Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-10-23. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 290, 1918-10-23. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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Mehrfach suchte der Feind mit kleineren und stärkeren Abteilungen die Flüsse zu über­ schreiten. | , , " Nordöstlich von Kortrhk drjang er mit Pan­ zerwagen, südöstlich von Kortrhk mit starken Kräften gegen unsere Linien vor. Er wurde überall verlustreich abgewiesen. f 1 Vizewachtmeister Müller der 9. Batterie des Feld-Artillerie-Regts. 221 vernichtete hier­ bei 6 Panzerwagen des Gegners. Engländer besetzten die von uns geschon­ ten Kirchtürme von St. Mmand mit Maschinen­ gewehren. . I l Beiderseits von Solesnes und Le Cateau hat der Feind seine Angriffe nicht erneuert^ In nächtlichen Teilkämpfen blieb das Gehöft von Ammerval in feinet $ant>. Heeres gruppe des deNtichen Kronprinzen. Französische Angriffe, die am Morgen nördlich der Serre, am Namittag auf breiter Front zwischen Oise und Serre gegen unsere Li­ nien vorbrachen, wurden abgewiesen. I Nordwestlich von Mesbrecvurt führten schlesische Truppen einen erfolgreichen Gegen­ angriff durch. ! [ Auf den Aisnehöhen östlich von Houtier dauerten hestige Kämpfe an. Württembergische Regimenter haben im Verein mit preußischen und bgherifchen Bataillonen dem Feind in er­ folgreichem Gegenangriff die Höhen östlich, von Bandy, zwischen Ballah und Chestres und nörd­ lich von Falaise wieder entrissen und gegen star­ ke Gegenangriffe des Gegners behauptet. 1 Oestlich von Clizh scheiterte ein Teilangriff des Gegners. I ' i Heeresgruppe ibl Gallwitz. Nach heftiger Artillerievorbereitung griff der Amerikaner nördlich von Sommerance und in breiterer Front beiderseits von Banthevillev an. Zm Feuer und im Gegenstoß sind die An­ griffe des Gegners gescheitert. Vornehmlich! im Feuer unserer Maschinengewehre und Infante­ riegeschütze erlitt der Amerikaner hohe Ver­ luste. r , Aus einem Geschwader von etwa acht feindlichen Flugzeugen, das Ortschaften im Lahntal angriff, wurden 4 Flugzeuge abge­ schossen. i i ; I Leutnant Veitjen errang feinest 35. LuftWeg. [ 1 ! i 1 * . ! • ; i Die Heeresberichte. Der deutsche Bericht. 1 Südöstlicher Kriegsschauplatz. ' Nordöstliche von Krusevac und Bukowin scheiterten feindliche Angriffe. Erfolgreiche eigene Unternehmungen bei Trubarewo an der südlichen Momwa. i 1 i Der 1. Grneralquartiermeistrq., S»d«»tzorfs. • WTB. Berlin, 22. Oktober. Amtlicher Abendbericht: , i i Starke Angriffe in Flandern südwestlich von Dainze und östlich von Kortrhk brachten dem Feinde nur örtlich begrenzten Bodenge­ winn. t t i Aus dem östlichen Aisneufer, beiderseits von Vouzier und östlich der Aire sind heftige Angriffe der Franzosen gescheitert. , | Kriegsminister S ch ch tzhe? die Kriegsanleihe: Wer nicht Kriegsanleihe zeichnet, handelt falsch, denn die Kriegsanleihe wird immer mindestens so gut sein wie boares Geld. ────────── Der öserr.-ung. Bericht. WTB. Wien, den 22. Oktober, mittags. tSmtlWjf wird gemeldet: • AtaNeuischer Kriegsschauplatz. Gestern in den frühesten Morgenstrmden gelang es dem Feinde, im Gebiet des Monte Sisemol vorübergehend in unsere Gräben ein­ zudringen. Er wurde durch Gegenstoß ge­ worfen. Weitere Angriffsversuche scheiterten in unserem Feuer. Im, Alano-Becken vereitel­ ten wir italienische Erkundungsoersuche. , i Baikankricgssck auplatz. An der Morawa wurden Angriffe abge­ wiesen. Eine Unternehmung deutscher Trup­ pen führte in die feindliche Stellung. Bei ZaI jetschar vermochte der Feind Boden zu gewin1 neu. In Albanien kam es am Mati-Flusse zu NachhuMmPfen. 1 ' Ter Chef des Generalftabtz. ────────── Gent beschossen. - Haag, 22. Oft. Am Sonntag abends wur­ de Gent von sieben alliierten Fliegern mit Bomben angegrissen. In der Nähe des großen neuen Bahnhofes wurde Schaden angerichtet^ ß1 Personen wurden getötet und viele verwun­ det .Tie Erregung in Gent ist ungeheuer. Man nimmt an, daß die ganze bürgerliche Bevölker­ ung die Stadt verlassen werde. Der König und die Königin von Belgien wurden am Sonntag nachmittags 4 Uhr in Brügge erwar­ tet. Ter berühmte alte Glockenturm, die alke Kathedrale und die übrigen historischen Kir­ chen und Gebäude sind vollkommen unversehrt. Zwischen dem deutschen und dem belgißchen ' Heere besteht noch keine Fühlung. Tie Lage an der Front. < ' Gens, 22. Okt. Die französische Milttärikritik macht daraus oufmerffdmi, daß Pas Inter­ esse der gegenwärtigen Kämpfe in den Arden­ nen liegt, die der Schwankung des Nordflügels als Basis und Stütze dienen. Es wird zuge­ geben, daß diese Basis von den deutschenTruppen glänzend gehalten wird und daß infolgedes­ sen der Nordflügel seine Schwenkung mit einer verblüffenden Schnelligkeit vollführen und sich! vom Feinde loslösen konnte. Der Militärkrittker des Journal schreibt: Die beiden äußer­ sten Punkte der Ardennen seien außerordent­ lich wichtig. Das Loch! der Sambre und das Loch von Stenah. Die Kämpfe in den letzten Tagen, so heißt es in dem Artikel, konzen­ trieren sich um diese beiden Punkte. Der Feind entfaltet hier seine ganze Kraft. Die Ameri­ kaner und die Soldaten Gourauds müssen hier Kämpfe liefern, die an die Verdun-Schlecht erinnern. Zwischen Le Cateau und Guise ist die Schlacht nW weniger heftig;. Der ge­ nannte deutsche Stützpunkt hält und Südendorf kann seinen rechten Flügel schneller schwenken als er vielleicht wünscht und ohne Gefahr durchbrochen zu werden. Ties erklärt die Schnelligkeit, mit der sich die Deutschen loslösen konnten. t t t i Vom westlichen Kriegsschauplatz. ────────── Die Türkei im Kriege. Friedenskundgebungen ln Konstautinopelj. Ueber italienische *Quellen wird aus Konstanttnopel gemeldet: Tie Regierungskrise kann noch nicht als endgülttg gelüst betrachtet wer­ den. Nach diesen Meldungen herrscht in störte stantinvpel ungeheure Erregung. Es fanden große Friedenskundgebungen statt. Laut fran­ zösischen Meldungen haben sich! in Konstantil nopel 140 Mitglieder der militärischen Klubs versammelt, um dem Sultan folgendes Pro­ gramm zu unterbreiten: Auflösung der TeputiertenkaMmier, Gründung eines neuen Ka­ binetts, Gewährung von Rechten an die Be­ völkerung, Unterzeichnung des Friedens unter allen Bedingungen, Generaldemobilisation. ; I [ Fliegerangriff auf Konstantinopel. ' Auf Kvnstantinopel fand ein Fliegeran­ griff statt, dem etwa 70 Personen zum Opfer fielen. ! I ────────── Der Kanzler zur Friedensfrage. ────────── Schwere Kämpfe in Flandern. — Französische Angriffe an der Aisne gescheitert. — Die Räumung der besetzten Gebiete. — Kronrat in Wien. — Die rumänischen Häfen gesperrt. Die spanische Schiffsfrage. — Friedensfrage in Konstantinopel. - Kämpfe im Ural. ────────── wurden, ihren zu verbüßenden Rest der Strafe im Gnadenwege. Ausgeschlossen sind nur die­ jenigen, welche wegen gemeiner Verbrechen ver­ urteilt sind. ────────── ' " Tie Kämpfe am! Ural, i WTB. Moskau, 18. Oktober. (P, B) 1 Seit Mitte Oktober ist Bugulirna in den Händen der Sowjetstruppen. Die Besetzung dieser Stadt ist von großer Bedeutung. Bis Ufa steht uns kein einziger bedeutender Ort mehr im Wege. Mit dem Fall von Ufa werden die Gegenrevolutionäre den letzten wichttgen Stützpunkt diesseits des Ural verlieren. Nach der Einnahme Bugulijmas ist eine feindliche Abteilung von 3000 Mann zu uns überge­ treten. — An der nördlichen Düna haben wir 'in Richtung aus Kotlas bedeutende Erfolge gehabt. Viel Munition und besonders eine un­ geheure Menge von Patronen ist in unsere Hände gefallen, i . .v. Aus Polen 1 Judenverfolgung in Polen. [ Warschau, 22. Okt. Das Lodzer Volksdlatt und andere Blätter bringen Artikel über polnisch-antisemitische Exzesse in Warschau'. Anläßlich des nationalen Feiertages am 14. ds., so schreibt z. B. die angeführte Zettung u. a., war Über den Warschauer Straßen der Frerheitshimmel mit dem Blute geschlagener und getöteter Juden gerötet. Aus Rußland. ────────── Der Luftkrieg. Tie Tätigkeit unserer Luftstreitkväfte wöhrend 1 der letzten Abwehrschlachten. 1 Berlin, 18. Oktober. Während der gro­ ßen Abwehrschlachten der letzten Tage herrschte trotz ungünstiger Witterung von der Küste bis Verdun gesteigerte beiderseittge Lufttäjttgkeik^ Ungezählte Jagdgeschwader und Tio.fliegsr setzte der Gegner an den Hauptkampsfronten zur Begleitung der angreifenden JnfanteHe und der vorgehenden Tanks ein. In kühnem Drausgehen warfen sie unsere Jagdstaffeln über ihre Linien zurück und bewiesen aufs neue ihre Ueberlegenheit. Vom 8. bis 12. Oktober verlor der Gegner an der Westfront 74 Flugzeuge tml Lustkampf und '7 durch Erdabwehr. Wir büßsten dagegen nur 9 Flugzeuge ein. Leutnant von Befulieu schoß an drei Tagen 5 feindliche Flugzeuge ab, Oberleutnant Roeth 1 Flugzeug und 3 Ballone, Leutnant Plauth 3 Flugzeuge. Neben ihren eigentlichen Ausgaben griffen un­ sere Jagdflieger wiederholt erfolgreich in den Erdkampf ein. Artillerieflieger zerstörten durch gut geleitetes Einschließen am 8. Oktober eine wichtige Schleuse im flandrischen UeberschwemMungsgebiet. Am 9. Oktober wurde östlich! der Maas ein feindlicher Angriff durch Infan­ terieflieger erkannt und durch! daraufhin ein­ setzendes Vernichtungsfeuer verhindert. Truppetiattsammtlungen und größere Fahrzeugkolon­ nen auf devr großen Heerstraße von Eambrai nach St.' Oüuenttn trieben unsere Schlachtstafseln am' 8. Oktober in mehrmaligem Anfluge in wilder Flucht auseinander. IM gleichen Raume im Vormarsch begriffene Tanks und deren Begleitmannschaften fluteten beim An­ griff der Schlachtstaffeln in regellvser Auflö­ sung zurück.' Eine bei Serain zum Angriff auf Bohain bereitgestellte feindliche Kaoalleriedtt ', Vision zerstob unter dem wohlgezielten Bom­ benwurf und dem Maschinengewehrfeuer unse­ rer Schlachtflieger in alle Minke. "Einzelne Teile flüchteten Mehrere Kilometer weit hin­ ten Beaurevoir. Am 10. Oktober wurde der Uebergang über die Maasbrücke dreiviertel Stunden lang durch Angriffe von Schlachtstaf­ feln vollständig gesperrt. Eine Gruppe griff am 14. Oktober bei Verdun eine mehrere Ki­ lometer reichende zusammenhängende Kolonne aller Waffengattungen aus 30 Meter Höhe mit Maschinengewehren, Bomben und Wurfminen an. Die Mannschaften wurden in einen Wald zersprengt, die Fahrzeuge brachen nach allen Seiten aus. Einige Wagen wurden in Brand geschossen. Eine Stunde nach dem Angrifef eingesetzte Schlachtflieger fanden auf dieser Straßje nur ganz geringen Verkehr und einzel­ ne herumstehende Fahrzeuge- Unsere Bomben geschwader warfen in den drei Nächten vom 8. bis 10. Oktober trotz schlechter Sicht insgesamt 99 950 Kilo Sprengstoff hinter den feindli­ chen Linien ab und verursachten zahlreiche Brände und Explosionen. Uns den niedrigsten Höhen griffen sie wiederholt im Lichte von Leuchtbomben feindlichen Straßenverkehr mit Bomben und Ma schinenx-Svehrseuer an. i ────────── Der Krieg zur See. . Englische Roheiten äffest« Unterseeboots- j t t lento. 1 r Berlin, 21. Okt. Ueber das empörende Verhalten englischer Seeleute gegen die Be­ satzung eines versenkten Unterseebootes legt nachstehender dienstlicher Bffvicht ein beredtes Zeugnis an: Rach betn Hand innerhalb der einzelnen Betriebe zu den notwendigen Retablierungsarbeiten benötigt werden. Wie verlautet haben die meisten Be­ triebe vorläufig eine Auslösung der Ueberschicht und der Nachtarbeit in Aussicht genommen. Bei einigen Werken, wie bei den Skodawerken, ste­ hen jedoch auch, Entlassungen bevor. i Tie englische Ernte. Die Times stellt in ihrer Uebersicht Wer die diesMhrige Ernte fest, daß das schlechte Wetter, daas seit Sep-i, tember herrsche, ungünstig auf die > Ernte einge wirkt habe. ! l > l l ~ ! \rvm Ter deutsch-österreichisch je Staat. | Wien, 22. Oktober. Tie ident sch-öfter-' reichtsche Nationalversammlung wurde gestern' unter dem Vorsitz des Professors Dr. Waldnejp konstituiert. Die Abgeordneten aller Parteien von der Rechten bis zur äußersten Linken wa­ ren erschienen. Die Teutschen, sagte Waldner, sind die Gründer dieses Staates und ha­ ben ihm kulturell ihr Bestes gegeben. Ohne ────────── teressengruppen präsentiert werden (auch Ar­ beitern); Vertretung des Landtages im Mnisterium durch! Minister ohne Portefeuille,-die von der Abgeordnetenkammer für die Dauer der Legislaturperiode nach! den Vorschlägen der Parteien zu delegieren sind. — Ta die Vor­ besprechungen noch nti-fjjt erledigt sind, ist die für Freitag anberaumte Sitzung der Abge­ ordnetenkammer wieder verschoben Word atz. , Tic christchchje Bauernd ereiits-Borstandßtzjaft hat in einer Sitzung am 15. Oktober in mehre­ ren Entschließungen ihre Wünsche zu den ver­ schiedenen Tagesfragen niedergelegt. Sie lau­ ten kurz zusammengefaßt: 1. Unterstützung der Bestrebungen der neuen Reichsregierung zur Erringung eines würdigen Friedens; 2. Festhaltung an der Liebe und Treue zum Königs­ haus; 3. stärkerer Anteil des Volkes an der Bestimmung und Leitung seiner Geschicke, wei­ terer Ausbau des Wahlrechts, gründliche Re­ form der Reichsratskammer; 4. Durchdringung des Staatslebens mit dem Geiste des Christen­ tums, entschiedenste Bekämpfung der während des Krieges zutage getretenen sittlichen Sch,äden, des maßlosen Dranges nach Genuß und Wohllebens, des rücksichtslosen Rennens und Jagens nach Gut und Geld und schamloser Ausbeutung der wirtschaftlich Schwachen, des weitverbreiteten Koiegswuchers und Schleichfhandels; 5., sofortige Beseitigung der schweren Mängel auf dem Gebiete der Heeresverwaltung, gleichmäßige Verpflegung von Offizieren und Mannschaften, Aufhebung des Einjährigen-Berechtigten-Shstems, Verwendung aller verfüg­ baren überflüssigen Mannschaften in der volks­ wirtschaftlichen Produktion: 6. Unabhängigkeit der bayerischen Regierung auf staatspolitischem, sinanziellekir, wirtschaftlichem und kulturpoli­ tischem Gebiete, und zwar a) volle staatspoli­ tische Selbständigkeit Bayerns, wie zur Zeit der Gründung' des Reiches vertragsmäßig zugesi­ chert, b) Belassung der zur Fortführung des bayerischen Eigenlebens notwendigen Einnah­ mequellen auf steuerpolitischäm! Gebiete, c) un­ gesäumte Wiederherstellung der unter dem Drucke der Kriegsgeseftschaften vollkommen ver­ loren gegangenen wirtschaftlichen Selbständig­ keit, d) ungeschmälerte Belassung des verfas­ sungsmäßig garantierten Rechtes der voftstänständig selbständigen Regelung der kulturpoli­ tischen Angelegenheiten, der Fragen der Kir­ chen- und Schülpolitik. 1 Der Kanzler zur FricSensfrage. In der gestrigen Reichstags sitzung ergriff der Reichskanzler Prinz Max das Wort. Er führte u. a. aus: 1 ' 1 < 1 ( Die erste Antwort des Präsidenten auf den Friedensschritt der deutschen Regierung hat in allen Ländern den Kampf der Meinungen über die Frage "Rechtsfriede oder Gewaltfriede" auf den Höhepunkt geführt. Tiefer Kampf der Meinungen ist noch unentschieden. ^ Die letzte Rote des Präsidenten Wilson hat dem deutschen Volke keine Klarheit darüber tzebracht, wie der ü,fentlichje Meinungsstreit aus­ gehen wird. Vielleicht wird uns die neue Ant­ wort des Präsidenten die endgültige Gewißheit bringen. Bis dahin, meine Herren, müssen wir uns in allen unseren Gedanken und in all unseren Handlungen auf beide Möglichkeiten rüsten: Erstens darauf, daß die feindlichen Re­ gierungen den Krieg wollen und daß! uns keine andere Wahl bleibt, als uns zur Wehr zu setzen mit der ganzen Kraft eines Volkes, das man zum Aeußersten treibt. Wenn diese Not­ wendigkeit eintrifft, so habe ich keinen Zwei­ fel, daß die deutsche Regierung int Namen des deutschen Volkes die 1 i nationale Berte idiguug aufruft, daß, wie sie im Nawefn des deutschen Volkes sprechen durfte, als sie für den Frie­ den handelnd eingriff (Bravo!), wie sie sich ! ehrlich aus den Boden des Rechtsftiedens ge­ stellt hat, sie zugleich die Pflicht übernahm, sich nicht kampflos einem' Gewaltfrieden zu beugen (Bravo!). | Eine Regierung, die hiefür kein Empftnden hat, tväre der Verachtung des kämpfenden und arbeitenden Volkes preisgegeben. (Sehr richtig!) Sie würde vom Zorn der öffentlichen Meinung weggefegt. I ! Der Kernpunkt des Wilsonschen Prvgram- [ mes ist der Völkerbund. Er kann wahrlich, zustande kommen, wenn die sämtlichen Völker zur nationalen Selbstüberwindung sich auf ras- * fen. Tie Realisierung der Rechtsgemeinschaft verlangt die Aufgabe eines Teiles der unbe­ dingten Selbständigkeit, die bisher das Zei- j chen der Staatshoheit war, von uns wie vonj anderen (Sehr richtig). i ' I Zur inneren Politik gab er seiner Genug- [ tuung über die Sicherung des gleichen Wahl­ rechtes in Preußen Ausdruck und verwies auf die Gesetzentwürfe, welche Mitgliedern des Reichstages die Möglichkeit geben, in die Re-, ! gierung einzutreten, ohne ihr Mandat zu ver- ( 'stören, die Verantwortlichkeit des Reichskanz­ lers regeln tunb dem Reichstag als der berufe­ nen Bolksve-rtretung bei der Entscheidung über die wichtigsten Lebensfragen der ganzen Na­ tion, bei den Fragen von Krieg und Frieden, ein volles Mi tbestimmüngsrecht sichert. ^ i, ! Der Kanzler wies. sodann aus die Erleich-. terungen im Belagerungszustand und die Gnadenafte hin und betonte, das Ziel der jteue« 1 Regierung sei die politische Mündigkeit des deutschen Volkes. (Lebh. Beifall.) Mir und meinen Mitarbeitern steht es vor Augen un-, verrückbar als Leitstern. Tie einzelnen Mitglieder der Regierung gingen ursprünglich von ihren Ausgangspunkten aus. Sie Verfolgen­ aber das gemeinsame Ziel Imit derselben Treue, und deshalb haben ihre Wege immer näher zu einander geführt. Das deutsche Volk sitzt seft langem im Sattel, nun soll es reiten. Unser Volk hat schon längst eine Reihe von Rechten, um die es imjanche der reiferen Nachf barstaaten beneideten. Die deutsche kommu­ nale Selbstverwaltung war in mehr als einer Hinsicht mustergiltig. Das Reichstagswahl recht war lange Zeit das freiest» Wahlrecht der Welt und der Reichstag, der so frei gewählt war, hatte stets das starke politische Macht­ mittel der Budgetbewilligung. Aber das deutsche Volk machte in bert ntscheidenden Punkten von seiner Macht •. 1 nett Gebrauch. Wem eine Meistergeige ges' -nkt wird, der ist deshalb noch kein Meister des Geigen spiels. Er muß, gewillt sein, seine Fä­ higkeiten daran zu üben. Das deutsche ' olk hatte sein Instrument nicht miit voller K aff zu spielen unternommen, weil es die e'/ge­ setzten Herren gewähren ließ. Seine Hinptkraft wirkte sich aus in großen Einzellei.ningen außerhalb der Politik. Nicht die Wft'kür dere ingesetzten Gewalten, sondern der Ma 'gel an politischem Machtwtllen im Volke ehielt Deutschland so lange als Obrigkeitsstaat. Seit dem Juli 1917 reifte der Entschluß zur politi­ schen Verantwortung und jetzt, Ende Septem­ ber, ist er zum Durchbruch gekommen. Und dadurch ist alles neu geworden. Und, meine Herren, darin liegt d^e Gewähr für den Be­ stand und den Ausbau des neuen Systems. Es sind durch die entscheidendde Wendung in ber charakteristischen Entwicklung des beutj!fen Volkes die einzelnen Taten und Opfer unaus­ bleiblich geworden. Darin liegt eine bessere reale Garantie, als in irgend welchen Gesetzesparagraphen. Darin sehe ich die Wurzel der Kraft der neuen Regierung. ^Hieraus ergibt sich für mich, eine sichere Marschroute für alle unsere Maßnahmen. Wir dürfen nicht um des Auslandes willen, auch nicht um der Not des Augenblicks Herr zu werden, zu Regierungs­ formen greifen, hinter denen nicht unsere in­ nere Ueberzeugung steht, und die nicht ein Ausdruck unseres eigenen Willens sind, sonst handeln wir unaufrichtig und nehmen dadurch dem neuen System!, das jetzt seine erste Probe besteht, den Stenchel der Unwiderruflichkeit, den wir nicht entbehren können. (Beifall.) ────────── ' Jetzt hatten sie Kckitum erreicht. Hoch« hob sich der stumpfe, iveithin sichtbare Kirchturm empor. f , "Ja, zwei alte Shlter Jungfrauen sollen ihn erbaut haben, mit der Prophezeiung, daß er einst zusammenstürzen werde. Man erählt sich auf Sylt, daß nicht viele Mädchen den Mut haben, an dem alten Turm vorüberzuge­ hen." i 1 i : < ‘ "Sie auch nicht, Jnken?" Sie sah ihn erstaunt an, daß er den Ton wechselte und nicht mehr zu ihr sprach,, wie ws sonst Brauch auf der Insel war. 1 "Ich!" Sie lachte fröhlisch! auf. "Ich bin weder 'schön noch bin chch, eitel! Mir tut der alte Turm nichts. Uebrigens war die eine der grämlichen Shlter Jungfrauen meine Namensschweswr — — denken Sie nur", — auch! sie fiel plötzlich in die Anrede, die Tam Erichs angeschlagen — sie hieß Ing und ihre Schwester Dung". ' t ' "Gehen Sie fort!" Tam Erichs griff un­ willkürlich nach, Jnkens Arm und zog sie hef­ tig an sich. Sie standen gerade unter dem alten Turm, um den noch ein letzter Abend- , schein glühte. ! - , Jnken lachte hell aus. "Sie scheinen mW doch für sehr eitel zu halten", rstef sie mit einer Art kindlichen Entzückens — "oder für" — "Sehr hübsch", entgegnete er ehrlich und sah ihr ehrlich in das rosige Gesicht, das nun unter seinem Blicke noch mehr erglühte. "Tort sind Keitums Häuser," rief sie ver­ wirrt und deutete die stattliche Torfstraße enklang. I I ' . , i ! i ' [ >"Wiß( Ihr die Wohnung des Kapitäns Stöwetn?" fragte Tam Erichs, wieder in den alten Ton verfallend. ! > "Stöven, Titlest Stöben", rief sie erblei­ chend. "Was, was wollt Ihr von ihm?" "Ihn besuchen", gab der Fremde erstaunt zurück. "Ich habe einst mit ihm fremde Meere durchfahren, und ich bin gut Freund mit ihm. Kennt Ihr Kapitän Stöben?" "Ob ich ihn kenne?" Sie lachte fast hei­ ser. "Rur zu gut kenne ich ihn, aber wißt, Herr, niemand, der bei Titlef Stöven zu Gast ist, darf seinen Fuß auf den "Tüfhoog" setzen, obgleich der "Helhovg", den sich, Titlef Stöven etbaut, hart an den "Tüfhoog" stößt. Wir sind Feind mit Titlef Stöven, der seinen Hof, um uns zu kränken, nach der Todesgöttin"Hel" genannt." i ! - 1 1 "Ihr seid also Nachbarn?" ries derFremde fast fröhlich aus, "da werde iss, Euch also Wiedersehen, schön Jnken Bootje". Sie machte vor einem großen, stattlichen Friesengehüft Halt. , I "Tort geht Euer Weg!" sagte Jnken leise, mit gesenften Augen dem Fremden die Hand reichend. ."Bergeßt bitte, was ich, Eujh! über Ttiles Stöven gesagt habe. Wir kennen ein­ ander nicht. Merret will es, Merret befiehlt." Sie nickte Tam Erichts noch, einmal zu, ein süßes, versonnenes Lächeln um den roten Mund, dann verschwand sie hinter den Rosenhecken. Tam Erichs fröstelte, die Sonne war unter!gegangen. Langsayr ging er die Torf straff ent­ lang, dem "Helhoog", dem Besitztum desFreundes zu. Das Haus lag schon tief im Wendschat­ ten, und düster und unheimlich neigten sich windzerzauste Bäume darüber. TunkelsStrauchwerk faßte auch den schmalen Gang ein, der durch den Garten bis an .das Haus führte. "Helhoogap", flüsterte Tam Erichsunwiftkürlich das heißt in der Friesensprache "TodesschluM", und er war doch gekommen, Sonne "in betn stiften Friesenhaus zu finden, Sonne, die das ’ Herz erwärmt. t ( , a (Fortsetzung folgt.) ,, ────────── —* Der Militär-Verdienstorden 14. Klasse mit Schwertern wurde dem! Leutnant Hans Widenmaher des 16. Jnf.-Regts. ver­ liehen. l —* Das Militär-Verdienstkreuz 'erhielt der Gesreite einer ° Flakbatterie Herr Anton Gruber, Sohn des Herrn Untermlillers Gruber hier, und der Jäger im 2. Jäger-Bat. Herr Jakob Reichardt von hier. —* Das König Ludwigkreuz erhielten Frl. Ella Schramm, Dolmetscherin, jetzt in Puchheim, und der Kontorist Herr Josef Mül­ ler von hier. i —* Vermißt wird der Gesreite im Bah.' Resn-Jnf.-Rgt. Nr 1, Herr Karl,.Wolfram, Ma­ ler und Sohn des Herrn Malermeisters Fried­ rich Müller hier. ( 1 r —* Die Landshuter Liedertafel hielt am Montag abends in der Martinsturn­ halle ein außerordentliches Konzert für Mit­ glieder und Nichtmitglieder ab. Es war ein Lieder-, Balladen- und Arienabend, für den deh k. Hofvpernsänger Dr. Emil Schacher vom k. Hoftheater München gewonnen worden iriar. Der Künstler ist nicht nur eine Bühnengrüße, sondern auch ein hervorragender Konzertsän­ ger, dessen herrlicher weicher Bariton und bis ins kleinste durchgearbeiteter Vortrag die Hörer bezaubert. Lieder bon Schubert und Schumann und Beethovens "Die Ehre Gottes" leiteten das Programm ein. Ihnen folgten Balladen von Löwe und Wolf. Auch der Münchner Tondichter Richard Trunk kam zu Worte. Ten Schluß! bildeten Arien von Offenbach,, Marschß ner und Verdi. Hier befand sich der Künstler auf seinem ureigensten Gebiete, hier bot er vollendete Glanzleistungen, deren eindrucks­ volle Schönheit wohl jedem Besucher lange in Erinnerung bleiben wird. Reicher, oft stür­ mischer Beifall der den 'Gaal dicht füllenden Zuhörer schar dankte dem Sänger für die ge­ botenen hohen Kunstgenüsse. 'Herr Hoskapellmeister Anton Schlosser-München schuf dem Künstler eine würdige Begleitung auf dem Flü­ gel. Ter Abend, der im Dienste der Wohltätig­ keit stand, dürfte wohl jedem Besucher volle Befriedigung geboten haben. 1 —* 50 Pfund Kalb fleisch waren am letzten Freitag am hiesigen Bahnhöfe beschlag­ nahmt worden und soAten der Volksküche über­ geben werden. Das Fleisch erwies sich, aber bei der Beschau als verdorben und muhte in­ folgedessen auf den Wasen verwiesen Werdens. —* Die Versteigerung des Schwei­ zer Viehes am hiesigen Viehmarktplatze fin­ det morgen Donnerstag vormittags 10 Uhr statt. r ' 1 U ; i i —* Bei dem heiteren Abend amTvnnerstag abends halb 8 Uhr im Stadttheater dessen Programm Willi Braun in großer Viel­ seitigkeit allein bestreitet, wechseln zeitgemäße eigene Gedichte mit lustigen Vortragsstücken von Rosegger, Stiller, Thoma, A. De Nora Hochstetter, Ettlinger und Roda-Roda. Beson­ ders eigenarttg und erfolgreich! sind die lustigen Lieder am verrückten Klavier. Am Schlüsse wartet Willi Braun mit Schnurren und Späs>sen auf. WMi Braun ist schwer kriegsbeschä­ digt. Ein Teil der Reineinnahme wird dem Roten Kreuz überwiesen. In den Pansen spielt die Stadtkapelle. Vielleicht interessiert es auch! noch zu erfahren, das Willi Braun demnächist an die Front reift, unt bort seine Kameraden aufzuheitern. Mtglitzder der Liedertafel Lands­ hut haben die beiden Sondervorstellungen üb­ lichen ermäßigten Preise. 1 , < —* Neue Frachtgutsperre. Zur Ge*tomnung von Wagen für den Versandt von Kartoffeln, Getreide usw. wird tot rechtsrhei­ nischen Bayern vom 23. mit 25. Oktober die Annahme von Frachtgutftück gesperrt. Zuge­ lassen werden nur Lebensmitteln, Nähr- und Genußmitteln und Verpackungsmaterial fllrLebensmittel. Die Annahme von Frachtgüistüjkken von Militävgut und Privatgut für die Mi­ litärverwaltung ist nur in dringenden pifen mit Genehmigung der Linienkommandantur zuMssig. I - " ! —* Die Renten-Anstalt der baher^ Hypotheken- und Wechselbank veröffentlicht tot Anzeigenteil der heutigen Nummer eine Be­ kanntmachung. auf Sie teile besonders Vertveisen, ────────── Stadttheater. Am Sonntag abend hatte unser Stadt­ theater wieder Hochbetrieb. Alles wollte ihn wiedersehen und hören den Leharschen tanz­ lustigen Operettengrasen von Luxenburg, der all sein Geld verjuxt. Daß, es sich in dem Werke hauptsächlich! nur um die Musik handelt, bewies schon der Theaterzettel, indem er die Libretttsten ganz verschwiegt Kapellmeister Bader führte mit seinen Getreuen den orchestra­ len Teil zu befriedigender Wirkung. In Frau Carola Galster et. G. besitzen wir eine stimmlich wie darstellerisch ganz vorzügliche Angela^ Im Vereine mit dem bvnvivanten Renee ihres Gatten Herrn Tri Quedenfeldt garantierte sie den Beifall und Erfolg, des Abends, der sich in der Befriedigung der operetten seligen Hörer widerspiegelte. Herr Koller trug sowohl als Spielleiter, wie als stark glossierter Fürst Basil regen Anteil an der günstigen Ausnahme. Ein humorvolles, leichtsinniges Bohemepaar Juliette und Armand kreierten Frl. Mikulska und Herr Varndal. Eine neue weiblich ko­ mische Kraft stellte sich in Frl. Burkgraf (Grä­ fin Kokozow) vor. Auch beim Tamenchpr mvM te sich Verstärkung bemerkbar. Das Publi­ kum quittierte die fortschreitende Besserung in der Operette (die leichte Muse ioireb hoffentlich nicht ausschließlich als Kulturaufgatzbe des Thea­ ters angesehen) mit großer Beisaallssreude. 1 1 i 1 Dienstesnachrichten. StaatSeiseubahuverwaltung. Berufen in etatsm. Weise: techn. Eisenbahnsekretär Alois König von der Kanalbauinspektion Deggen­ dorf an die Bauinspektion Plattling, Michf, Maier von der Kanalbauinspektion Deggendorf zur Eisenbahndirketion Ludwigshafen. In den dauernden Ruhestand versetzt unter Anerken­ nung seiner Dienstleistung ab 1. Nov. c.rStrekkenwärter Josef Schürghuber in Bm. Strau­ bing? versetzt in etatsm. Weise auf Ansuchen!': Lokomotivheizer Jos. Ammer Vfvn München H. nach Landshut? Stationsdiener im Nebenbahndf Joh. Kolb von Mainburg nach Trostberg. — Berufen in etatsm. Weise: techn. Oberassistent Dominikus Liege! von der Kanalbauinspektion Deggendorf zur Bm. Deggendorf; Bauassistent Alois Zöls von der Kanalbauinspektion Teg-' jgenborf zur Bauinspellion Plattling. ────────── Madrid, 20. Oktober. Die spanische Re­ gierung hat folgende anttliche Note veröffent­ licht, in der es u. a. heißt: Der Ministerrht hält den Zeitpuntt für gegeben, die öffentliche Meinung über die schwebenden Verhandlungen betvessend den Ersatz des versentten Handels­ schiffsraumes zu unterrichten. Die Note sagt ausdrücklich, daß die strikte Neutralität austocht erhalle» werden soll. Spanien will die gute Freundschaft zwischen den beiden Regier­ ungen erhalten. Angesichts der neuerlichen Versenkungen spanischer Schisse wurde es im­ mer dringlicher, einen sofortigen Besitzwechfel und die Verwertung von deutschem Schiffs­ raum für Spanien aus den in unsere Häfen ge­ flüchteten Schiffen vorzunehmen. Zu diesem Behufe sind durch freundschaftliche Benachrich­ tigung 7 deutsche Dampfer von zusammen ca. 21600 Tonnen Laderaum bezeichnet worden^ Sie sind der spanischen Regierung übergeben worden in der Weise, daß die besagte Uebergabe im Einvernehmen zwischen dem VerpflegungsMinisterium und einem Herren Beamten der kaiserlichen Botschaft stattfinden wird. 1 Druck u. Verlag I. F. Rutsch. Verantwortlicher Schriftleiter F. X. Wagner. Beide in Landshur folge in der Hofburg ein Kronrat statt, welcher sich eingehend mit der gegenwärtigen Potta­ schen Lage besaßt. j i , Die rumänischen Hasen gesperrt. Moskau, ,20. Oktober. (Pet. Tel-Ag,) Aus zuverlässiger *Quelle kommt die Nach­ richt aus Odessa, daß die rumänische Regier­ ung alle rumänischen Häsen am Schwarzen Meere und an der Donau für geschlossen er­ klärte. < t . I I.; , ' ; Die Zensur in Spanien aufgehoben. , ' Wien, 22. Oktober. Das Wiener K. K: Teb--Korr.-Büro meldet aus Madrid, die atm 20. August eingeführte Pressezensur wurde durch einen k. Erlaß in ganz Spanien ausgehoberh ( ( ; Die spanische Schiffsfmge. Letzte Posten. Admiral Scheer ins Große Hauptquartier abgereist Berlin, 22. Oktober. Der Chef des Ad­ miralstabes der Marine Admiral Scheer ist nach dem Großen Hauptquartter abgereist. ( Die Räumung der besetzte« Gebiete. London, 23. Oktober. Reuter gibt eini­ ge Ansichten wieder, die man in maßgebenden Kreisen hinsichtlich, der Lage, wie sie ffä,, auf Deutschlands Note an Wllson ergibt, bertritfi. Tie deutsche Note nimlmt an, daß, Wilson nur die Räumung der besetzten Gebiete fordert Die Teutschen gehen intimer noch von dieser Annahme aus. Das ist aber nicht der Fall und dies ist ein Punll, der ganz klar gestellt werden sollte. Die Freiheit der Meere, wie sie von den Deutschen verstanden wird, kann z Großbritannien überhaupt nicht annehmen. Es | gibt noch verschiedene Marinesragen, die der < AufMirung bedürfen und die noch, nicht be- I rührt wurden. Sie umfassen auch die Frage der Entschädigung und Wiederherstellung^. i f * Liebknecht begnadigt. Berlin, 22. Ollober. Wie das WTB. hüört, bestätigt es sich, daß sich unter den von dem letzten Gnadenakt betroffenen Personen auch Karl Liebknecht befindet. , , i 1 Die Flucht aus de« Kampßzvbieteu. | Amsterdalmj, 22. Oktober. WK das Stnjgetwtt Handelsbkad aus Maastricht er­ fährt, kamen in Jstervvort gestern Morgen dtp,! ersten 500 Flüchtlinge an. 1 s , i '' 1 Ein Kronrat i« Wie», d Wien» 22. Okvbert. Rach einer gemein­ same» Mnisterkonserenz fand den Blätter» zu- ────────── Bekanntmachung. Gegen 2 Reservemarken L werden zusammen 25ÜGrammHaserfiocke« abgegeben bet der Firma Alois Aohlndorser, Mstadt — Theatergaffe. Die Abgabe erfolgt auf Lebensmittelkarte Nr. 1— 500 am Donnerstag, den 24. Oktober, Nr. 501—1000 am Freitag, den 25, Oktober, Nr. 1001—1500 am Samstag, den 26. Oktober, Nr. 1501—2000 am Montag, den 28 Oktober, Nr. 2001—2500 am Dienstag, den 29. Oktober, Nr- 2501 und höher am Mittwoch, den 30. Oktober. Lands Hut, den 22. Oktober 1918. Sta-tmagistrat Landshut. Dr. Hrrterich. 2949