Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-10-16. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 283, 1918-10-16. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 71 Nummer 283 16. Oktober 1918 ────────── Wilsons Bedingungen. Neue Kämpfe in Flandern und bei St. Quentin. - Schwere amerikanische Angriffe zwischen Aire und Maas gescheitert. — Die türkische Friedensnote. — Die Kanzlerkrise behoben. — Aenderung des § 11 der Reichsverfassung. ────────── rang angesehen. Aus Städten und Dörfern, soweit sie nicht völlig zerstört werden, wird die Bevölkerung verschleppt. Ten Regierun gen, die mjit den Vereinigten Staaten assoziiert sind, darf man nicht zumuten, daß. sie einen Waffenstillstand annehmen, solange diese Taten der Unmenschlichkeit, Raub und Verwüstung fortdauern/ welche sie berechtigterweise Mit brennendem' Herzen betrachten. Es ist ebenfalls notwendig, damit keinerlei Möglichkeit des Mißperstehens bestehen bleibt, daß der Prä sident die Aufmerksamkeit der Deutschen auf die Bedeutung und den klaren Inhalt eines der Friedenspunkte lenkt, den die deutsche Re gierung jetzt angenommen hat. Dieser Punkt ist enthalten in der "Rebe, welche Präsident Wilson am 1. Juli bei Mount Bernon gehalten hat: die Vernichtung 'jeder willkürlichen Macht, die es in Händen hat, allein, geheim und aus eigener WillenstzestiMmung denWeltsiieden zu stören, oder, falls diese Maacht gegenwärtig nicht vernichtet werden kann, wenigstens ihre Herabminderung bis zur tatsächhlichenOhnmachtz! Und die Macht, die sichl jetzt ddas Schicksal der deutschen Ration bestimmt hat;, ist gerade eine bon denen, die der Präsident im dieser Rede im Auge gehabt hat. Es liegt irtt^ der Macht des deutschen Volkes, diese zu vernichten. DieWorte des Präsidenten enchalten die berechtigten und naturgemäßen Bedingungen, bevor es zu einem Frieden kommen kann. Wenn es zu einem Frieden komMen soll, muß es durch, das Ein greifen des deutschen Volkes selbst geschehen. Der Präsident fühlt sich gezwungen, zu sagen, daß die ganze Entwicklung des Friedens schlusses seiner Ansicht nach« von der klaren Entschiedenheit und deM bündigen Charakter der Garantien, die in dieser fundamentalen Angelegenheit geboten werden, bestimmt wird. Es ist unveruwidsich, daß die Regierungen, die gegen Deutschland' verbündet sind, ohne die Möglichkeit irgend einer Täuschung wissen müs sen, mit wem sie es zu itun haben. Ter Präsi dent wird ferner eine besondere Antwort an .die österreichisch-ungarische Regierung senden. ; '> gez.: Lansing.; ! Wilsons Bedingungen. ! 1 Berlin, 15. Oktober Las Hollem»W Nieuwe Bureau meldet, dem Berliner "Lotal anzeiger" zufolge, direkt aus Washington: Staatssekretär Lansing hat dem schweizerischen Geschäftsträger, der die deutschen Interessen in Amerika vertritt, folgende Note zugestellt: , Zn Erledigung der Mitteilung der deut schen Regierung vom 12. Oktober, die Sie mir heute überreichten, habe ich die Ehre, Sie zu bitten, folgende Antwort an Deutschland zu übermitteln: 1 i ' 1 Die unbedingte Annahme der Bedingungen durchj die jetzige deutsche Regierung und die große Mehrheit des Deutschen Reichstags, die in der Botschaft des Präsidenten Wilson an den amerikanischen Kongreß vom 8. Januar 1918 und in dem späteren Beschluß niedergelegt wurden, berechtigt den Präsidenten, folgende offenherzige und direkte Erklärung abzugeben über die Entscheidung, die er aus die Erklärun gen der deutschen Regierung vom 8. und 9» Oktober getroffen hat: • | ' i Es muß klar verstanden werden, daß die Entscheidung über die Räumung des Gebietes und die Bedingungen des Waffenstillstandes der Entscheidung und den Ratschlägen der militäri schen Ratgeber der Regierung der Vereinigten Staaten und tz^r alliierten Mächte vorbehal ten sind. Der Präsident erachtet es als seine Pflicht, zu sagen, daß keinerlei Abmachungen durchs die amerikanische Regierung angenommen werden Wunen, welche nicht absolute und be friedigende Garantien und Sicherheiten dafür bieten, daß die jetzige militärische Ueberlegenheit der amerikanischen und alliierten Streitkräfte in Frankreich! aufrechterhalten bleibt. Ter Präsident vertraut, mit Sicherheit annehmen zu dürfen, daß dies ebenfalls die Meinung und Ansicht der alliierten Regierungen ist. Der Präsident Meint, daß; es ebenfalls seine Pflicht ist, hinzuzufügen, daß. weder die amerikanische Regierung noch er selbst vollkom men überzeugt ist, daß. die Regierungen, die mit den 'Vereinigten Staaten associiert sind, ihM "zustimmen, einen Waffenstillstand in Erwägung zuziehen, solange die bewaffneten Streitkräfte Deutschlands ihre gesetzwidrigen und unmensch lichen Handlungen fortsetzen. In der gleichen Stunde, wo dtelreutsche Regierung sich an die amerikanische Regierung mit Friedensoorschlägen wendet, sind die deutschen Unterseeboote da mit beschäftigt, auf der See Schisse zu versenken, und nicht nur diese Schisse selbst, sondern auch! die Rettungsboote, worin die Passagiere und Mannschaften ihr Leben zu retten versuchen. Bei ihrem jetzigen erzwungenenRückzuge inFlandern und Frankreich fahren die deutschen Ärmeen damit fort, , alles rücksichtslos zu vernich ten. Dies wurde und wird von mir immer als ein direkt^ Vergehen gegen die Regeln und die Bestimmungen der zivftisierten KrtegW- ────────── 1 Beratungen Mischen den Alliierten. 1 Rotterdam, 15. Oktober. Reuter mel det aus Washington von gestern: Rach Empfang des offiziellen Textes der deutschen Note hat Präsident Wilson die Staatssekretäre Lansing, Baker und Daniels nach! dem Weißen Hause gerufen, wo sie zwei Stunden lang konferierten. Aus London berichtet Reuter, daß zwischen den Alliierten ein Gedankenaustau schch statt gefunden habe. Ter König habe sich von San dringham nach dem Buckinghampalast begeben, wo er eine längere Unterredung mit Llohd George und dem Chef des Generalstabes hatte. Gegen eine Bo lksabstiMmung in Elsaß- j I Lothringen. \ ; Tie in Frankreich weilenden Elsaßj-Lothvinger, darunter Abbe Wetterle, Helmer, Hansi Und Zelin, haben der "B. Z. vmMittag" zufol ge, eine Erklärung unterzeichnet, in der sie warnen, daß die Wiedergutmachung des durch den Frankfurter Vertrag verletzten Rechtes von ferner Volksabstimmung abhängig gemacht würde. i I Zu Weihnachten kein KaNtpf mehr?? 1 1 1 Gens, 15. Okt. Balsour erklärte, zu WeihUachten' werde der Weltfrieden noch nicht un terzeichnet sein; aber es werdfe nicht mehr ge» kämpft werden. i ( 1 i Am meMkäMgrschaaplatz. i ' i Marschall Haig an seine Truppe«. Genf, 14. Oktober. Marschall Haig ver öffentlicht einen Aufruf an seine Truppen, in dem er diese warnt, sich von den Gerüchten des kommenden baldigen Friedens nicht von ihren eigentlichen Aufgaben abbringen zu lassen. Der Marschall dementiert dann diese Gerüchte und erklärt seinen Soldaten, daß es unbedingt nötig fei, ihre ganze Energie aufzuwenden, um! die erstrebten Ziele zu erreichen. ®er Aufruf schließt mit.ber Erwartung, daß die Armee un ermüdlich für die Erreichung eines raschen, endgültigen und glücklichen Resultates käm pfen werde. ( ( Mi i 1 Ballankriegsschartplatz: ^ Das ovn uns geräumte T-urazzo ist von den Italienern besetzt worden. Tie Bewegun gen in Albanien und Serbien gehen ohne nen nenswerte Gefechtssühlung mit dem Gegner vor lich. , f 5üer Chef des ©enecalftabl. Ar MWld. ! Ungewißheit über das Schicksal dev Zarin,. 1 1 WTB. Rom, 14. Oktober. Ter "Osservatore Romano" schreibt: Da sich, der Papst für das Schicksal der Zarin und deren Töchter Interessiert, wurden vom' österreichisch-ungar. Konsulat in Moskau bei der Sowjetregierung Schritte getan. Die Antwort lautete dahin, man wisse nicht, wo sich die Zarin und ihre Töchter befänden. Ta Zweifel an der Genauig keit der Angaben bestehen, wurden vertrauens würdige Personen mit den Nachforschungen be traut. ! ' , S ! 1 ! Aus Finnland. I j * Finnland nähert sich! Skandinavien. ' 1 Stockholm, 14. Oktober. "Aftonblad" schreibt: Die Heimberufung des Generals Man nerheim sei ein Zeichen dafür, daß Finnland fichi den skandinavischen Ländern nähere. Das Blatt beglückwünscht Finnland zu dieser Neu orientierung. , l i,| .Mi MS Mtkkmll. ( J." i Frcihcitsfeier in Newhork. > ck f Reuter meldet aus Rewhvrk: Die Ber1 tretet von 22 Nationen Beteiligten sich an bet Ungeheuren Freiheitsparada, die auch! difeEntdeckung Amerikas durch ColumbuS feierte. Sol daten aus fünf Erdteilen und Inseln jedes 'Heeres waren im! Zuge, darunter Belgifen,BraJfilien, das britische Reich, China, Cuba, Me T schecho- Slowaken, Frarfkeich, Grkqchjenhmv, ' 1 Guatemala, Haiti, Honduras, Italien, Japstn, Liberia, Montenegro, Nicaragua, Panama,Paa len, Portoriea, Portugal, Rußland, Serbien, Siam, die drei Divisionen im Zuge füllten. — Präsident Wilson wohnte abends einem Wohl tätig keitssest des Königin Margaretensonds für blinde italienische Soldaten bei. | , Me Türkei in Kriege. Konstantinopel unter dem Belagerungszustand Eine Meldung der "Agenzia Stefani" will wissen, daß über Konstantinopel der Belager ungszustand verhängt wurde. , U ; , Irr Krieg mit Portugal. I ! Belagerungszustand in Portugal. WTB. Lissabon, 14. Oktober. (Havas.)' Ueber das portugiesische Gebiet wurde der Be lagerungszustand verhängt. Ter Präsident übernahm als Chef der Streitkräfte zu Lande und zur See den unmittelbaren Oberbefehl übest sie. In Portugal herrscht vollständig Ruhe. Eine kleine meuternde Militärabteilung in Penfiel (?) wurde schnell wieder zuM Gehorsam gebracht. _ ' > M [ Kriegrkriese au; dem Osten. Berlin, den 11. Oktober 1918. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verbot«.) Endgültige Unterbrechung der Kiewer Verhandlungen von unserem -um Ostheer entsandten Kriegs berichterstatter. Wie vorauszusehen war, sind in der heutigen Sitzung die Verhandlungen zwischen Großrußland und der Ultcalne völlig unterbrochen worden. Man will sie erlist wieder aufnehmen, wenn sich eine neue Basis gebilldet hat, da man die Aussichtslosigkeiten der Kiewer: Verhandlungen endlich eingesehen hat. Auch diese letzte Sitzung war reich an Zwischenfällen, da drei Kuriere der Sowjet-Regierung in Bachmalsch verhaftet sein sollte» und diese Nachricht den Bespre chungen über die Kurier-Sicherheit große Schärfe gab. Zucker und Tee im Kuriergepäck spielten bei diese» unerfreulichen Auseinandersetzungen eine große Rolle. Die ukrainische Delegation war inzwischen zu dem formulierten Standpunkt gekommen, daß die Komtsitonen des Waffenstillstandsvertrages ihre Arbei ten trotz der endgültigen Unterbrechung der Delegatt« onssttzungen fortführen könnte. So wurde mit dem üblichem Austausch von Höflichkeiten diese letzte Sitzung geschloffen, nachdem festgestellt war, daß die Komifftonen unter dem Vorsitz Narnelski über Eisen bahn, Post, Untertanenschaft, Konsulate im Rahmen des Waffensttllstandüberetnkommens weiter arbeiten sollte. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. TagesÄebkW Rücktritt des Chefs des Marinekabinetts. Wie verlautet wird demnächst auch der Chef des Marinekabtnetts: Admiral von Müller, von seinem, Posten scheiden. | , i 1 Tie Batcrlauvspartei an de« Reichskanz ler. An den Reichskanzler hat die deutsche Vaterlandspartei ein Telegramm gerichtet, wo rin es heißt: Für die große Aufgabe, dein deut schen oVlke einen Frieden in Ehren zu errin gen, stellt sich, die deutsch« Vaterlandspartei hinter die Reichsregierung. Wir Möchten aber diese Stunde nicht vorübergehen lassen, ohne der festen Hoffnung Ausdruck zu geben, daß, falls das Entgegenkomme« der deutschen Re gierung durch, unsere Feind« keine Würdigung findet und Forderungen an uns gestellt wer den, die Ehre und unversehrten Bestand des Deutschen Reiches in Frag« stellen ,ttonn die Regierungen in diesem Falle entschlossen und zuversichtlich das deutsche Volk zur nationalen Verteidigung aufrufen, aste militärischen, sitt licher und wirtschaftlichen Kräfte auf die Be schirmung unserer Grenzen bereinigen und fnt Vertrauen auf diese starke Wacht ein Ende in Ehren erstreiten tot*. Daß einige derstschje ────────── Berlin, den 11. Oktober 1918. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verbot«.) Endgültige Unterbrechung der Kiewer Verhandlungen von unserem -um Ostheer entsandten Kriegs berichterstatter. Wie vorauszusehen war, sind in der heutigen Sitzung die Verhandlungen zwischen Großrußland und der Ultcalne völlig unterbrochen worden. Man will sie erlist wieder aufnehmen, wenn sich eine neue Basis gebilldet hat, da man die Aussichtslosigkeiten der Kiewer: Verhandlungen endlich eingesehen hat. Auch diese letzte Sitzung war reich an Zwischenfällen, da drei Kuriere der Sowjet-Regierung in Bachmalsch verhaftet sein sollte» und diese Nachricht den Bespre chungen über die Kurier-Sicherheit große Schärfe gab. Zucker und Tee im Kuriergepäck spielten bei diese» unerfreulichen Auseinandersetzungen eine große Rolle. Die ukrainische Delegation war inzwischen zu dem formulierten Standpunkt gekommen, daß die Komtsitonen des Waffenstillstandsvertrages ihre Arbei ten trotz der endgültigen Unterbrechung der Delegatt« onssttzungen fortführen könnte. So wurde mit dem üblichem Austausch von Höflichkeiten diese letzte Sitzung geschloffen, nachdem festgestellt war, daß die Komifftonen unter dem Vorsitz Narnelski über Eisen bahn, Post, Untertanenschaft, Konsulate im Rahmen des Waffensttllstandüberetnkommens weiter arbeiten sollte. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. TagesÄebkW Rücktritt des Chefs des Marinekabinetts. Wie verlautet wird demnächst auch der Chef des Marinekabtnetts: Admiral von Müller, von seinem, Posten scheiden. | , i 1 Tie Batcrlauvspartei an de« Reichskanz ler. An den Reichskanzler hat die deutsche Vaterlandspartei ein Telegramm gerichtet, wo rin es heißt: Für die große Aufgabe, dein deut schen oVlke einen Frieden in Ehren zu errin gen, stellt sich, die deutsch« Vaterlandspartei hinter die Reichsregierung. Wir Möchten aber diese Stunde nicht vorübergehen lassen, ohne der festen Hoffnung Ausdruck zu geben, daß, falls das Entgegenkomme« der deutschen Re gierung durch, unsere Feind« keine Würdigung findet und Forderungen an uns gestellt wer den, die Ehre und unversehrten Bestand des Deutschen Reiches in Frag« stellen ,ttonn die Regierungen in diesem Falle entschlossen und zuversichtlich das deutsche Volk zur nationalen Verteidigung aufrufen, aste militärischen, sitt licher und wirtschaftlichen Kräfte auf die Be schirmung unserer Grenzen bereinigen und fnt Vertrauen auf diese starke Wacht ein Ende in Ehren erstreiten tot*. Daß einige derstschje Kriegsbriefe aus dem Osten. ────────── Tages-Uebersicht. Rücktritt des Chefs des Marinekabinetts. Wie verlautet wird demnächst auch der Chef des Marinekabtnetts: Admiral von Müller, von seinem, Posten scheiden. | , i 1 Tie Batcrlauvspartei an de« Reichskanz ler. An den Reichskanzler hat die deutsche Vaterlandspartei ein Telegramm gerichtet, wo rin es heißt: Für die große Aufgabe, dein deut schen oVlke einen Frieden in Ehren zu errin gen, stellt sich, die deutsch« Vaterlandspartei hinter die Reichsregierung. Wir Möchten aber diese Stunde nicht vorübergehen lassen, ohne der festen Hoffnung Ausdruck zu geben, daß, falls das Entgegenkomme« der deutschen Re gierung durch, unsere Feind« keine Würdigung findet und Forderungen an uns gestellt wer den, die Ehre und unversehrten Bestand des Deutschen Reiches in Frag« stellen ,ttonn die Regierungen in diesem Falle entschlossen und zuversichtlich das deutsche Volk zur nationalen Verteidigung aufrufen, aste militärischen, sitt licher und wirtschaftlichen Kräfte auf die Be schirmung unserer Grenzen bereinigen und fnt Vertrauen auf diese starke Wacht ein Ende in Ehren erstreiten tot*. Daß einige derstschje Volk wird dann eine Widerstandskraft ent wickeln, an der der Ansturm Unserer Feinde zerschellen wird/ > 1 Eine Schfei-eWmn-Reve. Am Montag abends sprach Staatssekretär Scheidemann in einer sozialdemokratischen Wählerversammlung und erklärte u. a.: Das Programm Wilsons will die Freiheit und Gleichberetchigung al ler Völker und das ist auch- das Programm der deutschen Sozialdemokratie. Der kommen de Friede wird uns auch! schwere Opfer aufer legen. Wir Müssen mutig genug sein, aus ei ner gegebenen, nicht vom deutschen Volk ver schuldeten Lage die notwendigen Folgerungen zu ziehen. Für das, was wir heute Ds Op fer empfinden, werden wir reichlich Ersatz fin den, wenn das Programm Wilsons als ein Cunteilbares Ganzes durchgeführt wird. In ei nem solchen Frieden wird das deutsche Voll sei, ne Wunden heilen, und ehe eine Generation vergangen ist, hoffentlich als ein freies, glück liches Voll dastehen. Dazu gehört aber eine tiefgreifende Reform' unserer Wirtdschastsvferfassung iM Geiste der sozialen Solidarität, des Sozialismus. - ; 1 Wärmen in Aufregung. Gegen die beab sichtigten tschechischen Kundgebungen wurden scharfe Maßnahmen erlassen. Tie nach Prag führenden Straßen sind von Sturmtruppen, die mit Maschinengewehren und Handgaranaten bewaffnet sind, abgesperrt. — Ter Statthal ter hat eine Kundgebung erlassen, daß Ge rüchte umgingen über eine gewaltsame Um wälzung im Staat. Diese Gerüchte seien un wahr. Durch Besprechungen auf internationaler Grundlage werde eine Entwicklung im ruhigen Wege vorbereitet. Bis dahin bleibe die jetzige Staatsform bestehen. Der .Statthaller warnt vor Gewaltanwendung, da Gewalt Mit Gewklt gebrochen werde, | Bayerische Nachrichten. 5 Tie Ballanzüge sind seit Montag eingestellt. > RleKerWerWk RachrichM ' Pfassenberg, 15. Okt. (Diebstahl.) Jm> La gerraum des Herrn Moser wurde in einer der vergangenen Rächte eingebrochen und ca. 1500- Kalleier gestohlen. 1 Metten, 15. Olt. (Diebstahl.) Aus dem Göch scheu Anwesen in Kleinschwarzajh würde vorgestern nachts ein Ochse gestohlen. , i Hundersdors, 15. Okt. (Uebersahren.) Der Landsturmmann Seindl, Gütler von Hoch 'war vorgestern nach beendetem Urlaub zu seinem Truppenteil nach Heidelberg abgereist. Aus der . Fahrt dorthin geriet fet aus bisher unbekann ter Ursache unter die Räder des Zuges, wurde überfahren und sofort getötet. 'Der Unglück liche hinterläßt eine Witwe und fünf kleine Kinder. , , i i ' Mal». Landrhnt, 16. Oktober. —* Das Bürgerrecht wurde unentgeltlich verliehen an die Kriegsteilnehmer Max Stier» tneier, Schneider, Andr. Loh, Regierungsasffistent, Franz Pfisterer, Hausbesitzer, XaverLohMaier, Bäckergehilfe, Ferdinand Paßberger, Revisor, Anton Salzberger, Tabakarbeiter und für 15jähr. Feuerwehrdienstzett demWirtschastspächter Otto Luger, sämtliche von hier. ' —* Glückshafen. Die Nationalsammlung von Kunst- und Wergegenständen zu Gunsten der Hinterbliebenen unserer Krieger veranstal tet am nächsten Freitag, Samstag und Sonn tag in der Altstadt eine Verlosung mit Glücks hafen. In diesem befinden sich ssyr schöne und zumteil äußerst wertvolle Gegenstände, z. B. zwei silberne Leuchter von hohem Wert, ge triebenes Kupfer, Pasen, Ringe, Gemälde, Bü cher, geschliffene Gläser, Rosenkränze, wunder schöne Schmuctzegenstände, sehr guteWeineFDbst usw. Bei dieser reichen Auswahl lohnt es ; sich für jedermann sein Glück zu versuchen. Das ! Los kostet 20 Pfg. Del Reinerlös gehört nur" ' für die Hinterbllebeinn unserer wackeren Steift». ────────── ' Pfassenberg, 15. Okt. (Diebstahl.) Jm> La gerraum des Herrn Moser wurde in einer der vergangenen Rächte eingebrochen und ca. 1500- Kalleier gestohlen. 1 Metten, 15. Olt. (Diebstahl.) Aus dem Göch scheu Anwesen in Kleinschwarzajh würde vorgestern nachts ein Ochse gestohlen. , i Hundersdors, 15. Okt. (Uebersahren.) Der Landsturmmann Seindl, Gütler von Hoch 'war vorgestern nach beendetem Urlaub zu seinem Truppenteil nach Heidelberg abgereist. Aus der . Fahrt dorthin geriet fet aus bisher unbekann ter Ursache unter die Räder des Zuges, wurde überfahren und sofort getötet. 'Der Unglück liche hinterläßt eine Witwe und fünf kleine Kinder. , , i i ' Mal». Landrhnt, 16. Oktober. —* Das Bürgerrecht wurde unentgeltlich verliehen an die Kriegsteilnehmer Max Stier» tneier, Schneider, Andr. Loh, Regierungsasffistent, Franz Pfisterer, Hausbesitzer, XaverLohMaier, Bäckergehilfe, Ferdinand Paßberger, Revisor, Anton Salzberger, Tabakarbeiter und für 15jähr. Feuerwehrdienstzett demWirtschastspächter Otto Luger, sämtliche von hier. ' —* Glückshafen. Die Nationalsammlung von Kunst- und Wergegenständen zu Gunsten der Hinterbliebenen unserer Krieger veranstal tet am nächsten Freitag, Samstag und Sonn tag in der Altstadt eine Verlosung mit Glücks hafen. In diesem befinden sich ssyr schöne und zumteil äußerst wertvolle Gegenstände, z. B. zwei silberne Leuchter von hohem Wert, ge triebenes Kupfer, Pasen, Ringe, Gemälde, Bü cher, geschliffene Gläser, Rosenkränze, wunder schöne Schmuctzegenstände, sehr guteWeineFDbst usw. Bei dieser reichen Auswahl lohnt es ; sich für jedermann sein Glück zu versuchen. Das ! Los kostet 20 Pfg. Del Reinerlös gehört nur" ' für die Hinterbllebeinn unserer wackeren Steift». Niederbayerische Nachrichten. ────────── Seite 4. —* Die Antwort Wilsons ist bereits eingetroffen. Sie war anscheinend schon vor bereitet. Wer allzu grofte Hoffnungen auf sie setzte, wird bitter enttäuscht sein. Ter Reichs tag, dessen auf heute anberaumte Sitzung ver schoben wurde, wird sich bei seinem Zusammen tritt, der alsbald Ku erwarten ist, Mt'der Ant wort zu beschäftigen haben. Es ist daher abzu warten, todS dieser jetzt beschließen Irird. Leicht wird ihm ein Entschluß nicht werden, umsomehr als diese 'Antwort Erheblich weniger 'friedlich klingt, als es,sich, nach der ersten Note erwarten Lieh,. Bor allem muß es auffallen, daß sich! Wilson heute die von der Entente in den letzten Tagen ausgestreuten Greuelmeldungen über an gebliche deutsche Verwüstungen auf dem Rück züge und Verschleppung der Bevölkerung zu eigen macht, trotzdem alle diese Meldungen von deutscher Seite stets sosiort berichtige wur den, trotzdem die deutsche Regierung der franzüsischen den Uebertritt der Bevölkerung der besetzten Gebiete nach Frankreich wiederholt angeboten hat. Es scheint, daß die .Ententeein flüsterungen das klare Urteil Wilsons bereits erheblich getrübt haben. Was aber Wilson »M Schluss« seiner Note sagt, ist nicht weniger als eine Aare Aufforderung zur Reoolutionierung Deutschlands. Wenn schon Wilson derarti ge Forderungen erhebt, kann man sich« leicht denken, was die übrigen Ententemächte in ihrem jetzigen Sieg'estaumel noch alles verlan gen werden. V —'• Die Wohltätigkeitskonzerte der Musik des daher. Reserve-Jnf^Regts. Nr. 3, die in der Jägerhalle am letzten Sonntag zu gunsten des Hinterbliebenenfonds des Regi ments stattfanden, hatten dichk besetzte Häuser. Gediegene Programme kamen unter Herrn Musikmeisters Achtes Leitung zu flotter seinabgestimmter Abwicklung. Tie Musik erntete für ihre prächtigen Darbietungen lebhaften BeifoÄ, vor allem die Solisten, di« sich mit Pioline, Cello und Xylophon als gediegene Virtuosen erwiesen. i ! JEsit Not der Zeit". Ueber dieses Thema sprach! am letzten Samstag im Gewer behaussaale auf Mnürdung des Volkshochfchulveretns Herr Schriftsteller Major Franz Kayl Endres, Er führte u. a. aus, das Volk habe das Recht, die Wahrheit zu hören. Daher habe das Ertöten jeder Kritik schädlich aus das Volk gewirkt. Hier müsse es anders werdend Wir haben unsere Kräfte stark überschätzt, die Machtmittel der Feinde aber ebenso unterschätzt. Wenn Wilson den Frieden wolle, könne er ihn bringen, denn er habe England und Frankreich in der Hand. Mr sollten uns daher an Wilson halten und diesen nicht in Witzblättern karci tieren kaffem Vor allem müssen wir trachten, uns von dem Tanz um das goldene Kalb, den uns der Krieg gebracht habe, wieder zu befrei en. Rn die Frauen richtete er einen warmen Aufruf, sich, selbst und die Jugend zu retten und ihr das Gefühl der Würde wieder ein* zuimpfen. Vom Völkerbund meinte er, man könne ihn gutheißen, wenn er auch, nicht biet* ben werde. Zum Schlüsse empfahl er eine möglichst hohe Zeichnung der Kriegsanleihe, um hierdurch ein Zeichen der Entschlossenheit und Einigkeit zu geben und um den 'Feinden sagen zu können, daß sie nicht glauben dürfen, mit uns Machen zu können, was ihnen beliebt. Leb hafter Beifall banste dem Redner für seine Ausführungen. i —* Tie Liedertafel veranstaltet am Frettage in auch für NichtMitglieder bestimmtes Konzert iM.Martinsturnsaal. Einer der glän zendsten Sterne am musikalischen Himmel, wit Bender, Brodersen, Kirote und Wolf, einer der größten Opernsänger, der jugendliche Heldenbariton Dr. Emil Schipiper wird hier auftreten.