Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-01-23. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 18, 1918-01-23. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Ter 16jährige Arbeiter Sinti in Waldmünchen geriet in die Transmis­ sion des Sägewerkes, in welchem er beschäftigt war, wobei Hm ein Arm ausgerissen, der zweite 9srm und die Brust schwer verletzt wurden. An den Folgen der Wveren Verletzungen W er noch am selben Tage gestorben. > Allerlei. ────────── Ein Vorstoß türkischer Seestreitkräfe. Sie U-Bootsve«te im Dezember: 703000 Tonne«. - Unruhe» in Petersburg. — Die deutschrussischen Kommissionsverhandlungen. ────────── Die Heeresberichte. ────────── Der deutsche Bericht. ' | WTB. Berlin, den 22. Janrrar 11918. WvGss Hauptguartier.) WramL be# Ve«er»r-ew«arsch»NS KrauPriZG j Oestlich bon Upern war die Kampftätigkeit der Artillerie am Tage und zu einzelnen Nacht­ stunden lebhaft. Mit kleineren Abteilungen versuchte der Engländer vergeblich an mehreren Stellen in Flandern in unsere Kampfzone ein­ zudringen. , An der übrigen Front blieb -die Gefechtstätigfeit mäßig. Kr»«t *e* deutsch«« ÄmtinrinKs. und Armer de» Ge«eratf«ivmarschatts Herzo» Albrecht »»» «ürttember« 1 In den Argonnen nördliche von iLe Four de Paris fliehen französische Kompagnien zrach tagsüber anhaltender Artilleriewmkung am Abend gegen unsere Stellungen bor. Sie wur­ den durch Feuer und im Nahkampf abgewiesen. Aus dem östlichen Maasufer und zn der Gegend von Flirey lebte das Artilleriefeuer zeitweilig auf. , " . DsKNcher Kries»fHa«dl«-. EÄtzKA Bteues. 1 An der Makedonischen Kr»«» und an der Italienischen Front ist die Lage unverändert. Stet i. 'S « b < « b o »f f. ' WTB. Berlin, 22. Januar. Amtlicher Abend bericht: • Won den Kriegsschauplätzen nichts Neues. ────────── Bericht des Admiralstabes. ’ Tlie V-Bootbente tut Tetzember. WTB. Berlin, 21. Januar. (Atntlich.)' Durch kriegerische Maßnahmen der Utittelnrächle sind im Monat TWchrPer 1917 insge­ samt 702000 Brutto-Rrgistrrtonne« des für unsere Feinde nutzbaren Handelsschiffs­ raumes vernichtet worden. Damit erhöhen sich die bisherigen Erfolge des uneingeschränkten U-Bvotskrieges auf 8958000 «rntto-0teAisterto««e*. 1 i «er Chef deß Mmchcalstabetz der Marine, j i Eine ähnliche englische Statistik, dies seji I hervorgehoben, kommt auf höhere Prozentzif$ fern. Ter Verlauf der Pteozentzahlen und die I Höhe des Dezember-Ergebnisses zeigt, daß 1 I trotz der Abnahme des Verkehrs, de« erhebst- f I chen Verstärkung der Gegenwirkung, bei: Un- jj I gunst der Jahreszeit und der Verringerung 1 I der Dichte des Verkehrs infolge GeleitzsygS- S § bildung die militärische Leistung, djie in der I I Proztentzahl der Versenkung tzum Ausdruck I 1 kommt, sich nicht vermindert hat. Eines vor I £ allem noch kann man schließen, daß die nicht 3 I ohne Grund mit so viel Lärm in die Des# | I sentlichkeit hinausgetragenen Behauptungen deS I I englischen Ministerpräsidenten Lloyd George, | | man sei der U-sBootgefahr Herr geweden, die I I Mwehrmaßnahmen HÄten nustmehr den er- | I warteten Erfolg gehabt, die Verluste der deut- : I scheu Flotte an U-Booten seien ungeheuerlich | gewesen, einfach aus der Lust gegriffen sind, I um im eigenen Lande zu beruhigen und in $ Deutschland Bei den lottrigen, die nicht oder nicht fest an den Enderfolg des U-Bootkrieges' glauben, Mutlosigkeit und Zweifel zu erwecken und den Gedanken der Ausgabe dieses gegen England einzig wirksamen Kriegsmittels, den man von Seite unserer Feinde auch auf dem Wege über das neutrale Ausland tzu fördern sucht, in das deutsche Volk hineinzutragen. ' Die den Tatsachen so offen widersprechen­ de Ausstreuung engllscherStaatsmänner beweist von neuem, wie schwer England die "U-Bootpest" empfindet und daß die führenden Staats­ männer unserer Gegner diesem K.iegsimittek selbst entscheidenden. Wert Beilegten. ! B erlin, 21. Jan. (Nichtamtlich.) Das monatliche Versenkungsergebnis, mit dem bas Jahr 1917 abschließt, ist in mehrfacher Hin­ sicht besonders befriedigend. Es fallt sich um etwa 100 000 Brutto-Registertvnnen höher, als das des Monats November und übertrifft auch dasjenige des September und Oktober noch um rund '30 000 Donnen. In folgender Berechnung soll der Verbuch gemacht werden, einen zahlenmäßigen Grad­ messer für die militärische Leistung unsere« U-Boote für die vergangenen 11 Monate zu fin­ den. Es muh vorweg ausdrücklich betont wer­ den, daß der Wert der Prozentzählen nicht in I ihrer absoluten Höhe, sondern in ihrem VerI hältnis zueinander zu suchen ist. -Nehmen wir an, daß ein Drittel des aus England,Frank­ reich und Italien zusammen fahrenden Schiffs­ raumes, und zwar bes gesamten, sowohl für die bürgerliche, tote* 1 die militärische Versor­ gung — für die letztere ist e’ttoa 35 Prozent des Gesamtschifsraumes zu rechnen — sich dau­ ernd im Sperrgebiet befindet, eine Annahme, die gegenüber der Wirklichkeit zweifellos zu hoch! gegriffen ist, so erhält man folgende Prvztentziffern des Versenkungsergebnistes von 'dem sich nach vorstehender Annahme im Sperrge­ biet befindenden Schiffsraum: i 1 Schiffsraum im Sperr­ gebiet C/, des auf Hnpland, Franlrcich und Italien fahrenden BcrsenkungsAnteil Vtsammtschiffsraumes) iiffer Februar 8 217 000 781 500 9,5 März 8 125 000 885 000 10.9 April 7 9c 8 000 1 091 OOO 13,7 Mal 7 817 000 869 000 11,2 Juni 7 667 00 ) 1016 000 13,3 Juli 7 508 000 811 000 August 7 367 600 808 000 10,9 September 7 200 000 572 000 9,3 Oktober 7 058 000 674000 9,5 November 6 900 (»00 607 000 8,8 Dezember 6 733 060 702 000 10,4 ────────── Der österr.-ung. Bericht. i. WTB. Wien, den 22. Januar. «Mittags. Ti« Lage ist unverändert. Der Ehef des GeneraMäb«. « ────────── Der bulgarische Bericht. WTB. Sofia, 20. Januar. Amtlicher Heeresbericht: Mazedonische Front: Auf beiden Seiten des Ochrida-Sees etwas lebhaftere Feuertätig­ reit. Westlich des Sees führten unsere Einhei­ ten erfolgreiche Erkundungsstreifen aus. Lm Cernabogen und östlich des Tobropvlse wieder­ holtes Artillerietrommelseuer. Im Süden von Huma drangen unsere Stotzabteilungen in die feindlichen Gräben ein und kehrten mit griechi­ schen Gefangenen zurück. Im Süden der Belasitza wurden englische Ins ante rieabteilungen, die gegen unsere Vorhuten bei Tvlni Poroi und beiderseits des Butkowo-Sees vorrückten, unter unser Avtillerieseue»:, genommen und zer­ streut. Tvbrudscha-Frvnt: Waffenstillstand. ────────── Vom westlichen Kriegsschauplatz. s EntentefseAD^-SHaft. | ■ i Wie die Franzosen über ihre Bundesgenos­ sen denken, gteht aus folgender Unterhaltung mit srantzösischen Gefangenen hervor, die, *16 von England die Rede war, äußerten: "Je., die Engländer! Wenn man sie doch nur wo., lichst schnell los werden könnte! Alber bann gleich die Amerikaner ba$u! Mein Gott, was? ist das für eine Bande! Offen gesagt, gibt etz auf der Welt nur zwei wirkliche Soldaten, die Franzosen und die Teutschen. Wer Gat jetzt in Italien nach! dem Zusamsmenbrnch tote» der einmal den ersten Erfolg erfochten? "Sie Franzosen! Die Herren Engländer bleiben na­ türlich hi"Kn!" M.. i , 1 , j r ; J, ────────── Aus Rußland. 28-c Monarchisten iw Rußland. ! Airs Stockholm wird berichtet: Von beson­ derer Seite in Petersburg wird folgendes mit­ geteilt: Tie russischen Monarchisten sind rwar seit der Revolution still, aber sie schlajen nicht. Sie haben eine heimliche, sehr wirkungsvolle Werbearbeit entfaltet. Tie Bauernschaft der nördlichen innerrussischen Wolga-Gouvernesnente soll warme Gefühle für das Kaiserhaus hegen. Niemand verkennt die Schwierigfkeireu. Taher ist nicht an eine Ausrufung eines neuen Kaisers, ivohl aber eine Heranziehung der bis­ herigen Thnastie zur aktiven Politik gedacht. Tie Schwierigkeiten werden verschärft durch den aufsteigenden Konflikt zwischen Lenin und Trotzki. welcher dadurch veranlaßt ward, daß Lenin Trotzkis Haltung bei den Brester Unter* Handlungen nicht billigt, weil sie die Fchedenssache nicht gefördert habe. Trotzki habe bei den Verhandlungen Lenins Wünsche unberück­ sichtigt gelassen. Es herrsche Mißstimmung über Trotzkis Haltung, welche die bürgerlichen Kreise als unwürdig bezeichnen. Tatsächlich sind heute alle russischen Parteien für den Brieden, nur die lolschewiHMen Verhandlungs» fnif je werden verurteilt. Das gelegentliche Sä­ belrasseln der Bolschewiki, dem die Stoßkraft fehlt, erregt starke Mißstimmung. Ter Eisen­ bahnerverband meldet von der Südwestfront, daß die Soldaten aus den Armeekorps deser­ tieren. In Petersburg selbst ist die Versorgung wiederum ganz schlecht. Seit enigen Tagen wird aus den Straßen geschossen und die Ge­ schäfte werden geplündert. Alles deute daraus hin, daß in den nächsten Tagen, daß mit, oder ohne die Reichsversammlung, schwerwiegende Ereignisse bevorstehen. i Trotzki und die Ukrainer.' Aus Stockholm wird berichtet: Ein Schrei­ ben Trotzkis legt den Bruch! der russischen und ukrainischen Friedensdelegatini klar zu Tage. Trotzki bestreitet den Ukrainern das 'Recht, int Namen des ukrainischen Volkes zu ^sprechen. tltoci ehemalige russische Minister getötet- ( Wie Havas aus Petersburg meldet, wur­ den die früheren Minister Tschingarew und Kokoschin, die in der Kraükenabteilung der PeterWauls-Festung in ärztlicher Behandlung stan­ den, vorgestern in den Marienpalast geführt und dort von einer Matrosenabteilung getötet. Tier Bürgerkrieg in Rußland. WTB. Am st er dam, 21. Jan. Reuter meldet aus Petersburg vom 19. Januar: Bei den Debatten in der Konstituante jfont es zu aufregenden Auftritten. Ein Mitglied der ver­ fassunggebenden Versammlung schlug den Re­ volver auf den sozialistischen Führer sTwerstelli an, wurde aber entwaffnet. Mrs dem Jtoini (?) -Prospekt kam es nachmittags, als ein Zug von Mitgliedern der verfassunggeben­ den Versammlung von der Menge, -hauptsäch­ lich Matrosen angegriffen wurde. !zu einer Schießerei. Mehrere Personen wurden getötet und verwundet. Tias Banner der Zugsteilneh­ mer wurde von roten Gardisten he»7untevgerissen und verbrannt. Ter Soldat, de»: die Fahne trug, blieb mitten aus der Straße stehen und rief aus: "Ich bin drei Jahre an der Front gewesen, nun tötet mich, wenn ihr wollt!" Ein roter Gardist schvß ihn nieder. Unte»: den Zugsteilnehmern befänden sich. viele Frauen und Mädchen und dienstuntaugliche Soldaten, sowie gegenwärtig im Ausstand befindliche An­ gestellte der Regierung, der Stadtverwaltung und der Bankgeschäfte. 'Davas meldet avs Petersburg: In Mos­ kau und Petersburg wurden Kundgebungen MMnsten oer Konstituante durch, Gewehrfeuer der Roten Garde zerstreut. I "Täily Mail" meldet indirekt aus fPetersburg Vom Frettag, daß die Telephonverbindungen der Botschafter in Petersburg am jgmtag abgeschnittn wurden. In den Londoner ^Zei­ tungen fehlen alle Pressetelegramme aus Pe­ tersburg. Nur die "Daily News" weiß , zu f * melden, daß bei den Unruhen In Petersburg 16 Personen getötet und etwa >100 verletzt wurden. ────────── Gegen Rumänien. Täs rumänische Königspaar Nicht mehr in Jassy. Laut "Basler Anzeiger" meldet "Taily Chronicle" drahtlos aus Jassy, das Königspaar befinde fWj, seit Mittwoch voriger Woche nicht mehr in Jassy. Sein jetziger Aufenthalt werde von Brattanu, der noch immer das Gesamtminiftmum führt, nicht bekannt gegeben. Deputierte des rumänischen Soldaten- und Arbeiterrates amtieren in mehreren Ministerien. ────────── Der Krieg mit Italien. 3iie Lage in Italien. Im "Pettt Parisieu" schildert Campolonghi die trübe Lage Italiens: Tie Sttahen still, viele Theater, darunter einige bedeutende, fgcschlossen, früher Feierabend der Gastwietschaften und Kaffees, vor allem aber empfindlichster Mangel an Lebensmitteln, vor allem an Ge­ treide und Fleisch, eine Kohlenkrise, ein zarter Ausdruck für die tatsächlich drückende Köhlen­ not, keine Heizungen Privathäusern mehr, Ein­ schränkung der Elektrijsttäts- und Gaslieserung an Familien — nur während weniger Stunden des Tages —, in den steinen Städten' über­ haupt nicht mehr, Heizung der Züge nur bei Nacht und da nur elend, während man bei Tage in den Wägen erfriert, Ausschaltung der Eil- rlnd start Einschränkung der Personen-, züge, Einschränkung der Arbeit in den Fabriken all das hat die Kohlennot keineswegs beseitigt und auch das italienische Geld .steht schlecht. Täs alles ist nach Campolonghis Ansicht von tieseinschneidender Wirkung. ────────── Der Krieg mit England. I Ti- englische "Freiheit". 1 Berlin, 21. Jan. Bezeichnend für die Haltung der englischen Regierung gegenüber den übrigen Maximalisten in England ist die Behandlung, die Titscherin, dem zeitweilig als maximalistischer Kandidat für den BotschafterPosten in London Vielgenannten, zuteil gewor­ den ist. Titscherin befand sich, als seine Kan­ didatur auftauchte, in einem englischen Strafgesängnis, wo er für seine Verbindung mit der | englischen Arbeiterschaft, die er aber nicht etwa i in unterwühlender versteckter Weise, fonbfccn Z in offenen Verhandlungen mit den Arbeitersührem, vor allem mit dehn früheren Ministep, Hendersohn gepflogen hatte, büßte. Tem "Manche­ ster Guardian" zufolge wurde ihm am 3. Jan. eröffnet, daß er am folgenden Tage die Abreish nach Rußland anzutreten habe, ober vielmehr nach Rußland zurückgeschickt werden würde. Wie ein Freund von Titscherin dem "Manchester Gu­ ardian" mitteilt, habe die englische Regierung wahrscheinlich auf Wunsch Trotzkis dieAnstzeise von Titscherin gestattet, doch könne er sich' nicht denken, daß die überstürzte Abreise und die Art der Behandlung, die Titscherin zuteil wurde, im Sinne des russischen Volksfkomsrtssars für auswärtige Angelegenheiten sei. Titscherin ha­ be gegen seine zwangsweise Repatriierung pro­ testiert. Er wurde, wie der Freund aussühvt, unter Bewachung von dem Gefängnis nach dem Hafenplatz transportiert und durste nichts von seinen Papieren, Notizbüchern undBüchern aui die er großen Wert legte, mitnehmen. Ein Teil seiner Freunde durfte ihn besuchen und mit Mühe erreichte es sein Anwalt, daß er eine kleine Summe Geldes witnehmen durfte. Tie Abreise erfolgte unter unwürdigen Umstän­ den. Ter Freund fügt hinzu, daß Titscherin selbst dies nicht als Freilassung empfunden habe und daß seine Freunde, welche annehmen, daß die englische Regierung seine Freilassung versprochen hätte, ein derartiges Vorgehen nicht als Erfüllung eines solchen Versprechens be­ trachten konnten. 1 Granen, tu England. "Taily Mail" erklärt, daß die beständigen Versicherungen der englischen Staatsmänner über die Vernichtung von so und so viel Unter­ seebooten nur ein schwacher Trost für die Be­ völkerung seien, denn es bleiben anscheinend noch immer genug über, usm die überaus wich­ tige englische Lebensmittelzusühr abzuschneiden, sodaß man mit Grauen an die Zukunft denken müsse. "Tie schönen Worte der englischen Staatsmänner sättigten nur schlecht den sstmgerigen Magen, j Ter englische Minister Earso« zurück­ getreten. WTB. London, 21. Jan. (Reuter.) Amt­ lich wird mitgeteilt, daß Carson als Mitglied des Kriegskabinetts zurückgetreten ist. | Bestrafung des Lebensmittelwuchers j in England. Ter Sekretär des englischen Lebensmittfel­ amtes erklärte nach. einer Meldung des "Mlgemeen Handelsblad", daß in Kürze ein Gesetz erlassen werde, das die Lebensmittelwuchierer mit schweren ©trafen bedroht. Außer Geldund Gefängnisstrafen werden sie das Doppelte ihres erzielten Wucherergewinnes zu be ahlen haben. . I ────────── Der Krieg zur See. I Ein Borstoß türkischer Seestreitkräfte ans den TjaddaneUen. WTB. Berlin, 22. Januar. (Amtlich.) Am 20. Januar stießen türkische Streitkväfte und zwar der Panzerkreueic "Sultan Jawus Selim", früher "Goeben", der kleine KreuWr "Midilli", früher "Breslau" und Torpedoboote aus den Dardanellen gegen feindliche Streitkräfte vor, die durch Fliegerauskläirung bei der Insel Jmbros festgestellt waren. Ein gro­ ßer und kleiner englischer Monitor -tourben vernichtet, ein Transportdampser von 2000 To. versenkt, mehrere Hulks schwer beschädigt und die englische Signalstation an der Kephalosbucht zerstört. Bei dem Rückmarsch nach den Dardanellen ist der kleine Kreuzer Midilli" durch mehrere Unterwasseirtvesser von Minen oder Unterseebooten gesunken. "Sultan Ja« wns Selim" kam deich Einlaufen .innerhalb der Dardanellen in der Enge bei Nagara leicht fest. Er ist nicht, wie in der englischen amtlix chen Meldung behauptet wird, durch schwere Beschädigung aus Strand gesetzt. Tie Meldung besagt nicht, was Ms der Mannschaft der "Midilli", deren Stamm ßvohl heute noch die Breslau-Jungen bildeten, ge-» worden ist. Es ist auch schade um das Schiff, an dessen Namen sich! die Erinnerung an man­ che Heldentaten knüpft. Aüch die letzte Fahrt war eine solche. Durch minenverseuchte Gewäs­ ser stießen die beiden Kreuzer als unzerüennliche Gefährten in das Mittelmeer vor, den weit überlegenen Feind zu suchen. Sie haben ihn gesunden und ihm möglichsten Abbruch getan. | Tie Arbeit war dollbracht, als auf der Heim­ kehr die "Midilli" das Schicksal ereilte und feinen Ruhmestaten ein Ende machte. In der Geschichte des Krieges und besonders der neuen Türkei aber wird der Name "Midilli — B»resIau" eine herviKragende Rolle spielen. Tie Taten dieses Schisses werden unvergessen Hlei­ ben. ────────── Japan im Kriege. Zur Bcrvoppclmtg der japanischen Frie- i densheeresstärke. In England und Frankreich hat'Hie Mit­ teilung, daß die japanische Regierung Be Frie­ densstärke des japanischen Heeres von HI auf 50 Divisionen erhöhen wird, einige Beunruhi­ gung hervorgerufen, l u ────────── Die Friedensverhandlungen. ane christlichsoziale Partei in Wien AN den Brest-Litotvsker Verhandlungen. Wien, 21. Jan. Ter Vorstand.der christ­ lich-sozialen Partei beschloß einstimmig ejine \ Kundgebung anzunehmen, in der die Krwar! tung ausgesprochen wird, daß die Verhandlun­ gen in Brest-Litowsk zu einem baldigen und | dauernden Verständigungssrieden mit Rußland i führen. Tie christlich-soziale Partei ist pon der ausrichtigen Friedensliebe des Grafen Cze«.'! ntn überzeugt und hebt hervor, daß der Autzen| minister alles mit Staatsinteressen zu verein; barende tun wird, um zum Frieden zu ge; langen. Tie christlich-soziale Partei hält «es indes schädlich, wenn in dem Augenblicke, wo : alle Kräfte zum Heile der .Monarchie nötig seien, diese geschwächt werden. ' ; Fortschritte ver KonlmissionsberatungeN. WTB. Brest-Ljtowsk, 21. Jan. Tie deutsche Kommission für wirtschaftliche Ange! legenheiten hat ihre gestern begonnenen Bei fprechungen mit den russischen Vertretern heu' te fortgesetzt. Tie Vorarbeiten für die weiteren wirtschaftlichen Kommissionsberatungen wur[ den einer Subkommission überwiesen, die be; retts heute nachmittag ihre Arbeiten aufge­ nommen hat. ( , l ! i . . Gestern und heute haben auch: die ersten offiziellen Beratungen der deutsch^rMifchen Rechtskommission stattgefunden. Es wurden im wesentlichen behandelt und formuliert: Tie Beendigung des Kriegszustandes sowie die Wie­ derherstellung der diplomatischen und konsu­ larischen Beziehungen, die Entschädigungssrage und die Wiederherstellung der Staats­ verträge. ! ; . I ; ! Gegenwärtig wird über die Wiederher­ stellung der Privatrechte verhandelt. ^ - ────────── Tages-Uebersicht. Tenkschrist über geno ssenschaftliche Lrga[ nisatiou im Ernähruugsweseu. Tas KriegsI ernährungsamt teilt amtlich mit: Tie von einer i' Nachrichtenstelle verbreitete Mitteilung, daß das 1 Kriegsernährungsami die gesamte Neugestal­ tung des Ernährungssystems, das zum Ziele hat, die bisherige Tätigkeit der Kommunalver­ bände und Behörden durchs eine genossenschaft­ liche Organisation der Erzeuger zu ersetzen, ent­ spricht nicht den Tatsachen. Richtig ist nur, daß , eine von verschiedenen landwirtschastlichen Kör­ perschaften eingereichte Denkschrift, die diesen Plan verfolgt, der Gegenstand nodj 1 fortdauern­ der Besprechungen im Kriegsernährungsamt ist. Weder der Vorstand noch! der Beirat des Kriegsernährungsamtes beschäftigen sich mit dem Projekt. Von einer erfolgten Entschlie- ßuug des Staatssekretärs kann somit keine Re­ de sein. (WTB.) : ' Was man von den dentschjen Sozialdemo­ kraten hoff! Ter Berner "Bund" bringt eium interessanten Brief seines Londoner Vermieters !zUm Abdruck, der verdient, in Teutfchland be­ achtet zu werden. Ter Brief nimmt darauf Bezug, daß der bolschewitische Botschafter Ruß­ lands, der seit langem schon in London lebende Schriftsteller Maxim Litvinofs, von der briti­ schen Regierung anerkaunr wird. "Man will dadurch," so erklärt uns der Brses, "den Mfall Rußlands von der Allianz der Entenremächte verhindern. Man fühlt, daß man der von Kerenski, nach! dem Stnpz des Zarentums gebildeten Regierung nicht die nötige Sympa­ thie ulid Unterstützung entgegengebracht hat. Ter britische Premier scheint entschlossen zu sein, den damals gemachten Fehler nicht zu wiederholen. Er wünscht Rußland womöglich in der Gesechtslinie zu behalten. Noch mehr! Er. hofft vermittels der russischen Temoktutie Fühlung zu erhalten mit der deutschen Temokratie. Und hierin könnte sich, die Hoffnung des neuen russischen Botschafters am Hofe von St. James erfüllen, der es für möglich halt, daß die russischen und deutschen Demokratien vereint gegen Berlin marschieren toerben." — Lloyd George und Herr Litvinofs könnten sich, hierin vielleicht auch bitter enttäuscht sehen. Wir registrieren aber ihre "Hoffnungen" als ein wertvolles Bekenntnis, schöner Seelen, die lange schon nicht mehr daran glauben, uns niederzwingen zu können, die ihre Spekula­ tion vielmehr einzig und allein aus unsere innere Uneinigkeit setzen. Tast sie in solcher Erwartung zunächst auf die deutsche Sozial­ demokratie blicken, ist wohl das Verdienst der Liebknecht, Hanse und Genossen. Eine Provin/d Tjeutschj-BöhmeU. Eine deutsch-böhmische AbgeordnetenVereinigung ver­ langt die Schaffung einer eigenen Provinz Teutsch-BöhMen mit eigenech Landtag und aus­ schließlicher Geltung der deutschen Sprache in Amt und Schule. Tie deutsch-böhmischen Ab­ geordneten würden niemals mehr den Präge«: Landtag anerkennen. Ihre Haltung gegen jede Regierung sei von der Erfüllung dieser For­ derungen abhängig. \ ■ ────────── bringen können. . Gerade das typisch Soziali­ stische an ihrem innerpolitischen Programm, macht die wirtschaftlich! tragfähtgen und poli­ tisch starken Schichten des russischen 'Volkes zu ihren unerbittlichsten Gegnern, und die Ge­ genrevolution, die an allen Ecken und Enden des Riesenreiches immer wieder ihr Haupt er­ hebt, ist heute viel weniger ein Protest gegen den maximalistisch- demokratischen .Frieden ,Fhne Annexionen", der angesichts der militäri­ schen Lage das denkbar günstigste Ergebnis für Rußland bedeutete, als eine Auflehnung gegen die Gestaltung der inneren Verhältnisse, wie sie' die Bolschewiki im Sinne führen. Wir reden hier gar nicht von den rebellierenden Ton-!, fofoflen und von der Ukraine^ die von Großrutzland nichts wissen will, solange Illusioni­ sten in Petersburg das Hejt in der Hand haben. Es wendet sich vielmehr in Großrußland selbst alles, was nur eine HuselLand oder 100 Rubel j sein eigen nennt, gegen die Regterungsweisheitz > der Lenin und Trotzki, deren Vorhandensein! an der Spitze des Staates sich, nur mehr auf zwei Tinge stützt: auf die Galgenfrist, die, ihnen für den einmal eingeleiteten Abschluß des Krieges gewährt ist, und aus die Bajonette einiger ergebener Brigaden, von welchen Herx Trotzkt "in Brest-Litowsk das Wort gesprochen Hat, daß sich jede Regierung, also auch die "de­ mokratische" der Waximaltsten, auf der "Wacht" aufbauen müsse , 1 Eine Ironie der Geschichte ist es, daß die "vertraulichen" Verhandlungen des Vierbundes mit den Ukrainern bis ßur Unterzeichnung des Friedensvertrages gediehen sind, während die nach sozialistischen Recepten vor der breitesten Oeffentlichikeit gepflogenen Unterhandlungen mit der Petersburger Delegation nicht einmal zu einer aussichtsvollen Annäherung geführt haben. Ter Grund hiesür liegt in der ewigen Deklamation sozialistischer Phrasen, mit wel­ chen Herr Trotzkt in eitler Selbstüberhebung die Wirklichkeit der russischen Niederlage zu erschlagen versucht. Nachgerade muß man die Geduld bewundern, mit der die Unterhändler des Vierbundes auf die im Weltbuntznel oder in der Gelehrtenstube ersonnenen Grundsätze des maximalistischen Führers antworten. Wenn die Verhandlungen nach dieser Methode fortge­ setzt werden sollen, läßt sich! auch der Tag des außenpolitischen Fiaskos der russischen So­ zialisten absehen. Tann hat das Ständlein ihrer Herrschaft geschlagen; denn innenpolitisch werden sie ohnehin, nur ertragen, weil .ihnen die letzte Gelegenheit, den versprochenen Frie­ den zu bringen, nicht vorzeitig abgeschnitten, werden soll. Petersburg hält sie einstweilen noch gegen die Konstituante. Mer die Zeichen deuten darauf hin, dajß das Ende der rein kultivierten fozialisttscheu Regierung jitt greif­ bare Nähe gerückt ist, weil sie Punkt für Pun!kt und nach jeder Richtung den Nachweis der Be­ fähigung nicht erbracht hat. ────────── Wahlbruderschaft. Sin Balkan-Roman von A. Winkler| ! i 1 Tannenberg. i 54] I ! (Nachdruck verboten.) Christo Stanitschew stickte. "Ich spreche sie nicht, aber verstehe genug. Und weshalb tat ers?" fragte er dann in gebrochenem fran­ zösisch, "ich meine den Word anAojan?" "Tas werden wir ergründen müssen. Alleine Vermutungen habe ich schon. Also, fangen wir,an!" r ■ j In bulgarischer Sprache wandte er sich an den Gefangenen: 1 "Zwo Kara, ich verstand dich recht, jaus Albanien bist bu?" | : I "Ja, Herr, aus den Bergen —" "Hm, an der Grenze Montenegros. Es ist wett, mein Freund, sehr weit von Mrnowo. Fandest du nicht in bequemerer Nähe ein «Ge­ wehr?" I , ! ' : | . I j !!•!; 1 i Ter Befangene schwieg. Tie schwarzen Augen gingen funkelnd vom Richter zu !Stanitschew und endlich! zu dem bewaffneten Poli­ zisten an der Tür. : ; "Ter Hund! —murrte er endlich. ! "Ja, der brave Hund lAntonows hat deine Spur gut gefunden. Aber was man sticht ge­ funden hat, ist das Gewehr. Wohin hast! /Dü xs getan?" i ! 1 1 «Ich habe kein Gewehr, Herr —" , ! "Nein, aber du hattest es. Tie Leute, die dich geschickt haben, verbieten, daß du ps Hat­ test." ly > : | - . ! Jwos Augen sprühten. "Wer sagst du, Herr — ?" i- , "Peter Fedorowitsch und Gasparew kennst du doch?" ■' j. , 1 i. | ; ! ! i 1 Ter Gefesselte wollte aufspringen, aber durch Blutverlust geschwächt, sank er zurück. Auch hatten ihn die Fäuste des Polizisten ge­ packt und hielten ihn fest. "Sie ilügen fiste!" zischte der zornige Mann. "Ich Will 'sie lügen lehren —!" ! ' l 1 ' t ■ "Recht so, leide das nicht, Zwo Kara. Vielleicht gab b]ir Gasparew gar die Flinte und es reut ihn jetzt, deshalb ließ , er dich sangen." ' f Simeon Slawen hatte aufs Geradewohl die Namen Suworin und Gasparew genannt und deren Träger verdächtigt. Seinen Ersahrungen als Richter nach! hatten Zorn stnd Rache oft die tauglichsten Gehilfen im Verhör abgegeben. ^ j Tas Mittel wirkte auch hier. i Zwo kämpfte eine Weile chit sich, dann plötzlich erklärte er: ,i 1 i , v 1 "Ich will sie lügen lehren, die großen Herren, die Geld haben und einem grMen Teu­ fel nicht das bischen Leben gönnen, wenn er ihnen eine Stecknadel nMMt, die er gerade braucht ( f. , <. , Slowen freute sich, verbarg aber sein Be­ hagen und sagte freundlich : 1 "Ja, sieh mal, Zwo Kara, dsts ftribe ich auch. Tein Weg war weit und Unsicher, Du magst die Flinte gebraucht haben, also sträub dich nicht länger, zu bekennen, daß jbn !sie nahmst, oder sie dir wenigstens leihe »"woll­ test. Daß man daraus einen Tiebstsahl mächte und Anzeige erstattete, war gehässig, das w.ird das Gericht wohl einsehen und dir anrechnen." "Gott sende ihnen Die Pest!" "Tas mag der liebe Gott Mit ihnen (und dir ordnen, Zwo, aber du sei vernünftig. ®!u warst es schon nicht, als dich per Hund M der Herberge von Lowtscha verbellte und du dich so lange wehrtest, bis der PoIWsts 'dich (mit dem Säbel beruhigen Mußte. Sei jetzt ver­ nünftig und sag einfach: Ja, ich brauchte die Waffe für den weiten, unsicheren Weg durch Berge und Wälder, da lieh ich sie mir" . (Fortsetzung folgt.) Cj' ────────── Ein liberaler Antrag will die K. Staats­ regierung ersuchen, einen angemessenen Teil der Gebühren der Bayerischen Fleischversovgungsstelle zur Bildung eines Fonds zu ver­ wenden, aus dem an Dienstboten, die sich in der Stallwirtschaft längere Zeit gut bewähren, angemessene Prämien zu zahlen sind. Bayerische Nachrichten. ────────── Niederbayerische Nachrichten. Tingolfing, 20. Jan. (Beerdigung.) Heute wurde in Ttngolfing der in weiten Kreisen als Beamtenführer und Organisator bekannte K. Gerichtsexpeditor Albert Tegendorsee zu Grabe getragen. Tie Beteiligung am Leichenbegängjnis war außerordentlich groß. Auch Deputa­ tionen der Standeskollegen Tegendorfers aus München, Nürnberg, 'Landshut, Straubing und Pas sau waren mit dem derzeitigen Zentralvcrstand, K. Gerichttexpeditor Rettzmann-Nürnberg, erschienen, um dem um ihren Stand so hochverdienten Mann die letzte Ehre,zu erwei­ sen. Aus den Nachprüfen sind 'neben jenen ,des Gerichtsexpeditors Reitzmann besonders die anerkennenden Worte des K. Amtsgerichtsrates -Koestler-Tingolfing ganz besonders aber auch; ijene des aus Landshut gekommenen K. Afutslgerichtsdirektors Leiendecker, dscheittgvn 1. Vor­ standes des von Tegendorser gegründeten .Pensionsvereins der Kanzleibeamten hervorzuhe­ ben. ! Plattling, 18. Jan. (HolzversteigerungO Zu der gestern hier durch die Forstämter des mittleren bayerischen Waldes vorgenomimenen Versteigerung von 40 000 Festmeter Fichtenund Tannenblochholz, waren viele einheimi­ sche und fremde Käufer erschienen. Erhielt fwurden durchwegs 130 Prozent der Staatsltaxen. Tiefe Preise erscheinen als sehr hoch, wenn man Beben ft, daß die jetzigen Holztaxen ohnehin schon auf das Doppelte der vor dem Kriege in Geltung gewesenen Taxen erhöht worden waren. ────────── Letzte Posten. Reue ll-Boots-Erfolge. WTB. Berlin, 22. Januar. (Amtlich,.) Unsere U-Boote im Mittelmeer waren mit be­ sonders gutem Erfolge gegen den Transport­ verkehr nach. Italien und dem Orient tätig. 7 Dampfer und 2 Segler mit rund 27 000 Br.Registertonnen sind ihren Angriffen 'zum Opfer gefallen. Ten Hauptanteil an diesen Erfolgen hat Kapilänleutna«; Becker (Franz). Alle Däm­ pfer bis auf einen waren bewaffnet und fuhren meist in stark gesicherten Geleitzjügen. Unter ihnen befänden sichi 4 englische Dampfer, deren Vernichtung für die Kriegswirtschaft unserer Feinde von besonderer Bedeutung ist, weil mit ihnen 24 000 Tonnen Kohle verloren gingen. Ter Chef des Wmiralstabes der Marine. Nachsatz der Redaktion: Tie versenkte Kohlenmenge hätte hingereicht, um unsere Stadt bei 3000 HauDhaltun.gen mit wöchentlich 1 Zentner Kohle auf die Tauer von mehr als 3 Jahren mit Kohlen zu versorgen. Holland stellt Schiffe an Amerika. ! Berlin, 22. Jan. Asts Washington wird gemeldet: Tie holländische Regierung hat be­ schlossen, 80 holländische Dampfer, die jetzt in amerikanischen Häsen liegen, an die Ver­ einigten Staaten zu vermieten. Das vorläufi­ ge Abkommen sei soeben in London unter­ zeichnet worden. Es Bestimmt, daß die Schiffe nicht im Kriegsgebiet fähren sollen. Ter englische Bericht über das Seetresstn , bei Jinöros. London, 22. Jan. Tie Admiralität teilt folgende Einzelheiten über das Gefecht an den Dardanellen mit. Die "Goeben" und "Bres­ lau" kkamen am frühen Morgen des 20. Jan. aus den Dardanellen heraus und griffen unsere Seestreiikväste nördlich! von Jmbros mit dem Ergebnis an, daß "Raglan" und "M .20" schwere Treffer erhielten und durch Geschützseuer zum Sinken gebracht wurden. Tie feind­ lichen Schisse fuhren dann zur Bucht von Jm­ bros weiter, wo die "Breslau" in eines un­ serer Minenfelder getrieben wurde, auf eine I Mine stieß und sank. Tie "Goeben" verließ sie unter Volldampf und wendete sich! nach den Dardanellen. ^Türkische Zerstöre«.', die der "Breslau" zu Hilfe kamen, wurden von unse­ ren Zerstörern in einen Kampf verwickelt und Vertrieben. Als sich, die "Goeben" dem Ein­ gang zu den Dardanellen näherte, stieß sie ebenfalls auf eine Mine, welche ihre Geschwin­ digkeit verminderte und verursachte, daß sie sich hinten senkte mit einer Schlagseite von 15 Grad. Schließlich setzte sie sich selbst aufStrand an der Westseite von Kap Nagara, wo sie jetzt beständig pon unseren Flugzeugen mit bomben beworfen wird. Wir retteten 172 Ueberlebende der "Breslau", die jetzt als Kriegsgefangene in unseren Händen sind. Die Namen der Neberlebenden von "Ragalan" und von "M. 20" sind bisher noch nicht bekannt. Gegenwärtig werden 132 Ueberlebende aus einer Gesamt­ zahl von etwa 310 gerneWeL. | [ : 1 • Anmerkung 'der Schriftleitung: "Raglan" ist ein englischer Monitor von 4—5000 Tonnen und "M. 20" ein Monitor von 500 Tonnen Wasserverdrängung. ; Täs englische Schulschiff "Warfpite" vernichtet. Rotterdam, 22. Jan. Der "Maas­ bode" veröffentlicht einen drahtlosen Bericht aus London, wonach, das alte Schulschiff "Warfp?te" am Samstag nachts auf der Thechse verbrannt.sei. Alle ay Bord befindlichen Per­ sonen seien gerettet. ; ────────── Hundesport und Jagd. Amtliche Zeit­ liche Zeitschrift des Teutschen Reichsverbandes für Polizei- und Schutzhunde, E. B. mit 26 Unterabteilungen und anderer Verbände. Er­ scheint wöchentlich, einmal im Verlage Bund. lachEielefeld. Preis vierteljährlich 2.25 W Literarisches. ────────── «n die russische Stellung herankam, .schien das weitere Vorgehen unter dem verheerenden Mankenfeuer eines Maschinengewehres schei­ tern zu sollen. Ta richtete.sich in Erkenntnis per Gefahr Unteroffizier Rupert Steininger -aus Wiedenbe^ bei Oberottevblach-, B.-A. ;Rvttenburg, mitten im Geschoßhagel hoch aus, be­ schoß, indem er nur zum Laden Deckung auf­ suchte, das feindliche Kleingeschütz und ^spornte Durchs Zuruf wie durch eigenes Beispiel seine Leute erfolgreich an, das Stück mit wohlgeziel­ tem Feuer in Schach zu halten. Allmählich wurde die Wirkung Des Gewehrs unsicher, und als auch ein Mann der Bedienung fiel, ver­ stummte es ganz, sodaß mit Fortsetzung des Sturms die den Schlüsselpunkt der russischen Stellung bildende Höhe in unseren ^Besitz ge­ langte. Bereits Inhaber des Eisernen Kreuzps, des Mili tär- Verdienstkreuzes und der österr. .Tapserkeitsmedaille, erhielt Steininger nun­ mehr die Silberne Medaille. 1 , ────────── Landshut, bett 23. Januar. ' —* Das Militär-Verdzenstkreutzs wurde dem Vszeseldwebel Herrn Hans.Niederer von Achdorf zu seinem Eisernen Kreuze ver­ liehen. —* Das Mii litär- Verbsenstkreuz wurde dem Gefreiten einer Munitianskolonne Herrn Hans Seiler von hier verliehen. —* Das Festdersilbernen Hochzeit feiert morgen im engsten Familienkreise Herr Peter Forsteneicher, staatl. gepr. Tjesinfektem:, «nt Gattin Elise. y —* In Brest-Litowsk haben die wirtschastlichen Beratungen der deutschen und rus­ sischen Kommission zur FoümUlterung von Be­ schlüssen über die Beendigung des KriegsMstandes, die Wiederherstellung der diplomati­ schen und konsularischen Beziehungen, die EntMdigungsfrage und die Wiederherstellung der Staatsverträge geführt. Es geht also ohne Trotz ki rascher vorwärts. Hoffentlich behal­ ten die Gerüchte recht, welche von einer NichtI Wiederkehr Trotzks sprechen. An feinet.' Stelle '■ soll Lenin die FriedeMverhandlungen leiten. Te Bolsichewikt dürsten eingesehen haben, daß sie mit Trvtzkis Taktik nicht weiter kommen und zudem sich die Gunst des Volkes verscher­ zen. Wegen der Friedensbereitschaft.der Ufi:at= ne ist es zum pffenen Konflikt zwischen Trotzki und der ukrainischen Delegation gekommen, der er die Berechtigung absprechen will, im Namen des ukkrainischen 'Volkes zu sprechen. Ter Ukraine wird dies allerdings gleichgültig sein und Trotzki wird damit nicht den schlechten Eindruck verwischen können, den feine Rück­ kehr mit leeren Händen im russischen Volke gemacht hat. , . —* Für den Baumwärterkurs jttn Hofgarten weist die Rechnung für das Jahr : 1917 bei 200 Mark Einnahmen und 157 Mark [ Ausgaben eine Mehreinnahme von 42 Mark ! aus. Das Vermögen dieses Haushaltstitels beträgt 3522 Mark. ( ( 1 . i J —* Für Ges undheitspslege wurden im Jahre 1915 in unserer <3tat>t 4777 Mark ausgegeben. Der Vermögensausweis dieses Haushaltstitels weist 8050 Mark Schulden auf. —* Eine PharmaKeuten-Vorprüfung für den Regierungsbezirk Niederbayern beginnt am Montag den 18. Mävz vormittags halb 10 Uhr bei der K. Regierung für Niederbahern. ' ( t > Lokales. ────────── Vermischtes. U-Bootsarbeit iw Mittetmeer. Vor kaum vier Wochen befand sich eines unserer neuen Tl-Boote aus einer Kreuzifahpt vor der italienischen Küste. Um die Mnenausgabe zu erlebten, wurde während der Nacht ein bestimmtes Vorgebirge angesteuert und dann in der Morgendämmerung unbemerkt eine Minensperre in den Tampserweg gelegt. Kauvr war diese Arbeit beendet, als am Hovizpnt Mauchwolken aufstiegen, die dse Ankunft eines Geleitzuges verkündeten. Das U-Boot tauchte : und streckte nur zeitweilig das Sehrohr über den f glatten Wasserspiegel hervor, um die nahen| den Schis,e zu beooachten. Bald entpuppte I sich der «Neteitzug als eine Reihe von Wewa| ch<-rn, die einige oeladene Dampfer begleiteten. I Sofort setzte sich "U..mit höchster Fahrt 5 ünter Wa, fer zum Angriff tooc. Wählend es I noch im Begriff war, jn die gewollte fAngttffsI richtung zu dampfen, hörte man plötzlich eine srarke Detonation uno tonnte etwas später durch das Sehrrohr beobachten, daß eins der Schiffe gesunken sein muhte, da ein großes Rettungstdoot mit Leuten aus dem' Wasser trieb. Bald darauf kam "U..." in günstigem 1 Abstand aus den größten, tiesveladenen Dampfer zum Schuß und erzielte einen Volltreffer jn der Schiffsmitte. Tie Stäche der Beglestfahrzeuge zwang Zwar sofort zum Untertauchen. Aber nw kurze Zeit begnügte sich der Kommandant mit beml Verstecken. Wieder stieg das Sehrorhr empor und ließ die Beobachtung machen, daß der ge­ troffene Dampfer bereits vorne tieft gesunken war und die Schraube hoch aus dem Wasser heraussah. Ter Entschluß, ihn vollends zu vernichten, konnte jedoch wegen der feindli­ chen Bewachung nicht ausgeführt werden. Bei dem ölglatten Wasser war das Sehrohr von einem Torpedoboot gesehen wprden, das als­ bald mit hoher Fahrt heranbrauste und das U-Boot wieder auf Tiefe zwang. Ter Geleit-^ i zug hatte sich längst ausgelöst. Einige Tjampser hatten umgedreht und Reißaus genommen, schienen aber wieder Mut bekommen zu haben, da sie sich wiederum auf altem »Kurse näher­ ten. Trotzdem die feindlichen Schiffe nun ge# warnt worden waren und es zfvetfellos nicht an scharfer Aufmerksamkeit fehlen ließen, ent­ schloß sich der Kommandant, Kapitänleutnant A., zu einem neuen Angriff. Ein tiesbeladener etwa 3500 Tonnen großer Dampfer war das Ziel. Zwar stand im Augenblicke, als der Torpedo das Rohr verließ, einer de»: Bewacher fast unmittelbar neben dem Sehrohr, so daß schleunigstes Tauchen notwendig wurde, aber trotzdem wurde der Datnpser ,t(mi Hinteren La­ deraum getroffen und begann sogleich zu sin­ ken. Programmäßig, wie fast imtner bei der­ artigen Versenkungen, erfolgten kurz darauf die Detonationen einiger Wasserbomben, die ebenso programmäßig ihr Ziel verfehlten. Wäh­ rend des letzten Angriffes waren die wenigen anderen Schiffe in alle Winde zerstoben. Nur die Torpedoboote und Bewachungsdampfer um­ kreisten noch- die Unfallstelle und mühten sich vergeblich, das U-Boot zu vernichten, dessen Tätigkeit innerhalb der letzten wenigen Stun­ den drei Schiffe zum Dpfer gefallen waren. Ein weiterer Aufenthalt in diesem Gebiet ver­ sprach nicht viel Erfolg, so daß "U..." be­ schloß, seine Tätigkeit nach einer anderen Stellp zu verlegen. «Auf dem Wege dorthin bot sich zwar insolge gänzlichen Fehlens feindlichen Schiffs­ verkehrs gar keine Gelegenheit zu kriegerischer Betätigung, dafür lockte aber eine andere Auf­ gabe. Am folgenden Nachmittag stand das U-Boot in geringem Abstand von Land vor einer italienischen Stadt und be/ch,loß, den in der Nähe der Küste liegenden Bahnhof und das zahlreiche rollende Material unter Feuer zu nehmen. Tie Italiener mögen nicht wenig verdutzte Gesichter gemacht haben, als es ihnen plötzlich "Granaten in die Bude regnete". Schon nach; den ersten wohlgezielten Schüssen lag über dem Bahnhof eine breite Rauchwolke, und mit Befriedigung war festzustellen, daß sich die Schießsertigkeit der U-Boots-Kanvrie auch gegen Landziele außerordentlich gut be­ währte. Nach etwa 30 Schüssen wurde den Ita­ liener der Spatz denn doch zu bunt fund sie be­ gannen aus einer Landbatterie das Feuer zu erwidern. So gering auch! die Entfernung war, in der das deutsche U-Boot bor der Küste kreuzte, so konnten die italienischen Artille­ risten doch keinen einzigen Treffer erzielen. Da aber bekanntlich auch ein blindes Huhn zuweilen ein Körnlein findet und eine der schweren Granaten, welche die Küstengeschütze "zwar jetzt noch ergebnislos nach See zu ver­ feuerten, dem Boot verhängnisvoll hätte wer­ den können, so tauchte "U..." unter und lief in aller Ruhe nach See zu ab. , Efne Stunde später konnte man noch in einer Entfernung von 15 Meilen den starken Brand beobachten, der in der Stadt und beson­ ders in der Nähe des Bahnhofs wütete. Eödj| die Fahrt müßte fortgesetzt werdest, denn an­ dere Fahrsttaßen an Italiens Küste wollten auch ebenfalls mit Minen verseucht sein, und außerdem trieben sich auch noch 'anderswo be­ ladene Dampfer herum, die einen Torpedo lohnten. ────────── Inserate.