Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom 1918-10-03. Unterstützt durch den Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Herausgeber: Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau (2016). Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International. Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk. Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut. 71. Jahrgang Nr. 270, 1918-10-03. Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt. (https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&db=100) Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet. Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert. Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen. Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes 'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/) der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)" ──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────── Kurier für Niederbayern Jahrgang 71 Nummer 270 3. Oktober 1918 ────────── Die Engländer bei Cambrai abgewiesen. Französische Angriffe in der Champagne gescheitert. — Prinz Max von Baden Reichs­ kanzler? — Die bulgarische Thronrede. ────────── zu einem ehrenvollen Frieden zu gelangen, entsprechend den schmerzlichen Opfern, die das Volk zur Erringung seiner Einheit aus sich ge­ nommen hat. In diesem Sinne wurde getan, was möglich war. Schließlich hat meine Re­ gierung nach reiflicher Erwägung der Lage be­ schlossen, unseren zcchlreichen Gegnern den Vor­ schlag zu machen, in Verhandlungen wegen des Abschlusses eines Waffenstillstandes, eo. des Friedens, einzutreten. Meine Herren De­ putierten! Die Regierung, die die geschaffene Lage und die Fülle von Fragen im Auge hat, welche diese aufgeworfen hat und noch aufverfen kann, beschloß, die Nationalversammlung zu einer 'außerordentlichen Tagung einzuberu­ fen. Es versteht sich' von selbst, daß dies nicht ausschließt, daß die Nationalversammlung in ihrer außerordentlichen Tagung sich mit ande­ ren Angelegenheiten wird beschäftigen können, die durch die Notwendigkeiten der gewöhnli­ chen und regelmäßigen Verwaltung sich auf­ dringen würden. Meine Herren! In der Ueberzeugung, daß Sie in Ihren Arbeiten und Entschließungen jene Geschicklichkeit, Weisheit und patriotische Gesinnung an den -Tag legen werden, die der gegenwärtige Augenblick erfordert, flehe ich den Segen des Allmächtigen aus Ihre Arbeiten herab und erkläre die 4. außerordentliche Ses­ sion der 17. ordentlichen Nationalversamm­ lung für eröffnet. Es lebe Bulgarien! (Lang anhaltender Beifall.) ' Nach der Verlesung der Thronrede folgte die übliche Gottesdiensthaltung, woraus der Mi­ nisterpräsident Malinow vorschlug, daß sich die Sobranje bis zum Freitag vertagen mlöge, da­ mit er dem Volk und den Vertretern der Nation eine erschöpfende Darstellung über die Mgemeine Lage, namentlich über die behufs des ab­ geschlossenen Waffenstillstandes und des Frie­ dens eingeleiteten Verhandlungen geben könne. Tie Versammlung nahm diesen Vorschlag an, woraus die Sitzung geschlossen wurde. i Gegen de» Zaren Ferdinand. Ter "Secvlo" erklärt: Tie Entente kämpft nicht gegen das bulgarische Volk. Sie ist be­ reit, in einen Frieden der Gerechtigkeit und Freiheit (!!) zu willigen, wenn Bulgarien sich durch Beseitigung der Dynastie erneuert haben wird. Bei der Neuordnung des Ballans wird die Entfernung der Koburger die Voraussetzung für die Herstellung eines dauernden Friedens sein. " ' ' Tie militärische Lage a« Balkan. Wien, 2. Oktober. Ueber die militärische Lage am Balkan erfahren die Blätter von zu­ ständiger Seite, daß noch« keine genauen Nach­ richten bezüglich der Verpflichtungen, die Bul­ garien in militärischer Beziehung auf sich ge­ nommen hat, eingetroffen sind. Tie Ereignisse haben sich so überstürzt, daß den österreichischungarischen Truppen, die in Bulgarien ein­ getroffen sind, vorerst die Ausgabe zugefallen ist, unseren militärischen und diplomatischen Stationen ihren Schutz angedeihen zu lassen. Von neuen militärischen Unternehmungen von Seiten der Entente ans dem Balkan ist noch nichts bekannt. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß sie ihren Vormarsch! fortsetzen. Bei Be­ urteilung "bet allgemeinen Lage ist immer im Auge zu behalten, daßi sowohl Albanien wie auch! Mazedonien nur Kriegsschauplätze von sekundärer Bedeutung sind und bleiben. Ikk Mg lit MM- [ Aus Italic«. ' ' ' Lugano, 2. Oktober. Orlando ist zum König ins Große Hauptquartier abgereist, um mit ihm über die durch den bulgarischen Waf­ fenstillstand geschaffene Lage zu beraten. 9er Luftkrieg. 300. Lufrsieg der Jagdstaffel Boclckc. Berlin, 1. Oktober. Der 27. September wurde zu einem Ehrentage in der Geschichte unserer Jagdflieger. An diesem Tage schoß die ehemals von Lauptmann Boelcke geführte Jagdstaffel das 300. feindliche Flugzeug ab. .In beispiellos schneller Folge hat die Staffel seit ihrem Bestehen Sie§ -an @teg gereiht, auch . nach dem Tode ihres Führers und Meisters^ Viele unserer Besten haben in dieser Staffel gekämpft: Rittmeister Freiherr b. Richthofen, Leutnant Voß, Hauptmann von Tutschek, Leut­ nant Max Müller, Leutnant v. Bülow, Leut­ nant Böhme, Oberleutnant Bernert, Leutnank Bolle, "Leutnant Bänmer, Leutnant Strommherz. Manchen von ihnen deckt der,grüne Ra­ sen. Keinen der Ueberlebenden schreckt der Tod. Unauslöschlich brennt in jedem der Wille zum! Siege und der Wunsch: Ich totst ein Gve.cke wer­ den! i . v ────────── Tie Kauzlerfrage scheint nun doch ihrer Lösung entgegen zu gehen. Prinz Max von Baden ist der aussichtsreichste Kandidat für die Nachfolge v. Hertlings, der mit dem Schwarzen Adler belastet, aus der Reichsleitung scheidet. Ter neue Kanzler wird, Berliner SMbungen zufolge, ein Ministerium der MehrheitspartEien bilden, von dem natürlich alle rechtsstehenden Parteien ausgeschlossen finb. ■ Tie neue Regierung wird sich aber "Volksregie­ rung" nennen und zwar, wie der "Vorwärts" erklärt, deshalb, weil sie aus den Parteien besteht, denen das Volk das meiste Vertrauen geschenkt hat. Also zu dem schon aus allen möglichen! Gebieten lastenden Zwang, den die Kriegsnoit geboren hat, auch noch den Regierungst error, der unter dem Motto "Samm­ lung des Volles" eine Diktatur der Mehrheit bringt. Daß dies die Beste Lösung Ist, die das ganze Voll geeint hinter die Regierung stellt, wie es gerade jetzt so notwendig wäre, wird wohl niemand behaupten wollen. Tie Konservative« und das gleiche Wahl­ recht. Zn dem Herrenhausbeschluß über das gleiche Wahlrecht schreibt die "Deutsche Ta­ geszeitung": Wir glauben, die Lage dahin zu­ treffend kennzeichnen zu können, daß die Konfetbaäven ein überaus schweres Opfer ihrer Ueberzeugzung gebracht haben, um in dieser Not des Waierlandes ein Hindernis für die Zusammensaissung aller Kräfte zu Beseitigen. — Die "Teurtsche Zeittrugll erklärt, daß die vom Ausschuß des Herrenhauses beschlossene Zusatz­ stirnine nicht im geringsten als eine Sicher­ ung gegen die Wirkungen des gleichen Wahl­ rechts zu betrachten sei, bedürfe keiner näheten Ausführung. Aller Voraussicht nach wer­ de sich auch die Mehrheit des Herrenhauses dem Beschlusse seines Ansschuffes anschließen, und als weitere Folge fei zu erwarten, daß im Abgeordnetenhaus die bisherige Opposition ge­ gen das gleiche Wahlrecht gebrochen und die bisherige Mehrheit gegen die Regierungtzvorfage sich In eine Minderheit perwandeln werde-. Zur Wiedereröffnung des österreichische» Parlaments. Die Erklärungen des Minister­ präsidenten Freiherrn von Hussarek in der ersten Sitzung des Abgeordnetenhauses über alle schlvebenden Fragen wurden von den deut­ schen Parteien kühl ausgenommen, don den Tschechen mit vielen Zurufen begleitet. Abg. Stranskh begrüßte den Ministerpräsidenten der seinem Erscheinen mit betn Zuruf: "Wortbrü­ chiger Ministerpräsident!" Als Freiherr von Hussarek der Bemühungen gedachte, um im Einvernehmen mit Deutschland die Lage in Mazedonien wiederherzustellen, wurden wieder­ holte Ruse "Los von Deutschland!" taut. Tie Sitzung wurde nach' der Rede des Minister­ präsidenten geschlossen. Tages-Uebersicht. Die musterhafte deutsche Landwirt­ schaft. Ueber die Eindrücke, die die eben nach Kiew aus Deutschland zurückgekehrten ukrainischen Landwirte und Ackerbauer aus ihrer Rundreise gewonnen haben, äußerte sich der Gehilfe bc3 Landwirtschaftsministers Brunst, der mit einer der Gruppen reifte, «ach einer Meldung des "Golos Kiewa" vom 21. August : "Der allgemeine Eindruck ist der gewesen, daß die deutsche Volkswirtschaft auf einer sehr hohen Stufe steht. Sogar die kleinen bäuerlichen Wirtschaften sind in Bezug auf ihre Ein­ richtungen und Produktivität vorzüglich eingerichtet. Die Wirtschaften im Prioatbefitz sind Muster hoher Kulutr und erzielen ausgezeichnetes Vieh, Samen und so weiter. Die deutsche Wirtschaftsweise muß als Beispiel für die Ukraine dienen. Aus der Gruppe der kleinen Landwirte, die geändert durch Deutschland reiste, haben vier Teilnehmer (Saporoshez, Tschawir, Schkurop ji und Spak) in begeisterten Worten ihre Eindrücke wiedergeben. Herr Spak erklärte, daß ets nie rm Leben den Eindruck vergessen werde, den au ihn di» Organisation der Landwirtschaft in Deutschland gemacht habe. "Wenn jetzt", sagte er, "bet diesem Riesenkriege alles so musterhaft eingerichtet ist, wie muß es dort zur Friedenszeit sein?" ────────── Allerlei. Siziliens Drangen. In Sizilien ist schon im vergangenen Jahre ein großer Teil derOrangen an den Bäumen verfault, weil die Fabri­ ken nur die Hälfte der Ernte verarbeiten konn­ ten. In diesem Jahre ist es nach! dem "Message­ rs" noch schlimmer bestellt; außerdem sind jetzt viele Fabriken geschlossen, da es an Arbeits­ kräften und den nötigen Betriebsstoffen man­ gelt. i i i 1 : i i ────────── krieg zwischen Deutschland und England. Ter wichtigste Grund ist ein politischer: man will ein Kompensationsobjekt beim' Friedensschluß haben. In Wirklichkeit kann der Wirtschafts­ krieg gegen uns nicht durchgeführt werden, weil der künftige gegenseitige Wirtschaftsverkehr in den essentiellen Friedensbedingungen unserseits gehört. Wir können keinen Wirtschgstslkrieg, dulden, weil daraus sofort wieder ^ein neuer Krieg entstehen mußte. " Er ist zunächst ledig­ lich! aufzufassen als eine englische Drohung, aber nur dann wenn wir siegreich! durchhalten in der Abwehr; denn einem besiegten Dentschfland würde zweifellos der Wirtschaftskrieg auf­ erlegt werden. Eingehend wies der Redner dann aus der Lage Eilands nach, daß seiner Drohung das feste Fundament zur Durchführung fehlt. Das wirksamste Mittel gegen den Wirtschaftskrieg sei der Unterseebootskrieg. Am Dienstag vormittags sprach, Rittmeß ster d. R. a. D: Potthoff über das Thema: "Der Weg und die deutsche Arbeiterschaft.^ Diese hgbe alle Erwartungen übertroffen. Tie Sozialdemokratie habe der Sache selbst die Ein­ heit der Partei geopfert. Den Burgfrieden habe niemand so gehalten wie die Arbeiterorga­ nisationen. Die Gewerkschaften haben ihre Ein­ nahmen und ihr Vermögen dem Vaterlande zur Verfügung gestellt. Führer und Arbeiter haben wohl erkannt, wie sehr die Wirtschafts­ lage des Arbeiters abhängt von der Blüte der deutschen Volkswirtschaft und dem Fortbestehen des deutschen Staates. Der Redner ging dann aus die Leistungen der industriellen Arbeiter­ schaft im Kriege näher ein und zollte insbeson­ dere der Arbeit der Frau höchstes Lob. Mit einem Ausblick aus die Bedürfnisse und For­ derungen der Uebergangswirtschaft und auf die politische Neuordüung im Reiche, die voraus­ sichtlich zum ersten Male in Deutschland einen Arbeiterführer auf einen Ministersessel brin­ gen «werde, schloß, der Redner. , Ueber unsere Volksernäh rung sprach. Unterstaatssekretär imKriegsernährungsamt Wirkt. Geh. Rat Edler von Braun. Er betonte, daß eine restlose Befriedigung aller Volks'kreise unmöglich sei. Der Vorwurf, daß die Erfassung der landwirtschaftlichen Erzeug­ nisse im Laufe des Krieges schlechter geworden ist, trifft nicht zu. Ein völliger Shstemwechsel jetzt im gespanntesten Stadium des Krieges ■ müßte zum Zusammenbruch! führen. Manches in der Kriegswirtschaft mag falsch gemacht worden sein; aber der Vorwurf, daß, die Lebensmitp telpreise zum Schaden des Volksganzen Tn'M k^Höhe getrieben werden, um die Interessen der Z Agrarier zu fördern, hat dasKriegsernähvnngsßomt nicht verdient. Tft Preise sind in TeutschVland so jtiebrig gehalten — der Redner gibt «dafür ein reiches Zahlenmaterial — als das in Rücksicht aus die Produktion möglich war. Die Preise sind eine unvermeidliche Kriegssolge, für die weder die Begehrlichkeit der Landwirte noch, die Nachgiebigkeit der Regier­ ung verantwortlich gemacht werden können. Auch die Vorwürfe der Landwirtschaft treffen nicht zu; die Eingriffe waren notwendig. Den Landwirt jetzt aus der Zwangsjacke zu entlas­ sen, in der wir alle stecken, geht nicht an; er muß wissen^ daß er Kriegsdienst tut, wenn er seinen Acker bebaut, Kriegsdienst von der gleichen Bedeutung wie der Dienst an der Front und im Schützengraben. Ter Redner oerbreitete sich sodann über die Aussichten in der Ernäh­ rung im lausenden Wirtschaftsjahr. Die Brot­ ration wird in 'der alten Höhe aufrecht erhal­ ten bleiben, an 'Kartoffeln wird täglich! ein Pfund auf den Kopf gegeben werden können. Die Einschränkung des Fleischverbrauches kann nicht aufgehoben werden, wenn nicht die Milchund Fettversorgung gefährdet werden soll. Tie Bierversorgung in Bayern bleibt im bisherigen Umfange. s ' > ' Oberregierungsrat Dr. Tischer sprach so­ dann über die Ernährungslage in Bayern. Cr stellte fest, daß Bayern auf manchen Ge­ bieten der Ernährung bahnbrechend vorange­ gangen sei. Mit besonderem Nachdruck be­ kämpfte der Redner den Schleichhandel mit Brotgetreide, der nicht geduldet werden könne. Der Landwirt möge jedem Hamsterer und jedem Schleichhändler die Schwelle lveisen. Denn der Erzeuger habe es in der Hand, dem Schleichhan­ delsunwesen erfolgreich entgegenzuwirken. Er stellte auch eine Neuregelung der Schwerarbei­ terversorgung in Aussicht. Nur 'wenn 'alle, Erzeuger und Verbraucher, ihre Pflicht betn Vaterland gegenüber erfüllen, nur "bann wird es gelingen, auch! die innere Front durchzuchal­ ten bis zum guten Ende. i Als letzter Redner gab Bezirksamtmann Dr. Seubelt-Günzburg eine Schilderung der Ausgaben eines ländlichen Kommunalverban­ des bei der öffentlichen Bewirtschaftung. Ministerialdirektor Brand schloß! hieraus die Tagung mit der Forderung nach einem Eiysetzen der ganzen Kraft jedes Einzelnen, wie dies die Stunde erfordere. . , ────────── Niederbayerische Nachrichten. Geisenhausen, 1. Oktober. (Besitzwechsel.) Die Gast- und Tafernwtrtschast deK Herrn Hein, rich Gerling ging durch Kauf mt , Herrn Franz Xaver Wegler in München über. ! Die Vermitt­ lung erfolgte durch! die Firma Georg Karl, Spezialbüro für JmMvbiUenverweertung, Mün­ chen, Karlsplatz 24. ' ────────── —* Das Eise rne Kreuz wurde dem Infanteristen Herrn Joseph Gecschdorfer ver­ liehen. > I 1 r ! —* Das Wilit är-Verdien st kreuz» 3. Kl. mit Schwertern wurde dem Gefreiten einer Maschinengewehrkompagnie jm Westen Herrn Benno Hanesfner, Sohn des Herrn Gast­ wirts Hanesfner hier, zu seinem Effernen Kreuz verliehen. ' > —* Das Wilit är-BerdienstkreuA erhielt zu seinem Eisernen Kreuz ein zweiter Sohn des Herrn Wachswarenfabrikanten Döb­ linger, der Krankenpfleger Herr Andreas Döb­ linger. ! 1 | s I i —* Das Patent des Dienstgrades vom 15. Juli 1914 wurde an Stelle des bis­ herigen dem Leutnant Felix Vogt des 16. Jns.-Regts^ verliehen. > —* Befördert zu Leutnanten mit Patenk vom 16. Sept. 1918: Fähnriche Walter Töll des 16. Jnf.-Regts., Joh: Reff des 2t Jäger-Bat;; zu Fähnrichen ohne Patent: Fahnenjunker Un­ teroffiziere Karl Brunnerj, Alsr. Büttner, Gebh. Himmler und Th. Joedicke des 16. Jns.-Rgts: —* Für 40jähr. Feuerweh rdienstzeit hat Se. Majestät der König vor kurzem eine Auszeichnung geschaffen. Für diese kom­ men von der hiesigen Freiw. Feuerwehr 8 Mann in Betracht. 1 —* Die Eiermarke für Oktober wird mit 3 Stück Eier eingelöst. i —* Zwei wertvolle Pferdedecken wurden heute Nacht aus einem hiesigen Betrtsbe gestohlen. ; —* Der St enographenverein beginnt in der nächsten Woche wieder seine seit Jahren belvährten Unterrichtskurse, auf die wir hier Nicht dringend genug aufmerksam machen kön­ nen, denn die Kenntnis der Kurzschrift ist heute von unendlicher Bedeutung und ermöglicht in Verbindung mit der Befähigung zur Maschi­ nenschrift tausenden von Personen eine aus­ kömmliche Existenz. Mögen darum möglichst viele von der durchs den Stenographenverein gebotenen Gelegenheit Gebrauch machen und sich zu den Unterrichtskursen melden. i i Lands Hut, dr» 3. Diiober —* Das Eiserne Kreuz wurde dem Unteroffizier im 11. Inf.-Regt. Herrn Rudolf Laminiert, Sohn des Herrn Regierungskommis­ särs Herrn Lammert hier, verliehen. Lokales. ────────── und mit 1:0 ging es in die Halbzeit. Der Anfang der zweiten Spielhälfte zeigte seitens der Flieger ein starkes Drängen, das ihnen aurf) den gebührenden Ausgleich, verschaffte. Jede der Mannschaften gab hierauf das Beste, um den Sieg auf ihre Seite zu bringen. Mt dem Resultat 1:1 fand jedoch der spannende Kampf seinen Abschluß. Der' Megermannschast ge­ bührt ein Gesamtlob. Besonders £«* Jnnensturm bot tadelloses Kombinationsspiel. Läu­ ferreihe und Verteidigung arbeiteten vorbild­ lich. Bet den Landshutern war der linke Sturm gut, der rechte ließ manchmal zu wün­ schen übrig. Die Läufer zeigten sich den ge­ stellten Anforderungen voll und ganz gewach­ sen. Kombination fehlte hier aber fast. durch­ wegs. Die Verteidigung glänzte, mit Ausnah­ me des Torwartes, durchs außerordentliche Ball­ unsicherheit und erst in der zweiten Spielhälste sah man sicheres und aufopferndes Spiel. Volle Anerkennung ist dem Torwart zu zollen, welcher sich den schwierigsten Situationen g»wachsen zeigte. ' < St. RlNhAg. i Zu Tumullett kam es gestern im österreichischen Abgeordneten­ haus, als der tschechische Abg. Sranek eine Lobrede auf die Tapferkeit der tschecho-slowakischen Brigade hielt, die im Westen gegen Deutschland kämpft. Es kam zu Handgreiflich­ keiten. ' ; . | , 1 I ! (sin Friedensschritt der Königin Wichctmina? Wien, 2. Oktober. Heute mittags wur- ! de in parlamentarischen Kreisen gemeldet, daß aus dem Haag Nachrichten eingetroffen sind, denen zufolge die Königin Wilhelmina seit einigen Tagen einen entscheidenden Schritt in der Friedenssrage zu unternehmen beabsichtigt. Den Bewegungen gegen die Türkei soll Bulgarien freundschaftlich gegenüberstehen. So hat nach, einer Newhorker Meldung der bulgarische Gesandte in Washington Panaresow den amerikanischen Blättern Mitgeteilt. Hierzu meldet Reuter aus Londr a, es habe sich wäh­ rend der Waffenstillstandsverhandlungen ge­ zeigt, daß Bulgarien nicht abgeneigt sei, die Kürkei anzugreifen. Ta Bulgarien infolge des Waffenstillstandes nicht länger eine kriegfüh­ rende Macht sei, würde eine solche militärische I Aktion nur unter Mitwirkung der Entente er- 1 folgen können. Gleichzeitig kommen aus Ru- jj mänien Meldungen, daß die Politiker dort ihre I Befehdung einstellen, um sich in einer gemein- I kamen Aktion zu vereinen. Worin diese be- j steht, geht daraus hervor, daß zugleich mitge- I teilt wird, daß die im Friedensvertrag borge- I sehene Abrüstung noch nicht ganz erfolgt fei I und Rumänien noch, über 8 intakte Divisionen I verfüge. Es werven unserer militärische« Flih- j tun3 also neue schwere Aufgaven erstehen. $ ────────── Die Allwördens. Stoßton bett Ir. Beine. Moptzrighk 1913 bh Greine, o. Cmntz., ;.! ! Berlin 88. 30.) j i i : ' ' MachLruck verboten.) 80] "Also, so liegt die Sache?" keuchte er. "Berger, was haben Sie dazu zü sagen?" "Jutta hat sich! meinem Schutze anvertraut! Ich! liebe sie, sie ist mir das Höchste aus der Welt." . . l 1 '' "Das glaube ich!" höhnte der Leutnant; er sah, jetzt war für ihn alles vorbei und nun hatte er nicht mehr nötig, aus irgend jemand Rücksicht zu nehmen. "Ich weiß schon lange, Papa, daß der Herr Förster hinter deinem Rücken mit Jutta schön getan hat! Schade, daß man solchen Kerl nicht zur Rechenschaft ziehen kann! Wie hast du auf seine Ehrenhaftigkeit gebaut — das ist der Dank für dein Vertrauen!" Erich stieß, die Tür weit auf, packte den Leutnant am Arm, der sich unter diesem eiser­ nen Griff bäumte und zähneknirschend wehrte, und schob ihn mit unwiderstehlicher Gewalt hinaus. [ i "In meinem Hause lasse td> mich nicht be­ leidigen — wir beide haben nichts miteinander abzumachen." * i 1 Dann sagte er zu Herrn von Eggert: "So, Herr Oberförster, jetzt stehe ich zu Ihren Diensten." i 11 "Vater, höre mich an!" ries Jutta, "ver­ damme Erich! nicht! Mich alelin trifft die Schuld." Ihre angstbebende Stimme gewann imMer mehr an Festigkeit, während sie weiter sprach.: "Ich liebte Erich, zeigte es ihm und ließ, ihn an meine Liebe glauben. Und nachher verriet ich ihn doch — aus Schwäche, aus Furcht vor dem ärmlichen Leben, aus Furcht vor Ent­ behrungen und Arbeit! Aber keine Stunde hatte ich mehr Ruhe. Und heute — heute — Vater, wenn ihr mich zwingt ich kann nicht! Staber gehe ich in den Tod." "Ja, auch! das lieber, als daß ich erleben mußte, wie du dich! einem 1 Manne an den Hals wirfst," sagte er hart. I , i ' Sie brach in die Knie. "Vater!" schrie sie schmerzlich aus, "meine Liebe zu Erich, ist ja so groß, ich wußte es selbst nicht." i "Du meinst also, id> sollte dir jetzt so leichthin nachgeben? Zwar.zur Hochzeitsseier ist ja alles gerüstet, und es ist schließlich gleich, mit went du Hochzeit hältst," bemerkte er jn grimmigem Hohn. Er ließ, pfeifend die Peitsche durch die Luft sausen. "Das wäre für — für euch, beide —" stieß er zwischen den Zähnen hervor. . ' 1 Aus den Knien rutschte Jutta zu ihrem Vater — sie sah, wie erschreckend blaß Erich geworden war, wie er sich, aufbäumen wollte. "Vater, ja, ich, verdiente es — für das,, was ich Erich zugefügt! Er dachte an dich, — woflte mit dir sprechen — ich hielt ihn zurück, vertröstete ihn aus später Vater, vergib es mir doch! Nimm mir nicht alle Hoffnung auf Versöhnung!" Mit rauhem Griff packte er sie und riß sie empor. ( r "Vorläufig kommst du mit, und das Wei­ tere wird sich, finden! Es gibt noch Mittel, störrische Kinder zum Gehorsam zu zwingen." Sie riß sich, von ihm los und flüchtete zu Erich. 1 _ f "Nur unter der Bedingung folge ich, dir, Vater, daß du ihn mir gibst! Du hast ihn doch, sonst so geschätzt " ; , ‘ - öfö*tle#unfl folgt) »»*' ", ────────── i Zu Tumullett kam es gestern im österreichischen Abgeordneten­ haus, als der tschechische Abg. Sranek eine Lobrede auf die Tapferkeit der tschecho-slowakischen Brigade hielt, die im Westen gegen Deutschland kämpft. Es kam zu Handgreiflich­ keiten. ' ; . | , 1 I ! (sin Friedensschritt der Königin Wichctmina? Wien, 2. Oktober. Heute mittags wur- ! de in parlamentarischen Kreisen gemeldet, daß aus dem Haag Nachrichten eingetroffen sind, denen zufolge die Königin Wilhelmina seit einigen Tagen einen entscheidenden Schritt in der Friedenssrage zu unternehmen beabsichtigt. Den Bewegungen gegen die Türkei soll Bulgarien freundschaftlich gegenüberstehen. So hat nach, einer Newhorker Meldung der bulgarische Gesandte in Washington Panaresow den amerikanischen Blättern Mitgeteilt. Hierzu meldet Reuter aus Londr a, es habe sich wäh­ rend der Waffenstillstandsverhandlungen ge­ zeigt, daß Bulgarien nicht abgeneigt sei, die Kürkei anzugreifen. Ta Bulgarien infolge des Waffenstillstandes nicht länger eine kriegfüh­ rende Macht sei, würde eine solche militärische I Aktion nur unter Mitwirkung der Entente er- 1 folgen können. Gleichzeitig kommen aus Ru- jj mänien Meldungen, daß die Politiker dort ihre I Befehdung einstellen, um sich in einer gemein- I kamen Aktion zu vereinen. Worin diese be- j steht, geht daraus hervor, daß zugleich mitge- I teilt wird, daß die im Friedensvertrag borge- I sehene Abrüstung noch nicht ganz erfolgt fei I und Rumänien noch, über 8 intakte Divisionen I verfüge. Es werven unserer militärische« Flih- j tun3 also neue schwere Aufgaven erstehen. $ Nachtrag. ────────── Ein Kriegsanleihe-Besitzer, der in späteren Jahren mit einer etwaigen Umwandlung des Zinsfußes nicht einferstauden ist, muß den baren Nennwert (nicht Kurswert) erhalten! Die Zinsfuß-Herabsetzung ist auch nach 1924 nur möglich aus dem Wege einer vorausgehenden Kündigung. Das Reich muß dabei die Rückzahlung der Anleihe zum Nennwert anbieten. Wer aber für sein Geld eine anderweitige ebenso sichere und besser verzinsliche Anlage hat, geht nicht auf die Zinsfuß-ßerabsetzung ein sondern läßt sich sein Geld in bar zum Nennwert (nicht Kurswert!) auszahlen. In bar zum Nennwert Das Reich begibt seinerseits soviele Reichsanleihe mit dem niedrigeren Zinsfuß, als bare Mittel nötig sind für die Befriedigung derjenigen, welche nicht in die Zinsfußherabsetzung willigen. Liegen die Ver­ hältnisse des Geldmarktes etwa nicht so, daß genügend neue Reichsanleihe mit dem niedrigeren Zinsfuß abzusetzen ist, dann muß eben das Reich die alte Kriegsanleihe mit dem alten Zinsfuß unverändert weiterlaufen lassen. Entweder bekommt man sein Kapital zum Nennwert bar zurück oder der alte Zinsfuß von 5% bleibt unverändert in Kraft. ' Eine etwaige Zinsfuß-Herabsetzung nach 1924. ────────── Derr Zrttbegrfff bei de« Kämpfen. Untier dleesm Titel veröffentlicht Laby in der "Grande Revue" einen Interessanten Beitrag zur Payohowgie des Soldaten. Besonders eingehend be­ schäftigt er sich mit der Zeitspanne, die in dem Geist des Kämpfers von Abschluß bis zum Einschlag einer Granate, deren Ziel er selbst sein kann, zu verstrei­ chen scheint. "Die kurzen Augenblicke, die den fernen Abschluß von dem Einschlag trennen," so wird da ausgeführt," bleiben lebendiger und reicher an Ein­ drücken im Gedächtnis als alle Erinnerungen des Tages. Der rückschauende Blick gibt ihnen noch lange nachher mit einer Fülle von EeinzelheUen rin außerordenrtliches Leben.'Das Wetter in diesen Augen­ blick, die (Gegenstände unsere eigene Haltung erscheint auch in ! diesem Zeitabstand so klar, als ob wir sie wirklich gegenwärtig vor uns hätte». Ich erinnere mich eines Stalles, durch den ich oft gegangen war ohne daß mir etwas davon besonders in der Erin­ nerung geblieben wäre, wen» ich nicht gerade in einem dieser kritischen Augenblicke dort eingetreten wäre, um ein vergeflenes Pferd herauszuholen. Nun aber sind die kleinsten Einzelheiten der Oertlichkeit das wiehernde und am Halfter zerrende Pferd, die im Hof« platzende Granate, die aufsteigende Fontäne von Erde und Trümmern, die sich über der Mauer gegen den Himmel abzeichnete, mit größerer Deutlichkeit in meine Erinnerung ein gegraben als ein gegenwärtiges Bild, während die anderen Bilder des Tages heute verwischt sind. Wenn mau an einem Tage einer wichtigen Unternehmung auf einem Wege vorückt, senkrecht aus die feindlichen Linien zu, so erlebt mau Vermischtes. | eine immer stärker werdende Beschließung. Dabei erscheinen die Bilder mit weniger Klarheit. Ihr vielfacher und «»zusammenhängender Charakter bringt eine Verwirrung im Geiste hervor, und die Willensanstrengmrg, die man machen muß, zu der Angst zu widerstehen, .wird beträchtlich. Jeder Schuß von in Wahrheit nur sehr kurzer Dauer beeinflußt das Bewustsein, als ob es eine sehr lange Dauer gewesen wäre. Er lädt es mit Bildern; aber da die Schöffe einander so schnell folgen, vermag das Bewußtsein weder dis Bilder noch ihre Dauer genau artfzufaffen und die Folge ist ein völlig verwirrter Begriff von Zeit und Raum. Wenn wir diese Verwirrung aus­ schalten, die infolge der Unterbrechung Geräuche entsteht, bleibt die merkwürdige Tatsache, daß die Zritfchfchätzung während der Dauer des Hsransausens eines Geschoffes zu starker Uebertreibung neigt, während der Geist sich nur einen einzigem Eindruck zuwendet: dem Platzen der Granate." |«MII II "■ Tin r- .. » — , M "nii 1,,,^ t _ JJ 00h® ItrtetfkmM*! fest« Sieg, i ; Oh«, «eg fei» KriLden: i i Weite ist Weg! WWw# d»86*tt*eeti «rßetfrcts große «tu. - I vryeiuunneut 1 KrieMefk m dem WM ' 11 Berlin, SO. September 1918. MnSeveMigter Nachdruck, auch auszugsweise $$ev&j?teR.) Die Fortsetzung der feindliche» Gesamtoffenfive. Telegramm ««fett» Kriegsberichterstatters. Gr. Hauptquartier, 29. September. BBit eher verstärkter als nachlasseudoc Kraft setzt der Feind seine geschlossenen A«griffe zwi­ schen Nordsee und Mosel fort. Er pertraut da­ rauf daß ihm durch, die Ueberzahl und, too es das Gelände erlaubt, durch, Tankeinsatz der Durchbruch an irgend einer Stelle gelingen wird. Es ko mini ihm nicht aus Geländegewinn an, so wenig wie uns auf eine Behauptung! von 'Vorgelände um jeden Preis. Er will den Durchbruch und mit ihm die Entscheidung vor Winterbeginn erzwingen. Auch der gestrige Schlachttag hat ihn diesem Ziele keinen Schritt näher gebracht. !_ In Flandern begann das Uebergreisen des Großkampses aus dem nördlichsten 'Frontab­ schnitt mit einer Beschießung der Küste von ! Ostende westlich, bis zur Frontgrenze gleich- 1 zeitig von Land und See aus. An de» Land- .i front lag der Abschnitt von Dtxmuiden bisD Whtschaete unter schwerem Trommelfeuer. JhmZ folgte der seit längerer Zeit erwartete S?urm-W angriff der belgischen und englischen Divisio-8 tsen, die tief gegliedert stellenweise in 5—6® Wsten Linien hinter einander zwischen Dtxmuiben und Meenen vorbrachen. Im! geräum> ten VvLfelde empfing te upser Artillerieab- ────────── wehrfeuer. Vorpostierungen mit Maschinen­ gewehrnestern vermochten den Feind durch zähen Widerstand lange auszuhalten, bis es ihm ge­ lang, durch die Ueberzahl die vordere Vertei­ digungslinie stellenweise zu überrennen und bis zu den ersten Batteriestellungen vorzudrin­ gen. Hier sielen ihm eine Anzahl Geschütze in die Hand, da die Bedienung bis zum Aeußprsten ausharrte und noch aus Nahkampfentfernung itn den anstürmenden Feind schoß. Der Kampf gegen die Ueberzahl war äußerst erbittert. Ober­ leutnant Egersdörfer hielt mit einem'Geschütz imtb einer Handvoll Infanteristen stundenlang einer zwanzigsachen Uebermacht stand. Dieser bayerischen Waffentat gleichwertig ist die hel­ denmütige Verteidigung von Paschendaele durch den Kommandeur eines bayerischen Jnsanterieiregiments Oberstleutnant Bvgendörser tritt eini­ gen tapferen Leuten und rvenrg Maschinengewehren. I Während weiter nördlich das Gelände die Anwendung von Tanks verbot, setzte der Eng­ länder bieje in großer Anzahl an der Straße bojt Apern—Meenen ein. Unter bis Mittag anhaltendem Regenwetter bahnte sich! der Feind Schritt für Schritt mit der Ueberzahl erzwin­ gend den Weg durch das chm in unserer Frühfahrsossensive entrissene TrichtergelÄnde und An einer Stelle bei Becelaere darüber hinaus. Im wesentlichen aber wurde er in unserer alten iFlandernschlachtltnie durch unsere Reserven im Gegenstoß aufgefangen. Hierbei zeichneten sich preußische Landwehr, Westfalen, Rheinländer^ Sachsen und Badener besonders aus. Bece­ laere wurde wiedergenomimen. Nach. dem er­ sten Großangriffe, der durch! unsere Reserven aufgefangen worden war, unternahm der Feind jam Nachmittage einen zweiten, der sich vor Unserem Widerstände festlief. Südlich von Pgfchendaele bis zum Apern—CoMines-Kanal und zur Wytschaete-Stellung ist unsere alte Winterstellung nicht angebrochen. Dixmuiden liegt im Vorfelds. Südlich davon verlaust die neüe Linie auf Paschendaele. Der Wald von Houthoulst ist in der Hand des Feindes. An der Cambraisront gelang es deM Fein­ de gestern, seinen Einbruchs vom 27. gu erwei­ tern und uns unter bis zum Abend andauern­ den Kämpfen in die Linie Oisy sc Berger östlich Haynecourt, westlich Bourlon zu drängen. Un­ sere Verteidigung wurde hier einheitlich in die Hagenstellung zurückgenommen, gegen die fett dem Morgen westlich und nordwestlich von Earnbrai neue Angriffe im Gange sind. An der St. Quentin-Front ist dem Feind sein seit dem 24. eingeleitetes Unternehmen, St. Quen­ tin durch Umfassung zu nehriven, nicht geglückt. Ein starker Angriff vorgestern in den Abend- stunden hat ihm nur zwei örtlich begrenzte Einbrüche in unserer Wtderstandsllnie nördlich Ballenglise eingetragen, die durch Gegenstoß eingegrenzt, und abgeriegelt werden konnten. An dieser Front und dem südlich, angrenzenden Abschnitte kündet Trvmwelseuer neue Groß­ angriffe an. f 1 Zwischen Oise und Aisne ist vor den Angen des sprungbereiten Feindes unser seit mehre­ ren Tagen vorbereitetes Forntverlegungsmanö» ver großzügig und ohne Verluste geglückt. Nur zögernd fühlte der enttäuschte Feind nach, dem sich von der Höhe von Fort Malmaisvn' wieder der Blick aus die Türme der Bergstadt Laon eröffnet, deren Unterstadt wieder unter dem Feuer seiner Ferngeschütze liegt. Beim Nach­ fühlen erlitt er schwere "Verluste durch unsere Nachhutpostierungen, noch größere, als er an der Aisne gegen das von uns lange geräumte Vailly einen Großangriff anfetzte und dabei Mit Sturmmassen und Reserven in unser zu­ sammengefaßtes Artilleriefeuer geriet. Einer unserer Stoßtrupps überschritt die Wesle und holte aus Schloß Breuil Gefangene heraus. 1 So gewaltig die Kämpfe an diesen Fron­ ten alle find, den größten Einsatz wendete der Feind auch gestern auf seine Offensive beider­ seits der Argonnen. Fn diesen Kämpfen, über die ein besonderer. Bericht Einzelheiten mit­ teilen wird, blieben ihm alle entscheidenden Er­ folge dank der ungeheuren Zähigkeit und Wi­ derstandskraft unserer Kampftruppen versagt. [8B.] , ; W. Scheuermvrm, KHegSverstykerstatter. ────────── ' 1 Zusammentritt des Reichstages. Berlin, 2. Oktober. Nach dem Beschluß des Aeltesten-Ausschusses des Reichstages wird das Plenum am 8. Oktober, spätestens aber am 9. Oktober zusammentreten, um Erklärun­ gen dev Regierung entgegenzunehmen, r Uns Bulgarien. ! Sofia, 2. Oktober. Die gegen Sofia vor­ dringenden Deserteure wurden von den Rvgierungstruppen bis Wladaja zurückgedrängt. Für die Hauptstadt besteht keine Gefahr. toten, 2. Oktober. Die überraschende Ge­ währung des Wasfensttttstandes an Bulgarien wird hier als eine Folge der schwierigen mili­ tärischen Lage der Verbandstruppen bezeichnet, die durch die Verfolgung der weichenden bul­ garischen Armee sich zersplittert und infolge der raschen Entfernung von der Basis wachsendeMachschubschwierigkeiten haben. Es wird erwartet, daß die Mittelmächte rasch und groß­ zügig alles tun, um Bulgarien Hilfe zu brin­ gen und di« entstandenen Schäden auszubessern, und Kvar ohne irgendwie die sonstige militäri­ sche Lage bee Mittelmächte zu schwächen. Es wird auch bekannt, daß Teile des bulgarischen Heeres tapfer Widerstand leisten und z. B. Deserteuren, die sich nach Sofia durchschlagen wollten, um dort zu agitieren, den Weg ver­ legten. - 1 Druck u. Verlag I F. Rletsch Verantwortlicher Schriftleiter F. X. SBagner. Beide in Landshut Astrale. . Bekaimtmachum. Die für Oktober ausgegebene Ciermarke darf auf Grund Weisung der Eierversorgungsstelle nur mit s Stück Gier eingelöst werde». Landshut, den 1. Oktober 1918. Stadtmagistrat Landshut. Herterich. 2705 so Mark Belohnung für Beibfingung der mir heute Nacht gestohlene» 2 neuen wollenen Perdedecken, gez. K. M-, Ufa—blauschwarz—kariert. Vor Ankauf wird gewarnt. 2707 Landshuttt Brotfabrik Josef Bartmaa. Letzte Posten. i Neue U-Bvotserstrlge. WTB. Berlin, den 2. Ottober. (Amtlich) Im Spsrrgebiet uriti England versenkten un­ sere U-Boote "32 000 Brutto-Register-Tpnnen, darunter einen amerikanischen Transportdampser von etwa 7000 Tonnen. Außerdem wurde der amerikanische Truppe nt ransportdchnpfer "Mount Vernon" (der frühere Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd ^Kronprinzessin ELctlte") torpediert. Ein Erfolg konnte jedoch nicht beobachtet werden. Nach. feindlichen Pressenachrichten ist der Dampfer beschädigt in einen Hasen eingebracht worden. ; < Der Chef des Admiralstabes der Marine. . Eine Beratung beim Kaiser. ' Berlin, 2. Oktober. Ter Kaiser und Generalfeldmarschall von Hindenburg find ge­ stern nachmittags zu kurzem. Aufenthalt in Ber­ lin eingetroffen. Gestern nachmittags fand im Reichskanzlerpalais unter dem Vorsitz des Kai»sers eine Beratung statt, an der Reichskanzler Gras Hertling, Generalfeldmarschall von Hin« denburg, .Prinz Max von Baden, Vizekanzler von Paher, der Vizepräsident des preußischen Staatsministeriums Tr. Friedberg, der Chef des geheimen Zivilkabinetts von Berg und meh­ rere Staatssekretäre teilnahmen. , i i 'Sie ttcite Reichslcituttg. ' Berlin, 2. Oktober. Tie Berufung des Prinzen Max von Baden kann nach; der "Voss. Ztg.", wenn nichjt vollkommen, so doch im we­ sentlichen als vollzogen bettacktet werden. Prinz Max wird ein Kabinett ausschließlich aus Mitgliedern der Wehrheitsparteien bilden. Auch die Nationalliberalen dürsten, ganz abge­ sehen von den Konservativen, davon ausge­ schlossen "bleiben. Mach dem "Vorwärts" käme zunächst für die neue Regierung in Bettacht als Reichskanzler Prinz Max von Baden, als Vize­ kanzler von Payer, als Staatssekretär ohne Portefeuille Scheidemann und ein Zentrumsabgeordneter. Neu errichtet wird ein Reichs­ arbeitsamt mit einem Sozialdemokraten als Staatssekretär. Für das Reichjsp resseamt ist den Abgeordnete Erzberger als Staatssekretär vorgesehen, für das Reichsamt des; Innern ein Zentrumsabgeordneter als Staatssekretär. Die neue Regierung wird laut "Vvrwätrts" als eine kollegiale gedacht, an deren entscheidenden Ent­ schlüssen die Staatssekretäre teilnahmen. Ter Reichskanzler, der Vizekanzler und die beiden Staatssekretäre ohne Portefeuille sollen ihren engeren Ausschuß darstellen. I