Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-10-28. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 295, 1918-10-28. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. 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(Amtlich,) Un­ sere Mittelmeer-Unte rseeboote vernich teken nach! neuen Mewungen in erfolgreichen Angriffen! auf stark gesicherte Geleitzüge über 42000 Seu M.-Tonnen Schiffsraum. Des weiteren wurde eine mit einem! Zerstörer zusammenarbeitende Unterseebootsfalle durch mehrere Artillerietres-» f er beschädigt. ( ( f r 1 ' ' ' Mehrfach wurde als Ladung der versenkten Schiffe Kriegsmaterial festgesteltt. Gin SDtunfc» tionsdampfer flog unirutttetoar nach dem To r- Da öfterr.-sag. VE 1 WTB. Wien, den 2(5 Oktober, mittags. Amtlich wird gemeldet: gtalleuischer Kriegsschauplatz. Tie Kämpfe in den Sieben Gemeinden fanden gestern nach den Mißerfolgen, die Ita­ liener und Franzosen am Vortrage erlitten i haben, keine Fortsetzung. i | , f Oestlich der Brenta kam es erneut zu einem erbitterten, bis in die Nacht andauernden Rin­ gen. Der Brennpunkt des Kampfes waren tote» jjt der der Monte Assolone und der Monte Pertica, I die mehrmals in die Hände des Feindes sielen, I um immer wieder durch Gegenangriff zurücker-i obert zu werden .Nur unter den schwersten Opfern vermochten die Jtallener gegen Abend ! auf beiden Berg kuppen neuerdings Fuß zu fas- j sen. Dagegen blieben alle Anstrengungen des ' Feindes nordöstlich des Monte Pertica, in un- i sere Linien einzudringen, vergebens. Auch neu­ erliche Anstürme gegen den Spinuccia schei­ terten an der Tapferkeit der Verteidiger. Im Assolvnebecken schlugen unsere Svherungstruppen italienische Vorstöße ab. TieHaltung unserer Braven war wieder über alles Lob erhaben. Verdient von den vorgestrigen Kämpfen westlich der Brenta noch das oberungarische Jns".-Mgt. Nr. 125 besondere Aner­ kennung, so trug gestern im Assolonegebiet na\ mentlich das kroatische Landwehr-Rgt. Nr. 27 I durch sein selbsttätiges Mitwirken an den Käm­ pfen eines Ncachbarabschnittes wesentlich zur Festigung der Front bei. , _ [ EinstiMmixg wirb wieder die Tätigkeit der Artillerie hervvorgehohen, die durch wirkungs­ volles Zusamirmenarbeiten mit bet Infanterie an der Behauptung des.Schlchhtfeldes ruhm­ vollen Anteil nahm. Infanterie- und Schlachtflieger beteiligten sich im Erkundungsdienst und im Kampfe gleich erfolgreich. 1 Balkan kriogSscha,»Platz: In Serbien gingen wir schrittweise in die Stellungen von Kragujevac zurück. ^ Aus dem albanischen Kriegsschaupaltz keine größeren Kampfhandlungen. Der Chef des Generalstabs Forderungen des interalliierten Parla- \ mcntskoMitees. Antsterdam, 27. Okt. Aus London wird gemeldet: Aus einer Konferenz der französischenglisch-belgisthr-italienischen Abteilung des in­ teralliierten parlamentarischen Komitees sind folgende Beschlüsse gefaßt worden: 1. Die Na­ tionen, welche jetzt für die Freiheit kämpfen, müssen eng zusammengeschlossen bleiben, bis die Gefahren durch den Sieg über die feindlichen Mächte beseitigt sind. 2. Die Verbandsrncishste müssen einen Plan entwerfen, damit nach dem Kriege der Völkerbund gesichert werden kann. 3. Zentraleuropa muß aus der Grundlage der Nationalitäten errichtet werden. 4. Die Ver­ luste infolge des Unterseebootskrieges müssen durch Uebertragung deutfjh>en Schiffsraumes so­ viel als möglich vergütet werden. 6. Tie Ver­ bandsregierungen müssen einen besonderen in­ teralliierten Luftrat einrichten, um nötigenfalls den letzten Widerstand des Feindes burch eine Reihe von Angriffen aus deutsches Gebiet zu brechen. 6. Das Komitee ersucht die Verbands­ regierungen, einen internationalen Luftverkehrsrat zu bilden, damit bestimmte Luftrouten organisiert werden können . ! ' WTB. Wien, den 27. Oktober, mittags. Amtlich wird gemeldet: Ftalieuifcher Kriegsschauplatz. Aus der Hochfläche der Sieben Gemeinden unternahm gestern der Feind wieder eine Reihe starker Teilvorstöße, die alle im Nahkamps oder im Gegenangriff abgeschlagen wurden. Weitere Angrisfsversuche scheiterten schon in unserem Abwehrfeuer. Der Feind erlitt große Verluste. In den Gebirgen ösllich der Brenta dauerte die Schlacht mit unverminderter Heftigkeit fork. Ten ganzen Tag über tobte der Kamps. Im Bereiche des Col Caprile büßte der Feind zeit­ weilig errungene Vorteile durch unsere Gegen­ stöße völlig wieder ein. Den Asolone nahm nach! erbittertem Ringen die 4. Division im Sturrne zurück. Unsere gegen den Pertica an­ gesetzten Bataillone gelangten in den Abend­ stunden bis an den Fuß der Kuppe. In der Nacht fiel auch diese in unsere Hand. Wiederhokte Versuche der Italiener, sich, in der Gegend der Fontane Secca auszubreiten, blieben trotz des Aufgebotes starker Infanterie und Artille­ rie vergebens. Auch an den Hängen des Monte Spinucia bereitete die Standhaftigkeit unserer braven Truppen den feindlichen Angriffen das gleiche Schicksal wie in den vergangenen Tagen. Die 'Leistungen I unserer Druppen stehen gegenüber den großen Waffentaten früherer Schlachten in nichts zurück. Mögen alle unsere Völker, deren Wohl und lMHe ohne Unter­ Heeresgruppe des deutsche« Kronpriuzcu. Von der Oise bis zur Aisne setzte der Franzose seine Angriffe fort. Beiderseits timt Origny schlugen wir sie vor unseren Linien ab.,Ter Gegner, der bei Pletne-Seloe in un­ sere Stellung eindrang, .wurde auf der Höhe nordöstlich des Ortes aufgefangen. Seine Ver­ suche, von hier aus durchs Angriff in nörd­ licher Richtung unsere Front an der Oise zu Fall zu bringen, sind unter schwersten Verlu­ sten für den .Feind gescheitert. Orignh und die Höhen südöstlich davon wurden behaup­ tet. Zahlreiche Panzerwagen des Feindes wur­ den zerstört. Tie Batterien des LeutnantsWeghoser vom Resl-Jeldartillerie-Rgt. Nr. 1 und Leutnants Cuppe vom Feld-Artillerie-Rgt. Nr. 37 sowie Leutnant Otto vom Jns.-Rgt. Nr. 445 hatten dabei hervorragenden Anteil. AmSerreabschnitte blieben feindliche Vorstöße ausMortiers heraus vor unseren Linien liegen. HiestigeAngrisfe gegen denSouchezabßhjnitt zwischen Froidmont und Pierrepont wurden von psos'enschen und ' württembergisshlen Negimeniern abgewiesen. Gegen Abend schlugen^das 'FüsilierRgt. Nr. 37, das Grenadier-Rgt. 119 und das Jnst-Rgt. 121 hier erneut mit großer straft vorbrechende Angriffe des Feindes zurück. Bei­ derseits von Sissonne blieb die feindliche Infan­ terie gestern untätig. 1 | ( Auf den Höhen westlich! der Aisne stieß ein eigener örtlicher Gegenangriff gegen den Sachsenwald mit starken Angriffen zusammen, die der Feind mit weitgesteckten Zielen zwischen Nizy-le-Comte und der Aisne angesetzt hatte. Schon beim Ueberslchpeiten der Höhe nordwest­ lich von Nizy-le->Comte erlitt der Feind in unserem Artilleriefeuer schwere Verluste. Hier sonne westlich von Bacogne sind die Angriffe 'des Gegners völlig gescheitert. In dem schluchtenreichen und 'dichtbewaldeten Gelände west­ lich der Aisne dauerten erbitterte Kämpfe tags­ über an. Bis zum Abend waren sie zu unseren Gunsten entschieden. Sie fanden etwa an der Straße Bacogne—Chateau-Porcien und bei Herpy ihren Abschluß, An der Aisnesront und bei der I i Heeresgruppe von Gallwitz ' , beiderseits der Maas keine größeren Kampf­ handlungen. i 1 ' Südöstlicher Kriegsschauplatz: Tie Bewegungen in rückwärtige Linien ver­ laufen planmäßig. In erfolgreichen Abweh rkäfmpfen bei Kragujevac und Jagodina sicherten Nachhuten den Abmarsch unserer Hauptkrjäste. Der Chef des Generalstabes des Feldheeres. * WTB. Berlin, den 27. Oktober. Amtli­ cher Abendbericht: 1 I t Ter Tag verlief ohne größere Kampfhand­ lungen. ( 1 1 ■ s t I ' Reichskanzler Prinz Max von Baden über die Kriegsanleihe: Die neunte Kriegsanleihe muß den un­ gebrochenen Selbsterhaltungswillen des deutschen Volkes zum Ausdruck bringen. pedotreffer mit hoher Stichflamme und unter gewaltiger Detonation in die Lust. Der Segleroerkehr in der Nordägäis, sowie der Phosphattransport von Sfax (Tunesien) nach Italien wurde durchs die Versenkung von 31 SlVlern geschädigt. ( Ter Chef des Admiralstabes der Marine. ────────── Der Krieg mit England. Tie Buren fordern ihr Recht. , t; H aa g, 26. Okt. Nach. einer Meldung des N. Courant Haben die republikanischen Buren von Südafrika in einer Versammlung von An­ gehörigen des Freistaates ein Manifest beschlos­ sen, in dem sie verlangen, daß, die von den Alliierten und den Vereinigten Staaten von Amerika für alle Nationalisten aufgestellten Rechtsgrundsätze auf Südafrika angeioenbet wer­ den sollen. Die Versammlung erklärt in dem Manifest, daß sie die Regierung Bothas als ungeeignet und unzuverlässig betrachtet und daß weder Botha noch. seine Regierung das Ver­ trauen des Asrikanervolkes verdient. Es wird in der Erklärung der Buren klar und mutig ausgesprochen, daß der Engländer das Recht der kleinen Nationen, für das er zu kämpfen vorgibt, auch innerhalb seiner eigenen Reijhsgrenzen in Anwendung bringen muß. 1 1 ────────── ses in Aussicht. Bekanntlich hat auf diesem Gebiete der Reichsausschaß der Kriegsbeschjädigtensürsorge durch! bi,e Vorlage einer Sonder-, schrift mit bestimmt gefaßten Vorschlägen zur Abänderung des Mannschastsversorgungsgesetzes vorgearbeitet. Diese bewogen sich nament­ lich! in der.Richtung der Schaffung eines Rechts­ mittelverfahrens zur Vertretung des Renteneistspruchs und der Bewilligung tmn Zusatz­ renten. Durch! die Zusatzrente soll der Kriegs­ beschädigte in seiner sozialen Schicht erhalten werden. Tie Höhe dieser Zusatzrente bemisst j sich nach besonders festgelegten Einkommens-! stufen, für die ein Durch schnittssatz aufgestellt! ist. Diesen Einkommensstusen sollen die Kriegs-! beschädigten unter Berücksichtigung ihres Be- ; rufeg und ihres Einkommens vor dem Kriege, zugeteilt werden. Wesentlich ist auch, die in| der Schrift aufgestellte Forderung, daß, für: die Ehefrau und für die Kinder unter 18 Iah-! ren ein mäßiger prozentualer Zuschlag gur' Reute gewährt werden soll. Den in der Schrift ^niedergelegten Leitsätzen ist eine eingehende sachliche Begründung beigegeben. > i j Ter ösierr. Städtetag für die Nattoualregiernng. Eine im Wiener Rathause abgehaltene außerordentliche Tagung des deutsch-österreichi­ schen Städtetages nahm nach längerer Debatte einstimmig eine vom Bürgermeister Weiskirichner unterbreitete Entschließung an, in welcher^ die Errichtung einer vorläufigen Nationalver-, saMmlung für Deutsch-Oesterreich, begrüßt und der zuversichtlichen Erwartung Ausdruck verlie­ hen wird, daß die Nationalversammlung in der schwierigen Zeit des Ueberganges zur neuenOrdnung die Interessen der durch, die Kriegswirkuu’gen schwer betroffenen deutschen Städte wah­ ren werde. Insbesondere wird verlangt, daß 'die Nationalversammilnng möglichst rasch, die gesamte Verwaltung des neuen deutschen Staa­ tes übernehme und sofort ein selbständgesVolks-, !ernährungsamt errichte. Die durch den Beschluß, der Nationalversammlung angekündigte Aus­ arbeitung der neuen Gemeindeordnung und ve^mokratischen Gemeindewahlordnung wird vom Städtetag gebilligt und begrüßt. , I Neuregelung der Mikihärverforgung. Bei den Verhandlungen int Reichstag am 22. Juni 1918 wurde von allen Parteien einstimmig ber Wunsch geäußert, die Regierung solle bald-1 möglichst an die Neuregelung des militärischen j Berforgungswesens herantreten. Man ivar sich, darüber einig, daß/ die derzeitige Versorgung den sozialen Anforderungen von heute nichts mehr genügt. Tie Regierung stellte auch die alsbaldige Vorlage eines Abänderungsentwur- \ Tages-Uebersicht. Tic Berhaudluugcu der Parteien über die Neuordnung in Bayern sind infolge $3eg=| bleibens der Sozialdemokraten abgebrochen j worden. Die Mch. Post sagte nun, daß die Sozialdemokraten durch die nicht genug rneit«; gehenden Zugeständnisse der bürgerlichen Patch teien hierzu veranlaßt worden seien. Dagegen, wenden sich, die AAsN. N. indem sie betonen,' daß, die Liberalen sogar in vielen Punkten' weiter gegangen seien, als die Sozialdemokra­ ten. Es ist jetzt zweifelhaft, ob die Beratnnch gen noch eine Fortsetzung erfahren, oder ob die Gesetzesvorlagen der Regierung abgewartet werden. I l ────────── Allerlei. Ter Gendarmen-Mörder Stedcelc wurde vom vberbayerischeu Schwurgerichte 1 in München wegen erschiverten Totschlages zu lebensläng!licher Zuchthausstrafe verurteilt. W \ Ein vierfacher Mord. Aus Sailzburg wird jtoirb gemeldet: In der Ortschaft Mitteregg an ,'der Stehr wurde eine grauenhafte Mordtat ver­ übt. Auf dem Bauerngut von Sebastian Mititerhuber fand man die Schivester der Besitzejrin, zwei hange Burschen, die mit dem! Be­ isitzer verwandt waren, und eine Taglöhnerin 'ermordet, zwei weitere Personen im Sterben liegend auf. Tie Ueberfallenen waren mit ei­ gnem eisernen Knüttel getötet worden, demBau- ern selbst war die Hirnschale eingeschlagen.. Zwischen den Tätern und ihren Opfern muß ein verzweifelter Kampf stattgefunden fjaben; Es handelt sich um RaubMprd. Nach, spä­ teren Meldungen sind auch die beiden Schwer­ verletzten gestorben. Von den Tätern hat man feine Spur. 1 i [ • i f , j Seine Frau erstochen. An der Gollierstraße in München ereignete sich, ein schreckliches Drama. Ter 35jährige, im Bekleidungsamt tä­ tige Schneider Michäel Tremmiel drang in eine Wohnung ein, wo seine von ihm getrennt le­ bende 23jährige Ehefrau Anna Tremmel von Furth bei Landshnt zu Besuch weilte, und erstach, sie mit einem, Seitengewehr durjch, vier Stiche. Ter Täte, der floh, wurde bei Zamdorf verhaftet. ! 1 , ────────── Ein Roman von der Insel Sylt von 1 | Anny Wothe. 11 . (Nachdruck verboten.) Ich sah goldene Zukunstsberge, und Werret sah sie mir ntjm. Wir liebten uns ohne viele Worte, und als ich. zum erstenmal htm auszog in fremde Meere und ungefonnte Wel­ ten, gelobten wir uns Treue bis in den Todv, Sie war treulos, die blonde Merret, treu­ los," knirschte Ditlef Stöben zwischen'den Zäh­ nen hervor, "und klein, Doktor, erbärmlich klein. 1 | Weil ich nicht schrieb, hatte sie mich für treulos oder für tot gehalten, was weiß ich, und ohne Zögern hatte sie den anderen genonVmen, den anderen, der ihr und ihren An­ gehörigen eine Versorgung bot. Was hatte, es mir genützt, daß ich unter heißen Seelen- j quälen jahrelang die Heimat mied, daß. ich erst! Schätze auf 'Schätze hätiste, um sie Merret ini den Schoß zu schütten? Sie, auf deren Liebes Versunkene Welten. und Treue ich Felsen gebaut, hatte mich, ver­ gessen, fortgetoorfen, wie ein Stück Spielzeug! Als ich zu der Erkenntnis kam, daß ich, ver­ raten und betrogen war, da ging mit abermals eine Welt in Trüm'mer. Wenn ich trotzdem lebe, so danke ich! das nur dem alten, halb oer­ rückten Weibe Maiken Taten, das mich, schon als Kind aus dem ©anbe aufgelesen. Sie nahm mich-, den Verzweifelten, Heimatlosen, den Enterbten des Glückes mitleidig in ihre armselige Hütte. Sie stärkte den Halbver« schmachteten durch. Speise und Trank, sie rich­ tete meinen gesunkenen Lebensmut wieder aus und wies mir ein Ziel, ein neues Lebensziel, Doktor, die Rache. Ihr habe ich. jetzt zwei Jahre geopfert, Dbktor. Es ist kösüich, einem lohnenden Ziel nachzustreben., sage ich, Ihnen. 'Es kühlt die Fieberglut in den Adern, es macht das Herz frei und die Sinne leicht. Ach,, Rache, Vernichtung, das ist das einzige, was meine Seele bHerrscht, Rache an Merret, die ^mich betrog!" I r 1 > 1 I Tam Erichs sah mit aufrichtiger Besorg,nis in das zornige, wild erregte Gesicht des 'Ka­ pitäns. Er zwang sich aber äußerlich, zur, Ruhe, als er mit überlegenem Lächeln sagte: "Nehmen Sie es mir nicht übet, Kapitän, aber Ihre Rachegelüste finde ich! erstens klein­ lich und Ihrer gar nicht würdig . . . und dann gefährlich, sehr gefährlich,, lieber Kapitän Stötoen!" i 1 ' " 1 , "Was soll das Heißen?" Stöoens Sti.Mme klang grollend und sein Blick war hart und gebietend. ' t i ! i 1 "Sachte, sachtch Kapitän," entgegnete der Doktor, sich gemächlW eine neue Zigarette an­ zündend. "Sie werden doch, zugeben, daß man nur dann so leidenschaftlich! nach Rache dürstet, wenn man — — na, wenn man noch liebt*“ Einen Augenblick starrte Ditlef Stöven dem Doktor betroffen ins Gesicht, dann aber lachte er schneidend auf. "Noch! liebt! Nein, lieber Doktor. So romantisch, sentimental ist die Sache nicht, tote Sie flch'dieselbe ausmalen,. Ich liebe sie nicht, die stolze, kalte, hochMüti-, ge Frau, die noch nicht mal ein mitleidiges Wort für mich, fand, als ichj so arm, so bettel­ arm vor ihr stand, in der Stunde, da ich ihren Treubrnch erfuhr, die noch, Anklagen gegen mich häufte, wo ihr ganzes Leben doch' nur eine Anklage gegen 'sie selber war. Ich liebe sie nicht, Merret Boot je. Ich, hasse sie auch, nicht, aber ich will ihr all die tausend Schmerzen heimzahlen, die sie -mir Hereitete..." > > 1 (Fortsetzung folgt.) ────────── Dienstesnachrichten. Staatslauvcrwaltung. Vom 1. November av wird der Bahnverwalter der Kanalbauinfpettton Deggendorf Gg. Kittemann in gleicher Dienstesergerrschaft an die Eisenbahndirektion Nürnberg in etatsm. Weise berufen. Jnstizverwattung.^ Ter beim Heere ste­ hende, im geitl. Ruhestand befindliche Straf­ anstaltsaufseher Alois Rupprecht wurde als Ausseher bei dem Zuchthaus Straubing in etatsm. Eizen schaft wieder angestellt. j , Postdienst. Befördert in etatsm. Weise ab 1. Oktober zum Packmeister der Schaffner Jos. Knierer in Passau; zum Schaffner der Post­ bote Seb. Filser von Metten nach Spiegelau. Versetzt in etatsm. Weise aus Ansuchen ab 1. Oktober der Schaffner Seb. Evtl von Spiegelau nach Tingolftng. ! ! ────────── Am besten für die Seinen sorgt wer sein Geld dem Staate borgt. Zeichnet "Kriegsanleihe! ────────── Schlachten erprobte Manneszucht, Eure Treue und der eiserne Gehorsam, der Muhl zu unvergleichlichlen Ruhmestaten befähigte, bleiben un­ veränderlich der Fels, an dem alle Angriffe ünb Brandungen zerschellen müssen. Ti» Zeit ist erfüllt von ernsten Wirrnissen. Diese dürfen an Heer und Flotte nicht heran. Klar und einfach wie der Eid, den sUhr vor dem Allnrächtigen abgelegt habt, sind, Soldaten, Eure Pflichten. Daran gibt es kein Rütteln und' kern Deuteln. In der Wehrmacht fanden feit jeher alle Völker der Monarchie gleicherweise; ihre Heimat, daher vevmsag sie so großes zu vollbringen. Wie sie in den Krieg trat, so wird sie über die Fährnisse der Gegenwart hinweg­ schreiten, ruhig und zielbewußt, ernsthaft und treu, zum Heile aller VMer. Gottes Seggen mit Euch! : l i- i ! i * i Karl. I Letzte Posten. Tie deutsche Antwort. ^ Berlin, 27. Oktober. Die 3. Note an [ Wilson ist, wie die "Voss. Ztg." schreibt, nach Ton und Inhalt die selbstverständliche Konse­ quenz der bisher unternommenen Schritte zur Herbeiführung des Friedens. Einen Fortschritt in der Gesamtläge kann sie nicht bedeuten, da angesichts der vollzogenen Umgestaltung der innerdeutschen Verhältnisse der nächste Schritt in der Entwicklung der Dinge Bei den Gegnern liegt. Tie "Börsenzeitung" meint, eine Wasfenstreckung, wie sie in der englischen und auch in einem Teile der französischen Presse gefordert wird, ist für unsere Regierung selbst­ verständlich unannehmbar. Tann muß, , das ganze deutsche Volk mit ihr eins sein. i Ludendorffs Nachfolger. 1 Wie der Bert. Lok.-Anz. höret, kommt als Nachsotzer Ludendorffs in erster Winie General Gröner in Frage. Außerdem könnnten noch in Bettacht kommen Generalmajor vvon Seeckt, Ge­ neral Hoffmann, General von LoWerg und Ge­ neralmajor Heys. , i Ruhestörungen in Berlin. Berlin, 27. Oktober. Im Anschluß an 5 Wahlversammlungen, welche die unabhängige soztaldemokrattsche Pattei Deutschlands am Sonntag mittags in Berlin veranstaltet hätte und an denen insgesamt ehtxt 6000 Menschen teilnähmen, kam es an einigen Stellen der Stadt zu Ruhestörungen, welche von der Po­ lizei ohne Schwiettgkeiten unterdrückt wurden. Bor der russischen Botschaft hatte sich am spä­ ten Nachmittag eine größere Anzahl unreifer Burschen versammelt, welsche durch ihr lärmen­ des Auftreten zahlreiche Neugierige herbeizo­ gen. Dadurch wurde der Wevkehr behindert, sodaßi er durch das Eingreifen der Polizei ge­ regelt werden »nutzte. Es fanden im ganzen 6 Verhaftungen statt. Hie östekreichißchp-unsarische Antwortnote. | ! Wien, 27. Oktober. .Stach Blättermeldun­ gen ist die österreichijfh-ungarische Antwottnote a» Wilson bereits fertiggestellt. Sie wird heute den maßgebenden Stellen vorgelegt und ist, wie die Blätter erfahren, in sehr entgegenkommen­ dem Torte gehallen. Sie wird heutespätestens morgen abgesandt. ! i ~ i Ein Armeebefehl Kaiser KarW. 1 Wien, 27. Oktober. Die Wiener Zettun­ gen veröffentlichen folgenden aus Reichsenau vom 23. Oktober batierten Armee- und Flotten­ befehl: Soldaten! Der Tag, der Euch die Heim­ kehr und den Ftteden Bringen soll, rückt näher. e 3)ie Pflichten, die Ihr bis zu jenem Augenblick 'noch zu erfüllen habt, sind besonders sicherere. Eure soldatischen Tugenden, Eure Ginsijcht und Euer Opfermut bestimmen mehr denn je die Zukunft aller Völker der Monarchie ohne Aus, nähme und Unterschied. Eure in ungezählten ────────── Inserate. ────────── Bekanntmachung. Allerseelens 1918 betr. Am 1. November ist dieAbhaltung von Mustk­ aufführungen aller Art in öffenlljchen Wirt­ schafte» und Cafes verboten. In den Ltchtspielunternehmen dürfen an diesem Tage nur Vorführungen ernste» Inhalte» stattfinden. Die Vorstellungen müssen abends 9 Uhr been­ det sein. Landshut am 26. Oktober 1918. Stadtmagistrat. 2991 Dr. Herterich» Schwarz. ────────── Ludendorff zurückgetreten. Die neue Antwort m$ Wilson. — Starke feindliche Angriffe in Flandern gescheitert. — Ein Durchvruchsversuch in mehr als 60 Kilometer Breite abgeschlagen. Fortdauer der Schlacht au der italienischen Front. - Ruhestörungen in Berlin. - Die österreichischungarische Antwort au Wilson fertiggestellt. — Ein Armeebefehl Kaiser Karls. Die neue Antwort an Wilson. 1 WTB. Berlin, 27. Oktober. (Amtlich) Die deutsche Antwortnote hat folgenden Wort­ laut: Die deutsche Regierung hat tum der Ant­ wort des Präsidenten der Vereinigten Staaten 'Kenntnis genommen. Der Präsident kennt die tiefgreifenden Wandlungen, die sich im deutsch jen Verfassungsleben vollzogen haben und voll­ ziehen. Die Friedensverhandlungen werden von einer Volksregierung geführt, in deren Händen die entscheidenden Machtbefugnisse tatsächlich u. verfassungsmäßig ruhen. Ihr sind auch die militärischen Gewalten unterstellt. 1 i Die deutsche Regierung sieht nunmehr den Vorschlägen für einen . Waffenstillstand entge­ gen, der einen Frieden der Gerechtigkeit ein­ leitet, wie ihn der Präsident in seinen Kund­ gebungen gekennzeichnet hat. - ! r ( gez. Sols. f 1 ■ Staatssekretär des Auswärtigen Amtes. Ludevdorff zurückgetreten. Generalquartiermeister Ludcndorsf zu» ; rückgetreten. i WTB. Berlin, 27. Oft. (Amtlich) S, M, der Kaiser und König haben dem General der Ins. Ludendorff, 1. Generalquartiermeister iml Felde, Kommandeur der 85. Inf.-Brigade heute in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disposition ge­ stellt. Gleichzeitig haben S. Majestät mit einer gnädigen Ordre an den General zu bestimmen geruht, daß das niederrheintsche Füssilier-Rgft 39, dessen Chef der General bereits seit längerer Zeit ist, fortan den Namen "General Ludendorss" führen soll. ────────── Aus Rußland. Tie Kämpfe in Sibirien. 1 Amsterdam, 26. Okt. Aus London wird gemeldet: Die britischen Truppen rücken gegen Krasnejarsk in Westsibirien vor, die japani­ schen Truppen haben Irkutsk erreicht—* "England u. Frankreich sollen zu Friedensverhandlungen bereitn sein" so klingt das Echo der feindlichen Zei­ tungen. Ein Friedensstrahl hell und licht durch-, zuckt die Herzen der leidenden Menschheit, un­ faßbar und doch. endlich den Bann lösend, 5er seit mehr als 50 Monaten die Welt bedrückt Aufmerksam! und mit feinem psychologischen Empfinden verfolgt die feindliche Presse gerade jetzt in den Tagen äußerster Nervenanspan­ nung die Volksstimmung bei uns. Der feindliche Nachrichtendienst versorgt die Regierung mit al­ len wichtigsten Ereignissen. Ruhe, Entschlossen­ heit und Einsicht in das Gebot der Stunde sind mehr denn je erforderlich, sollen unsere Feinde ihre Bedingungen nicht ins Unerträgli­ che steigern. Und diese Befürchtung könnte ins­ besondere dann zur Tatsache werden, wenn der Erfolg unserer Kriegsanleihe ausbleiben würdp'. Tie Kriegsanleihe, um deren großartige Er­ folge unsere Feinde uns bisher samt und son­ ders beneideten, ist das außjerpolitische Baro­ meter, an dem unsere Feinde unsere Widern standskrast u. Entschlossenheit beurteilen. Diese Erkenntnis muß gvweckt werden und imi Be­ wußtsein behalten werden. Sie ist die Schicksals«, stunde unseres Vaterlandes und deshalb die Stunde äußerster Pflichterfüllung. Tue deshalb' Deine Pflicht, wie sie jene im Schützengraben und im Trommelfeuer seit mehr als 50 Mona­ ten erfüllten und zeichne Kriegsanleihe. GcgP»revolnti«»äre Strömungen in 1 ' ' i r ~ Rußland. 1 : ■' Wie die Voss. Ztzg. meldet Haben bürger. liche und rechtssozialistische Kreise Rußlands sich zu einem allrussischen Bunde zur nationa­ len Wiederherstellung zusammengeschlossen.Das Ziel des Zusammenschlusses ist die konzentrische Bekämpfung der Bolschewik» und die Wieder­ herstellung Rußlands in den gevgraphischen Grenzen von 1914. [ \ ; t ", i i , v I ────────── Aus Amerika. W« Wahlaufruf Wilsons. Amsterdam, 27. Okt. Aus Washington wird gemeldet: Wilson hat einen Aufruf an das Volk gerichtet, bete den Wahlen int No­ vember wieder einen demokratischen Kongreß, zu wählen, roenn es seine Leitung in diesen kritischen Zeitläufen billige. Wilson erklärte in seinem Wahlaufruf, daß die ungeteilte Un-, tersiützung der Legierung durch die Nation angesichts der heutigen Schwierigkeiten notwen-' big sei. l i , ────────── vereinigten Körperschaften in München. Durchj Herausgabe wöchentlich! erscheinender "Mittei­ lungen" steht die Zentralstelle ständig in eng­ ster Fühlung mit den zuständigen Stellen, den verwandten Organisationen Bayerns und des Reichs- und den Mitgliedskövperschaften. 1 ! Einreihung in hohlere Zulagenklassen. Amtlich wird bekannt gemacht: Unter die Dienst­ orte an denen sich wegen besonders teurer Le-, bensverhältnrsse die Sätze der allgemeine,: Zu­ lagen um 20 to. H. erhöhen, werden mit Wir­ kung vom 1. Oktober folgende Orte eingereiht: Bad Kissingen, Bad Reichenhall mit den Nachjbargemeinden Gmain und Karlftein, Berchtes­ gaden, Frankenthal, Garmisch-Partenßirjchen " Neuaubing, Pirmasens, Schweinfurt. ; . j Schwerbeschädigte im Berufsleben. Das Vorurteil gegen die Wiederbeschäftigung Schwerbeschädigter ist bei den privaten Unter­ nehmern noch, immer nicht ganz geschwunden, obwohl die bisher gesamwelten Erfahrungen die Verwendbarkeit solcher Leute einwandfrlei nachgÄviesen hatten. Unter Schwerbeschädig­ ten versteht man iw! allgemeinen solche, die mit Renten von 50 Prozent oder mit höherer Rente entlassen wurden. Daß diese Leute noch, sehr gut als Arbeiter ihv Fortkommen zu fin­ den vermögen, das haben die Versuche in den technischen Betrieben zur Genüge gezeigt, so in den Munitionsfabriken, bei den Bekleidungs­ ämtern, in den militärischen Betrieben, wo die Heeresverwaltung selbst eine größt Zahl von Kriegsbeschädigten mft gutem Erfolg beschäf­ tigt. Die Postbehörde hat nach den neuesten Feststellungen fast 19 000 Kriegsbeschädigte ein- * gestellt, worunter 3000 Schwerbeschädigte sijchj befinden. Ein neuerlicher Erlaß, des Kriegsministeriums ordnet die tunlichste Berücksich­ tigung der Schwerbeschädigten bei der Ein-, stellung von Arbeitern in militärische Betriebe. an; auch von den übrigen Behörden darf weif­ testgehendes Entgegenkommen erwartet werden. ────────── Niederbayerische Nachrichten. Pfarrkirchen, 26. Oft. (Die Gtadtgemeinde), kaufte die Ruine der vor drei Wochen abge-' brannt«r Lettischen Mühle samt Wasserkraft und Grundstücken um 80000 Mark. Wie man hört, wird die Brandstätte völlig abgetragen^ und Kleinwohnungen gebaut. Tie Wasserkraft\ soll zur Erhöhung der Wasserkraft des un-' mittelbar oberhalb befindlichen städtischen Was­ ser- und Elektrizitätswerkes verwendet !rhr- j den. Mit dem Kauf wurde gleichzeitig ein seit Jahrzehnten imwer wieder aufgelebter Wasserprozeß, zwischen den beiden Wasserkraft-^' werken endgiltig beseitigt. 1 ────────── —* Am Allerhetligentag sind Musik­ aufführungen in Wirtschaften und Cafes ver­ boten. | 1 i —* Privatpakete Über 25 Kilo wer­ den vom 28. Oktober ab bei den Reichspost­ anstalten bis auf weiteres nicht mehr angenomsmen. Infolgedessen türmen von diesem Zeitpunkte ab auch bei den bayerischen Post­ anstalten Prtvatpa'kete nach, dem Reichchpostgebiek nur mehr bis zum Gewichte von 25 Kilo zur 'Weiterbeförderung angenommen werden.. Der innerbayerische Vevkehr wird von dieser Beschränkung nicht betroffen, l j , —* Ueber die Gewjährun g de r Kriegswochenhilfe besagt eine amtliche Bekanntmachung: Tie Wochenhilse für das un­ eheliche Kind eines Kriegsteilnehmers ist auch, dann gewähren, wenn sich, derselbe der Fah­ nenflucht schuldig macht oder durch gerichtli-i ches Erkenntnis z uerner Gefängnisstrafe von länger als sechsmonatlicher Dauer oder zu einer härteren Strafe verurteilt wird, vorausgesetzt, daß! der Kriegsteilnehmer dem Deutschen Reich, Kriegs- usw. Dienste leistet und aus diesem Dienste nicht förmlich, ausgeschieden ist, daß, die Verpflichtung des unehelichen Vaters zur Gelvährung des Unterhalts festgestellt und daß die Mutter minderbemittelt ist. I —* Volkszählung im Dezem.ber.Ter Bundesrat hat den Entwurf der Verordnung über die Vornahme der Volkszählung am 4. Dezember 1918 und den Entwurf über die Verordnung über die Zählung der Zivilbe­ völkerung zum Zwecke der Nahrungsmittelversorgung angenommen. ! ' 1 Lokales. L andrhut, Hm 28. Oktober. —* Mit dem Verdienst-Kreuz für Kriegs Hilfe wurden der Buchhalter Joh. Barth und der Maschinist Ferdinand Sflontt, Angestellte der Firma Zentralgesellschaft für chem. Industrie mi. b. H, in Landshut ausge­ zeichnet. i I - I ; —* Den He ldentod für das Vater­ land erlitten hat der Schütze Herr Heinrich! Bauer, einziger Sohn des Landsturmmannes Herrn Heinrich. Bauer, Zimm>ermann von hier. Der gefallene Held, dessen Brust das Eiserne Kreuz und das Mlitär-Verdienstkreuz zierte, stand im 21. Lebensjahre. [ , , Jr I —* Ueber süihrt wurde gestern die Leiche des in Frankfurt: am Main verstorbenen Herrn Oberleutnants d.. R. Hans Häuser des 2. Schw, Reiter-Regiments. Die Beerdigung findet mor­ gen statt. ; 1 , , —* Ein Lazarettzug brachte gestern mit­ tags halb 11 U'chr 179 Verwundete, die von der Fretw. Sanitätskolonne in die hiesigen Lazarette überführt wurden. j 1 ; —* Ludentnorff hat seinen Wschied ge­ nommen. Das äst die wichtigste Nach,richt der letzten Tage. Sice kommt nicht unerwartet. Das Schwert hat sitz! iden Interessen des Vaterlandes, der Volksregierumg gebeugt. Er brachte seine Stellung ferner Aleberzeugung und der Auffas­ sung feiner Pflichten und" Rechte zum Opfer. Mit ihm ist einer unserer Großen aus denk Weltkrieg vom Schauplatz abgetreten. Unver­ gänglich sind die Taten, die Ludendorffs Genie vollbracht. Hindenburg und ihm haben wir es zu danken, daß, b,ie russische Dampfwolze an der eisernen Wehr Deutschlands zerschellte, daß Ser­ bien, Montenegro und Rumänien in kühnen Angriffen zu Boden geschmettert, Italien weit von seinen Grenzen zurückgedrängt wurde. Ueber die letzten: Ereignisse im Westen wird wohl erst die Kriegsgeschichte den Schleier lüs­ ten. Jedenfalls Itotrb auch sie neben dem Hel­ dentum unserer tapferen aufopferungsvollen Kämpfer die Verrdienste Ludendorffs einst an­ erkennen. .' ! ' j —* Ein ge sch lachttetes Schwein im Gewichte von 108 Pfund wurde gestern am hiesigen Bahrkhof beschlagnahmt, als es der Infanterist Johann Förster von hier nach München ausführen woftte. Förster hatte das Schwein um den unglaublichen Preis von 636 Matt von dem Bauern Baumgartner in Wendelsttrchen gekauft, f i j —* 60 Pfund Mehl wurden am Samstag .beschlagnahmt, das in einem Koffer nach. München ausgeführt werden sollte, j —* Güter sperre. Ab 26. Oftober bis auf weiteres wird der gesamte Eil- undFrhchtgutoerkehr nach den Nürnberger Bahnhöfen 'gesperrt. Zugelassen werden nur Lebensmtt-^ tel, Nähr- und Genußmittel, U-Boots- und Flngzeugmaterial, dringendes Militärgut und Pri'vatgnt für die Militärverchaltung mit Ge­ nehmigung der Linienkomjmandantur sowieVerpackungsmaterial für Lebensmittel. ■*-* An Fett erhalten wir diese Woche 60 Gramm Butter. I ! —* Gemein sames Turnen betreffend haben am Samstag die beiden hiesigen Turn­ vereine, der Turnverein Landshut von 1861 und der Männer-TurnveMin einstimmig be­ schlossen, gemeinsame Turnabende am Montag, Mittwoch und Sarnstag in der Gymnasialturn­ halle abzuhalten. Damit dürfte die Plattform geschaffen sein für eine inertere gedeihli.se Ent­ wicklung des Turnwesens in Landshut. -* Das Brenaren von Oel- und Kerzen­ lichtern auf den.Gräbern am Allerseelentag ist auch, Heuer untersagt, i i ; ! , , ────────── Reichstag. In» Reichstag' standen gestern nur eine Reihe von Anfrage^ zur Behandlung. Hierbei wurde zugesichert. daß über die Gewährung einer gesteigerten Fürsorge für bedürftige Ren­ tenempfänger Verhandlungen schweben. Abg. Haase (U. S.) führte Ätoge über Auflösung von Wähleroersam'mlung in Berlin. Abg. Held (8:.) verlangt schleunige Abnahme der in den Gerbereien noch lagernden Häute und Freigabe von Sohlenleder zu Reparaturzwekken. Zn der Freitagsitzung regte Präsident Feh­ rendach an, die Antwort Wilsons von der Aussprache auszusshließssn. Graf Westarp (Ions.) erklärte sich nicht damit einverstanden, da es Gewissenspslicht Jet, dem tapferen Heere wis­ sen zu lassen, ob es kapitulieren müsse. Das Ausland müsse wissen, ob es noch Männer gebe im Teutschen Reiche (Großer Lärm, Rufe: "Unerhört" und Beifall). Abg. Ledebour (U. S.) wünscht die Aussprache, um den Vorwür­ fen des Grasen Westarp entgegnen zu könnens Abg. Ebert (Soz.) hält es ohne das amtliche Material nicht möglich,, in Erörterungen ein­ zutreten. Abg. Korsanth (Pole) meinte, der Zusamwendruch des Staates Preußen ist die Geburtsstunde aller unterdrückter Völker, auch Polens. Von Danzig hosst er, daß, es polnisch, wird, wobei es eben das Schicksal vieler Minoritüten erleide. Abg. Schultz (pt.) erhebt flam­ menden Protest gegen die Abtretung Danzigs. Abg. Gothein (F. Vp.) hüll die bisherige wahn» sinnige Politik für den Scherbenhaufen in El­ saß-Lothringen verantwortlich. Abg. S!chlee(Ntl) erklärt: Daß, die Polen sich, von uns tren­ nen wollen, haben wir nicht verslhpldet. Das deutsche Volk hat noch! Kraft in sich; es brauchst nur Führer. (Lebh. Sehr richtig! rchhts und bei den Natl.) Ein Hort der Geistessreihert ist Polen me gewesen. Wenn Ihr Fremde deutsches Land haben toolti, kommt und hott es Euch. Wir werden Euch; mit blutigenKöPfen heimschicken. (Lebh. Beifall rechts und bei Statt. Ruf: Endlich eine deutsche Rede! Hochrufe und anhaltendes Händeklatschen aus der Tri­ büne.) Abg. Tr. Cohn (U Ss hält die An­ brüche der Polen für übertrieben .Seine wei­ tere Rede wendet sich! gegen dtp Hohenzollern und den Militarismus .Auf den Weltimperia­ lismus und Weltmilitarismus wird die Weltre­ volution folgen. Wir reichen den Freunden jenseits der Grenzen zu diesem Kampfe die Hand (Pfuirufe, großer Lärm). Abg. Rühle ie Beratung des Antrages Wie­ derspruch da «s jhch Hier um eine neue Ver­ fassungsänderung handle. Es wurde aber dann die Zulassung der Besprechung beschlossen. Abg. Tr. Müller-Meiningen (F. Vg.) begründete die Anträge, welche die Reichskanzlerverantwortlichkeit, Unterstellung aller politischen und ob» ministrativen Maßnahmen des Generalstabes unter die Verantwortlichkeit des Kanzlers, Re­ gelung der Osfiziersernennungen und die Mrichtung eines Reischsamts fordern. Abg. List (natll!.) sttmjmte den Anträgen zu. Abg. von Graefe (kons.) hält sie für ein Stück des Schwanzes, das man den Reichshund ab­ schlägt, um Wilson zu beruhigen. Durch, die Aenderung werde der föderative Charakter des Reiches beseitigt. Tie überstürzte Gesetzmach jerei führe zum völligen Umsturz. Staatssekretär Gröber betonte, daß, die Reichsleitung für die Annahme der Anträge beim Bundesrat Ein­ treten werde. Abg. Landsberg (Szd.) meint, der Reichstag verlege den Staat in das Volk. Abg. Bernstein (U. S.) polemisiert gegen die Konservattven. Kriegsminister Scheuch kann nichts in den Anträgen finden, was das Ge­ füge des Heeres erschüttern könnte. Die Antrjäge per Unabhängtzen werden dann dem Verfassungsausschutz überwiesen, die Mehrheitsantväge gegen die Sttmmen der Konservativen angenommen. ' 1 1 i ────────── Bekanntmachung. Fettmenge für die laufende Woche: 60 Gramm Butter. Land Shut, den 28. Oktober 1918. Stadtwagistrat. Dr. Herterich. 2995 ────────── Bekanntmachung. Allerseelenfest 1918 betr. Nach Benehmen mit den kathol. Stadtpfarr­ ämtern wird für das heurige Allerseelenfest das Brennen von Oel- oder Kerzenlichter« ans den Gräbern oder in den Grabkapellen der hie­ sigen Friedhöfe untersagt. Laudshut, den 26. Dttobet 1918. Stadtmagistrat Dr. Herterich. 2992 Schwarz. ────────── Betreff: Sperrung des Geschäftsbetriebes. Die mit Magtstratsbeschluß vom 23. August er. über das Geschäft der Metzgermeisterswltwe Frau Walburga Seih dahier verhängte Sperre wird gemäß Magistratsbeschluß vom 18. ds. ab 1. Nov. er. aufgehoben. Landshut, den 23. Oktober 1918. Stadtmagistrat. Dr. Herterich. 2997 Schwarz. Bekanntmachung. Am Dienstag de« 39. r»s. Mts. früh 9 Uhr werden in der Gerichtsvollziehern dahier zwangsweise gegen bar versteigert 2996 57 618(6 Vm6l>0tt»Mtt. Landshot, den 28. Oktober 1918 V" StMgWhev-Vereill. Der Fortbildungskurs für Herren findet Mittwoch 8—9 Uhr statt. Die übrigen Kurse bleiben wie bisher. 2989 Dr. Stubeurauch. Druck u. «erlag I. F. SWtW. BeranttoortlWe« Schriftleiter F. 3E- Wagner. Best» fei LandWtt^ Bekanntmachung. ────────── Bekanntmachung. Am Dienstag de« 39. r»s. Mts. früh 9 Uhr werden in der Gerichtsvollziehern dahier zwangsweise gegen bar versteigert 2996 57 618(6 Vm6l>0tt»Mtt. Landshot, den 28. Oktober 1918 ────────── Stenographen-Verein. Der Fortbildungskurs für Herren findet Mittwoch 8—9 Uhr statt. Die übrigen Kurse bleiben wie bisher. 2989 Dr. Stubeurauch. ────────── Druck u. «erlag I. F. SWtW. BeranttoortlWe« Schriftleiter F. 3E- Wagner. Best» fei LandWtt^ ────────── Geschäftsbetriebe, die sich mit der Beschaffung und Ausleihung von Geld Befassen, (Einzelpersonen. Gesellschaften, Genossenschaften, Vereine, Sparkassen, Banken u. s. f.) haben nach dem Reichsstempelgesetz in seiner ab 1. VIII. Ist). IS. geltenden Fassung die Habenzinsen zu versteuern, die sie während ihres Geschäftsjahres für Einlagen für Guthaben in laufender Rechnung oder für sonstige von ihnen aufgenommene Geldbeträge berechnet haben. Befteit find: a) öffentliche Sparkassen für den eigentlichen Sparkaffenverkehr (Gegensatz: Geldverkehr, für welchen Sparbücher nicht ausgestellt sind und bet betn über das Guthaben durch Scheck verfügt werden kann; Geschäfte in laufender Rechnung mit Krediteinräumung auch wenn Verfügung mittels Schecks ausgeschlossen ist), b) Genossenschaften, deren Geschäftsbetrieb nicht über den Kreis ihrer Mitglieder hinausgeht. Die Inhaber von Geschäftsbetrieben der einschlägigen Art werden aufge­ fordert, ihr Unternehmen tpciteßetx& 15. glot>etti&ev 1918 beim zuständige» Rentamt anzuzeigen. Die Anzeige hat zu enthalten: Den Namen (Firma) und den Wohnort (Sitz der Firma) des Anzeige­ pflichtigen, die von ihm betriebenen Zweigstellen und ihren Geschästsfitz, die Art des Geschäftsunternehmens und die Angabe des Geschäftsjahres. Sparkassen und Genossenschaften, für die nach der Art ihres Geschäfts­ betriebes eine Steuerbefreiung besteht, haben dies unter Einreichung ihrer Satzungen und Geschäftsbedingungen bet der Anzetgeerstattuug nachzuweisen. Zuständig ist dasjenige Rentamt, in dessen Bezirk der Anzeigepflichtige feinen Wohnort (Sitz, Geschäftssitz) hat. Zweigstellen sind unter Angabe der Hauptniederlassung und ihres Sitzes auch dem Rentamt anzuzeigen, in dessen Bezirk die Zweigstellen ihren Sitz haben. Die Unterlassung der Anzeige steht unter Strafe. Weitere Aufschlüsse erteilt das Rentamt. Lands Hut, den 22. Oktober 1918. 2vso K Regierung von Ricdcrbahern, Kammer der Finanzen. x I. 93.: Schüler, K. Regirrungsdirektor. Aufforderung. ────────── Bekanntmachung. Eintrag im GesellschaftSregister: F.rma ,.F. % Sommer, Maschinenfabrik in LandShnt". Franz Haan paiutner, Ingenieur in Landshut wurde als Prokurist eingetragen. LandShnt, 23. Oktober 1918. 2987 kgl. Amtsgericht. ────────── —* Der deut sche Hilfsbund _f ilr kriegsverletzteOsfiziere veranstaltet zu'sarnmen mit der Deputation für das Fach? und Fortbildungsschulwesen der Stadt Berlin dort einen kaufmännischen Lehrgang -für Offiziere und Offiziersaspiranten. Der Beginn des Kur­ ses ist für 1. November 1918 vorgesehen. An­ meldungen sind an den Teutschen Hilfsbund. Berlin W. 8, Leipzigers^. 104 zu richten. Tort wird auch weitere Auskunft erteilt. Gegen den Gcndarmeninörder Siedele hat gestern die Verhandlung vor dem Schwupgerichjte in München begonnen.