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      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-10-16"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
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        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
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          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 283</biblScope>
          <date when="1918-10-16">1918-10-16</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
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      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
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          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
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          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
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        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
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          <p>Wilsons Bedingungen. Neue Kämpfe in Flandern und bei St. Quentin. - Schwere amerikanische Angriffe zwischen Aire und Maas gescheitert. — Die türkische Friedensnote. — Die Kanzlerkrise behoben. — Aenderung des § 11 der Reichsverfassung.</p>
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          <p>rang angesehen. Aus Städten und Dörfern, soweit sie nicht völlig zerstört werden, wird die Bevölkerung verschleppt. Ten Regierun­ gen, die mjit den Vereinigten Staaten assoziiert sind, darf man nicht zumuten, daß. sie einen Waffenstillstand annehmen, solange diese Taten der Unmenschlichkeit, Raub und Verwüstung fortdauern/ welche sie berechtigterweise Mit brennendem' Herzen betrachten. Es ist ebenfalls notwendig, damit keinerlei Möglichkeit des Mißperstehens bestehen bleibt, daß der Prä­ sident die Aufmerksamkeit der Deutschen auf die Bedeutung und den klaren Inhalt eines der Friedenspunkte lenkt, den die deutsche Re­ gierung jetzt angenommen hat. Dieser Punkt ist enthalten in der "Rebe, welche Präsident Wilson am 1. Juli bei Mount Bernon gehalten hat: die Vernichtung 'jeder willkürlichen Macht, die es in Händen hat, allein, geheim und aus eigener WillenstzestiMmung denWeltsiieden zu stören, oder, falls diese Maacht gegenwärtig nicht vernichtet werden kann, wenigstens ihre Herabminderung bis zur tatsächhlichenOhnmachtz! Und die Macht, die sichl jetzt ddas Schicksal der deutschen Ration bestimmt hat;, ist gerade eine bon denen, die der Präsident im dieser Rede im Auge gehabt hat. Es liegt irtt^ der Macht des deutschen Volkes, diese zu vernichten. DieWorte des Präsidenten enchalten die berechtigten und naturgemäßen Bedingungen, bevor es zu einem Frieden kommen kann. Wenn es zu einem Frieden komMen soll, muß es durch, das Ein­ greifen des deutschen Volkes selbst geschehen. Der Präsident fühlt sich gezwungen, zu sagen, daß die ganze Entwicklung des Friedens­ schlusses seiner Ansicht nach« von der klaren Entschiedenheit und deM bündigen Charakter der Garantien, die in dieser fundamentalen Angelegenheit geboten werden, bestimmt wird. Es ist unveruwidsich, daß die Regierungen, die gegen Deutschland' verbündet sind, ohne die Möglichkeit irgend einer Täuschung wissen müs­ sen, mit wem sie es zu itun haben. Ter Präsi­ dent wird ferner eine besondere Antwort an .die österreichisch-ungarische Regierung senden. ; '&gt; gez.: Lansing.; ! Wilsons Bedingungen. ! 1 Berlin, 15. Oktober Las Hollem»W Nieuwe Bureau meldet, dem Berliner "Lotal­ anzeiger" zufolge, direkt aus Washington: Staatssekretär Lansing hat dem schweizerischen Geschäftsträger, der die deutschen Interessen in Amerika vertritt, folgende Note zugestellt: , Zn Erledigung der Mitteilung der deut­ schen Regierung vom 12. Oktober, die Sie mir heute überreichten, habe ich die Ehre, Sie zu bitten, folgende Antwort an Deutschland zu übermitteln: 1 i ' 1 Die unbedingte Annahme der Bedingungen durchj die jetzige deutsche Regierung und die große Mehrheit des Deutschen Reichstags, die in der Botschaft des Präsidenten Wilson an den amerikanischen Kongreß vom 8. Januar 1918 und in dem späteren Beschluß niedergelegt wurden, berechtigt den Präsidenten, folgende offenherzige und direkte Erklärung abzugeben über die Entscheidung, die er aus die Erklärun­ gen der deutschen Regierung vom 8. und 9» Oktober getroffen hat: • | ' i Es muß klar verstanden werden, daß die Entscheidung über die Räumung des Gebietes und die Bedingungen des Waffenstillstandes der Entscheidung und den Ratschlägen der militäri­ schen Ratgeber der Regierung der Vereinigten Staaten und tz^r alliierten Mächte vorbehal­ ten sind. Der Präsident erachtet es als seine Pflicht, zu sagen, daß keinerlei Abmachungen durchs die amerikanische Regierung angenommen werden Wunen, welche nicht absolute und be­ friedigende Garantien und Sicherheiten dafür bieten, daß die jetzige militärische Ueberlegenheit der amerikanischen und alliierten Streitkräfte in Frankreich! aufrechterhalten bleibt. Ter Präsident vertraut, mit Sicherheit annehmen zu dürfen, daß dies ebenfalls die Meinung und Ansicht der alliierten Regierungen ist. Der Präsident Meint, daß; es ebenfalls seine Pflicht ist, hinzuzufügen, daß. weder die amerikanische Regierung noch er selbst vollkom­ men überzeugt ist, daß. die Regierungen, die mit den 'Vereinigten Staaten associiert sind, ihM "zustimmen, einen Waffenstillstand in Erwägung zuziehen, solange die bewaffneten Streitkräfte Deutschlands ihre gesetzwidrigen und unmensch­ lichen Handlungen fortsetzen. In der gleichen Stunde, wo dtelreutsche Regierung sich an die amerikanische Regierung mit Friedensoorschlägen wendet, sind die deutschen Unterseeboote da­ mit beschäftigt, auf der See Schisse zu versenken, und nicht nur diese Schisse selbst, sondern auch! die Rettungsboote, worin die Passagiere und Mannschaften ihr Leben zu retten versuchen. Bei ihrem jetzigen erzwungenenRückzuge inFlandern und Frankreich fahren die deutschen Ärmeen damit fort, , alles rücksichtslos zu vernich­ ten. Dies wurde und wird von mir immer als ein direkt^ Vergehen gegen die Regeln und die Bestimmungen der zivftisierten KrtegW-</p>
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          <p>1 Beratungen Mischen den Alliierten. 1 Rotterdam, 15. Oktober. Reuter mel­ det aus Washington von gestern: Rach Empfang des offiziellen Textes der deutschen Note hat Präsident Wilson die Staatssekretäre Lansing, Baker und Daniels nach! dem Weißen Hause gerufen, wo sie zwei Stunden lang konferierten. Aus London berichtet Reuter, daß zwischen den Alliierten ein Gedankenaustau schch statt­ gefunden habe. Ter König habe sich von San­ dringham nach dem Buckinghampalast begeben, wo er eine längere Unterredung mit Llohd George und dem Chef des Generalstabes hatte. Gegen eine Bo lksabstiMmung in Elsaß- j I Lothringen. \ ; Tie in Frankreich weilenden Elsaßj-Lothvinger, darunter Abbe Wetterle, Helmer, Hansi Und Zelin, haben der "B. Z. vmMittag" zufol­ ge, eine Erklärung unterzeichnet, in der sie warnen, daß die Wiedergutmachung des durch den Frankfurter Vertrag verletzten Rechtes von ferner Volksabstimmung abhängig gemacht würde. i I Zu Weihnachten kein KaNtpf mehr?? 1 1 1 Gens, 15. Okt. Balsour erklärte, zu WeihUachten' werde der Weltfrieden noch nicht un­ terzeichnet sein; aber es werdfe nicht mehr ge» kämpft werden. i ( 1 i Am meMkäMgrschaaplatz. i ' i Marschall Haig an seine Truppe«. Genf, 14. Oktober. Marschall Haig ver­ öffentlicht einen Aufruf an seine Truppen, in dem er diese warnt, sich von den Gerüchten des kommenden baldigen Friedens nicht von ihren eigentlichen Aufgaben abbringen zu lassen. Der Marschall dementiert dann diese Gerüchte und erklärt seinen Soldaten, daß es unbedingt nötig fei, ihre ganze Energie aufzuwenden, um! die erstrebten Ziele zu erreichen. ®er Aufruf schließt mit.ber Erwartung, daß die Armee un­ ermüdlich für die Erreichung eines raschen, endgültigen und glücklichen Resultates käm­ pfen werde. ( ( Mi i 1 Ballankriegsschartplatz: ^ Das ovn uns geräumte T-urazzo ist von den Italienern besetzt worden. Tie Bewegun­ gen in Albanien und Serbien gehen ohne nen­ nenswerte Gefechtssühlung mit dem Gegner vor lich. , f 5üer Chef des ©enecalftabl. Ar MWld. ! Ungewißheit über das Schicksal dev Zarin,. 1 1 WTB. Rom, 14. Oktober. Ter "Osservatore Romano" schreibt: Da sich, der Papst für das Schicksal der Zarin und deren Töchter Interessiert, wurden vom' österreichisch-ungar. Konsulat in Moskau bei der Sowjetregierung Schritte getan. Die Antwort lautete dahin, man wisse nicht, wo sich die Zarin und ihre Töchter befänden. Ta Zweifel an der Genauig­ keit der Angaben bestehen, wurden vertrauens­ würdige Personen mit den Nachforschungen be­ traut. ! ' , S ! 1 ! Aus Finnland. I j * Finnland nähert sich! Skandinavien. ' 1 Stockholm, 14. Oktober. "Aftonblad" schreibt: Die Heimberufung des Generals Man­ nerheim sei ein Zeichen dafür, daß Finnland fichi den skandinavischen Ländern nähere. Das Blatt beglückwünscht Finnland zu dieser Neu­ orientierung. , l i,| .Mi MS Mtkkmll. ( J." i Frcihcitsfeier in Newhork. &gt; ck f Reuter meldet aus Rewhvrk: Die Ber1 tretet von 22 Nationen Beteiligten sich an bet Ungeheuren Freiheitsparada, die auch! difeEntdeckung Amerikas durch ColumbuS feierte. Sol­ daten aus fünf Erdteilen und Inseln jedes 'Heeres waren im! Zuge, darunter Belgifen,BraJfilien, das britische Reich, China, Cuba, Me T schecho- Slowaken, Frarfkeich, Grkqchjenhmv, ' 1 Guatemala, Haiti, Honduras, Italien, Japstn, Liberia, Montenegro, Nicaragua, Panama,Paa­ len, Portoriea, Portugal, Rußland, Serbien, Siam, die drei Divisionen im Zuge füllten. — Präsident Wilson wohnte abends einem Wohl­ tätig keitssest des Königin Margaretensonds für blinde italienische Soldaten bei. | , Me Türkei in Kriege. Konstantinopel unter dem Belagerungszustand Eine Meldung der "Agenzia Stefani" will wissen, daß über Konstantinopel der Belager­ ungszustand verhängt wurde. , U ; , Irr Krieg mit Portugal. I ! Belagerungszustand in Portugal. WTB. Lissabon, 14. Oktober. (Havas.)' Ueber das portugiesische Gebiet wurde der Be­ lagerungszustand verhängt. Ter Präsident übernahm als Chef der Streitkräfte zu Lande und zur See den unmittelbaren Oberbefehl übest sie. In Portugal herrscht vollständig Ruhe. Eine kleine meuternde Militärabteilung in Penfiel (?) wurde schnell wieder zuM Gehorsam gebracht. _ ' &gt; M [ Kriegrkriese au; dem Osten. Berlin, den 11. Oktober 1918. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verbot«.) Endgültige Unterbrechung der Kiewer Verhandlungen von unserem -um Ostheer entsandten Kriegs­ berichterstatter. Wie vorauszusehen war, sind in der heutigen Sitzung die Verhandlungen zwischen Großrußland und der Ultcalne völlig unterbrochen worden. Man will sie erlist wieder aufnehmen, wenn sich eine neue Basis gebilldet hat, da man die Aussichtslosigkeiten der Kiewer: Verhandlungen endlich eingesehen hat. Auch diese letzte Sitzung war reich an Zwischenfällen, da drei Kuriere der Sowjet-Regierung in Bachmalsch verhaftet sein sollte» und diese Nachricht den Bespre­ chungen über die Kurier-Sicherheit große Schärfe gab. Zucker und Tee im Kuriergepäck spielten bei diese» unerfreulichen Auseinandersetzungen eine große Rolle. Die ukrainische Delegation war inzwischen zu dem formulierten Standpunkt gekommen, daß die Komtsitonen des Waffenstillstandsvertrages ihre Arbei­ ten trotz der endgültigen Unterbrechung der Delegatt« onssttzungen fortführen könnte. So wurde mit dem üblichem Austausch von Höflichkeiten diese letzte Sitzung geschloffen, nachdem festgestellt war, daß die Komifftonen unter dem Vorsitz Narnelski über Eisen­ bahn, Post, Untertanenschaft, Konsulate im Rahmen des Waffensttllstandüberetnkommens weiter arbeiten sollte. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. TagesÄebkW Rücktritt des Chefs des Marinekabinetts. Wie verlautet wird demnächst auch der Chef des Marinekabtnetts: Admiral von Müller, von seinem, Posten scheiden. | , i 1 Tie Batcrlauvspartei an de« Reichskanz­ ler. An den Reichskanzler hat die deutsche Vaterlandspartei ein Telegramm gerichtet, wo­ rin es heißt: Für die große Aufgabe, dein deut­ schen oVlke einen Frieden in Ehren zu errin­ gen, stellt sich, die deutsch« Vaterlandspartei hinter die Reichsregierung. Wir Möchten aber diese Stunde nicht vorübergehen lassen, ohne der festen Hoffnung Ausdruck zu geben, daß, falls das Entgegenkomme« der deutschen Re­ gierung durch, unsere Feind« keine Würdigung findet und Forderungen an uns gestellt wer­ den, die Ehre und unversehrten Bestand des Deutschen Reiches in Frag« stellen ,ttonn die Regierungen in diesem Falle entschlossen und zuversichtlich das deutsche Volk zur nationalen Verteidigung aufrufen, aste militärischen, sitt­ licher und wirtschaftlichen Kräfte auf die Be­ schirmung unserer Grenzen bereinigen und fnt Vertrauen auf diese starke Wacht ein Ende in Ehren erstreiten tot*. Daß einige derstschje</p>
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          <p>Berlin, den 11. Oktober 1918. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verbot«.) Endgültige Unterbrechung der Kiewer Verhandlungen von unserem -um Ostheer entsandten Kriegs­ berichterstatter. Wie vorauszusehen war, sind in der heutigen Sitzung die Verhandlungen zwischen Großrußland und der Ultcalne völlig unterbrochen worden. Man will sie erlist wieder aufnehmen, wenn sich eine neue Basis gebilldet hat, da man die Aussichtslosigkeiten der Kiewer: Verhandlungen endlich eingesehen hat. Auch diese letzte Sitzung war reich an Zwischenfällen, da drei Kuriere der Sowjet-Regierung in Bachmalsch verhaftet sein sollte» und diese Nachricht den Bespre­ chungen über die Kurier-Sicherheit große Schärfe gab. Zucker und Tee im Kuriergepäck spielten bei diese» unerfreulichen Auseinandersetzungen eine große Rolle. Die ukrainische Delegation war inzwischen zu dem formulierten Standpunkt gekommen, daß die Komtsitonen des Waffenstillstandsvertrages ihre Arbei­ ten trotz der endgültigen Unterbrechung der Delegatt« onssttzungen fortführen könnte. So wurde mit dem üblichem Austausch von Höflichkeiten diese letzte Sitzung geschloffen, nachdem festgestellt war, daß die Komifftonen unter dem Vorsitz Narnelski über Eisen­ bahn, Post, Untertanenschaft, Konsulate im Rahmen des Waffensttllstandüberetnkommens weiter arbeiten sollte. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. TagesÄebkW Rücktritt des Chefs des Marinekabinetts. Wie verlautet wird demnächst auch der Chef des Marinekabtnetts: Admiral von Müller, von seinem, Posten scheiden. | , i 1 Tie Batcrlauvspartei an de« Reichskanz­ ler. An den Reichskanzler hat die deutsche Vaterlandspartei ein Telegramm gerichtet, wo­ rin es heißt: Für die große Aufgabe, dein deut­ schen oVlke einen Frieden in Ehren zu errin­ gen, stellt sich, die deutsch« Vaterlandspartei hinter die Reichsregierung. Wir Möchten aber diese Stunde nicht vorübergehen lassen, ohne der festen Hoffnung Ausdruck zu geben, daß, falls das Entgegenkomme« der deutschen Re­ gierung durch, unsere Feind« keine Würdigung findet und Forderungen an uns gestellt wer­ den, die Ehre und unversehrten Bestand des Deutschen Reiches in Frag« stellen ,ttonn die Regierungen in diesem Falle entschlossen und zuversichtlich das deutsche Volk zur nationalen Verteidigung aufrufen, aste militärischen, sitt­ licher und wirtschaftlichen Kräfte auf die Be­ schirmung unserer Grenzen bereinigen und fnt Vertrauen auf diese starke Wacht ein Ende in Ehren erstreiten tot*. Daß einige derstschje Kriegsbriefe aus dem Osten.</p>
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          <p>Tages-Uebersicht. Rücktritt des Chefs des Marinekabinetts. Wie verlautet wird demnächst auch der Chef des Marinekabtnetts: Admiral von Müller, von seinem, Posten scheiden. | , i 1 Tie Batcrlauvspartei an de« Reichskanz­ ler. An den Reichskanzler hat die deutsche Vaterlandspartei ein Telegramm gerichtet, wo­ rin es heißt: Für die große Aufgabe, dein deut­ schen oVlke einen Frieden in Ehren zu errin­ gen, stellt sich, die deutsch« Vaterlandspartei hinter die Reichsregierung. Wir Möchten aber diese Stunde nicht vorübergehen lassen, ohne der festen Hoffnung Ausdruck zu geben, daß, falls das Entgegenkomme« der deutschen Re­ gierung durch, unsere Feind« keine Würdigung findet und Forderungen an uns gestellt wer­ den, die Ehre und unversehrten Bestand des Deutschen Reiches in Frag« stellen ,ttonn die Regierungen in diesem Falle entschlossen und zuversichtlich das deutsche Volk zur nationalen Verteidigung aufrufen, aste militärischen, sitt­ licher und wirtschaftlichen Kräfte auf die Be­ schirmung unserer Grenzen bereinigen und fnt Vertrauen auf diese starke Wacht ein Ende in Ehren erstreiten tot*. Daß einige derstschje Volk wird dann eine Widerstandskraft ent­ wickeln, an der der Ansturm Unserer Feinde zerschellen wird/ &gt; 1 Eine Schfei-eWmn-Reve. Am Montag abends sprach Staatssekretär Scheidemann in einer sozialdemokratischen Wählerversammlung und erklärte u. a.: Das Programm Wilsons will die Freiheit und Gleichberetchigung al­ ler Völker und das ist auch- das Programm der deutschen Sozialdemokratie. Der kommen­ de Friede wird uns auch! schwere Opfer aufer­ legen. Wir Müssen mutig genug sein, aus ei­ ner gegebenen, nicht vom deutschen Volk ver­ schuldeten Lage die notwendigen Folgerungen zu ziehen. Für das, was wir heute Ds Op­ fer empfinden, werden wir reichlich Ersatz fin­ den, wenn das Programm Wilsons als ein Cunteilbares Ganzes durchgeführt wird. In ei­ nem solchen Frieden wird das deutsche Voll sei, ne Wunden heilen, und ehe eine Generation vergangen ist, hoffentlich als ein freies, glück­ liches Voll dastehen. Dazu gehört aber eine tiefgreifende Reform' unserer Wirtdschastsvferfassung iM Geiste der sozialen Solidarität, des Sozialismus. - ; 1 Wärmen in Aufregung. Gegen die beab­ sichtigten tschechischen Kundgebungen wurden scharfe Maßnahmen erlassen. Tie nach Prag führenden Straßen sind von Sturmtruppen, die mit Maschinengewehren und Handgaranaten bewaffnet sind, abgesperrt. — Ter Statthal­ ter hat eine Kundgebung erlassen, daß Ge­ rüchte umgingen über eine gewaltsame Um­ wälzung im Staat. Diese Gerüchte seien un­ wahr. Durch Besprechungen auf internationaler Grundlage werde eine Entwicklung im ruhigen Wege vorbereitet. Bis dahin bleibe die jetzige Staatsform bestehen. Der .Statthaller warnt vor Gewaltanwendung, da Gewalt Mit Gewklt gebrochen werde, | Bayerische Nachrichten. 5 Tie Ballanzüge sind seit Montag eingestellt. &gt; RleKerWerWk RachrichM ' Pfassenberg, 15. Okt. (Diebstahl.) Jm&gt; La­ gerraum des Herrn Moser wurde in einer der vergangenen Rächte eingebrochen und ca. 1500- Kalleier gestohlen. 1 Metten, 15. Olt. (Diebstahl.) Aus dem Göch scheu Anwesen in Kleinschwarzajh würde vorgestern nachts ein Ochse gestohlen. , i Hundersdors, 15. Okt. (Uebersahren.) Der Landsturmmann Seindl, Gütler von Hoch 'war vorgestern nach beendetem Urlaub zu seinem Truppenteil nach Heidelberg abgereist. Aus der . Fahrt dorthin geriet fet aus bisher unbekann­ ter Ursache unter die Räder des Zuges, wurde überfahren und sofort getötet. 'Der Unglück­ liche hinterläßt eine Witwe und fünf kleine Kinder. , , i i ' Mal». Landrhnt, 16. Oktober. —* Das Bürgerrecht wurde unentgeltlich verliehen an die Kriegsteilnehmer Max Stier» tneier, Schneider, Andr. Loh, Regierungsasffistent, Franz Pfisterer, Hausbesitzer, XaverLohMaier, Bäckergehilfe, Ferdinand Paßberger, Revisor, Anton Salzberger, Tabakarbeiter und für 15jähr. Feuerwehrdienstzett demWirtschastspächter Otto Luger, sämtliche von hier. ' —* Glückshafen. Die Nationalsammlung von Kunst- und Wergegenständen zu Gunsten der Hinterbliebenen unserer Krieger veranstal­ tet am nächsten Freitag, Samstag und Sonn­ tag in der Altstadt eine Verlosung mit Glücks­ hafen. In diesem befinden sich ssyr schöne und zumteil äußerst wertvolle Gegenstände, z. B. zwei silberne Leuchter von hohem Wert, ge­ triebenes Kupfer, Pasen, Ringe, Gemälde, Bü­ cher, geschliffene Gläser, Rosenkränze, wunder­ schöne Schmuctzegenstände, sehr guteWeineFDbst usw. Bei dieser reichen Auswahl lohnt es ; sich für jedermann sein Glück zu versuchen. Das ! Los kostet 20 Pfg. Del Reinerlös gehört nur" ' für die Hinterbllebeinn unserer wackeren Steift».</p>
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          <p>' Pfassenberg, 15. Okt. (Diebstahl.) Jm&gt; La­ gerraum des Herrn Moser wurde in einer der vergangenen Rächte eingebrochen und ca. 1500- Kalleier gestohlen. 1 Metten, 15. Olt. (Diebstahl.) Aus dem Göch scheu Anwesen in Kleinschwarzajh würde vorgestern nachts ein Ochse gestohlen. , i Hundersdors, 15. Okt. (Uebersahren.) Der Landsturmmann Seindl, Gütler von Hoch 'war vorgestern nach beendetem Urlaub zu seinem Truppenteil nach Heidelberg abgereist. Aus der . Fahrt dorthin geriet fet aus bisher unbekann­ ter Ursache unter die Räder des Zuges, wurde überfahren und sofort getötet. 'Der Unglück­ liche hinterläßt eine Witwe und fünf kleine Kinder. , , i i ' Mal». Landrhnt, 16. Oktober. —* Das Bürgerrecht wurde unentgeltlich verliehen an die Kriegsteilnehmer Max Stier» tneier, Schneider, Andr. Loh, Regierungsasffistent, Franz Pfisterer, Hausbesitzer, XaverLohMaier, Bäckergehilfe, Ferdinand Paßberger, Revisor, Anton Salzberger, Tabakarbeiter und für 15jähr. Feuerwehrdienstzett demWirtschastspächter Otto Luger, sämtliche von hier. ' —* Glückshafen. Die Nationalsammlung von Kunst- und Wergegenständen zu Gunsten der Hinterbliebenen unserer Krieger veranstal­ tet am nächsten Freitag, Samstag und Sonn­ tag in der Altstadt eine Verlosung mit Glücks­ hafen. In diesem befinden sich ssyr schöne und zumteil äußerst wertvolle Gegenstände, z. B. zwei silberne Leuchter von hohem Wert, ge­ triebenes Kupfer, Pasen, Ringe, Gemälde, Bü­ cher, geschliffene Gläser, Rosenkränze, wunder­ schöne Schmuctzegenstände, sehr guteWeineFDbst usw. Bei dieser reichen Auswahl lohnt es ; sich für jedermann sein Glück zu versuchen. Das ! Los kostet 20 Pfg. Del Reinerlös gehört nur" ' für die Hinterbllebeinn unserer wackeren Steift». Niederbayerische Nachrichten.</p>
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          <p>Seite 4. —* Die Antwort Wilsons ist bereits eingetroffen. Sie war anscheinend schon vor­ bereitet. Wer allzu grofte Hoffnungen auf sie setzte, wird bitter enttäuscht sein. Ter Reichs­ tag, dessen auf heute anberaumte Sitzung ver­ schoben wurde, wird sich bei seinem Zusammen­ tritt, der alsbald Ku erwarten ist, Mt'der Ant­ wort zu beschäftigen haben. Es ist daher abzu­ warten, todS dieser jetzt beschließen Irird. Leicht wird ihm ein Entschluß nicht werden, umsomehr als diese 'Antwort Erheblich weniger 'friedlich klingt, als es,sich, nach der ersten Note erwarten Lieh,. Bor allem muß es auffallen, daß sich! Wilson heute die von der Entente in den letzten Tagen ausgestreuten Greuelmeldungen über an­ gebliche deutsche Verwüstungen auf dem Rück­ züge und Verschleppung der Bevölkerung zu eigen macht, trotzdem alle diese Meldungen von deutscher Seite stets sosiort berichtige wur­ den, trotzdem die deutsche Regierung der franzüsischen den Uebertritt der Bevölkerung der besetzten Gebiete nach Frankreich wiederholt angeboten hat. Es scheint, daß die .Ententeein­ flüsterungen das klare Urteil Wilsons bereits erheblich getrübt haben. Was aber Wilson »M Schluss« seiner Note sagt, ist nicht weniger als eine Aare Aufforderung zur Reoolutionierung Deutschlands. Wenn schon Wilson derarti­ ge Forderungen erhebt, kann man sich« leicht denken, was die übrigen Ententemächte in ihrem jetzigen Sieg'estaumel noch alles verlan­ gen werden. V —'• Die Wohltätigkeitskonzerte der Musik des daher. Reserve-Jnf^Regts. Nr. 3, die in der Jägerhalle am letzten Sonntag zu­ gunsten des Hinterbliebenenfonds des Regi­ ments stattfanden, hatten dichk besetzte Häuser. Gediegene Programme kamen unter Herrn Musikmeisters Achtes Leitung zu flotter seinabgestimmter Abwicklung. Tie Musik erntete für ihre prächtigen Darbietungen lebhaften BeifoÄ, vor allem die Solisten, di« sich mit Pioline, Cello und Xylophon als gediegene Virtuosen erwiesen. i ! JEsit Not der Zeit". Ueber dieses Thema sprach! am letzten Samstag im Gewer­ behaussaale auf Mnürdung des Volkshochfchulveretns Herr Schriftsteller Major Franz Kayl Endres, Er führte u. a. aus, das Volk habe das Recht, die Wahrheit zu hören. Daher habe das Ertöten jeder Kritik schädlich aus das Volk gewirkt. Hier müsse es anders werdend Wir haben unsere Kräfte stark überschätzt, die Machtmittel der Feinde aber ebenso unterschätzt. Wenn Wilson den Frieden wolle, könne er ihn bringen, denn er habe England und Frankreich in der Hand. Mr sollten uns daher an Wilson halten und diesen nicht in Witzblättern karci­ tieren kaffem Vor allem müssen wir trachten, uns von dem Tanz um das goldene Kalb, den uns der Krieg gebracht habe, wieder zu befrei­ en. Rn die Frauen richtete er einen warmen Aufruf, sich, selbst und die Jugend zu retten und ihr das Gefühl der Würde wieder ein* zuimpfen. Vom Völkerbund meinte er, man könne ihn gutheißen, wenn er auch, nicht biet* ben werde. Zum Schlüsse empfahl er eine möglichst hohe Zeichnung der Kriegsanleihe, um hierdurch ein Zeichen der Entschlossenheit und Einigkeit zu geben und um den 'Feinden sagen zu können, daß sie nicht glauben dürfen, mit uns Machen zu können, was ihnen beliebt. Leb­ hafter Beifall banste dem Redner für seine Ausführungen. i —* Tie Liedertafel veranstaltet am Frettage in auch für NichtMitglieder bestimmtes Konzert iM.Martinsturnsaal. Einer der glän­ zendsten Sterne am musikalischen Himmel, wit Bender, Brodersen, Kirote und Wolf, einer der größten Opernsänger, der jugendliche Heldenbariton Dr. Emil Schipiper wird hier auftreten. &lt;Tr. Schipper unterscheidet sich, von den Meisten Opernsängern dadurch, daß er nicht nur eine Buhneugröße, sondern auch ein ganz hervor­ ragender Konzertsänger ist. Gerade hier kommt seine herrliche, weiche Stimme, sein unüber­ trefflicher Vottrag zu besonderer Geltung. Das ausgewählte Programm verrät schon den gro­ ßen Künstler. Das Konzert, in dem Hofkvpellmeister Anton Schlosser die Klavierbegleitung übernimmt, dürste eines der schönsten werden, das je hier gegeben wurde. Da zudem der Rein­ ertrag krciegswohlMigen Zwecken zufließt, wird mtt einem vollen Saale zu rechnen sein. ' —* Stadttheater. Das Gastspiel von Herrn Kurt Gersdes vermittelt uns zugleich die Bekanntschaft Mit einem modernen, span­ nenden Schauspiel, welches die LiebesgeschiMe des jungen Zaren behandelt. Tie Verfasserin Gabriele Zapolska hat sich, in ihren Stücken als eine mtt Theaterwirkung und spannend aufgebauter Handlung wohlvertraute Schrift­ stellerin erwiesen. Ein interessanter Schaufpielabend steht somit bevor. ! i Verl im ^Oktober 1918. (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise verboten.) Ungar« im Kampfe tot St. : Mihielvogeu. vom mnfcem Kriegsberichterstatter. ! Im Westen, September 1918. In den Kämpfen bei der Räumung des St. Mrhjtelbogens haben, lote int deutschen und im Wiener Heeresberichte hervorgehoben und von allen beteiligten deutschen Truppen freu* big anerkannt worden ist, auch, k. und k. Re­ gimenter, in diesem besonderen Falle Ungarn, rühmlichen Anteil gehabt. Um ihre Aufgabe in der Schlacht zu schildern, mu| kurz ihr ge­ samter Verlaus und die Absicht des Feindes dargestellt werden. 1 Tie Räumung des sackartig aus der ge­ samten Westfront heraushängenden Maasbo­ gens von St. Mihtel war seit langem beschlos­ sen, und die ihn sehnenartig abschneidende Mi­ chelstellung ist seit Jahr und Tag fertig aus­ gebaut gewesen. Die sehr schwierige Räumung des Dreieckes, an dessen ztvei Seiten der Fran­ zose seine Beobachtungsballons stehen hatte,</p>
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          <p>geh Vhnt? Ditles Stöben kämpfte mit verzweifelter Kraft gegen Sturm und Sand. Das Weib, das graue Weib, das ihm von Merret gesprochen, mußte er finden! Der Sturm raste, und das aufgeregte, schäumende Meer mit seinen sich immer höher bäumenden Wogenkämmen und dann wieder wasserfallartig niederstürzenden Branden bot ein Bild schauriger Wildheit. Dazwischen die gespenstigen, nebelgrauen, durch den Sturm tief aufgewühlten Sandberge. Wie sie dampften und rauchten und die ganze Luft mit den seinen spitzigen Sandkörnern erfüllten! Ditlef Stöben schrie plötzlich laut aus. Nun, wo er sich mühsam durchs die weißen Sandllvlken einen Weg bahnte, fiel ihm» ein, wer das seltsame Weib getoefen, das ihn vorhin so er­ schreckt. Tie alte Sagenerzählerin von Ran­ tum war es, die er schon als Kind gekannt, die Frau die da drüben wohnte in einer der letzten armseligen Hütten am Fuße der Dünen von Rantum, jener versunkenen Welt, über welche das Meer dahinbraust und die grauen Dünen ihre Schleier werfen, immer ein Stück Land, eine Hütte nach, der anderen begrabend und mit fortnehmend fn das unendlich weite Reich des vergehen». i ; ! t 1 ! 1 Kronprinz - Lichtspiele Udtispiillm L Hanges. Betel Kunprliz. 3SE Spielplan äse* 1 vom 16. Oktbr. bis einschl. 13. Oktb. W Mittwoch, DonnerStag und Freitag. DDO Täglich Anfang 2'h Uhr Sonntags 2 Uhr. Serie "Meisterwerke." Erster Film. Das Buch des Lasters Schanspiel in 5 Akten von Johanna Lachmann. Jettes Liebestraum Lustspiel in 3 Akten von Cmmh Wyda. Holzkohlen-Brennerei im Schwarzwald. Ratnranfnahm«. I Ditlef Stören hatte oft furchtlos dem Tode ins Auge geschaut, nie hatte sein dunkles Auge in der höchsten Gefahr gezuckt, nie sein Herz gebebt, aber hier, diesem gleißnerischeu Sandchaos gegenüber toor er kleinmütig. Er hatte den Pfad verloren. Einen Augenblick dachte er daran, sich in einer Tünenhöhle nie­ derzulassen und den Morgen zu erwarten, aber sein Herz, sein wildes, sich, nach Gewißheit sehnendes Herz drängte weiter. , i Und noch einmal raffte Ditlef seine ganze Kraft zusammen. Eine hohe Tünenwand hob sich vor ihm auf. Gelang es ihm, da hinaus zu kommen, so konnte er Umschau halten und den Weg erkunden, wenn diese Schalternacht überhaupt einen Ausblick gestattete. .Mühsam, jeden Schritt mit Aufbietung all seiner Kraft erkämpfend, kam er langsam vor­ wärts. Der Sturm schien jetzt nachzulassen. Hier und da sah er dunkles, wild zerrissenes Wolkengewirr über seinem Haupt dahinjagen, und jetzt stand er aufatmend hoch! oben aus der Düne, vor 'ihm lag still im Feierglanz des soeben hervorbrechenden Mondlichtes List, das kleine Heimatdorf, wie ein schlummerndes Stnb» lein im Sturmgebraus. ' " (Fortsetzung folgt.) , wie Silber schimmernden Sand lachend hinabgerutscht, j 1 ' ', 1 &gt; I . . "Ich gehe nach List. ! ! ; ’ Damit ihr es wißt, 1 i .. 1 Wit dem! goldenen Tor 1 . I Und des Königs Hain, ! In Bootjes Hause Kehre ich ein". sang sie kreischend. Dann eilte sie wild jauch­ zend, mtt flatterndem Haar in die Nacht hin­ ein. t Der Mann auf der Düne stieß einen leisen Schrei des Entsetzens aus, alS bas grauhaarige Weib, das so geheimnisvoll ihm Kunde gab aus vergangenen Tagen, seinen Blicken ent­ schwand. i i Bis zu den Knien versank er oft in dem weißen Sande. Es war ihm, als »ranke der Boden, als öffne sich, während der Donner grollte, stiLnend die Erde, als müßte er zusammensinren und der weiße Dünensand sich Über ihn legen, lautlos, schattenhaft, er­ stickend. I ! ! I \ I ünb er war doch einst als Knabe so oft diesen Weg gegangen. Bon List über die Dünen zum Meer und wieder zurück zum blauen Watt mit dem Königshafen. Kannte er den Weg nicht mehr, ben Weg zur Heimat? War wirk­</p>
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          <p>' 'schweren Kalibern beschossen und namentlich! jauch! die Eisenbahnstationen bD nach Conflans hin unter Fernfeuer hielten. Das währte 4 stunden. Dann brach, noch bei Morgendüster und in tiefem Nebel, der Sturm auf der ganzen Front los. 1300 Tanks, 1000 amerikanische und 300 französische, bildern die Vorhut. Da­ hinter stießen die tiefgestaffelten Sturmkolonuen vorwärts. Ter Verlauf der Schlacht ist bekannt. Ter Bogen hat eine von Norden nach Süden und eine von Westen nach! Osten ver­ laufende Front. An beiden griff der Feind intit dem Hauptnachdrucke an den äußersten Flügeln an, um "die Zange zu machen". An der Südfront konnte er einen Augenblick hof­ fen, daß sein Plan gelingen würde. Er stieß auf eine sehr breit auseinander gezogene und sehr ermüdete' Division, die er mit großer Ueberzahl überrannte und zurückdrückte, sodah er bis in die Linie Essey—Euvezin—Vievjlle vorkam und dann im Lause des Tages seinen Fortschritt bis Dhiaucourt und darüber hin­ aus bis zur Linie Lammes—Jaulnh und süd­ lich von Preny ausbauen konnte. Hier fin­ gen ihn Reserven auf, und darWer Ist er dann nicht mehr weiter gekommen. Gleichzeitig hat­ te er auf der Westfront des Bogens zwischen ICombres und Seuzeh Mit stärkstem Einsätze durchzubrechen versucht. Gelang ihm dies, so durfte er auf das Gelingen seines großen Zan­ genmanövers hoffen. Hier aber haben ihm im treuen Verein Mit deutscher Landwehr Ungarische Truppen keinen Schritt vorkommen lassen, bis hinter ihnen die Räumung voll­ endet war und sie nun Befehl erhielten, eine neue Linie einzunehmen. Diese Räumung ist, um auch darüber ein Wort zu sagen, nach Wunsch, gelungen. Alles wertvolle Material wurde geborgen, alle Verteidigungsanlagen u Unterstände, Brücken und Straßenkreuzungen wurden gründlich zerstört. Der EisfelturmFunksprnch hat viel Rührendes über den Ju­ bel der in St. Mihiel befreiten Bevölkerung erzählt, dann aber zornig berichtet, daß die Deutschen die waffenfähigen Männer und die farbeitssähigen Frauen alle abtransportiert hät­ ten. In der Tat hat der Feind nur Greise und Kranke und Kinder vorgefunden, im gan­ zen geräumten Gebiete nur.etwa 3000—4000 Seelen, die vorher noch! sorgfältig in Unter­ stände gebracht worden waren. Alle übrigen waren abtransportiert worden, ein Beweis, wße fplannräßig dank dem heldenhaften Aushalten der Frontverteidiger die Räumung hatte voll­ endet werden können. Der Befehl zur Durch­ führung der Räumung wurde mittags gege­ ben. Ahn nächsten Morgen befand sich alles hinter der seit Anfang 1915 angelegten Michel­ stellung. Seither hat sich, der Feind, der be­ sonders beim Herabsteigen von den Rändern der Cote Lorraine furchtbare Verluste durch Unser Artilleriefeuer erlitt, in vergeblichen Teilangriffen gegen unser Vorfeld erschöpft. Sein großer Plan war mißlungen, und daran haben die Ungarn ihr volles Anteil. II 1 ’ Tie hier eingesetzten ungarischen Truppen gehören einer unter dem Befehle von Feldmarschalleutnant von Pobhoransky stehenden hervorragenden Division an, die ihren Ersatz jaus Siebenbürgen hat. Ungarische Bauern­ söhne, Schwaben, aber auch! Rumänen kämpfen in ihr mit gleicher Auszeichnung. Die Einnah­ me von Jwangorvd war einer ihrer grpßjen Muhmestage; in der elften Jsonzoschlacht läg sie als Schätzerin von Triest auf der HerMada. Dann hat sie den großen Turchhruch auf dem Lom-Plateau mitgemacht und in der Piaveffch lacht den Montello gehalten. Nun hat sie stach, mancher Kriegsfahrt das Schicksal in ein Land geführt, das unähnlich! allen diesen Trup­ pen von früher her bekannten Kriegsschau­ plätzen ist. Am ehesten fühlen sie suh, hier stn Welschlothringer Hügellande an Rußland erinnert. Die schlechte Kultur des an sich gu­ ten Bodens, die vielen öden oder nur mit Hecken und Buschwald besetzten 'Hügel gemah­ nen sie an die Gebiete, in denen sie gekämpft haben, als sie zur Armee von Wohrsch gehör­ ten. Die Leute, die ich, sprach, waren alle sehr guten Mutes. Sie fühlen sich dem Ame­ rikaner und selbst den Franzosen, mit denen |te zu tun gehabt haben, nicht nur gleichwertig, sondern durchpus Überlegen. S$e Verpflegung kommt hier geordnet und pünktlich-, heran, und die furchtbare Wassernot des Karstes kennt man hier nicht. Aber eines haben sie auch noch nirgends im ganzen Kriege kennen ge­ lernt, diesen unheimlichen sranzösischenStr upplwald, durch dessen Niederholz man sich nur mit dem Haumesser Wege bahnen kwmr und in dem man nur immer wenige Schritte weit durch das dicke Blattwerk sehen kann. In solchen Walddickungen aber galt es, hier den Kampf gegen eine mehrfache Uebermacht zu kämpfen. , Der Feind, es waren die 2. französische Kürassier-Division und die 26. amerikanische Division, hatte sehr schwere Verluste erlitten und brauchte zunächst Ruhe, um seine SBerMrt» de zu ordnen. Hie Gefangenen klagten nament­ lich über das verheerende Maschinengewehrlfeuer, das sie beim Angriffe |fjm» Walde em­ pfangen und ihnen viel Blut gekostet hatte. Diese Maschinengeivehrbesatzungen, unter denen sich auch eine der Division zugeteilte deutsche Scharfschützenabteilung befand, haben sich, ganz hervorragend geschlagen. Am Osnieresstützpunkt hat ein Maschinengewehr allein drei feindliche Osfiziere und Wer 60 Mann gefällt, bis es umgangen wurde und sich, ergeben müß­ te. Ter Kommandeur einer Kampfgruppe des Regimentes König von Bayern war vollkom­ men umhängen, wies aber alle Vorschläge, sich mit seinen Leuten zu ergeben, stolz zurück und bahnte sich mit seiner kleinen Schar den Weg, durch den Feind. Sehr ausgezeichnet haben sich als Meldereiter auf der unter schwerstem Feuer liegenden Tranchee die Honvedhusaren, deren Schneid es zu danken war, daß die Befehlsübermittlnng lückenlos gelang, als alle Trühtleitungen zerschossen waren. Mit großer Anerkennung spricht die Truppe von der Un­ terstützung durch, die Flieger, die mit Bomben­ würfen und Maschinengewehr in den Kamps der Infanterie eingrissen, die Lage aufklärten und sich! dabei der feindlichen Ueberzahl in der Luft mit dem Erfolge erwehrten, daß im Verlaufe der Schlacht 81 feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden, während wir nur zwei verloren haben. | [/"' |. I ' ! : . Erst am 15. Statte sich, der Feind soweit vorgearbeitet, daß er mit starkem Kräften ge­ gen die Michelstellung angreifen konnte. Der Versuch kam ihm teuer zu stehen. Zwar dräng­ te er unsere Sicherungen aus dem r Vorfelds auf die Hauptwiderstandslinie zurück. Aber er'soll­ te sich, seines geringen GelÄndegcewinnes nicht lange erfreuen. Tenn schon am: Nachmittage trieb ihn ein nach! kurzer Artillerievorbereitung mit Unterstützung einer Fliegerschlachtstaffel ge­ führter Gegenangriff restlos wieder aus dem Vorfelde hinaus Und drängte ihn au) die Linie Tvncourt—Woel zurück. Vbr dieser haben sich! seither nur unbedeutende Patrouillenkämpfe abgespielt. ■ 1 (Kb.&gt; W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.</p>
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          <p>Letzte Posten. i Neue U-BoBtserfolge. Berlin, 15. Oktober. (Amtlich.) Im Atlantischen Ozean haben unsere U-Boote 41000 Brutto-Registertonnen Handelsschiffs raum versenkt, darunter mehrere Tankdampfer und jmiit Kriegsmaterial beladene Dampfer. ! Ter Chef des Admiralstjabes der Marine. | i ! Kanzlerkrise behoben. j Berlin, 15. Oktober. Wie das WTB. hört, hat die sozialdemokratische Reichstags­ fraktion in ihrer heutigen Sitzung beschlossen, mit Rücksicht auf die politische Gesarntlage ge­ gen das Verbleiben des Reichskanzlers Prin­ zen Max von Baden nichts einzuwenden. t i I Der Zusammentritt des Reichstages der» | J ! 1 (l schoben. 1 ' ; i Berlin, 15. Oktober. Der Präsident des Reichstages hat die auf Mittwoch den 16. Dfti anberaumte Sitzung des Reichstages aufge­ schoben und sich die neue Einberufung vorbe­ halten. . | ! 1 i i s . ' ; 1 ' Me türkische Note. ’ 1 ' f Washinglon, 14. Oktober. Tie Rote der Türkei, in der Wilson uiml Vermittlung zur Herbeiführung des Friedens ersucht wird, U versMet etntzetroffeu, &gt; | ' j ! | Neues Attentat ans Lenin. | Leipzig, 15. Oktober. Ter Berichterstat­ ter der "Leipz. Abendztg." in Kiew drahtet, daß ein neues Attentat auf Lenin verübt wur­ de. Lenin wurde durch, einen Revolverschuß an der Schulter verletzt. Der Attentäter ist verhaftet. s j . 1 ' ~ ' I Aenderung des Paragraph 11 dev Reichs- j i ! verfässirng. r : Berlin, 15. Oktober. Der Bundesrät stimmte heute vormittags einem Gesetzentwurf zur Abänderung des Artikels 11 der Reichsver­ fassung zu. Absatz 2 des Artikels wird dahin geändert: "Zur Erklärung des Krieges tml Na­ men des Reiches ist die Zustimmung des Bun­ desrates und des Reichstages erforderlich, es sei denn, daß ein Angriff auf das Bundesgebiet oder dessen Küsten erfolgt." Absatz 3 wird durch, fol-gende Bestimmung ersetzt: "Friedens­ verträge sowie diejenigen Verträge Mit feind­ lichen Staaten, welche sich! auf Gegenstände der Reichsgesetzgebung beziehen, bedürfen der Zu­ stimmung des Bundesrates und des Reichs­ tages." Damit ist die volle Mjwirkung der Volksvertretung bei Entscheidung über Krieg und Frieden gesichert » ! j/- ‘ : \ f ' ! ~ i Bekanntmachung. Betreff: Fleischverbrauch: Für die nächste und die hierauf folgenden Wochen können: 1. die Fleischzulagen für Kranke 2. die den Militärnrlanbern zustehenden Fleischmengen jeweils am Samstag der betreffenden Woche in der Metzgerei Joses RStzer, Theoterftratze abgeholt werden. Lands Hut, den 15. Oktober 1918. Stadturagiftrat Laudshut. Dr. Herterich. 2869 Schwarz. Bekanntmachung. Betreff: Carbibverteilung. Zur Regelung der Carbidverteilrmg für den Monat Oktober erfolgt von Donnerstag, den 17. Gkt-der 1918 an dis etnsthi. Montag, den 21. Gilt. 1918 normitt. 8—11 Whr die Abgabe von Carbtdbezugsmarken durch die städt. Leuchtmtttelverforgungsstelle (Gasfabrik Koksabgabestelle). Berechtigt zum Bezüge dieser Marken sind in erster Linie solche Personen, welche fich gemäß Bekanntmachung vom 16. September 1918 zur Eintragung in die Carbidverbraucherltste angemeldet haben. Ausgeschlossen von der Zuweisung sind alle Berbrauchergruppen, denen Gas oder Elektrizität zur Beleuchtung zur Verfügung steht und die bereits Petroleum oder Leuchtspirttusmarkev bezogen haben. Landwirte oder Gewerbetreibende können, tnjoferne dieselben bei Abgabe der Petroleum- u. Leucht, spiritusmarken für die Beleuchtung der Stallungen« Werkstätten etc. einen Mehranteil nicht zugewiesen erhielten ev. bet bei Carbtdmarkenvertetluug noch Berücksichtigung finden. Die Abholungszeilen müssen unbedingt einge­ halten werden. Die Abgabe der Marken erfolgt nur gegen Vor­ lage der Lebensmittelkarten. Gleichzeitig werden bei der Abholung derselben die Verbraucher, insoferne nicht schon bei Eintragung in die Liste geschehen, einer bestimmten Verkaufsstelle zugewiesen und zwar ist dieselbe eine dauernde. Das Carbtd muß spätestens bis zum 26. Okto­ ber bei de» gewählten Verkaufsstellen abgeholt fein. Rach diesem Zeitpunkte kann Carbtd für Oktober nicht mehr abgegeben werden. j Landshul, de« 1b. Oktober 1918. Stadtruagistrat Laudshut. 1 Dr. Herterich. 2874.</p>
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