Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-10-21. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 288, 1918-10-21. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Nordöstlich bort Kortrik warfen wir Teile des Gegners, die sich seit den letzten Kämpfen noch aus dem Ost­ user der Lhs hielten, über den Fluß zurück. — Südwestlich von Kortrik wurden Uebertzangsversuche vereitelt. Oestlich von Lille und Touai war der Feind gestern bis zur Linie Aseq— Templeuve—Flines—Marquette gefolgt. Zwischen Le Cateau und der Oise dauerten Die heftigen Angriffe des Gegners an. Südöstlich von Le Cateau drang er bis Bazuel, im Walde von Audigny bis an den Südrand von Wasfigny vor. An der übrigen breiten Angriffssront ist der Ansturm des Feindes vor und in unseren vordersten Linien gescheitert. Bazuel wurde im Sturm wieder genommen .Tie bei und südlich! von Aisonville kämpfenden Truppen schlugen auch gestern alle Angriffe des Feindes ab. In den Abendstunden und während der Nacht setzten wir hier unsere Linien vom Gegner ab. An der Oise sind bet, und nörd­ lich, von Origny erneute Angriffe des Feindes gescheitert. I I An der Aisne setzte der Feind seine Angrises bis Olizh und Grandpre fort und dehnte sie über Vouziers nach, Norden bis zur Qitcq aus. Per Bandy und bei Falaise s atzte er auf dem östlichen Arvneufer Fuß. Setne Versuche, unter starkem Feuerschutz au^ den Höhen östlich der Aisne weiter vorzudringen, wurden durch Gegenstöße vereitelt. Zwischen Olizh unv Grandpre sind erneute Angriffe französischer und amerikanischer Divisionen vor unseren Li­ nien gescheitert. Beiderseits der Maas verlief der Tag bei Störungsseuer und kleineren Jnsanteriegesechten. Der 1. Teneralquartier meiste 8»beabotff. WTB. Berlin, den 19. Oktober. Amt­ licher Abendbericht: , Zn Flandern und aus den Schlachtfeldern zwischen Le Cateau und der Oise ruhigerTag. Nördlich Laon scheiterten feindlichst Angriffe. Nordöstliche Vouziers setzten sich Teile desFeindes, aus dem östlichen Aisneuser. fest. Von der Maas nichts Neues. 1 r 1 ; WTB Berlin , den 20. Oktober 1918. Großes Hauptquartier. Westlicher Kriegsschauplatz. Jn Flandern haben wir in Fortführung der ßxn 18.ds. gemeldeten BewegungenBrügge, Thielt und Kortrhk geräumt und neue Stellun­ gen bezogen. Vor diesen fanden lebhafte VorseldSämpse statt. Am Abend stand der Feind südöstlich von Shuis an der belgisch-holMndüschen Grenze westlich! von Maldegem-Ursel. Bei. ißoefe und Markegen, nordöstlich von Kvrttyk stieß, er mit Teilen über die Lhs vor. Südlich von Kortrhk hatte er die Straße 'Korivhk— Tournai erreicht und war beiderseits vonTouai bis östlich von Linie Orchies—Marttsennes ge­ folgt. I ( 1 , An der Schlachtsront zwifsHen Le Cateau. und der Dise trat gestern eine Kampfpause ein. An unserer neuen Linie am Sembre-OiseKanal und an der Oise stehen wiir in Gesechtssühlung mit dem Gegner. Der Se rre- und Sou« .chez-Ab schnitt war tagsüber das Ziel starkes feindlicher Angriffe. Der nordöstlich, von La Fere aus dem nördlichen Serrtzus^r zum Angvisss vorbrechende Feind wurde im «..euer und im Nahkampfe obgetoiefen. Ebensso scheiterten südlich von Creph mit starken Krrästen geführte "Angriffe im Gegenstoß, stich sischMr Bataillone. An der Straße Laon—Maarle faßte dev Gegner in kleinen Teilen unsercer Stellungen Fuß. Beiderseits der Souchez-Nstederung wurde er nach heftigem Kampfe abgewiesen. Auch! aus dem Norduser der Aisne griff der Feind nach starker Arttllerievorbereitung an und drängte nordöstlich von Germainmvnt unsere vorderen Posten etwas zurück. An der Aisnesront zwi­ schen Attignh.und Olizh nimmt die Gesechtstätigkeit des Gegners zu. Beiderseits von Vouzier setzte er sich bei, erneuten Angriffen aus den Höhen am östlichen Aisneuser fest. Der Kommandeur der 199. Ins.-Division Generalleutnant von Puttkammer brachte durch, persönljcheS Eingreifen den feindlichen Angriff aus ben östlich, von Vaudh zum Stehen. Zwischen Olizh und Grandpre wiesen lothriw gische, schleswig-holsteinisjhe Regimenter und Zägerbataillone erneute heftige Angriffe des Gegners vor unseren Linien ab. 1 I Aus beiden Maasusern blieb die GefechtsI tätigkeit auch, gestern aus Störungsfeuer bej, schränkt. i i / , [ | , Südöstlicher Kriegsschauplatz: i I ' Am Buköwik, nordwestlich von Alexinae ' wurden feindliche Angriffe abgewiesen. Zafetschar im Timoktal wurde vom Gegner besetzt. Der 1. AeMrätgurrtiseme-iMr-i ^sbceboeff. 1 WTB. »Berlin, 20. Oktober. Amtlicher Abendbericht: j 1 , Oestlich von Korsyk dauern heftige Kämpfe an. Beiderseits von Solesmes und le Cateau sind auf breiter Front starke Angriffe des Feindes gescheitert, Erfolgreiche Teilkämpfe im Serresabschnitt und aus den Höhen westlich der Aisne. Oestlich! von Vouziers wurden feindliche Angriffe abgewiesen. ; Der deutsche Bericht. Staatssekretär Scheidemannüb. die Kriegsanleihe: Seid pflichtbewußt! Helft unserem Lande! Gedenket der Soldaten und ihrer Familien! Wer Geld hat, der zeichne! Es ist kein Opfer, sein Geld mündelsicher zu fürs Prozent anzulegen. ────────── Der österr.-ung. Bericht. 1 WTB. Wien, den 19. Oktober, mittags. te&Ktfcdg wird gemeldet: 5|t«Ue*t|#*r KrlegssHauplatz. i An zahlreichen Stellen der Gebirgsfront sehr lebhafte Erkundungsttäigkeit. , ! Albanien: ,, Bor unseren Linien an der westlichen Morawa haben die verbündeten Truppen die Füh­ lung mit dem Feinde wieder ausgenommen. 1 Nördlich, von Aleksinac wurden serbische Angriffe abgeschlagen. Weiter östlich, brachten erfolgreiche Sturmttuppsunternehmungen Ge­ fangene ein . [ f , r r 1 Der Chef des Generalstab«. * .. ~ WTB, Wie n, den 20. Ottober, mittags. Amtlich wird gemeldet: 1 An der Südwestfront keine besonderen Er­ eignisse. . ( " J.. In Albanien werden unsere Bewegungen ohne nennenswerte Störungen durchgeführt. Beiderseits der südlichen Morawa sindVor^stößss des Feindes abgeschlagen worden. .Zajatschar ist von den Serben besetzt. v . , ! Ter Chef des Generalftabes. , ────────── Der türkische Bericht. 1 Konstantinopel, den 19. Ott. Amtli­ cher Bericht: | , / ; f f . Palästinasvont: Der Feind besetzte die vor einigen Tagen von uns kampflos geräumteStadt Homs. i I In Mesopotamien fühlten feindliche Erttmdungstruppen gegen unsere Tigrissront vor. ────────── gegen erklärt sie in der Frßedenssrage mit sich! reden zu lassen. Es ftmtine ihr weniger auf die Revision des Brester Friedens on, als auf die Erfüllung der drei neuen Forderungen Wilfons, denen alle Alliierten zugestimmt hätten. Ter Matin berichtet, die letzten Worte in der Friedensfrage seien noch! nicht gesprochen. Der Daily Telegraph meldet, daß das englischeKabinett sich einstimmig für die Trennung der Wasfenstillstandssrage von der Friedenssrage erstatt habe. Man lehne eine Enmischung in die Machtbefugnisse der Marschälle Haig und Fach ab. Das Kriegskabinett in seiner Gesamt­ heit sei dagegen kein Gegner einer Fortführung von Friedensbesprechungen und erwarte wei­ ter Aeußerungen des Feindes. 1 Englands Bedingungen für die Türkei. ! Wie der Corriere della Sera aus London meldet, hat die britische Regierung von Wil­ son die Abschrift des türkischen Waffenstilb, standsangebotes erhalten und beschlossen, von der türkischen Regierung die bedingungslose Uebergabe des Heeres als Vorbedingung eines Waffenstillstandes zu verlangen, dessen nähere Ausführung General Allenbh festzusetzen hätte. -— England will also offenbar der Türkei das Schicksal Bulgariens bereiten und sich! vor allem auch die Möglichkeit schaffen, mit seiner Flotte ins Schwarze Meer zu gelangen. Tias linke Rheinuser. ; Tie "Teutsche Zeitung" meldet aus Genf: Paul Adams erklärt in der "Information": Dacitus hat klar und deutlich! bewiesen, daß der> Rhein die Grenze zwischen Deutschland und Gallien bildet. 'Ich habe Mich ''immer sehr gewundert, daß bei der Besprechung der elsaßlothringischen Frage dieser Faktor außer Mht gelassen wurde. Unsere Revolutionsgeschichte beweist an den Namen Valmh und Flenrus, wie sehr Tacitus Mit seiner Behauptung und Warnung recht hatte. Man gibt vor, die teuto­ nische Bevölkerung des linken Rheinufers würde unsere Herrschaft und Verwaltung nur Mur-i. rend und mit Widerwillen erdulden. Sie würde darin ein großes.Unrecht finben unb uns jene Eroberungslust vorwerfen, die wir im­ mer bekämpfen. Diese Einwände sind hin­ fällig, wenn Man bedenkt, daß die Verfahren dieser Leute widerrechtlich das linke' Rhein­ ufer eroberten, da sie es den Belgiern und Gal­ liern abnahmen. Alles, der Aufbau der Berge, die Natur des Bodens und sogar die Zusam­ mensetzung der Wälder, spricht gegen 'die ger­ manische Herrschaft. Bor Tacitus hatte bereits die Natur selbst ihr Urteil gefällt. Wenn die das linke Rheinuser bewohnenden teutonischen .Familien nicht unter unserer Standarte leben 'wollen, so können sie Machen, daß sie fvrtkom»rren! Die Zentralmächte können sie in Würt­ temberg und Sachsen ansiedeln! In den von ihnen verlassenen Dörfern und Häusern wer­ den wir die heimatlos gewordenen Familien von Lütttch, Dinant, Löwen, Apern, Cambraij, Reims, St. Quentin und Nohon ansetzen. Das ist Gerechttgkeit! > i f 1 Wir könnten unseren Lesern noch! mehv derartige Auslassungen vorsetzen. Ties mag genügen. Je mehr wir "verzichten", desto mehr! wird von uns verlangt. Das ganze Teutsche Reich! geht dabei zugrunde. ! r 1 1 Repressalien! ' 1 f Tie Schweizerische Depeschen-JnsorMation Meldet aus Paris: Die Blätter bringen eine an­ scheinend offizielle Erklärung der französischen Regierung, wonach! die Antwort auf das Frie­ densangebot der Mittelmächte Repressalien sei« werden. 1 ' i ────────── s Zur Rärrmung von Zeedrngge und Ostende. ' Tie "Teutsche Zeitung" schreibt: Auch! diese Räumung ist planmäßig erfolgt. Was an bei­ den Platzen an schwimmendem Material vor­ handen war, ist weggebracht srorden. Etliche nicht seefähige havarierte Schiffe, sowie 5lle militärischen Anlagen sind gesprengt. Es wird tröstend daraus hingewiesen, daß der Verlust der bisherigen Hauptstützpunkte unseres UBootskrieges nicht allzu viel bedeute; ihre Be­ nutzung habe der Feind schon seit längerer Zeit so zu erschweren gewußt, daß sie ihren alten Wert langst verloren hatten. Der "Berl. Lokalanzeiger" sagt: Unsere Bewegungen in Flandern haben den Zweck, jeden feindlichen Durchbruch!; auch! den durch Ueberraschung aussichtslos zu gestalten ' und gleichzeitig unsere Front zu verkürzen und zu stärken. Wenn die feindlichen Angriffe diese Bewegungen stören und dadurch das belgische Land zum Schauplatz von Abwehrkämpfen ma­ chen, die es in gleicher Weise verheeren Müssen, wie sie das Land an den übrigen Kampffronten verheerten, so trifft die Verantwortung nicht uns, sondern den Feind selbst. 1 > 1 Vom westlichen Kiregsschauplatz. 1 I { Keine FerstSrnngier». j 1 > Rotterdam, 20. Ott. Der Korrespon­ dent Gibbs drahtet: Zwischen JsegheM-Dhielt und Kortrijk zeigt kein Hans irgend eine Spur von Kämpfen. Auch! gibt es viele Klvin-Verkaufsläden, die in Betrieb find. In Kortrijk ist keine Spur von Kriegszerstöriung zu sehen. Reuters Korrespondent Meidet, bei dem beut* scheu Rückzug aus Lille fand nicht eine Linz Explosiv» statt. Es wurde nirgendwo sin bäude in Brand gesteckt, i ' 1 ' > ────────── Am Balkan. Aus der Sobranje. I i Tie Voss. Ztg. meldet: Wie jetzt bekannt wird, haben an der Eröffnungssitzung der bul­ garischen Sobranje, die angeblich den Waffensttllstand mit den AMierten einstimmig billigte, nur 96 Abgeordnete teilgenommen. Tie musel­ männische Teputatton wurde durch Einstellung der Eisenbahnverbindungen verhindert, nachSofia zu kommen. Ebenso wurden Radoslawosw und seine Anhänger durch! Drohung mit so­ fortiger Verhaftung von der Sitzung ferngehal­ ten. I 1 ────────── Aus Rußland. Bolschewistische Rationierung!. Die Verrpslegungsorganisation hat in Pe­ tersburg anaarchischen Charakter angenommen. Ein Teil der • Bevölkerung erwirbt sich seine Le| bensmittel iu den Dörfern mit bewaffnetet: * Hand, während der andere Teil sie von Schleich­ händlern für teueres Geld einlaufen müß. Seit 21. Juni ds. Jrs. ist die Bevölkerung in vier Kategorien geteilt: Zur ersten gehören die Ar­ beiter, die schwere körperliche Arbeit verrichten, zur zweiten die Arbeiter mit leidster Arbeit und die große Gruppe der Angestellten an Be­ hörden usw., zur dritten die Vertreter der freien Berufe (Ingenieure, Aerzte, Geistliche, Künstler usw.), zur vierten die Rentner, Haus­ besitzer und alle Arbeitgeber. Diese Kategorien erhielten im September auf ihre Karten im ganzen folgendes: Die 1. Kategorie 800 GramM Fleisch, 200 Gr. Brot, 200 Gr. Kartoffeln, 8 Häringe, die 2. Kategorie 100 Gr. Fett, 200 Gr. Fischkonserven, 100 Gr. Brpt, 200 Gr. Kartoffeln, 10 Häringe, die 3. Kategorie 50 Gr. Brot, 6 Häringe, die 4. Kategorie 5 Hä­ ringe (!). An sonstigen Nahrungsmitteln hat bisher aus die Verpflegungskarten für Sep­ tember nur eine kleine Menge Tee berteilt werden können. — Daß derarttg geringe Zu­ teilungen völlig ungenügend sind, wird ver­ ständlich, wenn man sich! die ungeheure Ver­ teuerung des Lebens infolge der ständig mehr und mehr sinkenden Kaufkraft des Rubels vergegenwärttgt. Bei kmchpem Zuschnitt braucht eine besser Familie von '4—5 Köpfen monatlich! Mindestens 4000—5000 Rubel. Unter diesen Umständen sind die Aussichten der Bevölkerung für den Winter trostlos. , ' Ein Erfolg! der SowjetstrnWe» an dvr } russischen Rordsront. ( Mos kan, 19. Okt. Der Kommissar der Nordsront s«rdet nach einem Telegramm der russischen Telegraphenagentnr folgende Depe­ sche an den Vorsitzenden des PetersburgerSowjets, Simorjew: "Am 14. Oktober nach drei­ tägigen hartnäckigen Kämpfen haben unsere | Truppen unter der geschickten Führung des ' Brigadiers Uborvwttsch durch ein» großzügig l angelegte Umfassungsbewegung das stark be' festigt« Dorf Selztz auf dem Rufen User der Düna genommen. Tank der Einnahme von Selzh fiel ein außerordentlich stark befestigter, von den Engländern für uneinnehmbar gehal­ tener Stützpunkt aus dem rechten Dünaufer in unsere Hand, der von den englischen Trup­ pen panikartig geräumt wurde. Wir erbeute­ ten 7 Geschütze, 8 Maschinengewehre, ein gro­ ßes Bekleidungslager, viele Lebensrnittel und Munition. Besonders ausgezeichnet haben sich! dabei die kommunistische Kompagnie, die Mat­ rosen der Ostseesront und der mohammedani­ schen Freischaren Chadfschi Murats." , ────────── 1 i Tic künftige polnische Regierung. Warschau, 20. Okt. "Glos Narvdu" be­ richtet, daß der Vorsitzende des Pvlenklubs während der Unterhaltung mit dem österreichi­ schen Kaiser ihm eine polnische Ministerliste vorgelegt habe. In dieser befanden sich außer den Namen des Prinzen Radziwill und des Mi­ nisters Steckt die des Brigadiers Pilsudski so1 wie der deutschen ReichstagsabgeordnetenSeyda | und Trampczinsky. ' M - 1 Aus Polen. i Tic Aufrechterhaltung! der deutschen Be- 1 ! sctzung Polens. r 1 B er lin, 20. Okt. Ter im heuttgen "Vor­ wärts 'wiedergegebenen Behauptung der pol­ nischen 8 Kitter ,daß von amtlicher polnischer Seite keinerlei Wünsche bezüglich der Aufrejchterhaltung der deutschen Besetzung Polens zum Ausdruck gettrmmen seien, steht die 'klare Be­ hauptung des Gegenteils von deutscher Seite gegenüber, so daß es für die deutsche Presse wohl-nicht zweifelhaft sein sann, welche Auf­ fassung die richttge ist. Offenbar spielt man von polnischer Seite hier ein nicht ganz ehrlijchjes Spiel. Die deutsche Besatzung ist der polnischen Regierung unter den gegenwättigen Zeitläu­ sen zweifellos sehr erwünscht und das hat sie auch der deutschen Regierung zum Ausdruck gebracht. Nach außen hin sucht sie aus innerpolitischen Gründen das Eingeständnis dieses Schrittes zu vermeiden und würde daher, wenn man sie zwingt, Farbe zu bekennen, die betreffenbe Stelle, die dieses Ersuchen an die amtliche Stelle gerichtet hat, vermutlich! als amtliche polnische Stelle m|ft gelten lassen wollen. Es erscheint übrigens nicht ausgeschlos­ sen, daß die angeblichen polnischen Wünßchv bald in Erfüllung gehen, da Deutschland nach! der Haltung der Polen nicht allzu viel Ver­ anlassung hat, ihnen einen betartigen Schutz angedeihen zu lassen, i f 1 " . ────────── Aus neutralen Ländern. f | 1 .Holland und die Entente. ' t ‘ > H aa g, 19. Okt. Nieuwe Courant schreibt zu dem Angebot von Amerika, 100 000 Tonnen Kohlen zu liefern und über die daran ange­ knüpfte Bedingung, die Ausfuhr nach, Deutsch­ land ganz einzustellen: Diese Bedingung macht das Anerbieten wertlos. Wenn wir diese Be­ düngung annehmen würden, so würde dies eine Verletzung der Neutralität bedeuten. Wir wür­ den uns damit aus die Seite der Entente stellen, von anderen Unannehmlichkeiten ganzi zu schweigen. Das Anerbieten hat etwas sehr Erniedrigendes für uns. Wir sollen, jetzt, wo es Deutschland schlechter geht, an der ameri­ kanischen Hungerblockade mitmachen, werden dies aber nicht tun. Wir waren swts bestrebt, nach beiden Seiten hin unseren Verpflichtun­ gen gerecht zu werden. Ein Gutes aber hat dieses Angebot: Wir werden bei den künftigen Verhandlungen mit Deutschland einen Trumps in der Hand haben. ' t ■ 1 [ Herabsetzung der Kohlensrachtcn. 1 ' Nach einer Meldung aus Christiania wird aus England die Herabsetzung der Kohlen- und Koksfrachten gemeldet. Die Kohlenfvacht wur­ de von 75 Kronen auf 25 Kronen per Sönne herabgesetzt, die Kokssracht, die bisher 115 Kr. per Tonne betrug, wird wahrscheinlich auch auf 25 Kronen herabgesetzt. ────────── I >tlev Reichstag wird voraussichtlich! von Dienstag bis Ende der Woche tagen. i jTjer Ausbau der demokratische« Res armen. Der fortschrittliche Abgeordnete Gochein hat kürzlich, Vorschlage veröffentlicht, 'wodur,!/ eine parlamentarische Kontrolle stir das ganze mi­ litärische Gebiet eingeführt werden sollte. Er /forderte die Unterstellung! des Geh. Militärka­ binetts unter das Kriegsministerium, die Un­ terstellung! des Kriegsministers und des Ge­ neralstabs unter den Reichskanzler und die Unterzeichnung der Offiziersernennungen durch den Kriegsminister. Dieses Programm, das sich mit allenForderungen derLinken deckt, gehört zu den demokratischen Reformen, deren Durchfüh­ rung bereits eingeleitet worden ist Tie uordschteswigschle Frage. Einer von der Berliner Presse wiedergegebenen Nachricht zufolge soll Dänemark an Deutschland eineNote gerichtet haben wegen der Herausgabe gewisser Kreise von Rordschleswig. Wie aus Berlin ge­ meldet wird, ist diese Nachricht vollkommen grundlos. Auch irgend eine vertrauliche Füh­ lungnahme unter der Hand hat in dieser An­ gelegenheit nicht stattgefunden. Es handelt sich, bei der ganzen Sache nur um Erörterungen der dänischen Presse, hinter denen Regierungsftetse nicht stehen. , i j IBersassnitgH- und Wahlreform in Mecklen­ burg. Wie die Nordd. Allg. Ztg, hört, wird die mecklenburgische Regierung ihrem Landtage der im nächsten Monat zusammentreten wird, einen neuen Veras ssungsentwurf unterbreiten. Weiter wird dem Blatte mitgeteilt, daß, die Frage des Wahlrechtes in diesem Zusammen­ hange den Forderungen der Zeit entsprechend behandelt werden wird. Man Mcb auch in Mecklenburg das Wahlrecht aus der Grundlage der Allgemeinheit und Gleichheit neu gestalten. Bevorstehendes Manifest an die Ungar«. Nach Budapester Meldungen wird demnächst auch! ein Manifest an das ungarische Volk er­ scheinen ,in welchem die Personalunion und die Unabhängigkeit der ungarischen Nation ver­ kündet werden soll. Sclbstbestimnmngsroch« der Tientschdöhme«. Der deutsche Volksrat für Böhmen nahm auf einer Tagung in Lobvsitz neuerdings eine Kund­ gebung an, in der der Beschluß, aller Reichs­ ratsabgeordneten Böhmens, sich zu einer na­ tionalen Versammlung zu vereinigen, begrüßt und als erste Ausgabe der nationalen Ver­ sammlung die Geltendmachung des Selbstbe­ stimmungsrechtes von Deutsch-Böhmen durch! den Anschluß an das Teutsche Reich bezeichnet I wird. Um dem deutschen Volke Böhmens Ge­ legenheit zu geben, seinem Willen Ausdruck zu geben, wird der nationale Ausschuß in kür­ zester Zeit einen großen Volksrat einberufen. Einstellung der ungarischen Getrcideliesernngen. Die bereits gemeldete Einstellung Tages-Uebersicht. der ungarischen Getreidelieferungen an Oester­ reich, ist darauf zurückzuführen, daß Deutsch­ land und Oesterreich sowohl die Kohle- wie auch die Benzin- und die Petroleumlieferungen schon vorher eingestellt hatten. j ' > Tie Selbstündigmachung Ungarns. Tie N. Fr. Presse erfährt, daß die ungarisch^ Regie­ rung einen Gesetzentwurf über die Verwirklich­ ung der Personalunion ausgearbeitet hat. Die Ungarn werden beim Friedenskongreß bereits als völlig selbständiger Staat mit eigener Per-j. tretung erscheinen, weil sie glauben, dann nach­ haltiger den gegen ihre territoriale Integrität gerichteten Bestrebungen entgegentreten zu kön­ nen. — Zn der Freitag-Sitzung des ungarischen Abgeordnetenhauses brachte Graf Karolhi ei­ nen Antrag in vier Paragraphen über die Lostrennung Ungarns von Oesterreich! aus wirt­ schaftlichem, militärischem und außssrpolitischchn Gebiet ein. I 1 ' 1 Uebergnngswirtschnft im Handwerk. Die Regelung der Uebergangswirtschaft im Handlverk hat nunmehr seine Grundlagen erhälten. Tie Frage der Versorgung des Handwerks mit Rohstosfen wjährend der Uebergangszeit ist da­ hin entschieden worden, daß die Handwerks­ kammern Trägerinnen der Rohstoffversorgung werden und sich in der weiteren Durchführung ihre Aufgaben auf die Fachorganisationen des Handwerks stützen. Auch hinsichtlich der Rück­ führung von Arbeitskräften in die verschiedenen Zweige des Handwerks nach Friedensschluß ha­ ben zwischen den Handwerkskammern und den Kriegsämtern eingehende Verhandlungen statt­ gefunden und die in dieser Hinsicht getroffenen Vorarbeiten sind dem Abschluß, nahe. Südslawischer Nationalrat. In Agram hat sich ein südslawischer Nationalrat konstitutert. Alle politischen Faktoren Kroatiens wei­ sen das kaiserliche Manifest zurück, da dies jo gedeutet wird, als ob die österreichische Re­ gierung damit das Selbstbestimwungsr-echt der slawischen Nationen einschränken und Wilson irreführen wolle. Weder die südslawische noch! die übrigen slawischen Nationalisten seien ge­ willt, einen Plan, anzunehmen, der sie auch Deutsche Parlamentskorrespondenz berichtet:Tie weiter an Oesterreich binde. Nnabhättgigkcitserttärnng der tsch«ccho-flowakischen Nation. Ter tschefhp-slowakHischeNationalrat erklärte formell die Unabhäängigkeit der tschecho-slowakiMpn Nation. Das Tvkument, in der die Lossagung von Hcabsburg erllärt wird, wurde in Paris veröfffentlicht und Wilson zugestellt. ' 1 1 > Frankreich, kündigt de« Handelst,crttrag mit England. Eine Meldung aus Genf besagt: Tie französische Regierung kündigte den Han­ delsvertrag mit England. Frankreichs Guthaben in Rußland». Laut -Ftkfr. Ztg. bezifferte das russische Finanz­ kommissariat die Summe des in Rußland ange­ legten französischen Kapitals auf 30 Mi Mar- den Francs. Das ist ein Zehntel des sranzösischen Volksoermögens und zwei Drittel der von Frankreich im Auslande angelegten Erspar­ nisse. | i ( I i s Ter Rote Adlerorden 1. Kl. mit Schwer­ tern wurde dem Botschafter Murnim von Schwarzenstein für feine erfolgreiche Tätigkeit in Kiew verliehen. ────────── Bayerische Nachrichten. König Ludwig und die Wohnungsnot. S. W. ,der König hat in Würdigung der großen Notlage, die sich, auf dem Gebiete der Woh'nungsbeschafsung in München in letzter Zeih geltend gemacht hat, unterm 18. ds. an den. Obersthofmeister folgendes Handschreiben ge­ dichtet: Ich will, daß in München und Umge­ bung .ebenso wie dies bereits für die auswär­ tigen (Schlösser eingelotet ist, die Gebäude der Zivilliste in möglichst ausgedehntem Maße zur Behebung der Wohnungsnot herangezogen wer­ den. Zu diesem Zwecke bestimme ich«, dgß diese Gebäude umgehend von einer Kommiffton, die im Benehmen, mit Meinew Staatswinister des Innern zu bilden ist, besichtigt und mir hier­ nach die erforderlichen Vorschläge unterbreitet werden, gez. Ludwig, i , ; , Prinzessin Mafalda von BragNnza, die Tochter des Herzogs und der Herzogin von Braganza und Nichte der Frau Herzogin Karjl Theodor in Bayern, ist in Schloß Siebenstein in Niederösterreich, wenige Tage nach! ihrem 20. Geburtstag, nach nur fünftägiger Krankheit infolge Grippe verschieden. , ^ , , Zur Rotgeldfrage hat der Finanzminister eine Verordnung erlassen, daß auch die staatl. Kassen und Aemter Notgeld der Orte ihres Bezirks nehmen, wenn dieses Geld bis !• Feb­ ruar 1919 zur Einlösung bestimmt ist. 1 , Als Notgeld hat die Stadt Bamberg für 2 Millionen Mark Fünfmarkscheine in Auf­ trag gegeben. | ! - ; 1 ( , ────────── hoben liegenb bor, wWrend die hinte»eStalltilre geöffnet war. | | 1 1 i r . i iStiwttWttfll, 20. Oftbr. (Ter MiliiärMerdienstovden 3. Kl. mit Schw.) wurde dem Generaloberveterinär Wilh. Baumgart, Reg.-Beterinär des 7. Chev.-RgtS. verliehen I , ────────── Stadttheater. •* Donnckstag, den 17. Okt.,r Erstaufführung ,Mwr junge Zar", Schauspiel in drei Auszügen von Gabriela Zapolska. Die Verfasserin läßt für die Zeit, in der sie eine Episode aus dem Leben eines Herrschers aller Reußen an uns vorbeiführt, den großen Spielräum des ‘19. Jahrhunderts. Die Begebenheit ist nicht so epochemachend /als daß sich bestimmte hi­ storische Mckmiente daraus konstruieren lassen, ebensogut kann es sich hier um einen Phanta­ siestoff handeln. Ter Sohn des an einem un­ heilbaren Leiden dahinsiechenden Zaren wird unter dem diktatorischen Einflüsse eines Mi­ nisters allmählig seiner Ausgabe als Thronfbtger zugeführt. Der goldene Käfig, in dem der ämtterlose Zarewitsch als willenloses Werk­ zeug eine freudenleere Jugend verlebt, zeihigt in ihm noch hje Menschenscheue. Eine junge russische Tänzerin wird dem Zarenjüngling in Männerkleidern als Gespiele zugeführt, von ihm aber nach Erkennen des Geschlechtes mit Abscheu zurückgewiesen. Allmählig jedoch! ge­ winnt die kleine Sonja, so heißt die Tän­ zerin, dank ihres natürlichen unerschrockenen Wesens die Gunst des einsamen Zarewitsch, die sich nach kurzer Zeit in tiefte gegenseitige Neigung verwandelt. Ter Zarewitsch -rill uM dieser Liebe willen deM Throne entsagen, wird aber durch den intriganten Minister, der die beiden Litebenden gegen einander ausspielt mit dem Ableben des Zaren als Marionette, der Wir von Staatswegen bestimmten fürstlichen mraut In die Arme geführt und apathisch dem Volke als neuer Zar zur Huldigung vorgestellt/ Als Vorwurf für eine Kommödie bietet diese Begebenheit herzlich wenig Handlung, für die Tarsteller findet sich! jedoch! mänch interessantes Problem darin. Herr Kurt Gerdes vom Mün­ chener Schauspielhause wurde für die Titel­ rolle gewonnen und bot namentlich! sprechtechß nisch vorzügliches. Seine männlich! kraftvolle Erscheinung, fein sonores, modulationsfähiges Organ erinnert unwillkürlich an Hofschauspie­ ler Stürh, den einstigen, trefflichen Heldendar­ steller der Münchener Hofbühne. Tem dege­ nerierten, willenwsen Zarewitsch! dursten al­ lerdings diese Vorzüge nicht zustatten kommen. Hoffentlich sehen wir den Künstler noch in würdigeren Aufgaben. Als Sonja kam hier na­ türlich nur Frl. Fernandez in Frage. Mt einer restlosen Erschöpfung dieser in dasFach der Charkterliebhaberin schlagenden Rolle dürf­ te man natürlich nicht rechnen, doch« ging die strebsame junge Schauspielerin mit viel Ver­ ständnis an diese nicht leichte Aufgabe heran und zeigte trotz stimmlicher Indisposition, daß in ihr mehr steckt als ein Talent für naive Backstschrollen. An den selbscherrlichen Mini­ sterpräsidenten hatte sich! mangels eines Cha­ rakter sprelers Herr Tr. Quedenfeldt selbst ge­ macht, ohne Maske u. Amtstracht und ohne tie­ fer auf den Charakter dieser Rolle einzugehen. UM kleinere Ausgaben bemühten sich! mit Ge­ schick die Herren Weigl (Großfürst), Koller (der visionäre Zar), Clemjente (Professors, Varndal (Leibarzt) und Sadik (Kammerdieners; letz­ terer stellte durch! zu gedämpfes Sprechen über­ mäßig große Ansprüche an die Akustik unseres Hauses. Die Novität war unter der Leitung des Herrn Dr. *O>uedenfeldt gut einstudiert, der goldene Käfig hätte etwas Mehr Prunk bedurft. Schade ,daß Mühe und Kosten nicht durch! besseren Besuch belohnt wurden. Unser heuttges TheaterpnblikuM hängt eben zu sehr an der Operette, i | ' Hg. ────────── —* Die schonende Behandlung der Watete mit lebenden Tieren, Obst, Eiern, Zigarren, usw. ist born Verkehrisministerium den Postanstalten und den Postangestellten neu­ erdings dringend zur PfEcht gemacht worden. Die vorgesetzten Behörden haben darüber zu wachen, daß die Pakete nicht geworfen, sondern bon Hand zu Hand gegeben und stets so verla­ den und gelagert werden, daß sie nicht zur Erde satten können und keinem Tru " < i ────────── Freilassung des verhafteten früheren Ministers Constantinescu. Dieselbe erfolgte noch am glei­ chen Abend. ' *- ' i ' Heimkehr der bulgarische« Offiziere. Berlin, 20. Oktober. Tie noch in Ber­ lin weilenden bulgarischen Offiziere werden ln den nächsten Tagen die Reichshauptstadt verlas­ sen und sich in ihr Vaterland zurückbegeben. Ebenso wird voraussichtlich! die bulgarische Ge­ sandtschaft um ihre Pässe bitten. i > Beratung! der deutsche« Antwort. Berlin, 20. Oktober. Tie Parteiführer des Reichstages waren gestern mittags 12 Uhr zusammenberufen worden, um) von dem Inhalt der deutschen Antwort an Wilson in Kenntnis gesetzt zu werden. Ta jedoch, so schreibt der "Lokalanzeiger", um diese Zeit erst der Bundes« ratsausschuh für auswärtige Angelegenheiten zusammentrat, so mußte die Besprechung! ver­ schoben werden. Die "Post" schreibt: Ter Ubsendung der Antwort hatten sich in später Stunde unerwartete Schwierigkeiten in den Weg gestellt. hat sich gezeigt, daß die Annahme der 14 Punkte Wilsons durch die deutsche Re­ gierung in Dänemark und die Räumung Bel­ giens in Holland politische Schotte ausgelöst hat. Eine nochmalige Durchberatung der Ant­ wort wurde dadurchl nötig. In einer besonde­ ren Notiz heißt es im "Vokalanzeiger": Tie I deutsche Antwortnote ist gestern spät abends i nach der Schweiz abgegangen. Der "Vorwärts" I sagt: Es steht fefy daß'die Note entgegenkom­ mend lautet und eine völlige Sinnesänderung der leitenden Stellen gegenüber früheren Zei­ ten zeigen wird. - i 1 ' i J Ministerwechsel in per Ukraine. 1 Kiew, 20. Oktober. Das ukrainisch« Gesamtministeriuim ist zurückgetreten. Ter Hettnann hat den bisherigen Ministerpräsidenten Lhsogut mit der Neubildung des Kabinetts be­ austragt. [ ( 1 * ii Letzte Posten. Constantiueseu srelgelassen. Bukarest, 20. Oktober. Auf Antrag des parlamentarischen Untersuchnngsausfftznsses be­ schloß die Kammer mit 72 gegen 9 Stimwen die 1' Wilsons Antwort au Oesterreich» Washington, 20. Oktober. (Reuter.) .In der Antwort Wilsons an Oesterreich wird gesagt, daß Wilson es für seine Pflicht hält, der österreichischi-unZarifMn Regierung zu er­ klären, daß er den gegenwärtigen Vorschlag dieser Regierung wegen gewisser Ereignisse von größter Bedeutung, die seit Abgabe seiner Adresse vom 8. Januar sich ereigneten und notwendigerweise bje Haltung uyd die Verant­ wortlichkeit der Regierung der Vereinigten Staaten änderten, nicht in Betracht ziehen kann. Unter den 14 Friedensbedingungen, die der Präsident damals formulierte, gehe die folgende vor: Den Völkern Oesterreich«-Ungarns, bereu Platz unter den Nationen wir geschützt und gesichert zu sehen wünschen, sollte die freieste Gelegenheit zu autonomer Entwicklung gewährt werden. Seit dieser Satz geschrieben und bor dem Kongreß der Bereinigten Staaten ausgesprochen wurde, hat die Regierung der Vereinigten Staaten anerkannt, daß der Kriegs­ zustand zwischen den Tscheche-Slowaken und dem deutschen und österreichißtzfungarischen Reiche besteht und der tschephp-slowakische Na­ tionalrat eine de facto kriegführende Regierung ist, die mit der entsprechenden Autorität ausge­ stattet ist, die militärischen und politischen An­ gelegenheiten der Tschechp-SIowaken zu leiten. Sie hat auch in der weWehendsten Weise die ' Richtigkeit der nationalen Aspirationen der Jugo-Slawen nach Freiheit anerkannt. ° Tec Präsident verfüge deshalb nicht länger Wer die Freiheit, die bloßst Autonomie dieser Völker als eine Grundlage für den Frieden änzuerhennen, sondern ist gezwungen, darauf zu be­ stehen, daß sie und nicht er Richter darWer sein sollen, welch« Aktionen auf Seite der öster­ reichisch-ungarischen Regierung ihre Aspiratio­ nen und Auffassung von ihren Rechten und ihrer Bestimmung pls Mtglieder der Tämille der Nationen befriedigen werde, i 1 ────────── Bei allen Steuern, die noch kommen, wird der Besitzer von Kriegsanleihe nicht schlechter gestellt werden wie der, der seiner Pflicht zur Zeichnung in dieser schweren Zeit nicht nachgekommen ist. Ich trete sogar dafür ein, daß derjenige, der sein Vater­ land in schwerer Zeit finanziell nicht rot Stiche gelassen hat, bevorzugt werden soll. Die Kriegsanleihe ist eine Volksanleihe im besten Sinne des Wortes geworden, sie ist bereits jetzt in den Händen von Millionen zum großen Teil wenig bemittelter deutscher Reichs­ angehöriger, sie bildet den Grundstock des Vermögens ungezählter Sparkaffen, Genossenschaften, wohltätiger Stiftungen, die unseren Aermsten dienen. Und weil das der Fall ist, würde kein Parlament und keine Regierung es wagen können, durch gesetzliche Maßregeln an der Sicherheit ihres Zinsertrages zu rühren." Die Parteiführer des Reichstages erklärten ihre volle Uebereinstimmung mit der Auffassung, daß es weiter für Reichstag und Reichsregierung erste Pflicht sein nluß, den Zinsendienst der Kriegsanleihen itt zugesagter Höhe mit allen Mitteln sicherzustellen, und daß der Besitzer von Kriegs­ anleihe bei allen steuerlichen und sonstigen Maßnahmen keine Benachteiligung, vielmehr nach Möglichkeit eine Begünstigung erfahren soll. Für die Durchführung dieser Bestreben- bürgst schon die Totsache, daß unsere Anleihen Volksanleihen im besten Sinne deS Worte- sind, die sich zum größten Teil in den Händen von Millionen wenig begüterter Volksgenossen befinden. Reichstag und Regierung über die Sicherheit der Kriegsanleihen. Der Staatssekretär des Reichsschatzamis, Graf von Roedern, hatte mit Parteiführern des Reichstags eine Aussprache über die Kriegsanleihe. Es waren mit dem Reichstagsprästdenten Fehrenbach, vom Zentrum die Abgeordneten Gröber und T r i m b o r n, von den Sozialdemokraten die Abgeordneten E b e r t und Scheidemann, von den Konservativen die Abgeordneten Gras von Westarp und Dietrich, von der Fortschritt!iche» Volkspartei die Abgeordneten Wiem er und Fisch deck» von denNatlonalliberalen die Abgeordneten Stresemann und List, von der Deutschen Fraktion die Abgeordneten Freiherr von Gamp und SchultzBromberg erschienen. Der Staatslelrretär des Rrichsfchatzamts erklärte n. a. folgende«: "Man fragt nach der Sicherheit der Anleihen. Die An­ leihen sind gesichert, formell durch das Versprechen von Regierung und Reichst g; materiell durch das, was hinter ihnen steht, die Arbeits- und Steuerkraft des ganzen deutschen Volkes. Treffend hat man die deutsche Kriegsanleihe als eine Hypothek auf unser Volksverwögen bezeichnet. Unser Volksvermögen steht in der Hauptsache noch unangetastet da. Das deutsche Volkseinkommen bietet eine Gewähr da­ für, daß auch der Zinsendienst der Kriegsanleihen ge­ sichert ist. Bundesrat und Reichstag find gewillt, den eingegangenen Verpflichtungen gerecht zu werden, insbesondere für Deckung der Kriegsanleihezinsen in voller Höhe Sorge zu tragen. ────────── Inserate. ────────── Beratung der deutschen Antwort. Feindliche Angriffe bei SolesneS und Le Cattau, im Scrresadschuift, an der Äisne und bei Vonziers gescheitert. — Heftige Kämpfe in Flandern. — Wilsons Antwort an Oesterreich-Ungarn. ────────── 1 Tiie Grippe hat in München und Nürn­ berg zur Schließung aller Schulen geführt. Auch (Ir der Pfalz nimmt die Krankheit stark KU. In Berlin wurden 1494 neue Mille verzeichnet, in Leipzig 610. Im Elsaß nimmt die Krank­ heit besonders großen Umfang an. In Straß­ burg mußten neben den Schulen mtdji alle Theater, Lichtspielhäuser und Konzertfäle ge­ schlossen werden. Kn Prag lagen am Dienstag 82 Leichen, die wegen Arbeitermangel nicht so­ fort beerdigt werden konnten. ' 1 1 Bo« Wilderern angeschossen. Ter fürstl. Baumeister Weckes in Regensburg wurde am Samstag abends in der Nähe von Oberaiding von Wilderern angeschossen und schwer ver­ letzt. | ' i 1 i . 1 I i "LebeusmittelÜcschlaguahme". Auf ein ein­ faches Mittel, sich Nahrungsmittel zu verschaf­ fen, verfielen die Bergleute Julius und Adolf Ktrschhvck aus Oberbexbach. Julius Kirschhock verkleidete sich als Feldgendarm, der Bruder spielte den Ortsadfunkt. An einem Waldweg der Gemarkung, den mit Hamstergnt bepackte Frauen zu benutzen pflegten, nahmen sie Be­ schlagnahmen vor. Der "Feldgendarm^ nahm don vorbeikommenden Frauen, die er durch« den gezogenen Säbel einschüchterte, die Lebens­ mittel weg, der "Adjunkt" bestätigte die "RechkmäUgkeit" der Enteignung. Nur die Frauen, die 3 oder 5 Mk. Trinkgeld gaben, konnten unbehelligt ihres Weges ziehen. Aus Verse­ hen wurden von den beiden auch Einwohnerin­ nen des eigenen Ortes angehalten und dadurch kam die Sache aus. Wegen erschwerten Raubes und räuberischer Erpressung wurden die bei­ den Kirschhock nun zu drei Jahren 'Ge­ fängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Rätselhafter Vorfall. Am Freitag wurde im Güterbahnhofe in Regensburg der Rangiergehilfe Simon Engl in einem Gepäckwagen mit einer schweren Kopfverletzung aufgefunden. Er wurde ins Krankenhaus verbracht, wo er am gleichen Tage verstarb. Die Ursache der Verletzung d es Engl W noch unaufgeklärt. Allerlei.