<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://relaxng.org/ns/structure/1.0"?>
<?xml-model href="http://www.tei-c.org/release/xml/tei/custom/schema/relaxng/tei_all.rng" type="application/xml" schematypens="http://purl.oclc.org/dsdl/schematron"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Gesammelte Artikeltexte des Kurier für Niederbayern, Ausgabe vom<date when="1918-10-30"/></title>
        <funder>Europäischer Fond für Regionale Entwicklung (EFRE)</funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>Lehrstuhl für Digital Humanities, Universität Passau</publisher>
        <date when="2016"/>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Veröffentlicht unter der Lizenz Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International</licence>
        </availability>
      </publicationStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title level="j">Kurier für Niederbayern: Landshuter Tag- und Anzeigenblatt; unabhängige Tageszeitung für Heimat und Volk</title>
          <publisher>Altbayerische Verlagsanstalt Vereinigte Dr. Mühldorf, Betrieb Landshut</publisher>
          <pubPlace>Landshut</pubPlace>
          <biblScope unit="issue">71. Jahrgang Nr. 297</biblScope>
          <date when="1918-10-30">1918-10-30</date>
          <textLang mainLang="de">deutschsprachige Ressource</textLang>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <editorialDecl>
        <p>Die Zeitungsdoppelseiten wurden mit 300dpi und einer Farbtiefe von 24 Bit gescannt, die resultierende TIFF-Datei binarisiert und als Input für die OCR-Software verwendet.</p>
        <segmentation>
          <p>Überschriften, Artikeltexte und Seitenumbrüche wurden kodiert, Absatzumbrüche und Spaltenumbrüche wurden nicht kodiert.</p>
        </segmentation>
        <correction status="low" method="silent">
          <p>Artikelüberschriften wurden korrekturgelesen, Artikeltexte als OCR-Rohausgabe belassen.</p>
        </correction>
      </editorialDecl>
      <projectDesc>
        <p>Das Vorhaben 'Digitalisierung historischer Zeitungen', in dessen Rahmen diese Daten generiert wurden, ist Teil des Projektes &lt;ref target="http://www.phil.uni-passau.de/dh/forschung/deutsch-tschechisches-digital-humanities-labor/"&gt;'Deutsch-tschechisches Digital Humanities Labor zur grenzübergreifenden historischen Forschung' (2014-2015)&lt;/ref&gt; der Universität Passau und der Südböhmischen Universität Budweis (CZ)</p>
        <p>
          <ref target="https://opacplus.bsb-muenchen.de/search?oclcno=644150540&amp;db=100">Die gescannten Zeitungsbände wurden von der Bayerischen Staatsbibliothek München zur Verfügung gestellt.</ref>
        </p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <pb n="1"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Regierungsänderungen in Bayern. Eine öfterreichisch-ung. Bitte an die Alliierten und an Lansing. — Amerikas Kriegskosten. Ein Kavinett Karolyi in Ungar«. — Stratzenkämpfe in Budapest. Zurücknahme der österr.-uug. Linien m der Piave.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Ich kenne die GrSsie der gewaltigen Sr&amp;fte, die noch in unseren« Volke vorhanden sind. Auf diese« Wort de» Reichskanzlers Prinzen Max von Baden wird die S. Rrtegsaniethe die prode abgeben. Zeichne jeder nach bester Rraft! Ser österr.-AL Serin ' WTB. Wien, den 29. Oiktober, mittags. Mttltch wird gemeldet: Italienischer SriegSfsHaupIatz. Ter gestrige Tag verlief für den tap­ feren Verteidiger des Asolone,, Pertica, und Solarolo ohne größere Jnfanter-fekämpfe.Jjmj Bereiche des Monte Spinnecia haben unsere Truppen durch! Gegenstöße Stellungsberichtigungen durchgeführt. Im Alanobecken wurden unsere Sicherungsabteilungen zurückgedrückt. — Tie von starken feindlichen Kräften gegen un­ sere dortigen Kernstellungen unternommenen Angriffe brachen unter schweren Feindverlusten zusammen. Das ungarische Jnf.-Rgt. Nr. 133 und das Honved-Rgt. Nr. 17 haben sich beson­ ders hervorgetan. &lt; i i An der Piave tobt die Schlagt weiter. Ter Feind vermochte erhebliche Verstärkungen heranzuziehen und setzte unter Entwicklung mächtiger Artilleriemassen seine Angriffe fort. Es wurde dabei um Valdobbiadene, nördlich von Morago und Seraglia, nächst den Piave­ brücken südlich von Susegana, bei Tezze und Polo di Piave erbittert gerungen. Wohl ge­ lang es den Ententetruppen dank der tapferen überaus aktiv geführten Gegenwehr unserer Divisionen nirgends, unsere Stellungen zu durchbrachen, d och wurde gegen Abend der Ent­ schluß gefaßt, die am stärksten angegriffenen Abschnitte in eine hintere Linie zurückzuneh­ men. Diese Bewegung wurde in der Nacht durchgeführt. 1 ! &gt; ' 1 Valkänkricgsschauplatz: i In Albanien haben unsere Nachhuten Alesso geräumt. t l An der Trinagrenze herrscht wieder Ruhe. In Serbien gingen unsere gestrigen Märtsche ohne Ge seich tsberührung mit dem Feinde vor sich. Dieser gelangte bis nach Palanka.. Der Chef des Generalstabs. Die Heeresberichte. Ser tatftc Serichr. ' i WTB. Berlin. 29. Oktober, mittags!. &gt; Mvohes Hauptquartier: MeKlicher Kriegsschauplatz. .. Heeresgruppe des GeneralfelvmarschattS ! Kronprinz RnpPrecht »e* Bayer«. An der Lhsniederung wiesen wir Teilan« griffe des Gegners bei Olsene ab. : ' ( Starke feindliche Abteilungen, die nord­ westlich Conde das östliche- Scheldeufer zu ge­ winnen suchten, wurden im Gegenstoß zurück­ geworfen. I 1 ' L 1 i Südlich der Schelde drangen starke eng­ lische Abteilungen bei Famare vorübergehend in unsere Linien ein. Das Iw ante r ie° Regt ment 176 unter Hauptmann Preußer warf' den Feind toölltg zurück. Tie 7. Batterie des Feld-Art'.Regts. 71 und. die Jnfanterie-Geschlützbatterie 36 trugen in den vordersten Linien wesentlich, zum Erfolge bei. i I Oestlich von Artres wurden Teilangrisse des Gegners abgewiesen. i Der Feind setzt die Zerstörung der Ort­ schaften an und westliche der Schelde fort. Auch Valenciennes lag .unter starkem feindlichem! Feuer. i Heeresgruppe des deutschen Kronprinzen. Angriffe der Franzosen gegen den Oise­ kanal zwischen Etreux und Lesquielles schei­ terten in unserem zusammengefaßten Artillerie­ feuer. Schwache Teile, die über den Kanal vorstießen, wurden im Gegenstoß zurückgewor? fen. , Westlich von Guise kamen feindliche An­ griffe in unserem Feuer nicht voll.zur Entwick­ lung. ' i ! Im Souchezabschnitt beiderseits der Stra­ ße .Laon—Marle wiesen Posensche und west­ fälische Regimenter am&gt; frühen Morgen starke Angriffe des Gegners ab. i f [ Heeresgruppe Gallwitz. J Zwischen Aire und Maas zeitweilig auf­ lebende Artillerietätigkeit. &gt; x Wir schossen in den beiden letzten Tagen 49 feindliche Flugzeuge und 3 Fesselballone ab. Ter Hjef des Generalstabes des Feldheeres. « WTB. Berlin, den 29. Otober. Amtli­ cher Abendberichit: j ; x i Teilkämpfe südlich der Lhs und südlichj von Le *Quesnoh, zwischen Rieh le Comte und der Aisne scheiterten in den Nachmittagsstunden. .Sehr hesttge Angriffe der Franzosen. I</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>fein; denn es ist mehr als absurd, zu glauben, daß die Arbeitsleistung, die inbuftriellen In­ stinkte, die Geschäftsorganisation, der kaufmän­ nische Impuls, der wirtschaftliche Fortschritt einer der größten Nationen der Welt durch zweifelhafte militärische Siege, durch trügeri­ sche Verbindung von Staaten oder durch; eine unnatürliche Politik des Ausschlusses unter­ drückt werden sönne. I Tiefe Gesichtspunkte lassen den französi­ schen Annexions-Politikern dom Schlage der Wetterle, Weill und dergl. das Ergebnis einer event. Volksabstimmung zunächst so ungewiß erscheinen, bafi, sie sich, jetzt mit allen Mitteln dagegen sträuben. Es ist klar, daß die ElsaßLothringer selbst schwerlich- für eine Rückkehr zu Frankreich stimmen würde. | [ ,</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Vom westlichen Kriegsschauplatz. Ucbcrsiedlung der belgischen Regierung. Ter Rotterdamer Courant berichtet aus Havre: Mehrere Mitglieder der belgischen Re­ gierung werden gegen Ende der Woche nach, dem geräumten Gebiete übersiedeln und Mi­ nisterpräsident Cooremans wird «r seiner Abschiedsrede Frankreich, den Dank der Regierung aussprechen. f l Von der eigenen Regierung interniert, j Tie Zürcher Ztg. meldet: Tie belgische Re­ gierung ergriff stenge Maßnahmen besonders gegen die Aktivisten int wiederbesetzten Gebiet. Sie werden in Konzentrationslagern interniert. Englische Zerstörungswut. ' Ohne jede Rücksicht ans das Leben und Eigentum der Zivilbevölkerung setzen die EngMnber die Zerstörung der belgischen Ortschaften hinter der Front focht. Am 25. Oktober wurden die beiden Dörfer Oetsgem und Jngooigem! in kurzer Zeit in Trümwer verwandelt. Durch Brandgranaten, die dabei von den Engländern angewendet werden, ist die in den Kellern Schutz suchende Bevölkerung- größtenteils um­ gekommen. In Jngvvigem ist die Heimat Stijns Streuoels, des bedeutendsten lebenden flämischen T'ichters, der englischen Zerstörungs­ wut zum Opfer gefallen. Atu 26. ds. wurde eine Menge bisher Versehrter Ortschaften mit eng­ lischen Bomben und Granaten schwersten Kali­ bers beschossen .Besonders Ondenarde undKerkhove hatten schwer zu leiden. Auch- hierbei waren beträchtliche Verluste an Toten und Ver­ wundeten unter der flämischen Zivilbevölkerung zu verzeichnen. Südöstlich, von Tournai sind weiterhin durch- englisches Feuer folgende Orte zerstört worden: Antoing, Pervnnes, Fontanoh, Warchin. Nördlich, Tournai wurde in Mont St. Ändert durch englisches Granats euer das Kloster beschädigt und die umliegenden Häuser wurden zerstört. In Qnatre Vents wurden eine Frau und zwei Kinder, südöstlich Froyennes und im Westteil von Tournai drei Einwvhner getötet und zwei verwundet. Feind­ liche Flieger warfen am 27. ds. auf Qnaregnon westlich Mons Bomben. Den Kirch­ turm von Anzin nordwestlich- Valenciennes be­ setzte der Gegner mit Maschinengewehren. Am&gt; 21. Oktober wurde in der Gegend von Somepghem nordwestlich Gent der stellvertretende Kriegsgerichtsrat der 2. belgischen Armee-Divi­ sion gefangen genommen, in dessen Tagebuch­ sich folgende Notizen befinden: ineendue b’une Maison par civils; Ipillage b’une Maison Par civils. — Aus dem Zusajmmenhang kann es sich- nur um Häuser zwischen Brügge und Aertrifke handeln, ein Gebiet, das von uns kampf­ los geräumt wurde und daher dem Gegner ohne jede Beschädigung in die Hände fiel. — In Tournai drangen französische Flüchtlinge in die augenblicklich leerstehenden verschlosse­ nen Häuser und plünderten sie. | | t</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Aus Polen. Täs polnische Heer. i I -Ueber die derzeitige Stärke der pvlnischen Armee erfährt man, daß, sie über 4500 Mann verfügt. Hierzu treten etwa 1000 Neu­ geworbene . Weitere Werbungen sollen nach Blättermeldnngen Vvrwärtsg^en. Tie Armee ist eingeteilt in zwei Jnsanterie-Bptzaden zu je 2000 Mann, je einer Abteilung Artillerie, Sappeure, Feldgendarmen. Außerdem ist eine Offizier- und Unterofsizierschule errichtet wor­ den. . I , ( s i ,</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Wilsons Mach-tstärke. Stock Holm, 29. Okt. Tagens Nhheter be­ handelt die; Persönlichkeit Wilsons und erklärt, man sehe den amerikanischen Präsidenten von Europa ans in starker Vergrößerung. Er habe nicht nur itn eigenen Lande, sondern auf inner­ halb der Entente mit heftigen Gegenströmungen zu kämpfen. Aber, heißt es dann weiter, bei der Furcht Englands vor den Vereinigten Staa­ ten sei es von Deutschland eine sehr kluge Politik gewesen, sich an Wilson um Vermitt­ lung zu wenden. Wilson könne ein sehr wertvol­ ler Verteidignngsadvokat für das Deutsche Reich werden. Aus Amerika.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Aus neutralen Ländern.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Tages-Uebersicht. regel beschlossen, ifon der man hofft, daß sie : sich als wirksam erweisen wird. In einer neuen - Verfügung wird bestimmt: Bei solchen LandS Wirten, die Vieh an Unbefugte verkaufen, soll neben der Bestrafung die Enteignung des noch vorhandenen Viehbestandes ohne Rücksicht aus die wirtschaftlichen Verhältnisse des einzelnen Hofes nötigenfalls restlos erfotzen. Befugt zum Ankauf sind nur die mit Answeiskarte des Hannoverschen Viehhandelsoerbandes ver­ sehenen Personen oder Landwirte, die Znchtund Nutzvieh für den eigenen Bestand an kau­ fen." Das Blatt meint hierzu: Zur Bekäm­ pfung des Schleichhandels empfehlen wir Mich, diesem Rezept die Entziehung der Lebensmit­ telkarten, eventuell resllos, bei allen Personen, die für sich und ihre Haushaltsangehiö-rigvn öffentlich bewirtschaftete Lebensmittel noch ne­ benher besorgen. General Gröner Lnvendorsfs Nachfolger. General Gröner i sstin Bevlin eingetroffen und dürste sich auch- heute noch beim Kaiser mel­ den, sowie mit der politischen Reichsleitnng Rücksprache nehmen, und sich dann zur Ueber­ nahme der Nachfolgerschaft des Generals Ludendorss ins Große Hauptuqartier begeben. Bildung eines sächsiW» Staatsrates. In Sachsen wurde die Blldung eines Staatsrates beschlossen. Je sieben Mitzlieder beider Kam­ mern sollen ihm angehören, um Verfassungs­ änderungen vorzubereiten, um die Vech-mehrung der Zahl der UfttnifSerien und die Beibehaltung der Mandate der partzmentarischen 'Minister zu ermöglichen. i ' i i ^' Tie böhmische KohlenanSpchr eingestellt. Bei der Statthalterei in Prag ha t gestern eine Sitzung stattgefunden ,in welcher beschlossen wurde, daß aus Böhmen keine Kohlen ausge­ führt werden ,ausgenommmr Regiekohle« und Kohlen für MMtärbedars. | i Tas "einfachste" SWtteL Tie ,Mlgem. Fleischer-Ztg." meldst: ,Lur Bekämpfung des Schleichhandels und Schwanzschlachtens hät die Provinziakfleischstelle tn Hmwvver eine Maß­</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="3"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>kulturelle Entwicklung in der alten Heimat sichern werde. I ( fl i I LtraßenMmpse in Bild alpest. Sä u b a £ e ft, 29. Okt. Am Montag abends 5 Uhr fand eine von Karolhi-Partei in Szene gesetzte Versammlung statt. Man beschloß! nach! Ofen zu gehen, um. dem! Erzherzog Joseph! die Bitte vorzutragen. Karolhi zum MinistersPräsidenten zu ernennen. Bet dem dritten Kor­ don, an der Kettenbrücke, die nach Ofen führt, fand ein heftiger Zusammenstoß! statt. Mit Gewehrseuer, Maschinengewehrfeuer und Bajonet­ ten wurde die Menge zurückgedrängt. Es gab eine große Anzahl Toter und Verwundeter. Tie Kämpfe dauern noch fort. Nähere Ein­ zelheiten fehlen. Die republikanismche Bewe­ gung gewinnt immer mehr die Oberhand und läßt einen allgemeinen Arbeiterausstand er­ warten. ' OesterreichijsGnnKarische Bitten. WTB. Wien, 28. Oktober. Die österreich­ ungarische Regierung hat gleichzeitig mit der an den Staatssekretär Lansing gerichteten Note den Inhalt derselben der französischen, grvßbritannischen, japaniZchen und italienischen Regeirung mit der Bitte »nitgeteilt, dem darin enthaltenen Vorschlag ai^ch ihrerseits zuzustim­ men und denselben beim Präsidenten Wilson zu unterstützen. - , ' ' Außerdem richtete Graf Andrassy an Staatssekretär Lansing ein Telegramm, in wel­ chem er Lansing 6(tt v dahin zu wirken, daß i.m&gt; Interesse der Humanität, jptote im Interesse aller Völker, die in Oesterreich-Ungarn leben, der sofortige Waffenstillstand an allen Fron­ ten Oesterreich-Ungarns herbeigeführt werde und die Einleitung bptt Friedensverhandlun­ gen erfolge. 1 I _ i ! i 1 Die Deutschb-öhmen für l 3fe : uti| , f|i«nb. Prag, 29. Oktober. Eine von 200 Ver­ trauensmännern aller Stände und aller Gaue T»eutschböhmens bes! chtckte Versammlung hat eine Kundgebung beschlossen, in der mit Stolz und Begeisterung die neue Freiheit DeutschOesterreichs begriißt wurde und die Herstellung einer dauernden staatsrechtlichen Verbindung mit dem Deutschen Reh ( e als erste Aufgabe bezeichnet wird. An den deutßhen Reichskanz­ ler wurde ein Telegramin! abgeschickt, in wel­ chem der Volkstag ihm die unersMtterlichen Gefühle der unzerreißbaren Gemeinschaft mit allen ihren StamMjesbrüdern kundgibt und ver­ sichert,' daß DeutWböhmcn aus' Grund seines Selbstbestimlmnngsrechtes unbeugsam i iem Schicksal mit dem! deutMn Volke verbunden sehen möchte.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Nachtrag. Las Ende des Kriegs. Ter Londoner Korrespondent des libera­ len "Manchester Guardian" drahtet seinem Blatte: Tie Ausfassung in London am Sonntag ging dahin, daß! die deutsche Antwort an Wil­ son das Ende des Krieges bedeutet. Die Türkei ist erledigt, Oesterreich-Ungarn hat aufgehört zu bestehen und dazu so mimt, daß bie beut* sche Antwort aus die jüngste Mote des Prä­ sidenten der Annahme der Wilswnschen Bedin­ gungen gleichkomjmß. 1 1 j Tier Papst als Vermitttler? ' Tie "Kölnische 'Volkszeitung " schreibt: Von der schlveizerischen Grenze verstautet, daß! der Erzbischof von Köln, Kardinal lHartmann, na­ mens der Bischöfe der Fuldaer Biflhfofskonferenz den Papst um Vermittlung bat, damit die Feinde, die allem Anschein mäh, die deutsche Nation in ihrem Bestände beidrohen, von ihrem Plane, Deutschland zu v«rntzhjten, abste­ hen. Der Papst wurde gebeten,, seine Autori­ tät einzusetzen, damit der Friede-zustande kom­ me, der der Gerechtigkeit und Billigkeit ent­ spricht und so die Versühnung der entzweiten Nationen anzubahnen geeignet ist. , ! Ter Eindruck in Frankreich. ~ ; "Matin" und "Temps schreiben: Tie all­ gemeine Lage enthält für Frankreich die Mög­ lichkeit eines Waffenstillstandes». Im gegen­ wärtigen Augenblick sei es nstcht angebraiM, die Zweckmäßigkeit dieses Schrittes öffentlich zu erörtern. i 1 Tie Wasfenstilkstandsbediingnngen. Was die Wasfenflillstandsbcedingungen an­ betrifft, so sucht man in französischen Kreisen allerdings nach wie vor im Simne weitgehen­ der Forderungen zu wirken. Unter anderem macht ftifi Jet»t eine Bewegung für die Besetzung des Ruhrbeckens bemerkbar, dais die Kohlenbedürfnisfe Frankreichs decken soll, bis' die Bergwerke des Pas de Calais und des Nordens wieder produktionssähig sind. Das "PetitJournal" erklärt, die nnlitääschen Bedingungen würden sehr hart sein. I i &gt; [ - i Gens, 29. Oktober. Unter Iben OesterreichUngarn aufzuerlegenden Waffemstillstandsbedingungen vernruten Pariser parlamentarische Kreise die Austeilung der Geschütze, der Hand­ waffen »mb anderen Materials an die von der Entente anerkannten beziehungsweise an­ zuerkennenden Staatsorganismen. Diese Aus­ teilung soll unter einer Kontrolle erfolgen, de­ ren Einzelheiten noch, festzustelsten wären. Ein gleiches gelte von den Waffenflstillstandsbürgschasten bezüglich der Adriahäfeen.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>sich! die Stim'men, denen die Zugeständnisse des Zentrums in der Frage der Reorganisie­ rung der Reichsratskammer nicht weit genug gehen. Die liberal L.-K. schreibt hierzu u. a.: Regierung und Mehrheitspartei haben zu we­ nig in Betracht gezogen, daß sehr weite Kreise des Volkes, nicht etwa nur die Sozialdemo­ kraten am liebsten aus die ganze Reichsratskptznimer verzichten. , « | , Tie völlige Ausschaltung des Fremdenl»erkchrs in den hauptsächlichsten Fremdenderkechrsvrten im Gebirge steht laut "M. N. N.? bevor. Die Maßnahme ist bedingt durch die großen Er­ nährungsschwierigkeiten. | Handel mit Schußwaffen. Nach, einer Be­ kanntmachung des stello. Generalkommandos vom 12. September 1918 ist der Handel mit Schußwaffen durtchl Private verboten. Diese Bestimmung wird jedoch häufig überschritten trotz der in Aussicht gestellten Gefängnisstrafe. Auch die Wasfenhändler dürfen Schußwaffen nur an Inhaber von behördlichen Erlaubnis­ scheinen (Jagdkarte oder Waffenschein) abge­ ben »ind sind verpflichtet, genau Buch- darüber zu führen, an wen sie Waffen oder Munition verkauft haben. Um bettn Wucher in Jagd­ gewehren, die oft aus Prtvatbesitz veräußert oder nicht selten gestohlen werden und dem damit betriebenen schwunghaften Kettenhandel zu steuetm, hat der Verband der deutschen Büchsenmacher in München eine SchätzungskoMmission eingesetzt, die aus dem vereidigten Sachverständigen des Kriegswucheramtes und zwei Fachmännern besteht. Diese Kommission wird ehrenamtlich die Schätzung von verkäufli­ chen Waffen aus Privatbesitz vornehmen und den Besitzern einen berufenen Abnehmer zu­ weisen. Diese Einrichtung dürfte besonders in &lt; Jägerkreisen, die über den Wucher und Ketten­ handel mit Gewehren berechtigte Klagen führ­ ten, begrüßt werden. Bayerische Nachrichten. Tic interparlamentarischen Bespreäiungcn der Parteien über die Neugestaltung in Bayern sind, wie wir bereits gemeldet haben, durch das Wegbleiben der Svzialdemokcaten unterbro­ chen worden. Tie Mhn. Post schob die Schuld auf die "bürgerlichen "Parteien. Dagegen ver­ wahrt sich die Liberale Partei, deren Anträge zumteil weiter gegangen sind, als die der So­ zialdemokraten. In liberalen Kreisen mehren</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Regierungsänderung in Bayern. München, 29. Oktober. Sicherem Ver­ nehmen nach hat sich! die Krone entschlossen, die Volksvertretung in Bahern zur unmittel­ baren Beteiligung an den Regierungsgeschäf­ ten heranzuziehen. Zu diesem Zweck steht ein _ Schritt wes Königs unmittelbar bevor, der etwa dahin geht, das bishlerige Ministerium auszu­ lösen und den bisherigen Vorsitzenden im Mi­ nisterrat von Dandl, der für seine Person bei 'keiner Partei auf Schwierigkeiten gestoßen ist, mit der Neubildung eines Ministeriums ,im Benehmen mit den Parteien im Landtag zu betrauen.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="4"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>wohnenden Schwiegersohnes, dem Forstassistenten Friedrich Wüstinger zur Trauerfeier, um seiner Tochter mit ihren 4 unmündigen Kna­ ben beizuftehen. Der Todessall regte Ginger derart aus, daß er einen Gehirnschlag erlitt, an welchem er na,ch nur zweitägiger Krankheit in Ergoldsbach verschied. | | i f ' Straubing, 26« Oktober. (Wäschediebstahl.) Im kath. Waisenhaus wurde aus der Halle sämtliche gewaschene Wasche der Zöglinge und Klosterfrauen, welche zum Trocknen aufgehängt war, gestohlen. Der Schaden ist bei der Menge der Stücke und dem heutigen hohen Wert ein 'großer. I [ M 1 i ! I Lrtenburg, 26. Oktober. (Gestohlene Zi­ garetten.) Das hiesige Kaufhaus .Poschwitz er­ hielt eine Zigarettensendung, die vom Geschäfts­ inhaber, da sie zu leicht befunden wurde, nicht angenommen wurde. Als man die Sendung öffnete, fand man, haß Der ganze Inhalt von einigen Tausend Zigaretten gestohlen worden ist und Hat nun die Post den Schaden zu tragen. , , l &lt; Waldkirchcu, 28. Oktober. (Ruchlose Tat.) Dem Förster Heger in Riedelsbach wurden zwei junge Hühnerhunde edler Abstammung im Gar­ ten vergiftet. Dem Täter ist man auf der</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>"Holla, hei, Merret! Das war ein guter Fang." Tann breitete er plötzlich seine beiden Arme aus, und Merret schmiegte sich mit dem Kinde an seine breite Brust. [ "Wie gut, daß du da bist, Jens," flüsterte Merret,. und der kleine Olaf zauste den kurz geschnittenen blonden Vollbart des Vaters, dem die Freude, bei Weib und Kind zu seirst aus den hellen blauen AWen strahlte. 1 I "Kleiner Narr, du," lachte Jens Jürgens gutmütig, mit Merrets Hilfe die schweren Netze von -der Schulter nehmend. "Guten Tag, Mut­ ter!" rief er dann zu bet 1 mürrischen Alten hinüber, "sorg doch- mal für ein bißchen Futter." "Würde dir wohl auch! sfchlimm. gehen, mein Jung, wenn ich- nicht sorgen wollte," brummte Kressen Jürgens und schlürfte mißmutig zurTür hinaus. | | i I i 1 1 ! '"Habt ihr euch gezankt?" fragte der Schif­ fer, und sein offenes, breites Antlitz mit den bartlosen Lippen wurde plötzlich- ernst und streng. I | | J ! i I t I .1 1 ' ( I "Nein, Jens," gab Merret mit halber Stimme zurück. "Nicht gezankt! Die Mutter kann eben immer noch nicht den rechten Ton finden." | l i ' 1 i 1 [ "Wie du, Merret," sagte Jens Jürgens, während er mit schweren Schritten in den hohen Wasserstiefeln durch, die Stube schritt!, "wie du." 1 | m l i 1 ! j "Sieh Mich an, Jürgens," sagte sie fast hart, "und dann sage mir Auge in Auge: war ich dir nicht immer ein treues Weib? Hast du zu klagen über mich? Habe ich- nicht nachsichtig gegen die alte Frau dort, die mir oft das Lebens zur Qual, ja zur Hölle machte, mit der ichinur Geduld hatte, weil sie deine Mutter war, Senf?" 7 i t i l f ' 1 "Still doch, Kinding," meinte er unsicher, "ich weiß ja, wie die Alte ist, aber du, Merret^ du bist auch eine andere geworden, seit der', Helhoog hier an unsern Hof grenzt." 1 ' Sie nickte still. "Ja, Jens," fuhr sie nach, einer kleinen Pause fort, "der Helhoog führt nicht umsonst seinen Namen, er hat mir ollej Lebensfreude, alle Kraft genommen." 1 [ "Könnte ich doch den Kerl erwürgen," rief Jens und hob"drohend die Faust. Merret lä-&gt; chelte, ein leises, fast wehes Lächeln. 1 ~ "Was tut er dir, was tut er uns? Nichts, Jens. Er wohnt neben unserem Haus, und wir sehen einander kaum. Er hAt weder dich noch- mich-, noch eines der unsrigen durch ein Wort gekränkt. Er ist nur da, immer da, nie geht er fort, immer ist er daheim, immer j spukt hier sein Schatten." j "Und das erträgst du nicht, Merret, du wehst daran zugrunde," stöhnte der Fischer gejquält, "ich- weiß es. Alles, was ich! habe, -möchte chchl dem Helhovger geben, könnte ich jun§ frei machen von seiner Nähe. Könnten wir doch den Hof verkaufen und fortziehen nach einem anderen Teile der Insel, da würdest du wieder lachen und fröhlich/ sein, aber hier "erstickt der Helhovg alle Freude." 1 t J "Es wäre alles umsonst, Jens. Ter Helhooger würde uns nachziehen .... er baut nun einmal seine Hütte an der unseren, das ist .Schicksal, Jens." I !' i ■ f i ' &gt; j '"Kommt zum Essen," rief Znkens junge Stimme in die Stube. ""Uwes Boot kehrt so­ eben heim." &gt; ' I 1 ! 1 1 Uwe war bet junge Bruder von Jens, der, ein Schiffer und Bauer wie er, im Tüfhoog wohnte. Er und Jnken sollten ein Paar wer­ den. i 1 1 1 ! 1 1 j : &gt; i 1 i 1 (Fortsetzung folgt.) 1 ' I ' &lt;</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Sitzung des Stadtmagistrats Landshut. Vorsitzen der: Bürgermeister Dr. Herterich. Ein Dankschreiben des Kreisausschnsses sür die Nationalsammlung von Kunstund Wertgegenständen für Ueberlassen des Glückshasens wird zur Kenntnis genommen, ebenso ein Dankschreiben des Herrn Hauptleh­ rers Göttinger für die Verleihung der Stelle des verst. Herrn Bezirksoberlehrers Denk an der Schule St. Martin, i J J r 1 ( Zur Bekämpfn ng der Kbstbaumschädlinge hat Herr ^Stadtgarteninspektor^ Mö-rtl-; bauet ein Flugblatt verfaßt, das in einer Auf-? läge von 1000 Stück hergestellt und an die' hiesigen Obstbaumzüchter verteilt werden soll. ! Aus Grund der Bestimmung betj Reichsgetreideordnung hat Herr Bürgermeister Tr. Hetterich die für 'Landshut geltenden Ver­ ordnungen entworfen, welche gebilligt werden. Wohnungskonsens erhält Herr Ta-! pezierermeister Stermose für den Wohnungs-, einbau in seinem Lagerraum im 1. Stock feines Hauses. t 1 1 Wohnungs ko nsens erhält Herr Brauereibesitzer Ludwig Kellner für die Päch­ terwohnung in dem neuerbauten Sebaldkeller. Die Errichtung von Leitungsstangen sür eine Telephonleitung auf städt. Grund zwischen Niedermaher- und Schö-nbrunnerstra ße wird in stets widerruflicher Weise genehmigt. Der Landeswohnungsrat hält am 2. November in München eine Versammlung ab. Es wird der städt. Wohnungsinspektor Herr Fürstl abgeordnet. Die Errichtung eines Schuppens zur Unterbringung außer Betrieb gesetzter Maschi­ nen wird der Landshuter Keks- und Nahrungs­ mittelfabrik auf die Tauer von vorläufig 5 Jahren genehmigt. I | I | ; ,</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>'EOttttmneier Johann von MaEkofen, B.-A. Tingolfing; dem Ecker Matthias von Schlags» B.-A. Grafenau. f &gt; « —* Die Zustellungsgebühr für Koks aus der städt. Gasanstalt wurde von 15 Pfg. auf 20 Psg. für den Zentner erhöht. Diese Erhöhung war geboten, da die Ktzksfahrerin den Unterhalt ihres Wagens selbst zu bestrei­ ten und daher sieht erhebliche Mehrkosten hat.</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Vorbereitungen für den Völker­ bund. Berlin, 27. Oktober. Ein Arbeitsaus­ schuß der deutschen Gesellschaft für Völkerrechts, dem die bedeutendsten Fachgelehrten Deutshjlands und eine Reihe von namhaften Politikern angehören, tagte am Sonntag in Berlin, um! die Vorarbeiten für die Schaffung eines Völkertbundes, der schon gelegentlich einer früheren Tagung Gegenstand bort Beratungen der Gesell­ schaft gewesen ist, weiter zu fördern. Das große Gebiet der angestrebten Organisation der Staaten wurde zu schleuniger Durcharbeitung an zehn Unterausschüsse aufgeteilt, die in Fort­ führung. Erweiterung und Vertiefung der bis­ herigen Bestrebungen der Gesellschaft und unter Berücksichtigung aktueller politischer Erwägun­ gen die Richtlinien des neuen Völkerrechts auf­ stellen .sollen. , ' Berlin, 27. Oktober. Ter erweiterte Ausschuß des Volksbundes für Freiheit und Vaterland hielt gestern eine Sitzung ab, in welcher folgende Entschließung gefaßt wurde: Ter Vorstand, Arbeitsrat und Ausschuß, des Volksbundes für Freiheit und Vaterland, die heute in Berlin aus allen Teilen Deutschlands zu gemeinsamer Tagung versammelt sind. spre­ chen der neuen Volksregierung des Reiches ihr volles Vertrauen aus. Sie erblicken in den ge­ troffenen Maßnahmen auf den Gebieten der äußeren und inneren Politik Notwendigkeiten, die zwar durch den Ernst dev Stunde und die dem Vaterland drohende Gefahr geboten sind» zugleich^ aber dem Wohl unseres Volkes dienen. Der Volksbund fordert, daß die Rejchslettung 'mit starker Hand alle offenen und versteckten Widerstände, bk sich der Erfüllung ihrer Aus­ gabe entgegenstellen, brechen wird. Bei der Aufrichtung des neuen Deutschland wird der Volksbund mit allen seinen Kräften die Re­ gierung stützen und erwartet hierbei die Heran­ ziehung der ihm abgeschlossenen Organisatio­ nen zu tatkräftiger Mithilfe. , Heute Mittag fand in der Singakademie eine große Kundgebung zugunsten des Völker­ bundes statt. Nachdem der Vorsitzende Prof. Tr. Ernst Francke die Riesenversammlung be­ grüßt hatte, sprach Staatssekretär a. D. Dr. Ternburg über den "Völkerbund und den Frie­ den". Nach dem Vortrag, der mit begeistertem Beifall aufgenommen wurde, gaben die Reichs­ tagsabgeordneten Legien (Soz.), Freiherr von Mechenberg (Zentrum), Freiherr von Richthvsen &lt;natl.) und Waldstein (F. Vpt.s kurze Zustim­ mungserklärungen ab. Dann erfolgte abermals unter großem Beifall die Annahme folgender Entschließung: Der Volksbund für Freiheit und Vaterland, dem in wirtschaftlichen Verbänden der Arbeiter, Angestellten und Beamten mehr als 4 Millionen, sowie zahlreiche Männer und Frauen aller Stände und Berufe in Madt und Land ohne Unterschied der Partei und Richtung als Mitglieder angeschlossen sind, erneuert in seiner Versammlung am 27. Oktober nach einem Wortrag "des Wirkl. Geh. Rats Dr. Ternburg Und Ansprachen führender Mitglieder der Mehrheitsparteien des Reichstags das bereitß bei feiner Begründung ausgesprochene Bekennt­ nis zur "Eingliederung des neuen Deutschland In die Gemeinschaft der gegenseitig ihre Lebensuotwendigkeiten achtenden und änerknnendeu Kulturstaaten". Er erblickt den Weg zu diesem Ziele in der Errichtung eines Völkerbundes, wie ihn die Rekchsleftung und die Mehrheit des Reichstages in Uebereinstimmung mit den BorMägen des Präsidenten Wilson aufgenommen« haben, auf der Grundlage der GleichberechiLgung aller Völker, umfassender Ausgestaltung des Völkerrechts, friedlicher Beilegung allqr Streitfälle durch ein Schiedsgericht. Durchfüh­ rung des Grundsatzes der Freiheit der Merst, Verständigung über eine allseitige und gleich­ zeitige Abrüstung, Verbürgung der offenen Tür für den Bölkerverkehr, Ausbau des internatio­ nalen Arbeitsrechtes. In dieser Kulturgemetnschast der Völker muh Deutschland seinen Platz in voller Gleichberechtigung mit allen (anderen Nationen einnehmen. Es wird dies umso mehr erreichen, je klarer es in der Verfassung und Verwaltung politische Freiheit und sozialen Fortschritt durch! die Verkörperung der öffent­ lichen Gewalten in einer vom Vertrauten und der Mitarbeit der breitesten Schichten Betrage­ nen Volksregierung einführt und sicherrt. Ein solcher Völkerbund hat zur unweigerlichen Vor­ aussetzung, daß der Weltkrieg durch» einen Rechtssrieden beendet wird, der wie den «anderen deren Völkern auch dem deutschen Volke seine nationale Ehre und die Freihett des Lebens und der Entwicklung gewährleistet. Woll Zu­ versicht aus die ungebrochene Kraft des deutschen. Volkes in Heer und Heimat tritt der Vwlksbund für Freiheit und Vaterland hinter bte Volksregierung und die Volksvertretung, diie einen solchen Rech tsfrie den erstrebt und getobt ihrie Arbeit für diesen Qtieben unb beit Völkerbund zu unterstützen. ( &lt; i s. |</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Grundlage verhandelt, daß in sein Kabinetk 3 Mitglieder ausgenommen werden, die ent­ weder neutrale Fachmänner sind, oder anderen Parteien angehören. Es ist nicht ausgesjchMse«, daß noch im Saufe des heutigen Tages die ße&amp; nennung der neuen Regierung erfolgt. ' , ; 1 1 ’ JahresLaffe 1920. t 1 Bern, 29. Oktober. . "Nouvelliste de Lhon" meldet aus Paris: Aus Grund von Beschlüssen des parlamentarischen Sanitätsausschusses und der Regierung wird die .Einberu­ fung der Jahresklasse 1920 erst im nächsten Frühjahr erfolgen. I , ' :■ Auszeichnung. Berlin, 29. Ottober. Der ^Reichsanzeiger" gstbt die Verleihung des Roten Adler­ ordens 1. Klasse an den bahertschen Kriegs­ minister General der Kavallerie von Hellingrath bekannt. 1 -.i, ' ' { &gt; Amerikas Kriegskosten. 1 Washington, 29. Ottober. Der Kon­ greß nahm die Vorlage Über den Kriegssvhlbetrag an, der einen Aufwand von 6345 Mil­ lionen Dollar vorsieht. 1/ ' Ein Postwagen ausgebrannt. 1 Berlin, 29. Oktober. In der Nacht vom 28. Oktober ist ein vollbesetzter Bahnpostwa­ gen, dem 7 Beamte und Unterbeamte beigege­ ben waren, aus einer Fahrt von Posen nach Breslau vollständig ausgebrannt. Tie Beam­ ten konnten nur das nackte Leben retten. Tie Ursache des Brandes ist no!i)l unbekannt. 1 Keine Verbilligung des Schnell^ugsverkehrs. ' Berlin, 29. Ottober. In Berliner Zei­ tungen findet sich! die Mitteilung, daß die deutsche Eisenbahn einen Abbau der Verteuerung des Schnellzugsfahrpreises vom 1. April 1919 durch Herabsetzung von 50 Prozent beabsichtigt. Die Nachricht ist unzutreffend. An zuständiger Stelle ist von einer solchen Absicht nichts bekannt. Letzte Posten. , Finnland und Schweden. ; ' Kopenhagen, 29. Ott. Ter Berichter­ statter von Stockholms Tidningen in .Helsingfors erfahrt von gut unterrichteter Seite, daß Finnlands Außenpolitik sehr ernst fei. Man befürchtet, daß bje Bolschewik! Finnland über­ fallen werden. Oberst House — Vertretest der VercimWe» { ,| [ ^ Staaten. DIe Basler Nachr. veröffentlichen eine Pariser Meldung, wodurch Obrst House als Vertreter der Vereinigten Staaten bei dem aliierten Regierungen geblaubigt wurde. Die Vereinigten Staaten werden künftig in allen Räten der Entente durch einen Staatsmann mit ausgedehnten Befugnissen vertreten sein. Oberst House konferierte bereits mit Clemenceau selbst und Milner. Es ist seine Absicht, mutch mit Generalissimus Fach in Verhandlungern zu tre­ ten. Er mietete sich! in Paris ein Priivathaus, woraus man auf eine ziemlich! lange Tvauer sei­ nes Aufenthaltes schließt- &gt; &gt; , ; i Wilson antwortet nicht mehr. London, 27. Ottober. Reuter meldet aus Washington: Die deutsche Note bedeutet nur eine Bestätigung der Mitteilung des Präsi­ denten und erfordert keine Erwiderung. In offiziellen Kreisen wird erneut daraus hinge­ wiesen, daß, nachdem Wilson die gesamte Kor­ respondenz den Alliierten übermittelte, der nächste Schiritt sei, daß von Seite der Mit­ kriegsährenden ein gemeinsames Vorgehen er­ folgen müsse. i Kein Einmarsch in die TobrndW«. 1 Berlin, 29. Oktober. An unterrichteter Stelle wird erklärt, daß die von Oesterreich gekommene Meldung vom Einmarsch rumäni­ scher Truppen in die Dobrudslcha den Tatsachen nichte chtsprischt, daß Rumänien bisher viel­ mehr keine militärische Aktion unternommen habe. 1 RcichstagHcrsatzwahl in Berlin. 1 Berlin, 29. Ottober. Bei der heuti­ gen Stichwahl im 1. Berliner ReiWtagswahlkreis wurden abgegeben für den Geh. Justizrat Kempner (Fortschrittliche Vplkspartei) 2607 Stimmen und für Hermann (Sozd. Mehrheits­ Partei) 2234 Stimmen. Kempner ist somit ge­ wählt. i 1 4 | \ | Der elsaßi-lothringische Landtag einberufe«. Straßburg, 29. Oktober. Durch eine allerhöchste Verordnung vom 28. ds. Ms. wird der Landtag für Elsaß-Loch ringen auf den 12. November nach Stratzpurg einberufen. | , , Kabinett Karolhch ; Budapest. 29. Ottober. Nach BlAtiermeldstwgen ist bte Betrauung Michael Karolhis mit der Kabinettsbildung, die gestern satten gelassen wurde, wieder in den Vordergrund | geAickt. Es wird mft Michael Kawlhi aus' dev</p>
        </div>
      </div>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Inserate.</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="6"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Bekanntmachung. In den Geschäften Alois Kohlndorfer, Max AohlnSorfer's Nachf. und Karl Wirth, Inh. Daufer können auf Grund der Reservemarko H je 2 Psnud Zwiebel zum Preise von 40 Psg. das Pfund käuflich er­ worben werden. Man wolle sich tunlichst an folgende Anord« nungen halten: Nr. 1— 500 am Donnerstag, den 31. Oktober, Nr. 501—1000 am Samstag, den 2. November, Nr. 1001—15u0 am Montag, den 4. November, Nr. 1501—2000 am Dienstag, den 5.' November, Nr. 2001—2500 am Mittwoch, den 6. November, Nr. 2501 und höher am Donnerstag, den 7. November. Landshut, den 24. Oktober 1918. Stadtmagistrat Dr. Herterich. aoi?</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="2"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Aus Rumänien. Rumäniens AuUkifssheer. ' x tzG enf, 29. Okt. Ueber die rumänische angreifende Armee schreibt der Mattn: Me Truppen, welche in die Tvbrudscha einziehen, sind etwa 80 000 Mann stark., die trotz des Waffenstillstandes nicht demobilisiert wurden und in Wolhynien und Betzarabien standen. In der Tobrndscha wird jedenfalls die rumäni­ sche Armee mit den verbündeten Truppen Füh­ lung nehmen. I -</p>
        </div>
      </div>
      <pb n="5"/>
      <div type="article">
        <head></head>
        <div type="content">
          <p>Druck u. Verlag J. J. Rietsch. Verantwortlicher Schriftleiter F. X. Wagner. Beide in Landshut</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
