Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-01-18. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 15, 1918-01-18. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Sie trafen weder feindliche Kriegsschiffe nach Handelsfahrzeuge an, trotzdem sie nördliche der Themsemündung bis dicht unter die englische Küste vorstießen. Tort nahmen sie wichtige Hafenanlagen auf nächste Entfernungen bei guter Beobachtung mit über 300 Schuß unter wirksames Artilleriefeuee. : Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Bericht des Admiralstabes. ────────── Ein Angriff auf englische Häfen. Der neue Chef des Zivilkabinets. — Russen und Rumänen. — Die englische Arbeiterpartei für den Frieden. ────────── Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. i ! WTB. Berlin, den 17. Januar 1918. MrvtzcS Hauptguartter.) ; SleEIl*«* 1 1 Keine größeren Kampfhandlungen. i I An zahlreichen Frontabschnitten Erkun­ dungsgefechte. i Nördlich von Paschendaele, an der Scarpe, bei Bendhuilles und St.' Quentin wurden eini­ ge Engländer gefangen. DeMlicher «Wts Reite*. ««»evonische Wro»r. ' fJm Cernabogen dauert die erhöhte Artillerietätigkeit an'. < • Atalienißcher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unveränderr. Bei ihren erfolglosen und verlustreichen, Angriffen am 14. und 15. Januar haben die Italiener an Gefangenem 12 Offiziere und mehr als 300 Mann eingebüßt. Ter 1. Generalauartiermeiltevr vudendorff. ^ 1 WTB. Berlin, 18. Januar. Amtlicher Albendbericht: I Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues. ────────── Der öster.-ung. Bericht. ■ ' WTB. Wien, den 17. Januar, mittags. RsitkM wird netiuKtbat/ 1 : DEichee KrteObWauplatz Waffenstillstand. WMteuHWer Nrte»»W«mdr««. 1 Zwischen der Brenta und dem Monte Pertica beschränkte der Gegner seine GefechtstättgTett nach den erfolglosen verlustreichen Anj griffen des Vortages aus heftige Feuerüber­ fälle. In den Kämpfen am 14. und 15. ds. wurden 12 Offiziere und über 300 Mann ge­ fangen eingebracht, i Ter Chef des Generalstabs. Mn schwedischer OfMier über seine Eindrücke Äs deutscher Kriegsfreiwilliger. Mn schwedischer Offizier, Hauptmann v. N., der in einem deutschen Regiment als Frei­ williger Dienst tut und sich, durch seine Tapfer­ keit bereits mehrere deutsche Kriegsauszeich­ nungen erAdorben hat, erzählte während seines Weihnachtsurlaubs in Stockholm einem 1 Mit­ arbeiter des "Svenska Tagbladet" von seinen Kriegseindrücken. Bon der Westfront, an der der Hauptmann seit Februar 1916 an den Kärm pfen bei Berdun, an der Somme, an der Aisne und in der Champagne teilnahm, kam er als Führer einer Abteilung pon drei Batte,.neu nach» /Italien. Hier war es "der unbeschreiblich mit8 reißende Vormarsch," der ihn begeisterte und I an die Schwierigkeiten des Terrains kaum den| Ten lieh. "Es war ein wahres Schlaraffenland für uns," so berichtete er. ,ßa, wir Hatten .alle auch ausreichend an her Westfront, 2oer hier war es womöglich noch besser." Ueber die deutschen Kameraden äußerte der Hauptmann, daß er "gar nicht sagen könne, wie ischr Pr »sie bewundere/' aber auch über die Tapferkeit der Gegner fällte er ein anerkennendes Urteil. "Tie, Tapferkeit ist überall Zlefch groß. Das 'Zeug­ nis muß Man unbedingt allen ausstellen, Fran­ zosen, Engländern und Italienern. Aber die Leitung ist ja nicht dieselbe. Tie angesehensten Gegner sind entschieden die Franzosen. Nicht | ebenbürtig sind uns indessen die Schwarzen, ~ gegen die zu kämpfen wir gezwungen werden. Es sind wilde Tfere, denen man mit jMühe et« lvas militärische Trainierung beigebracht hat, die sie aber gleich! abstreifen, sobald der Kampf beginnt. Sie fungieren 'tatsächlich als ZerI störungswerkzeug, und als solche sind sie ja für I den Feind eine mit in Rechnung zu ziehende I Waffe. Aber wir können uns natürlich, rsieI mals darin finden, gegen solche Gegner zu | kämpfen." Auf die Frage, ob die Friedens-' sehn sucht sehr groß wäre, antwortete de»: Haupt­ mann sehr energisch: "Keineswegs! In Wirk­ lichkeit betrachten wir fa alle den Krieg als bereits entschieden und setzen Uten Kampf nur solange fort, bis der Gegner auch, dapon über­ zeugt wird. Bis dahin denken wir nicht an den Frieden. Und wir hegen alle miteinander die allergrößte Zupersicht und e.in absolutes Vertrauen zu unserer unübertrefflichen Lei* tung. Und der Sieg — es gibt Echt feinen unter uns, der an ihm zweifelt!" (Z.) ! ────────── russischen Regierung zu gelangen, haben die Negierungen Deutschlands und Oesterreich-Un­ garns diese weitgehendeg 'Vorschläge gemacht, sägen jedoch gleichzeitig hinzu, daß diese den äußersten Rahmen bilden, innerhalb dessen sie eine friedliche Verständigung noch erhoffen x können. Sie war bei der Entwickelung 'dieser Grundsätze ebenso ton der pflichtgemäßen Ab­ sicht durchdrungen, die eigene Wehrfähigkeit nicht schwächen tzu lassen, solange der unselige Krieg noch fortgesetzt, als auch ton der In­ tention, diejenigen Völker, die an ihr Ge­ biet angrenzen, 'in den Stand zu setzen, endgilttg und selbständig über ihre eigene Zukunft fett entscheiden, ohne dabei in einen Zustand der äußersten Not, des Elends und der Vertz-veislung -u geraten. Eine Verständigung livischen Nußland und den Mittelmächten über diese schwierigen Fragen jedoch ist nur dann möglich, wenn auch Rußland den ernstesten Wil­ len zeigt, es zu einer Vereinbarung gelangen Ifru lassen und wenn sie anstatt des 'Versuches, einseitige Diktate aufzustellen, sich bemüht, die Frage auch-von der Gegenseite aus gu betrachten und jenen Weg m finden ,der allein zu seinem friedlichen Ergebnis führen kann. Unter ber Voraussetzung solcher Intentionen können die Delegationen der Verbündeten Mächte noch an b;r Hrßnung einer friedlichen Beilegung des Konfliktes festhalten. Schwierigkeiten in Brest-Litowsk. Das offiziöse Wiener Fremdenbl. schreibt: p.n Brest Litowsk wird eine mühsame und schwierig» Aufgabe geleistet. Aus den veröf­ fentlichten Kundgebungen und Bulletins erhellt vielleicht nicht so vollständig, wie unendlich! schwierig die Aufgabe ist. das wieder aufzu­ bauen, was ein dreijähriger erbarmungsloser Krieg zerstört hat. Französischer Vorschuß an die Ukraine. Ter "Times"-Korrespondent in Odessa be­ richtet, üaß Frankreich an die Ukraine zwei Millionen Rubel in Gold vorgeschossen habe. Tie sran'iüfische Münze habe eine große Anzahl Noten oer ukrainischen Bank angefertigt. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. Englands Vorbereitungen für die lom- , # i mende Offensive «tt der Westfront. ' Ans dem Haag, den 17. Jan. Angeblich spricht man in englischen Armeekreisen von ; nichts anderem als "bon der praktischen An­ wendung der Cntentebedtngungen durch eine neue gewaltige Offensive an der Westfront. Ter ^rieben kann nur durch einen militärischen Erfolg erreicht werden, Verständigung gibt es nicht, so erklären englische Offiziere. Ter Kriegsapparat Englands ist dementsprechend in größtem Maßstabe ausgebaut und den neuen Erfordernissen der Lage im Westen angepaßt. 1 ' Die Affäre Caillaux. ' Das Caillaux ergebene Organ "Verite" be­ stätigt ,dah seit Oktober 1917 bis zum Dienstag voriger Woche der italienische Banktresoi: Cail­ laux' nicht geöffnet worden sei »Das Blatt spricht die Vermutung aus, daß die Regie­ rung neuer Tatsachen bedürfe, um Caillaux "hineinzulegen", iveil durch den bisherigen Ver­ lauf der Untersuchung gewisse hochgestellte Freunde Clemenceaus sich. söhr unangenehm be­ rührt. fühlten. Caillaux habe wähl von der Absicht gewußt, den Banktresor öffnen zu las­ sen .er habe aber -vorgezogen, dessen Inhalt dem Untersuchungsrichter bekanntzugeben. Cail­ laux habe gesagt, es befinde sich. darin ein Aktenbündel aus der Zeit der AgadirMsfäre, insbesondere private Aufzeichnungen, die wäh­ rend der Verhandlungen mit Kiderlen-Wächter entstanden seien. Die "Heure" bemerkt dazu, das Bekannt­ werden dieser Nachricht habe int Ministerrat große Bewegung hervorgerufen, da eine Reiht bedeutender Politiker in diesen Papieren mehr «wer minder rücksichtsvoll behandelt seien. - Ueber das der Militärbehörde zugegangene, aus diplomatischem Wege nach. Paris gelangte Schriftstück wird berichtet: Ter Militch.-gochvertteur Dubail erhielt von Clemenceau dieWeisung» sich bei der Verhaftung aus diesesSchriststück zu beziehen. Man versichert, daß das fDoFutnent südamerikanischer Herkunft sei. Tiem Journal Msolge stehen weitere Ver­ haftungen bevor. ,,L' Herve" schließt seinen Artikel mit der Bemerkung: Eine große politische Schlacht ist Im Gange. Tie Affäre Drehfus verschwindet an tragischem Ernst gegenüber dieser Ffcankreichl und die ganze Welt tiefbewegenden Ange­ legenheit .Ebensowenig wie damals weiß Irian genau, welcher Art die erhobenen Beschuldigungen sind. Es gilt nun, die wenigen Mun­ den bis zur vollen Klärung zu warten, i ────────── Der Krieg mit Italien. jJtatiens Angst um den Judaslohn. ' Tie offiziöse italienische Agentur Nolta hat bei maßgebenden Politikern in Rom eine Umfrage angesteUt, um deren Ansichten über die Reden von Lloyd George und Wilson zu erfahren .In dem aufsehenerregenden Bericht, der von den Blättern ^gedruckt wird, heißt es ,daß überall die allerschwersten Besorgnisse eingetreten sein. Allgemein sei Man der Mei­ nung, daß Italien plötzlich wiederum in einer furchtvaren Schicksalsstunde stehe, da die Alli­ ierten ihre Versprechungen, die.Italien zum Eintritt irt den Weltkrieg bestimmt hätten, nistst einzuhalten scheinen. Tie innere wie die äußere Lage Jtalienns erscheine deshalb schwer gefähr­ det und 'die öffentliche Meinung des Landes müsse augenblicklich jbon all diesen schweren Be­ sorgnissen befreit werden; die Entente müsse diese absolute Notwendigkeit einsehen. Italien habe ein Anrecht darauf zu wissen, daß seine ungeheuren Opfer nicht nur gegenwärtig ane» kannt werden,, sondern daß die ganze Entente ihre vor dem Kriege Mit Italien eingegangenen Verträge als eine heilige und unberührbare Sache betrachte .Dies sei der Gesichtspunkt aller maßgebenden Kreise in Rom. , Italienische Wünsche. Lugano, 16. J«n. Tie italienischenBlätter bestehen darauf, daß. für die italienische und die Westfront eine schnell und leicht ver­ schiebbare Reservearmee geschaffen werde, um während der erwarteten Offensiven an bec stärkst bedrohten Stelle der Front eingesetzt zu werden. General Corsi vertritt in der "Tri­ bun«" die Ansicht, daß die Offensive der Zen­ tralmächte an der italienischen Front noch eine Ausdehnung erfahren Könne. Durch den mili­ tärischen Ausfall Rußlands erhalte dex Feind genügend Kräfte für zwei gleichzeitige Offen­ siven. Ei» Sohn des italienischen Ministcvpräsiiventcn schwer verwundet. Nach einer Meldung der Agentur Stefani ist der Söhn des Ministerpräsidenten Orlando, der Artillerieleutnant Carlo Orlando, am letz­ ten Freitag bei den Kämpfen an der Piave schwer verwundet worden. ────────── Aus Rußland. Mn finnisches MilWeer. ' gm finnischen Landtag wurde ein Antrag eingebracht, unverzüglich das finnische Wehr­ wesen im Sinne der Leitenden Gesetzgebung wiederherzustellen; ferner solle eine Volksmi­ liz geschaffen werden, die auf der Grundlage der allgemeinen Wehrpflicht aufgebaut sei. In Aussicht genommen sind vorerst Kader verschie­ dener Waffengattungen, etwa 5000 Mann, die aus Freiwilligen rekrutiert sind. AIs Typ bei; Miliz ist der schweizerische gedacht. Reue Verhaftungen iw Rußland. Tie Kopenhagener "Politiken" erfährt aus Haparanda: Nach der ^Tjelo Narodä", dem Hauptorgan der Sozialrevolutionäre, ist zum zweiten Male in Petersburg eine Razzia der Polizei gegen Mitglieder der sozialreibolutipnären Partei vorgenommen w-orden. Etwa 12 Personen wurden verhaftet. Tie AMetierten wurden in einem feuchten Keller der PeverU Pauls-Festung eingekerkert. [ ■■, ■_ I ────────── Der Krieg mit Portugal. ' "■ Die portugiesischen Unruhen Nach Meldungen aus Lissabon sind 1800 Matrosen in den Forts Lissabons und Umge­ bung Gefangene der Regierung, die eine demo­ kratische Gegenrevolution mit allen Mitteln verhindern will. Täs Erscheinen der demo­ kratischen Zeitung "El Mundo" wurde ver­ boten. In den Provinzen sind zahlreiche Beam­ ten abgesetzt und auDewiesen worden. ────────── Aus neutralen Ländern. Eine holländische Stimme. Der "Nieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt in einem Artikel: Trotzki hat selbst gesprochen und hat andere auch sprechen las­ sen, als ob er der Vertretet; eines jsieggeichen Staates wäre. Rußland hat aber nicht ge­ siegt. Was tun die russischen Vertreter jetzt eigentlichst noch bei den Friedensverhandlungen? 'Suchen sie vielleicht noch eine beaauemt Gelegenheit für ihre ^ maximalistischen Jdeenpropaganda zu erhalten oder sind sie wirk­ lich naiv genug zu glauben,! daß sie, obwohl sie geschlagen und ohnmächtig sind, ihre Gegner durch Reden so wett bringen 'können, als üb diese geschlagen seien? — Der "Maasbode" schreibt: Staatssekretär von Kühlmann hat die ganzen Register feines diplomatischen Talents meisterhaft spielen lassen, um den Nüssen den Standpunkt der Teutschen hinsichtlich- der be­ isetzten Gebipte und jhrer Regelung klarzuelge.n. 'Es hatte dann und wann den Anschein, als i’j'o er die Gegenpartei in die Enge treiben urA zu Zugeständnissen zwingen würde; aber das von ihm gesponnene diplomatische Netz wurde durch den unwandelbaren Doktrinarismus bei: russischen Delegierten und vor allem Trotzkis 'zerrissen. ────────── Der Luftkrieg. Planmäßige Verletzungen der holländischen Neutralität durch! englische Flieger. Wie wenig englische Flieger bei ihren Luft­ angriffen gegen das vheinisch-westsälifche In­ dustriegebiet die holländische Neutralität ach­ ten, beweist ein Fund aus einem abgeschossenen englischen Flugzeug. Es sind uns hierbei eine Generalstabskarte mit eingezeichneten Flugwe­ gen und eine auf einem Pappdeckel gezeich­ nete Routenkarte in die Hände gefallen. Tie Ge-' neralstabskarte zeigt deutlich ' den Hin- und Rückslug, den 'der englische Flieger unter Mchtachtung der holländischen Neutralität ge­ wählt hatte, um auf die rascheste Weise das Industriegebiet von Aachen—Köln zu errei­ chen. Beide Wege führen über holländisches Gebiet. Ter Fund ist ein neuer Beweis 'dafür, daß es sich. bei Grenzverletzungen englischer Flieger keineswegs um Zufälligkeiten, sondern um bewußte, planmäßige Verletzungen der hol­ ländischen Neutralität handelt. ────────── Der Krieg zur See. 1 Minen in australischen Gewässern. Nach einer Melbourner Meldung der Pariser "Chicago Tribune" hat die australische Admiralltät angekündigt, daß in der letzten Zeit eine Anzahl von Kauffahrteischiffen von gro­ ßem Tonnengehalt in den australischen Gewäs­ sern durch treibende Minen Zernichtet worden seien. In diesen Gewässern sollen treibende Minen, die angeblich von neutralen Schissen ausgelegt worden seien, sehr zahlreich sein. ────────── Aachen auf ihren Weitertransport nach Holland warteten, besuchte der deutsche Kronprinz das Rote-Kreuzspital. Der ronprinz, der eine einfache Felduniform trug, war begleitet von drei Stabsoffizieren. Er inspizierte das Spital, ging zwischen den betten durch und sprach mit verschiedenen Verwundeten. Er frug sie, wie es ihnen ginge. Hier und da bemerkte er am bette eines besinders Schwerverletzten: "Artmer kerl!" Die wölf englischen Offiziere waren in einem besonderen Zimmer. Hier brachte der Kronprinz 10 Minuten zu. Er sprach mit jedem von ihnen. Beim Weggehen ließ er auf einem Tischchen eine Zogarettendose zurück. DIe englischen Offiziere losten um das geschenk. Ein Fliegeroffizier gewann es, Der Besuch des Kronprinzen war ihnen eine große Ueberraschung. Die Engländer haebn einen günstigen Eindruck von der freundlichen Art, in der er sich bewegte, erhalten., Sie fanden, da´ er viel älter aussah als auf dem letzten Bildnis. V., wobei jedoch auf Brennstoffe eine Steigerung von 693 v. H. entfällt, auf Beleuchtung 104 v. H., aus Miete 9.6 b. Hi fund auf Steuern 8 v. H. Tie Vereinigten Staaten weisen ge­ genüber Juli 1914 Mitte August 1917 ejne Steigerung um 46 b. H. für Nahrungsmittel im Kleinverkauf aus. Tse entsprechende/Ziffer Juli 1914 beträgt unter Zugrundelegung der für Kanada im September 1917 gegenüber in 60 kanadischen Städten herrschenden Preise 57 b. H. Tie gesamten Ausgäben einer Sa­ mt lie haben sich in der gleichen Zeit aber nur um 31.1 |ö. H. erhöht. Schließlich wird aus Neuseeland gemeldet, daß im AUgüst 1917 gegenüber Juli 1914 die Kleinverkaufspreise für Nayrungsmittel in 25 neuseeländischen Städten um 27.4 p. H. gestiegen sind. 1 ,, Militärische Einziehung — eine neue Stra­ fe. Nach wiederholten Meldungen der Aankeepresse zu urteilen, werden in den Vereinigten Staaten wegen ' Trunkenheit verhaftete Män­ ner neuerdings vor die Wahl zwischen Zwangs­ arbeit oder — Einstellung in die Armee gestellt! Tie Herren Amerikaner sind also — so spöttelt ein schwedisches Blatt hierüber — in der Tat erfindungsreich, wenn es gilt, den opferwilli­ gen Patriotismus des Volkes zu manifestieren. ────────── Hof einen Koffer abholen. In diesem Kosffer befand sich, ein Teil der gestohlenen Pelzsachen int Werte von 6000 Mark. Zuckergcwiiinung aus Mais unv Sargo. "9lear East" schrei bt: Das Landwirt sch af tssamt 'der Bereinigten Staaten hat Versuche angestellt, Zucker aus Mais und Sago herzustellen, und hat gefunden, daß man hon einem- Acre Mais eine größere Gewichtsmenge Zucker erhält, als von einem Acre Rüben; da der Maisanbau viel weniger Aufmerksamkeit und Mühe er­ fordert, als der der Zncke»:.rübe, so kann die Entdeckung als sehr bedeutsam angesprochen werden. Mais und auch der Sago werden in allen Teilen Südeurolpas und im nahen Osten angebaut, besonders in Griechenland, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Thrazien^ SüdRußland. Syrien und Aegypten. Ter Anbau beider Arten ist so leicht und billig, .daß aller Wahrscheinlichkeit nach- der nahe Osten in Zu­ kunft die Haupt ^.zueile der Zuckeroersorgung werden wird. Schwierige Verhaftung. In Zweibrücken spielte sich! zwischen der Gendarmerie und einem Verbrecher ein Kampf auf Leben und Tod ab. Tie- Gendarmerie faßte dort den mit vier Jahren Zuchthaus bestraften früheren Schirmflicker Adam Kissel aus Matzenberg, der flüchtig ging. Während der Verbreche,: 'im Freien erschien, feuerte er wiederholt auf den ihm den Weg verlegenden GeudarMeu Burger, der dann ebenfalls Schüsse abgab und den Verbrecher durch einen de»: Schüsse tötete. Schreckliche Tat. Ter fünfjährige Knabe des Neuhauserbauern Winkler in Wangen am Ritten bei Bozen hat fein 4jähriges Schwester­ chen mit Petroleum übergössen und angezündet. Tas Kind starb an den schweren Brandwunden. Erdbeben in Mailand. Am Sonntag nach­ mittags 1 Uhr, am Jahrestage der Erdbeben in den Abruzzen, wurden in Mailand zwei starke Erdstöße verspürt, die vom Osten nach Westen verliefen; Schaden wurde nicht ange­ richtet. Stärker wurde das Erdbeben in Monza wahrgenommen, wo Me Bevölkerung panikar­ tig ins Freie flüchtete. ────────── dern. Ihr dankte er den Erfolg, sip konnte diesen Erfolg mit bittern einzigen verräterischen Worte an Buk Wofkowitsch vernichten. Ihr Schweigen würde nicht billig sein, das gelobte sie sich. Wieder Sjgtte sie die Tür geöffnet, aber nvch iminier lag Mara in des stürmischen Werkbors Arm, der ihr Lippen, Augen und Haar küßte. Tn zog Frau Seraphine den Türflügel leise zurück und klappte außeit vernehmlich mit dem Drücker. Tann erst öffnete sie und trat ein, die Hände voll frischer Blumen. "Ter Mond ist so hell, die Nacht so klar, daß man im Garten wie ant Tage pflücken ' kann," sagte Seraphine Gasparew und füllte die Vasen aufs neue. Tabei kehrte sie Suwn rin und Mala bett Rücken. Mara war auf ihren Stuhl zurückgesun« ken und ordnete hastig die etwas zerzausten Haare. Suworin aber trat Hinte,: Seraphine und blickte den fleischigep Händen zu, die ge­ schäftig an den Vasen arbeiteten. "Wie schön hier alles ist, Seraphine Vas-, silowitsch. Die Blumen und die Frauen. Ich denke mit Sehnsucht an das Haus Gasparew, wenn ich fern bin, und meinen Freund Mi-, chael'beneide ich manchmal —" Wahlbruderschaft. Ein Balkan-Roman von A. Winkler« Tannenberg. 50] (Nachdruck verboten.) Wie lange sie sit Suworins Armen gele­ gen, "seine Küsse geduldet hatte, sie wußte es nicht. Sie hatte nichts mehr um "sich gesehen und gehört, nur geträumt und gekostet von berauschendem Erfüllungswahn! Zweimal schon war die Tür leise aufgegan­ gen und Seraphine im Spalt sichtbckr geworden Jmmvr wieder hatte sich der Spalt geräuschlos geschlossen. Jenseits der Bretterwand hielt Seraphine Gasparew Rat. War es gut so? Hatte sie das gewollt? Und sie antwortete sich trotzig entschlossen: Ja! Tiefen reichen Gönner zu schröpfen, war das Ziel ihres Ehrgeizes gewe­ sen und als sie erkannt hatte, 'daß sie selbst solcher Aufgabe nicht mehr gewachsen war, hat­ te sie die schöne Mara ins Haus geholt. Ihr Plan glückte. Bon den Diamanten, die Peter Fedorowitsch seiner Geliebten verschwenderisch schen-t ken würde, wollte die Tante ihren Anteil for- Tie Hausfrau antwortete, ohne sich um'zfu-, wenden. Sie wollte ihm Zeit lassen, gefaßter (ju werden, damit sie nicht gezwungen fei, irgend etwas Auffälliges "zu bemerken. 1 "Wie reizend gesagt, Peter Fedorowitsch. Es gibt doch aber ein so einfaches Mettes diese Sehnsuchtskrankheit zu heilen —" "Welches?" ' "Indem Peter Fedorowitsch das Haus Ga-sparew nicht so lange vernachlässigt, nicht so lange fernbleibt." Sie hatte die letzte Blume in einen schlau-, ken Glashals geschoben und sich> umgewandt. Suworin neigte sich lbhrerbietig. "Ist das ein Freibrief, schöne Frau? Heißt es, daß Peter Fedorowitsch öfter kommen darf, daß et hier jederzeit willkommen ist?" " Sie hielt ihm die Hand hin. "Ja, das heißt es, und Peter Fedorowitsch weiß, daß er jederzeit willkommen ist." Suworin küßte die Hand. Sein Blick suchte dann Mara. (Fortsetzung folgt.) ^ I ────────── fort anher zu melden. Schließlich machen wir die Angehörigen aufmerksam, daß wir na'ch wie vor gerne bereit sind, nicht eingetroffene Pakete und Geldsendungen zu reklamieren, so­ wie die Weiterbeförderung pon allen Postsen­ dungen zu übernehmen. —^ Besitzwechsel. Tas Anwesen Alt­ stadt 94/95 — Sebaldbräu — ging von //»errn Ludwig Kellner in den Besitz der Bayer. Hyßiotheten- und Wechselbank, Filiale Landshut, über, welche, veranlaßt durch die Ausdehnung ihrer Geschäfte, nach Amban der Räume des Erd- und Untergeschosses tzn Banklokalen mtt uÄkdernster TreMaukage, igt.en Betrieb zu gege­ bener Zeit dorthin verlegen wird. Bis auf Weiteres bleibt der Wirtschafts- und Hotelbe-, trieb an Herrn Kellner verpachtet und wird in unveränderter Meise sortgesüht:t. —* Die Markensreiheit von "Spanserkelfleisch hat vom 16. Januar ab wieder äuf,gchört. —* Die Bierausschankzj'e'tzUen sind durch eine Bekanntmachung des stelkvertr. Ge­ neralkommandos 1. A.-K. an Werktagen von 11—2 Uhr und ab halb 7 Uhr abends und an Soun- und Feiertagen von 11—2 Uhr Und von 4 Uhr nachm, ab festgesetzt. Ferner wurde 'bestimmt, daß jetzt auch von dem Tünnbier an einen Gast mittags nur ein halber Liter und abends zwei halbe Liter abgegeben werden dürfen. Bisher hatten wir vom Dünnbier das doppelte *Quantum. —* E i n e m M ü n ch n e r H a Mster, der mit der Bahn hier durchkam, wurden aM hiesigen Bahnhof gestern 85 Pfund Schweinefleisch av- ' genommen. —* Die Böhmsche Stipendienstist nn g schließt in ihrer Rechnung für das Jahr 1916 mit 765 Mark Einnahmen und 690 Mark Ausgaben ab. Tas Vermögen' beträgt 20 075 Mark. —* Einen Lieder- und Duetten­ abend Kuhn-Brunner hatte die Landshuter Liedertafel am Mittwoch, abends iM Stadttheater^ veranstaltet. Tas Programm enthielt Lieder von Rob. Schumann, Joh. Brahms, Hugo Wolf, Max Reger und Bolksliederdnette, bearbeitet von Wilhelm Berger. Tfe Vortra­ genden Herr K. Kammersänger Tr. Paul Kuhn (Tenor) und die K. Kammersängerin Charlotte Knhn-Brunner (Sopran) erwiesen sich als »:eife Künstler. Sympathische Stimmen und gefühl­ voller seinabgestimmter Vortrag tom:en beiden in gleichem Maße eigen und fesselten die Zahl­ reiche Znhörerschar. Te»: reiche Beifall zwang die Vortragenden zu mehrmaligen Wiederho­ lungen und Einlagen, von denen besonders die Hentschelsche Morgenhymne für Tenor neuen stürmischen Beifall fand. LandShut, den 18. Januar. —* Das Eiserne Kreuz wurde dem Kraftfahrer Igemt Josef Maier, Sohn des Hrn. Bauipalier Maier hier verliehen . —* Das König Ludwigkreuz wurde dem LandsturMmann Herrn AdolsBärenreuther Kunsttzeichner hon hier verliehen. —* Die Kreisauskunftstelle und Kriegsgefangenenhilfe vom Roten Kreuz in Landshut teilt uns mit, daß zu letzter Zeit von den Angehörigen Kriegsgefangener wiederholt ein reger unmittelbarer Briefverkehr mit neu­ tralen Auskunstsstellen wie Genf, Madrid, Stockholm, Kopenhagen etc. unterhalten wird. Solche Anfragen werden bekanntlich durch die Militärpostzeüsur an die Zentrale in Frankfurt a. M. überwiesen, mi't dem Auftrag, den züständigen Kreisaus-kunstsstellen zur weiteren ' Behandlung zu überweisen. Durch derartige au neutrale Stellen gerichtete Aufragen ent­ stehen Zeit-verluste und verursachen den ohne­ hin streng mit Arbeit überhäuften Roten KreuzStellen unnütze Arbeit. Tie Angehörigen Kriegsgefangener werden daher so höflich tvie dringend gebeten, alle Wünsche und Nachfor­ schungen 'nur an' die jeweils zuständige Stelle; für Niederbayern an obengenanntes Büro zu richten. Bei dieser Gelegenheit stellen wir an die Familien die Angehörige iM Felde haben, das Ersuchen, sich sofort an unsere Stelle zu wenden, falls von dem Truppenteil »eine Mel­ dung eintrifft, daß ein Kriegsteilnehmer bei einem mitgemachten Gefechte etc. vermißt wird, und uns sofort folgende genaue Angaben zu machen: letzter Truppenteil, Dienstgrad, Ge­ burtszeit und Ort, Tag des Vermißtseins. Ist der Vermißte bereits durch! eigene Mitteilung an seine Angehörigen in Gefangenschaft ge­ kommen, so ist Uns sofprt die genaue Adresse eirtzüsenden. Ebenso werden die Angehörigen dringend gebeten, jede Lageroerändernng so­ ────────── Friedensvevhandlungen mit Rußland sollen in wirtschaftlicher Beziehung zum Ziel haben, den Wiederaufbau der zusammengebrochenen russi­ schen Volkswirtschaft mit Hilfe der deutschen /Industrie und des deutschen Handels sicher­ zustellen. Durch die Gewinnung des russischen Marktes könnte Zugleich, die Neuregelung "un­ serer gesamten Handelspolitik am besten ange­ bahnt werden. 2. Noch während des Krieges Mit den übrigen Ländern Müßte sofort die Ein­ fuhr von großen Mengen Getreide und Futter­ mitteln aus Südruhland und die vorläufige Regelung des Avbeiterbezuges herbeigfesührt werden. 3. Tie handelspolitischen Abmachun­ gen sind für die Uebergangszeit und die spätere Zeit gesondert zu treffen. Tie endgültige Rr, gelang der Handelsbeiziehungen ist möglichst zu beschleunigen. • 4. Für die Uebergastgszeit ist eine möglichst weitgehende Versorgung Deu'tschlands mit Nahrungsmitteln sowie Futter- und Rohstoffen durchs Rußland zu'sichern, um so schnell wie möglich die deutsche Volkswirt­ schaft und den inneren freien Verkehr Wiede»: herzustellen. Ter Bayerische Landwirtschafts­ rat beschließt weiter: 5. Im endgültigen Frie­ densvertrage mit Rußland ist als Forderung aufzustellen: Tie vertragschließenden Staaten behandeln sich während einer auf Ihre Dauer zu begrenzenden Uebergangszeit auf der GrundQge der unbedingten Meistbegünstigung, vorbe­ haltlich anderweiter Vertrags» egelung nach Eintritt eines normalen Handelsverkehres. De,: Bayerische Landwirtschaftsrat ertoartet, - daß Bayern bei der demnächstigen Einfuhr von Nahrungsmitteln und Rohstoffen entsprechend berücksichtigt wird. Zum Schweinemord beschloß der Bayer. Lmä'wirtschastsrat auf Antrag des 2. Vor­ sitzenden Herrn LandesÜkonomierat Mittermei­ er: Es sei an das K. Staatsmiriisterium des Innern die Bitte izu stellen, Hausschlachtungen auch nach dem 1. Februar zu genehmigen und tzu gestatten, daß die hiezu nötigen Schweine weiter gefüttert werden dürfen. Diesem Antrag ist mit gewissem Einschränkungen bereits in den neuen "Verfügungen Rechnung getragen, in denen es heißt, daß den Regierungen die Be­ fugnis zusteht, Ausnahmen von dem Verbot der Hausschlachtungen nach dem 31. Januar hu bewilligen. Doch sollen diese nur mit der gebotenen Vorsicht und unter genauer Feststel­ lung der Gründe, die Zur späteren Vornahme der Hausschchlachtung führten, von ihrem Be­ willigungsrechte Gebrauch machen. Tsie Sabotage wird von Frankreich amtlich unterstützt und gefördert. Das lvurde gegen­ über irrtümlichen Zeitungsmeldungen im Hauptausschuh des Reichstages von General Friedrich ausdrücklich festgestellt. Damit erhält die Warnung an alle Landwirte und Gewerbe­ treibende, welche kriegsgefangene Franzosen in ihren Betrieben beschäftigen, neuerdings Be­ rechtigung. Es wurden bereits- im vorigen uhre mehrfach Fälle von Sabotage durch triegsgesangsne Franzosen festgestellt. Einer der noch harmlosesten Akte von Sabotage war das Ausstechen von Augen aus Saatkartosseln. Set der nun bald erfolgenden Auswahl von Eaatkartofseln und dem in den nächsten Mo­ naten beginnenden Kartossvlbau sei neuerdings darauf hingewiesen, die kriegsgesängenen Fran­ zosen streng zu überwachen. Ebenso ist es mit •ber Haltung von sranzöstschenKriegsgefangenen Stit deutschen Bauerntischen werden die Fran­ zosen wohlgepslegt, manchmal erheblich über das zulässige Maß. Zur gleichen Zeit mußte von unserer amtlichen Vertretung festgestellt .werden, daß Frankreich! in der Behandlung der Gefangenem hinter allen Staaten steht. Es müssen Vergeltungs- und ZwangsMaßregeln der schärfsten Art angeeignet wer­ den, um unseren Gefangenen in Frankreich! ein menschenwürdiges Dasein zu erzwingen. Frankreich, lehnte trotz weitgehenden Zuge­ ständnisses von unserer Seite einen Austausch! von gefangenen Familienvätern ab, den selbst England bewilligte. Möge das jeder Teutsche, ob Bauer oder Städter, bedenken, dem kriegs­ gefangene Franzosen zur Hilfeleistung zuge­ lt sind. Wenn auch! das "deutsche Gemüt" nicht zuläßt, sich für erlittene Unbill sin hrlosen Gefangenen zu rachen, etwas mehr Zurückhaltung ist im Verkehre mit den bei uns wellenden Vertretern der s»:anzüsischen Ratton unbedingt geboten. > ────────── Niederbayerische Nachrichten. 1 Deggendorf, den 17. Jan. (WaldkaussMer aus dem Verkaufe des Engeischen Gutes in | Maxhofen übriggebliebene, 154 Tagwerk um» 6 fassende Wald, der an. der Straße nach Ru­ fe! liegt, wurde vom Forstärar um 90 000 Mk. angekauft. Damit ist nghezu das ganze Ruselgebiet Eigentum des Staates geworden, der innerhalb der letzten 10 Jahre in dieser Ge­ gend bei 2000 Tagwerk Wald und Oedland samt Anwesen angekauft hat. Die Gebäude wurden zürn größten Teile niedergerissen und die Grundstücke aufgeforstet. Passau, 17. Jan. (Wieder eine Mlchfälscherin.f In AUerbach wurde die Besitzerin der Heindlmühle, Karoline Pangratz, jbom Marktinspektor Herrn Stahl betreten, als sie ihre Milch in der Stadt perkaufen wollte und dieselbe tritt 20 PrvzlenT Wasser verfälscht hat­ te. Gegen die gewissenlose Frau wurde die Strafanzeige erstattet. (T.-Ztg.) : ────────── Dienstnachrichten. Schuldienst Ab 1. Dezember 1917 wur­ den befördert zu Schu.hverwesern: die Hilfs­ lehrer Hermann Beicht, z. Z. im Heere, Lud­ wig Rothharnmer und Robert Weinzierl, sämt­ liche in Passau; ab 1. Januar 1918wurdenlbe^sürdert zu Schulverweserinnen: die H.ilsslehrerinnen Klara Ring pon Kirchbe»:.g (Eagenselden 1) in Johannisyrchen (Arnstors), Rtaria Fallbacher von Hvhenwarth in Kirchberg (Eggenselden 1); versetzt auf Ansuchen: der Volks­ schullehrer Joseph Breit pon Attenhausen nach Geisenhausen; entlassen aus Ansuchen: die Hilsslehrerin Maria Eisenreich! in KTchberg (Vilshofen 1); berufen als Hilfslehrerinnen: die Schnlamtsbewerberinnen Therese Graßl von Pfeifenhausen in Kirchberg (V.ilshoffen 1), Au­ guste Reisewitz pon Landshut nach! Hohenwarth; auf Ansuchen in den zeitsichen Ruhestand ver­ hetzt: der Volksschullchrer Franz Kanzlspe»:ger ttt Freyung auf ein halbes Jahr, die Schulverweserinuen Anna Redl von Schwimmbach aus ein Jähr, Berta Sintmler in Sandbach auf |4 Monate; im zeitlichen Ruhestand belassen: der Hilfslehrer Joseph Heindl von Weißeriberg bis 30. April 1918; ab 16. Januar wurden tri den zeitlichen Ruhestarid oersetzt: der Bolks'schullehrer Xaver Siebszehnriebl in, Heiligen­ berg bis 31. AuLtzst 1918; im Muhestand be­ lassen: der Volksschullehrer Lorenz Sticht von Ortenburg (jprot. Schule) auf ein weiteres Iah»:,; ab 1. Februar 1918 wird versetzt aus Uri su­ chen: der Volksschullehrer Georg P»:aml von Oberaichbach nach! Buch a. 'Erlb. i ────────── Letzte Posten. neue Chef des ZivUkabinetts. Berlin, 17. Jan. Se. Majestät LerKaiser hörte gestern den Bortrag des Chefs des Ad­ miralstabes urid den des Chefs des MstsitärIkabinetts. Am "16. Januar abends empfing §e. Majestät den neuernannten Chef' des Zivilkabinetts, den bisherigen Oberpräsidenten von Berg, zur Meldung. Rußland und Rumänien. Petersbrg, 17. Jan. Der Komman­ dant der 49. Division teilt mit, daß rumänische Behörden feindliche Handlungen gegen russi­ sche Soldaten unternehmen und keine Leblensmitteltransporte durchlassen. Das 194. Regi­ ment der "49. Division wurde von rumänischen Streitkräften umzurigelt und eriiwaffnet und auch, der Ausschuß des 195. Regiments und österr.-ungar. Offiziere, die zum Besuche der russischen gekommen waren, oerhastet. 'Tier Rat der Volkskommissare verlangt die Frei­ lassung der verhafteten Soldaten und Offi­ ziere, Bestrafung der militärischen Behörden, die die Verhaftung vorgenommen haben und Sicherheit dafür, daß sich derartige Fälle nicht wiederholen. Falls eine Antwort innerhalb 24 Stunden nicht erfolgt, wird die Reklamation als neuer Bruch betrachtet werden. Wh: werden die nachdrücklichsten militärischen Maßnahmen treffen. Gez. Lenin, Oberbefehlshaber Krhlenko und Kriegsbevollmächtigter Podwojlkfi. Tie englische Arbeiterpartei für den Frieden. London, 17. Jan. Ter "Manchester Guardian" gibt ohne Datumsangabe folgendes Telegramm der Independent Labour Partei! an Trotzki bekannt: Nachdem Lloyd George und Wilson ebenso wie die Vertreter der Zen­ tralmächte die neuerliche Formel "Keine Arinexionen, keine Indemnitäten" angenommen haben, glauben wir, daß die Anwendung dieses Grundsatzes im einzelnen lediglich, in einer vollen Konferenz möglich! ist Wir drängen daher unsere Regierung, unverzüglich an Ver­ handlungen für einen allgemeinen Frieden teil­ zunehmen. Wir sind von Herzen mit euch in eurem großartigen Eintritt fite den In­ ternationalismus. s ! Grubenunglück. Budapest, 17. Jan. Im Hungariastollen des Ammmajer Bergwerks hat eine große Explosion stattgefunden. Bisher wurden 12 Tote und 35 Schwerverwundete geborgen, i 3« rite Luft geflogen. < ' Genf, 17. Jan. Nach einer Meldung der Agence Hävas ist in Bilbao (Spanien) die Kaserne Reina Viktoria, in der eine Waffe nund Munitionsniederlage untergebracht war, infolge eines Brandes in die Luft geflogen. <. Rene U-BootsErfolge. WTB. Berlin, 18. Januar. (Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote versenkte kürzlich an der Westküste von England S Dampfer, 1 sranz. Bewachungssahrzeug, einen Segler und einen Fischdampser. Tie Mehrzahl der Schiffe wurde unter erheblicher feindliche»: GegenwirTung in den für eine starke U-Bootsabwehr besonders geeigneten Gewässern, der englischen See und des Bvistolkanals durch! geschickte An­ griffe vernichtet. Hier siel aisth das sranz. Uewachungsfahrzeug einem 1 U-Boot zum Opfer. Sämtliche Dampfer waren bewaffnet. Unter ihnen konnten die englischen Dampfer "Eünsleaf" und "Boston Cleh" namentlich, festgestellt werden. Don den beiden anderen Dampfern Hatte der eine Kohlen, der andere, von IAussehen und der Grüße des englischen Dampfers ,Aqremont Castle", 15 294 Tonnen Palmöl ge­ laden. Ter Fischdampfer führte die Bezeich­ nung B 696. > ! " 1 Ter Chef des Mnniralstabes der Marine. :