt der Verlust der feindlichen Luftstreitkräste an den deutschen Fronten 9 Fesselballone und 119 Flugzeuge, von denen 47 hinter unseren Linien, die übri­ gen jenseits der gegnerischen Stellungen erkenn-, bar abgestürzt sind. Wir haben im Kampfe 82 Flugzeuge und 2 Fesselballone verloren. Celliitt »rte»»sch«>vl«». Mckts Bleue*. Mazedonische SProm. , i' und Ftaltenischer Kriegsschautz latz. l » Die Lag« ist unveränderr. T«r 1. Generalouartiermeister? Ludendorff. WTB. Berlin, 10. Januar. Amtlicher' Abendbericht:^ Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues. ────────── Der österr.-ung. Bericht. ' WTB. ES len, den 10. Januar ISIS. , Wmr^ir» mtrb oerlotitbom : Waffenstillstand. , AtsSieEGer KrteWSMsKdr«». Westlich Asiago wurde ein feindlicher Ang»tff abgewiesen. , , Ter Chef des Generalstabs. ' 36* Kohlenfrage der Entente. Nach einem Telegramm des "Secolo" belossen die amerikanischen Behörden, die Koh­ lausfuhr aus dir bloßer» Kriegswerkstätten der Entente zu beschränken. Für die Zwecks der Bevölkerung Frankreichs und Italiens tjat England auszukommen. i ────────── NenauShevung farbiger Franzosen. Der französische Ministerrat hat neue Re­ krutenaushebungen in Französisch-Westafrika beschlossen und Den eingeborenen Abgeordeten Tiegne von Senegal dorthin beordert, um für die Rekrutierung Propaganda zu machen. ( Frankreichs Kriegsziele. Nach dem "Echo de Paris" wird jn der Kammer in der nächsten Woche eine große Debatte anläßlich der Paßverweigerungs-Jnterpellation der Sozialisten stattfinden. Tho-, mas wird die Interpellation begründen. Pi­ chen wird in seiner Aütwort die ^Kriegsziele Frankreichs umschreiben und dabei sich den Erklärungen Lloyd Georges anschließen. Auch Elemenceau wird in die Debatte eingreifen. Tie französische Handelsftotte. Ausd er 'französischen Kamjmer ersäh»:t man in der Schweiz, daß es dort bei Besprechung eines Gesetzentwurfes über das Tekretrecht des Berpslegungsministers zu äußerst erlegten De­ batten Wer hie Handelsflotte kam. Schon thu Jahre 1915 war der Regierung gesetzlich die Befugnis zur Beschlagnahme der gesamten Han-, delsflotte zum Zwecke der Landesverteidigung km weitesten Sinne, also einschließlich! der Ver­ pflegung und der Versorgung, zuerkannt wor­ den. Ter Abgeordnete Buisson enthüllte nun, $ daß die Handelsmarine nicht im geringsten beI schlagnahmt, worden sei. Tie Reeder hätten es 1 vielmehr zuwege gebracht, ihr« Schiffe der Be- Vom westlichen Kriegsschauplatz. Tier Krieg im Elsaß, Aus Basel wird berichtet: Ter gewaltige Arttlleriekamps in der Nacht von Montag auf Dienstag spielte sich vor Altkirch auf den Rän-, deru des Largtales. ab. Geschütze aller Kaliber müssen in Tätigkeit gewesen sein. Von den höher gelegenen Punkten Basels aus sah man deutlich den Widerschein des Mündungsfeuers. Mit der Kanonade waren Jnfanterieaktionen verbunden. Während des dichten Schneege-. stöbers, das den Dienstag Wer anhielt, trat wieder eine längere Kampsitzause ein. Teutsche Bergeltungsmaßregeln gegen französische Gefangene. Laut Mitteilung des Generalquartiermei-, sters werden als Vergeltungsmaßregeln gegen die völlerrechtswtdrige Zurückhaltung bei: ver­ schleppten Elsaßf^othringer in Frankreich! ab 6. Januar 600 angesehene Franzosen nach Rußland und kn einigen Tagen 400 angesehene Französinnen nach dem Lager Holzminden abbefördert. | schlagnahme zu entziehen und außerdem! ihra \ guten und leistungsfähigen Schisse auf jede | erdenkliche Weise por der gefährlichen Aus-, § fahrt zu behüten. Sie seien nicht gewillt, den guten und Wertpollen Schiffsraum den deut-» schen U-Booten preiszugeben. Darum bräch-ten sie ihren Fahrzeugen leichte Haparien bei und legten sie dann möglichst! lange, atz» liebsten jahrelang, zur angeblichen Reparatur in D:okkendocks. I Tie Folgen der ftanzösischen Tabatuot. ! 1 Dieser Tage fand por dem Kriegsgericht: I des Seine-Departements eine Verhandlung statt I die großes Aussehen erregte, trotzdem es sich, I um einen Strafsall pon sehr geringem ttjhm § sang handelte. Ein Frontsoldat war wegen I Diebstahls angeklagt, weil er während eines Ur­ laubs in einer Mutitionsfabrik ein Päckchen, Zigaretten und eine Schachtel Streichhölzer entwendet hatte. Nach dem Buchstaben desGesetzes hätte der Poilu zu drei Jahren Ge­ fängnis verurteilt werden müssen. DieZeitungen und das Publikum gaben aber im Voraus! ihrer Meinung Ausdruck, daß man berücksichtiq I gen müsse, daß es zur Zeit der Abfassung I des Gesetzes noch keinen Tabäkmangel gab. I So hat dis Tabaknot Wer das Gesetzbuch ge | siegt, — denn der Poilu wurde freigesprochen. ────────── Esthlands von russischen Truppen schreitet fort. ────────── Die Friedensverhandlungen. i , ^lie Verhandlungen «t Vrest-Litmvsk. Berlin, 10. Januar. Unterstaats stkretä»: von dem Busche hatte gestern Abend die Führer der Reichstagsparteien zu einer Besprechung zu sich geladen. In dieser Zusammenkunft »nachts nach dem Berliner Lokalanzeiger Hern, von dem Busche Mitteilungen über die Ver­ handlungen in Brest-jLitowsk und zwar über unser Verhältnis zur Ukraine und die Unter* Handlungen unserer Vertrete, mir beten Dele­ gierten. fiitt russischer Unterhändler über die FriedensausjichtVn. Herr Focke, einer der n.ussischen FriedensUnterhändler in Brest-jLitowsk sagte, wie der Stockholmer Korrespbndent des Nieuwe Rvtterdamschen Courant ünter dem 31. Dezember berichtet, während seines Aufenthaltes in Pe­ tersburg : Die Mitglieder der russischen Delega­ tion gingen nicht nur als Unterhändler, son­ dern auch als Kaufleute nach Brest-Litowsk, denn einige Bedingunge.n, die sie an Deutsch­ land stalten, wie zum Beispiel die Räumung der Insel Oestl durch Deutschland, waren der­ art, daß ihre Annahme als ausgeschlossen gel­ ten nutzte. Trotzdem stellten wir sie, indem wir davon ausgingen, daß man viel fordern müsse, um etwas zu erreichen. Tie Form" der Verhandlungen mit den Vertretern des l undes und der Abschluß des Waffenstillstandes geben uns die Ueberzeugung, daß Deutschland sicher mit uns einen ehrenvollen Frieden schlie­ ßen wifl, wie sehr die russische Presse auch die Verhandlungen und den Waffenstillstand kritisieren mag. ────────── Am Balkan. Das Saloniki-Unternehmen. Der Lhoner Pwgres meldet: Clemenceau teilte am Montag den Parteiführern mit. daß das Solonikiunternehmen fortgesetzt werden würde. ────────── Aus Amerika. Crovder an den Kongreß der Bereinigten Staa­ ten richtete, in welchem er erklärt, Amerika werde jedes Jahr 700 000 Mann nach Europa bringen können. Das ist zu wenig zum Leben und zu totes zum Sterben. Tie Nachricht des nordamerikanischen Marineamtes, daß ein o)me= rffanisches Patrouillen schiss pon einem Unter­ seeboot versenkt worden ist, findet in der Presse starken Widerhall. Man befürchtet, daß deut­ sche Unterseeboote auf den Moment lauern, wv amerikanische Kriegsschiffe sich aus die See hinauswagen. Ftaliencv-Verschwörung in Amerika. Im Staate Washington sind über 100 italienische Arbeiter verhaftet worden, die bei: amerikanischen Gesellschafn Zirkolo di studi sotziali angehören. Ti« Unte^uchungsbehhrden haben festgestellt, daß dieserN Verbände über 200 000 Arbeiter in den Vereinigten Staaten angehören. Gleichzeitig.ist.eine Verschwörung italienischer Arbeiter gegen das Leben desPräsideuten Wilson aufgedeckt worden. Es soll freiwillig ausgelost worden sein, wer die Auf­ gabe hat, den Präsidenten Wilson und König !Viktyr Emanuel von Italien zu ermorden. Angesichts dieser Aufdeckungen werden die im­ mer heftiger werdenden Verdächtigungen de: Deutschamerikaner geradezu lächerlich. Die so­ zialen Unruhen in Amerika sind in Schichten tzentriet, die dem Teutschamerikanertchm völ­ lig fernstehen. Große Steigerung der amerikanischen Frachtsätze. Haag, den 10. Jan. Tie Frachtsätze von Newhork nach England betragen jetzt 250Schilling, nach Frankreich 290 SchiMng und- nach: Italien 375 Schilling, was eine Erhöhung von nicht weniger als 100 Schilling die Tonne gegen die Sätze zu Beginn 1917 bedeutet. Für schwere Getreide haben sich die Sätze gerade­ zu verdoppelt; sie betragen nun 50 Schilling Vas Quarter nach England und 75 Schilling nach Italien. Tiie amerikanische Hilft. J Ueber die amerikanische Hilfe schreibt die Zürcher Morgenzeitung: In Paris und London frappiert die Stelle des Berichtes, den General ────────── Der Krieg zur See. Kapitän von Müller, ausgetauscht. i Mottet dam, den 11. Jan. Ter erste Transport von deutschen Mustauschgefangenen aus England, auf Grund des Abkommens vom 2. Juli 1917 trifft wahrscheinlich Ende die­ ser Woche in Holland ein. Unter ihnen wird sich der Kommandant des deutschen Kreuzers "Emden". Fragettenkapitän Karl von Müller befinden. Die Gchisfsranmfrage. Berlin, 9. Jan. Nautilus, der bekannte Mitarbeiter des Nieuwe Rotterdamschen Cour, berechnet in einem am 35. Tezelmber erschiene­ nen Aufsatz die für einen möglichen Sieg der Entente im Frühjahr 1919 unbedingt erforder­ liche, 1918 zu erbauende Schiffstonnage aus *20 Millionen Tonnen. Davon würden, da die übrigen Ententestaaten höchstens 5 Millionen Tonnen bauen könnten, 15 Millionen Tonnem auf Amerika entfallen. Dazu sei Amerj'ka aber in keiner Weise imstande, da für eins solche Leistung alles in allem allejn 2 Millionen Ar­ beiter erforderlich toürjm. Tie Auslassung fin­ det in Marinekreisen als Widerlegung der letz­ ten Ententehoffnungen umsomehr Beachtung, als englische und amerikanische Sachverständi--ge, "darunter der amerikanische Machnestkretäix Danstls, die Leistungsfähigkeit des amerikanl-, scheu Schiffsbaues für 1918 übereinstimmend aus zwei bis zweieinhalb Millionen Tonnen also etwa den siebenten Teil der obengenannten Summe beziffert Haben 1 Der Nautilus führt im Einzelnen aus: Um die Versenkungen auszugleichen, müßten mindestens 8 Millionen Tonnen im Jahre neu­ gebaut werden, ferner 2 Millionen Tonnen wegen des bereits jetzt bestehenden enormen Defizits in der Versorgung der bürgerlichen .Bevölkerung der Entente. Für eine ausreichen-. !de Mithilfe Amerikas in Europa, die von militärischen Ententtz. ßlUtorftOen auf zwei Millionen Mann geschätzt wird, sind außer dem nach übereinftimknienben Angaben aller Parteien noch andauernd 10 Millionen Ton­ nen nötig. Nautilus berechnet, daß von'diesen 20 Millionen Tonnen 5 Millionen von per -Entente außer Amerika gebaut werden könn­ ten, so daß aus Amerika 15 Millionen Tonnen entfallen würden, zu welcher Leistung es keines­ falls imstande sei, da allein die Ge^amtzdhl der dafür nötigen Arbeitskräfte sich aus etwa zwei Millionen Mann belaufen würde. Tie tatsäch-, liche Leistungsfähigkeit Amerikas für 1918 dürfte sich aus zwei bis zweieinhalb Millionen Tonnen belaufen. Bereits nach einer Mittei­ lung der 'Times" vom 29. September teilte der Leiter des englischen Schiffahrtsamtes mit, daß wenn Amerika 6 Millionen Tonnen im Jahre bauen wollte, das dreimal so viel sei, wie ^England höchstens baute oder Jünf= bis sechsmal -so viel wie die Vereinigten Staaten bisher bauten. Und nach einer Mitteilung der Uorkshire Post vom 14. Dezember erklärte der amerikanische Marinesekretär Daniels in efrtev Iffebe zu Newyork, die Leistungsfähigkeit der amerikanischen Werften im ganzen Lande sei verdoppelt, in einigen Fällen verdreifacht wor­ den. Diese amtliche Angabe des ersten ameri­ kanischen Sachverständigen ergab daher, daß Amerika nur ungefähr 2 Millionen Tonnen ,1918 bauen kann. Diese Zahl stimmt durchaus mit dem überein, was die Londoner Reeder­ zeitschrift am 17. Oktober in einer längeren Auslassung Mer dir LeistunUsMffgkeit des ameAfrikanischen Schiffsbaues für wahrscheinlich, hält. : Sie nimmt an, daß Amerika nur zwei oder ; zweieinhalb Millionen Tonnen bauen kann. I Für alles weitere scheint der Wunsch der Vate: I des Gedankens zu sein. ────────── Wohin treiben wir? Llohd George ist einer der größten Schau­ spieler und die Geschichte wird insoferne mit ihm eine Ausnahme machen, als die Nachwelt seiner mimischen Kunst zwar keine Kränze flech­ ten, sie aber in ihrer vollen Größe ejttoürbigen wird. Erst wenn sich das Schicksal Englands erfüllt hat, wird Man erkennen, wie meisterhaft es Llohd George verstanden hat, über die wahre Lage seines Landes hinwegzutäuschen. In den Schwall seiner tönenden Phrasen mischen sich aber immerhin jetzt schon die Stürmen von bedenklicheren Engländern. Sie kommen noch nicht recht zur 'Geltung, sind aber gleichwohl namentlich für uns Teutsche höchst beachtens­ wert. So wird die jüngste Kriegszielrede des englischen Premierministers pvn einem Brief des Sir A. Nothuen begleitet, der zu der Zupersicht des verantwortlichen Ministers in einem merkwürdigen Gegensatz steht. Tie "Frankfurter Zeitung" entnimmt Bruchstücke dieses interessanten Briests der "Daily News", einem weitverbreiteten Londoner Blatte. Sir A. Methuen erinnert daran, daß'1911, äks die Forderung nach einer bedingungslosen Unter­ werfung der Buren noch in leidenschaftliche Erörterung gestellt wurde, wenig Stimmen sich für einen Verhandlungssrieden einsetzten und schließlich sei tatsächlich! doch ein Verhandlungs­ frieden abgeschlossen worden. Sir A. Methu­ en sagt, es werde vielfach die Warnung aus­ gesprochen, den gegenwärtigen Krieg durch einen unvollkommenen Frieden.abzuschließen. "Wir brauchen das nicht zu fürchten. Ter Friede, welcher diesen Krieg beendigen wird, wird so abschließend sein, wie es nur ein friede sein kann, denn es wird der Friede der >E0schöpfung zu einer Zeit sein, wenn das bloße Wort Krieg die Welt ein Jahrhundert hindurch krank machen wird." Methuen fragt, was ge­ schehen werde, wenn man den Krieg fortsetzen wolle, bis man imstande fei, Deutschland prak­ tische Bedingungen auszuzwingen. Es sei gut, den Tatsachen ins 'Auge zu -sehen. "Die briti­ schen Verluste, welche jetzt schon in die Millio­ nen laufen, werden um Millionen vermehrt werden. Hungersnot drvht. Tie Unzufrieden­ heit wird wachsen und hundert andere Schwie-, rigstiten, die ein länger Krieg bringt, Weden eintreten. Von diesen wird die hauptsächlich­ ste der finanzielle Zusammenbruch sein. Jim nächsten April wird unsere Schuld 6000 Mill. Pfund, d. f. 120 Milliarden Mark, erreicht ha­ ben und da jedes Kriegsjähr 2000 Millionen hinzufügt, so wird unsere Schuld im April 1920 10 000 Millionen betragen." Ter Brief­ schreiber malt die Größe der Steuerlast, die diese Riesenschuld herbeirufen wird, aus und fährt fort: "Kann irgend ein vernünftige: Mensch, der weiß, was solche Steuerlast be­ deutet, dieser Aussicht ohne scharst Beunruhi­ gung entgegensehen? Wenn dies für Britan­ nien, das reichste und stärkste Land der Welt, zutrifft, wie steht es dann mit Italien, wie mit Frankreich? Es ist jetzt Zeit, offen zu sprechen. Wir scheinen Minister zu haben ,die weder verstehen, einen Krieg zu führen, noch einen Frieden zu schließen. Sie sind von einer Art schrecklichen Fatalismus besessen. Das Schiff treibt ivhne Ruder und Lotsen in unergründete und gefährliche Seen. Wohin treiben wir?" Solche Briest werden zunächst die KriegsPolitik Lloyd Georges kaum ernstlich stören. Sie sind aber doch dazu angetan, den Glauben der Engländer in seine Unfehlbarkeit zu erschüt­ tern, und uns zu zeigen, wie hohl die Phrasen sind, die uns Furcht und Schrecken teifnfdgen sollen. . ! - i ────────── sentlichen nur der duvch> die deutschen Waf­ fen herbeigeführten militärisch-politischenLage. Sollte es wirklich schon vergessen sein, daß, vor betn Sieg der Mittelmächte in Oberitalien und bor dem Ausscheiden Rußlands aus der Kriegführung die Westmächte einschließlich der in Frankreich angelangten Amerikaner drauf und dran waren, das Schweizer Ge­ biet gänzlich abzuschnüren und bei erster Ge­ legenheit den Durchmarsch zu erzwingen?" ────────── Allerlei. Acht Personen im Schneestnrm erfröre». Im letzten Schneesturm in Ostpreußen sind 6 Männer, eine Frau und ein Kind erfmeen. Einen bösen Reinsall erlebte ein Gast­ wirt bei Ratzeburg. Ein Händler verkaufte ihm eine Kanne,urit 50 Liter Speiseöl, das nach einer entnommenen Probe gut und preis­ wert war, um 600 Mark. AIs der Gastwirt später das Speiseöl in ein anderes Gefäß gie­ ßen wollte, gewahrte er, daß die Kanne zwei Böden hatte. Auf dem oberen, der einen ganz kleinen Teil der Kanne abschloß, befand sich Del, aber der weitaus größte Teil der Kanne war mit Wasser gefüllt. . Sie Schwester erschossen. Am württemb.I Orte Ebersbach wurde ein allein in einem k Hause wohnendes 22 Jahre altes Mädchen er- *• schossen aufgefunden. Es stellte sich heraus, daß der eigene Bruder der Mörder war. Er hatte von Ulm aus "wilden Urlaub" genom­ men und das Mädchen mit einem! Gewehr er­ schossen. Das Motiv der Tat ist noch unbekannt. Der Mörder wurde verhaftet. Eine Nacht im eingeschneite» Zuge. Zwi­ schen Cranzahl und Königswalde ist der am Samstag abends 9 Uhr auf der Station Bären-, stein (Bez. Chemnitz )sällige Personentzug im Schnee stecken geblieben. Tie Schneemassen hüll­ ten die Maschine und Wagen förmlich ein. Tie Reisenden mußten die Nacht im Zuge verbringen. Tie.ganze Nacht wurde angestrengt an der Freilegung der Strecke gearbeitet, so daß gegen 6 Uhr früh der Aug wieder flott­ gemacht werden konnte. I Ein Panther ansgebrochen. In 'Laval (Frankreich) brach ein Panther aus einer Me­ nagerie aus und irrte Pie ganze Nacht umher. Er fiel morgens ein lOjähriges Mädchen an und verletzte es tödlich. Ter Panther wurde durch Gewehrschüsse getötet. ────────── Letzte Posten. Scharfe Zurückweisung der russischen Nebergriffe durch die Merbundsbevollmächtigten. Brest - Litowsk, 10. Jan. Heute vor­ mittags fand eine Vollsitzung statt, an der säirnltliche Delegationen und die ukrainischen Vertre­ ter teilnahmen. Großwesier Talaat Pascha eröffnete die Sitzung und übergab den Vorsitz an Staats­ sekretär von Kühlmann. '■ Dieser nahm als erster das Wort zu folgen-! den Ausführungen: Einleitend in seiner Be? sprechung kam er auf das Zustandekost «men des Waffenstillstandes zurück und ging sodann aus das russische Ansuchen über, die Vevhand-i lungen an einen neutralen Ort zu verlegen. Tann erklärte er weiter: Die nächste Aufgabe unserer Verhandlungen wäre, die Va.Hand­ lungen an dem Punkte wieder aufzunehmen, wo wir sie vor Eintritt der Weihnachtspause aufgehört haben. Tie russische Delegation hat aber durch ein an General Hosfmann gerichte-, tes Telegramjm Mitteilen lassen, daß die rufsi-l sche Regierung es für notwendig halte, die weiteren Verhandlungen über den Frieden auf neutralem Boden fortzusetzen und hat zu die­ sem Zwecke Stockholm« vorgeschlagen. Ich will auf die bisherigen Darlegungen.aus den den hohen Delegierten bekannten Gründen, die es unmöglich «machen, die Verhandlungen an einem anderen Orte als Brest-iLitowsk zu führen, hie,? nicht näher eingehen, möchte aber jetzt schon als feststehenden unabänderlichen Beschluß der vier verbündeten Mächte aussprechen, daß sie nicht in der Lage find, die ,jetzt hier angefan­ genen 'Verhandlungen über einen Präliminar­ frieden an einem aiNderen Orte weiter zu füh­ ren. Wie schon früher unoerbindlichei; Weise dargelegt, waren sie aus Eourtoisie gerne be­ reit, die förmlichen Schlußverhandltmgen und die Unterzeichnung der Präliminarien an einom mit der russischen Delegation tzu vereinbarenden Orte vorzunehmen und über die Wahl dieses Ortes in eine Debatte einzutreten. Nach dem Staatssekretär v. Kühlmann er­ griff der österr.stung. Ministe«,- des Aeußern Graf Ctzernin das Wort und führte einleitend aus: Ich habe den Bemerkungen meines deut­ schen Kollegen noch folgendes hinzuzufügen: Tie Gründe, wegen welcher wir die Verlegung der Verhandlungen km jetzigen Augenblick in ein neutrales Land kategorisch verweigern, sind, doppelter Natur: 1. Technischer Art. So wie .wir sind von hier aus die russischen Delegierften mit unseren resp. ihren Regierungen ver­ bunden. Täglich findet ejn Meinungsaustausch bon ihnen mit Petersburg und Kiew und von uns mit unseren Zentralen statt. Wir alle kön­ nen diesen Apparat nicht missen, sollen die Verhandlungen nicht unendlich, erschwert und verzögert werden. Noch wichtiger aßet; ist das zweite Motiv. Sie, meine Herren, haben sei­ nerzeit an uns die Aufforderung für allgemeine Friedensverhandlungen ergehen lassen. Wir haben diese angenommen und haben uns auf der Basis für einen allgemeinen Frieden ge­ einigt. Auf dieser Basis haben Sie Ihren Ver­ bündeten ein zehntägiges Ultimatum gestellt. Ihre Verbündeten haben Ihnen nicht geantwor­ tet und jetzt handelt es sich Nicht mehr upf einen allgemeinen Frieden, sondern uw einen Separatfrieden «zwischen Rußland nNd dem Bierbnnd. Tie Verlegung der Verhandlungen auf neutrales Gebiet würde der Entente die von ihr ersehnte Gelegenheit geben, störend in die Verhandlungen einzugreifen. Wenn die Herren der rufsischen Delegation gewillt sind, so werden wir hier tzu einem alle befriedigen­ den Ergebnis gelangen. Wenn nicht, dann werden die Tinge ihren notwendigen Verlaus nehmen, aber die Verantwortung für die Fort­ setzung des Krieges fällt dann ausschließlich aus die Herren der rufsischen Selcgation. Ter Großwesir Talaat Pascha und der JusWministek Popow schlossen fuf} namens der Türkei und Bulgariens diesen Aüsführngen an. Daraus gab General Hossmann eine Er­ klärung ab, in der er u. a. sagte: \(S§ liegt mir hier eine Anzahl Funksprüche und Auf­ rufe, unterzeichnet von Vertretern der rufst-, scheu Regierung und der russischen Obersten Heeresleitung vor, die teils Beschimpfungen der deutschen Heersseinrichtungen und der deütschen Obersten Heeresleitung, teils Aufforder­ ungen revolutionären Charakters an unsere Truppen enthalten. Diese Funksprüche und Aufrufe verstoßen zweifellos gegen den Geist des zwischen beiden' Armeen geschlossenen Waf­ fenstillstandes. Fm Rckmen der deutsche» Oderffen Heeresleitung lege ich gegen die Form und den Inhalt dieser Fmsisprüche nur» Ausrufe ans das entschiedenste Protest ein. Tie militärischen Mitarbeiter der Delega! timten schlossen sich diesem Protest im Namen 1 des K. itrtö" K. Oberkomsmsandos, der bulgarij schey Obersten Heeresleitung und der ottomani-, ° scheu Armee an. * x I Auf Vorschlag des Volkskonimissars für auswärtige Angelegenheiten Trotzki wurde nunmehrd ie Sitzung unterbrochen. Erklärung der russischen Delegation. Bre stt.Litowsk, den 10. Jan. In der heute vormittags abgehaltenen Sitzung er­ klärte» sich die russische Delegation bereit, die Friedensverhandlungen in BrestzLitowsk fort­ zusetzen. Ferner stellte sie fest, daß die vom Wolssschen Telsgraphenbüro veröffentlichteTarstellung üer den Verlauf der Sitzung vom 28. Dezember dem tatsächlichen Hergang ent­ spricht. T«ie von der russischen Telegraphen^ agentur verbreitete Nachvicht übe».- den Ver­ kauf dieser Sitzung wurde russischerseits als unrichtig bezeichnet. Ständige Fühlung mit beim« Reichstag. Berlin, 10. Jan. Um den Reichstag dauernd über die Vorgänge in Brest-jLitowsk auf dem Lausenden zu erhalten, werden von jetzt ab alle Abende die Faktionssührer im Auswärtigen Amte von dem Unterstaatssekre-, tär von dem Busche über die Vongichtge in BrestPitowsk informiert werden. Dabei ist den Fraktionssührern auch Gelegenheit gege­ ben, Wünsche zur Aussprache zu bringen. ────────── Nachtrag. —* Wegen Sch ne everw eh un gen ist der Verkehr auf der Lokalbahn Landshut Rot-» tenburg bis auf weiteres eingestellt. ────────── Literarisches. Sie Illustrierte Kriegs-Chronik tno S*. heim hat vor ähnlichen Unternehmungen einen großen Vorzug: sie folgt den Ereignissen qrradezu auf betn Fuße. Für jeden Tag findet der Leser in knappem Chronikstil die Ereig­ nisse der verschiedenen Kriegsschauplätze kur; verbucht. Dem Besitzer dieses Werkes ist et also später einmal leicht, durch Nachblättern jede einzelne Waffentat des großen Krieges festzustellen. (Verlag von. Velhagen und K!a° sing in Bielefeld und Leipzig. Preis des Hef­ tes 60 Psg.) Hilndesport und Fagd. Amtliche Zeitliche Zeitschrift des Teutschen Reichsverbandes für Polizei- und Schntzhunde, E. B. mit 213 Unterabteilungen und anderer Verbände. Sc» scheint wöchentlich einmal im Berlage Gund» lach-Bieleseld. Preis vierteljährkich 2.25 Mt ────────── zum Heere eingebogen seien. Tör berechtigten f Anerkennung, welche die Tätigkeit der Beam-/ ' 'ten gesunden hat, schloß, sich, der Minister an und ehrte auch das Andenken jener Beamten, bie int Felde gefallen sind. Befch1cu«!gu«s der Hausschlachtungc». Zür Sicherung der Brotgetreides und Ka»:tosselpersorgung hat die Bayer. Fleischversorgungs­ stelle aus Grund telegraphischer Weisung des Kriegsernährungsamtes angeordnet, daßHausschlachtungen von Schweinen bis zum 31. Ja­ nuar 1918 vorgenommen sein Müssen, also vom 1. Februar 1918 ab verboten sind. Aus­ genommen sind vorläufig die Hausschlachtungen der von dem zuständigen Kom'mtunalverband als Selbstversorger anerkannten Knankenanstchlten, ähnlichen Anstalten, Rüstungsbetriebe und staatlichen Betriebe. 'Ferner können die Re­ gierungen, Kammern des Innern, in ganz be­ sonderen Fällen, Ausnahmen zulassen. Ausstellung von Trockcn prod uktcu zurHedung der Juttermittelnot in München. Wie die Wochensrchist "Trocknung und Verwertung", Organ zur Verwirklichung ein«: restlosen Ver­ wertung aller landwirtschaftlichen und Abfall» Produkte (Verlag Meininger Neustadt a. d. H), berichtet, hält die "Südd. Vereinigung für Trocknungswesen e. B." am 3. und 4. Februar Sn München eine Tagung ab, mit der ein Essen verbunden wird, wobei fast aus sch lie ßtichHP ei­ sen aus Trocknungsprodukten geboten werden. Mit dieser Tagung ist eine Ausstellung von getrockneten Futter- und Nahrungsmitteln verBunbcn. Bei dem großen Wert, den die Trokkenfabrikate für die 'Ernährung von Mensch und Tier jetzt bedeuten, ist die Beteiligung aller Trockner und Interessenten seh: gr-, wünscht. Besonders empfehlenswert ist eine rege Beteiligung an der Ausstellung. Will­ kommen wäre eine Vorführung neuer Ve» fah­ ren bezw. Maschinen für die Futtermittelher­ stellung und für Nahrungsmittel. Das große gemeinnützige Ziel, das die Bereinigung in patriotischem Sinne verfolgt, wird durch jede neue Tagung der Verwirklichung näher gerüSt. Tiefes, Ziel, das deutsche Volk mit preiswerten einwandfreien Qualitäts-Trockenwaren und ge­ nüg«. v T auecfautermitteln zur Erzeugung von Milch, Fett und Fleisch, unabhängig vom Auslande, zu versehen, soll durch Versammlungen und Ausstellungen mit allen Mitteln gefördert werden. ' ' ' ! I In dem Malzschiebenprohesse Erbel und Herbst in Bamberg wurde ersterer zu 45 000 und letzterer zu 50 000 Mark Geldstrafe ver­ urteilt. — Tie Aschafsenburger Strafkammer verurteilte wegen verbotenen Mälzhandels u. wegen Preistreiberei den Brauereibesitzer Gg. Mayer von Marktheidenfeld zu 11175 Mk. Geldstrafe. ────────── Niederbayerische Nachrichten. ' Eggenseiden, den 10. Jan. (Stephans­ preis.) Für das Jahr 1917 ist der Stephans-^ preis dem Schreiner Sebastian Schönbrunne,: in Zwilling verliehen worden, der seit neun Jah­ ren seine erblindete, mit ekelerregenden Folgen der Lupuskrankheit behaftete Ehefrau unter Verzicht auf eine angebotene Anstaltspflege mit seltener Selbstverleugnung allein gepflegt und nebenbei das ganze Hauswesen tersorgt, sowie der Erziehung seiner zwei jugendlichen Söhne sich gewidmet hat. ~ Passn«, 10. Jan. (Ter Militär-lVerbtenstorden 4. Kl. mit Schwertern) wurde dem Leut-, «ant der Landwehr-Infanterie 2. Aufg. Her»:n Ernst Heinle von hier verliehen. Passau, 9. Jan. (Tas vom Liberalen t Volksverein) gehaltene "Freie Volksbüro Pas­ sau" hat mit dem Jahresschluß 1917 insgesamt 1134 schriftliche und 3317 mündliche Aust fünfte, Aufträge, Eingaben usw. erledigt. Tie [ aus seinen Kreisen finanzierte "Vaterländische Vereinigung für Kriegsvortrstge" hat bis zum gleichen Zeitpunkte 320 Vortragsversammlnngen in Stadt und Land veranstaltet. — Neuer­ dings wurde die Organisation der Kriegsbe­ schädigten, der Kriegerfranen und K>-:iegeriüoifen in die Wege geleitet. ────────── Dienstnachrichten. Kath. Kirche. Genehmigt wurde, daß von dem Bischöfe von Regens bürg die Pfarrei We­ tzelsberg, BA. Bogen, dem Pfarrer Gottfried Reichenberger in Selb, BA. Rehau, verliehen wurde. ────────── Wagner, der Kommandant der Freiw. Feuerwehr dankte für die Anerkennung des« Kollegiums, betonte aber, daß. die Freiw. Feuerwehr lediglich ihre Pflicht erfüllt habe. Wenn auch die Verhältnisse, wie Herr G^B. Ettenkofer richtig bemerkte, sehr ungünstige wa­ ren infolge der stark iperotin berten geschulten Mannschaften, durch die sehr ungünstige Wit­ terung und die außerordentlich schwierige Lage des Brandobjektes, so war die geleistete Tä­ tigkeit lediglich die übernommene Pflicht der Freiw. Feuerwehr. Trotzdem fkeue ihn die Anerkennung, nachdem zu seinen Ohren auch! andere Urteile gelangt seien. Er betrachte na­ türlich solche Aeußerungen, die ja bei jedem Brande von einzelnen Personen Bontimen, die der Sache nicht nahestehen, nicht als ausschlag­ gebend., Er danke dem Kollegiusv für die ge­ zollte Anerkennung tn seinem Namen und im Namen der Freiw. Feuerwehr. —* Unfall. Gestern Nachmittag bestieg ‘ eine Malergöhilfenseh efrau das Tach eines Hauses in der Freyung, in dem (sie wohnte, tuikrt das Oberlicht von Schnee zu befreien. Sie be­ nützte hierzu nicht einen bereitliegenben mit langer Stange versehenen Besen, sondern be­ stieg das Tach, um Mit einem kurzen Besen die Arbeit -vorzunehmen. Sie glitt hierbei ans und stürzte in die Oberlichte, deren Fenster sie durchschlug und ca. 6 Meter ti$ abstürzte. Sie fiel hierbei auf eine Stellage, welche den Fall dämpfte, sodaß sie -mit geringen Verletzung gen davonkam. —* Das Schneetreiben, das gestern ein­ setzte und den ganzen Tag andauerte, hatte aus den von hier ausgehenden Bahnstrecken der­ artige Schneeverwehungen zur Folge, daß der Verkehr teilweise unterbrochen wurde. Ge­ stern vormittags blieb schon der Rottenbur­ ger Zug im Schnee stecken, konnte aber bald wieder befreit werden. Mer schon bei: Abend­ zug blieb abermals bpi Pfesfenhausen [in Schneewehen stecken und mußte ausgeschaüfelt werden, so daß er heute früh feine Fahrt fort-, setzen konnte. Aluf der Neumarkter Linie steckt der Nachtgüterzug, der auch Personen hiehe»:. bringen sollte, bei Egglkofen, der Frühzug, der heute morgens nach Netpmarkt abging, steckt bei Götzdorf im Schnee. Ter gestrige Münchner Abendzug blieb zwischen Bruckberg und Moos-, bürg ebenfalls im Schnee stecken. Er wurde ausgeschaufelt und konnte heute früh 6 Uhr die Fahrt fortseien. Ans der Münchner Strecke fallen heute wegen der Schneesperre die Früh-, schnell- und Perfonenzüge aus. Aehnlich wie hier liegen die Verhältnisse anscheinend über­ all. Aus München wird uns hierzu mitge-j teilt, daß von dort die Landshuter Strecke nur bis Moosach, die Jngolstädter Strecke nur bis Dachau und die Mugsbürger Strecke nür bis Olching schneefrei sei. Tie Schienenstvänge der Bahnen ins Gebirge sind vollständig verweht. -Es wird eines gewaltigen Aufgebots an Ar­ beitskräften bedürfen, um den Vevkehr wieder zu ermöglichen. Lokales. Landshut, den 11. Januar. —* Das Eiserne Kreuz wurde dem Infanteristen Herrn Seb. Kleinbauer Metzger Vvn hier verliehen. —* Die Vorstandschastswahl desKol-, leginnt» der Gemeindebevollmächtigten fand ge­ stern statt. Es wurden wiedergewählt: als 1. Vorsitzender Hevr Hofliefet.ant Fahrmbacher, 2. Vorsitzender Herr Hoflieferant Rieger, 1. Schriftführer Her«: TabaksabrÜkbesitzer Straub und 2. Schriftführer Her«: Apotheker"T!r. Zäugerle. Herr Altersvo»:fiüender G.-B- Schmid, der unter Beihilfe der Heu:en G.-lB.'Bücherk und Gerstl die Wahl leitete, beglückwünschte die Vorstandschaft zu ihrer Wiederwahl, die ein Zeichen des Vertrkkuens des Kollegiums fei. —* Kollegiumsausschüffe. In den Finanzausschuß des Gemeindekollegiums wur­ den für das Jahr 1918 wiedergewählt die Herren G.-G. Ritter, Binder, Braun, Eder, Geiger, Gerstl, Haberstroh, Riege»: Seefelder, Straub, Wagner, Wittmann, Tr. Zängerle; Grasstnger und Ettenkofer, in den Bauausschuß wurden entsandt die Herren G.-M. Ettenkofer, Bayer, Sax und Schmid, in den Ver)valtungsausschuß die Herren G.-B- Bücherl, Feilerer ,Schmid, Straßer, Wiesbeck undProbst. In die städt. Etatskomjtüssion wurden abgeord­ net die sämtlichen Mitglieder des Finanz­ schusses und die Vorstände des Bau- und Ver­ waltungsausschusses. —* In den Airmenrat ordnete das Gemeindekollegiulm' für das Jähr 1918 die Her­ ren G.-B. Geiger, Sax, Bücherl und Straßer ab. —* Weihnachtsznwendun g e n erhiel­ ten durch Beschlüsse der beiden städt. Kollegien die städt. Beamten und Arbeiter. Tie Beaimten und Lehrer erhielten je 60 Mark und für jedes Kind 30 Mark, was einen Gesamtaufwand von 8850 Mark erfordert. Tie städt. Arbeiter, mit Ausnahme der bereits höher entlöhnten Ar­ beiter der städt. Lichtwerke, erhielten je 30 Mark und für jedes Kind 15 Mark, was «einen Gesamtaufwand von 4080 Mark erfordert. Tie Mittel für diese Zuwendungen sollen den Spezialetats der städt. Betriebe und Verwal­ tungen, beim städt. Bau amte der Kommunal-, 1 reserve 1917 entnommen werden. —* Den Bans an die Freiw. Feuer-z wehr für ihre aufopfernde Tätigkeit bei dem Brandunglücke in der Mayerschen Brotfabrik stattete Herr G.-D. Ettenkofer in der gest­ rigen Sitzung des Kollegiums der Gelmeinde-i bevollmächtigten ab. Er betonte, besondere A!nerkennung sei jenen Herren zu zollen, die sich Bei diesem Brande in hervorragender Weise ausgezeichnet haben. Er habe Gelegenheit ge­ habt von Anfang des Brattdes an auf der Brandstätte zu weilen und die Ueberzeugung bekomsmien, daß unsere freiw. Feuerwehr in ganz hervorragender Weise tätig toar. Wenn man die Witterungsverhältnisse, die Zwangslage des Krieges in Betracht zieht, müsse man davon überrascht sein. Die schnelle Beseitigung der großen Gefahr, die an diesem Morgen der Stadt Landshut gedroht habe — wer die Lage der Brandstätte kenne, der war sich ber. gro­ ßen Gefahr bewußt, welche ber Stadt nahestand — ist ein Verdienst des, Komsmändanten der Wöhr Herrn G.-D. Wagner, de,: Freiw. Feuere wehr, die in der jetzigen Jahreszeit und mit dem wenigen und oft nur spärlich «ausgebildeten Mannschaften eine gewaltige Arbeit leistete, über die man erstaunt fein Müsse. Er bitte das Kollegium von dieser Anerkennung Kenntnis , zu nehmen. Das Kollegium erhob sich zum t . Zeichen der Anerkennung von den Sitzen. Herr ────────── Inserate.