Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-10-18. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 285, 1918-10-18. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 71 Nummer 285 18. Oktober 1918 ────────── Gescheiterter Durchbruchsversuch. Ein neuer feindlicher Durchbruchsversuch gegen Le Cateau und der Oise gescheitert. — Die Beratung der deutschen Antwort an Wilson. — Ein Manifest Kaiser Karls. — Oesterreich ein Staatenbund. ────────── Seite 2. An anderer Stelle erklärt das Blatt: Wan er­ wartet jeden Tag, zu hören, daß das deutsche Volk zu Hause ausgeräumt hat. Das wäre ein wahrer Beweis seiner Aufrichtigkeit. «' Ter Papst zuM Friedensschritt. Angesichts der jüngsten Friedensschritte be­ ruft der Papst das wiederholt vertagte Kon­ sistorium für Dezember ein. Möglßchst alle Kar­ dinäle der ganzen Welt sollen daran teilnehtnen. Im Konsistorium wird der Papst auch eine größere Anzahl neuer Purpurwäger kre­ ieren. i ^ 1 | Eine Habasnote über Wilsons Antwort, j Eine Haoasnote besagt der "B. Z." zufolge, Wilson setzte den deutschen Vorschlägen eine klare Ablehnung entgegen. Er spricht, daß, von einer gemischten Kommission keine Rede sein kann. Die Deutsch,en haben also ihr An­ erbieten an Joch zu Machen. Er hat zu ent­ scheiden über alle Garanten, damit die jetzige Lieb erlegenh eit unserer Heere aufrechterhalten bleibt. Schließlich beweist Wilson, indem er sich vorbehielt, Oesterreich-Ungarn getrennt zu antworten, daß, das Schicksal Oesterreich-Un­ garns nicht Mit dem Deutschlands verbunden ist. DesterreichfUng'arn in Erwartung t>c« Ant- i ' i 1 wort Wilsons. > ! WTB. Wien, 16. Oktober. IM Ausschuß für Aeußeres der österreichischen Delegation erklärte Graf Burian aus eine Anfrage wegen der Antivort Wilsons an Besterreich-Ungarn: Mir ist die Antwort bisher nicht zugekommen. Sobald sie eingetroffen sein wird, werden wir uns sofort mit dem Obmann des Ausschusses ins «Einvernehmen setzen, doch erlaube ich mir, darauf hinzuweisen, daß wir bei der Beratung der Schriftstücke, welche jetzt zwischen uns und unseren Gegnern gewechselt werden, stets das Einvernehmen mit Deutschland herstellen. TaS bedingt nur eine ganz kurze Zeit der Verstän­ digung, aber es können auch! 24 Stunden ver­ gehen. Eine kurze Aussprache mit Berlin ist immer erforderlich«, damit unsere beiderseitigen Standpunkte nicht einmal in einer Nuance in Widerspruch geraten. ; ! f 1 ' 1 4 W Rutzlmd. T ie Flucht durch, die Lust. Ter Oberkommissar der bolschewikischen Armee Stejanow ,ist, wie aus Wien gemeldet wird, nach Entwendung von Hrei Millionen Rubeln iM Flugzeug entflohen. 1 Aus Polen. Pilkudskis Freilassung. 1 Das Mitglied des polnischen Regentschastsrates Fürst Lubomirski erklärte Ausfragern, daß der Legionsführer Oberst Pilsudski, der in Magdeburg interniert war, bereits freigelassen Ist. Er wird noch in dieser Woche in Warschau eintreffen. t ! Das Warschauer Attentat. 1 Der Krakauer "Naprpdzuo" erfährt aus Warschau, daß iM Zusammenhang mit der Er­ mordung des Chefs der Geheimpolizei Schulze 50 Legionäre verhaftet und im ganzen über 200 Personen festgenommen wurden. I j A« Salto. Die deutschen Kunstwerke gerettet. , l Wie das WTB. von zuverläsfiger Quelle erfährt, sind die sämtlichen in Sofia ausge­ stellt gewesenen deutschen Kunstwerke glücklich In Berlin wieder eingetroffen. i AlS AllMÄll. f ! Aust AWerAa. ' « Tie amerikanischen Blätter verlangen be­ dingungslose Uebergabe Deutschlands, soforti­ ge Niederlegung der Waffen, Auslieferung der Unterseeboote 'sowie der Hochseeflotte. Ver­ schiedene BWtter fordern auch Bestrafung der deutschen Taten. "Newyvrk World" sagt, der Uebergabe müsse die Bestrafung, die die Ge­ rechtigkeit verlangt, folgen. — "Tribune" führt Aurier |i t Alederbatzer». aus, der Sieg stelle nur ein Mittel dar zur Aufrichtung der Gerechtigkeit. ────────── Tages-Uebersicht. Hindenburgs Bertrane«. Generalfeldmar­ schall von Hindenburg hat aus ein Telegramm der Kriegstagung des Vereins Teutscher Stu­ denten den Absendern herzlich! für das fveundliche Gedenken gedankt und erklärt: Auch ich verwaue fest darauf, daß das deutsche Volk einig und opferfreudig zusammenstehen wird, wenn die Stunde es berlangt. GeneralfeldMarschall von Hindenburg. Abermalige Berschirüung der Reichstagssitznng. Mit Rücksicht daraus, daß der amt­ liche Text der Wilsonnote frühestens heute abend erwartet wird, ist die für morgen ge­ plante nächste Sitzung des Reichstags der "B. Z. )um) Mittag" zufolge wieder verschoben. Ein Zeitpunkt dafür, wann die nächste Sitzung statt* f finden soll, ist noch nicht festgesetzt. Wan nijmMt ' aber an, daß der Reichstag Montag oderTienstag zusammentreten wird. Tie Beratungen über die Note werden fortgesetzt. Eine ver­ bindliche Entscheidung kann jedoch! erst nachs dem Einweffen des amtlichen Textes erfolgen. Gestern sind General Ludendorff und der Chef des Admiralstabs der Marine, Admiral Scheer, hier eingetroffen. 1 Mordanschlag ans den Grase« Tisza. AM Mittwoch nachmittags wurde auf den Grafen Tisza, als er das Parlament in Budapest verließ, ein Revolverattentat verübt. Der Tä­ ter, ein junger Mensch, kam nicht dazu, seine Absicht auszuführen, da ihm der Revolver vom Chauffeur des Grafen und einigen Leuten, die unt das Auto herumstanden, aus der Hand ge­ schlagen wurde. Er gibt an, Leichner zu hei­ ßen und 23 Jahre alt zu sein. Er wollte den Grafen töten, weil er in ihm einen Friedens­ störer sieht. Gegen den Ministerpräsidenten Wekerle hartte et keinen Anschlag geplant, da er in Graus Tisza die leitende Persönlichkeit sieht. Keichchner wurde verhaftet. Kaiser Karls Manifest. Das Manifest des Kaisers Karl über die Föderaltsierung Oesterreichs wird für Donnerstag erwartet. In dieser Kundge­ bung wird der Kaiser sich für die Grundsätze der Föderalisierung aussprechen und gleichzeitig die Nati­ onen auffordern die Vorbereitungen für die Konsti­ tuierung der Föderativstaaten zu treffen. Den Na­ tionen Oestereichs soll das Recht eingeräumt werden sich in Anerkenntnis Ihres Selbstbestimmungsrechtes In ihren Siedelungsgebteten als selbständige Staaten zu konstituieren. Doch sollen in dem österreichischen Bundesstaats, der unter dem Szepter der Habs­ burger stehen solle, gewisse gemeinsame Angelegen­ heiten gemetnsambletben. Von der Bukowina wird nicht die Rede fein, da fie Gegenstand der Verhand­ lungen mit Ungarn sein soll. — Wie verlautet wird vorläufig an die Konstituierung von vier Staaten gedacht uns zwar eines deutsch österreichischen, eines tschechischen eines illarischen der die slavischen Telle der Steiermark, Istrien und Dalmatien umfassen soll sowie eines ukrainischen Bundesstaates auf dem Ge­ biet Ostgaliziens. Die rumänische Frage einer even­ tuellen Vereinigung Bosniens und der Herzegowina mit Kroatien und Slavonien bleiben vorläufig in der Schwebe, da diese Fragen in sehr wesentlichem Umfange die ungarischen Interessen berühren. Ebenso wird von einer Regelung der polnischen Frage im Rahmen eines künftige» Bundesstaates abgesehen, da sich die Krone damit abgefunden hat, da» polnische Gebiet Oesterreichs von dem Besitzstände des Hauses Habsburg-Lothringen abzuschreiben. Die Regie­ rung denkt sich die Konstttilierung der nationalen Versammlungen in der Weise, daß zunächst die Ver­ tretungen der einzelnen Völker im österreichischen i Abgeordnetenhaus? als Konfente sich konstituieren. Man nimmt an, daß das Manifest des Kaisers in einer gewissen Uebereinstimmung mit der zu erwar­ tende« WIsonrschrn Note steht und sieht in dem Entschluß der Bekanntgabe dleser Manifestes in die­ sem Augenblick einen neuen Beweis dafür daß dis Krone über die Stellung der Washingtoner Regie­ rung zu dem österreichischen Nationalitäten- Problem bereits unterrichtet fein dürst«. ────────── • @tübf, N*tgew Kbt München tirt Btztrage von ’IÖ Millionen Mark in Scheinen &u 5 und 10 Marl heraus. -»8 ^ f ^ Zilt. - - , - ■»- --— AUttWerische MriM v Eggtiffelve«, 15. Oktober. (Tiiebstahl.) Bei dem Bauern Heilmeier in Winiham wur­ de in vergangener Nacht ein ca. 1.5 Zentner eres Hhwein gestohlen. Die Diebe schlau­ es im Stall' und flohen dann mit ihrer Beute, .Won den Dieben fehlt jede Spur. Passau, >16. Oktober. (Der Passauer Bürgermeisterstreik) kam heute vor dem BerwaltungSgerichtshdf zur Entscheidung. Sie kautet: l.Dte Beschwerde des Stadtmagistrats Passau gegen ^n Beschkuß, der f. Regierung von Niedttvayern vom ‘11. Juli 1918, wonach für die gtbbt Passau an Stelle des bisherigen rechts­ kundigen ein bürgerlicher Bürgermeister'zu wäh­ len sei, wird verworfen, '2. Die Kosten des Verfahrens hat die Stadtgemeinde Passau zu trage«. — Der Wrchl eines bürgerlichen Bür­ germeisters, steht also Nichts mehr tm> Wege, ■HB ',>?»? " DieOesmihrichteik. ' Tch,uldienst, u Ditz VolksschuNchrer-, Mes­ ner- und Organistenstelle in Wetzelsberg, k. Diftriktsschullnspektion Mitterfeld II in Konzell, " üb k.''NoveMber 1918'erledigt. Endtag für "erVüügtzN:"'1'5. November IMS. — ────────── • @tübf, N*tgew Kbt München tirt Btztrage von ’IÖ Millionen Mark in Scheinen &u 5 und 10 Marl heraus. -»8 ^ f ^ Zilt. - - , - ■»- --— AUttWerische MriM v Eggtiffelve«, 15. Oktober. (Tiiebstahl.) Bei dem Bauern Heilmeier in Winiham wur­ de in vergangener Nacht ein ca. 1.5 Zentner eres Hhwein gestohlen. Die Diebe schlau­ es im Stall' und flohen dann mit ihrer Beute, .Won den Dieben fehlt jede Spur. Passau, >16. Oktober. (Der Passauer Bürgermeisterstreik) kam heute vor dem BerwaltungSgerichtshdf zur Entscheidung. Sie kautet: l.Dte Beschwerde des Stadtmagistrats Passau gegen ^n Beschkuß, der f. Regierung von Niedttvayern vom ‘11. Juli 1918, wonach für die gtbbt Passau an Stelle des bisherigen rechts­ kundigen ein bürgerlicher Bürgermeister'zu wäh­ len sei, wird verworfen, '2. Die Kosten des Verfahrens hat die Stadtgemeinde Passau zu trage«. — Der Wrchl eines bürgerlichen Bür­ germeisters, steht also Nichts mehr tm> Wege, ■HB ',>?»? " DieOesmihrichteik. ' Tch,uldienst, u Ditz VolksschuNchrer-, Mes­ ner- und Organistenstelle in Wetzelsberg, k. Diftriktsschullnspektion Mitterfeld II in Konzell, " üb k.''NoveMber 1918'erledigt. Endtag für "erVüügtzN:"'1'5. November IMS. — • @tübf, N*tgew Kbt München tirt Btztrage von ’IÖ Millionen Mark in Scheinen &u 5 und 10 Marl heraus. -»8 ^ f ^ Zilt. - - , - ■»- --— AUttWerische MriM v Eggtiffelve«, 15. Oktober. (Tiiebstahl.) Bei dem Bauern Heilmeier in Winiham wur­ de in vergangener Nacht ein ca. 1.5 Zentner eres Hhwein gestohlen. Die Diebe schlau­ es im Stall' und flohen dann mit ihrer Beute, .Won den Dieben fehlt jede Spur. Passau, >16. Oktober. (Der Passauer Bürgermeisterstreik) kam heute vor dem BerwaltungSgerichtshdf zur Entscheidung. Sie kautet: l.Dte Beschwerde des Stadtmagistrats Passau gegen ^n Beschkuß, der f. Regierung von Niedttvayern vom ‘11. Juli 1918, wonach für die gtbbt Passau an Stelle des bisherigen rechts­ kundigen ein bürgerlicher Bürgermeister'zu wäh­ len sei, wird verworfen, '2. Die Kosten des Verfahrens hat die Stadtgemeinde Passau zu trage«. — Der Wrchl eines bürgerlichen Bür­ germeisters, steht also Nichts mehr tm> Wege, ■HB ',>?»? " DieOesmihrichteik. ' Tch,uldienst, u Ditz VolksschuNchrer-, Mes­ ner- und Organistenstelle in Wetzelsberg, k. Diftriktsschullnspektion Mitterfeld II in Konzell, " üb k.''NoveMber 1918'erledigt. Endtag für "erVüügtzN:"'1'5. November IMS. — ────────── • @tübf, N*tgew Kbt München tirt Btztrage von ’IÖ Millionen Mark in Scheinen &u 5 und 10 Marl heraus. -»8 ^ f ^ Zilt. - - , - ■»- --— AUttWerische MriM v Eggtiffelve«, 15. Oktober. (Tiiebstahl.) Bei dem Bauern Heilmeier in Winiham wur­ de in vergangener Nacht ein ca. 1.5 Zentner eres Hhwein gestohlen. Die Diebe schlau­ es im Stall' und flohen dann mit ihrer Beute, .Won den Dieben fehlt jede Spur. Passau, >16. Oktober. (Der Passauer Bürgermeisterstreik) kam heute vor dem BerwaltungSgerichtshdf zur Entscheidung. Sie kautet: l.Dte Beschwerde des Stadtmagistrats Passau gegen ^n Beschkuß, der f. Regierung von Niedttvayern vom ‘11. Juli 1918, wonach für die gtbbt Passau an Stelle des bisherigen rechts­ kundigen ein bürgerlicher Bürgermeister'zu wäh­ len sei, wird verworfen, '2. Die Kosten des Verfahrens hat die Stadtgemeinde Passau zu trage«. — Der Wrchl eines bürgerlichen Bür­ germeisters, steht also Nichts mehr tm> Wege, ■HB ',>?»? " DieOesmihrichteik. 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Juli 1918, wonach für die gtbbt Passau an Stelle des bisherigen rechts­ kundigen ein bürgerlicher Bürgermeister'zu wäh­ len sei, wird verworfen, '2. Die Kosten des Verfahrens hat die Stadtgemeinde Passau zu trage«. — Der Wrchl eines bürgerlichen Bür­ germeisters, steht also Nichts mehr tm> Wege, ■HB ',>?»? " DieOesmihrichteik. ' Tch,uldienst, u Ditz VolksschuNchrer-, Mes­ ner- und Organistenstelle in Wetzelsberg, k. Diftriktsschullnspektion Mitterfeld II in Konzell, " üb k.''NoveMber 1918'erledigt. Endtag für "erVüügtzN:"'1'5. November IMS. — ────────── VemisW. Bilder von der Abwehrschlacht an der et Maas. v ^Bou l bet Westfront wird uns geschrieben: Drei Kilometer'vor mir to6f di» Schlacht. Es ist am Morgen, des 29? September. Die Amerikaner stür­ zen' M zum 'zwanzigsten Mal auf die deutschen Mgimrnter Beiderseits der Straße Naniillots-Cunel n#Ügf der Kampf. Der Hauptstoß de» Feindes wuchtet Men bett Wald von Cunel und brandet an der deutschen Heldrnmauer. Das Ringen ist oerzwetfrli.^ Kräfte, die kein Mensch zu ahnen wagt, »toben hier"äuSgrW. Hinten Stunden de» War­ tens." Die Hauptverkehrsadern sind voll Kolonnen. Ja Ächtest'Ketten schlangeln sie sich durch di« Gründe der'MeiindeL Front entgegen. MunittonSwagen Lastautos, Baikertn, Krankenwagen ln bunter Reche. Dazwischen marschierende Infanterie. Und auf der linken Hälfte der Chaussee bewegen sich dte gleichen Serpentinen in entgegengesetzter Richtung. Hin and wieder greift'rin feindliches Geschütz mit seinen Stahlkralle» auf die Hügel vor der Straße oder aufweckbretten Weg selbst, Opfer find dabei nicht zm vermeiden. Da tmb-bort stürzt ein Pferd zuftmtmet, finkt ein Fahrer blutend vom Sitz. Dann greifen blitzschnell hundert hilfreiche Hände hinzu. Gefahr ist defPkllfsteln ^A KämeradWft. Und hier finden sich die Märtyrer der Treue. Trotz aller Todesnot herrscht überall mustergültige Ordnung. Die gefaßte Ruhe jedes Einzelnen lst bewunderungs­ würdig und läßt das Herz wärmer werden in den Gedanken an diese braven Leute. Und unentwegt ziehen die beiden Kolonnenströme aneinander vorbei. Da kommen von vorn die erste» Verwundeten. Sie haben das Grauen dieses Morgens erlebt. Aber aus ihre» abgespannten Zügen leuchtet dankbare Freude und stille Zufriedenheit. Was sie in knappen, müden Worten erzählen, sind dte besten Zeugniffe für die deutschen Soldaten. Schon die Tatsache, daß sie Amerikanern gegenüberstehen, reizt ihren Kampf­ geist ganz besonders. Der neue Feind stürmt ohne Rücksicht auf irgendwelche Verluste an. Wo zehn fallen stehen sofort fünfzig andere. In dichte» Hau­ fen stürzt er sich in dte Schlacht. Die deutschen Infanteristen, ohne Erdloch, ohne Gräben auf nackten ebenem Felde liegend, lassen dar fürchterliche Trom­ melfeuer über sich ergehen. Und stehend, stethändig schießen sie in die amerikanischen Linien. Die Stritt» lerte fährt auf kahlen Hügel auf, ein Hauptmann manövriert mit seinen Geschützen todesmutig hin und her. Jede halbe Stunde wechselt er dte Stellung, läuft befehlend und helfend von Geschütz zu Geschütz und treibt Granaten hinaus, soviel die Rohre vermögen. Vorübergehend drückt der Gegner die deut­ sche« Linien etwas ein. Der Hauptmann läßt »kehrt" machen und bringt feine Batterie glücklich in Sicher­ heit. Und als eine halbe Stunde später die ein­ gesetzten Verstärkungen die Amerikaner wieder zurück­ schlagen, wirft er die Geschütze herum und sendet 800 m Entfernung blutiges Verderben in den zu­ rückflutenden Feind. — Auf der Sttaße nach Cunel rast ein Radfahrer Im Sperrfeuer dem Reglmentsgefechtsstand zu. Wichtige Meldung vom Batallwn. Mitten in feiner Fahrt bohrt sich knapp vor ihm ein schwerer Volltreffer in das irachende Pflaster und schleudert thu beiseite. Das Rad ist entzwei. In Kopf, Schulter und Bet» sitzen brennende Granatsplitter. Seine ganze Energie zusammen­ raffend, erreicht er durch das Getrommel zu Fuß seinen Regimentsstab und übergibt dar Schrei­ ben; dann sucht er den Hauptverbandsplatz ans. (r) Die "Heimatlosen in Frankreich. " Zu den vielen Sorgen, die der Weltkrieg den Franzosen auferlegt, machen sie sich nun auch noch von jenseits des Rheins befreien können. Alle Au­ dis, rote sie ihre Sprache von allen Emdnugimgeu genbltcke gibt es ein "moto creer", eim neu zu bildendes Wort, das ein gebräuchliches doeuffchen Ursprungs verdrängen soll, und besonders das 5 Journal des De­ büts betreibt diese Arbeit mit gvroßem Eifer. Jetzt sind es die "Heimatlosen", für böte eine französische Bezeichnung gefunden werden muß.. Es handelt sich um die Personen im internationalen Recht, die über­ haupt keine Nationalität haben, mal sie ihre ursprüng­ liche verloren haben, ohne eine neue erworben zu haben, der auch weil sie in eimem Lande geboren und, in dem die anfache Tatsache der Geburt nicht den dort Geborenen zusteht. Für diese Personen haben die Franzosen keine Bezeichnung, sondern wenhen das deutsche Wort "Heimatlose" an und nennen ihren Zustand "Heimatlosigkeit", Worte, die dos Journal des Debüts natürlich "ziemlich wenig elegant" findet Noch weniger elegant dürfte in jedem Falle, ane franösische Umformung des guten deutschen Wortes nt "te Hetmatlofat" fern. Ein Rechtsanwalt am Pariser Appellationsgerichtshof M. Caro hat nun den Vorschlag gemacht, die deutschen Worte durch "apatube" und "apattldic" zu ersetzen; de n dos naheliegende "ianf—patne hat denselben tadelnden Sinn wie unser deutsches .vaterlandslos" uns kann deshalb m dem einfachen juristische Srnn nicht flut gebraucht werden. ────────── Literarischer. "Die Plastik", illustrierte Zeitschrift für die gesamte Bildhauerei und Blldneret und ihre Be­ ziehungen zu Architektur und Kunstgewerbe. Heraus gegeben von Alex. Heilmeyer, Bildhauer und Knust fchrtststeller, München. Monatlich ein Heft mit acht jUmstdrucktafeln und einem Bogen Text. Preis vierteljährlich 3 Mark. Einzelnes Heft 1.20 Mari. Der Verlag von Gg. W. Callowey, München. Climen aas de« Publikum. (Di, Redaktts» übernimmt für Einsendungen unt« btejfi Rubrik dem Publ'kuin gegenüber keine Verantwortung.) Mehl statt Brot. Wir erhalten folgende Zuschrift: Ihre gestrige Notiz war uns aus dem Her­ zen gesprochen. Wir haben es in der letzten fleischlosen Woche empfunden, was es heißt, mit dem wenigen Mehl zwei Tage mehr hauszu­ halten. jTa blieben nur die Kartoffeln übrig. Mit Schrecken dachte wohl jede Hausfrau an die nächste fleischlose Woche. Es klang uns wie Erlösung, was Sie schrieben: Mehl statt Brot, ja, das wäre das einzig richtige, dann wäre uns Hausfrauen geholfen. Wir hoffen, dap, der Magistrat diesen berechtigten Wunsch dies­ mal erfüllen wird. ! i Mehrere Hausfrauen. ────────── —* Liberale Vereinigung LandsHut u. U. Morgen Samstag abends 8 Uhr jitnl Sterngarten Vortrag des Herrn MatthesPasjau Wer "Politik, Krieg, Frieden" mit an­ schließender freier Aussprache. Hierzu ist voll­ zähliges Erscheinen der Herren Mitglieder er­ wünscht. l t : 1 —* Falsche Gerüchte üb^er die Kriegsanleihen. jEs mehren sich! die Klagen, Latz. über die Kriegsanleihen falsche ungünstige Gerüchte verbreitet werden. Das geschieht vielfach zu dem Zwecke, unerfahrene Besitzer solcher Anlechen über den wahren Wert der Anleihen zu täuschen und so zum billigen Verlauf ihrer Stücke zu veranlassen, die dann von den Aufkäufern mit großem Gewinn an der Börse, bei der Reichsbank oder an Kriegsgewinnsteuerpflichtige weiterveräußert werden. Die Strafverfolgungsbehürden wurden angewie­ sen, gegen dieses gemeingefährliche Treiben, das nicht nur den Tatbestand des vollendeten oder versuchten Betrugs, sondern unter Umständen Buch den Tatbestand des Landesverrats begrün­ den kann, mit aller Entschiedenheit einzu­ schreiten. t ■ • i —* Entzogen wurde von der bayerische» Fleischversorgungsstelle deM Xaver Stanglmeier in Frontenhausen, B--IA. Vilsbiburg, wegen Schw arz schlachitung die Erlaubnis zuM Auf­ lauf von Schlachtvieh und zur Vermittlung ,sür Mutz- und Zuchtvieh für die Tauer des Krieges. —* Gänse und Enten. Herr Schlachthofdirektor Saurer wies in der letzten Magistrats­ fitz ung daraufhin, daß die baher. Fleischversor­ gungsstelle schon im Juli und August verfügt habe, daß der Verlaus von Gänsen und' Enten tootri Erzeuger, Züchter und Mäster an Private nicht Mehr gestattet sei und die Abgabe nur an ihre Bevollmächtigten zulässig sei, mit Aus­ nahme des Wochenmarktoerkeh rs. Tie Bayer, Fleischversorgungsstelle wollte dadurch den grojjen Städten den Gänse- und Entenbezug sichern. Neuerdings erging die Verfügung, daß, die bevollm. Händler und Ausläufer die von ihnen erworbenen Gänse und Enten der Bah Fleischversorgungsstelle, bezw. dem KommunalV erb and zur Verfügung zu stellen haben, in dem sie aufgekauft sind. Die Kommunaloerbände werden ersucht, die ihnen zugewiesenen Gänse und Enten in einer der.Allgemeinheit zugäng­ lichen Weise zu" verteilen. Tie hiesige Fleisch­ versorgungsstelle hat nun nachgesucht, auch einen Teil der Tn den KoMmunaloerbänden jLandshut-Land, Vilsbiburg und Rottenburg hierher zu überweisen. Tie baher. Fleifchver­ sorgungsstelle hat darauf hin angeordnet, daß die in Landshut-Land angekauften Gänse sämt­ liche hierher zu liefern sind. Außerdem wurde jcrls zulässig erklärt, daß aus dem Kommunalverband Landshut-Land die Erzeuger und Händ­ ler ihre Gänse auf den hiesigen "Wochenmarlt bringen dürfen. Als Abliefevungsort für hier angelieferte Gänse schlug der Herr Schlachthofdirektor den stöbt. Schlachthof vor, da dort die beste Konservierungsmöglichikeit vorhanden sei. Tiefe sei notwendig, weil auch! Gänse mit Eingeweiden angeliefert wertben können. PoM Schlachthof fall dis Ware ent­ weder an eine Verkaufsstelle oder zu den Händ­ lern gebracht werden. Allerdings wäre "bet direkte Verkauf auf dem Wochenmarkte vom Er­ zeuger an den Konsumenten der beste und bil­ ligste Weg, da jeder Zwischenhandel verteuert. Die Höchstpreise bewegen sich von 2.80 bis 4.25 Mark pro Pfund. Der Verkauf darf nur nach! Gewicht erfolgen. Herr M.-R. Gersten­ ecker ist gegen die Einlagerung der Gänse im Schlachthofe, wobei er auf München hinweist, bio im letzten Jahre tausende von Gänsen dadurch zugrunde gingen. Tie Anlieferung von Gänsen mit Eingeweiden sei ein gewaltiger Rückschritt, der von Norddeutschland zu uns gekommen ist, von der baher. Fleischversorgungsstelle aber nicht hätte übernommen werden sollen. Auch Herr Kohlndorfer sprach für offenen Handel chM Markte unter Einhaltung der Höchst­ preise. Die Haüptsache sei, daß Gänse herein­ kommen. Lieber soll» den Händlern ein klei­ ner Nutzen zugebilligt werden, was Man bei Lebensmitteln, die schnell verderben und daher dem Händler ein starkes Ristko bringen, ruhig tun kann. Heer Schlachthofdirektor Saure« be­ tonte, daß. es,stich Det den in Wischen verdorbe­ nen Gänsen um Gefrierware.handelte. .Herr M>N. Gerstenecker regte an, es solle bekannt gemacht werden, daß, die Erzeuger ihre Gänse und Enten auf dem Wochenmarkt bringen dür­ fen, während Herr FÄrstl anregte, zur Ausschaltung der auswärtigen Hamster von den Käufern die Vorzeigung der hiesigen Brotkarte zu verlangen, zu welchem Behufe Herr Bür­ germeister Dr. Herterich strengste Ueberwachung des Marktes zusicherte. i —* Für die Flei schzuweisung an bk Wirte sollte die Gastwirteinnung eine Kommis­ sion bilden, welche die Einschätzung der einzel­ nen Wirtschaften übernehmen sollte. Diese Kommission hat aber ihre Tätigkeit nieder­ gelegt, weil ihre Mitglieder sonst zu großen Angrifsen von ihren Kollegen ausgesetzt.ge­ wesen wäre. Infolgedessen habe die stäüt, Fleischverteilungsstelle, wie Herr Bürgermeister Dr. Herterich in der letzten Magistratssitzung meinte, die Einschätzung der Wirtschaften selbst vorzunehmen und auch! die Vorwürfe einzu­ stecken. Der Vorstand der Wirteinnung, Herr Haider, beantragte, um einen Uebergang zu finden, den Wirten in hpn ersten zwei, Wochen pro ständigen Gast statt 180 Gramm 300 Gr. Fleisch zuzuweisen. Aus dem Ueberschutz müsse jeder Wirt in der Lage sein, auch für die fteMden und zufälligen Gäste den Fleischbedarf zu bestreiten. In der Folge soll jeder Wirt sein Fleisch! nach den abgelieferten Marken plus 10 Prozent erhallen. Sollte ein Wirt unver­ hältnismäßig viel Fleischmarken abliefern, solle die Sache der Wirtevereinigung gemeldet wer­ den, welche dann Bereit ist, ein Gutachten ab­ zugeben, damit nicht einzelne Wirte durch Warkenhamstern eine Schmutzkonkurrenz aufmachen Wunen. Herr Schlach thofdi rekto r Saurer be­ tonte, dgß bereits verschiedene Arten der Re­ gelung des Fleischbezuges der Wirte versucht worden sind. Es sei schwer, einen Ausgleich zu ftnden, da die Verhältnisse verschieden feien. Manche Wirte haben viele Stammgäste, andere Meist nur Passanten. Er glaube audj:, daß der jetzige Vorschlag zu Gegenströmungen führen werde. Er stelle den Antrag, es sollen die Wirte für ihre ständigen Gäste aus Grund einer zu erstellenden Liste dieser Gäste, die bei, den Wirten ihre Stammkarte haben, beMesert wer­ den. Für die Passanten soll eine ^Kommission die Bettiebö einschätzen. Es solle aaber wenig­ stens einmal ein endgültiger Beschhluß gefaßt werden. Herr Bürgermeister Dr. Herterich! Meinte, das letztere wäre ihm am liebsten, denn er habe die Sachen immer wieder .zu bearbei­ ten. Mit einer Kommission sei nichts zu er­ reichen, denn eine solche war schon da. Man solle einen Versuch! mit dem Antrag der Gast­ wirtevereinigung Machen. Herr M.-R. Wicklmahr ist für den Antrag Saurer, weil der Wirteanttag nur die Gäste, aber nicht die Pas­ santen berücksichtige. Der Herr Schlachthof­ direktor weist noch! darauf hin, daß bei einer schlechteren Belieferung vielleicht eine Kürzung der Fleischratton eintreten Müsse. Er möchte nicht haben, daß dann die Bevölkerung zu­ gunsten der Wirte benachteiligt werde. Aer Herr Bürgermeister erklärte, es müsse' selbst­ verständlich, Grundsatz sein, daß eine Beliefer­ ung der Wirtschaften erst erfolgen kann, wenn die Stadtbevülkerung selbst beliefert ist. Das werden auch die Wirte selbst nicht wollen, denn sonst Müßten sie ja eine Glasscherbenversicher­ ung eingehen. 'Ter Magistrat beschließt hier­ auf, den Fleischbezug per Wirte nach Dem Anttage der Wittevereinigung zu regeln. Sport. Hockey-Wettspiel. Das am Sonntag zwi­ schen der 1. kombinierten Mannschaft des Turn­ vereins Jahn-München (baher. Hockey-Meister) und der 1. Mannschaft des Landshuter HockeyKlubs ausgetragene Wettspiel nahm den vor­ ausgesagten spannenden Verlauf und endete pttt nur knappem Siege der Münchner mit 3 :1, Halbzeit 1: Oj zudem muß von den 3 Toren eins als ungültig angesehen werden, da es durch .Abseits" fiel. Die Münchner Mannschaft spiel­ te blendend, Stocksicherheit und Kombination suchen ihresgleichen. Ein Sttafbullh in der ersten Halbzeit konnte von dem Jnternattvnalen Mister nicht verwandeü werden. Auch die ────────── es nicht zum.Wahnsinnigwerden?" unterbrach er sich, wild. ^,Wer ist der Schuft, der dich! mir genommen?" f- > ff "Jens Jürgen hat Mich gefreit," sagte die blonde Merret stolz, und ihre großen grauen Augen strahlten aus. i ‘ "Jens Jürgen!" Ditlef lachte höhnisch. "Also der! Das sieht ihm «hNlichj! Warum nahmst du ihn?" fragte er wild zu Mertzet tretend, als wollte er sie mit seinen Blicken er­ schlagen. "Weil ich ihn liebe!" gab Merret kalt zurück. "Du lügst!" Es war die helle, klare Stim­ me der jungen Schwester, die zu Merret sprach. "Glaube ihr nicht, Merret opferte sich für uns!" "Schweig!" herrschte das bleich! gewordene, junge Weib die Schwester an, die mit aus dem' Rücken gekreuzten Händen herausfordernd an der Schiebetür der breiten Bettspond lehnte, welche die ganze Wand der alten Friesenstube einnahm. "Wirst du schweigen, Jnken, denk an den Vater!" s "Ach was!" gab Jnken trotzig zurück und warf die blonden Flechten, die auf ihrer Brust über der weißen Bosuntje lagen, über di« Schulter, "einmal muß es doch gesagt werden, unb der Vater weiß es längst. Damals, Eitles, als du so lange schwiegst, als keine Zeile von dir nach Sylt kam, als Merret und auch, wir glaubten, du hättest uns vergessen, wenn du nicht gestorben, da war die Mutter krank, Ditles!" ' i • 11 "Tie Mutter!" entgegnete Ditlef Sköven und strich mit der breiten Hand über die breite eckige Stirn, über die sich! soeben noch ein flam­ mend roter Zornesstreifen zog, der jetzt lang­ sam verblaßte. "Die Mutter! Ich. sehe sie nicht, die Mutter!" I "Sie ist von uns gegangen, Ditlef," ent­ gegnete Jnken leise, während Pidder Bootje sich! vernehmlich schneuzte und das blaugemusterte Taschentuch dann zornig in die Tasche seines Rockes versenfte, damit niemand die Tränen sah, die in seinen alten Augen standen. > "Jahr und Tag war sie krank," berichtete Jnken weiter, "und als Merret aus Hamburg, heimkehrte, wo sie in der Pension viele schöne Dinge gelernt, die wir nicht verstehen, da rang sie verzweifelt die Hände über unser armse­ liges Leben!" , i "Und nahm den reichen Mann!" ergänzte I ' Ditlef bitter, "und brach dem anderen bte ] Treue." Fast wie Hohn legte es sich, um Siet# reis Lippen, aber sie sprach! kein Wort. Rur ihre großen Augen hielt sie fast drohend auf Ditlef gerichtet. j ' "Sei nicht hart, Ditlef, mein Junge," sagte Pidder Bootje, "sei nicht hart mit He tret, sie hat es nicht um uns verdient." "Laß doch., Vater," wehrte Jnken und reckte die jungen Glieder fast wild eMpor. "Er hat ganz recht. Merret nahm den reichen Mann, weil ihr der andere die Tveue brach! und weil sie nicht wollte, daß ihre Mutter Hungers starb und ihr alter, gebrechlicher Vate» zu­ grunde ging. Für uns ivurde sie Jens Jür­ gens Weib, für uns, Ditlef Stöben, so und nun richte sie." Stolz aufgereckt, die grauen Augen" wie dunkle Flammen leuchtend, stand das blonde Friefenklnd vor betn buntetgebväunten Manne. Furchtlos sah sie in die'zornfunkelnden brau­ nen Augen. Die jungen Glieder bebten in heißer Leidenschaft, und die roten Lippen zit­ terten wie in unterdrücktem Weinen. (Fortsetzung folgt.) ────────── nen Gänsen um Gefrierware.handelte. .Herr M>N. Gerstenecker regte an, es solle bekannt gemacht werden, daß, die Erzeuger ihre Gänse und Enten auf dem Wochenmarkt bringen dür­ fen, während Herr FÄrstl anregte, zur Ausschaltung der auswärtigen Hamster von den Käufern die Vorzeigung der hiesigen Brotkarte zu verlangen, zu welchem Behufe Herr Bür­ germeister Dr. Herterich strengste Ueberwachung des Marktes zusicherte. i —* Für die Flei schzuweisung an bk Wirte sollte die Gastwirteinnung eine Kommis­ sion bilden, welche die Einschätzung der einzel­ nen Wirtschaften übernehmen sollte. Diese Kommission hat aber ihre Tätigkeit nieder­ gelegt, weil ihre Mitglieder sonst zu großen Angrifsen von ihren Kollegen ausgesetzt.ge­ wesen wäre. Infolgedessen habe die stäüt, Fleischverteilungsstelle, wie Herr Bürgermeister Dr. Herterich in der letzten Magistratssitzung meinte, die Einschätzung der Wirtschaften selbst vorzunehmen und auch! die Vorwürfe einzu­ stecken. Der Vorstand der Wirteinnung, Herr Haider, beantragte, um einen Uebergang zu finden, den Wirten in hpn ersten zwei, Wochen pro ständigen Gast statt 180 Gramm 300 Gr. Fleisch zuzuweisen. Aus dem Ueberschutz müsse jeder Wirt in der Lage sein, auch für die fteMden und zufälligen Gäste den Fleischbedarf zu bestreiten. In der Folge soll jeder Wirt sein Fleisch! nach den abgelieferten Marken plus 10 Prozent erhallen. Sollte ein Wirt unver­ hältnismäßig viel Fleischmarken abliefern, solle die Sache der Wirtevereinigung gemeldet wer­ den, welche dann Bereit ist, ein Gutachten ab­ zugeben, damit nicht einzelne Wirte durch Warkenhamstern eine Schmutzkonkurrenz aufmachen Wunen. Herr Schlach thofdi rekto r Saurer be­ tonte, dgß bereits verschiedene Arten der Re­ gelung des Fleischbezuges der Wirte versucht worden sind. Es sei schwer, einen Ausgleich zu ftnden, da die Verhältnisse verschieden feien. Manche Wirte haben viele Stammgäste, andere Meist nur Passanten. Er glaube audj:, daß der jetzige Vorschlag zu Gegenströmungen führen werde. Er stelle den Antrag, es sollen die Wirte für ihre ständigen Gäste aus Grund einer zu erstellenden Liste dieser Gäste, die bei, den Wirten ihre Stammkarte haben, beMesert wer­ den. Für die Passanten soll eine ^Kommission die Bettiebö einschätzen. Es solle aaber wenig­ stens einmal ein endgültiger Beschhluß gefaßt werden. Herr Bürgermeister Dr. Herterich! Meinte, das letztere wäre ihm am liebsten, denn er habe die Sachen immer wieder .zu bearbei­ ten. Mit einer Kommission sei nichts zu er­ reichen, denn eine solche war schon da. Man solle einen Versuch! mit dem Antrag der Gast­ wirtevereinigung Machen. Herr M.-R. Wicklmahr ist für den Antrag Saurer, weil der Wirteanttag nur die Gäste, aber nicht die Pas­ santen berücksichtige. Der Herr Schlachthof­ direktor weist noch! darauf hin, daß bei einer schlechteren Belieferung vielleicht eine Kürzung der Fleischratton eintreten Müsse. Er möchte nicht haben, daß dann die Bevölkerung zu­ gunsten der Wirte benachteiligt werde. Aer Herr Bürgermeister erklärte, es müsse' selbst­ verständlich, Grundsatz sein, daß eine Beliefer­ ung der Wirtschaften erst erfolgen kann, wenn die Stadtbevülkerung selbst beliefert ist. Das werden auch die Wirte selbst nicht wollen, denn sonst Müßten sie ja eine Glasscherbenversicher­ ung eingehen. 'Ter Magistrat beschließt hier­ auf, den Fleischbezug per Wirte nach Dem Anttage der Wittevereinigung zu regeln. Sport. Hockey-Wettspiel. Das am Sonntag zwi­ schen der 1. kombinierten Mannschaft des Turn­ vereins Jahn-München (baher. Hockey-Meister) und der 1. Mannschaft des Landshuter HockeyKlubs ausgetragene Wettspiel nahm den vor­ ausgesagten spannenden Verlauf und endete pttt nur knappem Siege der Münchner mit 3 :1, Halbzeit 1: Oj zudem muß von den 3 Toren eins als ungültig angesehen werden, da es durch .Abseits" fiel. Die Münchner Mannschaft spiel­ te blendend, Stocksicherheit und Kombination suchen ihresgleichen. Ein Sttafbullh in der ersten Halbzeit konnte von dem Jnternattvnalen Mister nicht verwandeü werden. Auch die nen Gänsen um Gefrierware.handelte. .Herr M>N. Gerstenecker regte an, es solle bekannt gemacht werden, daß, die Erzeuger ihre Gänse und Enten auf dem Wochenmarkt bringen dür­ fen, während Herr FÄrstl anregte, zur Ausschaltung der auswärtigen Hamster von den Käufern die Vorzeigung der hiesigen Brotkarte zu verlangen, zu welchem Behufe Herr Bür­ germeister Dr. Herterich strengste Ueberwachung des Marktes zusicherte. i —* Für die Flei schzuweisung an bk Wirte sollte die Gastwirteinnung eine Kommis­ sion bilden, welche die Einschätzung der einzel­ nen Wirtschaften übernehmen sollte. Diese Kommission hat aber ihre Tätigkeit nieder­ gelegt, weil ihre Mitglieder sonst zu großen Angrifsen von ihren Kollegen ausgesetzt.ge­ wesen wäre. Infolgedessen habe die stäüt, Fleischverteilungsstelle, wie Herr Bürgermeister Dr. Herterich in der letzten Magistratssitzung meinte, die Einschätzung der Wirtschaften selbst vorzunehmen und auch! die Vorwürfe einzu­ stecken. Der Vorstand der Wirteinnung, Herr Haider, beantragte, um einen Uebergang zu finden, den Wirten in hpn ersten zwei, Wochen pro ständigen Gast statt 180 Gramm 300 Gr. Fleisch zuzuweisen. Aus dem Ueberschutz müsse jeder Wirt in der Lage sein, auch für die fteMden und zufälligen Gäste den Fleischbedarf zu bestreiten. In der Folge soll jeder Wirt sein Fleisch! nach den abgelieferten Marken plus 10 Prozent erhallen. Sollte ein Wirt unver­ hältnismäßig viel Fleischmarken abliefern, solle die Sache der Wirtevereinigung gemeldet wer­ den, welche dann Bereit ist, ein Gutachten ab­ zugeben, damit nicht einzelne Wirte durch Warkenhamstern eine Schmutzkonkurrenz aufmachen Wunen. Herr Schlach thofdi rekto r Saurer be­ tonte, dgß bereits verschiedene Arten der Re­ gelung des Fleischbezuges der Wirte versucht worden sind. Es sei schwer, einen Ausgleich zu ftnden, da die Verhältnisse verschieden feien. Manche Wirte haben viele Stammgäste, andere Meist nur Passanten. Er glaube audj:, daß der jetzige Vorschlag zu Gegenströmungen führen werde. Er stelle den Antrag, es sollen die Wirte für ihre ständigen Gäste aus Grund einer zu erstellenden Liste dieser Gäste, die bei, den Wirten ihre Stammkarte haben, beMesert wer­ den. Für die Passanten soll eine ^Kommission die Bettiebö einschätzen. Es solle aaber wenig­ stens einmal ein endgültiger Beschhluß gefaßt werden. Herr Bürgermeister Dr. Herterich! Meinte, das letztere wäre ihm am liebsten, denn er habe die Sachen immer wieder .zu bearbei­ ten. Mit einer Kommission sei nichts zu er­ reichen, denn eine solche war schon da. Man solle einen Versuch! mit dem Antrag der Gast­ wirtevereinigung Machen. Herr M.-R. Wicklmahr ist für den Antrag Saurer, weil der Wirteanttag nur die Gäste, aber nicht die Pas­ santen berücksichtige. Der Herr Schlachthof­ direktor weist noch! darauf hin, daß bei einer schlechteren Belieferung vielleicht eine Kürzung der Fleischratton eintreten Müsse. Er möchte nicht haben, daß dann die Bevölkerung zu­ gunsten der Wirte benachteiligt werde. Aer Herr Bürgermeister erklärte, es müsse' selbst­ verständlich, Grundsatz sein, daß eine Beliefer­ ung der Wirtschaften erst erfolgen kann, wenn die Stadtbevülkerung selbst beliefert ist. Das werden auch die Wirte selbst nicht wollen, denn sonst Müßten sie ja eine Glasscherbenversicher­ ung eingehen. 'Ter Magistrat beschließt hier­ auf, den Fleischbezug per Wirte nach Dem Anttage der Wittevereinigung zu regeln. Sport. Hockey-Wettspiel. Das am Sonntag zwi­ schen der 1. kombinierten Mannschaft des Turn­ vereins Jahn-München (baher. Hockey-Meister) und der 1. Mannschaft des Landshuter HockeyKlubs ausgetragene Wettspiel nahm den vor­ ausgesagten spannenden Verlauf und endete pttt nur knappem Siege der Münchner mit 3 :1, Halbzeit 1: Oj zudem muß von den 3 Toren eins als ungültig angesehen werden, da es durch .Abseits" fiel. Die Münchner Mannschaft spiel­ te blendend, Stocksicherheit und Kombination suchen ihresgleichen. Ein Sttafbullh in der ersten Halbzeit konnte von dem Jnternattvnalen Mister nicht verwandeü werden. Auch die Damen zeigten ein in jeder Hinsicht erstklassi­ ges Spiel. Die Landshuter > sah man im ge­ wohnten schneidigen frischen Drausgehen. Tie Verteidigung arbeitete musterhaft. ttm Posten Die Beratung der Antwort. 1 > Berlin, 17. Oktober. Heute vormittags ist das sogenannte Kttegskabinett unter dem Vorsitz des Reichskanzlers zu einer Beratung der Wilsonnote zusaMmengetteten und hat auch Mitteilungen von hoher militärischer Seite ent­ gegengenommen. Die Antwort wird heute noch nicht fertiggestellt werden. Auch der Bundesratsausschuß für auswärtige Angelegenheiten und führende Persönlichkeiten des Reichstags sollen gefragt werden, i ; 1 Berlin, 17. Oktober. JHi Laufe des Tages haben mehrfach Bängere Beratungen über die Wilson-Note und ihre Beantwortung statt­ gefunden. Auch die militärischen Stellen sind dabei ausgiebig gehört worden. Ebenso hängt die Ankunft des Chefs des AdMiralstabes der Mattne, AdMiral Scheer, aus dem Großen Hauptquartier damit zusammen. Ob die Ant­ wort auf die Note bereits feststeht, ist noch nicht bekannt. i . c \ I 1 ^ 1 Die "Münch. Augsb. Abendztg." schreibt: Ueber den mutmaßlichen Inhalt der deutschen Antwort aus Wilsons Note verlautet: Die Reichsregierung wird i!m Hinblick auf die Not­ wendigkeit eines allgemeinen Weltfriedens die Türe nicht zuschlagen, sondern den Versuch! Ma­ chen, auf die unsachliche Note Wilsons sachlich! zu antworten, indem auf die Aufhebung des Paragraphen 11 der Reichsverfassung verwie­ sen werden soll, Um darzutun, daß Regierung und Volksverttetung auch verfassungsmäßig in der Lage sind, über Ktteg oder Frieden entschei­ den zu Wunen. Gleichzetttg aber soll die Ant­ wort keinen Zweifel darüber lassen, daß, wenn Wilson sich zu einem Gewaltfrieden bekennen würde, das deutsche Voll in allen seinen Tellen die Entscheidung dem Schwerte anvertrauen Müßte, wie auch das Ende sei. r . ! 1 Mu Manifest Kaiser Karls. i Wien, 17. Oktober. Eine Sonderausga­ be der "Wiener Zeitung" verösientlicht ein Al­ lerhöchstes Manifest, wonach. Oesterreich! dem Willen seiner Völker gemäß zu einem Bundes­ staat werden soll, in welchem jeder Bollsstamm auf seinem Siedelungsgebiet sein eigenes Staats­ gemeinwesen bildet. Dem Behältnis der pol­ nischen Gebiete Oesterreichs mit dem unabhän­ gigen Polenstaate wird hierdurch in keiner Weise vorgegriffen. Me Stadt Tttest samt ihrem Gebiete nimmt eine Sonderstellung ein. Die Jntegtttät der Länder der ungattschen Krone werden in keiner Weise berührt. Die Völker sollen an dem großen Werke durch! Nattonalräte mitwirken — gebildet aus den Reichs­ räten und Abgeordneten jeder Natton — welche die Interessen der Völler zueinander, sowie iM Verkehr mit der Regierung zur Geltung bringen sollen. Das Manifest schließt: So mö­ ge unser Vaterland, gefestigt durch! die Ein­ tracht der Stationen, die es umschließt» als dundestreue Völler aus den Stürmen hervor­ gehen. Der ^egen des Allmächtigen sei über unserer Arbeit, damit das große Friedenswerk, das wir errichten, das Glück aller meiner Völ­ ker bedeute. , 1 , Aufregung in London, i London, 17. Oktober. (Reuter.) Infol­ ge von Gerüchten über eine Kapitulation Deutschlands herrschte gestern abends in Lon­ don eine erregte Stimmung. Die Abendblät­ ter wurden haufenweise gekauft. Tie Tatsache, daß die Reichstagssitzung verschoben worden ist, sowie der bedrohliche Aufmarsch der Alliierten in Flandern ließen allgemein dem Glauben Eingang finden, daß Deutschland Wllsons Be­ dingungen annehmen würde. Das amtliche DeMentt, das spät abends bekannt wurde, mäßigte die rEregung. Die Zeitungen melden, daß in unterrichteten Kreisen die Meinung vorherr­ sche, daß es nicht wahrscheinlich ist, daß die Mit-> felmächte jetzt vollkommen kapitulieren werden. Sie werden vielmehr Anen weiteren Versuch! Machen, die Bedingungen abzuändern. . ' 4 ────────── Letzte Posten. Die Beratung der Antwort. 1 > Berlin, 17. Oktober. Heute vormittags ist das sogenannte Kttegskabinett unter dem Vorsitz des Reichskanzlers zu einer Beratung der Wilsonnote zusaMmengetteten und hat auch Mitteilungen von hoher militärischer Seite ent­ gegengenommen. Die Antwort wird heute noch nicht fertiggestellt werden. Auch der Bundesratsausschuß für auswärtige Angelegenheiten und führende Persönlichkeiten des Reichstags sollen gefragt werden, i ; 1 Berlin, 17. Oktober. JHi Laufe des Tages haben mehrfach Bängere Beratungen über die Wilson-Note und ihre Beantwortung statt­ gefunden. Auch die militärischen Stellen sind dabei ausgiebig gehört worden. Ebenso hängt die Ankunft des Chefs des AdMiralstabes der Mattne, AdMiral Scheer, aus dem Großen Hauptquartier damit zusammen. Ob die Ant­ wort auf die Note bereits feststeht, ist noch nicht bekannt. i . c \ I 1 ^ 1 Die "Münch. Augsb. Abendztg." schreibt: Ueber den mutmaßlichen Inhalt der deutschen Antwort aus Wilsons Note verlautet: Die Reichsregierung wird i!m Hinblick auf die Not­ wendigkeit eines allgemeinen Weltfriedens die Türe nicht zuschlagen, sondern den Versuch! Ma­ chen, auf die unsachliche Note Wilsons sachlich! zu antworten, indem auf die Aufhebung des Paragraphen 11 der Reichsverfassung verwie­ sen werden soll, Um darzutun, daß Regierung und Volksverttetung auch verfassungsmäßig in der Lage sind, über Ktteg oder Frieden entschei­ den zu Wunen. Gleichzetttg aber soll die Ant­ wort keinen Zweifel darüber lassen, daß, wenn Wilson sich zu einem Gewaltfrieden bekennen würde, das deutsche Voll in allen seinen Tellen die Entscheidung dem Schwerte anvertrauen Müßte, wie auch das Ende sei. r . ! 1 Mu Manifest Kaiser Karls. i Wien, 17. Oktober. Eine Sonderausga­ be der "Wiener Zeitung" verösientlicht ein Al­ lerhöchstes Manifest, wonach. Oesterreich! dem Willen seiner Völker gemäß zu einem Bundes­ staat werden soll, in welchem jeder Bollsstamm auf seinem Siedelungsgebiet sein eigenes Staats­ gemeinwesen bildet. Dem Behältnis der pol­ nischen Gebiete Oesterreichs mit dem unabhän­ gigen Polenstaate wird hierdurch in keiner Weise vorgegriffen. Me Stadt Tttest samt ihrem Gebiete nimmt eine Sonderstellung ein. Die Jntegtttät der Länder der ungattschen Krone werden in keiner Weise berührt. Die Völker sollen an dem großen Werke durch! Nattonalräte mitwirken — gebildet aus den Reichs­ räten und Abgeordneten jeder Natton — welche die Interessen der Völler zueinander, sowie iM Verkehr mit der Regierung zur Geltung bringen sollen. Das Manifest schließt: So mö­ ge unser Vaterland, gefestigt durch! die Ein­ tracht der Stationen, die es umschließt» als dundestreue Völler aus den Stürmen hervor­ gehen. Der ^egen des Allmächtigen sei über unserer Arbeit, damit das große Friedenswerk, das wir errichten, das Glück aller meiner Völ­ ker bedeute. , 1 , Aufregung in London, i London, 17. Oktober. (Reuter.) Infol­ ge von Gerüchten über eine Kapitulation Deutschlands herrschte gestern abends in Lon­ don eine erregte Stimmung. Die Abendblät­ ter wurden haufenweise gekauft. Tie Tatsache, daß die Reichstagssitzung verschoben worden ist, sowie der bedrohliche Aufmarsch der Alliierten in Flandern ließen allgemein dem Glauben Eingang finden, daß Deutschland Wllsons Be­ dingungen annehmen würde. Das amtliche DeMentt, das spät abends bekannt wurde, mäßigte die rEregung. Die Zeitungen melden, daß in unterrichteten Kreisen die Meinung vorherr­ sche, daß es nicht wahrscheinlich ist, daß die Mit-> felmächte jetzt vollkommen kapitulieren werden. Sie werden vielmehr Anen weiteren Versuch! Machen, die Bedingungen abzuändern. . ' 4